Winterfütterung für Vögel: Wasser, Schutz und Futterstellen bei Kälte

Winterfütterung für Vögel richtig planen: eisfreies Wasser, Windschutz, saubere Futterstellen und fettreiches Futter, damit Wildvögel Frostnächte überstehen.

Ein verschneiter Garten mit Fettfutterhalter und Futtersäule vor Nadelbäumen, besucht von einem Specht und Meisen (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: was Vögel im Winter brauchen
  2. Brauchen Vögel im Winter wirklich Hilfe?
  3. Wie überstehen Vögel die Kälte?
  4. Das beste Winterfutter (und welche Vögel es fressen)
  5. Was Sie im Winter nicht füttern sollten
  6. So halten Sie im Winter Wasser bereit
  7. Wo Futterstellen im Winter hingehören
  8. Schutz im Winter bieten
  9. So richten Sie eine einfache Winterfutterstelle ein
  10. Wie viel fressen Vögel im Winter?
  11. Futterstellen sauber und Vögel gesund halten
  12. Sperber an der Winterfutterstelle
  13. Ratten und Mäuse an der Winterfutterstelle
  14. Häufige Fehler bei der Winterfütterung
  15. Mitmachen bei einer Winterzählung
  16. Quellen
  17. Häufige Fragen

Bei der Winterfütterung für Vögel zählen drei Dinge: energiereiches Futter, offenes Wasser und Schutz vor Wind. Schwarze Sonnenblumenkerne und Fettfutter decken die meisten Arten ab, ungesalzene Erdnüsse und Weichfutter schließen die Lücken. Eine eisfreie, nur 2 bis 5 cm tiefe Vogeltränke ist in einem gefrorenen Garten oft der meistbesuchte Ort, und dichte Nadelgehölze und Hecken bieten einen Platz, um die Kälte zu überstehen. Halten Sie Futterstellen sauber und gefüllt, besonders vor Kälteeinbrüchen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Vögel Kälte überstehen, welches Winterfutter am besten ist, wie Sie Wasser eisfrei halten, wo Futterstellen bei Schnee und Wind hingehören und welche Fehler mehr schaden als nützen.

Kurz beantwortet: was Vögel im Winter brauchen

BedarfWas Sie anbietenWarum es im Winter zählt
EnergieSchwarze Sonnenblumenkerne, Fettfutter, Erdnüsse, geschälte KerneWarmhalten kostet viel Energie
Fett und Eiweiß für InsektenfresserFettfutter, Meisenknödel, Erdnüsse, getrocknete MehlwürmerInsekten sind in der kalten Jahreszeit knapp
Futter am BodenWeichfutter, Haferflocken, Obst auf einer BodenschaleAmsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle fressen am Boden
WasserEisfreie Vogeltränke, oft frisch aufgefülltNatürliche Gewässer frieren zu
SchutzHecken, Nadelgehölze, Reisighaufen, NistkästenSchutz vor Wind, Schnee und Beutegreifern
VerlässlichkeitFutterstellen vor Kälteeinbrüchen auffüllenNach Schnee und Eis ist Nahrung am knappsten

Brauchen Vögel im Winter wirklich Hilfe?

Die meisten Wildvögel überstehen den Winter ohne uns. Futterstellen sind eine Ergänzung, keine Lebensversicherung. Die Massachusetts Audubon Society verweist auf Untersuchungen, nach denen Vögel nur etwa 25 Prozent ihrer Nahrung an Futterstellen holen und zu anderen Quellen weiterziehen, wenn ein Futterhaus verschwindet. Die Fütterung hält Zugvögel auch nicht vom Ziehen ab.

In Deutschland wird seit Jahren diskutiert, ob Füttern sinnvoll ist. Der NABU hält die Winterfütterung für vertretbar und vor allem für eine schöne Möglichkeit, Vögel aus der Nähe kennenzulernen. Er betont aber, dass sie gefährdeten Arten kaum hilft; dafür braucht es naturnahe Gärten und Landschaften. Andere Stimmen, etwa der Ornithologe Peter Berthold, werben sogar für ganzjähriges Füttern. Einig sind sich alle, dass richtige Hygiene und passendes Futter entscheidend sind.

