Vögel vor Katzen schützen: So wird Ihr Garten sicher

Vögel vor Katzen schützen: Freigänger töten jedes Jahr sehr viele Singvögel. Was wirklich hilft, von Wohnungshaltung und Catio bis zur klugen Futterplatzwahl.

Eine Hauskatze sitzt drinnen hinter einer Fensterscheibe und beobachtet kleine Vögel an einem Futterhaus im Garten (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: So schützen Sie Vögel vor Katzen
  2. Wie viele Vögel töten Katzen wirklich?
  3. Warum sind Katzen für Vögel so gefährlich?
  4. Welche Vögel sind am stärksten gefährdet?
  5. Schaden Katzen Vögeln auch, wenn sie keinen fangen?
  6. Was hilft wirklich gegen Vogeljagd durch Katzen?
  7. Wie richte ich Futterstellen ein, wenn Katzen in den Garten kommen?
  8. Wie halte ich Nachbarskatzen aus dem Garten fern?
  9. Wie schütze ich brütende Vögel vor Katzen?
  10. Was tun, wenn die Katze einen Vogel gefangen hat?
  11. Mythen und Fakten zu Katzen und Vögeln
  12. Häufige Fehler
  13. Heißt das, Katzenhalter sollten keine Vögel füttern?
  14. Kurz und knapp
  15. Quellen
  16. Häufige Fragen

Vögel vor Katzen schützen Sie am wirksamsten mit einem einzigen Schritt: Halten Sie Katzen, die eigene und möglichst auch fremde, vom Futterplatz fern. Am zuverlässigsten gelingt das, wenn Hauskatzen in der Wohnung oder in einem Gehege bleiben. Das lohnt sich, denn freilaufende Hauskatzen gehören zu den größten vom Menschen verursachten Gefahren für Vögel: Eine viel zitierte Studie aus dem Jahr 2013 schätzt allein für die USA 1,3 bis 4,0 Milliarden getötete Vögel pro Jahr.

Das heißt nicht, dass Katzenhalter und Vogelfreunde auf verschiedenen Seiten stehen. Viele Menschen sind beides. Dieser Ratgeber erklärt, warum Katzen so großen Einfluss haben, was die Forschung über Glöckchen, Halskrausen und andere Lösungen sagt und wie Sie Ihren Garten so einrichten, dass die Vögel am Futterhaus möglichst sicher sind.

Kurz beantwortet: So schützen Sie Vögel vor Katzen

  • Halten Sie Ihre eigene Katze im Haus oder bieten Sie ihr Auslauf in einem Catio, an der Leine oder in einem ausbruchsicheren Gartengehege.
  • Stellen Sie Futterstellen durchdacht auf: deutlich über dem Boden, mit etwa 3 bis 3,5 m Abstand zu Verstecken für Katzen und mit Fluchtdeckung in der Nähe.
  • Hören Sie mit der Bodenfütterung auf, wenn Katzen Ihren Garten besuchen.
  • Nutzen Sie harmlose Abschreckung wie Bewegungsmelder mit Wassersprenger, Zaunaufsätze und stachelige Bodendecker.
  • Sichern Sie Nistkästen mit Pfahlmontage und Marderschutz.
  • Handeln Sie schnell, wenn eine Katze einen Vogel fängt: Rufen Sie eine Wildvogelhilfe an, auch wenn der Vogel unverletzt aussieht.

Wie viele Vögel töten Katzen wirklich?

Die bekannteste Schätzung stammt aus einer Studie von Scott Loss, Tom Will und Peter Marra, erschienen 2013 in Nature Communications. Die Autoren werteten zahlreiche ältere Untersuchungen gemeinsam aus und kamen zu dem Ergebnis, dass freilaufende Hauskatzen in den 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten jedes Jahr 1,3 bis 4,0 Milliarden Vögel töten, dazu Milliarden kleiner Säugetiere. Herrenlose Katzen, also Streuner und verwilderte Kolonien, waren für den größten Teil verantwortlich, aber auch Hauskatzen mit Freigang trugen einen erheblichen Anteil bei.

