Entennistkasten: Größe, Standort und Schutz für Schellente und Gänsesäger
Entennistkasten für Schellente und Gänsesäger: ovales Einflugloch, rund 60 cm Tiefe, Hobelspäne und Marderschutz am Pfahl nahe ruhigem Wasser. Maße, Kauftipps.
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In diesem Artikel
- Kurzantwort: das Wichtigste zum Entennistkasten
- Wie wir ausgewählt haben
- Was ist ein Entennistkasten, und welche Vögel nutzen ihn?
- Welche Maße braucht ein Entennistkasten?
- Wo sollte ein Entennistkasten hängen?
- Wie schützt man einen Entennistkasten vor Räubern?
- Wann sollte man einen Entennistkasten aufhängen?
- Wie reinigt man einen Entennistkasten?
- Was sind Sammelgelege, und wie verhindert man sie?
- Entscheidungstabelle: Welcher Kasten für welches Gewässer?
- Selbst bauen oder kaufen?
- Die besten Entennistkästen und das passende Zubehör
- Welche Alternativen gibt es zum Entennistkasten?
- Quellen
- Ausrüstung in diesem Ratgeber
- Häufige Fragen
Ein Entennistkasten ist ein hoher, tiefer Nistkasten mit querovalem Einflugloch von etwa 10 x 7,5 cm, rund 60 cm Innentiefe und einer Schicht von 8 bis 10 cm Hobelspänen am Boden. Setzen Sie ihn auf einen Pfahl mit Marderschutz, höchstens rund 30 m von ruhigem, baumbestandenem Wasser entfernt, und hängen Sie ihn spätestens im Spätwinter auf. Das ist schon das ganze Rezept.
Die Details entscheiden, ob in dem Kasten Küken schlüpfen oder ob er zur Futterstelle für Marder wird.
Kurzantwort: das Wichtigste zum Entennistkasten
- Einflugloch: queroval, etwa 10 cm breit und 7,5 cm hoch. Für Gänsesäger etwa 12 x 9,5 cm.
- Kasten: Innenfläche etwa 25 x 25 bis 30 x 30 cm, Innentiefe rund 60 cm, Unterkante des Lochs 40 bis 50 cm über dem Boden.
- Innen: 8 bis 10 cm grobe Hobelspäne, dazu eine Kletterhilfe aus Drahtgitter oder eingefrästen Rillen unter dem Loch.
- Montage: auf einem glatten Pfahl im oder am Wasser, mit Metallmanschette unter dem Kasten. Bäume sind riskanter.
- Lage: möglichst nicht weiter als rund 30 m vom Wasser, Einflugloch zur Wasserfläche, Kästen verteilt statt in Gruppen.
- Zeitpunkt: spätestens im Spätwinter hängen. Jedes Jahr vor der Brutzeit reinigen und neu einstreuen.
Wie wir ausgewählt haben
Wir haben diese Kästen nicht selbst aufgehängt oder betreut. Dieser Ratgeber beruht auf Recherche. Maße, Montagehöhen und Abstände stammen aus veröffentlichten Empfehlungen, vor allem aus dem Nistkastenprogramm NestWatch des Cornell Lab of Ornithology und von Ducks Unlimited. Diese Werte wurden für die nordamerikanische Brautente entwickelt und werden auch für Schellente und Säger genutzt, deshalb behandeln wir sie als Richtwerte. Für die Arten in Mitteleuropa haben wir uns an Informationen von NABU, LBV und Dachverband Deutscher Avifaunisten orientiert. Bei den Produkten nennen wir keine erfundenen Modelle, sondern klar beschriebene Produkttypen, die Sie im Handel finden. Wo wir eine Zahl nicht belegen konnten, haben wir sie weggelassen.
Was ist ein Entennistkasten, und welche Vögel nutzen ihn?
Ein Entennistkasten ist eine künstliche Baumhöhle für Enten, die in Höhlen brüten. Diese Enten können keine eigene Höhle zimmern. Sie sind auf alte Schwarzspechthöhlen, ausgefaulte Astlöcher und Nistkästen angewiesen.
