Lebensliste in der Vogelbeobachtung: So führen Sie sie

Lebensliste in der Vogelbeobachtung führen: Legen Sie zuerst Ihre Zählregeln fest, erfassen Sie Arten in eBird oder Merlin mit Datum und Ort, sichern Sie sie.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handschriftlichen Vogelnamen und Daten, ein Bleistift und ein Fernglas auf einem Holzgeländer (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: So beginnen Sie heute eine Lebensliste
  2. Was ist eine Lebensliste in der Vogelbeobachtung?
  3. Was zählt auf einer Lebensliste?
  4. Welches Gebiet sollte Ihre Lebensliste abdecken?
  5. Die besten Werkzeuge für eine Lebensliste
  6. Welche Details sollten Sie zu jedem Lifer notieren?
  7. Sollten Sie eigene Foto- und Hörlisten führen?
  8. So tragen Sie alte Beobachtungen nach
  9. Wie taxonomische Änderungen Ihre Lebensliste beeinflussen
  10. Häufige Fehler bei der Lebensliste
  11. So wächst Ihre Lebensliste, ohne dass es anstrengend wird
  12. Ist eine Lebensliste ein Wettbewerb?
  13. Quellen
  14. Häufige Fragen

Eine Lebensliste ist ein Verzeichnis aller Vogelarten, die Sie mindestens einmal selbst bestimmt haben, und der beste Weg, sie zu führen, ist einfach: Legen Sie Ihre Zählregeln vorher fest, tragen Sie jede neue Art mit Datum und Ort ein und nutzen Sie ein Werkzeug, das es auch in 20 Jahren noch gibt. Für die meisten heißt das eBird, kostenlos, betrieben vom Cornell Lab of Ornithology, das Ihre Liste automatisch aus Ihren Beobachtungslisten aufbaut. Ein Notizbuch daneben hält die Erinnerungen fest, die eine App nicht speichern kann.

Dieser Ratgeber erklärt, was zählt, welche Werkzeuge sich lohnen, welche Details Sie festhalten sollten, wie Sie mit taxonomischen Änderungen umgehen und welche zusätzlichen Listen (Garten, Jahr, Landkreis) die Vogelbeobachtung spannend halten, lange nachdem die Lebensliste langsamer wächst.

Kurz beantwortet: So beginnen Sie heute eine Lebensliste

  1. Legen Sie Ihre Regeln fest. Entscheiden Sie, ob nur gehörte Vögel zählen und welches Gebiet Ihre Liste abdeckt.
  2. Wählen Sie einen Ort für die Liste. eBird für eine durchsuchbare, dauerhafte Aufzeichnung, Merlin für eine leichte, lockere Liste, ein Notizbuch für die Geschichte hinter jedem Vogel.
  3. Tragen Sie die ersten Arten ein. Beginnen Sie mit Vögeln, bei denen Sie sicher sind, mit Datum und Ort.
  4. Tragen Sie Älteres vorsichtig nach. Fügen Sie frühere Beobachtungen nur hinzu, wenn Sie bei der Bestimmung sicher sind und ungefähr wissen, wann und wo es war.
  5. Sichern Sie die Liste. Exportieren oder kopieren Sie sie mindestens einmal im Jahr.

Was ist eine Lebensliste in der Vogelbeobachtung?

Eine Lebensliste, im Englischen “life list”, ist eine laufende Aufstellung aller Arten, die Sie persönlich bestimmt haben. Jede Art erscheint einmal, meist mit dem Datum und Ort der Erstbeobachtung. Diese erste Beobachtung heißt unter Vogelbeobachtern auch im Deutschen oft “Lifer”.

Lebenslisten sind persönlich. Es gibt keinen Schiedsrichter, und die einzige Person, die Sie täuschen können, sind Sie selbst. Deshalb legen erfahrene Beobachter so großen Wert auf Ehrlichkeit beim Listenführen: Eine Liste, der Sie vertrauen, ist eine Sammlung echter Erlebnisse, eine aufgeblähte Liste ist für niemanden viel wert.

