Reisighaufen für Vögel anlegen: Anleitung, Standort und Fehler

Reisighaufen für Vögel anlegen: lockere Basis aus dicken Ästen, Zweige in Lagen darüber, oben Reisig oder Tannengrün, am Gartenrand nahe Hecken. So geht es.

Ein lockerer, kuppelförmiger Haufen aus Ästen und Reisig am Rand eines verschneiten Gartens, in dem kleine Vögel Schutz suchen (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz gefasst: der Reisighaufen im Überblick
  2. Warum brauchen Vögel Reisighaufen?
  3. Welche Vögel nutzen Reisighaufen?
  4. Wie baut man einen Reisighaufen Schritt für Schritt?
  5. Wo liegt ein Reisighaufen am besten?
  6. Welches Material eignet sich, und welches nicht?
  7. Sind Reisighaufen unbedenklich? Häufige Bedenken
  8. Kann man einen Reisighaufen auch im kleinen Garten anlegen?
  9. Wie schnell nehmen Vögel einen neuen Reisighaufen an?
  10. Wie pflegt man einen Reisighaufen auf Dauer?
  11. Welche anderen Möglichkeiten gibt es, Totholz im Garten zu nutzen?
  12. Häufige Fehler beim Anlegen eines Reisighaufens
  13. Kurz und knapp
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Einen Reisighaufen für Vögel anlegen ist einfach: Zuerst kommen dicke Stammstücke oder starke Äste locker über Kreuz auf den Boden, sodass in Bodennähe offene Tunnel bleiben. Darauf schichten Sie immer dünnere Äste und schließen oben mit feinem Reisig oder Tannengrün ab, das Regen und Schnee ableitet. Als Richtwert gilt eine Kuppel von etwa 1,5 bis 3 m Durchmesser und 1 bis 1,5 m Höhe, am Rand des Gartens und in der Nähe anderer Deckung. So entsteht ein sicherer Rückzugsort, an dem Zaunkönig, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und Amsel sich verstecken, ausruhen und Nahrung finden.

Ein Reisighaufen gehört zu den günstigsten und wirksamsten Lebensräumen, die Sie im Garten schaffen können, und er verwertet Schnittgut, das sonst in die Grünschnittsammlung wandern würde. Dieser Ratgeber erklärt, warum Vögel Reisighaufen nutzen, wie Sie ihn Schritt für Schritt bauen, wo er am besten liegt, welches Material geeignet ist und welches nicht, welche Bedenken berechtigt sind und wie der Haufen über Jahre wirksam bleibt.

Kurz gefasst: der Reisighaufen im Überblick

MerkmalEmpfehlung
GrößeEtwa 1,5 bis 3 m breit und 1 bis 1,5 m hoch im Hausgarten
BasisStammstücke oder dicke Äste, 10 bis 20 cm stark, mit Lücken gelegt
MitteMittelstarke Äste, über Kreuz geschichtet
ObenFeines Reisig, Tannengrün oder ein ausgedienter Weihnachtsbaum
StandortGartenrand, nahe Bäumen oder Hecken, 3 bis 5 m von Futterstellen
Abstand halten zuHauswänden, Schuppen, Holzzäunen, Gartenhäusern
VermeidenBehandeltes Holz, krankes Holz, samentragende invasive Pflanzen
PflegeJedes Jahr frisches Schnittgut nachlegen, weil der Haufen zusammensackt

Warum brauchen Vögel Reisighaufen?

In der freien Landschaft sorgen umgestürzte Bäume, Sturmholz, Gebüsche und Brombeergestrüpp für ein dichtes Geflecht aus Verstecken in Bodennähe. In aufgeräumten Gärten fehlt diese Schicht fast immer. Ein Reisighaufen bringt sie zurück, und er tut das auf kleinem Raum.

