Pirol Futterspender: Was den Pirol wirklich anlockt, plus 6 Futterspender für Trupiale
Pirol Futterspender: Der Pirol kommt selten ans Futterhaus. Was ihn wirklich anlockt, und 6 Futterspender für Obst, Gelee und Nektar für Trupiale in Amerika.
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In diesem Artikel
- Die Empfehlungen im Überblick
- Wie wir ausgewählt haben
- Pirol und Trupial: Warum der Name täuscht
- Kombi-Futterspender für Nektar, Gelee und Orangen: beste Wahl für Trupiale
- Flacher Nektarspender mit großem Vorrat: bestes großes Fassungsvermögen
- Gelee-Spender mit umgedrehtem Glas: bester Gelee-Spender
- Obstspieß oder Fruchthalter: bester Obsthalter
- Ameisengraben zum Vorhängen: bester Ameisenschutz
- Hängende Futterschale für Obst und Weichfutter: beste Wahl für Obstfresser in Europa
- Vergleichstabelle
- Welcher Futterspender passt zu welcher Region in Nordamerika?
- Wann sollte man einen Futterspender für Trupiale aufhängen?
- Wie lockt man den Pirol in Europa an?
- Warum sind Futterspender für Trupiale orange?
- Was kommt in den Futterspender, und wie viel?
- Wie groß sollte der Futterspender sein?
- Wo sollte der Futterspender hängen?
- Wie hält man Ameisen und Bienen fern?
- Wie reinigt man den Futterspender?
- Kann man einen Kolibri-Futterspender für Trupiale nutzen?
- Lohnt sich ein teurer Futterspender?
- Fazit
- Quellen
- Häufige Fragen
Ein Pirol Futterspender bringt in Europa leider fast nie Erfolg: Der etwa 24 cm große Pirol lebt hoch in den Baumkronen, frisst vor allem Insekten und reife Früchte und kommt nur in seltenen Ausnahmen an Futterstellen. Die orangefarbenen Futterspender mit Gelee, Nektar und Orangen, die im Englischen “oriole feeder” heißen, sind für die amerikanischen Trupiale gedacht, eine ganz andere Vogelfamilie.
Dieser Ratgeber deckt deshalb beides ab. Wer in den USA oder Kanada lebt oder dorthin reist, findet die sechs besten Bauarten für Baltimoretrupial und Verwandte. Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz den Pirol erleben möchte, erfährt, was ihn wirklich anlockt. Für Trupiale ist ein Kombi-Futterspender mit Nektar, Gelee, Orangenhälften und eingebautem Ameisengraben die beste erste Wahl.
Die Empfehlungen im Überblick
- Beste Wahl für Trupiale: Kombi-Futterspender für Nektar, Gelee und Orangen mit Ameisengraben.
- Bestes großes Fassungsvermögen: Flacher Nektarspender mit großem Vorrat.
- Bester Gelee-Spender: Gelee-Spender mit umgedrehtem Glas.
- Bester Obsthalter: Obstspieß oder Fruchthalter aus Metall, nützlich in Amerika und Europa.
- Bester Ameisenschutz: Ameisengraben zum Vorhängen.
- Beste Wahl für Obstfresser in Europa: Hängende Futterschale für Obst und Weichfutter.
Die Marken, die in der englischen Fassung genannt werden, verkaufen ihre Trupial-Spender fast nur in Nordamerika. Wir beschreiben deshalb die Bauart, auf die es ankommt, und verlinken eine passende Suche. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich von Land zu Land.
Kombi-Futterspender für Nektar, Gelee und Orangen
Ein orangefarbener Futterspender mit Nektarbehälter, kleinen Geleeschalen, einem Halter für eine Orangenhälfte, Bienenschutz und eingebautem Ameisengraben.
- Ideal für
- Erstmalige Trupial-Gastgeber in Nordamerika, die herausfinden wollen, welches Futter ihre Vögel bevorzugen.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie sehen oft fünf oder mehr Trupiale gleichzeitig, dann ist der Nektarvorrat schnell leer.
- Futter
- Nektar, Gelee, Obst
- Ameisenschutz
- Eingebauter Wassergraben
- Worauf achten
- Vollständig zerlegbar
Flacher Nektarspender mit großem Vorrat
Ein breiter, flacher Spender, bei dem der Nektar unter den Trinköffnungen liegt, mit Platz für mehrere Vögel gleichzeitig.
- Ideal für
- Gärten in Nordamerika auf einer Zugroute oder mit Trupialen, die viel Nektar trinken.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie sehen nur ein Paar am Tag, denn Nektar verdirbt, bevor es leer ist.