Den größten Nutzen bringt die Fütterung im Winter. Die Tage sind kurz, es bleiben wenige Stunden für die Nahrungssuche. Insekten sind rar, Schnee bedeckt Samen, und Eis kann Beeren und Rinde überziehen. Project FeederWatch beschreibt die Winterfütterung als zusätzliche Hilfe bei harten Bedingungen und Nahrungsmangel. Für viele ist der Winter zudem die schönste Beobachtungszeit, weil sich Vögel an verlässlichen Futterquellen sammeln.

Wie überstehen Vögel die Kälte?

Wer versteht, wie Vögel mit Kälte umgehen, weiß auch, was er anbieten sollte.

  • Aufgeplustertes Gefieder. Vögel halten warme Luft im Gefieder fest, indem sie sich aufplustern. Darum sieht eine Blaumeise an einem eisigen Morgen kugelrund aus.
  • Fettreserven. Kleine Vögel legen tagsüber Fett an und verbrauchen es nachts, um warm zu bleiben, und müssen am nächsten Morgen nachtanken. Deshalb ist an Futterstellen oft gleich im ersten Licht am meisten los.
  • Abgesenkte Körpertemperatur. Von einigen kleinen Vögeln, darunter Meisen, ist bekannt, dass sie nachts ihre Körpertemperatur senken, eine kontrollierte Unterkühlung, die Energie spart.
  • Kältezittern. Vögel erzeugen Wärme, indem sie ihre Flugmuskeln zittern lassen.
  • Geschützte Schlafplätze. Viele Vögel verbringen kalte Nächte in dichten Nadelbäumen, Baumhöhlen oder Nistkästen. Zaunkönige kuscheln sich in strengen Nächten manchmal zu mehreren in einer Höhle zusammen.
  • Vorräte anlegen. Tannenmeisen, Sumpfmeisen, Kleiber und Eichelhäher verstecken Samen und Nüsse in Rindenritzen oder im Boden und holen sie später.
  • Umstellung der Ernährung. Viele Vögel ändern im Winter, was sie fressen. Kohlmeisen und Blaumeisen, im Sommer vor allem Insektenfresser, stellen im Winter stark auf Samen, Nüsse und Fett um.

Alles zeigt in dieselbe Richtung: Im Winter zählen energiereiches Futter und Schutz am meisten.

Das beste Winterfutter (und welche Vögel es fressen)

Schwarze Sonnenblumenkerne

Wenn Sie nur ein Futter anbieten, dann dieses. Die dünne Schale und der hohe Ölgehalt machen schwarze Sonnenblumenkerne laut Project FeederWatch zum bevorzugten Futter sehr vieler Arten. Bei uns fressen sie Kohl- und Blaumeise, Tannenmeise, Kleiber, Buchfink, Bergfink, Grünfink, Gimpel und Kernbeißer. Unser Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen erklärt, warum sie den meisten Mischungen überlegen sind.

Geschälte Sonnenblumenkerne liefern dieselbe Energie ohne Schale, also weniger Dreck unter der Futterstelle und leichteres Fressen für kleine Vögel. Sie verderben aber schneller, halten Sie sie trocken.

Fettfutter und Meisenknödel

Fettfutter ist eines der besten Winterfutter für Vögel, die sonst viele Insekten fressen: Meisen, Kleiber, Buntspecht, Zaunkönig und in milden Wintern auch überwinternde Mönchsgrasmücken. Kälte verhindert, dass reines Fett ranzig wird, im Sommer ist das ein Problem.

Fettfutter enthält oft Samen, Nüsse, Haferflocken, Trockenobst oder Insekten. Kaufen Sie Meisenknödel ohne Plastiknetz oder entfernen Sie das Netz: Vögel können sich mit Zehen und Zunge darin verfangen, das rät auch der NABU. Unsere Übersicht zu Fettfutter und Meisenknödeln vergleicht Rezepturen, und unser Ratgeber zu Haltern für Fettfutter zeigt Gitterhalter, auch Modelle mit Stützfläche für den Schwanz größerer Spechte.

Erdnüsse

Ungesalzene, ungewürzte Erdnüsse lieben Meisen, Kleiber, Spechte und Eichelhäher. Project FeederWatch warnt vor gesalzenen oder gewürzten Nüssen und rät, auf Schimmel zu achten. Bieten Sie geschälte Nüsse in einem Gitterspender an, damit keine ganzen Nüsse an Jungvögel verfüttert werden, oder ganze Nüsse in der Schale auf einer Futterschale für Eichelhäher.

