Die beste App zum Vögel bestimmen: Merlin, BirdNET, NABU und Co.

Die beste App zum Vögel bestimmen ist für die meisten Merlin: kostenlos, mit Sound ID und Foto-ID offline. So schneiden BirdNET, NABU Vogelwelt und ornitho ab.

Ein Smartphone wird mit ausgestrecktem Arm in Richtung eines Futterhauses gehalten, auf dem ein Vogel sitzt (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: Welche Vogel-App sollten Sie installieren?
  2. Wie wir ausgewählt haben
  3. Merlin Bird ID: die beste Vogel-App für die meisten
  4. BirdNET: die beste Zweitmeinung für Vogelstimmen
  5. ornitho.de mit NaturaList: die beste App zum Melden in Deutschland
  6. eBird: die weltweite Alternative zum Melden
  7. NABU Vogelwelt: die kostenlose deutschsprachige Artenkunde
  8. Collins Bird Guide: die beste kostenpflichtige App zum Nachschlagen
  9. Weitere Vogel-Apps, die Sie kennen sollten
  10. Merlin oder NABU Vogelwelt: Was ist besser?
  11. Funktionieren Vogel-Apps wirklich? Wo die Grenzen liegen
  12. So richten Sie eine Vogel-App vor dem ersten Ausflug ein
  13. Häufige Fehler bei Vogel-Apps
  14. Welche Vogel-App passt zu welchem Beobachter?
  15. Sind kostenlose Vogel-Apps so gut wie kostenpflichtige?
  16. Quellen
  17. Häufige Fragen

Die beste App zum Vögel bestimmen ist für die meisten Menschen Merlin Bird ID vom Cornell Lab of Ornithology. Sie ist kostenlos, erkennt Vögel an Stimme oder Foto, und ihre Sound ID, die weltweit mehr als 2.000 Arten kennt, funktioniert wie die Foto-ID offline, sobald Sie ein regionales Vogelpaket geladen haben. Als Zweitmeinung für Gesänge lohnt sich BirdNET, das an der TU Chemnitz mitentwickelt wurde. Wer Beobachtungen festhalten und der Forschung melden möchte, nutzt ornitho.de mit der App NaturaList oder eBird.

Keine App ersetzt Ihre eigenen Augen und Ohren. Jede App macht einen Vorschlag, Sie bestätigen ihn. Dieser Ratgeber erklärt, was die einzelnen Apps tatsächlich können, wo ihre Grenzen liegen und welche Kombination zu Ihrer Art der Vogelbeobachtung passt.

Kurz beantwortet: Welche Vogel-App sollten Sie installieren?

AppAnbieterKostenWofür sie am besten istOffline nutzbar?
Merlin Bird IDCornell Lab of OrnithologyKostenlosBestimmung per Stimme, Foto oder BeschreibungJa, Sound ID und Foto-ID nach Download der Vogelpakete
BirdNETCornell Lab und TU ChemnitzKostenlosBestimmung von Gesängen und Rufen, ZweitmeinungJe nach Version und Einstellung
NABU VogelweltNABUKostenlosPorträts heimischer Arten und VogelstimmenVor der Tour prüfen
Collins Bird GuideNatural ApptitudeKostenpflichtigDas Standard-Bestimmungsbuch für Europa auf dem HandyJa, Inhalte liegen auf dem Gerät
NaturaList und ornitho.deBiolovision mit DDA und PartnernKostenlosBeobachtungen in Deutschland meldenJa, Meldungen werden später übertragen
eBirdCornell Lab of OrnithologyKostenlosBeobachtungslisten, Hotspots, weltweite DatenListen offline erfassen, später senden
iNaturalist und ObsIdentifyiNaturalist, Observation.orgKostenlosFotobestimmung von Vögeln, Pflanzen und InsektenEingeschränkt

Wenn Sie nur eine App installieren, nehmen Sie Merlin. Wenn Sie zwei installieren, ergänzen Sie BirdNET oder, wenn Sie Listen führen möchten, NaturaList. Beide Kombinationen kosten nichts.

Wie wir ausgewählt haben

Wir haben diese Apps nicht in einem direkten Praxisvergleich nebeneinander ausprobiert. Grundlage dieses Ratgebers sind die Dokumentationen der Entwickler (Cornell Lab, TU Chemnitz, NABU, die Anbieter der Bestimmungsbuch-Apps), veröffentlichte Erklärungen dazu, wie die Erkennungsmodelle trainiert werden, die Hilfeseiten von eBird und ornitho sowie wiederkehrende Muster in den Erfahrungsberichten von Vogelbeobachtern und Nutzerbewertungen. Wo sich eine Funktion oder Zahl nicht beim Entwickler bestätigen ließ, haben wir sie weggelassen oder sagen das.

