eBird Anleitung: Beobachtungslisten, Hotspots und Alarme

eBird Anleitung: So melden Sie vollständige Beobachtungslisten mit dem richtigen Protokoll, zählen Vögel am Futterhaus korrekt und nutzen Hotspots und Alarme.

Ein Notizbuch mit handschriftlicher Strichliste und ein Bleistift auf einem Gartentisch, im Hintergrund Meisen an einer Futtersäule (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: So melden Sie Ihre erste eBird-Liste
  2. Was ist eBird und warum lohnt es sich?
  3. Die eBird-Regeln, die Sie kennen sollten
  4. Welches eBird-Protokoll sollten Sie wählen?
  5. Wie Sie Vögel für eBird zählen
  6. Hotspot oder persönlicher Ort?
  7. Wie Sie eBird-Hotspots in Ihrer Nähe finden
  8. eBird-Werkzeuge, die sich lohnen
  9. So richten Sie eBird-Alarme ein
  10. Was passiert, nachdem Sie eine Liste abgesendet haben?
  11. So nutzen Sie die App eBird Mobile im Gelände
  12. So bearbeiten oder löschen Sie eine eBird-Liste
  13. Mit eBird einen Beobachtungsausflug planen
  14. Helfen eBird-Daten den Vögeln wirklich?
  15. eBird oder Stunde der Gartenvögel: Was passt zum Futterhaus?
  16. eBird-Tipps für Gartenvogelbeobachter
  17. Häufige Fehler bei eBird
  18. Quellen
  19. Häufige Fragen

Die kurze eBird Anleitung: Legen Sie ein kostenloses Konto beim Cornell Lab an, gehen Vögel beobachten und melden eine Beobachtungsliste mit jeder Art, die Sie sicher bestimmt haben, dazu ehrliche Angaben zu Startzeit, Dauer, Strecke und Anzahl je Art. eBird empfiehlt, stationäre Zählungen unter 3 Stunden und wandernde unter etwa 8 km zu halten. Sobald ein paar Listen gespeichert sind, helfen Ihnen die Hotspot-Karten und Alarme, Vögel in Ihrer Nähe zu finden, und aus Ihren Listen entstehen nebenbei eine Lebensliste und eine Gartenliste.

Die Details sind wichtig, weil eBird ein Forschungsprojekt ist und nicht nur ein Notizbuch. Laut Cornell Lab gehen bei eBird jedes Jahr mehr als 100 Millionen Vogelbeobachtungen ein, und die Daten wurden bereits für Hunderte Naturschutzentscheidungen und wissenschaftliche Fachartikel verwendet. Die folgenden Schritte richten sich nach den offiziellen Regeln und Empfehlungen von eBird, damit Ihre Listen nicht nur ordentlich, sondern auch nützlich sind.

Kurz beantwortet: So melden Sie Ihre erste eBird-Liste

  1. Legen Sie ein kostenloses Cornell-Lab-Konto an auf ebird.org und installieren Sie die kostenlose App eBird Mobile. Die Oberfläche gibt es auch auf Deutsch.
  2. Starten Sie die Liste, wenn Sie mit dem Beobachten beginnen. Die App speichert die Uhrzeit und zeichnet, wenn Sie es erlauben, die Strecke auf.
  3. Wählen Sie den Ort. Nehmen Sie einen öffentlichen Hotspot oder legen Sie einen persönlichen Ort an, etwa Ihren Garten.
  4. Tragen Sie jede bestimmte Art mit Anzahl ein. Ein “X” nur dann, wenn Sie wirklich nicht zählen konnten.
  5. Wählen Sie das Protokoll: stationär, wandernd oder gelegentlich.
  6. Geben Sie an, ob die Liste vollständig ist, also ob Sie alles gemeldet haben, was Sie bestimmt haben.
  7. Senden Sie die Liste ab. Die App kann Listen offline speichern und später übertragen.

