Vogelgrippe und Futterhaus: Was aktuell gilt
Vogelgrippe und Futterhaus: Singvögel am Futterplatz gelten als geringes Risiko, Füttern bleibt meist möglich. Geflügelhalter sollten Futterstellen entfernen.

In diesem Artikel
- Kurz und knapp: Was Vogelfreunde jetzt tun sollten
- Was ist Vogelgrippe, und was ist an diesem Seuchenzug anders?
- Welche Vögel erkranken an der Vogelgrippe?
- Sollte ich mein Futterhaus abbauen?
- Können Menschen sich bei Gartenvögeln anstecken?
- Wie reinige ich Futterhaus und Vogeltränke während eines Ausbruchs?
- Was tun, wenn ich einen kranken oder toten Vogel finde?
- Können Katzen und Hunde an Vogelgrippe erkranken?
- Sind Vogeltränken und Gartenteiche ein Vogelgrippe-Risiko?
- Wo finde ich aktuelle Hinweise für meine Region?
- Warum Enten- und Gänsefüttern gerade keine gute Idee ist
- Wann ist das Risiko am höchsten?
- Mythen und Fakten zu Vogelgrippe und Futterhaus
- Häufige Fehler
- Das Wichtigste in Kürze
- Quellen
- Häufige Fragen
Für die meisten Haushalte gilt: Sie müssen Ihr Futterhaus wegen der Vogelgrippe nicht abbauen. Stand September 2026 schätzen Fachstellen und Vogelschutzorganisationen in Europa das Risiko, dass sich die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI, amtlich “Geflügelpest”) unter Singvögeln am Futterplatz ausbreitet, als gering ein, weil der aktuelle H5N1-Erreger vor allem Wasservögel, Seevögel, Kraniche, Greifvögel und Aasfresser trifft. Die klare Ausnahme: Wer Hühner, Enten oder anderes Geflügel hält, sollte Futterstellen entfernen oder weit vom eigenen Bestand wegrücken.
Die Lage bei der Vogelgrippe kann sich schnell ändern, wenn das Virus in neue Regionen oder Arten vordringt. Lesen Sie diesen Artikel deshalb als klar datierte Zusammenfassung und prüfen Sie vor Entscheidungen die aktuellen Hinweise Ihres Landkreises, des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) oder, in Österreich und der Schweiz, der dort zuständigen Veterinärbehörden.
Kurz und knapp: Was Vogelfreunde jetzt tun sollten
- Kein Geflügel? Sie können in der Regel weiter füttern. Futterhäuser und Tränken regelmäßig reinigen.
- Sie halten Geflügel? Futterstellen abbauen oder weit weg von Stall und Auslauf aufstellen und die Vorgaben des Veterinäramts befolgen.
- Gibt es eine behördliche Anordnung? Dann gilt sie. Stallpflicht und andere Maßnahmen werden bei Ausbrüchen regional festgelegt.
- Toten Vogel gefunden? Nicht mit bloßen Händen anfassen. Häufungen und tote Wasservögel, Möwen, Greifvögel oder Kraniche melden.
- Katze im Haus? Freigang in Ausbruchsgebieten möglichst einschränken, keine Rohmilch und kein rohes Geflügel verfüttern.
- Enten und Gänse im Park nicht füttern. Das versammelt genau die Vögel, die das Virus am ehesten verbreiten.
Was ist Vogelgrippe, und was ist an diesem Seuchenzug anders?
Aviäre Influenzaviren zirkulieren natürlicherweise in wilden Wasservögeln, vor allem in Enten, Gänsen und Möwen. Die meisten Varianten sind niedrigpathogen: Sie machen Wildvögel kaum oder gar nicht krank. Hochpathogene Varianten dagegen verursachen bei Geflügel schwere Erkrankungen mit hoher Sterblichkeit und in manchen Fällen auch bei Wildvögeln.
Der Erreger hinter dem aktuellen weltweiten Geschehen ist H5N1 der Klade 2.3.4.4b. Er hat sich über Europa, Asien und Afrika ausgebreitet, Ende 2021 Nordamerika erreicht und danach auch Südamerika. In Europa, und damit auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz, tritt die Geflügelpest seit einigen Jahren nicht mehr nur im Winter auf, sondern wird in manchen Regionen auch im Sommer nachgewiesen.