Andere Länder zeigen ein ähnliches Bild:

  • Kanada: Staatlich unterstützte Forschung schätzt den Verlust durch Katzen auf 100 bis 350 Millionen Vögel pro Jahr.
  • Australien: Studien gehen davon aus, dass verwilderte und gehaltene Katzen jährlich Hunderte Millionen Vögel töten, und Katzen haben dort zum Aussterben mehrerer heimischer Säugetiere beigetragen.
  • Großbritannien: Eine Erhebung der Mammal Society aus den frühen 2000er-Jahren schätzte, dass Hauskatzen in einem einzigen Frühling und Sommer Millionen Vögel nach Hause brachten, und Katzen fangen mehr, als sie heimbringen.
  • Deutschland: Eine vergleichbar gründliche landesweite Studie gibt es bisher nicht. Mit mehr als 15 Millionen Hauskatzen, von denen viele Freigang haben, gehen Naturschutzverbände wie der NABU aber von Verlusten in Millionenhöhe aus.

Diese Zahlen sind Schätzungen mit großen Spannen, und Kritiker haben einzelne Annahmen hinterfragt. Doch schon das untere Ende der US-Schätzung zählt Katzen zu den größten direkt vom Menschen verursachten Todesursachen bei Vögeln, gemeinsam mit Kollisionen an Glasscheiben und Gebäuden. Den größeren Zusammenhang erklären wir im Artikel warum Vogelbestände zurückgehen.

Warum sind Katzen für Vögel so gefährlich?

Sind Katzen natürliche Beutegreifer?

In den meisten Regionen nicht. Die Hauskatze stammt von der Afrikanischen Falbkatze ab und wurde vom Menschen weltweit verbreitet. In Mitteleuropa lebt zwar die heimische Wildkatze, doch sie kommt nur in bestimmten Waldgebieten und in sehr geringer Dichte vor. Auf vielen Inseln und Kontinenten haben sich heimische Vögel ohne einen kleinen, wendigen Lauerjäger entwickelt, der in so hoher Zahl lebt. Die Fachleute für invasive Arten der Weltnaturschutzunion IUCN führen die Hauskatze unter den schlimmsten invasiven Arten der Welt, und Katzen werden mit dem Aussterben Dutzender Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten in Verbindung gebracht, vor allem auf Inseln.

Warum jagt eine satte Katze trotzdem?

Das Jagen ist bei Katzen weitgehend instinktgesteuert und wird durch Bewegung ausgelöst, nicht nur durch Hunger. Auch eine gut gefütterte Hauskatze schleicht an und springt. Füttern schaltet dieses Verhalten nicht ab, auch wenn Forschung darauf hindeutet, dass Ernährung und Spiel es etwas verringern können, wie weiter unten beschrieben.

Warum gibt es so viele Katzen?

Hauskatzen werden vom Menschen mit Futter, Unterschlupf und tierärztlicher Versorgung unterstützt. Deshalb leben sie in einer Dichte, die weit über der jedes wilden Beutegreifers ähnlicher Größe liegt. In Wohngebieten mit Einfamilienhäusern kann die Zahl der Katzen die der heimischen Beutegreifer um ein Vielfaches übersteigen. Schon wenige Katzen, die mehrere Gärten durchstreifen, können die örtlichen Vögel beeinflussen, auch wenn jede einzelne nur ein paar erbeutet.

Welche Vögel sind am stärksten gefährdet?

  • Bodenfresser: Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Buchfink und Haussperling halten sich viel am Boden oder in niedriger Deckung auf, genau dort, wo Katzen jagen.
  • Ästlinge: Junge Vögel, die das Nest gerade verlassen haben, sitzen tagelang am Boden oder knapp darüber und fliegen noch schlecht. Von Mai bis Juli ist das Risiko am höchsten.
  • Brütende Vögel: Offene Napfnester in niedrigen Sträuchern und Hecken sind verwundbar, und brütende Altvögel können auf dem Nest erwischt werden.
  • Vögel an schlecht platzierten Futterstellen: Futterhäuser direkt neben dichten Büschen oder dicht über dem Boden machen Katzen den Überfall leicht.
  • Benommene Vögel nach einem Fensteranprall: Ein Vogel, der betäubt unter einer Scheibe sitzt, ist leichte Beute.

Wenn Sie einen jungen Vogel am Boden finden, lesen Sie zuerst unseren Ratgeber Jungvogel gefunden, bevor Sie eingreifen. Meist hilft es am meisten, Katzen und Hunde fernzuhalten, während die Eltern ihre Arbeit machen.

Schaden Katzen Vögeln auch, wenn sie keinen fangen?

Ja. Fachleute sprechen von Angsteffekten oder subletalen Effekten. Eine britische Studie aus dem Jahr 2013 zeigte: Wurde eine Katzenattrappe in die Nähe von Amselnestern gestellt, fütterten die Eltern ihre Küken seltener, und diese Nester wurden danach häufiger von anderen Nesträubern geplündert, vermutlich weil Warnrufe und Unruhe Aufmerksamkeit erregten.