Was ist eBird und warum lohnt es sich?

eBird ist eine Online-Datenbank für Vogelbeobachtungen, die das Cornell Lab of Ornithology in Zusammenarbeit mit Hunderten Partnerorganisationen und Tausenden regionalen Fachleuten betreibt. Beobachterinnen und Beobachter tragen ein, wann, wo und wie sie unterwegs waren und welche Vögel sie gefunden haben. Die Daten stehen allen kostenlos zur Verfügung, und eBird funktioniert weltweit, also auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Für Gartenvogelbeobachter leistet eBird drei nützliche Dinge:

  • Es führt Ihre Listen. Lebensliste, Jahresliste, Listen für Bundesland und Landkreis sowie Garten- und Gebietslisten aktualisieren sich automatisch.
  • Es zeigt, wo Vögel sind. Karten, Hotspots und aktuelle Beobachtungen für jede Gegend.
  • Es macht aus Ihrem Hobby Daten. Ihre Listen dokumentieren Verbreitung, Häufigkeit und Bestandsentwicklung von Vögeln.

eBird ist keine Bestimmungs-App. Dafür gibt es Merlin, ebenfalls vom Cornell Lab. Wie beide zusammenpassen, erklärt unser Überblick über die besten Apps zum Vögel bestimmen.

eBird oder ornitho.de?

Im deutschsprachigen Raum gibt es eine zweite große Plattform: ornitho.de, betrieben vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), dazu die Schwesterportale ornitho.at in Österreich und ornitho.ch, das die Schweizerische Vogelwarte mitträgt. Viele Vogelkundler in Deutschland melden vor allem dort, weil die Daten direkt in regionale Auswertungen, Atlasprojekte und die Arbeit der Fachgesellschaften einfließen. eBird ist dagegen stark bei weltweiten Listen, Reisen und den Auswertungswerkzeugen, die in diesem Ratgeber beschrieben sind. Beides ist legitim. Wichtig ist nur, dass Sie dieselbe Beobachtung nicht doppelt und widersprüchlich melden und bei jeder Plattform deren eigene Regeln beachten.

Die eBird-Regeln, die Sie kennen sollten

Die Regeln und Empfehlungen von eBird legen fest, was eine Beobachtungsliste enthalten soll. Die wichtigsten Punkte:

  • Ein Datum. Eine Liste sollte nicht über mehr als einen Kalendertag laufen.
  • Ein Ort. Jede Liste gehört zu genau einem Punkt auf der Karte. Wechseln Sie den Ort, den Lebensraum oder die Beobachtungsmethode, beginnen Sie eine neue Liste.
  • Melden Sie, was Sie bestimmt haben. Dazu gehören gesehene oder gehörte Vögel, die Sie sicher bestimmt haben, auch Jungvögel und frei fliegende eingebürgerte Arten wie die Nilgans oder der Halsbandsittich in Städten am Rhein.
  • Nicht melden: Eier, Vögel in Gefangenschaft, tote Vögel, Vögel, die Sie nur auf Fernkameras gesehen haben, etwa Nistkasten- oder Wildkameras, und Vögel, die jemand anderes gesehen hat.
  • Halten Sie den Aufwand überschaubar. eBird empfiehlt, wandernde Zählungen unter etwa 8 km und stationäre Zählungen unter 3 Stunden zu halten. Kürzere Listen sind genauer.

Die Kamera-Regel überrascht viele Besitzer von Futterhäusern mit Kamera. Ein Vogel, den Sie nur als Clip in der App Ihres smarten Futterhauses gesehen haben, zählt nicht. Sie müssen ihn selbst sehen oder hören. Diese Geräte behandelt unser Ratgeber zu Vogelfutterhäusern mit Kamera gesondert.

Welches eBird-Protokoll sollten Sie wählen?

Das Protokoll sagt der Forschung, wie Sie beobachtet haben, und das ist genauso wichtig wie das, was Sie gesehen haben.

