Fledermauskasten: Größe, Standort und die besten Modelle
Fledermauskasten richtig aufhängen: rauer, schmaler Spalt, mindestens 3 bis 4 m hoch, freier Anflug, Sonne, mehrere Kästen. Bauarten, Standort und 4 Modelle.
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In diesem Artikel
- Kurzantwort: was einen Fledermauskasten erfolgreich macht
- Wie wir ausgewählt haben
- Passt ein Fledermauskasten in einen Vogelgarten?
- Welche Bauart und Größe braucht ein Fledermauskasten?
- Welche Farbe und wie viel Sonne braucht ein Fledermauskasten?
- Wo sollte ein Fledermauskasten hängen?
- Wie weit sollte ein Fledermauskasten von Futterstellen und Nistkästen entfernt sein?
- Selbst bauen oder kaufen, und lohnt sich ein größerer Kasten?
- Wie schnell wird ein Fledermauskasten besiedelt?
- Wie pflegt man einen Fledermauskasten?
- Sind Fledermäuse gesetzlich geschützt?
- Die besten Fledermauskästen
- Häufige Fehler beim Fledermauskasten
- Welche Alternativen gibt es zum Fledermauskasten?
- Quellen
- Ausrüstung in diesem Ratgeber
- Häufige Fragen
Ein Fledermauskasten ist ein flacher oder runder Kasten mit schmalen, rauen Spalten, in denen Fledermäuse den Tag verschlafen. Genutzt werden vor allem Kästen mit rauer Innenfläche und offenem Boden, die mindestens 3 bis 4 m hoch an einer Hauswand, einem Pfahl oder einem Baum mit freiem Anflug hängen, am besten gleich mehrere mit unterschiedlicher Ausrichtung.
Fledermäuse sind keine Vögel, aber sie jagen nachts über demselben Garten Insekten, in dem tagsüber Ihre Vögel unterwegs sind. Sie brauchen denselben ungespritzten, naturnahen Lebensraum, und viele Arten sind auf Hilfe angewiesen.
Kurzantwort: was einen Fledermauskasten erfolgreich macht
- Bauart: flache Spaltenkästen für Gebäude, runde Höhlenkästen für Bäume. Beide funktionieren in Mitteleuropa.
- Spaltbreite: etwa 1,5 bis 2,5 cm. Fledermäuse wollen eine enge Ritze, keinen offenen Raum.
- Innen: raue, gerillte Flächen, an denen sich die Tiere festkrallen, und eine raue Landefläche unter dem Einschlupf.
- Höhe: mindestens 3 bis 4 m, höher ist besser.
- Anflug: frei, ohne Äste, Leitungen oder Sträucher direkt vor dem Einschlupf.
- Sonne: gute Besonnung für Wochenstubenquartiere, dazu weitere Kästen an kühleren Seiten.
- Mehrere Kästen: Fledermäuse wechseln oft das Quartier, eine Gruppe von drei bis fünf Kästen ist besser als einer.
- Geduld: ein bis zwei Sommer sind üblich, manche Kästen brauchen länger.
Wie wir ausgewählt haben
Wir haben diese Kästen nicht selbst aufgehängt oder kontrolliert. Dieser Ratgeber beruht auf Recherche. Die Grundregeln zu Spaltbreite, Höhe und Besonnung stammen aus veröffentlichten Empfehlungen von Fledermausschützern, in Deutschland vor allem von NABU und BUND, sowie aus den langjährigen Bauempfehlungen von Bat Conservation International. Wo sich die nordamerikanischen Empfehlungen von der mitteleuropäischen Praxis unterscheiden, sagen wir es. Bei den Produkten nennen wir nur Bauarten und Merkmale, die der Hersteller selbst angibt, und klar beschriebene Produkttypen. Wo wir eine Zahl nicht belegen konnten, haben wir sie weggelassen.
Passt ein Fledermauskasten in einen Vogelgarten?
