Merlin Sound ID nutzen, ohne sich täuschen zu lassen

Merlin Sound ID nutzen: nah und ruhig aufnehmen, dann jeden Vorschlag über Verbreitung, Wiederholung und Sichtung prüfen. So erkennen Sie Imitatoren und Fehler.

Ein Star singt bei Sonnenaufgang auf einem Strauch, im unscharfen Vordergrund nimmt ein Handy den Gesang auf (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: fünf Prüfschritte für jeden Vorschlag
  2. Wie Merlin Sound ID funktioniert
  3. Wo Merlin Sound ID sich am häufigsten täuschen lässt
  4. So nehmen Sie mit Merlin Sound ID besser auf
  5. So bestätigen Sie einen Vorschlag von Merlin Sound ID
  6. Mit Merlin Sound ID Vogelstimmen lernen
  7. Merlin Sound ID in verschiedenen Jahreszeiten und Situationen
  8. Gespeicherte Aufnahmen verwalten
  9. Häufige Fehler mit Merlin Sound ID
  10. Merlin Sound ID oder die eigenen Ohren?
  11. Sollten Sie Sound-ID-Vögel bei eBird melden?
  12. Quellen
  13. Häufige Fragen

Merlin Sound ID nutzen Sie am besten nach einer einfachen Regel: nah, ruhig und kurz aufnehmen, laut Hilfecenter am besten unter 10 Minuten, und dann jeden Vorschlag prüfen. Die App erkennt sehr gut, welche Vögel wahrscheinlich um Sie herum singen, liegt aber manchmal mit großer Überzeugung falsch. Passt der Vogel zu Ort und Jahreszeit, hat Merlin ihn mehrmals erkannt, und klingt er wie die Beispielaufnahmen, oder besser noch, haben Sie ihn singen sehen?

Das Cornell Lab sagt das selbst. Sein Hilfecenter beschreibt Sound ID als Werkzeug, das Möglichkeiten vorschlägt, und die Bestimmung bestätigen Sie. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Funktion arbeitet, wo sie typischerweise danebenliegt und mit welcher wiederholbaren Routine Sie ihre Antworten prüfen.

Kurz beantwortet: fünf Prüfschritte für jeden Vorschlag

PrüfungWas Sie fragenWenn die Antwort Nein ist
1. Verbreitung und JahreszeitIst diese Art hier zu dieser Jahreszeit normal?Als unbestätigt behandeln; nach ähnlicher Art suchen
2. WiederholungHat Merlin sie mehrmals erkannt oder nur einmal?Eine kurze Erkennung ist ein schwacher Beleg
3. Abgleich mit BeispielenKlingt der Gesang in Merlins Beispielen wie das Gehörte?Ähnliche Arten abspielen und vergleichen
4. ImitatorenSingt in der Nähe ein Star, Eichelhäher, Sumpfrohrsänger oder Gelbspötter?Den Sänger finden, bevor Sie zählen
5. SichtungHaben Sie den Vogel singen sehen?In Ihren Notizen als “gehört, wahrscheinlich” führen

Wie Merlin Sound ID funktioniert

Wer weiß, was in der App passiert, versteht die meisten ihrer Fehler.

Sound ID verwandelt das Audiosignal Ihres Handys in ein Spektrogramm, ein Bild des Klangs: Die Zeit läuft von links nach rechts, die Tonhöhe von unten nach oben. Ein tiefes neuronales Netz, dieselbe Art Modell, die Objekte auf Fotos erkennt, liest dieses Bild und erkennt die Formen, die bestimmte Arten erzeugen. Der Projektleiter beim Cornell Lab beschrieb es als das Erkennen eines “Bildes vom Klang eines Vogels”.

Laut Macaulay Library wurde das ursprüngliche Modell mit Tonaufnahmen trainiert, in denen Fachleute die genauen Momente markiert hatten, in denen jede Art ruft oder singt, dazu mit vielen Stunden Hintergrundgeräuschen wie Pfeifen und Autolärm. Diese genaue Beschriftung erlaubt es Merlin, mehrere gleichzeitig singende Arten auseinanderzuhalten. Spätere Versionen wurden mit weit mehr Audiomaterial trainiert, und laut Hilfecenter braucht eine Art eine Mindestzahl an Trainingsaufnahmen, bevor sie aufgenommen wird.