Fluchtdeckung vor Feinden

Kleine Vögel, die am oder nahe am Boden Nahrung suchen, sind durch Greifvögel und Katzen gefährdet. In unseren Gärten ist der Sperber der wichtigste Jäger unter den Greifvögeln, und freilaufende Hauskatzen kommen fast überall hinzu. Taucht ein Sperber auf, stürzen sich Sperlinge, Finken und Meisen in die nächste dichte Deckung. Ein Reisighaufen bietet ein Versteck, in das ein Greifvogel nicht hineinfliegen kann. Unser Ratgeber zu Greifvögeln an der Futterstelle erklärt, warum Deckung in der Nähe so wichtig ist.

Schutz vor Wind, Schnee und Kälte

Im Inneren eines gut gebauten Reisighaufens ist es ruhiger als im offenen Garten. Die Lücken an der Basis bleiben unter einer Schicht aus Tannengrün weitgehend schneefrei, und Vögel können dort windgeschützt rasten. Für kleine Arten wie den Zaunkönig, der nur rund 9 bis 10 g wiegt und im Frost schnell Energie verliert, zählt jede Minute ohne kalten Wind. Unser Beitrag darüber, wie Vögel im Winter warm bleiben, erklärt die Körperfunktionen dahinter.

Nahrung

Wenn das Holz langsam verrottet, zieht es Käfer, Spinnen, Asseln, Ameisen, Tausendfüßer und andere Wirbellose an. Der Zaunkönig stochert in den Spalten, Amseln und Rotkehlchen scharren in der Streu darunter, und Spechte bearbeiten gelegentlich morsche Stammstücke. Auch Samen, die der Wind von umliegenden Pflanzen herüberträgt, sammeln sich an der Basis. Ein Reisighaufen ist damit nicht nur ein Versteck, sondern auch eine kleine Speisekammer.

Brutplätze

Einige Arten brüten in oder neben Reisighaufen. Der Zaunkönig baut seine kugelförmigen Nester gern in Hohlräume im Gestrüpp, das Rotkehlchen legt sein Nest oft bodennah in Nischen und Böschungen an, und die Heckenbraunelle brütet in dichtem, niedrigem Gebüsch. Viele Vögel nisten außerdem in Brombeeren, Efeu oder Sträuchern, die mit den Jahren um einen älteren Haufen herumwachsen.

Welche Vögel nutzen Reisighaufen?

Am meisten profitieren kleine Vögel, die am oder nahe am Boden nach Nahrung suchen.

  • Zaunkönig. Der typische Bewohner von Reisig- und Totholzhaufen. Er durchsucht jede Ritze nach Spinnen und Insekten und nutzt Hohlräume auch als Schlafplatz, im Winter manchmal zu mehreren.
  • Heckenbraunelle. Unauffällig, graubraun und meist am Boden unter Deckung unterwegs. Ein Reisighaufen neben einer Hecke ist für sie ideal.
  • Rotkehlchen. Sucht in der Laubstreu am Rand des Haufens nach Nahrung und nutzt ihn als Warte und Versteck.
  • Amsel und Singdrossel. Wenden Laub am Fuß des Haufens um und flüchten bei Gefahr hinein.
  • Finken, Sperlinge und Ammern. Im Winter halten sich Buchfinken, Bergfinken, Goldammern sowie Haus- und Feldsperlinge gern in der Nähe dichter Deckung auf, besonders wenn eine Futterstelle nicht weit ist.
  • Meisen. Kohl- und Blaumeisen nutzen den Haufen als Zwischenstation auf dem Weg zum Futterhaus.

Das Muster ist in vielen Regionen der Welt ähnlich. In Nordamerika sind es Juncos, Ammern und Zaunkönige, in Großbritannien Zaunkönig, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und Amsel, die Totholzhaufen und Totholzhecken nutzen. In Mitteleuropa kommen Igel, Erdkröten, Blindschleichen, Zauneidechsen und Molche hinzu, die darunter überwintern oder im Sommer Schutz suchen.

Reisighaufen helfen auch vielen anderen Tieren: Hummelköniginnen überwintern oft in der Nähe im Boden, Wildbienen nutzen morsche Holzstücke, Pilze zersetzen das Holz. Dieses ganze Nahrungsnetz kommt am Ende wieder den Vögeln zugute.

