Nistkasten Einflugloch: Größe nach Vogelart (Tabelle)
Nistkasten Einflugloch Größe nach Vogelart: 26 bis 28 mm für Blaumeise, 32 mm für Kohlmeise, Sperling und Kleiber, 45 mm für den Star. Tabelle plus Bautipps.

In diesem Artikel
- Einfluglochgrößen nach Vogelart: Tabelle für Deutschland, Österreich und die Schweiz
- Zum Vergleich: Großbritannien und Nordamerika
- Warum ist die Lochgröße so wichtig?
- Was entscheidet außer dem Loch, wer einzieht?
- Wie bohrt man ein genaues Einflugloch?
- Spielt die Form des Einflugs eine Rolle?
- Wie misst man das Loch eines gekauften Nistkastens?
- Wie hoch und in welche Richtung sollte der Kasten hängen?
- Warum sind Kästen für Gebäudebrüter so wichtig?
- Häufige Fehler
- Kann ein Kasten mehreren Arten dienen?
- Was ist mit Fledermäusen, Bilchen und Insekten?
- Kurz und knapp
- Quellen
- Häufige Fragen
Die Größe des Einfluglochs ist das wichtigste Maß an einem Nistkasten, denn sie entscheidet, welche Vögel hineinkommen und welche draußen bleiben. Die wichtigsten Werte für Deutschland, Österreich und die Schweiz: 26 bis 28 mm für Blaumeise, Tannenmeise und Sumpfmeise, 32 mm für Kohlmeise, Kleiber, Haus- und Feldsperling sowie Trauerschnäpper, und etwa 45 mm für den Star. Für Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze und Rotkehlchen gibt es statt eines Lochs die Halbhöhle mit offener Front.
Die folgende Tabelle nennt die üblichen Einfluglochgrößen für häufige Höhlenbrüter in Mitteleuropa, mit einem Vergleich zu Großbritannien und Nordamerika. Danach erklären wir, warum wenige Millimeter so viel ausmachen, wie Sie Konkurrenten und Nesträuber fernhalten und was außer dem Loch noch darüber entscheidet, wer einzieht.
Einfluglochgrößen nach Vogelart: Tabelle für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Die Werte sind runde Durchmesser, sofern nicht anders angegeben. Sie folgen den weit verbreiteten Empfehlungen von Naturschutzverbänden wie NABU und LBV sowie der Schweizerischen Vogelwarte. Wo Quellen eine Spanne nennen, steht die Spanne in der Tabelle.
| Vogelart | Einflugloch | Hinweise |
|---|---|---|
| Blaumeise | 26 bis 28 mm | Hält Kohlmeise, Sperlinge und Star weitgehend fern |
| Tannenmeise | 26 bis 28 mm | Nadel- und Mischwald, Gärten mit Nadelbäumen |
| Sumpf- und Weidenmeise | 26 bis 28 mm | Laub- und Auwälder, naturnahe Gärten |
| Haubenmeise | 26 bis 28 mm | Nadelwald, nutzt Kästen seltener |
| Kohlmeise | 32 mm | Häufigster Kastenbewohner im Garten |
| Kleiber | 32 mm | Verklebt zu große Löcher mit Lehm |
| Feldsperling | 32 mm | Oft mehrere Kästen nah beieinander |
| Haussperling | 32 bis 35 mm | Brütet gesellig, Koloniekästen bewähren sich |
| Trauer- und Halsbandschnäpper | 30 bis 32 mm | Laub- und Mischwald, Streuobstwiesen |
| Gartenrotschwanz | Ovales Loch, etwa 30 x 45 mm, oder Halbhöhle | Streuobst, alte Gärten, Parks |
| Star | 45 mm, teils bis 50 mm | Brütet gern in lockeren Kolonien |
| Dohle | Etwa 80 mm | Große Kästen an Gebäuden und Kirchtürmen |
| Steinkauz | Etwa 65 bis 70 mm | Spezielle Niströhre mit Marderschutz |
| Waldkauz | Etwa 11 bis 13 cm | Großer Kasten oder Röhre an Bäumen |
| Mauersegler | Querovaler Einschlupf, etwa 3 x 6 cm | Spezialkasten unter der Dachtraufe |
| Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze, Rotkehlchen | Halbhöhle | Kasten mit halb offener Vorderseite |
Beachten Sie, wie klein der Unterschied zwischen Blaumeise und Kohlmeise ist. Genau diese wenigen Millimeter sorgen dafür, dass ein 26-mm-Kasten den Blaumeisen vorbehalten bleibt. Blaumeisen sind kleiner und leichter als Kohlmeisen und unterliegen ihnen meist im Streit um einen Nistplatz.