Viele Anleitungen im Internet sprechen von der Brautente. Diese farbenprächtige Art ist in Nordamerika zu Hause. In Deutschland kommt sie nur vereinzelt als entflogener Parkvogel vor, deshalb richtet sich dieser Ratgeber an die heimischen Höhlenbrüter. Die Küken aller Arten verlassen den Kasten schon am Tag nach dem Schlupf, indem sie aus dem Einflugloch springen, manchmal aus mehreren Metern Höhe, und kehren nie zurück. Deshalb ist die Kletterhilfe innen so wichtig: Ein eintägiges Küken muss rund 40 bis 50 cm senkrechte Wand hinaufklettern.
Die wichtigsten Nutzer in Mitteleuropa:
- Schellente. Der klassische Kastenbrüter unter unseren Enten. In Deutschland brütet sie vor allem im Nordosten, etwa in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, an Waldseen mit alten Bäumen. In Skandinavien und Finnland ist das Aufhängen von Kästen für Schellenten seit Langem verbreitet.
- Gänsesäger. Ein großer Fischfresser an klaren Flüssen und Seen. In Deutschland brütet er vor allem in Bayern und im Alpenvorland sowie an Gewässern im Norden, außerdem in Österreich und der Schweiz. Er braucht ein größeres Einflugloch.
- Mandarinente. Eine ostasiatische Art mit verwilderten Beständen in einigen Regionen. Sie nimmt Kästen gern an, ist aber kein Ziel des Naturschutzes.
- Zwergsäger. Brütet im hohen Norden in Baumhöhlen und Kästen, in Deutschland ist er nur Wintergast.
Auch Hohltaube, Waldkauz, Dohle, Star und Eichhörnchen ziehen gelegentlich ein. Wenn Sie vor allem Eulen fördern wollen, ist ein eigener Eulenkasten besser geeignet, siehe unseren Ratgeber zum Eulennistkasten.

Welche Maße braucht ein Entennistkasten?
Bauen oder kaufen Sie einen Kasten mit etwa 25 x 25 bis 30 x 30 cm Innenfläche, rund 60 cm Innentiefe und einem querovalen Einflugloch von etwa 10 x 7,5 cm, dessen Unterkante 40 bis 50 cm über dem Boden liegt. Alles andere sind Details, die den Kasten langlebiger oder die Reinigung einfacher machen.
Maßtabelle für den Entennistkasten
| Merkmal | Empfehlung | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Einflugloch | Queroval, etwa 10 x 7,5 cm | Lässt das Weibchen hinein, hält große Räuber eher draußen |
| Einflugloch Gänsesäger | Queroval, etwa 12 x 9,5 cm | Der Gänsesäger ist deutlich größer und schwerer |
| Loch über dem Boden | Etwa 40 bis 50 cm | Eier liegen außer Reichweite einer Pfote durch das Loch |
| Innenfläche | 25 x 25 bis 30 x 30 cm | Platz für Gelege und Weibchen |
| Innentiefe | Etwa 60 cm | Üblicher Wert in veröffentlichten Bauplänen |
| Wandstärke | 2 bis 2,5 cm | Dämmung und Haltbarkeit |
| Kletterhilfe | Feines Drahtgitter oder raue Rillen unter dem Loch | Küken können hinausklettern |
| Nistmaterial | 8 bis 10 cm grobe Hobelspäne | Enten bringen keins mit |
| Entwässerung und Lüftung | Löcher im Boden, Spalt unter dem Dach | Hält Eier trocken und kühl |
| Zugang | Klappbare Seiten- oder Vorderwand | Jährliche Reinigung und Kontrolle |
| Sitzstange | Keine | Hilft Räubern, nicht Enten |
Zum Vergleich mit anderen Höhlenbrütern finden Sie in unserer Übersicht der Einfluglochgrößen die Maße für Meisen, Stare, Spechte, Turmfalken und Eulen.
Holz, Holzbeton oder Kunststoff?
Unbehandeltes Nadelholz wie Lärche, Douglasie oder Fichte ist die übliche Wahl. Lärche und Douglasie halten ohne Anstrich länger. Fichte ist günstiger und reicht, wenn die Außenseite unbehandelt bleibt oder höchstens mit einer wasserbasierten, umweltfreundlichen Lasur gestrichen wird, niemals innen. Kunststoff hält in dauerhaft nassen Lagen am längsten, kann sich in der Sonne aber stark aufheizen. Ein Kunststoffkasten gehört deshalb in den Schatten.