Wir haben fünf Punkte gewichtet:

  1. Bestimmungshilfe. Schlägt die App anhand von Foto, Stimme oder Beschreibung eine Art vor?
  2. Qualität der Referenzen. Reichen Bilder, Zeichnungen, Verbreitungskarten und Tonaufnahmen, um einen Vorschlag zu prüfen?
  3. Offline-Nutzung. Funktioniert die App im Wald, im Moor oder am Deich ohne Empfang?
  4. Kosten. Kostenlos, Einmalkauf oder Abo.
  5. Wohin Ihre Daten gehen. Hilft das, was Sie melden, der Forschung, und können Sie eine Artenliste führen?

Merlin Bird ID: die beste Vogel-App für die meisten

Mit Merlin sollten Sie anfangen. Die App stammt vom Cornell Lab of Ornithology, ist kostenlos und stützt sich auf die Beobachtungsdaten von eBird sowie auf Fotos, Gesänge und Rufe, die Vogelbeobachter aus aller Welt beisteuern. Nach Angaben des Cornell Lab wird die Foto-ID mit Bildern trainiert, die zu eBird-Beobachtungslisten hochgeladen und in der Macaulay Library archiviert werden. Die App lässt sich auch auf Deutsch nutzen, und die Vogelpakete für Europa zeigen die deutschen Artnamen.

Sound ID

Halten Sie das Smartphone hoch, tippen Sie auf Aufnahme, und Merlin listet in Echtzeit die Vögel auf, die es hört, jeweils mit Vorschaubild und Beispielaufnahmen zum Vergleichen. Die App wandelt den Ton in ein Spektrogramm um, also ein Bild der Tonhöhen über die Zeit, und ein neuronales Netz wertet dieses Bild aus. Laut der Übersicht der unterstützten Arten erkennt Sound ID weltweit mehr als 2.000 Arten, darunter die häufigen Brutvögel Mitteleuropas, und wird etwa zweimal im Jahr erweitert.

Sound ID hat für viele Menschen die Gartenvogelbeobachtung verändert. Besonders stark ist die Funktion an einem vollen Frühlingsmorgen, wenn Amsel, Rotkehlchen, Zilpzalp, Buchfink und Mönchsgrasmücke gleichzeitig singen. Weniger verlässlich ist sie bei Imitatoren wie dem Star, bei weit entfernten Vögeln, leisen Rufen und Arten, deren Gesang von Vogel zu Vogel stark variiert. Unser Ratgeber, wie Sie Merlin Sound ID nutzen, ohne sich täuschen zu lassen, zeigt, wie Sie die Vorschläge prüfen.

Foto-ID

Machen Sie ein Foto oder wählen Sie eines aus der Galerie, und die Foto-ID bietet eine kurze Liste wahrscheinlicher Treffer. Laut Cornell Lab deckt sie mehr als 8.000 Arten ab und funktioniert komplett offline. Am besten klappt es, wenn der Vogel scharf ist und einen großen Teil des Bildes ausfüllt. Schneiden Sie das Foto also eng um den Vogel zu, bevor Sie es auswerten lassen.

Schritt-für-Schritt-Bestimmung

Wenn Sie kein Foto haben und der Vogel nicht gesungen hat, beantworten Sie drei Fragen: Größe, Hauptfarben und was er gerade tat (am Futterhaus, am Boden, im Baum, schwimmend, fliegend). Merlin verknüpft Ihre Antworten mit Ort und Datum und zeigt eine sortierte Liste der Vögel, die dort gerade wahrscheinlich sind. Für Einsteiger ist das die am meisten unterschätzte Funktion, denn sie bringt Ihnen genau die Fragen bei, die erfahrene Beobachter stellen. Unser Ratgeber, wie man Vögel bestimmt, vertieft diese Merkmale.

Vogelpakete und Artenliste

Merlin speichert Fotos, Stimmen und Bestimmungsdaten in herunterladbaren regionalen Vogelpaketen. Installieren Sie das Paket für Ihre Region und zusätzlich die Pakete für Ihre Reiseziele. Mit “Save My Bird” landet eine Art auf Ihrer persönlichen Merlin-Liste.