Drei Folgen sind für Sie wichtig:

  1. Merlin kennt nur, womit es trainiert wurde. Eine Art, die nicht auf der Liste steht, wird nie vorgeschlagen, und das Modell setzt womöglich die ähnlichste bekannte Art an ihre Stelle.
  2. Ort und Datum gewichten die Ergebnisse. Merlin nutzt Ihren Standort, um Vögel zu bevorzugen, die dort wahrscheinlich sind. Laut Hilfecenter funktioniert Sound ID offline, braucht aber eingeschaltete Standortdienste.
  3. Sauberes, lautes Signal ergibt bessere Ergebnisse. Ein leiser, ferner Gesang unter Verkehrslärm ist auf dem Spektrogramm nur ein kleiner Fleck.

Wie viele Arten deckt Sound ID ab?

Beim Start 2021 konnte Sound ID laut Macaulay Library 458 Arten aus den USA und Kanada erkennen. Die Seite des Cornell Lab zu den unterstützten Arten nennt inzwischen mehr als 2.000 Arten weltweit, darunter mehr als 600 für die USA und Kanada, mit umfassender Abdeckung dort und in Europa sowie wachsender Abdeckung in Lateinamerika und Indien. Das Modell wird etwa zweimal im Jahr aktualisiert. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz sind die häufigen Garten- und Waldvögel also gut abgedeckt. Wer eine zweite Meinung möchte, kann BirdNET nutzen, das die TU Chemnitz gemeinsam mit dem Cornell Lab entwickelt hat.

Wo Merlin Sound ID sich am häufigsten täuschen lässt

Imitatoren

Mehrere häufige Vögel ahmen andere Arten nach. Der Star baut in seinen langen Gesang Pfiffe, Schnalzer und Imitationen ein, vom Pirol bis zum Mäusebussard, manchmal auch Handyklingeln. Der Eichelhäher gibt Rufe von sich, die dem Miauen des Mäusebussards täuschend ähneln. Sumpfrohrsänger und Gelbspötter reihen in ihren Gesängen die Stimmen zahlreicher anderer Arten aneinander, der Sumpfrohrsänger sogar Stimmen afrikanischer Vögel aus seinem Winterquartier.

Ein Star auf Ihrem Dachfirst kann so eine ganze Liste erzeugen: Pirol, Mäusebussard, Kiebitz, Goldammer, alles von einem Vogel. So erkennen Sie die Imitatoren:

  • Stare singen gern von einer erhöhten Warte, oft flügelschlagend, und mischen Imitationen mit typischem Schnalzen, Knirschen und abfallenden Pfiffen.
  • Sumpfrohrsänger singen in dichter Hochstaude und Brennnesseln, schnell und ohne Pause, mit ständig wechselnden Imitationen.
  • Gelbspötter singen laut und abwechslungsreich aus Baumkronen, oft mit einem nasalen, gedehnten Laut dazwischen.

Nennt Merlin einen überraschenden Vogel und einer dieser Imitatoren singt in der Nähe, finden Sie den Sänger, bevor Sie der Liste trauen.

Ähnliche Gesänge verwandter Arten

Manche Arten klingen einfach ähnlich, und selbst Erfahrene müssen genau hinhören. Häufige Paare im Garten und am Waldrand:

  • Mönchsgrasmücke und Gartengrasmücke singen beide schwätzend und melodisch. Die Mönchsgrasmücke endet oft mit einem lauten, flötenden Überschlag; die Gartengrasmücke singt länger, gleichmäßiger und ohne diesen Abschluss.
  • Amsel und Misteldrossel singen beide flötend. Die Misteldrossel trägt kürzere, gleichförmigere und etwas wehmütige Strophen vor, oft schon im Spätwinter von hohen Baumspitzen.
  • Sumpfmeise und Weidenmeise sehen fast gleich aus und klingen ähnlich. Hier helfen die Rufe mehr als der Gesang: das explosive “pistjü” der Sumpfmeise gegen das gepresste, nasale “däh däh” der Weidenmeise.
  • Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer haben unterschiedliche Gesänge, doch wo beide vorkommen, singen einzelne Vögel Mischgesänge. Dort hilft der Lebensraum mehr als die Stimme.
  • Fitis und Zilpzalp singen völlig verschieden, ihre Rufe, ein weiches “hüit”, sind aber leicht zu verwechseln.