Ja. Fledermäuse und Singvögel konkurrieren weder um Nahrung noch um Platz, denn Fledermäuse jagen nach Einbruch der Dunkelheit und schlafen in schmalen Spalten, die kein Singvogel nutzt. Gemeinsam ist ihnen der Lebensraum: Insekten, Wasser und Pflanzen ohne Gift.
In deutschen Gärten jagen vor allem Zwergfledermaus und Mückenfledermaus, dazu je nach Lage Breitflügelfledermaus, Rauhautfledermaus, Großer Abendsegler, Braunes Langohr und über Gewässern die Wasserfledermaus. Sie fressen nachtaktive Insekten wie Nachtfalter, Käfer und Zuckmücken. Die Hoffnung, ein einziger Kasten würde die Stechmücken im Garten beseitigen, ist allerdings nicht belegt. Wer Stechmücken tatsächlich frisst, erklärt unser Artikel darüber, ob Vögel Mücken fressen.
Der wichtigere Grund ist der Schutz der Tiere. Viele Fledermausarten haben durch den Verlust von Quartieren in Altbauten und alten Bäumen, durch weniger Insekten und durch Pestizide gelitten. Die Pilzkrankheit Weißnasensyndrom, die in Nordamerika Millionen Fledermäuse getötet hat, kommt zwar auch in Europa vor, verursacht hier nach bisherigem Wissen aber kein Massensterben. Umso wichtiger sind hier sichere Sommerquartiere, vor allem für Wochenstuben, in denen Weibchen ihre Jungen großziehen.
Ein Fledermauskasten passt in dasselbe Konzept, das auch Vögeln hilft: heimische Sträucher, Wasser, kein Insektengift und ein paar wilde Ecken. Beginnen Sie mit unserem Ratgeber zur Gestaltung eines kleinen vogelfreundlichen Gartens und ergänzen Sie den Fledermauskasten als Nachtschicht, zusammen mit einem Insektenhotel.
Welche Bauart und Größe braucht ein Fledermauskasten?
In Mitteleuropa haben sich zwei Grundformen bewährt: flache Spaltenkästen und runde Höhlenkästen. Größere Kästen mit mehreren Kammern bieten mehr Temperaturzonen und damit mehr Auswahl.
Fledermäuse wählen ihr Quartier vor allem nach der Temperatur. Wochenstuben suchen warme Plätze, weil die Jungen Wärme brauchen. Höhere Kästen und Kästen mit mehreren Kammern erlauben es den Tieren, im Tagesverlauf nach oben in die Wärme oder nach unten in kühlere Luft zu rutschen. Deshalb zählen Bauart und Größe mehr als das Aussehen.
In Nordamerika empfiehlt Bat Conservation International sehr große Kästen mit mindestens rund 50 cm hohen Kammern, weil dort viele Arten in großen Kolonien leben. In Mitteleuropa sind die Kolonien der typischen Gartenarten meist kleiner, und kleinere, flache Kästen werden regelmäßig besiedelt, vor allem wenn mehrere in einer Gruppe hängen.
Übersicht der Bauarten
| Bauart | Typische Nutzer | Beste Montage | Ehrliche Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Deko-Kasten ohne raue Innenfläche | Kaum Fledermäuse | Keine | Eher Gartendeko, lieber weglassen |
| Flachkasten mit einer Kammer | Zwergfledermaus, Mückenfledermaus | Hauswand, Pfahl | Bewährt, besonders in Gruppen |
| Flachkasten mit mehreren Kammern | Spaltenbewohner, auch größere Gruppen | Hauswand, Pfahl | Mehr Temperaturzonen, gute Chancen |
| Rundkasten aus Holzbeton | Waldfledermäuse, Abendsegler, Langohren | Baumstamm | Standard in Wäldern und Obstwiesen |
| Fassadenquartier | Gebäudefledermäuse | In oder an der Hauswand | Dauerhafte Lösung bei Sanierung |
Innen gilt: Der Spalt bleibt schmal, jede Fläche ist rau, gerillt oder mit flachem Kunststoffgitter belegt, damit die Tiere Halt finden. Nähte werden dicht verschlossen, das Dach ist leicht geneigt und dicht, und der Boden bleibt bei Flachkästen offen, damit Kot herausfällt.