Stärken: kostenlos; drei Wege zur Bestimmung; starke Offline-Leistung; Inhalte von Cornell Lab und eBird; deutsche Bedienung und deutsche Artnamen.

Schwächen: Vorschläge wirken manchmal überzeugender, als sie sind; Vogelpakete belegen Speicherplatz; Merlin ist ein Bestimmungswerkzeug, kein vollständiges Bestimmungsbuch mit ausführlichen Arttexten.

Nicht nötig, wenn: Sie Ihre heimischen Vögel schon gut kennen und nur einen Ort zum Melden suchen. Dann reicht NaturaList oder eBird.

BirdNET: die beste Zweitmeinung für Vogelstimmen

BirdNET ist ein Forschungsprojekt des K. Lisa Yang Center for Conservation Bioacoustics am Cornell Lab und der Technischen Universität Chemnitz. Nach Angaben des Projekts erkennt das Modell weltweit mehr als 6.000 Arten. Die kostenlose App nimmt Geräusche auf und schlägt vor, welche Art zu hören war, mit einer Einschätzung, wie sicher das Ergebnis ist.

Im Alltag ist Merlin für die meisten bequemer, weil es live mitläuft und zusätzlich Fotos bestimmen kann. BirdNET spielt seine Stärke als Zweitmeinung aus: Wenn Merlin eine ungewöhnliche Art vorschlägt, lohnt sich ein Abgleich. In der Forschung und bei Bastlern ist BirdNET weit verbreitet, zum Beispiel für dauerhaft laufende Horchstationen im Garten auf Basis von BirdNET-Pi.

Stärken: kostenlos; großer Artenumfang; wissenschaftlich gut dokumentiert; starke deutsche Wurzeln.

Schwächen: keine Fotobestimmung; weniger Lerninhalte zu den einzelnen Arten; die Bedienung wirkt technischer.

Nicht nötig, wenn: Sie mit Merlin zufrieden sind und keine Zweitmeinung brauchen.

ornitho.de mit NaturaList: die beste App zum Melden in Deutschland

NaturaList ist keine Bestimmungs-App. Sie ist das Werkzeug, mit dem Sie Ihre Beobachtungen unterwegs für ornitho.de erfassen: welche Art, wie viele, wo genau und wann. ornitho.de ist das Meldeportal für Vogelbeobachtungen in Deutschland und wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) gemeinsam mit regionalen Fachverbänden getragen. Die Daten fließen in das Vogelmonitoring und in Atlasprojekte ein. Für Österreich, die Schweiz und viele weitere Länder gibt es Schwesterportale auf derselben Technik.

Was ornitho einem Gartenbeobachter bringt

  • Punktgenaue Meldungen. Sie setzen Ihre Beobachtung per GPS auf die Karte, auch ohne Netz, und übertragen sie später.
  • Vollständige Listen. Sie können festhalten, welche Arten Sie in einem Zeitraum insgesamt gesehen haben, und liefern damit auch die Information, was fehlte.
  • Eigene Übersichten. Ihre Meldungen ergeben automatisch Listen für Garten, Wohnort und Jahr.
  • Regionale Übersicht. Auf ornitho.de sehen Sie, was in Ihrer Umgebung zuletzt beobachtet wurde, mit Rücksicht auf sensible Arten.

Stärken: kostenlos; Daten dienen direkt dem Vogelschutz in Deutschland; offline nutzbar.

Schwächen: keine automatische Bestimmung; ungewöhnliche Meldungen werden von regionalen Prüfern nachgefragt; die Anmeldung dauert einen Moment.

Nicht nötig, wenn: Sie keine Listen führen möchten. Dann deckt Merlin die Bestimmung ab.

eBird: die weltweite Alternative zum Melden

eBird ist das weltweite Pendant, ebenfalls vom Cornell Lab. Das Cornell Lab betreibt eBird mit Hunderten Partnerorganisationen und Tausenden regionalen Fachleuten und gibt an, jedes Jahr mehr als 100 Millionen Vogelbeobachtungen zu erhalten. App, Website und Daten sind kostenlos. eBird bietet Beobachtungslisten mit Dauer und Strecke, automatisch geführte Artenlisten, Hotspots mit gemeinsamen Artenlisten und Benachrichtigungen über seltene Arten.