Menschen führen Lebenslisten aus unterschiedlichen Gründen:

  • Erinnerung. Jeder Eintrag steht für einen Morgen, eine Reise oder einen Menschen, mit dem Sie unterwegs waren.
  • Motivation. Eine Liste mit Zielarten ist ein Grund, neue Lebensräume zu erkunden.
  • Lernen. Wer neue Arten sucht, muss sich mit Merkmalen, Stimmen und Verbreitung beschäftigen.
  • Wissenschaft. Führen Sie Ihre Liste über eBird oder ornitho.de, fließen die zugrunde liegenden Beobachtungen in die Forschung zu Verbreitung und Bestandsentwicklung ein.

Was zählt auf einer Lebensliste?

Ein einheitliches Gesetz des Listenführens gibt es nicht, aber viele Beobachter weltweit orientieren sich an den Aufnahmeregeln der American Birding Association (ABA). Vereinfacht zählt ein Vogel in der Regel, wenn:

  • er lebt. Tote Vögel zählen nicht.
  • er wild und frei ist. Vögel in Zoos, Volieren, Pflegestationen oder Käfigen zählen nicht, ebenso wenig flugunfähig gemachtes Wassergeflügel oder für die Jagd ausgesetzte Vögel.
  • er einer zählbaren Art angehört. Bei heimischen Arten ist das einfach. Eingebürgerte Arten zählen erst, wenn sie sich als brütende, sich selbst erhaltende Population etabliert haben. In Deutschland sind das zum Beispiel Nilgans, Kanadagans und Halsbandsittich, die in der offiziellen Artenliste als etablierte Neozoen in einer eigenen Kategorie geführt werden. Ein einzelner entflogener Wellensittich zählt nicht.
  • Sie ihn selbst bestimmt haben. Hilfe von anderen ist in Ordnung, aber Sie müssen ihn selbst sehen oder hören und sich der Bestimmung sicher sein.
  • er sich im Gebiet Ihrer Liste befand.
  • er rücksichtsvoll beobachtet wurde. Die ABA verknüpft ihre Regeln ausdrücklich mit ihrem Ethikkodex.

Die Regeln von eBird sind sehr ähnlich. eBird möchte Beobachtungen wilder, lebender Vögel und schließt tote Vögel, Vögel in Gefangenschaft, reine Eifunde und alles aus, was nur auf Fernkameras zu sehen war. Der letzte Punkt betrifft Besitzer smarter Futterhäuser: Ein Vogel, den Ihre Futterhauskamera fotografiert hat, während Sie unterwegs waren, ist eine schöne Aufnahme, nach den Maßstäben von eBird aber keine persönliche Beobachtung.

Zählen Vögel, die Sie nur gehört haben?

Ja, nach den ABA-Regeln zählt ein Vogel, den Sie sicher am Gesang oder Ruf bestimmt haben. Auch eBird nimmt reine Hörbeobachtungen an. Viele zählen sie, manche markieren sie gesondert, und einige bestehen auf einer Sichtbeobachtung. Eulen, Rallen und Ziegenmelker hört man weit öfter, als man sie sieht, daher beeinflusst diese Entscheidung Ihre Liste stärker, als Sie vielleicht denken. Ein Wachtelkönig in einer Feuchtwiese oder ein Sperlingskauz im Bergwald sind klassische Beispiele.

Wenn Sie sich auf Stimmen verlassen, seien Sie streng. Apps zur Geräuscherkennung helfen, lassen sich aber täuschen, besonders von Imitatoren wie Staren, Eichelhähern, die täuschend echt einen Mäusebussard nachahmen, und Sumpfrohrsängern. Bestätigen Sie mit den eigenen Ohren oder, besser, mit einer Sichtbeobachtung. Unser Ratgeber, wie Sie Merlin Sound ID richtig nutzen, zeigt, wie Sie einen Vorschlag prüfen, bevor Sie ihn zählen.

Was ist mit unsicheren Vögeln?

Sehen Sie einen Vogel, bei dem Sie nicht ganz sicher sind, tragen Sie ihn noch nicht ein. Notieren Sie ihn als “möglich”, mit Notizen und Fotos, und kommen Sie später darauf zurück. Eine Lebensliste mit ein paar Lücken ist weit besser als eine mit Vögeln, an denen Sie insgeheim zweifeln.

Welches Gebiet sollte Ihre Lebensliste abdecken?