Weichfutter für Bodenvögel

Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig und Singdrossel sind Weichfutterfresser und suchen am Boden oder dicht darüber. Für sie eignen sich Haferflocken, in Wasser eingeweichte Rosinen, Obst, getrocknete Mehlwürmer und Fettfutter mit Haferflocken, am besten in einer flachen Bodenschale oder einem Bodenfutterhaus. In nordamerikanischen Ratgebern steht an dieser Stelle weiße Hirse und Maisschrot für Juncos und Ammern; bei uns ist Weichfutter meist wichtiger. Stellen Sie nur so viel hin, wie an ein bis zwei Tagen gefressen wird, und nicht auf nackten, nassen Boden, wo es schimmelt.

Kleine Samen für Finken und Zeisige

Stieglitze und Erlenzeisige bleiben in vielen Gegenden über den Winter, oft in Trupps. Nigersaat und geschälte Sonnenblumenkerne in einem Spender mit kleinen Öffnungen passen gut zu ihnen. In manchen Wintern erscheinen Bergfinken in großer Zahl, besonders in Jahren mit reicher Buchenmast, und auch Seidenschwänze aus dem Norden können in sogenannten Invasionsjahren auftauchen. Bergfinken nehmen gern Sonnenblumenkerne, Seidenschwänze Beeren und Äpfel.

Obst

Amseln, Wacholderdrosseln, Rotkehlchen, Stare und Seidenschwänze fressen im Winter Obst. Halbierte Äpfel, eingeweichte Rosinen oder getrocknete Beeren auf einer Schale oder am Boden locken sie an. Project FeederWatch rät, schimmeliges Obst sofort zu entfernen, weil manche Schimmelpilze für Vögel giftige Stoffe bilden. Heimische Beerensträucher wie Weißdorn, Schlehe, Eberesche oder Efeu sind langfristig die noch bessere Quelle.

Mehlwürmer

Getrocknete oder lebende Mehlwürmer sind eiweißreich und locken Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle und Meisen an. Im Winter helfen sie Insektenfressern, die hierbleiben. Bieten Sie sie in einer Schale an, damit sie nicht wegwehen, und weichen Sie getrocknete Würmer kurz ein.

Winterfutter im Vergleich

FutterEnergieBeste FutterstelleTypische WintergästeAchtung
Schwarze SonnenblumenkerneHochFuttersäule, Futterhaus, SchaleDie meisten KörnerfresserSchalen sammeln sich unten
Geschälte SonnenblumenkerneHochFuttersäule, SchaleDie meisten FutterhausvögelVerderben bei Nässe
Fettfutter, MeisenknödelSehr hochGitterhalterMeisen, Kleiber, Spechte, ZaunkönigKnödel ohne Netz, Stare können dominieren
Erdnüsse, ungesalzenSehr hochGitterspender, SchaleMeisen, Kleiber, Eichelhäher, SpechteSchimmel, niemals gesalzen
Weichfutter, HaferflockenMittel bis hochBodenschaleAmsel, Rotkehlchen, HeckenbraunelleZieht bei Resten Ratten an
NigersaatHochSpender mit kleinen ÖffnungenStieglitz, ErlenzeisigWird alt, wenn zu lange gelagert
ObstMittelSchale, BodenAmsel, Wacholderdrossel, SeidenschwanzSchimmel

Was Sie im Winter nicht füttern sollten

Manches gut gemeinte Winterfutter schadet.

  • Brot und Backwaren. Sättigend, aber nährstoffarm, und es verdrängt Fett und Eiweiß, die Vögel bei Kälte brauchen. Brot kann im Magen aufquellen und schimmelt schnell.
  • Speisefett und Bratenreste. Die britische RSPB warnt vor Bratfett: Es kann das Gefieder verschmieren und wird ranzig. Selbstgemachtes Fettfutter nur mit reinem Rindertalg oder Kokosfett.
  • Gesalzenes oder Gewürztes, auch gesalzene Erdnüsse, Chips und Speisereste.
  • Schimmeliges oder feuchtes Futter. Wegwerfen.
  • Billige Füllmischungen mit viel Weizen und Getreidebruch, die viele Vögel links liegen lassen. Achten Sie außerdem auf Mischungen ohne Ambrosia-Samen.

Lagern Sie Futter in dicht schließenden Metall- oder festen Kunststoffbehältern kühl und trocken, dann bleibt es den Winter über frisch.