Für Reisen ist eBird besonders praktisch, weil Hotspots und aktuelle Sichtungen in fast jedem Land zu finden sind. Unser Schritt-für-Schritt-Ratgeber, wie Sie eBird nutzen, erklärt Listenprotokolle, Hotspots und Benachrichtigungen. Wer in Deutschland vor allem heimisch beobachtet, meldet meist über ornitho.de.

Nicht nötig, wenn: Sie bereits über ornitho.de melden und nicht verreisen.

NABU Vogelwelt: die kostenlose deutschsprachige Artenkunde

Der NABU bietet mit NABU Vogelwelt eine kostenlose App mit Porträts heimischer Vogelarten, Fotos, Vogelstimmen und einer Bestimmungshilfe über Merkmale wie Größe und Farbe an. Sie ist klar auf Deutschland zugeschnitten und damit ein guter Einstieg für alle, die mehr über die Vögel lesen möchten, die sie im Garten sehen.

Stärken: kostenlos; deutschsprachig; auf heimische Arten konzentriert; seriöser Herausgeber.

Schwächen: keine automatische Stimm- oder Fotoerkennung wie bei Merlin; Umfang und Offline-Nutzung sollten Sie vor einer Tour ohne Empfang selbst prüfen.

Nicht nötig, wenn: Sie vor allem eine möglichst schnelle Bestimmung aus Aufnahme oder Foto wollen. Das kann Merlin besser.

Collins Bird Guide: die beste kostenpflichtige App zum Nachschlagen

Der Collins Bird Guide von Lars Svensson mit den Zeichnungen von Killian Mullarney und Dan Zetterström gilt unter europäischen Vogelbeobachtern als Standardwerk. Auf Deutsch erscheint das Buch als Der Kosmos Vogelführer. Die App des Anbieters Natural Apptitude bringt diese Zeichnungen, die Texte und Verbreitungskarten sowie Vogelstimmen aufs Smartphone. Sie ist kostenpflichtig und nach der Installation ohne Verbindung nutzbar.

Die große Stärke sind die Tafeln: Ähnliche Arten erscheinen in vergleichbaren Haltungen, sodass Unterschiede sofort ins Auge fallen, etwa zwischen Sumpf- und Weidenmeise, Fitis und Zilpzalp oder Garten- und Waldbaumläufer.

Stärken: anerkannt beste Zeichnungen für Europa; umfassende Artentexte; offline.

Schwächen: keine Foto- oder Stimmerkennung; kostet Geld, während die anderen Hauptapps kostenlos sind; prüfen Sie vor dem Kauf, welche Sprachen die App aktuell anbietet.

Nicht nötig, wenn: Sie lieber mit Fotos als mit Zeichnungen arbeiten oder nur automatische Bestimmung wollen.

Weitere Vogel-Apps, die Sie kennen sollten

iNaturalist und ObsIdentify

iNaturalist ist eine gemeinnützige Plattform für Beobachtungen aller Lebewesen, nicht nur Vögel. Laden Sie ein Foto hoch, und die App schlägt eine Bestimmung vor, die andere Nutzer anschließend bestätigen können. ObsIdentify von Observation.org arbeitet ähnlich und ist in Europa verbreitet. Beide sind praktisch, wenn Ihr Interesse auch den Pflanzen, Schmetterlingen und Insekten gilt, von denen Vögel leben.

Apps von Futterhauskameras

Wenn Sie ein Futterhaus mit Kamera besitzen, bietet dessen App meist automatische Artbezeichnungen. Diese stammen aus dem eigenen Modell des Herstellers, nicht vom Cornell Lab, und die Qualität schwankt, gerade bei europäischen Arten. Unser Ratgeber, ob sich smarte Futterhäuser lohnen, erklärt, was diese Funktionen können und was nicht.

Merlin oder NABU Vogelwelt: Was ist besser?

Um einen unbekannten Vogel zu bestimmen, ist Merlin besser. Es kann hören und sehen, während die NABU-App darauf angewiesen ist, dass Sie beschreiben, was Sie gesehen haben. Um mehr über einen Vogel zu lesen, den Sie schon kennen, bietet die NABU-App deutschsprachige Porträts mit Bezug zu Deutschland. Beide sind kostenlos, also spricht nichts dagegen, beide zu installieren und jede für das zu nutzen, was sie gut kann.