Wie baut man einen Reisighaufen Schritt für Schritt?

Was Sie brauchen

  • Stammstücke oder dicke Äste mit 10 bis 20 cm Durchmesser für die Basis
  • Mittelstarke Äste mit etwa 3 bis 10 cm Durchmesser
  • Feines Reisig, Heckenschnitt und Tannengrün
  • Arbeitshandschuhe, Schutzbrille sowie Astschere oder Baumsäge
  • Optional: flache Steine, unbehandelte Holzpaletten oder alte Tonrohre, um in Bodennähe Tunnel offen zu halten

Die Schritte

  1. Platz wählen und vorbereiten. Suchen Sie eine ebene oder leicht abfallende Stelle am Gartenrand. Laub müssen Sie nicht entfernen, im Gegenteil: Die Laubschicht darunter ist zusätzliche Nahrungsfläche.
  2. Die Basis legen. Legen Sie vier bis sechs dicke Stammstücke parallel nebeneinander, jeweils etwa 30 cm voneinander entfernt. Darüber kommt eine zweite Lage quer dazu, sodass ein Gitter aus offenen Tunneln entsteht. Alternativ können Sie die Stücke zeltförmig gegeneinander lehnen oder Steine und Rohre verwenden, um Hohlräume offen zu halten.
  3. Den Boden offen lassen. An der Basis müssen Lücken von mehreren Zentimetern bleiben, damit Vögel hineinschlüpfen und sich darin bewegen können. Ein Haufen, der unten dicht aufliegt, ist deutlich weniger wert.
  4. Die mittlere Lage aufbauen. Schichten Sie mittelstarke Äste abwechselnd in verschiedene Richtungen, sodass sie sich gegenseitig tragen. Arbeiten Sie auf eine Kuppelform hin.
  5. Die obere Lage abschließen. Zum Schluss kommen feines Reisig und Heckenschnitt, am besten auch Tannen- oder Fichtenzweige. Sie leiten Regen und Schnee ab und geben im Winter Schatten und Schutz.
  6. Die Dichte prüfen. Von außen sollten Sie an manchen Stellen in den Haufen hineinsehen können, aber nicht glatt hindurch. Ist er zu locker, schützt er kaum. Ist er zu dicht, kommen Vögel nicht hinein.
  7. Drumherum pflanzen. Wenn Sie möchten, setzen Sie heimische Kletterpflanzen oder niedrige Sträucher an den Rand, etwa Efeu, Wildrosen oder eine Brombeere, oder lassen Sie heimische Pflanzen durch den Haufen wachsen. So entsteht ein lebender Reisighaufen, der auch dann noch Deckung bietet, wenn das Holz zerfällt.

Kann man den alten Weihnachtsbaum verwenden?

Ja. Ein echter Weihnachtsbaum, von Lametta, Haken, Lichterketten und Schmuck befreit, ist eine sehr gute obere Lage oder für sich allein schon ein kleiner Unterschlupf. Viele stellen nach den Feiertagen ein oder zwei Bäume in eine Gartenecke, manchmal mit dem Stamm in den Boden gesteckt, und beobachten, dass Meisen, Sperlinge und Rotkehlchen ihn schon nach wenigen Tagen nutzen. Verwenden Sie keine Bäume, die mit Kunstschnee, Glitzer oder Farbe besprüht wurden. Wenn Ihre Gemeinde Weihnachtsbäume einsammelt, ist der Garten für einen unbehandelten Baum die bessere Verwendung.

Wo liegt ein Reisighaufen am besten?

Der Standort ist so wichtig wie der Aufbau.

In der Nähe anderer Deckung

Ein Haufen am Rand eines Gehölzes, entlang eines Zauns mit Sträuchern oder neben einer Hecke gibt Vögeln ein Netz aus Verstecken. Ein einzelner Haufen mitten auf dem Rasen wird deutlich seltener genutzt, weil Vögel auf dem Weg dorthin ungeschützt sind.

