Nistkasten aufhängen: am Pfahl, am Baum oder an der Hauswand
Nistkasten aufhängen: Höhe, Himmelsrichtung und Befestigung an Pfahl, Baum oder Hauswand, plus Schutz vor Katze, Marder und Waschbär Schritt für Schritt.

In diesem Artikel
- Kurz und knapp: Pfahl, Baum oder Hauswand?
- Warum ist ein Metallpfahl die sicherste Befestigung?
- Wie montiert man einen Nistkasten auf einem Pfahl?
- Wie hängt man einen Nistkasten an einen Baum?
- Kann man einen Nistkasten an der Hauswand anbringen?
- Wie befestigt man eine Halbhöhle für Rotkehlchen und Hausrotschwanz?
- In welcher Höhe sollte ein Nistkasten hängen?
- In welche Richtung sollte das Einflugloch zeigen?
- Kann man einen Nistkasten an Zaun oder Balkongeländer befestigen?
- Wie schützt man einen Nistkasten vor Mardern, Katzen und Waschbären?
- Wie weit sollten Nistkästen auseinander hängen?
- Wie weit sollte ein Nistkasten von der Futterstelle entfernt sein?
- Häufige Fehler
- Wann sollte man einen Nistkasten aufhängen?
- Kurz zusammengefasst
- Quellen
- Häufige Fragen
Einen Nistkasten aufhängen sollten Sie für Meisen und andere kleine Höhlenbrüter dort, wo Katzen, Marder und Waschbären ihn schwer erreichen: an einem glatten Metallpfahl mit Kletterschutz oder, wie in deutschen Gärten üblich, in 2 bis 3 m Höhe an einem gesunden Baumstamm mit Marderschutz am Einflugloch. Hauswände unter dem Dachvorsprung passen zu Haussperlingen, Staren, Mauerseglern und Mehlschwalben. Zäune und Holzpfosten sind die riskanteste Wahl, weil Katzen sie als Laufweg nutzen.
Die Befestigung entscheidet darüber, ob ein Kasten sicher ist. Ein gut gebauter Kasten mit dem richtigen Fluglochdurchmesser kann Jahr für Jahr scheitern, wenn ein Marder hineingreifen oder eine Katze auf dem Dach lauern kann. Dieser Ratgeber erklärt die drei wichtigsten Befestigungsarten, passende Höhen und Himmelsrichtungen für häufige Arten, die Montage Schritt für Schritt und die Fehler, die am meisten Bruten kosten.
Kurz und knapp: Pfahl, Baum oder Hauswand?
| Befestigung | Schutz vor Nesträubern | Passende Arten | Hauptnachteil |
|---|---|---|---|
| Metallpfahl mit Kletterschutz | Am höchsten | Meisen, Feldsperling, Star, Gartenrotschwanz | Kletterschutz und Verankerung nötig |
| Holzpfosten | Gering ohne Kletterschutz | Wie beim Pfahl | Leicht zu erklettern, fault im Boden |
| Baumstamm | Mittel | Meisen, Kleiber, Trauerschnäpper, Star, Buntspecht, Käuze | Katzen, Marder und Eichhörnchen klettern hinauf |
| Hauswand oder Dachvorsprung | Mittel bis hoch | Haussperling, Star, Mauersegler, Mehlschwalbe, Hausrotschwanz, Turmfalke | Schwerer zu reinigen |
| Frei hängend am Ast | Gering | Nur wenige Arten | Schaukelt, leicht erreichbar für Kletterer |
| Zaun | Am geringsten | Selten zu empfehlen | Katzen patrouillieren an Zäunen |
Warum ist ein Metallpfahl die sicherste Befestigung?
Ein glatter Metallpfahl lässt sich schlecht erklettern und trennt den Kasten von Ästen, Zäunen und Dächern, über die sich Räuber nähern. Mit einem Kletterschutz, also einem Zylinder oder Kegel unterhalb des Kastens, halten Sie die wichtigsten kletternden Nesträuber fern: Hauskatzen, Steinmarder, Eichhörnchen und, in vielen Regionen Deutschlands inzwischen verbreitet, Waschbären.