“Lebensliste” kann Ihre Weltliste bedeuten oder eine Liste für ein festgelegtes Gebiet. In Nordamerika ist das ABA-Gebiet der übliche Maßstab. In Europa sind es vor allem die Liste für das eigene Land und die Westpaläarktis-Liste, die Europa, Nordafrika und den Nahen Osten umfasst.

Viele führen mehrere Listen gleichzeitig:

ListenartGebietWarum sie sich lohnt
WeltlisteAlles, überallDie vollständige Aufzeichnung
Westpaläarktis-ListeEuropa, Nordafrika, Naher OstenVerbreiteter Maßstab für europäische Beobachter
LänderlisteDeutschland, Österreich oder die SchweizDer häufigste persönliche Maßstab
Bundesland- oder KantonslisteEin Bundesland oder KantonMotiviert zum Erkunden der Region
LandkreislisteEin LandkreisBeliebt bei ehrgeizigen Beobachtern vor Ort
GartenlisteVom eigenen Grundstück gesehene oder gehörte VögelIdeal für Gartenbeobachter
JahreslisteArten eines KalenderjahresBeginnt jeden 1. Januar neu
GebietslisteEin Park oder eine Runde, die Sie oft besuchenZeigt Veränderungen über die Zeit

eBird erstellt die meisten dieser Listen automatisch aus Ihren Beobachtungslisten, einer seiner größten Vorteile.

Die besten Werkzeuge für eine Lebensliste

eBird: der Standard für eine dauerhafte Aufzeichnung

eBird wird vom Cornell Lab of Ornithology betrieben und ist im Web und als App kostenlos. Sie senden Beobachtungslisten ab (Vögel an einem Ort, an einem Tag, mit einer festgelegten Beobachtungsmethode), und eBird erstellt daraus Lebens-, Jahres-, Länder-, Bundesland- und Landkreislisten. Die App funktioniert offline im Gelände und synchronisiert später.

Warum eBird für ernsthaftes Listenführen der Standard ist:

  • Automatische Listen. Kein Zählen von Hand.
  • Taxonomische Aktualisierungen. Werden Arten aufgespalten oder zusammengelegt, werden Ihre Daten angepasst.
  • Genaue Ortsangaben. Jeder Lifer ist mit Ort und Datum verknüpft.
  • Wissenschaftlicher Wert. Vollständige Listen fließen in Forschung und Naturschutz.
  • Beständigkeit. eBird läuft seit 2002 und hat breite institutionelle Unterstützung.

Im deutschsprachigen Raum ist ornitho.de, betrieben vom Dachverband Deutscher Avifaunisten, eine starke Alternative mit ähnlichen Listenfunktionen, besonders wenn Ihnen regionale Auswertungen wichtig sind. Ein wenig Einarbeitung brauchen beide. Unser Ratgeber eBird nutzen erklärt Beobachtungslisten, Hotspots und Alarme Schritt für Schritt.

Merlin: eine einfache Liste für Gelegenheitsbeobachter

Merlin Bird ID, ebenfalls kostenlos vom Cornell Lab, ist vor allem eine Bestimmungs-App. Sie enthält die Funktion “Save My Bird”: Hat Merlin Ihnen bei der Bestimmung geholfen, tippen Sie auf “This is my bird!”, und der Vogel landet in einer persönlichen Liste. Merlin beschreibt das als digitales Sammelalbum.

Damit ist Merlin ein sanfter Einstieg für Gartenbeobachter, die sich noch nicht mit Beobachtungslisten beschäftigen wollen. Der Preis dafür ist weniger Struktur als bei eBird. Unser Überblick über die besten Apps zum Vögel bestimmen vergleicht Merlin, eBird, BirdNET und weitere Apps.

Notizbücher aus Papier: immer noch lohnend

Ein Feldnotizbuch ist nicht überholt. Es hält fest, was Apps nicht speichern: das Wetter, den Klang des Gesangs, wer dabei war, eine grobe Skizze eines schwierigen Vogels. Viele führen die App als offizielle Liste und das Notizbuch für die Geschichte.

Wenn Sie auf Papier setzen:

  • Nutzen Sie ein Notizbuch mit nummerierten Seiten und festem Einband.
  • Schreiben Sie Datum und Ort oben auf jede Seite eines Ausflugs.
  • Markieren Sie Lifer deutlich, zum Beispiel mit einem Stern.
  • Übertragen Sie einmal im Jahr die Lifer als Sicherung in eBird oder eine Tabelle.