Ungewöhnlich ist vor allem die Reichweite. Der Erreger hält sich in Wildvögeln oft ganzjährig, statt im Sommer zu verschwinden, er hat ungewöhnlich viele Wildvogelarten infiziert und ist auf Säugetiere übergesprungen, darunter Füchse, Robben, Hauskatzen und, ab 2024, Milchkühe in den USA. Im Herbst 2025 wurde auch in Deutschland ein auffälliges Sterben unter Kranichen gemeldet, die auf dem Zug in großen Trupps rasten.
Welche Vögel erkranken an der Vogelgrippe?
Die am stärksten betroffenen Gruppen
Das Monitoring des Friedrich-Loeffler-Instituts und vergleichbarer Stellen in vielen Ländern zeigt ein beständiges Muster. Am stärksten betroffen sind:
- Wasservögel: Enten, Gänse und Schwäne, in manchen Wintern mit auffälligen Todesfällen an Seen und Küsten.
- Möwen und Seevögel: Möwen, Seeschwalben, Basstölpel und Raubmöwen, mit schweren Verlusten in Brutkolonien, auch an Nord- und Ostsee.
- Kraniche und Watvögel in einzelnen Jahren und Regionen.
- Greifvögel und Aasfresser: Seeadler, Mäusebussarde, Eulen sowie Rabenvögel wie Krähen und Kolkraben, die sich vermutlich beim Fressen kranker oder toter Vögel anstecken.

Und die Singvögel am Futterhaus?
Singvögel, die typischerweise ans Futterhaus kommen, also Kohlmeise, Blaumeise, Buchfink, Grünfink, Haussperling, Kleiber oder Rotkehlchen, werden nur selten positiv nachgewiesen. Sie teilen nicht die Gewässerlebensräume, in denen das Virus am stärksten zirkuliert, und sie fressen in der Regel keine Kadaver. Das ist der Hauptgrund, warum Naturschutzverbände und Fachleute für die meisten Menschen keinen Anlass sehen, die Gartenfütterung einzustellen.
Null Risiko bedeutet das nicht. Einzelne Nachweise bei Singvögeln gibt es, und Arten, die Aas fressen oder am Wasser leben, etwa Rabenkrähen, Elstern, Eichelhäher oder Amseln an Gartenteichen, liegen in einer Mittelkategorie. Wenn Sie in Ihrem Garten mehrere tote Vögel gleich welcher Art finden, melden Sie das.
Sollte ich mein Futterhaus abbauen?
Wenn Sie kein Geflügel halten
Für die meisten Haushalte lautet die Antwort Stand September 2026: nein. Futterhäuser gelten als wenig bedeutsamer Übertragungsweg, verglichen mit Teichen, Feuchtgebieten, Rastplätzen und Küstenkolonien, wo das Virus zwischen Wasservögeln weitergegeben wird.
Es gibt drei gute Gründe, trotzdem eine Pause einzulegen:
- Eine Behörde bittet darum. Wenn Ihr Landkreis oder Ihre Stadt bei einem örtlichen Ausbruch dazu aufruft, Wildvögel nicht zu füttern, halten Sie sich daran.
- Sie sehen kranke oder tote Vögel am Futterhaus. Dann Futterstellen und Tränken für mindestens zwei Wochen abbauen, alles gründlich reinigen und die Vögel melden. Das gilt genauso für häufigere Futterhauskrankheiten wie Salmonellose oder Trichomonaden, die bei Grünfinken seit Jahren Bestände schwächen.
- Ihre Futterstelle zieht Wasservögel oder große gemischte Trupps an, etwa weil sie nahe an einem Teich, Bach oder See liegt. Mais oder Brot für Enten und Gänse konzentriert die Arten, die das Virus am ehesten tragen.
Wer unsicher ist, kann die Fütterung auch einfach vorsichtiger gestalten, ohne sie ganz einzustellen: lieber ein Futtersilo oder einen Futterspender, bei dem die Vögel nicht im Futter sitzen und koten, als eine offene Schale, lieber kleinere Mengen, die an einem Tag gefressen werden, und kein Futter auf dem Boden, das Tauben, Krähen und Ratten anzieht. Diese Gewohnheiten senken das Risiko für alle Krankheiten am Futterplatz, nicht nur für die Vogelgrippe, und sie kosten kaum Aufwand.