Zum Vergleich: Großbritannien und Nordamerika
Im Internet kursieren viele Tabellen aus anderen Ländern. Die Grundlogik ist dieselbe, die Zahlen weichen aber teils leicht ab.
| Region | Art | Einflugloch |
|---|---|---|
| Großbritannien | Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise | 25 mm |
| Großbritannien | Kohlmeise, Feldsperling, Trauerschnäpper | 28 mm |
| Großbritannien | Haussperling, Kleiber | 32 mm |
| Großbritannien | Star | 45 mm |
| Nordamerika | Hauszaunkönig | 25 bis 29 mm |
| Nordamerika | Schwarzkopfmeise | 29 mm |
| Nordamerika | Hüttensänger (Eastern Bluebird) | 38 mm |
| Nordamerika | Goldspecht (Northern Flicker) | 64 mm |
Die britischen Werte, etwa von RSPB und BTO, liegen einige Millimeter unter den deutschen. Beide funktionieren: Eine Kohlmeise passt durch 28 mm, und 32 mm lassen zusätzlich Sperlinge, Kleiber und Schnäpper zu. Entscheidend ist, dass Sie wissen, welche Art Sie ansprechen wollen. Nordamerikanische Tabellen sind für unsere Gärten wenig hilfreich, weil dort andere Arten brüten und der Haussperling als eingeschleppte Art ganz anders behandelt wird.

Warum ist die Lochgröße so wichtig?
Ein Nistkasten ist eine umkämpfte Ressource. Natürliche Baumhöhlen, vor allem alte Spechthöhlen, sind in aufgeräumten Wäldern und Gärten knapp, und viele Arten konkurrieren darum. Die Lochgröße wirkt wie ein Filter.
Sie hält größere Konkurrenten fern. Ein Vogel kann nicht durch ein Loch schlüpfen, das kleiner ist als sein Körper. Ein Loch von 26 bis 28 mm ist für Kohlmeise und Sperlinge zu eng, eines von 32 mm für den Star. So kann jede Art einen passenden Kasten bekommen, ohne verdrängt zu werden.
Sie schützt gegen manche Nesträuber. Ein kleineres Loch hält Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen ab, die mit dem Schnabel hineinlangen könnten. Gegen Wiesel, Mäuse oder einen hartnäckigen Buntspecht, der das Loch aufhackt, hilft es allein nicht. Aufhängung und Schutzvorrichtungen bleiben wichtig.
Sie passt zu dem, was der Vogel sucht. Vögel prüfen Nistplätze sorgfältig. Ein zu großes Loch lässt einen kleinen Vogel sich ungeschützt fühlen und lässt mehr Kälte und Regen herein, ein zu kleines ist schlicht nicht nutzbar.
Welche Lochgröße lässt wen herein?
| Lochgröße | Hält fern | Lässt herein |
|---|---|---|
| 26 mm | Kohlmeise weitgehend, Sperlinge, Star | Blau-, Tannen-, Sumpf-, Haubenmeise |
| 28 mm | Sperlinge weitgehend, Star | Blaumeise, kleinere Meisen, Kohlmeise |
| 32 mm | Star | Kohlmeise, Kleiber, Sperlinge, Schnäpper |
| 35 mm | Star | Haussperling, alle kleineren Arten |
| 45 mm | Kaum etwas Zuverlässiges | Star und alle kleineren Arten |
Die praktische Regel: Jeder Kasten mit 32 mm oder mehr steht auch Sperlingen offen. Anders als in Nordamerika, wo der Haussperling eingeschleppt ist und aus Kästen entfernt wird, sind Haus- und Feldsperling bei uns heimisch. Ihre Bestände sind in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen, und viele Gebäude bieten nach Sanierungen keine Nischen mehr. Sperlinge sind also willkommene Mieter, und eigene Sperlingskästen oder Koloniekästen sind eine sinnvolle Ergänzung.