Welche Farbe und wie viel Sonne braucht ein Fledermauskasten?
Wochenstuben suchen warme Quartiere. Bat Conservation International empfiehlt für Nordamerika mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag und wählt die Farbe nach der durchschnittlichen Höchsttemperatur im Juli.
| Durchschnittlicher Julihöchstwert | Empfohlene Außenfarbe | Sonne | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Unter etwa 29 °C | Schwarz oder dunkelbraun | 8 bis 10 Stunden oder mehr | Trifft auf fast ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz zu |
| Etwa 29 bis 35 °C | Mittelbraun oder dunkelgrau | 6 bis 8 Stunden | Etwa Teile Südeuropas |
| Über etwa 35 °C | Hellbraun, hellgrau oder weiß | 6 Stunden, Morgensonne bevorzugt | Sehr heiße Regionen, gut belüften |
Weil die Julihöchstwerte in Mitteleuropa meist im unteren Bereich liegen, passen hier dunkle oder naturbelassene, nachdunkelnde Kästen. Holzbeton-Kästen sind ohnehin meist dunkelgrau. Streichen Sie, wenn überhaupt, nur außen mit einer wasserbasierten, umweltfreundlichen Farbe. Innen bleibt alles unbehandelt, ohne Farbe, Lasur oder Holzschutzmittel.
Mitteleuropäische Fledermausschützer empfehlen zudem, nicht alles auf eine Karte zu setzen: Hängen Sie Kästen an Süd-, Ost- und Westseite. So finden die Tiere an heißen Tagen einen kühleren und in kalten Nächten einen wärmeren Platz.
Wo sollte ein Fledermauskasten hängen?
Hängen Sie ihn an eine Hauswand, einen kräftigen Pfahl oder einen Baum, mindestens 3 bis 4 m hoch, mit freiem Anflug und ohne Licht direkt am Einschlupf. Gewässer, Hecken und Obstwiesen in der Nähe erhöhen die Chancen deutlich.
Diese Checkliste gilt, bevor Sie das erste Loch bohren:
- Mindestens 3 bis 4 m hoch, höher ist besser. Hohe Kästen sind sicherer vor Katzen, Mardern und neugierigen Menschen.
- Freier Anflug. Vor und unter dem Kasten sollten einige Meter frei sein, ohne Äste, Leitungen oder Sträucher vor dem Einschlupf.
- Weg vom hellen Licht. Strahler und Bewegungsmelder, die auf den Kasten leuchten, halten Fledermäuse fern.
- Nicht über Tür, Terrasse, Fenster oder Grill, weil der Kot senkrecht herunterfällt.
- Wasser in der Nähe: Teich, Bach, Graben, Seeufer oder Fluss.
- Strukturreiche Umgebung: Hecken, Waldränder, Wiesen oder Obstbäume, die Insekten liefern.
- Mehrere Kästen in Gruppen, wenige Meter voneinander entfernt, mit unterschiedlicher Ausrichtung.
Pfahl, Hauswand oder Baum: welche Montage ist die beste?
Hier unterscheiden sich die Empfehlungen. Bat Conservation International rät in Nordamerika von Bäumen ab, weil Kästen im Schatten des Blätterdachs zu kühl bleiben und Äste Räubern einen Weg bieten. In Mitteleuropa sind runde Holzbeton-Kästen an Bäumen dagegen seit Jahrzehnten Standard und werden von Waldfledermäusen gut angenommen, sofern der Anflug frei ist und der Stamm nicht völlig im Schatten liegt.
Eine sonnige Hauswand unter dem Dachüberstand ist oft der einfachste gute Platz für Flachkästen, und die Wand speichert zusätzlich Wärme. Montieren Sie Holzkästen mit Abstandsleisten, damit sich keine Feuchtigkeit an der Fassade staut.