Kurzer Weg zur Futterstelle

Ein Haufen etwa 3 bis 5 m von einem Futterhaus entfernt gibt bodennah fressenden Vögeln einen kurzen Fluchtweg und lässt zugleich genug freie Fläche, damit eine Katze nicht direkt aus dem Haufen heraus am Futterplatz angreifen kann. Beobachten Sie, wie die Vögel ihn nutzen, und passen Sie die Abstände an. Wenn Sie merken, dass eine Katze den Haufen als Ansitz verwendet, versetzen Sie das Futterhaus oder den Haufen. Unser Ratgeber zu Katzen und Vögeln im Garten zeigt weitere Wege, das Katzenrisiko zu verringern.

Vom Fenster aus sichtbar

Wer das Treiben beobachten möchte, legt den Haufen so an, dass er vom Haus aus zu sehen ist. Wintermorgen an einem Reisighaufen in der Nähe einer Futterstelle können erstaunlich lebhaft sein, und mit etwas Geduld sehen Sie auch den Zaunkönig, der sonst leicht übersehen wird.

Abstand zu Gebäuden

Halten Sie deutlich Abstand zu Haus, Garage, Gartenhaus und Holzzäunen. Das verringert die Brandgefahr und verhindert, dass Mäuse, die im Haufen leben, in Gebäude einziehen.

Welches Material eignet sich, und welches nicht?

Gutes Material

  • Schnitt von heimischen Bäumen und Sträuchern, etwa Hasel, Weide, Hainbuche, Obstbäume oder Weißdorn
  • Sturmholz und abgebrochene Äste
  • Stammstücke aus einer Baumfällung im eigenen Garten
  • Tannengrün und Weihnachtsbäume
  • Abgestorbene Staudenstängel und Gräser, locker oben eingearbeitet

Material, das Sie vermeiden sollten

  • Behandeltes oder lackiertes Holz. Holzschutzmittel und Farben können in den Boden gelangen.
  • Holz mit Nägeln, Draht oder Kunststoff. Verletzungsgefahr für Tiere.
  • Krankes Holz. Einige Baumkrankheiten und Schädlinge können sich über befallenes Material ausbreiten. Ist ein Baum an einer Krankheit eingegangen, fragen Sie bei Ihrer Gemeinde, dem Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes oder einer Baumschule nach, wie das Holz entsorgt werden soll.
  • Holz aus Quarantänegebieten. In einigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gelten Auflagen für den Transport von Holz, um gebietsfremde Schädlinge wie den Asiatischen Laubholzbockkäfer einzudämmen. Verwenden Sie Holz aus dem eigenen Garten oder der direkten Umgebung.
  • Schnittgut invasiver Pflanzen mit Samen oder bewurzelungsfähigen Teilen. Japanischer Staudenknöterich treibt schon aus kleinen Stängelstücken wieder aus, und samentragende Pflanzen wie Drüsiges Springkraut oder Kanadische Goldrute verbreiten sich über den Haufen weiter. Solches Material gehört nicht in den Reisighaufen, sondern in die Restmüll- oder Grüngutentsorgung nach den Vorgaben Ihrer Gemeinde.
  • Buchsbaumschnitt mit Zünslerbefall. Raupen des Buchsbaumzünslers können im Schnittgut überdauern.

Sind Reisighaufen unbedenklich? Häufige Bedenken

Brandgefahr

Trockenes Reisig brennt gut. In Mitteleuropa ist das Risiko geringer als im Mittelmeerraum, aber trockene Sommer und Waldbrandwarnungen, etwa in Teilen Brandenburgs, zeigen, dass es nicht bedeutungslos ist. Halten Sie den Haufen deshalb fern von Gebäuden, Grillplätzen und Feuerschalen, und entscheiden Sie sich in sehr trockenen Lagen lieber für einen kleineren, niedrigen Haufen oder einen Holzstapel.