Was entscheidet außer dem Loch, wer einzieht?
Das Loch öffnet die Tür, aber der Rest des Kastens und sein Standort entscheiden, wer tatsächlich einzieht.
Grundfläche
Der Boden muss Platz für das ganze Gelege und die heranwachsenden Jungen bieten. Kohl- und Blaumeisen legen oft acht bis zwölf Eier, manchmal mehr. Grobe Richtwerte aus gängigen Bauanleitungen:
- Etwa 12 x 12 bis 14 x 14 cm: Meisen, Kleiber, Sperlinge, Schnäpper.
- Etwa 15 x 15 bis 18 x 18 cm: Star, Gartenrotschwanz in größeren Kästen.
- Deutlich größer: Dohle, Waldkauz und Steinkauz nach speziellen Bauplänen.
Zu kleine Kästen, wie sie oft als Dekoration verkauft werden, führen zu gedrängten Jungen, Überhitzung und im schlimmsten Fall zu verlorenen Bruten.
Abstand zwischen Loch und Boden
Das Einflugloch sollte deutlich über dem Nest liegen. Viele Bauanleitungen für Meisenkästen nennen 15 cm oder mehr zwischen Boden und Unterkante des Lochs. Ein tiefer Kasten hält die Jungen außer Reichweite einer Katzenpfote oder einer Marderpfote, die durch das Loch langt, und verhindert, dass sie zu früh herausklettern. Sehr flache Kästen sind ein häufiger Mangel bei Zierkästen aus dem Baumarkt oder Dekoladen.
Lebensraum und Standort
Derselbe Kasten lockt an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Vögel an. Ein 32-mm-Kasten an einem Obstbaum im Garten wird oft von Kohlmeisen oder Feldsperlingen bezogen. Im Laubwald oder auf einer Streuobstwiese kann derselbe Kasten einem Trauerschnäpper oder Kleiber dienen, im Wald gelegentlich auch Haselmaus oder Siebenschläfer. Halbhöhlen für Hausrotschwanz und Grauschnäpper hängen am besten geschützt an Hauswänden, unter Dachüberständen oder in Rankpflanzen. Unsere Ratgeber, wie Sie einen Nistkasten richtig aufhängen und wann Sie Nistkästen aufhängen sollten, gehen darauf genauer ein.

Material und Innenausstattung
Bewährt haben sich unbehandeltes Holz mit etwa 2 cm Wandstärke sowie Kästen aus Holzbeton, einer Mischung aus Holzspänen und Beton, die gut isoliert und Spechten und Mardern mehr Widerstand bietet. Streichen Sie das Innere nie, und verwenden Sie außen nur umweltverträgliche Farbe, wenn überhaupt. Füllen Sie Meisenkästen nicht mit Nistmaterial. Nur für Arten, die ihre Höhlen selbst zimmern, etwa Spechte in speziellen Spechtkästen, kann eine Füllung aus Holzspänen sinnvoll sein, die der Vogel dann selbst ausräumt.
Wie bohrt man ein genaues Einflugloch?
Das Loch exakt zu treffen ist einfacher, als es klingt.
- Einen Forstnerbohrer oder eine Lochsäge in der genauen Größe verwenden. Größen wie 26, 28, 32 und 45 mm sind im Fachhandel erhältlich.
- Von außen nach innen bohren und ein Reststück Holz dahinter spannen, damit nichts ausfranst.
- Nach dem Bohren nachmessen. Manche Bohrer schneiden etwas zu groß, und schon 1 bis 2 mm können den Unterschied zwischen Blaumeise und Kohlmeise ausmachen. Prüfen Sie mit einem Messschieber.
- Die Kanten leicht glätten, ohne die Öffnung zu vergrößern.
- Die Innenseite der Vorderwand aufrauen, mit flachen Sägeschnitten oder einer Drahtbürste unterhalb des Lochs, damit Jungvögel hinausklettern können.