Arten, die von Vogel zu Vogel variieren

Das Cornell Lab weist darauf hin, dass Arten mit einheitlichem Gesang im ganzen Verbreitungsgebiet für Sound ID leichter sind, Arten mit großen individuellen Unterschieden schwerer. Die dort genannten Beispiele sind nordamerikanisch, das Prinzip gilt aber überall. Bei uns gehören Arten mit sehr großem Repertoire wie Singdrossel, Nachtigall und Sumpfrohrsänger zu den anspruchsvolleren Fällen.

Kurze Rufe

Kurze Kontaktrufe, “zick”-Laute und Warnrufe sind knapp und bei verschiedenen Arten oft ähnlich. Merlin kann auch hier helfen, und das Cornell Lab hebt hervor, dass die App kurze Rufe häufiger Vögel erkennen kann. Ein einzelner kurzer Ruf enthält aber wenig Information, deshalb verdienen solche Vorschläge besondere Prüfung.

Geräusche, die nicht von Vögeln stammen

Heuschrecken und Grillen, Frösche wie der Laubfrosch, schimpfende Eichhörnchen, quietschende Gartentore und Rollen, Autoalarmanlagen, rückwärts fahrende Lastwagen und pfeifende Menschen können auf dem Spektrogramm vogelähnliche Spuren hinterlassen. Das Training mit Hintergrundgeräuschen soll das verringern, ganz verhindern lässt es sich nicht. Sommerabende voller Heuschrecken und Frühlingsnächte an Teichen sind die üblichen Verdächtigen.

Leise und ferne Vögel

Merlin hört Dinge, die Sie nicht hören, was das Cornell Lab als eine Art “Superohren” für ferne oder sehr hohe Stimmen beschreibt. Bei uns betrifft das etwa die sehr hohen Gesänge der Goldhähnchen. Dieselbe Empfindlichkeit bedeutet aber, dass Merlin auch Laute registriert, die zu schwach für eine sichere Bestimmung sind. Taucht eine Art nur einen Moment an der Hörgrenze auf, ist sie ein Hinweis, kein Nachweis.

So nehmen Sie mit Merlin Sound ID besser auf

Die meisten schlechten Vorschläge beginnen mit einer schlechten Aufnahme. Diese Tipps stammen aus den Hilfeseiten von Merlin und der Macaulay Library und aus allgemeiner Erfahrung:

  1. Gehen Sie langsam näher heran, ohne das Verhalten des Vogels zu verändern. Entfernung ist der größte Feind.
  2. Stehen Sie still. Schritte, raschelnde Jacken und ein bewegtes Handy erzeugen Geräusche. Stützen Sie den Ellbogen am Körper ab.
  3. Richten Sie das Mikrofon auf den Vogel. Bei den meisten Handys sitzt es an der Unterkante.
  4. Seien Sie nicht das lauteste Geräusch am Mikrofon. Hören Sie auf zu sprechen und bitten Sie andere um eine Pause.
  5. Gehen Sie nach draußen. Ein geschlossenes Fenster schluckt einen Großteil der hohen Frequenzen.
  6. Schalten Sie das Handy stumm. Benachrichtigungstöne, Tastaturklicks und Klingeltöne landen sonst in der Aufnahme.
  7. Halten Sie Aufnahmen kürzer. Laut Hilfecenter gibt es die besten Ergebnisse bei Aufnahmen unter 10 Minuten.
  8. Speichern Sie die Aufnahme. Nichts wird automatisch gespeichert. Tippen Sie am Ende auf Speichern, damit Sie später nachhören können.
  9. Erwägen Sie ein Richtmikrofon. Laut Hilfecenter liefert ein Richtmikrofon bessere Ergebnisse als ein kleines Ansteckmikrofon, die Technik ist aber wichtiger als die Ausrüstung.

So bestätigen Sie einen Vorschlag von Merlin Sound ID

Schritt 1: Prüfen Sie Verbreitung und Jahreszeit

Öffnen Sie die Artseite in Merlin und schauen Sie auf die Verbreitungskarte, oder prüfen Sie die Artkarte von eBird für Ihren Landkreis. Ist die Art hier Jahresvogel, Sommerbrüter, Durchzügler oder Wintergast? Ein Kuckuck im Dezember oder ein Pirol im Februar sollte Sie sofort stutzig machen. Ein singender Bergfink im Juli im Flachland verdient einen zweiten Blick. Merlin gewichtet Vorschläge bereits nach Ort, alles Ungewöhnliche, das trotzdem durchkommt, braucht also starke Belege.