Vögel, die sich bedroht fühlen, verbringen mehr Zeit mit Sichern und weniger mit Fressen. Das zählt besonders im Winter, wenn jede Minute Nahrungssuche wichtig ist. Eine Katze, die regelmäßig unter dem Futterhaus sitzt, kann die Zahl der Besuche verringern, auch wenn sie nie etwas fängt.

Katzen übertragen außerdem Krankheitserreger, die Wildtiere betreffen können. Der Parasit Toxoplasma gondii, der seinen Lebenszyklus in Katzen abschließt, wird mit Todesfällen gefährdeter Vögel auf Hawaii und mit dem Tod von Seeottern in Kalifornien in Verbindung gebracht.

Was hilft wirklich gegen Vogeljagd durch Katzen?

Ist Wohnungshaltung die beste Lösung?

Ja. Wenn eine Katze dauerhaft im Haus bleibt, verschwindet das Problem vollständig. Viele Tierärzte weisen zudem darauf hin, dass Wohnungskatzen Straßenverkehr, Revierkämpfe, Infektionen und andere Gefahren vermeiden. In den USA wirbt die American Bird Conservancy seit Langem mit ihrem Programm Cats Indoors für diesen Weg, und auch hierzulande empfehlen Vogelschutzverbände, Katzen zumindest in der Brutzeit einzuschränken.

Wenn Ihre Katze an Freigang gewöhnt ist, braucht die Umstellung Geduld:

  1. Sorgen Sie zuerst für Beschäftigung. Fensterplätze, Kratzbäume, Fummelbretter für Futter und tägliche Spielrunden.
  2. Verkürzen Sie den Freigang schrittweise. Behalten Sie die Katze zunächst von der Dämmerung bis zum Morgen und in den frühen Morgenstunden im Haus.
  3. Bieten Sie sicheren Zugang nach draußen. Ein Catio, ein ausbruchsicheres Gartengehege, ein vernetzter Balkon oder Training am Geschirr.

Was ist ein Catio?

Ein Catio ist ein geschlossener Außenbereich für Katzen. Das kann ein kleiner Fensterkasten sein, eine vollständig vernetzte Terrasse oder ein Drahtgehege im Garten. Auf Balkonen in Mietwohnungen ist ein Katzennetz die häufigste Form. Die Katze bekommt frische Luft, Geräusche und Gerüche, aber keinen Zugang zu Vögeln. Viele Halter finden das den einfachsten Kompromiss.

Helfen Glöckchen und Halsbänder?

Etwas. Studien mit Glöckchen zeigten, dass diese Katzen weniger Vögel nach Hause brachten als Katzen ohne Glöckchen, doch der Effekt schwankte stark, und auch Katzen mit Glöckchen fingen noch viele Tiere. Katzen lernen offenbar, sich zu bewegen, ohne dass es klingelt, und für Ästlinge, die nicht wegfliegen können, bringt ein Glöckchen nichts.

Bunte Halskrausen aus Stoff, die für Vögel besonders auffällig sind, haben in einigen veröffentlichten Versuchen die Zahl erbeuteter Vögel deutlich gesenkt. Sie wirken vermutlich, weil Vögel Farben sehr gut sehen und die Katze früher bemerken. Auf den Fang von Mäusen hatten sie kaum Einfluss. Halsbänder sollten immer einen Sicherheitsverschluss haben, damit sich die Katze nicht verletzt, wenn sie hängen bleibt.

Verändern Futter und Spiel das Jagdverhalten?

Eine britische Studie unter Leitung von Forschenden der Universität Exeter, veröffentlicht 2021, fand zwei einfache Stellschrauben. Katzen, die auf getreidefreies Futter mit hohem Fleischanteil umgestellt wurden, brachten rund ein Drittel weniger Beute nach Hause. Katzen, die täglich 5 bis 10 Minuten mit einem Spielzeug spielten, das Beute nachahmt, brachten etwa ein Viertel weniger. Das sind sinnvolle Ergänzungen, aber kein Ersatz dafür, die Katze im Haus zu halten.

Hilft es, Katzen zu bestimmten Zeiten drinnen zu lassen?