Mäuse und Ratten

Reisighaufen beherbergen Mäuse und Wühlmäuse, die ihrerseits Beute für Eulen, Turmfalken, Füchse und Wiesel sind. Ratten werden vor allem von Futter und Wasser angelockt, insbesondere von verschüttetem Vogelfutter. Halten Sie Abstand zu Gebäuden und räumen Sie unter den Futterstellen regelmäßig auf. Unser Ratgeber, wie man Ratten von Futterstellen fernhält, geht ins Detail.

Zecken, Schlangen und andere Bewohner

Zecken wie der Gemeine Holzbock halten sich vor allem in hohem Gras, Krautsäumen und Laubstreu auf, weniger im Reisig selbst. Wer im Garten arbeitet, sollte sich danach trotzdem absuchen. In warmen, trockenen Lagen können Ringelnattern oder Blindschleichen Reisighaufen nutzen. Beide sind harmlos, und die Blindschleiche ist trotz ihres Namens eine beinlose Echse. Tragen Sie beim Nachlegen Handschuhe und arbeiten Sie behutsam.

Nachbarn, Vermieter und Kleingartenverein

In Mietgärten, Wohnanlagen und Kleingartenanlagen gibt es oft Regeln zur Gartenordnung. Ein ordentlicher, kuppelförmiger Haufen im hinteren Teil des Grundstücks, vielleicht von Sträuchern verdeckt, wirkt meist bewusst angelegt und nicht vernachlässigt. Ein kleines Schild mit dem Hinweis auf einen Lebensraum für Vögel und Igel hilft Nachbarn, den Zweck zu verstehen. Im Kleingarten lohnt sich vorher ein kurzes Gespräch mit dem Vorstand.

Kann man einen Reisighaufen auch im kleinen Garten anlegen?

Ja, nur eben kleiner. Ein Haufen von etwa 1 m Breite und 60 bis 80 cm Höhe, versteckt in einer Ecke hinter Sträuchern, bietet Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle trotzdem einen Ort, an dem sie aus dem Blickfeld verschwinden können. In sehr kleinen oder formalen Gärten gibt es ordentliche Varianten:

  • Ein Totholzstapel in der Ecke. Stapeln Sie kurze Stammstücke und Aststücke sauber in eine Ecke zwischen zwei Mauern oder Zäunen und lassen Sie unten Lücken. Halten Sie etwas Abstand zu Holzzäunen, wenn Ihnen Brandschutz wichtig ist.
  • Ein Reisigkorb. Schlagen Sie mehrere Pfähle im Kreis ein und füllen Sie den Innenraum mit Schnittgut. Das sieht aufgeräumt aus und lässt sich leicht auffüllen.
  • Eine kurze Benjeshecke. Zwei Reihen Pfähle im Abstand von 30 bis 60 cm, dazwischen eingeflochtene Äste, können ein Beet einfassen oder den Komposthaufen verbergen.
  • Reisig unter Sträuchern. Schon Schnittgut, das Sie einfach unter große, dichte Sträucher schieben, schafft Deckung in Bodennähe, ohne dass ein eigenes Element entsteht.

Auch diese kleinen Varianten wirken am besten, wenn sie an andere Deckung anschließen, etwa eine Strauchpflanzung oder die Hecke des Nachbarn, damit Vögel sich bewegen können, ohne offene Flächen zu überqueren.

Wie schnell nehmen Vögel einen neuen Reisighaufen an?

Im Winter oft innerhalb weniger Tage, weil bodennah fressende Vögel dann gezielt Deckung in der Nähe von Nahrung suchen. Meisen, Sperlinge und Rotkehlchen, die schon Ihre Futterstelle besuchen, sind meist die Ersten. Der Zaunkönig findet den Haufen oft ebenfalls schnell, weil er einen großen Teil seiner Zeit damit verbringt, Winkel und Ritzen zu erkunden. Im Sommer fällt die Nutzung weniger auf, weil Vögel verteilt sind, das Laub überall Deckung bietet und viele Arten mit der Brut beschäftigt sind.