Für einen Pfahl eignet sich ein verzinktes Stahlrohr oder ein kräftiger Kantholzpfosten, der so lang ist, dass der Kasten mindestens 3 bis 4 m hoch hängt, gut im Boden verankert. Manche Gärtner schrauben zwei Kästen Rücken an Rücken an einen Pfahl und schaffen so eine wärmere und eine kühlere Seite. Unsere Anleitung, wie man einen Nistkasten an Pfahl, Baum oder Wand montiert, erklärt Fundament, Halterungen und Befestigung. Die Methoden gelten hier ebenso, nur für größere Höhe und mehr Windlast.
Wie weit sollte ein Fledermauskasten von Futterstellen und Nistkästen entfernt sein?
Halten Sie mindestens rund 6 m Abstand zu Futterstellen und Vogelnistkästen, gern mehr. Fledermäuse und Vögel streiten nicht um Platz, aber Futterstellen und Fledermauskästen haben unterschiedliche Bedürfnisse.
Darum hilft der Abstand:
- Vogelfutter lockt Nagetiere und Marder. Verstreute Körner locken nachts Mäuse, Ratten und andere Tiere an, die Sie vom Fledermauskasten fernhalten wollen. Unser Ratgeber, wie man Ratten von der Futterstelle fernhält, erklärt die Reinigung.
- Kot und Futter passen nicht zusammen. Fledermauskot auf Futterplattformen oder in der Vogeltränke ist ein unnötiges Hygieneproblem.
- Vögel versuchen manchmal, den Kasten zu nutzen. Sperlinge und Meisen stopfen gelegentlich Nistmaterial in tief hängende Kästen, besonders in der Nähe von Futterstellen.
Eine Aufteilung, die in den meisten Gärten funktioniert: Futterstellen nahe am Haus mit Deckung, wie in unserem Ratgeber, wo man ein Vogelfutterhaus aufstellt, Nistkästen an den Gartenrändern und die Fledermauskästen an der sonnigsten Hauswand oder hoch am anderen, offenen Ende des Gartens, am besten mit Blick auf Teich oder Wiese.
Selbst bauen oder kaufen, und lohnt sich ein größerer Kasten?
Einfache Holzkästen sind die günstigste Möglichkeit, Holzbeton-Kästen und Fassadenquartiere kosten spürbar mehr. Holzbeton hält jedoch viele Jahre, ohne zu verrotten, und die Innenflächen bleiben rau. Ein leerer, billiger Kasten spart nichts.
Selbstbau ist realistisch: NABU-Gruppen, BUND und Fledermaus-Arbeitskreise veröffentlichen Bauanleitungen und bieten oft Bauaktionen an. Wichtig sind unbehandeltes, sägeraues Holz, ein schmaler Spalt und gerillte Innenflächen.
Wie schnell wird ein Fledermauskasten besiedelt?
Rechnen Sie mit Unsicherheit. Ein gut platzierter Kasten kann nach wenigen Wochen entdeckt werden, ein bis zwei Sommer sind aber typischer, und manche Kästen bleiben leer, meist wegen zu wenig Sonne, zu niedriger Montage, Licht oder zugewachsenem Anflug.
Zeichen für Bewohner sind kleine, dunkle Kotkrümel unter dem Kasten, die beim Zerreiben zu Staub zerfallen, leises Zirpen an warmen Nachmittagen und Fledermäuse, die kurz nach Sonnenuntergang herausfliegen.
Bleibt ein Kasten zwei volle Sommer leer, versetzen Sie ihn. Höher hängen, mehr Sonne, freierer Anflug oder mehr Nähe zum Wasser helfen am häufigsten. Fledermäuse wechseln ihre Quartiere oft, deshalb ist auch ein zeitweise leerer Kasten nicht nutzlos.
Wochenstuben bilden sich im Frühsommer, die Jungen kommen meist im Juni zur Welt, und im Spätsommer lösen sich die Gruppen auf. Viele Kästen sind daher Sommerquartiere. Zum Überwintern suchen die meisten Arten frostfreie Keller, Höhlen, Stollen oder dickwandige Baumhöhlen auf.
Wie pflegt man einen Fledermauskasten?
Flachkästen mit offenem Boden brauchen kaum Pflege, weil der Kot herausfällt. Ihre Aufgabe ist eine Kontrolle pro Jahr, wenn sicher keine Tiere darin sind, und völlige Ruhe, solange sie es sein könnten.