Wenn Ihre Katze Freigang hat, bringt es viel, sie nachts und vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung im Haus zu behalten, denn viele Vögel sind am frühen Morgen am aktivsten. Wer seine Katze während der Hauptzeit der Ästlinge, in Mitteleuropa etwa von Mitte April bis Ende Juli, im Haus lässt, schützt genau die verwundbarsten Vögel. Einige Städte und Gemeinden haben zudem Katzenschutzverordnungen mit Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger erlassen, vor allem um Streunerpopulationen zu begrenzen.

Wie richte ich Futterstellen ein, wenn Katzen in den Garten kommen?

Der Standort des Futterhauses macht einen großen Unterschied.

Wie weit sollte das Futterhaus von Büschen entfernt sein?

Stellen Sie Futterstellen etwa 3 bis 3,5 m entfernt von dichten Sträuchern, Zäunen, Holzstapeln oder niedrigen Mauern auf, hinter denen eine Katze lauern kann. Gleichzeitig brauchen Vögel in kurzer Flugdistanz Deckung, um vor Sperbern zu fliehen. Ideal ist freie Fläche rund um das Futterhaus mit Sträuchern oder Bäumen in mittlerer Entfernung. Unser Ratgeber zum richtigen Standort für das Vogelfutterhaus erklärt die Abwägungen im Detail.

Wie hoch sollte das Futterhaus hängen?

Montieren Sie Futterstellen mindestens 1,5 m über dem Boden an einem glatten Metallständer mit einem Abwehrkegel darunter. Der Kegel hält Eichhörnchen und Marder ab, und ein glatter Ständer nimmt auch Katzen die Möglichkeit zum Klettern. Größen und Montage erklären wir unter Abwehrkegel gegen Eichhörnchen.

Sollte ich auf Bodenfütterung verzichten?

Wenn Katzen in der Nähe sind, ja. Am Boden verstreutes Futter lockt Amseln, Rotkehlchen, Heckenbraunellen und Sperlinge genau dorthin, wo Katzen jagen. Wenn Sie Bodenvögel füttern möchten, nutzen Sie eine niedrige Futterschale mitten auf offenem Rasen, weit weg von Deckung, oder nehmen Sie in Kauf, dass manche Arten erst wiederkommen, wenn das Katzenproblem gelöst ist.

Was ist mit Fensterfutterhäusern?

Futterhäuser, die direkt an der Scheibe haften oder weniger als 1 m vom Fenster entfernt hängen, verringern Verletzungen durch Anprall. Achten Sie darauf, dass kein Sims, keine Mülltonne und kein Strauch in der Nähe steht, über den eine Katze die Vögel am Futterhaus erreichen kann.

Halten Sie den Bereich unter dem Futterhaus sauber

Heruntergefallene Körner locken Bodenvögel an, aber auch Mäuse und Ratten, die wiederum Katzen anziehen. Eine Auffangschale unter dem Futterhaus oder eine Mischung ohne Schalen verkleinert den Haufen.

Wie halte ich Nachbarskatzen aus dem Garten fern?

Fremde Katzen können Sie nicht kontrollieren, aber Sie können Ihren Garten für sie weniger attraktiv machen.

  • Bewegungsmelder mit Wassersprenger gehören zu den wirksamsten tierfreundlichen Abschreckungen. Katzen mögen keinen Wasserstrahl und meiden den Bereich bald.
  • Zäune. Normale Gartenzäune halten Katzen selten auf, aber schräge Aufsätze oder drehbare Rollen an der Oberkante können das Überklettern verhindern.
  • Stachelige Bodendecker. Dornige Schnittreste, grober Mulch oder Kunststoffmatten mit Noppen rund um Futterstellen und Beete machen das Anschleichen unbequem.
  • Verstecke nahe am Futterhaus entfernen. Rücken Sie das Futterhaus von niedrigen Büschen ab oder schneiden Sie die unteren Äste hoch, damit sich darin keine Katze verstecken kann.
  • Mit den Nachbarn sprechen. Ein freundliches Gespräch, besonders in der Brutzeit, wirkt oft besser als alles andere. Viele Katzenhalter wissen schlicht nicht, wie viele Vögel ihre Katze fängt.
  • Örtliche Regeln prüfen. Katzenschutzverordnungen und Nachbarrecht unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde und zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ordnungsamt oder Tierschutzverein können Möglichkeiten erklären.

Verzichten Sie auf alles, was einer Katze schaden könnte: Gift, Klebefallen und das eigenmächtige Einfangen sind verboten oder streng geregelt, verstoßen gegen das Tierschutzgesetz und können auch Wildtiere und andere Haustiere verletzen.