Funktionieren Vogel-Apps wirklich? Wo die Grenzen liegen

Jede Bestimmungs-App liefert Wahrscheinlichkeiten, keine Beweise. Einige Muster tauchen in den Berichten von Vogelbeobachtern immer wieder auf:

  • Ort und Datum zählen. Merlin und eBird gewichten ihre Vorschläge nach Standort und Jahreszeit. Sind die Ortungsdienste aus oder importieren Sie ein Urlaubsfoto ohne Ortsdaten, werden die Vorschläge schlechter.
  • Schlechte Eingaben, schlechte Ergebnisse. Ein unscharfes, gegen das Licht aufgenommenes oder weit entferntes Foto, eine Aufnahme voller Verkehrslärm: Damit kann das Modell wenig anfangen.
  • Imitatoren und Doppelgänger führen in die Irre. Stare ahmen andere Vögel, Handyklingeltöne und sogar Pfiffe nach, Eichelhäher imitieren den Ruf des Mäusebussards, und Sumpfrohrsänger bauen die Stimmen vieler Arten in ihren Gesang ein.
  • Seltene Arten werden über- oder übersehen. Modelle lernen am meisten von häufigen Arten. Ein echter Seltenheitsgast wird vielleicht nicht vorgeschlagen, und eine häufige Art wird gelegentlich als Rarität angezeigt.

Die Lösung ist immer dieselbe: Nehmen Sie den Vorschlag der App als Hinweis und bestätigen Sie ihn mit Merkmalen, Verbreitung, Lebensraum und Verhalten. Deshalb ist ein gutes Fernglas weiterhin wichtig. Unser Überblick über die besten Ferngläser zur Vogelbeobachtung zeigt, worauf es ankommt.

So richten Sie eine Vogel-App vor dem ersten Ausflug ein

  1. Merlin installieren und das Vogelpaket zu Hause im WLAN laden. Wählen Sie das Paket, das Deutschland beziehungsweise Ihre Region abdeckt. Der Download ist groß.
  2. Standortzugriff erlauben. Nur so weiß die App, welche Vögel bei Ihnen wahrscheinlich sind.
  3. Mikrofonzugriff für Sound ID sowie Kamera- und Fotozugriff für die Foto-ID erlauben.
  4. BirdNET als Zweitmeinung ergänzen, wenn Sie viel nach Gehör bestimmen.
  5. Ein Melde-Konto anlegen, wenn Sie Listen führen möchten: bei ornitho.de mit NaturaList oder bei eBird.
  6. Zu Hause üben. Lassen Sie Sound ID in der Morgendämmerung am offenen Fenster laufen und vergleichen Sie die Liste mit dem, was Sie am Futterhaus sehen.
  7. Tastentöne und Klingeltöne ausschalten. Geräusche Ihres eigenen Handys können in der Aufnahme landen.

Häufige Fehler bei Vogel-Apps

  • Den ersten Vorschlag übernehmen. Prüfen Sie mindestens die ersten zwei oder drei Arten und lesen Sie, worin sie sich unterscheiden.
  • Sound ID drinnen durch die Scheibe nutzen. Glas schluckt hohe Frequenzen. Gehen Sie nach Möglichkeit nach draußen.
  • Beim Aufnehmen reden oder laufen. Ihre Stimme und Ihre Schritte sind die lautesten Geräusche, die das Handy hört.
  • Die Jahreszeit vergessen. Ein Mauersegler, der im Januar vorgeschlagen wird, verdient einen zweiten Blick.
  • App-Vorschläge ungeprüft melden. ornitho und eBird bitten darum, nur sicher bestimmte Vögel zu melden. Ein App-Vorschlag allein reicht nicht.
  • Die Grundlagen überspringen. Größe, Gestalt, Verhalten und Lebensraum sind schneller als jede App, sobald Sie sie kennen. Apps sind am besten als Lehrer, nicht als Krücke. Unser Ratgeber für Einsteiger in die Vogelbeobachtung behandelt die übrige Ausrüstung.

Welche Vogel-App passt zu welchem Beobachter?

Der Futterhausbeobachter

Merlin für die Bestimmung, dazu die Stunde der Gartenvögel und die Stunde der Wintervögel zum Mitmachen. Hängen Sie die Futterstelle so auf, dass Sie sie vom Fenster aus gut sehen, und nutzen Sie Sound ID morgens auf der Terrasse. Unser Ratgeber zum richtigen Standort für das Futterhaus hilft beim Blickwinkel.