Wo sollte ein Entennistkasten hängen?
Hängen Sie ihn möglichst nicht weiter als rund 30 m von ruhigem, flachem Wasser mit Bäumen und Deckung, mit dem Einflugloch zur Wasserfläche. Waldseen, Teiche mit Erlen am Ufer, Altarme, langsame Flüsse und ruhige Buchten sind ideal. Offene, windige Seen mit kahlem Ufer sind schlechte Standorte.
Gutes Umfeld heißt: flaches Wasser mit Pflanzen und Insekten für die Küken, Ufergehölze wie Weiden und Erlen, und alte Bäume in der Nähe. Beim Gänsesäger zählt zusätzlich klares, fischreiches Wasser.
Pfahl, Pfosten oder Baum: welche Montage ist die beste?
Ein glatter Pfahl im Wasser mit Marderschutz ist die sicherste Montage. Ein Pfosten am Ufer ist die zweitbeste Lösung. Ein Baum ist am einfachsten, aber auch am leichtesten für Marder, Waschbären und Eichhörnchen zu erklettern.
| Montage | Risiko durch Räuber | Bester Schutz | Höhe | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Pfahl im Wasser | Am geringsten | Metallkegel oder Rohr unter dem Kasten | Mindestens 1 m über Hochwasser, oft 1,2 bis 1,8 m | Kontrolle mit Wathose oder Boot, auf Eisschub achten |
| Pfosten am Ufer | Mittel | Kegel oder Rohr, mindestens 1 m über dem Boden | So hoch, dass der Schutz 1 m Abstand zum Boden hat | Am leichtesten zu reinigen |
| Baumstamm am Wasser | Am höchsten | Breite Metallmanschette um den Stamm, Äste gestutzt | 2 bis 9 m | Nur wenn kein Ast den Kasten erreicht |
| Gebäude oder Scheunenwand | Mittel | Nichts darunter, woran Tiere klettern | 2 m oder mehr | Selten nah genug am Wasser |
Zu Halterungen, Rohrpfählen und festem Sitz des Pfostens lesen Sie unsere Anleitung, wie man einen Nistkasten an Pfahl, Baum oder Wand montiert.

Wie hoch sollte ein Entennistkasten hängen?
An Land nennt NestWatch für die Brautente 2 bis 9 m. Über Wasser stellen die meisten Programme die Kästen auf Pfähle mindestens 1 m über den höchsten Wasserstand, was in der Praxis oft 1,2 bis 1,8 m über der Oberfläche bedeutet. In Skandinavien hängen Schellentenkästen häufig höher an Bäumen am Ufer. Niedrigere Kästen sind leichter zu reinigen, und einen Kasten, an den Sie nicht herankommen, werden Sie nicht pflegen. Neigen Sie ihn ganz leicht nach vorn, damit Regen vorne abläuft und nicht in das Loch.
Wie weit sollten Entennistkästen auseinander hängen?
Verteilen Sie sie. NestWatch rät für die Brautente davon ab, Kästen zu gruppieren, und nennt einen Abstand von mindestens rund 180 m. Das Prinzip gilt auch für die Schellente, bei der ebenfalls mehrere Weibchen in einen Kasten legen können. Kästen, die gut sichtbar und dicht nebeneinander stehen, locken mehrere Weibchen in denselben Kasten, und es entstehen Sammelgelege.
Wie schützt man einen Entennistkasten vor Räubern?
Setzen Sie den Kasten auf einen Pfahl und bringen Sie darunter eine Metallmanschette an. In Mitteleuropa sind Steinmarder und Baummarder die wichtigsten Nesträuber an Höhlen, dazu kommen in vielen Regionen der eingeschleppte Waschbär und der Amerikanische Nerz, außerdem Eichhörnchen und Krähen, die an Eier gelangen. Ducks Unlimited veröffentlicht Baupläne für Schutzmanschetten, und alle funktionieren nach demselben Prinzip: eine glatte, breite Barriere, um die ein kletterndes Tier nicht herumkommt.