Was ist mit Streunerkatzen?

Der Umgang mit herrenlosen Katzen ist umstritten. In Deutschland setzen Tierschutzvereine vor allem auf Einfangen, Kastrieren und Zurücksetzen, oft kombiniert mit betreuten Futterstellen. Viele Naturschutzorganisationen, darunter die American Bird Conservancy, geben zu bedenken, dass zurückgesetzte Katzen weiter Wildtiere jagen und Kolonien durch neu ausgesetzte Tiere immer wieder wachsen. Wenn eine Kolonie in der Nähe Ihres Gartens lebt, fragen Sie beim örtlichen Tierschutzverein und bei der Gemeinde nach, wie dort vorgegangen wird.

Wie schütze ich brütende Vögel vor Katzen?

  • Montieren Sie Nistkästen an glatten Metallpfählen mit Marderschutz, etwa einem Blechkragen oder einer Manschette, statt an Zäunen oder Bäumen, an denen Katzen hochklettern. Mehr dazu unter Nistkasten richtig aufhängen.
  • Wählen Sie Kästen ohne Sitzstange. Vögel brauchen sie nicht, Nesträubern hilft sie.
  • Pflanzen Sie dornige heimische Sträucher wie Weißdorn, Schlehe, Hundsrose oder Stechpalme, die Nestern etwas Schutz bieten.
  • Halten Sie Katzen in der Brut- und Ästlingszeit drinnen. In dieser Zeit kann eine einzelne Katze den größten Schaden anrichten.

Was tun, wenn die Katze einen Vogel gefangen hat?

Handeln Sie schnell, auch wenn der Vogel unverletzt wirkt.

  1. Setzen Sie den Vogel vorsichtig in einen belüfteten Pappkarton mit einem weichen Tuch.
  2. Halten Sie ihn dunkel, ruhig und warm. Fassen Sie ihn nicht öfter an als nötig.
  3. Geben Sie kein Futter und kein Wasser. Vögel können Flüssigkeit in die Atemwege bekommen, und falsches Futter schadet.
  4. Rufen Sie sofort eine Wildvogelhilfe, eine Wildtierstation oder eine vogelkundige Tierarztpraxis an. Katzenspeichel enthält Bakterien, die schon über eine winzige Bisswunde innerhalb von ein, zwei Tagen eine tödliche Infektion auslösen können. Rasch gegebene Antibiotika können den Vogel retten.

In unserem Ratgeber was tun mit einem verletzten Vogel erklären wir, wie Sie eine Auffangstation finden und was Sie erwartet.

Mythen und Fakten zu Katzen und Vögeln

MythosFakt
Satte Katzen jagen nicht.Jagen ist Instinkt, auch gut gefütterte Katzen jagen.
Katzen fangen nur alte oder kranke Vögel.Katzen erbeuten gesunde Altvögel, Nestlinge und Ästlinge.
Ein Glöckchen löst das Problem.Glöckchen senken die Fangrate etwas, schützen aber weder Ästlinge noch Nester.
Ein Vogel, der der Katze entkommt, ist gerettet.Kleine Bisswunden können ohne Behandlung tödliche Infektionen auslösen.
Katzen gehören zur Natur.Hauskatzen sind fast überall vom Menschen eingeführte Beutegreifer.

Häufige Fehler

  • Das Futterhaus direkt neben dichte Büsche stellen, die Katzen einen Lauerplatz bieten.
  • Futter auf dem Boden ausstreuen, obwohl bekannt ist, dass Katzen den Garten besuchen.
  • Die Katze im Frühling und Frühsommer in der Morgendämmerung hinauslassen, der riskantesten Zeit für Ästlinge.
  • Nistkästen an Zaunpfosten befestigen, über die Katzen spazieren.
  • Einen von der Katze gefangenen Vogel ohne Behandlung freilassen, weil er gesund wirkt.
  • Glauben, das Problem seien nur Streuner. Hauskatzen mit Freigang verursachen einen spürbaren Anteil der Verluste.

Heißt das, Katzenhalter sollten keine Vögel füttern?