Wenn Sie Hühner, Enten oder anderes Geflügel halten
Entfernen Sie Wildvogelfutterstellen, solange HPAI in Ihrer Region zirkuliert, oder rücken Sie sie zumindest weit weg von Stall, Auslauf und Futterlager. In Deutschland verpflichtet das Tierseuchenrecht Geflügelhalter ohnehin, Futter, Einstreu und Tränkwasser so zu lagern und anzubieten, dass Wildvögel keinen Zugang haben. Futterhäuser ziehen Wildvögel und Nager an, verstreute Körner locken zusätzliche Vögel auf den Boden, und das erhöht die Gefahr, dass Kot in Ihren Bestand gelangt.
Weitere wichtige Schritte für Geflügelhalter:
- Futter und Wasser für das Geflügel abgedeckt, im Stall oder unter einem Dach anbieten.
- Eigene Schuhe oder Überziehschuhe für den Stall nutzen und regelmäßig desinfizieren.
- Andere Bestände meiden und keine Geräte verleihen oder ausleihen.
- Geflügel keinen Zugang zu Teichen geben, die von wilden Enten und Gänsen genutzt werden.
- Die Haltung beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse anmelden, wie es in Deutschland auch für kleine Hobbyhaltungen vorgeschrieben ist.
- Kranke oder verendete Tiere umgehend dem Tierarzt oder dem Veterinäramt melden.
Bei erhöhtem Risiko ordnen Landkreise und Städte eine Aufstallungspflicht an, die sogenannte Stallpflicht, oder verbieten Geflügelmärkte und Ausstellungen. In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Regeln der nationalen Veterinärbehörden.

Können Menschen sich bei Gartenvögeln anstecken?
Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung ist gering, so die Einschätzung des Robert Koch-Instituts und der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Infektionen von Menschen mit H5N1 sind weltweit selten. In den USA betrafen die meisten bestätigten Fälle seit 2024 Beschäftigte in der Landwirtschaft mit engem Kontakt zu infizierten Milchkühen oder Geflügel. Einige wenige Fälle hatten keine klare Quelle, und es gab dort mindestens einen Todesfall. Weltweit haben frühere H5N1-Varianten schwere Erkrankungen beim Menschen verursacht, weshalb Gesundheitsbehörden das Virus genau beobachten.
Futterhäuser im Garten sind keine bekannte Infektionsquelle für Menschen. Mit vernünftiger Hygiene bleibt das Risiko sehr klein:
- Handschuhe tragen beim Reinigen von Futterhäusern und Tränken, danach Hände waschen.
- Kranke oder tote Vögel nie mit bloßen Händen anfassen.
- Futterhäuser im Freien reinigen, nicht in der Küchenspüle.
- Kinder und Haustiere fernhalten von toten Vögeln und Kot.
- Auf Rohmilch verzichten und Geflügel sowie Eier gut durchgaren.
Mehr zur allgemeinen Hygiene lesen Sie in unserem Beitrag kann man vom Vogelfutterhaus krank werden.
Wie reinige ich Futterhaus und Vogeltränke während eines Ausbruchs?
Gute Hygiene lohnt sich unabhängig von der Vogelgrippe, denn Salmonellose, Trichomonadose und andere Krankheiten kommen an Futterstellen deutlich häufiger vor.
- Futterhaus leeren und altes oder feuchtes Futter wegwerfen.
- Mit Seifenwasser und Bürste schrubben, um Kot und Futterreste zu lösen.
- Desinfizieren, zum Beispiel mit heißem Wasser oder einer verdünnten Chlorlösung aus einem Teil Haushaltsbleiche auf neun Teile Wasser, mindestens 10 Minuten einwirken lassen. Viele Fachleute empfehlen alternativ ein geeignetes Desinfektionsmittel aus dem Tierbedarf.
- Gründlich mit klarem Wasser abspülen.
- Vollständig trocknen lassen, bevor Sie neu befüllen.
- Verschüttetes Futter und Schalen unter dem Futterhaus zusammenrechen.
Reinigen Sie Futterhäuser etwa alle zwei Wochen, bei nassem oder mildem Wetter und während Ausbrüchen öfter. Vogeltränken sollten Sie alle paar Tage schrubben und frisch befüllen. Schritt für Schritt erklärt finden Sie das in Vogelfutterhaus reinigen und Vogeltränke richtig reinigen.