Die drei üblichen Bauarten:
- Kegel. Ein Kreis aus dünnem Blech mit rund 90 cm Durchmesser, aus dem ein Keil geschnitten wird. Er wird zu einem Kegel vernietet und unter dem Kasten am Pfahl befestigt.
- Rohr. Ein etwa 90 cm langes Metall- oder Kunststoffrohr mit mindestens 20 cm Durchmesser um den Pfahl, oben mit Maschendraht verschlossen, damit weder Schlangen noch Mäuse hineinklettern.
- Blechmanschette. Ein breites, glattes Blech, das um Pfahl oder Stamm gelegt wird. Am Baum ist das die gängige Lösung.
Ein paar Regeln machen jeden Schutz wirksam:
- Die Manschette sitzt mindestens 1 m über dem Boden oder dem Hochwasser, bei viel Schnee höher.
- Kein Ast, kein Schilfbüschel und kein Steg darf näher als rund 1,5 m an den Kasten heranreichen. Marder springen.
- Am Baum eine breite Metallmanschette verwenden und Äste stutzen, die den Kasten erreichen.
- Nie eine Sitzstange unter dem Loch anbringen.
Wann sollte man einen Entennistkasten aufhängen?
Hängen Sie ihn im Herbst oder Winter auf, damit er spätestens im Spätwinter bereit ist. Schellenten besetzen ihre Reviere oft schon im Februar und März, während auf manchen Seen noch Eis liegt, und die Eiablage beginnt meist im April. Gänsesäger brüten ebenfalls früh im Jahr.
Beide Arten ziehen nur eine Brut pro Jahr groß. Ein Kasten, der erst im Frühjahr hängt, bleibt deshalb meist bis zum nächsten Jahr leer. Unser Ratgeber, wann man Nistkästen aufhängen sollte, behandelt die gleiche Frage für Singvögel und Eulen.
Wie lange dauert es, bis Enten einen neuen Kasten nutzen?
Manche Kästen werden im ersten Frühjahr angenommen, andere brauchen ein bis drei Jahre. Weibchen kehren oft in die Gegend zurück, in der sie selbst geschlüpft sind, deshalb kann es dauern, bis sich ein neuer Standort herumspricht. Bleibt ein Kasten drei Jahre leer, versetzen Sie ihn an ruhigeres Wasser mit mehr Deckung.

Wie reinigt man einen Entennistkasten?
Reinigen Sie ihn einmal im Jahr im Spätwinter, bevor die ersten Weibchen zurückkehren. Öffnen Sie die Klappe, kratzen Sie alte Späne, Eischalenhäute und Daunen heraus, prüfen Sie den Kasten auf Schäden und füllen Sie 8 bis 10 cm frische, grobe Hobelspäne ein.
Schritt für Schritt:
- Einen Tag im Spätwinter wählen, bevor in Ihrer Region die Brut beginnt. Über Eis nur gehen, wenn Sie sicher wissen, dass es trägt.
- Vor dem Öffnen an den Kasten klopfen. Waldkäuze, Eichhörnchen und Siebenschläfer nutzen Entenkästen gern als Unterschlupf.
- Altes Material vollständig entfernen. Alte Daunen und Schalen tragen Milben und Pilze.
- Nester anderer Arten richtig behandeln. Alle heimischen Vögel und ihre Nester sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Ein belegtes Nest bleibt immer unberührt.
- Kletterhilfe, Scharniere und Boden prüfen. Verschlissenes Drahtgitter ersetzen, morsche Stellen ausbessern.
- Neu einstreuen. Grobe Hobelspäne aus unbehandeltem Nadelholz, 8 bis 10 cm hoch. Kein Sägemehl, kein Heu, kein Stroh.
- Pfahl und Schutz prüfen. Eis kann Pfähle im Wasser schief drücken. Richten Sie sie auf und setzen Sie die Manschette neu.
Allgemeine Tipps zur Kastenpflege finden Sie in unserem Ratgeber, wann und wie man einen Nistkasten reinigt.
Was sind Sammelgelege, und wie verhindert man sie?