Nein. Viele Katzenhalter füttern Vögel verantwortungsvoll. Entscheidend ist, dass die eigene Katze im Haus oder in einem Gehege bleibt und dass Futterstellen so stehen, dass fremde Katzen kaum eine Chance haben. Eine Wohnungskatze, die vom Fensterbrett aus ein belebtes Futterhaus beobachtet, ist ein vertrauter und harmloser Anblick, und für die Katze ist das sogar gute Beschäftigung. Wenn Sie den Garten mit Freigängern teilen, die Sie nicht beeinflussen können, konzentrieren Sie sich auf Höhe, Standort und Abschreckung und setzen Sie die Bodenfütterung notfalls aus.

Greifvögel am Futterhaus sind ein eigenes Thema mit einer anderen Antwort. Sperber und Habicht sind heimische Wildtiere, die gesetzlich streng geschützt sind. Wie Sie ihren Einfluss verringern, lesen Sie unter Sperber am Futterhaus.

Kurz und knapp

  • US-Schätzung: 1,3 bis 4,0 Milliarden Vögel pro Jahr, getötet durch freilaufende Katzen.
  • Herrenlose Katzen verursachen den größten Teil, Freigänger aus Haushalten einen erheblichen weiteren Anteil.
  • Ästlinge und Bodenfresser wie Amsel und Rotkehlchen sind am stärksten gefährdet.
  • Glöckchen und bunte Halskrausen helfen, reichen aber nicht an Wohnungshaltung heran.
  • Fleischreiches Futter und tägliches Spiel verringerten in einer britischen Studie die heimgebrachte Beute.
  • Von Katzen gefangene Vögel brauchen schnell fachkundige Hilfe, auch wenn sie gesund wirken.
  • Bewegungsmelder mit Wassersprenger sind eine tierfreundliche und wirksame Abschreckung.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Wie viele Vögel töten Katzen jedes Jahr?

Eine viel zitierte Studie aus dem Jahr 2013 in Nature Communications schätzt, dass freilaufende Hauskatzen allein in den USA jährlich 1,3 bis 4,0 Milliarden Vögel töten, den größten Teil davon herrenlose Katzen. Für Deutschland gibt es keine vergleichbar belastbare Zahl, Hochrechnungen reichen aber in die Millionen. Die genauen Werte sind unsicher, doch Katzen zählen zu den größten direkt vom Menschen verursachten Todesursachen bei Vögeln.

Hilft ein Glöckchen am Katzenhalsband?

Ein Glöckchen hilft etwas. Mehrere Studien fanden, dass Katzen mit Glöckchen weniger Vögel nach Hause brachten, aber trotzdem viele erbeuteten. Bunte Halskrausen, die Vögel sehr gut sehen, senkten die Zahl erbeuteter Vögel in einigen Untersuchungen stärker. Keine der beiden Lösungen schützt Ästlinge am Boden oder Nester, und beide wirken schwächer als Wohnungshaltung oder ein Gehege.

Muss ein Vogel zum Tierarzt, wenn die Katze ihn gefangen hat, er aber gesund wirkt?

Ja, wenden Sie sich sofort an eine Wildvogelhilfe, eine Wildtierstation oder eine vogelkundige Tierarztpraxis. Katzenspeichel enthält Bakterien, darunter Pasteurella, die schon über winzige Bisswunden tödliche Infektionen auslösen können. Solche Vögel brauchen meist rasch Antibiotika. Setzen Sie den Vogel in einen belüfteten Karton an einen dunklen, ruhigen, warmen Ort und geben Sie kein Futter und kein Wasser.

Wie weit sollte ein Futterhaus von Büschen entfernt sein, wenn Katzen in der Nähe sind?

Üblich ist die Empfehlung, Futterstellen etwa 3 bis 3,5 m von dichten Sträuchern, Zäunen oder Holzstapeln entfernt aufzustellen, in denen sich eine Katze verstecken kann. Gleichzeitig sollte in kurzer Flugdistanz Deckung zur Flucht vor Sperbern bleiben. Das Futterhaus gehört deutlich über den Boden. Sind Katzen regelmäßig da, verzichten Sie auf Bodenfütterung und niedrige Futterschalen.

Darf ich die Katze des Nachbarn vertreiben oder einfangen?

Harmlose Abschreckung wie Bewegungsmelder mit Wassersprenger, Zäune oder stachelige Bodendecker ist in der Regel zulässig. Eine fremde Katze einzufangen, wegzubringen oder zu verletzen ist dagegen verboten oder streng geregelt, und das Tierschutzgesetz schützt Katzen ausdrücklich. Sprechen Sie zuerst mit den Nachbarn und fragen Sie im Zweifel beim Ordnungsamt oder Tierschutzverein nach, bevor Sie mehr tun als abschrecken.