Ein paar Minuten Beobachtung an einem kalten Morgen zeigen, ob der Haufen funktioniert. Sie sollten sehen, wie Vögel durch die Lücken an der Basis hinein- und hinausschlüpfen, vor allem wenn ein Sperber vorbeifliegt oder eine Tür aufgeht. Sitzen Vögel nur oben auf dem Haufen und gehen nie hinein, ist die Basis vermutlich zu dicht oder zu offen. Lockern Sie ihn auf oder legen Sie Material nach, bis im Inneren schattige, geschützte Räume entstehen.

Wie pflegt man einen Reisighaufen auf Dauer?

Reisighaufen sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Während das Holz verrottet, sackt der Haufen zusammen und verliert je nach Klima und Holzart innerhalb von etwa drei bis fünf Jahren seine Hohlräume.

  • Jedes Jahr frisches Material nachlegen. Werfen Sie Schnittgut, Sturmholz oder den Weihnachtsbaum im Winter oben auf.
  • Die Basis bei Bedarf neu anlegen. Ist der Haufen flach zusammengefallen, bauen Sie daneben eine neue Basis und lassen das zersetzte Material als Mulch oder als liegendes Totholz liegen.
  • Einen bestehenden Haufen nie verbrennen. Igel, Kröten, Blindschleichen und überwinternde Insekten können darin stecken. Das gilt besonders für Haufen, die für das Osterfeuer aufgeschichtet werden: Naturschutzverbände wie der NABU raten jedes Jahr dazu, Brennmaterial erst kurz vor dem Anzünden aufzuschichten oder umzusetzen, damit keine Tiere darin sterben. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist außerdem in vielen Bundesländern und Gemeinden verboten oder nur eingeschränkt erlaubt.
  • In der Brutzeit in Ruhe lassen. Verändern oder versetzen Sie den Haufen im Frühjahr und Frühsommer nicht, wenn Vögel darin oder daneben brüten könnten. Das Bundesnaturschutzgesetz schränkt stärkere Schnittarbeiten an Hecken und Gebüschen in der Brutzeit ohnehin ein. Schnittgut fällt daher vor allem im Herbst und Winter an, und genau dann ist der Haufen am wertvollsten.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, Totholz im Garten zu nutzen?

  • Benjeshecken. Diese Totholzhecken, benannt nach den Brüdern Benjes, die das Prinzip bekannt gemacht haben, sind ein linearer Reisighaufen zwischen zwei Pfahlreihen. Sie wirken als Zaun, Windschutz und Lebensraum zugleich, und in ihrem Schutz keimen oft Sträucher aus Samen, die Vögel dort mit dem Kot hinterlassen.
  • Holzstapel und Totholzhaufen. Ein Stapel aus Stammstücken, teilweise in den Boden eingegraben und an einer schattigen Stelle, ist Lebensraum für Käfer, Pilze und Amphibien und bietet Zaunkönig und Rotkehlchen Nahrung.
  • Laub liegen lassen. Eine Schicht Herbstlaub unter Sträuchern bietet einen großen Teil des gleichen Nahrungswerts. Unser Beitrag, warum Sie das Laub liegen lassen sollten, erklärt die Gründe.
  • Stehendes Totholz. Ein abgestorbener Baum, der stehen bleiben darf, wo er niemanden gefährdet, liefert Nahrung und Bruthöhlen für Buntspecht, Kleiber und Meisen.
  • Trockenmauer und Steinhaufen. In sonnigen Lagen ergänzen sie den Reisighaufen, weil Eidechsen und viele Insekten Wärme brauchen.

Ein Reisighaufen wirkt am besten als Teil eines Gartens in mehreren Schichten mit heimischen Sträuchern, Bäumen und Stauden. Unser Ratgeber, wie Sie einen kleinen vogelfreundlichen Garten anlegen, zeigt, wie er sich in einen Gesamtplan einfügt.