ProtokollWann Sie es nutzenWichtigste Regel
Stationär (Stationary)Sie haben von einem Punkt aus beobachtet, etwa im Garten oder am FensterHöchstens etwa 30 m vom Startpunkt entfernt
Wandernd (Traveling)Sie sind gegangen, geradelt oder gefahrenMehr als 30 m bewegt; nur die eindeutige Strecke ohne Rückwege eintragen
Gelegentlich (Incidental)Vogelbeobachtung war nicht Ihre Hauptbeschäftigung, etwa beim Autofahren oder GärtnernWird automatisch als unvollständig markiert; keine Angaben zum Aufwand nötig
Historisch (Historical)Alte Beobachtungen mit bekanntem Datum, aber ohne Uhrzeit oder DauerNur verwenden, wenn Angaben zum Aufwand fehlen

Für die meisten Beobachtungen im Garten ist stationär richtig. Kochen Sie sich einen Kaffee, notieren Sie die Uhrzeit, beobachten Sie die Futterstellen 20 oder 30 Minuten und tragen Sie alles ein, was Sie bestimmen. Gehen Sie durch den Garten oder um den Block, wechseln Sie zu wandernd.

Was ist mit einem ganzen Tag am Futterhaus?

eBird bevorzugt mehrere kürzere, klar abgegrenzte Listen statt einer vagen Tagesliste. Beobachten Sie eine festgelegte Zeit, senden Sie die Liste ab und beginnen Sie später eine neue. Schauen Sie nur nebenbei aus dem Fenster und bemerken einen neuen Vogel, ist eine gelegentliche Liste die ehrliche Wahl.

Wie Sie Vögel für eBird zählen

Zahlen machen Ihre Liste wesentlich wertvoller als eine reine Artenliste. eBird bittet um genaue Zahlen, wo immer möglich, und um ein “X” nur für Arten, die Sie bestimmt, aber nicht gezählt haben.

Vögel am Futterhaus zählen

Futterstellen sind knifflig, weil dieselben Vögel kommen und gehen. Die Regel von eBird lautet: Melden Sie die höchste Zahl an Individuen, die Sie während der Beobachtung gleichzeitig gesehen haben, plus eindeutig andere Einzelvögel.

Ein Beispiel: In 30 Minuten sehen Sie erst 3 Grünfinken, dann 5, dann 2. Sie melden 5. Wenn einer der ersten drei ein auffälliger Vogel war, bei dem Sie sicher sind, dass er nicht unter den fünf war, etwa ein Vogel mit deutlich sichtbarer Augenerkrankung, melden Sie 6.

Diese Regel verhindert, dass dieselbe Blaumeise 40-mal gezählt wird, was die Daten stark verfälschen würde.

Schwärme zählen

Für große Schwärme von Staren, Wacholderdrosseln, Gänsen oder Bergfinken beschreibt eBird eine Blockmethode: Zählen Sie eine überschaubare Gruppe einzeln, etwa 10 oder 20 Vögel, und schätzen Sie dann, wie viele solcher Blöcke der ganze Schwarm umfasst. Weiter entfernte Vögel nehmen weniger Platz im Blickfeld ein, deshalb passen Sie die Blockgröße unterwegs an, um nicht zu wenig zu zählen.

Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind

Statt zu raten, können Sie eine übergeordnete Kategorie melden. eBird bietet Optionen wie “Specht sp.” oder Doppelangaben wie “Sumpfmeise/Weidenmeise”. Ein ehrliches “sp.” ist besser als ein selbstbewusster Fehler. Unser Ratgeber zum Vögel bestimmen anhand von 5 Merkmalen hilft, beim nächsten Mal genauer zu werden.

Hotspot oder persönlicher Ort?

Hotspots sind gemeinsam genutzte, öffentliche Beobachtungsorte wie Parks, Naturschutzgebiete, Seen und Rundwege. Alle, die dort beobachten, tragen zur selben Artenliste und zu denselben Balkendiagrammen bei. Das macht Hotspots besonders nützlich, um Vögel zu finden.