So halten Sie im Winter Wasser bereit

Bei strengem Frost kann Wasser knapper sein als Futter. Vögel fressen Schnee, aber das kostet Körperwärme. Eine verlässliche offene Wasserstelle zieht auch Vögel an, die nie ans Futterhaus kommen.

Möglichkeiten für offenes Wasser

  • Beheizbare Vogeltränke. Eine Tränke mit eingebautem, thermostatgesteuertem Heizelement hält das Wasser knapp über dem Gefrierpunkt.
  • Tränkenheizung. Ein separates Heizelement für eine vorhandene Tränke. Verwenden Sie nur Geräte, die dafür gebaut sind, und beachten Sie die Sicherheitshinweise des Herstellers für den Außeneinsatz.
  • Von Hand nachfüllen. Wenn keine Heizung möglich ist, gießen Sie morgens lauwarmes, nicht heißes Wasser in die Tränke. Es friert irgendwann wieder, aber die Vögel können vorher trinken. Eine dunkle Schale in der Sonne bleibt etwas länger eisfrei.

Sicherheit an der Tränke bei Kälte

  • Niemals Frostschutzmittel verwenden. Project FeederWatch ist hier eindeutig.
  • Kein Glycerin und kein Salz, beides schadet Vögeln.
  • Flach halten, etwa 2 bis 5 cm tief.
  • Regelmäßig reinigen. Wasser alle ein bis zwei Tage wechseln und Beläge abschrubben.
  • Steine in größere Tränken legen, damit Vögel bei strengem Frost trinken können, ohne ihr Gefieder zu durchnässen.

Wo Futterstellen im Winter hingehören

Im Winter zählt der Standort noch mehr, weil Wind und offene Lage jeden Besuch an der Futterstelle teurer machen.

  • Windgeschützt. Stellen Sie Futterstellen auf die Seite von Haus oder Garten, die vom vorherrschenden Winterwind abgewandt ist. In Mitteleuropa bringt der Westwind meist Sturm und Nässe, strenger Frost kommt dagegen oft mit Ostwind. Beobachten Sie, woher der Wind in Ihrem Garten pfeift.
  • In der Nähe von Deckung. Etwa 3 m Abstand zu dichten Hecken oder Nadelgehölzen gibt Vögeln eine schnelle Fluchtmöglichkeit vor dem Sperber, lässt Katzen aber keinen Hinterhalt direkt am Futter. Unser Ratgeber zum richtigen Standort fürs Futterhaus erklärt die Abstände.
  • Morgensonne. Ein Platz, der früh Sonne bekommt, ist an eisigen Morgen einladend.
  • Leicht zu befüllen. Sie stapfen durch Schnee. Wählen Sie einen Platz nahe einer Tür oder eines geräumten Wegs.
  • Vom Fenster aus sichtbar. Winterbeobachtung ist am schönsten von drinnen.

Schnee und Eis

  • Schnee von Futterschalen und Futterhausdächern entfernen, wenn es geschneit hat.
  • Einen Wetterschutz oder ein Dach über Futtersäulen verwenden, damit das Futter trocken bleibt.
  • Öffnungen freiklopfen, wenn Eis oder verklumptes Futter sie verstopft.
  • Nach starkem Schneefall ein wenig Futter auf einer festgetretenen oder freigeschaufelten Stelle für Amseln und Rotkehlchen verteilen.
  • Futterstellen am Abend vor einem Kälteeinbruch füllen, damit Vögel am nächsten Morgen, wenn der Energiebedarf am höchsten ist, sofort fressen können.

Schutz im Winter bieten

Futter und Wasser liefern Energie. Schutz hilft Vögeln, sie zu behalten.

  • Nadelgehölze und dichte Hecken. Eibe, Kiefer, Fichte, Wacholder, Stechpalme, Efeu und dichte Liguster- oder Weißdornhecken bieten ganzjährig Deckung und brechen den Wind.
  • Reisighaufen. Ein lockerer Haufen aus Ästen oder der ausgediente Weihnachtsbaum in einer Ecke gibt Bodenvögeln Schutz vor Wind und Sperber.
  • Samenstände stehen lassen. Sonnenblumen, Karden, Nachtkerzen, Wilde Möhre und Gräser versorgen Stieglitze, Zeisige und Finken.
  • Nistkästen als Schlafplatz. Meisen, Kleiber und Zaunkönige übernachten im Winter gern in Nistkästen. Die RSPB berichtet, dass Vögel in Kästen manchmal zusammenrücken, um sich zu wärmen. Lassen Sie gereinigte Nistkästen über den Winter hängen.