In Nordamerika setzen Vogelschützer für Nistkastenreihen fast immer auf Pfähle mit Kletterschutz. In deutschen Gärten ist der Pfahl seltener, weil Meisenkästen traditionell an Bäumen hängen. Er ist aber eine gute Lösung, wenn im Garten kein geeigneter Baum steht, viele Katzen unterwegs sind oder Waschbären regelmäßig Nester plündern.
Welche Pfähle eignen sich?
- Verzinktes Stahlrohr in einer Einschlaghülse oder einem kleinen Betonfundament ist stabil und trägt auch größere Kästen wie Starenkästen.
- Ein glattes Metallrohr über einem eingeschlagenen Bewehrungsstab ist eine verbreitete Selbstbaulösung. Der Stab verankert, das glatte Rohr lässt sich kaum erklettern.
- Fertige Nistkastenständer gibt es mit Montageplatte, viele sind auf einen Kletterschutz ausgelegt.
- Holzpfosten sind am einfachsten, aber am unsichersten. Katzen und Marder klettern mühelos daran hoch. Ohne Kletterschutz sollten Sie keinen verwenden.
Unser Ratgeber zu Ständern und Abwehrkegeln für Futterstellen beschreibt die Technik ausführlicher. Die gleichen Grundsätze gelten für Nistkästen.
Welcher Kletterschutz ist der richtige?
Zwei Bauformen sind verbreitet.
Zylinder sind Rohre mit etwa 20 cm Durchmesser und rund 60 cm Länge, die direkt unter dem Kasten am Pfahl sitzen. Sie gelten als die wirksamste Form gegen Waschbären und Marder, weil es nichts zum Festhalten gibt und der lose Oberrand wackelt.
Kegel weiten sich unterhalb des Kastens nach außen. Sie halten Eichhörnchen und Katzen gut ab, schützen aber weniger zuverlässig vor geschickten Kletterern, die sich um den Rand herumarbeiten.
Die Oberkante des Kletterschutzes sollte mindestens 1,2 m über dem Boden liegen, damit Tiere nicht darüberspringen. Halten Sie die ganze Anlage 2,5 bis 3 m von allem entfernt, von dem ein Eichhörnchen oder eine Katze abspringen könnte. Mehr zu Größe und Position lesen Sie in Abwehrkegel gegen Eichhörnchen erklärt.

Wie montiert man einen Nistkasten auf einem Pfahl?
- Standort wählen. Suchen Sie einen ruhigen Platz, der zur gewünschten Art passt, abseits von Futterstellen, Türen und viel begangenen Wegen.
- Leitungen prüfen. Bevor Sie graben oder etwas in den Boden schlagen, klären Sie, ob dort Strom-, Gas- oder Wasserleitungen liegen. Die örtlichen Versorger geben Leitungsauskünfte, auf dem eigenen Grundstück helfen Baupläne.
- Verankern. Schlagen Sie einen Bewehrungsstab etwa 60 cm tief ein oder setzen Sie eine Einschlaghülse beziehungsweise ein kleines Fundament. In lockerem oder sandigem Boden brauchen Sie Beton oder eine längere Verankerung.
- Pfahl aufsetzen und lotrecht ausrichten. Prüfen Sie mit der Wasserwaage an zwei Seiten.
- Kletterschutz montieren. Seine Oberkante sitzt knapp unter dem Kasten und mindestens 1,2 m über dem Boden.
- Kasten befestigen. Nutzen Sie eine Halterung, einen Rohrflansch oder Rohrschellen. Der Kasten darf sich weder drehen noch wackeln.
- Leicht nach vorn neigen. Wenn möglich, kippen Sie den Kasten ein wenig nach vorn, damit Regen an der Front abläuft und nicht ins Flugloch.
- Marderschutz am Flugloch anbringen, wo Waschbären oder Marder vorkommen. Ein aufgesetzter Holzblock verlängert den Fluglochtunnel, ein Vorbau aus Drahtgeflecht erschwert das Hineingreifen zusätzlich.
- Klappe prüfen. Sie sollten den Kasten zum Kontrollieren und Reinigen öffnen können, ohne auf einer wackligen Leiter zu stehen.
Wie hängt man einen Nistkasten an einen Baum?