Persönliche Orte nutzen nur Sie, etwa Ihren Garten oder das Grundstück von Freunden. Legen Sie einen Ort für Ihren Garten an und verwenden Sie ihn jedes Mal, damit eBird Ihre Gartenliste korrekt führt.

Tipps für die Auswahl:

  • Nutzen Sie einen bestehenden Hotspot, wenn Sie an einem öffentlichen Ort beobachten. Suchen Sie auf der Karte, bevor Sie einen neuen Ort anlegen.
  • Legen Sie keinen persönlichen Ort an einer öffentlichen Stelle an, für die es schon einen Hotspot gibt. Das teilt die Daten auf.
  • Halten Sie Ihren Gartenort einheitlich. Setzen Sie die Markierung einmal auf Ihren Garten und verwenden Sie sie immer wieder.
  • Denken Sie an den Datenschutz. Beobachtungsorte gehören zu den öffentlichen Daten von eBird. Benennen Sie Ihren Garten allgemein, etwa “Garten”, und setzen Sie die Markierung eher in die Straßenmitte als genau auf Ihr Haus.

Wie Sie eBird-Hotspots in Ihrer Nähe finden

Der Hotspot-Explorer auf ebird.org ist eine Karte aller Hotspots. Aus der Ferne sehen Sie farbige Rasterzellen, beim Hineinzoomen einzelne Hotspots, jeweils mit der Zahl der gemeldeten Arten. Hellere Farben bedeuten mehr Arten.

Zwei Filter machen die Karte deutlich nützlicher:

  • Zeitraum. Wählen Sie einen Monat, um zu sehen, wo zu dieser Jahreszeit Vögel gemeldet werden, über alle Jahre hinweg.
  • Aktuelle Aktivität. Beschränken Sie die Karte auf Orte mit Listen aus der letzten Woche oder dem letzten Monat.

Ein Klick auf einen Hotspot zeigt Artenliste, aktuelle Listen, Fotos und Balkendiagramme. Viele nutzen das, um den besten Park für den Frühjahrszug zu finden oder den nächsten See mit überwinternden Enten.

eBird-Werkzeuge, die sich lohnen

Neben den Hotspots bietet der Bereich Explore mehrere Werkzeuge, die auch dann nützlich sind, wenn Sie Ihren Garten nie verlassen:

  • Artkarten. Wo eine Art gemeldet wurde, filterbar nach Datum. Praktisch, um zu prüfen, ob der “ungewöhnliche” Vogel wirklich ungewöhnlich ist.
  • Balkendiagramme. Die Häufigkeit jeder Art im Jahresverlauf für einen Hotspot, einen Landkreis oder ein Bundesland. Sie zeigen Woche für Woche, wann Zugvögel ankommen und abziehen.
  • Targets. Arten, die in einer Gegend gemeldet wurden, aber noch nicht auf Ihrer Liste für diese Gegend stehen.
  • Illustrierte Artenlisten. Eine übersichtliche Liste der Arten einer Region mit Fotos und jahreszeitlichem Muster.
  • Garten- und Gebietssummen. Vergleichen Sie, wie viele Arten Sie und andere in Gärten und Lieblingsgebieten erfasst haben.

Beginnen Sie mit den Balkendiagrammen. Rufen Sie Ihren Landkreis auf, und Sie sehen genau, wann im Herbst die ersten Bergfinken und Erlenzeisige zu erwarten sind oder wann im Frühjahr Mönchsgrasmücke, Hausrotschwanz und Rauchschwalbe zurückkehren. So wissen Sie, wann sich eine Umstellung des Futters lohnt.

So richten Sie eBird-Alarme ein

Die Alarme von eBird sind der schnellste Weg, von ungewöhnlichen Vögeln in Ihrer Nähe zu erfahren. Melden Sie sich an, öffnen Sie die Seite Alerts und wählen Sie eine Region, etwa Ihren Landkreis oder Ihr Bundesland.