Von einem Sammelgelege spricht man, wenn Weibchen ihre Eier in den Kasten eines anderen Weibchens legen. Fachleute nennen das innerartlichen Brutparasitismus. Bei der Brautente ist er sehr häufig, und auch bei der Schellente ist er gut belegt. Ein Sammelgelege kann weit mehr Eier enthalten, als ein Weibchen bedecken kann, und der Schlupferfolg sinkt dann deutlich.
Zeichen für ein Sammelgelege:
- Ungewöhnlich viele Eier in einem Kasten, deutlich mehr als bei einem normalen Gelege.
- Eier in unterschiedlichen Farbtönen oder Größen.
- Eier, die über viele Tage nicht bebrütet werden.
So verringern Sie das Problem:
- Kästen verteilen. Möglichst große Abstände statt Reihen am Ufer.
- Kästen weniger sichtbar machen. Kästen im Schutz von Ufergehölzen werden von weniger Weibchen gefunden als eine Reihe im offenen Wasser.
- Kästen versetzen, in denen es jedes Jahr zu Sammelgelegen kommt.
Wenn Sie ein Sammelgelege finden, lassen Sie es in Ruhe. Das Entnehmen oder Verlegen von Eiern wild lebender Vögel ist nach dem Naturschutzrecht verboten und hilft in aller Regel ohnehin nicht.
Entscheidungstabelle: Welcher Kasten für welches Gewässer?
Diese Tabelle ist unsere eigene Zusammenfassung der Empfehlungen oben. Nutzen Sie sie, bevor Sie etwas kaufen.
| Ihre Situation | Bester Schritt |
|---|---|
| Waldsee oder Teich mit Erlen im Nordosten Deutschlands | Ein Entennistkasten auf einem geschützten Pfahl im Wasser, Loch zur offenen Wasserfläche |
| Klarer Fluss oder See im Alpenvorland mit Gänsesägern | Größerer Säger-Kasten an einem Uferbaum mit Manschette oder auf einem Pfosten |
| Teich mit gemähtem, kahlem Ufer | Zuerst Ufergehölze pflanzen, der Kasten kann eine Saison warten |
| Langsamer Bach mit steilen Ufern | Pfosten am Ufer oder Baumkasten mit breiter Metallmanschette |
| Mehrere Teiche auf einem Grundstück | Ein Kasten pro Teich oder möglichst große Abstände |
| Sie kommen zum Reinigen nicht an den Kasten | Keinen aufhängen oder tiefer an einem Uferpfosten montieren |
| Kein Wasser in einigen hundert Metern Umkreis | Keinen Entenkasten, besser einen Kasten für Turmfalke oder Waldkauz |
| Kasten jedes Jahr von Staren oder Dohlen belegt | Im Spätwinter reinigen, im zeitigen Frühjahr kontrollieren, näher ans Wasser versetzen |

Selbst bauen oder kaufen?
Fertige Entennistkästen sind im deutschen Handel seltener als Meisenkästen, und das Angebot schwankt. Ein guter Marderschutz kann so viel kosten wie der Kasten selbst. Planen Sie außerdem Pfahl, Hobelspäne und Befestigungsmaterial ein.
Selbstbau ist verbreitet und einfach. Aus einem langen, rund 30 cm breiten und 2 bis 2,5 cm starken Brett aus unbehandeltem Nadelholz lassen sich die meisten veröffentlichten Pläne umsetzen. Naturschutzverbände und Jagd- und Fischereivereine vor Ort haben oft Erfahrung mit solchen Kästen. Unser Ratgeber, wie man einen Nistkasten baut, erklärt Werkzeug, Zuschnitt und Schrauben, und mit den Maßen aus der Tabelle oben wird aus jedem einfachen Bauplan ein Entenkasten.
Die besten Entennistkästen und das passende Zubehör
Die bekannten nordamerikanischen Entenkästen werden in Europa kaum angeboten. Deshalb nennen wir hier klar beschriebene Produkttypen. Achten Sie beim Kauf auf die Maße aus der Tabelle. Die Verfügbarkeit ist je nach Land unterschiedlich, in Österreich und der Schweiz finden Sie oft andere Anbieter als in Deutschland.