Bäume passen zu Arten, die von Natur aus in Stammhöhlen brüten: Blaumeise, Kohlmeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Kleiber, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz, Star und Buntspecht, bei großen Kästen auch Waldkauz. Die meisten Nistkästen in deutschen Gärten hängen an Bäumen, und das funktioniert gut, wenn Sie ein paar Punkte beachten.
Schritt für Schritt am Baum
- Gesunden Stamm wählen, den Sie in den nächsten Jahren nicht fällen oder stark zurückschneiden, mit freier Anflugschneise zum Flugloch.
- Rückwand oder Aufhängeleiste nutzen. Eine Leiste, die über und unter den Kasten hinausragt, nimmt die Befestigung auf, nicht der Kasten selbst. Viele Kästen aus Holzbeton haben einen Aufhängebügel.
- Aluminiumnägel oder Edelstahlschrauben verwenden. Aluminium ist weich genug, dass eine Säge beim späteren Fällen keinen Schaden nimmt, und rostet nicht. Stahlnägel sollten Sie nicht in lebende Bäume schlagen.
- Befestigung locker lassen oder alle ein bis zwei Jahre ein Stück herausdrehen, damit der wachsende Baum sie nicht überwallt.
- Oder einen Gurt verwenden. Ein gepolsterter Gurt oder ein Draht in einem Stück Gartenschlauch um den Stamm kommt ohne Löcher im Holz aus. Lockern Sie ihn jedes Jahr, damit er den Stamm nicht einschnürt.
- Stammschutz ergänzen, wenn Katzen oder Marder häufig sind. Ein Katzenabwehrgürtel oder eine mindestens 60 cm hohe Manschette aus glattem Blech unterhalb des Kastens hilft, verhindert aber keinen Sprung von benachbarten Ästen.
Hängen Sie Kästen an fremden, kommunalen oder öffentlichen Bäumen nur mit Erlaubnis des Eigentümers auf.
Welche Nachteile haben Bäume?
Eichhörnchen, Katzen und Marder erreichen Baumkästen leicht. Eichhörnchen nagen Fluglöcher manchmal größer oder besetzen Kästen, und der Buntspecht hackt gelegentlich Holzkästen auf, um an die Jungvögel zu kommen. Ein Metallschild um das Flugloch und ein ausreichend tiefer Kasten, bei dem der Nestboden weit unter dem Loch liegt, helfen. Kästen aus Holzbeton, wie sie viele europäische Hersteller anbieten, widerstehen Spechten und Eichhörnchen besser als einfaches Holz.

Kann man einen Nistkasten an der Hauswand anbringen?
Ja, und für manche Arten ist ein Gebäude der natürliche Brutplatz. Haussperling, Feldsperling, Hausrotschwanz, Mauersegler, Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Star, Dohle, Turmfalke und Schleiereule brüten in Mitteleuropa an oder in Gebäuden. Weil bei Sanierungen viele Nischen unter Dächern verschwinden, sind Kästen an der Fassade für diese Arten besonders wertvoll.
Tipps für die Wandmontage
- Mit Dübeln und Schrauben in tragfähiges Mauerwerk befestigen, nie nur in Verkleidung oder Dämmung.
- Unter den Dachvorsprung hängen, wo der Kasten Schatten und Regenschutz hat.
- Nicht über Türen, Fenstern oder Terrassen montieren, sonst stört der Kot und der Betrieb verschreckt die Vögel.
- An die Reinigung denken. Ein Kasten in 6 m Höhe braucht eine sichere Leiter. Wählen Sie dort Modelle, die kaum gereinigt werden müssen, etwa Mauerseglerkästen.
- Mauerseglerkästen hoch anbringen, mindestens etwa 5 m, mit freiem Luftraum unter dem Einflug, weil sich Mauersegler zum Abflug fallen lassen.
- Mehlschwalbennester direkt unter die Traufe setzen, gern mehrere nebeneinander, weil Mehlschwalben in Kolonien brüten. Ein Kotbrett einige Dezimeter darunter hält die Fassade sauber.
- Koloniekästen für Sperlinge mit mehreren Kammern passen gut an Hauswände, denn Haussperlinge brüten gesellig.
Achtung bei Sanierungen: Gebäudebrüter und ihre Niststätten sind in Deutschland gesetzlich geschützt. Wer ein Dach oder eine Fassade saniert, sollte sich früh bei der unteren Naturschutzbehörde oder beim NABU beraten lassen.