  • Rare Bird Alerts listen Arten, die in dieser Region selten oder ungewöhnlich sind.
  • Needs Alerts listen Arten, die in dieser Region gemeldet wurden, die Sie dort aber noch nicht erfasst haben. Sobald Sie eine Art melden, verschwindet sie aus dieser Liste.

Die Alarme lassen sich auf der Website abrufen oder per E-Mail abonnieren. Viele halten einen Needs Alert für den eigenen Landkreis und einen Rare Bird Alert für das Bundesland. Behandeln Sie Einträge als Hinweise: Manche sind unbestätigte Meldungen, die noch niemand geprüft hat. Echte Seltenheiten werden in Deutschland zusätzlich von den Seltenheitenkommissionen bewertet, die eine ausführliche Dokumentation verlangen können.

Was passiert, nachdem Sie eine Liste abgesendet haben?

Für jede Region gibt es ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer, die die lokale Vogelwelt kennen. eBird nutzt regionale Filter mit erwarteten Arten und Anzahlen für jedes Datum. Melden Sie eine Art, die für Ort oder Jahreszeit ungewöhnlich ist, oder eine deutlich höhere Zahl als erwartet, wird die Liste möglicherweise markiert, und jemand fragt nach Details.

Das ist normal und kein Vorwurf. Die besten Antworten enthalten eine kurze Beschreibung dessen, was Sie gesehen oder gehört haben, ein Foto oder eine Tonaufnahme. Medien in den Listen helfen generell: Fotos und Aufnahmen, die Sie hochladen, werden Teil der Macaulay Library des Cornell Lab.

So nutzen Sie die App eBird Mobile im Gelände

Die kostenlose App eBird Mobile ist der einfachste Weg zu genauen Listen, weil sie Zeit und Strecke unterwegs erfasst, statt sich auf Ihr Gedächtnis zu verlassen.

  • Starten Sie die Liste, wenn Sie mit dem Beobachten beginnen. Die App speichert die Startzeit und zeichnet mit Standortfreigabe Route und Strecke für eine wandernde Zählung auf.
  • Nutzen Sie die Schnelleingabe (Quick Entry). Die Zählhinweise von eBird empfehlen sie als bequemsten Weg, unterwegs Arten hinzuzufügen und Zahlen anzupassen: Ein paar Buchstaben des Namens eintippen und antippen.
  • Passen Sie Zahlen laufend an. Sehen Sie später mehr Vögel einer Art, erhöhen Sie die Zahl, statt einen zweiten Eintrag anzulegen.
  • Arbeiten Sie offline. Die App speichert Listen auf dem Handy und sendet sie, sobald Sie wieder Empfang haben. Das passt zu Wanderwegen und Schutzgebieten mit schlechtem Netz.
  • Prüfen Sie vor dem Absenden. Kontrollieren Sie Protokoll, die Antwort zur Vollständigkeit und markierte Arten.

Wenn Sie Papier bevorzugen, führen Sie ein kleines Notizbuch mit Start- und Endzeit, ungefährer Strecke und Strichlisten und tragen die Liste zu Hause auf ebird.org ein. Am besten noch am selben Tag, solange die Details frisch sind.

So bearbeiten oder löschen Sie eine eBird-Liste

Fehler passieren. Öffnen Sie auf ebird.org den Bereich My eBird und suchen Sie die Liste unter Ihren abgesendeten Listen. Dort können Sie Arten, Anzahlen, Ort, Datum, Protokoll und Kommentare ändern oder die Liste ganz löschen. Einen falschen Eintrag zu korrigieren ist immer besser, als ihn stehen zu lassen, denn Ihre Daten fließen in Karten und Forschung. Hat eine Prüferin nach einer Beobachtung gefragt und Sie merken, dass es ein Irrtum war, bearbeiten oder entfernen Sie den Eintrag.