- Bauart
- Untertasse, Nektar unter den Öffnungen
- Fassungsvermögen
- Groß, bis etwa 1 l je nach Modell
- Worauf achten
- Stabile Sitzfläche für Vögel um 30 bis 40 g
Gelee-Spender mit umgedrehtem Glas
Ein umgedrehtes Glas, das Gelee auf eine offene Schale nachschiebt, sodass der Vorrat vor Regen und Sonne geschützt bleibt.
- Ideal für
- Gärten in Nordamerika, in denen Baltimoretrupiale offene Geleeschalen bis mittags leeren.
- Nicht kaufen, wenn
- Ihre Trupiale zeigen wenig Interesse an Gelee.
- Futter
- Gelee
- Vorrat
- Im geschlossenen Glas
- Worauf achten
- Stabile Aufhängung aus Metall
Obstspieß oder Fruchthalter aus Metall
Ein einfacher Spieß oder Korb, der Orangenhälften, Äpfel oder Birnen festhält, für Trupiale in Amerika ebenso nützlich wie für Amseln und Stare in Europa.
- Ideal für
- Alle, die erst einmal testen wollen, ob fruchtfressende Vögel vorbeikommen, in Amerika wie in Europa.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie wollen Nektar anbieten, dafür brauchen Sie einen eigenen Spender.
- Futter
- Orangen, Äpfel, Birnen
- Material
- Metall
Ameisengraben zum Vorhängen
Ein kleiner, mit Wasser gefüllter Becher, der zwischen Haken und Futterspender hängt und Ameisen den Weg zum Zucker versperrt.
- Ideal für
- Jeden Nektar- oder Gelee-Spender ohne eingebauten Graben.
- Nicht kaufen, wenn
- Ihr Spender hat bereits einen Ameisengraben.
- Funktion
- Wassergefüllter Graben über dem Spender
- Füllung
- Nur klares Wasser
Hängende Futterschale für Obst und Weichfutter
Eine flache, hängende Schale mit Dach und Ablauf für Apfelstücke, Rosinen und Weichfutter, die Amseln, Mönchsgrasmücken und Stare nutzen.
- Ideal für
- Gärten in Mitteleuropa, in denen Obstfresser im Herbst und Winter vorbeikommen.
- Nicht kaufen, wenn
- Sie erwarten damit den Pirol, der Futterstellen fast nie nutzt.
- Futter
- Obst, Rosinen, Weichfutter
- Worauf achten
- Abflusslöcher und Regendach
Wie wir ausgewählt haben
Wir haben diese Futterspender nicht selbst aufgehängt, dieser Ratgeber beruht auf Recherche, nicht auf eigenen Versuchen. Wir haben Herstellerangaben zu Fassungsvermögen, Trinköffnungen, Ameisengraben, Material und Reinigung verglichen und auf wiederkehrende Muster in verifizierten Käuferbewertungen geachtet, etwa undichte Behälter, gebrochene Aufhängungen und schwer zu reinigende Ecken. Die Bauarten haben wir an der Biologie der Trupiale gemessen, wie sie das Cornell Lab of Ornithology und Journey North beschreiben. Für den Pirol stützen wir uns auf gut belegtes ornithologisches Wissen und die Hinweise europäischer Vogelschutzverbände.
Pirol und Trupial: Warum der Name täuscht
Im Englischen heißen beide Vogelgruppen “oriole”, und beide sind leuchtend gelb bis orange mit Schwarz gefärbt. Verwandt sind sie trotzdem nicht. Der Pirol gehört zur Familie der Pirole, die in Europa, Asien, Afrika und Australien vorkommt. Die Trupiale gehören zu einer rein amerikanischen Familie, zu der auch Stärlinge und Grackeln zählen.
| Merkmal | Pirol (Europa) | Baltimoretrupial (Nordamerika) |
|---|---|---|
| Größe | Etwa 24 cm, etwa amselgroß | Etwa 17 bis 22 cm |
| Männchen | Goldgelb mit schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz | Schwarzer Kopf, flammend orange Brust |
| Weibchen | Grünlich, unterseits hell mit feinen Streifen | Gelblich bis orangebraun |
| Nahrung | Insekten, Raupen, im Sommer Früchte | Insekten, Früchte, Nektar |
| Brutzeit bei uns | Etwa Mai bis August | Frühjahr bis Sommer in Nordamerika |
| Überwinterung | Afrika südlich der Sahara | Mittel- und nördliches Südamerika |
| Futterspender | Kaum | Häufig |
Der Pirol trägt im Volksmund den Namen “Pfingstvogel”, weil er erst spät im Frühjahr zurückkehrt, meist Ende April oder im Mai. Sein flötender Ruf, oft als “düdlio” umschrieben, ist viel öfter zu hören als der Vogel zu sehen. Das Nest hängt wie eine Hängematte in einer waagrechten Astgabel hoch in der Krone.