Jährliche Pflege, Schritt für Schritt
| Wann | Aufgabe | Wie |
|---|---|---|
| Spätherbst oder Winter (Kasten leer) | Wespen- und Vogelnester entfernen | Mit einer Lampe in jede Kammer leuchten, alte Nester mit einem langen, dünnen Stab herauskratzen |
| Spätherbst oder Winter | Nähte und Dach prüfen | Fugen abdichten, Schrauben nachziehen, morsche Bretter ersetzen |
| Alle paar Jahre | Außenanstrich erneuern | Bei Holzkästen nur außen, an einem trockenen Tag, lange vor dem Frühjahr |
| Frühjahr bis Herbst | In Ruhe lassen | Nicht öffnen, nicht sprühen, nicht stochern, nicht abspritzen. Ausflug aus der Ferne beobachten |
| Jederzeit | Kot entsorgen | Mit Handschuhen und Staubmaske zusammenkehren oder auf ein Beet fallen lassen, er ist ein guter Dünger |
Rundkästen mit geschlossenem Boden werden meist im Herbst geöffnet und gereinigt, in Schutzprojekten oft von Fachleuten mit Genehmigung. Sprühen Sie nie Insektengift in oder an den Kasten. Allgemeine Hygieneregeln finden Sie in unserem Ratgeber, wann und wie man einen Nistkasten reinigt.
Sind Fledermäuse gesetzlich geschützt?
Ja. Alle heimischen Fledermausarten sind in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt, und alle europäischen Arten stehen in Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Auch Österreich und die Schweiz stellen alle Fledermäuse unter Schutz. Für Gartenbesitzer bedeutet das vor allem drei Dinge.
- Einen besetzten Kasten nicht stören. Das Stören, Fangen oder Verletzen von Fledermäusen und das Zerstören ihrer Quartiere ist verboten, und für eine Wochenstube ist jede Störung schädlich.
- Fledermäuse nie eigenmächtig aus Gebäuden vertreiben. Quartiere an Häusern sind geschützt, auch Spalten hinter Verkleidungen oder unter Dachziegeln. Bei Sanierung oder Dämmung ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig, die oft Ersatzquartiere verlangt.
- Fledermäuse nie mit bloßen Händen anfassen. In Europa kommen bei Fledermäusen selten Tollwutviren vor. Wer gebissen oder gekratzt wurde, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen. Für gefundene Tiere gibt es regionale Fledermaus-Notrufe und Beratungsstellen der Naturschutzverbände.
Wenn Fledermäuse unter Ihrem Dach wohnen, hängen Sie zusätzlich Kästen in der Nähe auf und lassen Sie sich von Fachleuten beraten, bevor Sie irgendetwas verändern.
Die besten Fledermauskästen
Die in Nordamerika beliebten Modelle sind in Europa kaum erhältlich. Hier finden Sie bewährte Bauarten, die im deutschsprachigen Handel verbreitet sind. Die Verfügbarkeit ist je nach Land unterschiedlich, in Österreich und der Schweiz führen oft Fachhändler für Naturschutzbedarf die gleichen Kästen.
Schwegler Fledermaus-Flachkasten 1FF
Unsere Wahl für die Hauswand. Ein flacher Spaltenkasten aus Holzbeton mit offenem Boden, der Wind und Wetter lange standhält und dessen raue Innenfläche Halt bietet. Er wird in vielen Artenschutzprojekten an Gebäuden und Bäumen eingesetzt und eignet sich besonders für Zwerg- und Mückenfledermäuse.
Nicht kaufen, wenn: Ihre Wand oder Befestigung kein höheres Gewicht trägt.
Schwegler Fledermaushöhle 2F
Der klassische runde Holzbeton-Kasten für Bäume. Er bildet eine Baumhöhle nach und wird mit einem Bügel am Stamm aufgehängt. In Wäldern, Parks und Obstwiesen ist er eine der meistgenutzten Nisthilfen für Fledermäuse in Deutschland.