Was tun, wenn ein Specht oder Eichhörnchen das Loch vergrößert?
Buntspechte hacken Einfluglöcher gelegentlich auf, um an Eier und Nestlinge zu gelangen, und Eichhörnchen nagen am Holz. Ein Schutzblech aus Metall mit dem passenden Loch, über dem Eingang festgeschraubt, stellt die richtige Größe wieder her und verhindert weiteres Aufnagen. Ein vorgesetzter Holzblock von einigen Zentimetern Stärke verlängert zudem den Einflugtunnel, sodass Marder und Katzen schlechter hineinreichen. Kästen aus Holzbeton sind gegen Spechte von vornherein widerstandsfähiger.
Spielt die Form des Einflugs eine Rolle?
Meist sind runde Löcher der Standard, und von ihnen geht die Tabelle aus. Einige andere Formen werden gezielt eingesetzt.
Ovale Löcher. Für den Gartenrotschwanz empfehlen viele Bauanleitungen ein querovales Loch, weil er hellere Höhlen mit größerer Öffnung bevorzugt. Auch Kästen mit zwei Löchern nebeneinander werden für ihn und den Trauerschnäpper angeboten.
Querovale Schlitze für Mauersegler. Mauersegler landen im Flug direkt am Einschlupf und brauchen einen flachen, breiten Eingang. Spezialkästen unter der Dachtraufe oder in die Fassade eingebaute Steine haben daher einen querovalen Einschlupf. Halten Sie sich hier an die Maße der Hersteller oder an Bauanleitungen der Naturschutzverbände.
Halbhöhlen. Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze und Rotkehlchen sind keine Höhlenbrüter im engeren Sinn. Ein rundes Loch, egal welcher Größe, beachten sie kaum. Sie nutzen Kästen, bei denen die obere Hälfte der Vorderseite offen ist, oder Nischen und Balkenköpfe an Gebäuden.
Kunstnester für Schwalben. Mehl- und Rauchschwalben bauen Lehmnester an Gebäuden. Für sie gibt es vorgefertigte Kunstnester, die unter Dachüberstände oder in Ställe gehängt werden.
Wie misst man das Loch eines gekauften Nistkastens?
Wenn Sie einen Kasten ohne klare Angaben gekauft haben, prüfen Sie ihn, bevor Sie ihn aufhängen.
- Die breiteste Stelle messen, mit einem Lineal oder besser einem Messschieber. Messen Sie zweimal im rechten Winkel, denn nicht jedes Loch ist ganz rund.
- Mit der Tabelle vergleichen. Ein Loch zwischen zwei Größen lässt den größeren Vogel herein. Ein als Blaumeisenkasten verkaufter Kasten mit 30 mm lässt auch Kohlmeisen und Sperlinge ein.
- Den Abstand vom Loch zum Boden prüfen. Messen Sie innen vom Boden bis zur Unterkante des Lochs. Deutlich weniger als etwa 10 cm ist für die meisten Arten zu flach.
- Die Grundfläche prüfen. Eine Fläche unter etwa 10 x 10 cm ist für ein Meisengelege zu eng.
- Reparieren, was geht. Ein Schutzblech kann ein zu großes Loch verkleinern. Einen zu flachen Kasten zu verbessern ist schwieriger, er dient vielleicht besser als Gartendekoration.

Wie hoch und in welche Richtung sollte der Kasten hängen?
Auch der beste Kasten mit perfekter Lochgröße bleibt leer, wenn er ungünstig hängt. Einige bewährte Grundregeln:
- Höhe. Für Meisen, Kleiber und Sperlinge genügen etwa 2 bis 3 m. Das ist hoch genug, um Katzen das Leben schwer zu machen, und niedrig genug, um den Kasten im Herbst ohne große Leiter zu reinigen. Starenkästen dürfen höher hängen, Halbhöhlen oft etwas niedriger in dichtem Bewuchs.
- Ausrichtung. Das Einflugloch zeigt am besten nach Osten oder Südosten, weg von der Wetterseite, die in Mitteleuropa meist im Westen liegt. Pralle Mittagssonne nach Süden kann Kästen im Frühsommer stark aufheizen.