Schritt 2: Achten Sie auf wiederholte Erkennungen

Ein Vogel, der fünf Minuten singt, wird viele Male erkannt. Merlin hebt Arten hervor, sobald es sie hört, und in einer gespeicherten Aufnahme können Sie durch das Spektrogramm scrollen und sehen, wo jeder Vorschlag erkannt wurde. Eine Art, die einmal für einen Sekundenbruchteil markiert wurde, ist ein viel schwächerer Beleg als eine, die durchgehend auftaucht.

Schritt 3: Vergleichen Sie mit den Beispielaufnahmen

Tippen Sie auf die vorgeschlagene Art und spielen Sie Gesänge und Rufe ab. Spielen Sie dann die ähnlichen Arten ab, die in der Artbeschreibung genannt werden. Achten Sie auf Rhythmus, Tonhöhe, Klangfarbe (klar, surrend, rau) und Muster. Ähnelt die Form im Spektrogramm Ihrer Aufnahme nicht den Beispielen, seien Sie skeptisch.

Schritt 4: Finden Sie den Sänger

Das ist die zuverlässigste Prüfung überhaupt. Nutzen Sie Richtung und Lautstärke, um den Vogel zu finden, nehmen Sie ihn ins Fernglas und sehen Sie ihm beim Singen zu. Das Cornell Lab empfiehlt, Bestimmungen zu überprüfen, indem man den Vogel singen sieht. Wie Sie einen Vogel schnell ins Fernglas bekommen, erklärt unser Ratgeber Vogel schnell im Fernglas finden.

Schritt 5: Entscheiden Sie, was Sie notieren

Haben Sie den Vogel gesehen, oder kennen Sie seinen Gesang gut und die Aufnahme passt, zählen Sie ihn. Wenn nicht, notieren Sie ihn in Ihren eigenen Notizen als “möglich”, aber nicht auf formalen Listen. Geht es um eine seltene Art, behalten Sie die Aufnahme. Seltene Meldungen werden bei eBird von regionalen Fachleuten geprüft, und in Deutschland bewerten Seltenheitenkommissionen solche Nachweise. Gute Tonaufnahmen helfen dabei sehr.

Mit Merlin Sound ID Vogelstimmen lernen

Der beste langfristige Nutzen von Sound ID ist der als Lehrer. Viele berichten, dass sie nach einer Saison mit der App im Garten die häufigen Sänger selbst erkennen.

  • Nehmen Sie sich drei Vögel pro Woche vor. Konzentrieren Sie sich auf die häufigsten Stimmen im Garten, etwa Amsel, Kohlmeise und Rotkehlchen. Wenn Merlin einen davon markiert, suchen Sie den Vogel und sehen Sie ihm beim Singen zu.
  • Erst raten, dann prüfen. Sagen Sie, bevor Sie aufs Display schauen, welcher Vogel Ihrer Meinung nach singt.
  • Lernen Sie Gesänge und Rufe getrennt. Das perlende Lied des Rotkehlchens und sein scharfes “tick” sind beide wissenswert.
  • Nutzen Sie das Morgenkonzert. Frühlingsmorgen bringen die meisten Sänger, und Merlin kann helfen, überlappende Stimmen zu trennen. Warum der frühe Morgen der Höhepunkt ist, erklärt unser Ratgeber zur besten Tageszeit für die Vogelbeobachtung.
  • Hören Sie gespeicherte Aufnahmen erneut an. Spielen Sie eine Morgenaufnahme später ab und versuchen Sie, jede Stimme zu bestimmen, bevor Sie die Liste lesen.

Merlin Sound ID in verschiedenen Jahreszeiten und Situationen

Sound ID verhält sich je nach Zeit und Ort unterschiedlich. Passen Sie Ihre Erwartungen an.

Frühling und Frühsommer

Jetzt glänzt Sound ID und hat am meisten zu tun. Viele Vögel singen im Morgengrauen intensiv, um Reviere zu verteidigen und Partner anzulocken, und eine einzige Aufnahme kann ein Dutzend Arten enthalten. Rechnen Sie mit mehr echten Erkennungen und, weil so viel los ist, mit mehr Gelegenheiten für kurze Fehlalarme. Der Frühjahrszug bringt außerdem Arten, die nur wenige Tage durchziehen. Ein ungewohnter Laubsänger-Vorschlag im April ist deshalb plausibler als derselbe Vorschlag im August.