So richten Sie eine einfache Winterfutterstelle ein

Sie brauchen kein Dutzend Futterhäuser. Eine kleine, gut gewählte Ausstattung deckt fast alle häufigen Wintergäste ab.

  1. Eine Futtersäule oder ein Futtersilo mit schwarzen Sonnenblumenkernen. Das ist der Kern. Sie versorgt Meisen, Kleiber, Buchfinken, Grünfinken und Gimpel.
  2. Ein Gitterhalter mit Fettfutter. Hängen Sie ihn in die Nähe eines Baumstamms oder an denselben Pfahl. Meisen, Kleiber und Buntspecht finden ihn.
  3. Eine Bodenschale oder ein Bodenfutterhaus mit Weichfutter und Obst. Stellen Sie sie in die Nähe von Sträuchern oder einem Reisighaufen für Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle.
  4. Eine eisfreie Vogeltränke. In Sichtweite eines Fensters und nahe Deckung.
  5. Optional: ein Nigerspender für Stieglitze und Zeisige und ein Erdnussspender für Meisen und Kleiber.

Klassische offene Futterhäuschen, in denen Vögel im Futter herumlaufen, sind hygienisch schwierig. Futtersilos und Säulen, aus denen Futter nachrutscht, sind die bessere Wahl.

Wie viel fressen Vögel im Winter?

Der Verbrauch steigt bei Kälte deutlich. Ein Futterspender, der im Oktober eine Woche reichte, kann im Januar in ein bis zwei Tagen leer sein. Statt eine feste Menge anzupeilen, beobachten Sie und passen an:

  • Nachfüllen, bevor der Spender leer ist, besonders am späten Nachmittag, damit Vögel morgens gleich fressen können.
  • Auf offenen Schalen nur so viel, wie an ein bis zwei Tagen gefressen wird, damit nichts nass oder schimmelig wird.
  • Nur Mengen kaufen, die Sie trocken lagern können. Große Säcke sind praktisch, aber nur mit dichten Behältern gegen Feuchtigkeit und Nager.
  • Mit Spitzen bei und nach Kälteeinbrüchen rechnen, wenn unter Schnee und Eis kaum Nahrung zu finden ist.

Futterstellen sauber und Vögel gesund halten

Winterfütterung bündelt Vögel und damit auch Krankheitsrisiken. In Europa hat vor allem die Trichomonadose Grünfinken stark zugesetzt, und auch Salmonellen treten an Futterstellen auf.

  • Futterstellen alle ein bis zwei Wochen reinigen, mit heißem Wasser und Bürste, danach gut trocknen lassen. Project FeederWatch empfiehlt zusätzlich eine verdünnte Bleichlösung im Verhältnis 1 zu 9 mit etwa 10 Minuten Einwirkzeit; wer so desinfiziert, muss sehr gründlich nachspülen.
  • Schalen und alte Körner unter den Futterstellen regelmäßig zusammenkehren.
  • Futterstellen verteilen, um Gedränge zu vermeiden.
  • Bei kranken Vögeln, etwa aufgeplusterten, apathischen Tieren, die nicht wegfliegen, alle Futterstellen und Tränken für ein bis zwei Wochen entfernen und gründlich reinigen. Unser Ratgeber zu kranken Vögeln am Futterhaus beschreibt Anzeichen und Schritte.

Unser Ratgeber zum Reinigen von Futterhäusern enthält eine vollständige Routine.

Sperber an der Winterfutterstelle

Futterstellen bündeln kleine Vögel, und der Sperber bemerkt das. Das ist natürlich, doch ein guter Standort nahe Deckung gibt den Futterhausvögeln eine Chance. Wird ein Sperber zum täglichen Gast, hilft es meist, die Futterstelle für einige Tage abzubauen, damit er anderswo jagt. Mehr dazu in Sperber am Futterhaus: was tun?.

Ratten und Mäuse an der Winterfutterstelle

Was in Nordamerika Bären sind, sind bei uns Ratten: Heruntergefallenes Futter, besonders Weichfutter und Brotreste, lockt sie an. Füttern Sie sparsam, verwenden Sie Futter ohne Schalen oder Auffangschalen unter Spendern, kehren Sie Reste abends zusammen und lagern Sie Vorräte nagerdicht. Tauchen trotzdem Ratten auf, pausieren Sie die Bodenfütterung einige Wochen.