- Neigung. Hängen Sie den Kasten senkrecht oder leicht nach vorn geneigt, damit kein Regen ins Loch läuft.
- Anflug. Vor dem Einflugloch sollte der Weg frei sein. Dichte Zweige direkt vor dem Loch erleichtern Nesträubern den Zugang.
- Befestigung. An Bäumen verwenden Sie am besten Aluminiumnägel oder einen Bügel mit Draht, der den Stamm nicht einschnürt.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Aufhängen?
Viele Naturschutzverbände empfehlen den Herbst. Dann nutzen Meisen, Zaunkönige und andere kleine Vögel die Kästen schon im Winter als Schlafplatz, lernen sie kennen und beziehen sie im Frühjahr eher. Wer erst im Februar oder März aufhängt, hat trotzdem gute Chancen, besonders bei Kohlmeisen und Sperlingen. Für späte Heimkehrer wie Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz, die erst im April aus Afrika zurückkommen, ist auch ein Aufhängen im zeitigen Frühjahr früh genug.
Warum sind Kästen für Gebäudebrüter so wichtig?
Mauersegler, Haussperling, Hausrotschwanz, Dohle und Mehlschwalbe sind in Städten und Dörfern auf Nischen, Spalten und Dachöffnungen an Gebäuden angewiesen. Bei energetischen Sanierungen, neuen Dächern und glatten Fassaden verschwinden diese Nistplätze oft. Brutstätten solcher Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, bei regelmäßig genutzten Plätzen auch außerhalb der Brutzeit. Vor einer Sanierung lohnt sich deshalb eine Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde. Spezialkästen und Einbausteine mit den richtigen Einflugmaßen können verlorene Nistplätze ersetzen.
Häufige Fehler
- Nach Optik kaufen. Viele Zierkästen haben zu große Löcher, zu kleine Grundflächen oder keine Belüftung. Prüfen Sie die Maße.
- Eine Sitzstange anbringen. Höhlenbrüter brauchen keine, und sie hilft Nesträubern.
- Die Lochgröße schätzen. Ein 32-mm-Loch für Blaumeisen gedacht, bringt fast sicher Kohlmeisen oder Sperlinge.
- Den falschen Kasten für den Lebensraum wählen. Ein Starenkasten in einem kleinen Stadtgarten ohne Rasenflächen in der Nähe bleibt oft leer.
- Innen streichen oder behandeltes Holz verwenden. Innen immer unbehandelt lassen. Außen, wenn überhaupt, mit umweltverträglicher, heller Farbe.
- Entwässerung, Belüftung und Reinigungsklappe vergessen. Gute Kästen haben kleine Löcher im Boden, einen Lüftungsspalt oben und eine Front oder ein Dach, das sich zum Reinigen öffnen lässt. Lesen Sie dazu, wann und wie Sie einen Nistkasten reinigen.
- Kasten ohne Schutz an Zäunen oder niedrigen Mauern. Katzen und Marder nutzen solche Strukturen als Laufwege.
- Kästen der gleichen Art zu dicht hängen. Meisen verteidigen Reviere. Mehrere Meisenkästen im Abstand von nur wenigen Metern werden oft nicht alle bezogen.
Kann ein Kasten mehreren Arten dienen?
Ja, in Grenzen. Ein 32-mm-Kasten im Garten kann in einem Jahr eine Kohlmeise, im nächsten einen Feldsperling und später einen Kleiber beherbergen. Deshalb hängen viele Gartenbesitzer zwei oder drei Kästen mit unterschiedlichen Lochgrößen auf, etwa einen mit 26 bis 28 mm und einen mit 32 mm.
Kästen für verschiedene Arten können näher beieinander hängen als Kästen für dieselbe Art. Sperlinge und Stare brüten gesellig und akzeptieren benachbarte Kästen, Meisen dagegen verteidigen ein Revier und brauchen mehr Abstand. Als grober Anhalt gelten für Meisenkästen gleicher Größe einige Dutzend Meter, in kleinen Gärten also meist ein Kasten pro Art.