Großer Entennistkasten aus unbehandeltem Holz: beste Wahl insgesamt
Suchen Sie einen hohen Kasten aus mindestens 2 cm starkem, unbehandeltem Holz mit querovalem Einflugloch von etwa 10 x 7,5 cm, einer Innentiefe um 60 cm, einer seitlichen Reinigungsklappe, Entwässerungslöchern im Boden und einer aufgerauten Innenwand oder einem Drahtgitter als Kletterhilfe. Kästen mit Sitzstange oder lackierter Innenseite lassen Sie liegen.
- Nicht kaufen, wenn: Sie alles inklusive Pfahl und Schutz in einem Paket erwarten.
Gänsesäger-Nistkasten: für den großen Säger
Der Gänsesäger ist deutlich größer als die Schellente und braucht ein weiteres Einflugloch, als Richtwert etwa 12 x 9,5 cm. Innentiefe und Kletterhilfe entsprechen dem normalen Entenkasten. Solche Kästen sind im Handel selten, oft ist Selbstbau oder ein Kasten aus einem regionalen Artenschutzprojekt der einfachere Weg.
- Nicht kaufen, wenn: an Ihrem Gewässer eher Schellenten vorkommen.
Marderschutz-Manschette aus Metall: bester Raubtierschutz
Eine breite, glatte Manschette aus verzinktem Blech oder Edelstahl ist wichtiger als jedes andere Detail. Sie wird unter dem Kasten am Pfahl oder um den Stamm gelegt, mindestens 1 m über Boden oder Hochwasser. Fertige Manschetten gibt es für Bäume, für Pfähle eignet sich auch ein selbst gebogener Blechkegel.
- Nicht kaufen, wenn: Äste oder Stege den Kasten ohnehin in Sprungweite erreichen. Dann zuerst den Standort ändern.
Grobe Hobelspäne aus Weichholz: bestes Nistmaterial
Grobe, entstaubte Hobelspäne aus unbehandeltem Nadelholz, wie sie auch als Einstreu für Kleintiere verkauft werden, sind die richtige Unterlage. Füllen Sie 8 bis 10 cm ein und tauschen Sie die Späne jedes Jahr aus.
- Nicht kaufen, wenn: das Produkt parfümiert oder chemisch behandelt ist.
Welche Alternativen gibt es zum Entennistkasten?
Die beste Alternative ist Lebensraum: Lassen Sie abgestorbene und alte Bäume am Wasser stehen, wo das gefahrlos möglich ist, denn darin entstehen natürliche Höhlen. Schwarzspechthöhlen in alten Buchen und Kiefern sind die ursprünglichen Brutplätze der Schellente.
Weitere Möglichkeiten:
- Brutkörbe oder Brutröhren eignen sich für Stockenten, nicht für Höhlenbrüter.
- Ein anderer Kasten für einen anderen Vogel. Ohne Gewässer sind ein Turmfalkenkasten, ein Eulenkasten oder Singvogelkästen aus unserer Liste der besten Nistkästen die bessere Investition.
Wenn Sie eine unserer Nistkastenkameras einbauen, führen Sie das Kabel nicht unterhalb der Manschette am Pfahl entlang, denn dort gibt es Mardern Halt.
Quellen
Ausrüstung in diesem Ratgeber
Großer Entennistkasten aus unbehandeltem Holz
Ein hoher, tiefer Kasten aus dickem, unbehandeltem Holz mit querovalem Einflugloch, Reinigungsklappe, Entwässerungslöchern und aufgerauter Innenwand als Kletterhilfe für die Küken.
- Ideal für
- Die meisten Teiche und Seeufer, an denen Sie selbst einen Pfahl und einen Marderschutz setzen.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie erwarten einen Kasten, der fertig mit Pfahl und Schutzmanschette geliefert wird, denn das ist fast immer separates Zubehör.
- Einflugloch
- Queroval, etwa 10 x 7,5 cm (Richtwert)
- Innentiefe
- Etwa 60 cm
- Material
- Unbehandeltes Holz, 2 bis 2,5 cm stark
Gänsesäger-Nistkasten mit größerem Einflugloch
Eine größere Variante des Entennistkastens mit weiterem Einflugloch für den deutlich schwereren Gänsesäger, ohne Sitzstange und mit Kletterhilfe innen.