Spätsommer und Herbst

Nach der Brutzeit lässt der Gesang stark nach. Viele Vögel wechseln zu kurzen Rufen, und Jungvögel geben Bettelrufe und unfertige Übungsgesänge von sich, die nicht gut zu Aufnahmen erwachsener Vögel passen. Herbstzieher ziehen weitgehend stumm, ihre Flugrufe sind kurz und schwer einzuordnen. Nehmen Sie Vorschläge im Herbst mit mehr Vorsicht. Eine Ausnahme ist das Rotkehlchen, das auch im Herbst und Winter singt.

Winter

Weniger Arten sind da, und weniger singen, also sind die Listen kürzer. Meisen, Kleiber, Rotkehlchen, Zaunkönig, Eichelhäher, Buntspecht und Finken sind oft die Hauptstimmen. Der Winter eignet sich gut, um Rufe statt Gesänge zu lernen, weil die Geräuschkulisse einfacher ist. Unser Ratgeber Vögel im Winter richtig füttern zeigt, welche Vögel bleiben.

Nachts

Eulen und manche Zugvögel rufen nach Einbruch der Dunkelheit. Sound ID hilft bei häufigen Eulen wie Waldkauz und Waldohreule, doch nachts sind auch Frösche und Insekten aktiv, die Fehlspuren erzeugen können. Nehmen Sie nachts an einem ruhigen Ort auf und hören Sie später in Ruhe nach, dann haben Sie Zeit für einen sorgfältigen Vergleich.

Am Futterhaus

Futterhäuser konzentrieren Vögel, was hilft. Sie konzentrieren aber auch Imitatoren und laute, häufige Arten. Ein Eichelhäher, der am Futterhaus seinen bussardähnlichen Ruf gibt, kann einen Vorschlag “Mäusebussard” erzeugen. Schauen Sie hoch, bevor Sie einen Greifvogel notieren.

Gespeicherte Aufnahmen verwalten

Das Hilfecenter von Merlin erklärt, wie gespeicherte Aufnahmen funktionieren, was nützlich ist, sobald Sie Aufnahmen sammeln:

  • Aufnahmen bleiben privat auf Ihrem Gerät in der Liste der Sound-ID-Sitzungen.
  • Sie können exportieren und teilen, über die Teilen-Schaltfläche, etwa um einem befreundeten Vogelbeobachter einen unbekannten Gesang zu schicken.
  • Sie können importieren, und zwar mp3-, m4a- und wav-Dateien aus anderen Apps, und Sound ID darauf anwenden.
  • Löschen Sie, was Sie nicht brauchen. Aufnahmen belegen Speicherplatz, also räumen Sie Routinesitzungen auf und behalten die interessanten.

Nehmen Sie etwas Ungewöhnliches auf, behalten Sie die Datei. Sie ist Ihr bester Beleg, wenn Sie die Beobachtung später melden oder andere um Bestätigung bitten möchten.

Häufige Fehler mit Merlin Sound ID

  • Jeden Namen auf der Liste zählen. Die Liste enthält Vorschläge, keine Beobachtungsliste.
  • Die App den ganzen Tag im Hintergrund laufen lassen. Mehr Zuhörzeit bedeutet mehr Gelegenheiten für kurze Fehlerkennungen.
  • Die Jahreszeit ignorieren. Arten außerhalb ihrer Saison sind die wahrscheinlichsten Fehler.
  • Imitatoren vergessen. Ein einziger Star kann ein halbes Dutzend Phantomarten erzeugen.
  • Aus dem Haus heraus aufnehmen. Glas filtert viele Details heraus, die das Modell braucht.
  • Bei einer Seltenheit ohne Beleg vertrauen. Ungewöhnliche Vögel brauchen eine Sichtung, ein Foto oder eine saubere Aufnahme.
  • Aufnahmen zu früh löschen. Behalten Sie alles Ungewöhnliche, bis Sie es geprüft haben.

Merlin Sound ID oder die eigenen Ohren?

Sound ID hat klare Vorteile. Es erkennt hohe, ferne und überlappende Gesänge, die viele Menschen nicht hören, besonders wer mit zunehmendem Alter hohe Frequenzen schlechter wahrnimmt. Es wird nie müde und lehrt durch Wiederholung.