Was tun, wenn ich einen kranken oder toten Vogel finde?
Ist es wahrscheinlich Vogelgrippe?
Ein einzelner toter Singvogel im Garten ist meistens ein Opfer von Glasanprall, einer Katze oder einer Krankheit wie Salmonellose. Vögel mit HPAI können neurologische Auffälligkeiten zeigen, etwa Zittern, Kopfverdrehen, Kreisbewegungen, Unfähigkeit zu stehen oder zu fliegen oder Schwimmen im Kreis. Andere Erkrankungen können aber ähnlich aussehen.
So gehen Sie vor
- Nicht mit bloßen Händen anfassen. Einmalhandschuhe nutzen oder eine Plastiktüte umgestülpt über die Hand ziehen.
- Häufungen melden. Mehrere tote Vögel an einer Stelle oder jeder tote Wasservogel, jede tote Möwe, jeder tote Greifvogel und jeder tote Kranich gehören gemeldet, in Deutschland an das Veterinäramt Ihres Landkreises oder Ihrer kreisfreien Stadt. In Österreich und der Schweiz sind die jeweiligen Veterinärbehörden zuständig.
- Einzelne Vögel sicher entsorgen, wenn die Behörde sie nicht untersuchen will: doppelt in Tüten verpacken, in den Restmüll geben, danach Hände waschen.
- Futterstellen und Tränken abbauen, und zwar für mindestens zwei Wochen, wenn dort kranke Vögel auftauchten, und alles reinigen.
- Kranke Wildvögel nicht selbst pflegen. Wenden Sie sich an eine Wildvogelhilfe oder Auffangstation und sagen Sie dazu, wenn Sie Vogelgrippe vermuten. Viele Stationen haben in Ausbruchszeiten besondere Aufnahmeregeln.
Wie Sie häufige Futterhauskrankheiten auseinanderhalten, erklärt unser Beitrag über kranke Vögel am Futterhaus.

Können Katzen und Hunde an Vogelgrippe erkranken?
Katzen sind für H5N1 besonders empfänglich. In den USA haben sich Hofkatzen und auch Wohnungskatzen infiziert, die Rohmilch oder bestimmtes rohes Tierfutter bekamen, und viele von ihnen starben. Mehrere rohe Futterprodukte wurden dort 2024 und 2025 zurückgerufen. Auch in Europa wurden infizierte Katzen nachgewiesen, etwa 2023 in Polen, und infizierte Füchse sind aus mehreren Ländern bekannt.
So schützen Sie Ihre Haustiere:
- Den Freigang von Katzen in Ausbruchsgebieten einschränken, was nebenbei auch die Vögel schützt. Siehe Vögel vor Katzen schützen.
- Keine Rohmilch und kein rohes Geflügel verfüttern.
- Hunde davon abhalten, tote Vögel zu fressen oder sich darin zu wälzen.
- Umgehend zum Tierarzt, wenn ein möglicherweise exponiertes Tier Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Atemprobleme oder neurologische Auffälligkeiten zeigt.
Hunde scheinen weniger empfänglich zu sein, doch auch bei ihnen wurden Fälle beschrieben. Halten Sie sie deshalb ebenfalls von Kadavern fern.
Sind Vogeltränken und Gartenteiche ein Vogelgrippe-Risiko?
Vogeltränken sind ein etwas anderer Fall als Futterhäuser. Wasser zieht mehr Arten an als Körnerfutter, und gemeinsam genutztes Wasser kann Krankheitserreger übertragen. In den meisten Gärten nutzen aber dieselben risikoarmen Singvögel die Tränke, die auch am Futterhaus fressen: Amseln, Meisen, Sperlinge, Rotkehlchen. Es gibt also keinen Grund, die Tränke zu entfernen.
Mehr Vorsicht verdient eine Tränke oder ein kleiner Teich, der Enten, Gänse, Möwen oder Krähen anlockt. Sieht man dort kranke Vögel, sollte das Wasser abgelassen und alles geschrubbt werden. In Gebieten mit aktiven Ausbrüchen unter örtlichen Wasservögeln ist es eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme, einen größeren Gartenteich, der regelmäßig wilde Stockenten anzieht, vorübergehend nicht zusätzlich attraktiv zu machen, etwa durch Füttern am Ufer.