Tabellen und gedruckte Artenlisten

Manche führen ihre Listen in einer Tabelle mit Spalten für Art, Datum, Ort und Notizen. Das ist flexibel und gehört Ihnen für immer, taxonomische Änderungen müssen Sie aber selbst nachtragen. Gedruckte Artenlisten, wie sie am Ende mancher Bestimmungsbücher stehen, eignen sich schön zum Abhaken. Unser Überblick über die besten Vogelbestimmungsbücher für Europa nennt empfehlenswerte Titel.

Werkzeuge im Vergleich

WerkzeugKostenAutomatische ListenTaxonomie-UpdatesAm besten für
eBirdKostenlosJaAutomatischAlle, die eine dauerhafte, detaillierte Aufzeichnung wollen
ornitho.deKostenlosJaDurch den BetreiberBeobachter mit Fokus auf Deutschland und Regionaldaten
Merlin (Save My Bird)KostenlosEinfachIntegriertGelegenheits- und Gartenbeobachter
NotizbuchGeringNeinVon HandErinnerungen, Skizzen, Notizen
TabelleKostenlosMit AufwandVon HandTüftler, die volle Kontrolle wollen

Welche Details sollten Sie zu jedem Lifer notieren?

Mindestens:

  • Artname (der deutsche Name genügt; der wissenschaftliche hilft bei taxonomischen Änderungen).
  • Datum.
  • Ort, so genau wie praktikabel.
  • Wie Sie ihn bestimmt haben: gesehen, gehört oder beides.

Wenn möglich, zusätzlich:

  • Merkmale, mit denen Sie die Bestimmung bestätigt haben.
  • Fotos oder Tonaufnahmen, auch eine grobe Handyaufnahme.
  • Lebensraum und Verhalten.
  • Begleiter, wenn Sie mit anderen unterwegs waren.
  • Wetter, besonders bei Zugvögeln.

Diese Details machen aus einer Liste eine Aufzeichnung, die Sie belegen können, und sie erleichtern es regionalen Fachleuten, eBird-Prüfern oder den Seltenheitenkommissionen, ungewöhnliche Beobachtungen anzuerkennen.

Ein Beispieleintrag

So sieht ein nützlicher Eintrag im Notizbuch oder in der Tabelle aus, am Beispiel eines Gartenvogels, der für viele ein früher Lifer ist:

FeldBeispiel
ArtGartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus)
DatumErster Samstag im Mai
OrtHausgarten, auf dem Zaun am Obstbaum, dazu der Ortsname
Festgestellt durchGesehen und gehört
MerkmaleMännchen mit schwarzer Kehle, weißer Stirn, orangeroter Brust, rostrotem, zitterndem Schwanz
NotizenJagte von einer Warte aus Insekten; kurzer, wehmütiger Gesang
MedienHandyfoto durchs Küchenfenster

Das dauert etwa eine Minute und sagt Ihnen Jahre später genau, was Sie gesehen haben und warum Sie sicher waren.

Sollten Sie eigene Foto- und Hörlisten führen?

Viele finden es nützlich, neben der Hauptliste parallele Listen zu führen.

  • Eine Fotoliste erfasst Arten, die Sie selbst fotografiert haben. Sie ist eine schöne zweite Herausforderung für Fotobegeisterte, und die Bilder dienen gleichzeitig als Beleg.
  • Eine Hörliste zeigt auf einen Blick, welche Arten Sie noch sehen möchten. Einen nur gehörten Vogel endlich zu sehen, ist ein lohnendes Ziel für sich, besonders bei Eulen, Rallen und heimlichen Rohrsängern.
  • Eine Liste “noch zu bestätigen” enthält Vögel, die Sie vermutlich gesehen, aber nicht sicher bestimmt haben. Gehen Sie sie durch, wenn Sie mehr gelernt haben: Manche Einträge rücken in die Lebensliste auf, andere verschwinden still.

eBird hilft bei den ersten beiden, weil Sie eigene Fotos und Tonaufnahmen an die Arten jeder Beobachtungsliste anhängen können. Für die dritte reicht eine Notiz im Handy oder Notizbuch.