Mit eBird einen Beobachtungsausflug planen

eBird ist zum Planen genauso nützlich wie zum Erfassen. Eine einfache Routine, die viele nutzen:

  1. Prüfen Sie die Balkendiagramme Ihres Landkreises, um zu sehen, welche Arten diese Woche ihren Höhepunkt haben.
  2. Öffnen Sie den Hotspot-Explorer mit dem Filter für aktuelle Aktivität, um zu sehen, wo zuletzt beobachtet wurde.
  3. Lesen Sie einige aktuelle Listen der vielversprechenden Hotspots. Achten Sie darauf, zu welcher Uhrzeit beobachtet wurde und was gefunden wurde.
  4. Prüfen Sie Ihren Needs Alert auf Arten, die Sie im Landkreis noch nicht gesehen haben.
  5. Gehen Sie früh los. Die meisten Listen mit vielen Arten beginnen in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang. Warum, erklärt unser Ratgeber zur besten Tageszeit für die Vogelbeobachtung.

Helfen eBird-Daten den Vögeln wirklich?

Ja. Laut Cornell Lab wurden eBird-Daten für Hunderte Naturschutzentscheidungen, Hunderte Fachartikel und Tausende studentische Projekte genutzt. Die Daten zeigen, wo Vögel vorkommen, wie häufig sie sind, welche Lebensräume sie nutzen und wie sich ihre Bestände über die Zeit verändern. Vollständige Listen mit guten Angaben zum Aufwand machen solche Auswertungen erst möglich, weil Forschende berücksichtigen können, wie lange und wie weit gesucht wurde. Eine 20-minütige stationäre Zählung vom Küchenfenster, jede Woche über Jahre wiederholt, ist genau die Art von Datensatz, die sich summiert.

eBird oder Stunde der Gartenvögel: Was passt zum Futterhaus?

Beides hat seinen Platz. eBird nimmt Listen von überall und an jedem Tag des Jahres an und deckt jede Form der Vogelbeobachtung ab. Die Mitmachaktionen des NABU und des bayerischen LBV, die “Stunde der Wintervögel” im Januar und die “Stunde der Gartenvögel” im Mai, sind dagegen klar abgegrenzte Zählungen: eine Stunde, ein Garten oder Park, eigene Zählregeln. Auch dort gilt übrigens das Prinzip, je Art die höchste gleichzeitig gesehene Zahl zu melden.

Wenn Sie vor allem den Garten beobachten und einen festen Rahmen mögen, sind die NABU-Aktionen ein einfacher Einstieg. Wenn Sie das ganze Jahr Listen führen, eine Lebensliste aufbauen und Werkzeuge für Ausflüge wollen, nutzen Sie eBird. Viele machen beides. Halten Sie sich jeweils an die Regeln des Programms und trennen Sie die Zählungen gedanklich. Wie Sie Ihren Garten überhaupt attraktiver machen, erklärt unser Ratgeber zur Vogelbeobachtung im eigenen Garten.

eBird-Tipps für Gartenvogelbeobachter

  • Machen Sie kurze, regelmäßige stationäre Zählungen. Jeden Morgen 15 Minuten am selben Fenster ergeben über die Jahre einen wertvollen Datensatz für Ihren Garten.
  • Tragen Sie Brutzeitcodes ein, wenn Sie Brutverhalten sehen, etwa einen Vogel mit Nistmaterial oder beim Füttern von Jungen. eBird nutzt sie für Brutvogelatlanten.
  • Teilen Sie Listen mit Begleitern. eBird bittet darum, dass jede Person ein eigenes Konto hat und die Liste geteilt wird, statt dass eine Person Vögel einträgt, die andere gesehen haben.
  • Nutzen Sie Kommentare. Notieren Sie, wie Sie schwierige Arten bestimmt haben, besonders alles Ungewöhnliche.
  • Führen Sie Ihre Lebensliste ehrlich. Sie gehört nur Ihnen. Unser Ratgeber zur Lebensliste in der Vogelbeobachtung erklärt Regeln, an die sich viele halten.