Häufige Fehler beim Anlegen eines Reisighaufens

  • Zu dicht packen. Ein kompakter Haufen hat keinen Platz für Vögel. Die Basis muss offen bleiben.
  • Zu klein bauen. Ein paar lose Zweige halten weder Sperber noch Katze auf.
  • Mitten ins Freie setzen. Einzeln stehende Haufen werden seltener genutzt.
  • Direkt neben die Futterstelle legen. Katzen nutzen ihn dann als Hinterhalt.
  • An die Hauswand bauen. Das erhöht die Brandgefahr und lockt Mäuse ins Haus.
  • Invasive oder kranke Pflanzen verwenden. Damit verbreiten Sie Probleme im Garten und darüber hinaus.
  • Den Haufen später verbrennen. Igel, Kröten und andere Tiere können darin überwintern.
  • Vergessen, Material nachzulegen. Der Haufen sackt langsam zusammen und verliert seinen Wert.

Kurz und knapp

  • Ein Reisighaufen bietet kleinen Vögeln Fluchtdeckung, Schutz vor Wetter und Insektennahrung.
  • Bauen Sie eine lockere Basis aus Stammstücken, darüber mittelstarke Äste, oben Reisig oder Tannengrün.
  • Richtwert im Hausgarten: 1,5 bis 3 m breit und 1 bis 1,5 m hoch.
  • Legen Sie ihn am Gartenrand nahe anderer Deckung an, etwa 3 bis 5 m von Futterstellen entfernt.
  • Ausgediente, unbehandelte Weihnachtsbäume eignen sich hervorragend als obere Lage.
  • Halten Sie Abstand zu Gebäuden und Holzzäunen.
  • Legen Sie jedes Jahr Material nach und verbrennen Sie einen bestehenden Haufen nie.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was ist ein Reisighaufen für Vögel?

Ein Reisighaufen ist ein locker geschichteter Haufen aus Stammstücken, Ästen und Zweigen, in dessen Innerem geschützte Hohlräume entstehen. Kleine Vögel wie Zaunkönig, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und Amsel flüchten dorthin vor Sperber und Katze, finden Schutz vor Wind und Schnee und suchen darin nach Insekten. Er ahmt umgestürzte Bäume und Gestrüpp am natürlichen Waldrand nach.

Wie groß sollte ein Reisighaufen sein?

Für einen Hausgarten sind etwa 1,5 bis 3 m Durchmesser und 1 bis 1,5 m Höhe sinnvoll. Aber schon ein kleiner Haufen von rund 1 m Breite hilft. Auf großen, ländlichen Grundstücken dürfen es auch 4 bis 5 m sein. Entscheidend ist weniger die Größe als eine lockere Basis mit offenen Lücken in Bodennähe.

Wo sollte man einen Reisighaufen anlegen?

Am besten am Rand des Gartens, nahe an Bäumen, Sträuchern oder einer Hecke, damit er an andere Deckung anschließt. Ein Abstand von etwa 3 bis 5 m zur Futterstelle gibt Vögeln einen kurzen Fluchtweg, ohne dass Katzen direkt neben dem Futterplatz lauern können. Halten Sie Abstand zu Hauswänden, Schuppen und Holzzäunen.

Lockt ein Reisighaufen Ratten an?

Ein Reisighaufen bietet Mäusen, Igeln, Kröten und Eidechsen Unterschlupf, die alle zu einem gesunden Garten gehören. Ratten werden vor allem von Futterresten angelockt, nicht von Ästen. Legen Sie den Haufen nicht direkt am Haus an und entfernen Sie herabgefallenes Vogelfutter regelmäßig, dann ist das Risiko gering, dass sich Ratten in der Nähe ansiedeln.

Welche Vögel nutzen Reisighaufen?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz nutzen vor allem Zaunkönig, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Amsel, Singdrossel und im Winter auch Buchfink, Bergfink, Goldammer und Sperlinge solche Haufen. Dazu kommen Igel, Erdkröten, Blindschleichen und viele Insekten, die sich darunter oder darin verstecken und selbst wieder Vogelnahrung sind.