Nektarspender für Kolibris, über die in amerikanischen Ratgebern oft gesprochen wird, spielen in Europa keine Rolle, weil wilde Kolibris nur auf dem amerikanischen Kontinent vorkommen.
Wo finde ich aktuelle Hinweise für meine Region?
Weil sich die Vogelgrippe schnell ausbreitet, ist der verlässlichste Rat lokal und aktuell. Gute Anlaufstellen:
- Deutschland: das Veterinäramt Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt für Anordnungen und Meldungen, das Friedrich-Loeffler-Institut für die Lage und Risikoeinschätzung, das Robert Koch-Institut für Fragen der menschlichen Gesundheit. NABU, LBV und die staatlichen Vogelschutzwarten geben Hinweise zur Gartenfütterung.
- Österreich: die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und die Bezirksverwaltungsbehörden.
- Schweiz: das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und die kantonalen Veterinärämter, dazu die Schweizerische Vogelwarte Sempach für Fragen zu Wildvögeln.
- EU-weit: die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichen regelmäßige Lageberichte.
Achten Sie bei allem, was Sie online lesen, auf das Datum. Hinweise aus frühen Phasen eines Seuchenzugs, als weniger über die betroffenen Arten bekannt war, fielen mancherorts vorsichtiger aus als spätere Empfehlungen. Umgekehrt kann ein neuer örtlicher Ausbruch strengere Regeln auslösen, als das Gesamtbild vermuten lässt.
Wenn Sie einen kranken Vogel zu einer Auffangstation bringen möchten, rufen Sie vorher an. In Ausbruchszeiten klären viele Stationen Verdachtsfälle telefonisch vorab und bitten darum, sie getrennt zu halten. Allgemeine Hinweise zum Umgang finden Sie in verletzter Vogel, was tun.
Warum Enten- und Gänsefüttern gerade keine gute Idee ist
Wer an Parkteichen Brot oder Mais an Enten und Gänse verfüttert, bringt Enten, Gänse und Möwen, also genau die Gruppen, die das Virus am ehesten tragen, in engen Kontakt miteinander und mit Menschen. Dazu kommen Ernährungsprobleme bei den Vögeln und eine Belastung des Gewässers durch Futterreste und Kot. In vielen Städten ist das Füttern von Wasservögeln ohnehin untersagt. Wer Vögeln helfen will, füttert lieber Singvögel mit passendem Futter an einem sauberen Futterhaus. Warum Brot generell ungeeignet ist, lesen Sie in ist Brot schlecht für Vögel.

Wann ist das Risiko am höchsten?
In Mitteleuropa steigen die Fallzahlen bei Wildvögeln und Geflügel meist mit dem Herbstzug, bleiben über den Winter hoch und nehmen im Frühjahr teils noch einmal zu, wenn Wasservögel, Gänse und Kraniche in großen Zahlen ziehen und an Rastplätzen zusammenkommen. Im Sommer gibt es in vielen Regionen weniger Fälle, doch der aktuelle Erreger verschwindet im Sommer nicht mehr so zuverlässig wie ältere Varianten.
Das bedeutet: Herbst und Winter, wenn die Gartenfütterung am beliebtesten ist, sind auch die Jahreszeiten, in denen Sie behördliche Hinweise am aufmerksamsten verfolgen sollten. Einmal im Monat oder bei Meldungen über Ausbrüche in Ihrer Nähe auf der Seite Ihres Landkreises nachzusehen, ist eine vernünftige Gewohnheit.
Mythen und Fakten zu Vogelgrippe und Futterhaus
| Mythos | Fakt |
|---|---|
| Alle sollten ihre Futterhäuser abbauen. | Die meisten können weiter füttern; Geflügelhalter sollten Futterstellen entfernen. |
| Singvögel am Futterhaus sind die Hauptverbreiter. | Wasservögel und Seevögel sind die wichtigsten Wirte; Futterhausvögel werden selten positiv nachgewiesen. |
| Man steckt sich leicht bei Gartenvögeln an. | Fälle beim Menschen sind selten und hängen vor allem mit engem Kontakt zu infizierten Nutztieren zusammen. |
| Ein toter Vogel im Garten bedeutet Vogelgrippe. | Glasanprall, Katzen und andere Krankheiten sind weit häufigere Ursachen. |
| Um die Vogeltränke muss man sich nicht kümmern. | Tränken sollten alle paar Tage geschrubbt und neu befüllt werden, mit oder ohne Ausbruch. |
Häufige Fehler
- Das Futterhaus abbauen, aber weiter Enten am Teich füttern, obwohl gerade das riskanter ist.