- Ideal für
- Klare Flüsse und Seen in Bayern, im Alpenvorland, in Norddeutschland, Österreich und der Schweiz, an denen Gänsesäger vorkommen.
- Nicht kaufen, wenn
- Ihr Gewässer liegt im Brutgebiet der Schellente, aber nicht des Gänsesägers, denn dann passt das kleinere Einflugloch besser.
- Einflugloch
- Queroval, etwa 12 x 9,5 cm (Richtwert)
- Innentiefe
- Etwa 60 cm
- Material
- Unbehandeltes Holz
Marderschutz-Manschette aus Metall
Eine breite, glatte Metallmanschette für Pfahl oder Stamm, an der Marder, Waschbären und Katzen nicht vorbeiklettern können.
- Ideal für
- Jeden Entennistkasten auf einem Pfahl oder an einem freistehenden Baum.
- Nicht kaufen, wenn
- Äste, Stege oder Schilf reichen bis auf rund 1,5 m an den Kasten heran, denn dann springen Marder einfach darüber.
- Material
- Verzinktes Blech oder Edelstahl
- Montage
- Unter dem Kasten, mindestens 1 m über Boden oder Hochwasser
Grobe, entstaubte Hobelspäne aus Weichholz
Enten tragen kein Nistmaterial ein, deshalb braucht jeder Kasten eine Schicht grober Hobelspäne als Unterlage für das Gelege.
- Ideal für
- Die jährliche Reinigung im Spätwinter, wenn die alte Einstreu raus muss.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie haben nur Sägemehl, Heu oder Stroh, denn Sägemehl verklumpt und Heu schimmelt.
- Menge
- 8 bis 10 cm Schichthöhe
- Material
- Unbehandeltes Nadelholz, grob und staubarm
Häufige Fragen
Welche Maße braucht ein Entennistkasten?
Als Richtwert gelten eine Innenfläche von etwa 25 x 25 bis 30 x 30 cm, eine Innentiefe von rund 60 cm und ein queroval ausgesägtes Einflugloch von etwa 10 x 7,5 cm, das 40 bis 50 cm über dem Boden liegt. Für Gänsesäger wählt man ein größeres Loch von etwa 12 x 9,5 cm. Unter dem Loch braucht es eine raue Kletterhilfe für die Küken.
Wie hoch sollte ein Entennistkasten hängen?
An Land sind 2 bis 9 m üblich, möglichst nicht weiter als etwa 30 m vom Ufer entfernt. Über Wasser steht der Kasten meist auf einem Pfahl mindestens 1 m über dem höchsten Wasserstand, oft 1,2 bis 1,8 m über der Oberfläche. So bleibt er gut erreichbar. Wichtiger als die genaue Höhe ist ein Marderschutz, der wirklich funktioniert.
Wann sollte man einen Entennistkasten aufhängen?
Spätestens im Spätwinter. Schellenten und Gänsesäger suchen ab Februar und März nach Bruthöhlen, oft schon während noch Eis auf den Seen liegt. Ideal ist die Montage im Herbst oder Frühwinter. Ein Kasten, der erst im Mai hängt, verpasst meist die gesamte Brutsaison, denn beide Arten brüten früh und nur einmal im Jahr.
Brauchen Entennistkästen Hobelspäne?
Ja. Enten tragen kein Nistmaterial ein. Das Weibchen legt die Eier direkt in das, was im Kasten liegt, und polstert später mit eigenen Daunen. Füllen Sie 8 bis 10 cm grobe Hobelspäne oder Holzhackschnitzel ein. Sägemehl verdichtet sich und bleibt nass, Heu und Stroh können schimmeln. Tauschen Sie die Einstreu jeden Spätwinter aus.
Warum liegen viele Eier im Kasten, aber keine Ente brütet?
Wahrscheinlich ist es ein Sammelgelege. Mehrere Weibchen haben in denselben Kasten gelegt, das Gelege ist zu groß zum Bebrüten, und die Brut scheitert oft. Auffällig große Gelege oder Eier in unterschiedlichen Farbtönen sind typische Zeichen. Hängen Sie Kästen weiter auseinander und weniger gut sichtbar vom offenen Wasser aus auf.