Zusätzliche Listen sollen die Sache nicht verkomplizieren. Sie halten Ihre Hauptliste sauber und vertrauenswürdig und bewahren trotzdem alles, was Ihnen aufgefallen ist.

So tragen Sie alte Beobachtungen nach

Viele beginnen eine formale Liste erst Jahre, nachdem sie angefangen haben, Vögel zu beobachten. Ältere Beobachtungen nachzutragen ist in Ordnung, mit etwas Sorgfalt.

  1. Tragen Sie nur Vögel ein, bei denen Sie sicher sind. Erinnern Sie sich nicht an die Merkmale, lassen Sie den Vogel weg.
  2. Schätzen Sie ehrlich. eBird erlaubt historische Beobachtungslisten; nutzen Sie das Datum und den Ort, die Sie am besten rekonstruieren können.
  3. Nutzen Sie Fotos als Gedächtnisstütze. Alte Urlaubsfotos enthalten oft Datum und Ort in den Dateidaten.
  4. Machen Sie sich bei häufigen Gartenvögeln keinen Stress. Sie sehen sie bald wieder und können sie dann sauber erfassen.

Wie taxonomische Änderungen Ihre Lebensliste beeinflussen

Die Einteilung der Vögel ändert sich, wenn die Forschung mehr lernt, oft durch genetische Studien. eBird nutzt die Clements-Checkliste und aktualisiert sie regelmäßig, meist einmal im Jahr. In Deutschland gibt es zudem eine offizielle Artenliste der Vögel Deutschlands, die in Abständen überarbeitet wird, und international die Weltliste des IOC. Diese Listen stimmen nicht in jedem Punkt überein.

  • Aufspaltungen. Aus einer Art werden zwei oder mehr. Haben Sie beide gesehen, wächst Ihre Liste. Ein bekanntes europäisches Beispiel: Mittelmeermöwe und Steppenmöwe galten früher als Formen der Silbermöwe und werden heute als eigene Arten geführt.
  • Zusammenlegungen. Zwei Arten werden zu einer. Ihre Liste schrumpft um eine Art.
  • Namensänderungen. Ein deutscher Name kann sich ändern, ohne dass sich der Vogel ändert. Ihre Zahl bleibt gleich.

Die Gesamtzahlen von Lebenslisten sind bekannt dafür, dadurch zu schwanken. Selbst sehr lange Listen wie die der verstorbenen amerikanischen Weltlisterin Phoebe Snetsinger wurden nach taxonomischen Änderungen angepasst. Ein guter Grund, Ihre Daten in einem Werkzeug zu führen, das sich automatisch aktualisiert, oder auf Papier die wissenschaftlichen Namen zu notieren.

Häufige Fehler bei der Lebensliste

  1. Einen Vogel zählen, den Sie nicht selbst bestimmt haben. Haben Sie nur gehört, wie jemand “da fliegt er” sagte, zählt er nicht.
  2. Eine Vermutung zählen. Ein Vielleicht ist kein Lifer. Notieren Sie ihn als “möglich” und warten Sie.
  3. Vögel von der Futterhauskamera zählen. Bilder von Fernkameras zählen nach den Regeln von eBird nicht.
  4. Vögel aus Gefangenschaft oder entflogene Vögel zählen. Ein Flamingo im Zoo oder ein entflogener Nymphensittich ist nicht zählbar.
  5. Die Regeln mittendrin ändern. Entscheiden Sie früh über Hörbeobachtungen und das Gebiet.
  6. Keine Sicherung. Ein Notizbuch kann verloren gehen, ein App-Konto in Vergessenheit geraten. Exportieren Sie Ihre Daten.
  7. Die Liste wichtiger nehmen als die Beobachtung. Die Liste soll dem Erlebnis dienen, nicht umgekehrt.