Wie befestigt man eine Halbhöhle für Rotkehlchen und Hausrotschwanz?
Halbhöhlen haben statt eines runden Flugloches eine halb offene Front. Sie passen zu Arten, die in Nischen brüten, etwa Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze und Zaunkönig. Weil die Brut von außen sichtbar ist, kommt es hier besonders auf die Deckung an.
- Verstecken statt präsentieren. Hängen Sie die Halbhöhle in dichten Efeu, wilden Wein, Kletterrosen oder an eine berankte Wand, sodass sie von außen kaum auffällt.
- Vor Katzen schützen. Auch versteckt sollte der Kasten mindestens 1,5 m hoch hängen und nicht von einer Mauerkrone, einem Fensterbrett oder einer Mülltonne aus erreichbar sein.
- Unter einem Vordach anbringen. Hausrotschwanz und Bachstelze nehmen gern Halbhöhlen unter Carports, Schuppendächern oder Dachüberständen an.
- Fest verschrauben. Halbhöhlen dürfen genauso wenig wackeln wie geschlossene Kästen.
In welcher Höhe sollte ein Nistkasten hängen?
Die Höhe hängt von der Art ab, und auch die Erreichbarkeit zum Reinigen spielt eine Rolle. Die folgenden Werte sind typische Bereiche aus Nistkastenempfehlungen von Vogelschutzverbänden.
| Art | Typische Höhe | Fluglochdurchmesser |
|---|---|---|
| Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise | 2 bis 3 m | 26 bis 28 mm |
| Kohlmeise, Kleiber, Feldsperling | 2 bis 3 m | 32 mm |
| Haussperling | 2 bis 5 m, meist am Haus | 32 bis 35 mm |
| Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz | 1,5 bis 3 m | 32 mm oder ovales Loch |
| Star | 3 bis 6 m | etwa 45 mm |
| Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Grauschnäpper (Halbhöhle) | 1,5 bis 3 m, geschützt in Kletterpflanzen oder unter Vordächern | offene Front |
| Zaunkönig | unter 2 m, gut versteckt | seitlicher Einschlupf |
| Mauersegler | ab etwa 5 m | längliches Einflugloch |
| Waldkauz | 4 bis 8 m | große Röhre |
Die richtigen Lochgrößen aller Arten finden Sie in unserer Tabelle Fluglochgrößen nach Vogelart.

In welche Richtung sollte das Einflugloch zeigen?
Ziel ist Schutz vor dem schlimmsten Wetter und vor Überhitzung.
- Weg von Wind und Regen. In Mitteleuropa kommt das Wetter meist aus Westen. Deshalb gilt ein Flugloch nach Osten oder Südosten als Standardempfehlung.
- Nicht in die pralle Nachmittagssonne. Kästen in voller Südsonne können an heißen Tagen überhitzen, Jungvögel sterben dann im Kasten. Schatten von einem Baum, ein breites Dach und Lüftungsspalten helfen.
- Mit freiem Anflug. Vor dem Flugloch sollten keine Äste oder dichten Zweige hängen. Die Altvögel wollen direkt anfliegen, und Katzen sollen dort keinen Hinterhalt finden.
- Mit Deckung in der Nähe. Ein Strauch oder Baum in einigen Metern Entfernung gibt den Jungen beim ersten Ausflug einen Landeplatz.
Die Richtung ist weniger wichtig als der Schutz. Ein Kasten auf der schattigen, windabgewandten Seite eines Stammes kann fast in jede Richtung zeigen.
Kann man einen Nistkasten an Zaun oder Balkongeländer befestigen?
Man kann, aber für den Schutz vor Räubern ist es die schwächste Lösung. Zaunoberkanten sind Laufwege für Katzen, Marder und Eichhörnchen, und ein Kasten an einem Zaunpfosten sitzt genau auf dieser Route. Bei Balkongeländern kommt ständiger Betrieb hinzu, der scheue Arten fernhält und zu aufgegebenen Bruten führt.
Wenn ein Zaun die einzige Möglichkeit ist, etwa in einem kleinen Stadtgarten, senken Sie das Risiko so:
- Befestigen Sie den Kasten an der vom Zaun abgewandten Seite eines Pfostens, nicht obenauf, wo Tiere am Flugloch vorbeilaufen.