- Tote Vögel mit bloßen Händen anfassen oder Haustiere daran lassen.
- Futterhäuser in der Küchenspüle reinigen.
- Futterstellen direkt neben dem Hühnerstall betreiben, während die Geflügelpest in der Region auftritt.
- Sich auf alte Hinweise verlassen. Empfehlungen aus früheren Jahren können von den aktuellen abweichen, also immer auf das Datum achten.
- Stallpflicht ignorieren, weil man “nur ein paar Hühner” hält. Die Anordnung gilt auch für Hobbyhaltungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Aktueller Erreger: H5N1, Klade 2.3.4.4b, seit einigen Jahren in Europa auch außerhalb des Winters nachweisbar.
- Am stärksten betroffen: Wasservögel, Seevögel, Möwen, Kraniche, Greifvögel und Aasfresser.
- Futterhausvögel werden nur selten positiv nachgewiesen.
- Risiko für die Allgemeinbevölkerung: gering, nach Einschätzung von RKI und ECDC zum Zeitpunkt dieses Artikels.
- Geflügelhalter sollten Futterstellen entfernen oder weit wegrücken.
- Futterhäuser alle zwei Wochen mit Seifenwasser reinigen und desinfizieren.
- Häufungen toter Vögel dem Veterinäramt melden.
- Stand der Hinweise in diesem Artikel: September 2026.
Quellen
Häufige Fragen
Muss ich wegen der Vogelgrippe mein Futterhaus abbauen?
In den meisten Haushalten nicht. Nach der Einschätzung von Fachstellen und Naturschutzverbänden ist das Risiko, dass sich die Geflügelpest unter Singvögeln am Futterhaus ausbreitet, gering. Ausnahmen: Wer Hühner, Enten oder anderes Geflügel hält, sollte Futterstellen entfernen oder weit vom Bestand wegrücken, und behördliche Anordnungen Ihres Landkreises gehen immer vor.
Kann ich mich am Futterhaus mit Vogelgrippe anstecken?
Das Risiko ist sehr gering. Infektionen von Menschen mit H5N1 sind selten und betrafen fast immer engen, ungeschützten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder anderen infizierten Tieren. Das Robert Koch-Institut und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC stufen das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering ein. Trotzdem gilt: Handschuhe beim Reinigen, danach Hände waschen, tote Vögel nie mit bloßen Händen anfassen.
Was tue ich, wenn ich einen toten Vogel im Garten finde?
Ein einzelner toter Singvogel, besonders unter einem Fenster, ist meist ein Anflugopfer oder die Beute einer Katze und kein Fall von Vogelgrippe. Mit Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte aufnehmen, doppelt verpacken und in den Restmüll geben. Mehrere tote Vögel an einer Stelle sowie tote Wasservögel, Möwen, Greifvögel oder Kraniche melden Sie dem Veterinäramt.
Welche Wildvögel sind besonders von der Vogelgrippe betroffen?
Der aktuelle H5N1-Erreger trifft vor allem Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne, dazu Möwen, Seeschwalben und andere Seevögel, Kraniche sowie Arten, die kranke oder tote Vögel fressen, etwa Seeadler, Bussarde, Eulen, Krähen und Kolkraben. Typische Futterhausvögel wie Meisen, Finken und Sperlinge werden im Monitoring nur selten positiv nachgewiesen.
Kann sich meine Katze mit Vogelgrippe infizieren?
Ja. Hauskatzen haben sich mit H5N1 infiziert, nachdem sie infizierte Wildvögel, Rohmilch oder bestimmtes rohes Tierfutter gefressen hatten, und viele dieser Katzen starben. Auch in Europa wurden solche Fälle nachgewiesen. Freigang einschränken, auf Rohmilch und rohes Fleisch verzichten und Tiere von toten Vögeln fernhalten senkt das Risiko. Bei Krankheitszeichen sofort zum Tierarzt.