Ihre Ohren und Augen gewinnen aber im Zusammenhang. Sie merken, dass sich ein Vogel bewegt, sehen, aus welchem Baum der Gesang kommt, bemerken, dass ein “Pirol” und ein Star von genau derselben Antenne singen, und können Verhalten einordnen. Am stärksten ist die Kombination: Lassen Sie sich von Merlin zu einer Stimme führen und bestätigen Sie sie mit Ihrer eigenen Beobachtung.

Sollten Sie Sound-ID-Vögel bei eBird melden?

eBird bittet darum, Arten zu melden, die Sie durch Sehen oder Hören sicher bestimmt haben. Ein App-Vorschlag allein erfüllt das nicht. Haben Sie den Vogel selbst bestätigt, melden Sie ihn. Viele ergänzen einen kurzen Kommentar wie “gehört, mit Merlin abgeglichen und singend gesehen”, um festzuhalten, wie sie ihn bestimmt haben. Dasselbe gilt sinngemäß für ornitho.de. Unser Ratgeber eBird nutzen erklärt Beobachtungslisten im Detail, und unser Überblick über die besten Apps zum Vögel bestimmen stellt Merlin neben die Alternativen.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Wie genau ist Merlin Sound ID?

Bei häufigen, ruffreudigen Vögeln, die klar und aus der Nähe aufgenommen wurden, liegt die App oft richtig. Bei weit entfernten Sängern, verrauschten Aufnahmen, Imitatoren und Arten mit stark variierendem Gesang sinkt die Genauigkeit. Das Cornell Lab selbst sagt, Merlin schlage Möglichkeiten vor und Sie bestätigten die Bestimmung, idealerweise indem Sie den Vogel singen sehen.

Warum schlägt Merlin Vögel vor, die gar nicht da sind?

Häufige Ursachen sind Imitatoren wie Star, Eichelhäher und Sumpfrohrsänger, ähnliche Gesänge verwandter Arten, Geräusche, die nicht von Vögeln stammen, etwa Heuschrecken, Frösche, quietschende Tore oder pfeifende Menschen, sowie sehr kurze oder leise Erkennungen. Ein Vorschlag, der nur einmal kurz auftaucht und eine in Ihrer Gegend ungewöhnliche Art betrifft, verdient die größte Skepsis.

Funktioniert Merlin Sound ID offline?

Ja. Laut Cornell Lab läuft Sound ID auf Ihrem Gerät und funktioniert vollständig offline, sobald das Bird Pack für Ihre Region heruntergeladen ist, für Mitteleuropa also das passende europäische Paket. Lassen Sie die Standortdienste eingeschaltet, damit Merlin Ort und Datum nutzen kann, um Vögel zu bevorzugen, die bei Ihnen tatsächlich wahrscheinlich sind.

Wie viele Vogelarten erkennt Merlin Sound ID?

Die Liste der unterstützten Arten des Cornell Lab umfasst weltweit mehr als 2.000 Arten, darunter mehr als 600 in den USA und Kanada, mit umfassender Abdeckung dort und in Europa. Die Abdeckung wird etwa zweimal im Jahr erweitert. Beim Start 2021 erkannte Sound ID rund 450 Arten aus den USA und Kanada.

Kann ich Merlin Sound ID auf eine vorhandene Aufnahme anwenden?

Ja. Laut Hilfecenter von eBird und Merlin kann Merlin mp3-, m4a- und wav-Dateien aus anderen Apps importieren und Sound ID darauf anwenden. Die besten Ergebnisse gibt es bei Aufnahmen unter 10 Minuten, weil längere langsam laden. Ort und Datum spielen weiterhin eine Rolle, nutzen Sie also Aufnahmen aus Ihrer eigenen Gegend.

Sollte ich Merlin-Ergebnisse bei eBird melden?

Melden Sie nur Arten, die Sie selbst sicher bestimmt haben. eBird bittet um Vögel, die Sie durch Sehen oder Hören bestimmt haben, und ein App-Vorschlag allein erfüllt das nicht. Haben Sie den Vogel gesehen oder seinen Gesang sorgfältig abgeglichen, melden Sie ihn. Sind Sie unsicher, lassen Sie ihn weg oder vermerken die Unsicherheit.