Nicht kaufen, wenn: Sie nur eine Hauswand und keinen geeigneten Baum haben.
Fledermauskasten aus Holz mit mehreren Kammern
Achten Sie beim Holzkasten auf unbehandeltes, innen gerilltes Holz, zwei oder mehr Spaltkammern mit etwa 1,5 bis 2,5 cm Breite, einen offenen Boden und eine raue Landefläche unter dem Einschlupf. Solche Kästen sind leicht und einfach zu montieren. Kästen mit glatten Innenwänden oder geschlossenem Boden sind oft reine Deko.
Nicht kaufen, wenn: der Kasten ohne Dachüberstand im Regen hängen würde.
Fassadenquartier für Fledermäuse
Wer ohnehin saniert, dämmt oder neu baut, kann ein Fassadenquartier aufsetzen oder in die Wand integrieren. Es schafft einen dauerhaften Spaltenraum, ohne dass der Kasten später auffällt, und ist oft genau das, was Naturschutzbehörden bei Sanierungen als Ersatz fordern.
Nicht kaufen, wenn: Sie flexibel bleiben und den Kasten später umhängen wollen.
Checkliste vor dem Kauf
| Prüfen | Gut | Schlecht |
|---|---|---|
| Spaltbreite | Etwa 1,5 bis 2,5 cm | Deutlich breiter oder nicht angegeben |
| Innenfläche | Rillen, raue Oberfläche oder Gitter | Glatte Bretter |
| Landefläche | Rau, unter dem Einschlupf | Keine |
| Boden (Flachkasten) | Offen | Geschlossen |
| Nähte und Dach | Dicht, Dach geneigt | Spalten, flaches Dach |
| Innenbehandlung | Unbehandelt | Gestrichen oder imprägniert |
| Material | Holzbeton oder dickes, unbehandeltes Holz | Dünnes Sperrholz |
Ein Kasten, der mehr als eine Zeile nicht besteht, ist Deko und kein Lebensraum.
Häufige Fehler beim Fledermauskasten
- Zu niedrig aufhängen, etwa auf Augenhöhe am Gartenzaun.
- Einen Deko-Kasten kaufen, der innen glatt ist.
- Den Anflug zuwachsen lassen, sodass Äste und Kletterpflanzen den Einschlupf versperren.
- Den Kasten beleuchten, etwa mit einem Strahler an der Hauswand.
- Nur einen einzigen Kasten aufhängen statt einer Gruppe mit unterschiedlicher Ausrichtung.
- Gegen Wespen sprühen, statt die Nester im Winter herauszukratzen.
Welche Alternativen gibt es zum Fledermauskasten?
Wenn Sie keinen Kasten hoch und frei aufhängen können, helfen Sie Fledermäusen über den Lebensraum. Lassen Sie alte Bäume mit Höhlen und abstehender Rinde stehen, wo es gefahrlos möglich ist, legen Sie einen kleinen Teich an, richten Sie Außenlampen nach unten und schalten Sie sie nachts aus, verzichten Sie auf Insektengift und pflanzen Sie nachtblühende Stauden, die Nachtfalter anlocken. Totholz kann in einen Reisighaufen wandern, der Insekten für Vögel und Fledermäuse liefert.
Quellen
Ausrüstung in diesem Ratgeber
Schwegler Fledermaus-Flachkasten 1FF
Ein flacher Spaltenkasten aus Holzbeton mit offenem Boden, gedacht für Hauswände und Bäume, bekannt aus vielen Artenschutzprojekten in Deutschland.
- Ideal für
- Spaltenbewohner wie die Zwergfledermaus an Gebäuden.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie brauchen einen leichten Kasten, denn Holzbeton ist deutlich schwerer als Holz.
- Bauart
- Flachkasten mit Spaltquartier
- Material
- Holzbeton
- Montage
- Hauswand oder Baum
Schwegler Fledermaushöhle 2F
Ein runder Kasten aus Holzbeton für Bäume, der eine Baumhöhle nachbildet und von Förstern und Fledermausschützern seit Jahrzehnten eingesetzt wird.