Der Einsteiger, der lernen möchte

Die Schritt-für-Schritt-Bestimmung von Merlin plus eine Bestimmungsbuch-App oder die NABU-App. Merlin sagt Ihnen, was der Vogel wahrscheinlich ist, das Bestimmungsbuch erklärt, warum. Versuchen Sie mit der Zeit, einen Vogel erst selbst zu bestimmen, bevor Sie die App öffnen, und prüfen Sie dann Ihre Antwort.

Der Reisende

Merlin mit den Vogelpaketen für alle Reiseziele, vor der Abfahrt heruntergeladen. eBird, um Hotspots zu finden und aktuelle Sichtungen am Zielort zu prüfen.

Der Listenführer

ornitho.de mit NaturaList ist in Deutschland die erste Wahl, eBird für Reisen. Beide führen Garten-, Jahres- und Gesamtlisten automatisch.

Sind kostenlose Vogel-Apps so gut wie kostenpflichtige?

In diesem Bereich für die meisten Menschen ja. Die leistungsfähigsten Apps, Merlin, BirdNET, eBird und NaturaList, sind kostenlos, weil Forschungseinrichtungen und Verbände sie im Rahmen ihrer wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Arbeit finanzieren. Der Hauptgrund, Geld auszugeben, ist die Collins-App mit den besten Zeichnungen für Europa, und das ist eine Frage der Vorliebe, keine Lücke der kostenlosen Apps. Seien Sie skeptisch bei kostenpflichtigen Apps, die sofortige und sichere Bestimmung versprechen. Kein Modell kann das leisten, und die kostenlosen Angebote etablierter Ornithologie-Einrichtungen setzen die Messlatte hoch.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Welche App erkennt Vögel am zuverlässigsten?

Keine App liegt immer richtig. Merlin Bird ID vom Cornell Lab ist weltweit am weitesten verbreitet und wird mit Fotos und Tonaufnahmen trainiert, die Vogelbeobachter über eBird in die Macaulay Library hochladen. Ihre Sound ID und Foto-ID liefern eine kurze Liste wahrscheinlicher Arten, kein endgültiges Urteil. Die Trefferquote hängt von Bildqualität, Aufnahmebedingungen und der Abdeckung Ihrer Region ab.

Ist die App Merlin Bird ID wirklich kostenlos?

Ja. Das Cornell Lab of Ornithology bietet Merlin kostenlos und ohne Abo an. Sie laden kostenlose regionale Vogelpakete herunter, die Fotos, Stimmen und Bestimmungsdaten für Ihre Region enthalten. Diese Pakete sind auch der Grund, warum Sound ID und Foto-ID nach der Installation ohne Mobilfunknetz funktionieren.

Was ist besser, Merlin oder BirdNET?

Beide erkennen Vögel an der Stimme und stammen aus demselben Forschungsumfeld: BirdNET wurde vom Cornell Lab gemeinsam mit der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Merlin ist bequemer im Alltag, zeigt erkannte Arten live und kann zusätzlich Fotos bestimmen. BirdNET eignet sich gut als Zweitmeinung und für technisch Interessierte. Viele nutzen beide.

Wo melde ich meine Vogelbeobachtungen in Deutschland?

In Deutschland ist ornitho.de das zentrale Meldeportal für Vogelbeobachtungen, getragen vom Dachverband Deutscher Avifaunisten und seinen Partnern. Unterwegs melden Sie mit der kostenlosen App NaturaList. Weltweit ist eBird vom Cornell Lab verbreitet. Für Gartenvögel gibt es außerdem die Mitmachaktionen Stunde der Gartenvögel und Stunde der Wintervögel von NABU und LBV.

Kann eine App Vögel auf einem Foto erkennen?

Ja. Die Foto-ID in Merlin schlägt anhand eines neuen Fotos oder eines Bildes aus der Galerie wahrscheinliche Arten vor und funktioniert offline. Auch iNaturalist und ObsIdentify erkennen Tiere und Pflanzen auf Fotos. Die Ergebnisse werden besser, wenn der Vogel scharf ist und einen großen Teil des Bildes ausfüllt, also schneiden Sie das Foto vorher eng zu.

Funktionieren Vogel-Apps ohne Internet?

Einige ja. Sound ID und Foto-ID von Merlin laufen nach dem Herunterladen der Vogelpakete direkt auf dem Smartphone, und kostenpflichtige Bestimmungsbuch-Apps wie der Collins Bird Guide speichern ihre Inhalte auf dem Gerät. NaturaList und eBird erfassen Beobachtungen offline und senden sie später. Laden Sie Pakete und Inhalte zu Hause im WLAN herunter.