- Bringen Sie einen Fluglochvorbau an, der den Tunnel auf 7,5 cm oder mehr verlängert, damit keine Pfote das Nest erreicht.
- Wählen Sie eine Art, die es verträgt, etwa Kohlmeise, Blaumeise oder Haussperling.
- Beobachten Sie den Kasten und hängen Sie ihn um, wenn ein Nest ausgeräumt wurde.
Wie schützt man einen Nistkasten vor Mardern, Katzen und Waschbären?
In Nordamerika sind Kletternattern ein Hauptproblem an Nistkästen. In Mitteleuropa spielen Schlangen an Gartenkästen kaum eine Rolle, dafür sind Hauskatzen, Steinmarder und regional der eingeschleppte Waschbär die wichtigsten Räuber, dazu Eichhörnchen, Buntspecht und Elstern. Die wirksamsten Maßnahmen:
- Ein Zylinder-Kletterschutz am Pfahl mit etwa 20 cm Durchmesser und 60 cm Länge, oben so dicht am Pfahl, dass sich kein Tier zwischen Schutz und Pfahl hindurchzwängt.
- Ein glatter Metallpfahl statt Holz, ohne Brücken über den Kletterschutz, also kein hohes Gras, keine Ranken, keine Sträucher direkt daneben.
- Ein Fluglochvorbau oder Marderschutz, der den Weg zum Nest verlängert. Viele Holzbetonkästen gibt es mit passendem Vorbau.
- Ausreichend Abstand zwischen Flugloch und Nestboden, damit eine Pfote nicht bis zu den Jungen reicht.
- Keine Netze oder Klebebarrieren. Lose Netze und Klebstoffe fangen und töten Vögel, Igel und andere Tiere und sind nicht zu empfehlen.
Keine Methode ist perfekt, aber ein gut montierter Kletterschutz an einem freistehenden Metallpfahl hält die meisten kletternden Räuber fern.
Wie weit sollten Nistkästen auseinander hängen?
Der Abstand hängt davon ab, wie stark eine Art ihr Revier verteidigt.
- Meisen im Garten: Ein kleiner Garten beherbergt meist nur ein Paar jeder Art. Zwei oder drei Kästen mit verschiedenen Lochgrößen, verteilt auf den Garten, bringen mehr als mehrere gleiche Kästen dicht beieinander.
- Kohlmeise und Blaumeise: Kästen derselben Art sollten einige Dutzend Meter auseinander hängen. Kästen verschiedener Arten dürfen näher zusammen hängen.
- Koloniebrüter: Haussperling, Feldsperling, Mehlschwalbe, Mauersegler und Star brüten gern dicht beieinander. Mehrere Kammern oder Nester nebeneinander sind hier normal.
- Halbhöhlen: Rotkehlchen und Hausrotschwanz sind revierstark, ein Kasten pro Garten reicht meist.

Wie weit sollte ein Nistkasten von der Futterstelle entfernt sein?
Hängen Sie Nistkästen deutlich abseits von Futterstellen auf, ideal 5 m oder mehr und möglichst außer Sichtweite. Futterstellen ziehen Betrieb an, darunter Eichhörnchen, Eichelhäher, Elstern, Stare und Räuber wie Sperber und Katzen. Ein brütendes Paar braucht Ruhe. Wo Futterstellen selbst am besten hängen, erklärt unser Ratgeber wo das Vogelfutterhaus am besten steht.
Häufige Fehler
- Befestigung an Zaun oder Holzpfosten ohne Kletterschutz. Das sind die häufigsten Wege für Katzen und Marder.
- Zu nah an Ästen oder Dächern. Eichhörnchen und Katzen springen. Halten Sie 2,5 bis 3 m Abstand.
- Stahlnägel fest in einen lebenden Baum. Der Baum wächst um den Nagel herum, der Kasten reißt oder kippt irgendwann.
- Flugloch zur Wetterseite. Nasse Nester kühlen die Jungen aus.
- Volle Nachmittagssonne auf einem dunklen Kasten. Überhitzung ist in heißen Sommern ein echtes Risiko.