- Ideal für
- Gärten mit alten Bäumen, Obstwiesen und Waldränder, an denen Waldfledermäuse jagen.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie haben keinen Baum mit freiem Anflug, sondern nur eine Hauswand.
- Bauart
- Rundkasten (Höhle)
- Material
- Holzbeton
- Montage
- Baumstamm, mit Aufhängebügel
Fledermauskasten aus Holz mit mehreren Kammern
Ein flacher Kasten aus unbehandeltem, innen aufgerautem Holz mit zwei oder mehr Spaltkammern, offenem Boden und rauer Landefläche.
- Ideal für
- Alle, die einen leichten Kasten suchen oder ihn selbst weiterbauen wollen.
- Nicht kaufen, wenn
- Der Kasten würde dauerhaft im Regen hängen, denn Holz verwittert schneller als Holzbeton.
- Spaltbreite
- Etwa 1,5 bis 2,5 cm
- Material
- Unbehandeltes Holz, innen gerillt
- Boden
- Offen, damit Kot herausfällt
Fassadenquartier für Fledermäuse
Ein flaches Quartier zum Aufsetzen oder Einbauen in die Fassade, das bei Neubau oder Dämmung einen dauerhaften Spaltenraum schafft.
- Ideal für
- Hausbesitzer, die sanieren, dämmen oder neu bauen.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie wollen einen Kasten, den Sie später problemlos umhängen können.
- Bauart
- Aufputz- oder Einbauquartier
- Material
- Meist Holzbeton
- Montage
- Hauswand, bei Sanierung auch unter Putz
Häufige Fragen
Wo hängt man einen Fledermauskasten am besten auf?
An einer Hauswand, einem kräftigen Pfahl oder einem Baum mit freiem Anflug, mindestens 3 bis 4 m über dem Boden. Vor dem Einschlupf sollte kein Ast, keine Leitung und kein Strauch den Weg versperren. Hängen Sie möglichst mehrere Kästen mit unterschiedlicher Ausrichtung auf, etwa nach Süden, Osten und Westen, und nicht über Terrasse, Tür oder Fenster.
Welche Farbe sollte ein Fledermauskasten haben?
In Mitteleuropa sind dunkle, naturbelassene oder dunkel lasierte Kästen üblich, weil die Sommer hier meist mäßig warm sind und Fledermäuse Wärme suchen. Der Innenraum bleibt immer unbehandelt und rau. Nur in sehr heißen Regionen mit regelmäßigen Höchstwerten über etwa 35 °C empfiehlt die Fachliteratur hellere Kästen, damit Jungtiere nicht überhitzen.
Wie lange dauert es, bis Fledermäuse einziehen?
Eine feste Frist gibt es nicht. Gut platzierte Kästen werden oft im ersten oder zweiten Jahr entdeckt, manche bleiben mehrere Sommer leer. Bleibt ein Kasten zwei volle Sommer ungenutzt, liegt es meist am Standort: zu wenig Sonne, zu niedrig, zu zugewachsen oder zu hell beleuchtet. Versetzen Sie ihn, bevor Sie aufgeben.
Lockt ein Fledermauskasten Fledermäuse ins Haus?
Nein. Ein Kasten zieht keine Fledermäuse auf den Dachboden, er bietet den Tieren aus der Umgebung ein zusätzliches Quartier. Die wichtigste Nebenwirkung ist trockener Kot, der unter dem Kasten herunterfällt. Fassen Sie Fledermäuse nie mit bloßen Händen an und bringen Sie Kindern bei, sie nicht zu berühren, weil Fledermäuse selten Tollwutviren tragen können.
Muss man einen Fledermauskasten reinigen?
Kästen mit offenem Boden kaum, denn der Kot fällt von selbst heraus. Geschlossene Rund- und Winterkästen kontrollieren Fachleute meist im Herbst oder Winter, wenn die Tiere sicher fort sind. Öffnen oder stören Sie einen Kasten nie, solange Fledermäuse darin sein könnten, sprühen Sie kein Insektengift und tragen Sie beim Arbeiten Handschuhe und Staubmaske.