Häufige Fehler bei eBird

  • Überall “X” setzen. Zahlen machen Daten nützlich. Schätzen Sie notfalls.
  • Besuche am Futterhaus aufaddieren. Melden Sie die höchste gleichzeitige Zahl, nicht die laufende Summe.
  • Eine Liste für den ganzen Tag. Teilen Sie sie in einzelne Beobachtungszeiten auf.
  • Vögel aus der Kamera-App zählen. Bilder von Fernkameras zählen nicht.
  • “Vollständig” anklicken, obwohl Arten fehlen. Haben Sie nicht alles Bestimmte gemeldet, ist die Liste unvollständig.
  • Falsches Protokoll. Ein Spaziergang durchs Viertel ist wandernd, nicht stationär.
  • Doppelte Hotspots. Suchen Sie, bevor Sie einen neuen Ort anlegen.
  • Unbestätigte App-Vorschläge melden. Merlin liefert einen Hinweis, keinen Nachweis. Wie Sie prüfen, zeigt unser Ratgeber, wie Sie Merlin Sound ID richtig nutzen.

Quellen

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Häufige Fragen

Ist eBird kostenlos?

Ja. eBird wird vom Cornell Lab of Ornithology betrieben, und Website, die App eBird Mobile und die Daten sind kostenlos. Sie brauchen nur ein kostenloses Cornell-Lab-Konto, das auch für Merlin Bird ID gilt. Laut eBird sind die Daten frei zugänglich und wurden bereits für Hunderte Naturschutzentscheidungen und wissenschaftliche Fachartikel genutzt. Die Oberfläche lässt sich auch auf Deutsch einstellen.

Was ist eine vollständige Beobachtungsliste bei eBird?

Vollständig bedeutet, dass Sie jede Art gemeldet haben, die Sie während der Beobachtung sicher gesehen oder gehört haben. So können Forschende auch ableiten, welche Vögel nicht festgestellt wurden. Haben Sie bewusst Arten weggelassen, etwa nur Greifvögel notiert, beantworten Sie die Frage nach der vollständigen Liste mit Nein, damit die Daten richtig ausgewertet werden.

Wie zähle ich Vögel am Futterhaus für eBird?

eBird empfiehlt, für jede Art die höchste Zahl an Individuen zu melden, die Sie gleichzeitig gesehen haben, plus eindeutig andere Einzelvögel. Sehen Sie erst vier Kohlmeisen gleichzeitig, dann zwei, dann drei, melden Sie vier. Mehr nur dann, wenn Sie sicher wissen, dass es andere Vögel waren, etwa ein beringter oder auffällig gefärbter Vogel.

Was ist der Unterschied zwischen stationärer und wandernder Zählung?

Stationär bedeutet, dass Sie sich höchstens etwa 30 m von einem Punkt entfernt haben, etwa im Garten oder am Fenster. Wandernd bedeutet, dass Sie sich weiter bewegt haben; dann tragen Sie die zurückgelegte Strecke ohne Rückwege ein. Gelegentlich (Incidental) ist für Beobachtungen, bei denen Vogelbeobachtung nicht Ihre Hauptbeschäftigung war, etwa beim Autofahren oder Gärtnern.

Wie bekomme ich Seltenheitsmeldungen von eBird?

Melden Sie sich auf ebird.org an, öffnen Sie die Seite Alerts und wählen Sie eine Region, etwa Ihren Landkreis oder Ihr Bundesland. Rare Bird Alerts zeigen dort gemeldete ungewöhnliche Arten, Needs Alerts zeigen Arten, die Sie in dieser Region selbst noch nicht erfasst haben. Beide lassen sich auf der Website abrufen oder per E-Mail abonnieren.

Darf ich Vögel melden, die ich nur gehört habe?

Ja, wenn Sie sie am Gesang oder Ruf sicher bestimmt haben. eBird bittet um Vögel, die Sie durch Sehen oder Hören bestimmt haben. Melden Sie keinen Vogel nur aufgrund eines App-Vorschlags, den Sie nicht bestätigen konnten. Sind Sie zwischen zwei Arten unsicher, wählen Sie eine übergeordnete Kategorie, etwa Sumpfmeise/Weidenmeise.