Häufige Fehler bei der Winterfütterung

  1. Futterstellen bei Kälteeinbrüchen leer lassen. Füllen Sie sie vor schlechtem Wetter.
  2. Nur billige Körnermischung anbieten. Wintervögel brauchen energiereiches Futter.
  3. Wasser vergessen. Offenes Wasser kann mehr Arten anlocken als ein neues Futterhaus.
  4. Frostschutzmittel, Glycerin oder Salz in der Tränke. Alles schädlich.
  5. Nicht reinigen, weil es kalt ist. Krankheiten verbreiten sich an vollen Winterfutterstellen.
  6. Futterstellen an offenen, windigen Plätzen. Geschützte Futterstellen werden mehr genutzt.
  7. Nasses, schimmeliges Futter liegen lassen. Nach Schnee und Regen entfernen.
  8. Meisenknödel im Plastiknetz. Netz entfernen oder Knödel ohne Netz kaufen.

Mitmachen bei einer Winterzählung

Winterfütterung und Bürgerwissenschaft passen gut zusammen. Bei der Stunde der Wintervögel von NABU und LBV zählen Menschen in ganz Deutschland jedes Jahr Anfang Januar eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten oder vom Balkon aus. In Österreich organisiert BirdLife Österreich eine ähnliche Zählung. Wer regelmäßig beobachtet, kann Meldungen auch bei ornitho.de oder eBird eintragen. Ihre Beobachtungen am Futterhaus helfen, Veränderungen in den Vogelbeständen zu verfolgen, wie etwa den Rückgang der Grünfinken.

Ideen für das ganze Jahr, wie Ihr Garten zu einem besseren Lebensraum wird, finden Sie in unserem Ratgeber zur Vogelbeobachtung im eigenen Garten.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was ist das beste Winterfutter für Vögel?

Fett- und energiereiches Futter hilft am meisten. Schwarze Sonnenblumenkerne sind das beste Allroundfutter, Fettfutter und Meisenknödel ohne Netz eignen sich hervorragend für Meisen, Kleiber und Spechte. Ungesalzene Erdnüsse, geschälte Sonnenblumenkerne und Weichfutter mit Haferflocken und eingeweichten Rosinen für Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle ergänzen das. Brot, Speisefett und gesalzene Lebensmittel gehören nicht dazu.

Sterben Vögel, wenn ich im Winter aufhöre zu füttern?

In der Regel nicht. Die Massachusetts Audubon Society verweist auf Untersuchungen, nach denen Vögel nur etwa ein Viertel ihrer Nahrung an Futterstellen holen und weiterziehen, wenn eine Quelle versiegt. Wer aber über den Winter füttert, sollte die Futterstelle bei strengem Frost und Schnee möglichst gefüllt halten, weil natürliche Nahrung dann am schwersten zu finden ist.

Brauchen Vögel im Winter Wasser?

Ja. Vögel trinken und baden auch im Winter, und wenn natürliche Gewässer zufrieren, wird eine offene Tränke knapp und wertvoll. Project FeederWatch empfiehlt in frostreichen Regionen eine Tränkenheizung und warnt ausdrücklich vor Frostschutzmittel. Auch Glycerin ist tabu. Halten Sie das Wasser sauber und füllen Sie es regelmäßig frisch auf.

Soll ich im Winter Fettfutter anbieten?

Der Winter ist die ideale Zeit dafür. Fettfutter ist konzentrierte Energie für Vögel, die sonst viele Insekten fressen, etwa Meisen, Kleiber, Spechte und Zaunkönige, die in der kalten Jahreszeit kaum Insekten finden. Kälte verhindert außerdem, dass reines Fett ranzig wird, was im Sommer ein Problem ist. Nutzen Sie Gitterhalter und Knödel ohne Plastiknetz.

Wann sollte ich mit der Winterfütterung beginnen?

Viele beginnen im Herbst, vor dem ersten strengen Frost, damit die Vögel die Futterstelle entdecken, solange es noch natürliche Nahrung gibt. Der NABU hält eine Fütterung von November bis Ende Februar für sinnvoll, bei Frost und Schnee besonders. Später anzufangen schadet nicht, aber eine etablierte Futterstelle ist bei Kälteeinbruch schneller gefunden.