So wächst Ihre Lebensliste, ohne dass es anstrengend wird

Die ersten 100 Arten kommen oft schnell, besonders wenn Sie im eigenen Garten anfangen. Danach kostet jede neue Art mehr Mühe. Einige Wege, damit es lohnend bleibt:

  • Beginnen Sie zu Hause. Eine Gartenliste lehrt Sie die häufigen Vögel so gut, dass ungewöhnliche auffallen. Unser Ratgeber zur Vogelbeobachtung im eigenen Garten zeigt, wie Sie mehr Arten anlocken.
  • Besuchen Sie neue Lebensräume. Feuchtgebiete, Wiesen, Küsten, Bergwälder und Heiden beherbergen Vögel, die Sie nie am Futterhaus sehen.
  • Beobachten Sie während des Zuges. Frühjahr und Herbst bringen Arten, die nur wenige Wochen durchziehen, an Nord- und Ostsee etwa Limikolen und Seeschwalben.
  • Lernen Sie Stimmen. Viele Lifer hört man lange, bevor man sie sieht.
  • Beobachten Sie mit anderen. NABU-Gruppen, der LBV in Bayern und viele ornithologische Vereine bieten Führungen an, und die Leitenden wissen, wo Zielarten zu finden sind.
  • Nutzen Sie das Targets-Werkzeug von eBird. Es zeigt Arten in Ihrer Nähe, die noch nicht auf Ihrer Liste stehen.
  • Nutzen Sie eine gute Optik. Bessere Ferngläser zeigen die Merkmale, die schwierige Bestimmungen absichern. Unser Überblick über die besten Ferngläser zur Vogelbeobachtung ist ein guter Startpunkt.

Ist eine Lebensliste ein Wettbewerb?

Sie kann es sein, muss es aber nicht. Manche genießen freundliche Ranglisten, etwa die Top-100-Listen von eBird für Regionen, oder ein “Big Year”, in dem man so viele Arten wie möglich in einem Kalenderjahr sucht. Andere vergleichen ihre Zahlen nie mit jemandem.

Beides ist gut. Entscheidend ist, dass Ihre Liste ehrlich ist und Sie weiterhin nach draußen bringt, aufmerksam hält und zum Lernen anregt. Eine sorgfältige Liste mit 150 Arten aus Garten und Umgebung kann mehr bedeuten als eine hastig gesammelte Liste mit 500.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was zählt auf einer Lebensliste?

Die meisten folgen Regeln, die den Aufnahmeregeln der American Birding Association ähneln und international verbreitet sind: Der Vogel muss lebendig, wild und frei sein, einer Art angehören, die Sie selbst bestimmt haben, und im Gebiet der Liste gesehen oder gehört worden sein. Vögel in Zoos, Volieren oder Käfigen zählen nicht. Ihre Liste ist persönlich, entscheidend ist, dass Sie Ihre Regeln einheitlich anwenden.

Zählen Vögel, die ich nur gehört habe?

Nach den ABA-Regeln zählt ein Vogel, den Sie am Gesang oder Ruf sicher bestimmt haben, und auch eBird nimmt reine Hörbeobachtungen an. Manche zählen nur gesehene Vögel oder markieren gehörte Arten gesondert. Beides ist in Ordnung, solange Sie einheitlich vorgehen und ehrlich zu sich selbst sind.

Welche App eignet sich am besten für eine Lebensliste?

eBird ist das am weitesten verbreitete kostenlose Werkzeug. Es wird vom Cornell Lab of Ornithology betrieben, erstellt Ihre Lebensliste automatisch aus Ihren Beobachtungslisten und passt sie bei taxonomischen Änderungen an. Merlin, ebenfalls kostenlos vom Cornell Lab, speichert bestimmte Vögel in einer einfachen persönlichen Liste, was gut zu Gartenbeobachtern passt.

Zählt ein Vogel, den jemand anderes für mich bestimmt hat?

Nach den üblichen Regeln müssen Sie den Vogel selbst bestimmen, dürfen aber von anderen lernen. Zeigt Ihnen jemand einen Vogel und Sie sehen oder hören ihn selbst und bestätigen die Merkmale, zählen ihn die meisten. Haben Sie ihn selbst nie gesehen oder gehört, zählt er nicht.

Was passiert mit meiner Liste, wenn eine Art aufgespalten oder zusammengelegt wird?

Wird eine Art in zwei aufgespalten, gewinnt Ihre Liste eine Art, wenn Sie beide gesehen haben, oder Sie müssen prüfen, welche Sie gesehen haben. Werden zwei Arten zusammengelegt, verlieren Sie eine. eBird übernimmt taxonomische Änderungen automatisch, meist einmal im Jahr. Eine Papierliste müssen Sie von Hand anpassen.