Was ist mit Fledermäusen, Bilchen und Insekten?
Kästen ziehen nicht nur Vögel an. Haselmaus und Siebenschläfer nutzen in waldnahen Lagen gern Vogelkästen, Wespen und Hornissen bauen im Sommer manchmal ihre Nester darin, und Hummeln besiedeln gelegentlich alte Nester. Diese Tiere stehen teils unter Schutz und sollten in Ruhe gelassen werden. Fledermäuse brauchen ein ganz anderes Design, einen flachen Fledermauskasten mit einem Einschlupfspalt an der Unterseite, und nutzen normale Vogelkästen kaum.
Kurz und knapp
- 26 bis 28 mm: Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Haubenmeise.
- 30 bis 32 mm: Kohlmeise, Kleiber, Feldsperling, Trauer- und Halsbandschnäpper.
- 32 bis 35 mm: Haussperling.
- Etwa 45 mm: Star.
- Ovales Loch oder Halbhöhle: Gartenrotschwanz.
- Halbhöhle: Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze, Rotkehlchen.
- Große Spezialkästen: Dohle, Steinkauz, Waldkauz, Mauersegler.
- Nie eine Sitzstange.
Quellen
Häufige Fragen
Welche Einfluglochgröße braucht ein Meisenkasten?
Für Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise und Haubenmeise ist ein rundes Loch von 26 bis 28 mm üblich. Es hält die größere Kohlmeise, Sperlinge und Stare fern. Für die Kohlmeise empfehlen deutsche Naturschutzverbände meist 32 mm. Mit 28 mm kommt sie zwar ebenfalls hinein, aber dann konkurriert sie mit Blaumeisen um denselben Kasten.
Welches Einflugloch hält Sperlinge fern?
Ein rundes Loch von 26 bis 28 mm hält Haus- und Feldsperlinge fern, lässt aber Blaumeisen und andere kleine Meisen hinein. Ab etwa 30 bis 32 mm können Sperlinge einziehen. Da beide Sperlingsarten in Mitteleuropa heimisch sind und abgenommen haben, hängen viele Gartenbesitzer bewusst auch Sperlingskästen mit 32 bis 35 mm auf.
Welche Lochgröße braucht ein Starenkasten?
Der Star braucht ein rundes Einflugloch von etwa 45 mm, manche Bauanleitungen nennen bis 50 mm. Der Kasten sollte deutlich größer sein als ein Meisenkasten, mit einer Grundfläche von etwa 15 x 15 cm oder mehr. Stare brüten gern gesellig, daher können mehrere Kästen an einem Gebäude oder in einem Baumbestand hängen.
Brauchen Blaumeise und Kohlmeise verschiedene Nistkästen?
Nicht zwingend, aber es hilft. Blaumeisen sind kleiner und verlieren Streitigkeiten um Nistplätze meist gegen Kohlmeisen. Ein Kasten mit 26 bis 28 mm ist für Blaumeisen reserviert, weil Kohlmeisen durch 26 mm kaum hindurchpassen. Wer beiden Arten helfen will, hängt einen Kasten mit 26 bis 28 mm und einen mit 32 mm in einigem Abstand auf.
Entscheidet allein die Lochgröße, welcher Vogel einzieht?
Nein. Die Lochgröße bestimmt nur, welcher Vogel höchstens hineinpasst. Lebensraum, Aufhängehöhe, Größe der Grundfläche und Abstand des Lochs zum Boden entscheiden mit. Ein 32-mm-Kasten im Garten kann Kohlmeise, Feldsperling oder Kleiber anlocken, derselbe Kasten im Wald vielleicht einen Trauerschnäpper oder eine Haselmaus.
Braucht ein Nistkasten eine Sitzstange unter dem Loch?
Nein. Höhlenbrüter brauchen keine Sitzstange, um hineinzukommen, und eine Stange erleichtert Katzen, Mardern, Elstern und Eichelhähern den Zugriff auf das Nest. Besser ist eine leicht aufgeraute Innenseite der Vorderwand oder einige flache Rillen unter dem Loch, damit die Jungvögel beim Ausfliegen Halt finden.