- Zu hoch zum Kontrollieren. Wenn Sie den Kasten nicht leicht öffnen können, reinigen Sie ihn auch nicht. Siehe Nistkasten reinigen: wann und wie.
- Eine Sitzstange am Flugloch. Sie hilft Räubern und Konkurrenten, nicht den Brutvögeln.
- Kästen dort, wo Katzen streifen. Unser Ratgeber Vögel vor Katzen schützen zeigt, wie Sie das Risiko senken.
Wann sollte man einen Nistkasten aufhängen?
Am besten im Herbst oder spätestens im Spätwinter, damit der Kasten hängt, wenn die Vögel mit der Suche beginnen. Kästen, die im Herbst hängen, dienen im Winter oft schon als Schlafplatz. Unser Ratgeber wann man Nistkästen aufhängt nennt die Zeiten nach Region und Art. Im Herbst ist der Boden außerdem noch nicht gefroren, was das Setzen eines Pfahls deutlich erleichtert.
Kurz zusammengefasst
- Ein glatter Metallpfahl mit Zylinder-Kletterschutz ist die sicherste Befestigung für kleine Höhlenbrüter.
- Am Baum sind Aluminiumnägel, Edelstahlschrauben oder ein Gurt die schonende Wahl.
- Die Oberkante des Kletterschutzes liegt mindestens 1,2 m über dem Boden.
- Halten Sie 2,5 bis 3 m Abstand zu Ästen, Zäunen und Dächern.
- Meisenkästen hängen meist in 2 bis 3 m Höhe, Mauerseglerkästen ab etwa 5 m.
- Das Flugloch zeigt nach Osten oder Südosten und nicht in die pralle Nachmittagssonne.
- Nistkästen hängen mindestens 5 m von Futterstellen entfernt.
- Keine Sitzstange am Flugloch.
Quellen
Häufige Fragen
Wo hängt man einen Nistkasten am besten auf?
Für Meisen, Kleiber und Sperlinge eignen sich ein gesunder Baumstamm, eine geschützte Hauswand oder ein glatter Metallpfahl mit Kletterschutz. Der Kasten sollte fest sitzen, nicht in der prallen Mittagssonne hängen und für Katzen, Marder und Waschbären schwer erreichbar sein. Zäune und Holzpfosten ohne Schutz sind die riskanteste Wahl, weil Katzen sie als Laufweg nutzen.
In welcher Höhe sollte ein Nistkasten hängen?
Meisenkästen hängen meist in 2 bis 3 m Höhe, damit Katzen sie schwer erreichen und Sie sie trotzdem mit einer kleinen Leiter reinigen können. Halbhöhlen für Rotkehlchen und Hausrotschwanz dürfen tiefer und versteckter in Kletterpflanzen sitzen. Starenkästen hängen etwas höher, Mauerseglerkästen mindestens etwa 5 m hoch mit freiem Anflug.
In welche Himmelsrichtung sollte das Einflugloch zeigen?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen Wind und Regen überwiegend aus Westen. Deshalb empfehlen Naturschutzverbände wie der NABU ein Einflugloch nach Osten oder Südosten. Vermeiden Sie die pralle Südsonne am Nachmittag, weil sich der Kasten sonst stark aufheizt. Hängt der Kasten im Schatten und windgeschützt, ist die Richtung weniger wichtig.
Kann man einen Nistkasten frei an einen Ast hängen?
Nur mit Einschränkungen. Die meisten Höhlenbrüter mögen einen festen, nicht schaukelnden Kasten. Ein frei hängender Kasten kann zudem von Katzen und Mardern über den Ast erreicht werden. Wenn Sie ihn hängen, dann an einem kurzen, stabilen Draht oder Bügel, mit Abstand zum Stamm und so, dass er kaum pendelt.
Darf man einen Nistkasten an einen Baum nageln?
Nägel aus Stahl, fest in einen lebenden Baum geschlagen, schaden dem Baum und wachsen ein. Besser sind Aluminiumnägel mit einem Aufhängebügel, Edelstahlschrauben, die leicht hervorstehen und alle ein bis zwei Jahre gelockert werden, oder ein gepolsterter Gurt. Hängen Sie Kästen an fremden oder öffentlichen Bäumen nur mit Erlaubnis des Eigentümers auf.