Kombi-Futterspender für Nektar, Gelee und Orangen: beste Wahl für Trupiale
Ein orangefarbener Kombi-Futterspender ist die Bauart, die wir jedem empfehlen würden, der zum ersten Mal Trupiale in Nordamerika füttert. Ein Körper vereint einen Nektarbehälter mit mehreren Trinköffnungen, kleine Geleeschalen und einen Halter für eine Orangenhälfte, dazu Bienenschutz und einen eingebauten Ameisengraben.
Für wen er passt: Gärten im Osten und Mittleren Westen mit Baltimore- oder Orchard-Trupialen und Gärten im Westen, in denen Sie noch nicht wissen, ob die Vögel Nektar, Gelee oder Obst bevorzugen.
Worauf Sie achten sollten: Der Spender sollte sich vollständig zerlegen lassen, idealerweise spülmaschinenfest sein und einen Ameisengraben haben, der auch mit Obst funktioniert.
Stärken: Jedes Trupial-Futter an einem Ort, was früh in der Saison hilft. Zerlegbare Teile machen die wöchentliche Grundreinigung einfacher.
Schwächen: Der Nektarvorrat kompakter Modelle ist knapp, wenn mehrere Trupiale kommen, und die Geleeschalen sind klein.
Überspringen, wenn: Sie regelmäßig fünf oder mehr Trupiale gleichzeitig sehen.
Flacher Nektarspender mit großem Vorrat: bestes großes Fassungsvermögen
Eine breite, flache Untertasse hält je nach Modell bis etwa einen Liter Nektar, dazu bei manchen Varianten Platz für Orangenhälften und Gelee. Der Nektar liegt unter den Trinköffnungen statt in einer umgedrehten Flasche.
Für wen er passt: Gärten auf einer Zugroute mit vielen Trupialen im Frühjahr und Grundstücke, auf die Trupiale im Frühsommer ihre Jungen mitbringen.
Stärken: Mehrere Vögel können gleichzeitig trinken. Ohne umgedrehte Flasche tropft wenig.
Schwächen: Ein großer Vorrat hilft nur, wenn die Vögel ihn trinken, bevor er verdirbt, bei warmem Wetter also innerhalb von zwei bis drei Tagen. Offene Flächen fangen Regen, der Gelee verdünnt.
Überspringen, wenn: Sie nur ein Paar am Tag sehen. Dann füllen Sie ihn nur teilweise oder wählen einen Kombi-Spender.
Gelee-Spender mit umgedrehtem Glas: bester Gelee-Spender
In vielen Gärten im Osten Nordamerikas lockt Gelee Baltimoretrupiale am schnellsten an. Offene Schalen trocknen aus, füllen sich mit Regen und ziehen Bienen an. Ein Spender mit umgedrehtem Glas schiebt Gelee nach und schützt den Vorrat.
Für wen er passt: Alle, deren Trupiale die Geleeschalen jeden Tag leeren.
Worauf Sie achten sollten: Eine Aufhängung aus Metall ist robuster als Kunststoffketten, über die Käufer ähnlicher Modelle oft klagen. Abflusslöcher sollten kein Gelee durchlassen.
Stärken: Der Großteil des Gelees bleibt vor Regen und Sonne geschützt. Die offene Schale ist leicht abzuwischen.
Schwächen: Käufer berichten bei solchen Spendern häufig von gebrochenen Aufhängungen, Kippen und auslaufendem Gelee.
Überspringen, wenn: Ihre Trupiale kaum Gelee fressen.
Obstspieß oder Fruchthalter: bester Obsthalter
Ein Metallspieß oder ein kleiner Korb hält Orangenhälften, Äpfel oder Birnen fest. Das ist die einfachste und günstigste Art, Obst anzubieten.
Für wen er passt: In Nordamerika allen, die mit einer Orangenhälfte testen wollen, ob Trupiale vorbeikommen. In Europa allen, die im Herbst und Winter Amseln, Wacholderdrosseln, Stare und Mönchsgrasmücken mit Äpfeln versorgen wollen.
Stärken: Kaum Teile, leicht zu reinigen, vielseitig.
Schwächen: Kein Schutz vor Regen, Wespen oder Eichhörnchen.
Überspringen, wenn: Sie vor allem Nektar anbieten wollen.

Ameisengraben zum Vorhängen: bester Ameisenschutz
Ein kleiner Becher mit Wasser hängt zwischen Haken und Spender. Ameisen, die am Draht herunterlaufen, kommen nicht über das Wasser.
Für wen er passt: Jeden Nektar- oder Gelee-Spender ohne eingebauten Graben.
Stärken: Einfach, günstig, ohne Gift.
Schwächen: Muss bei Hitze oft nachgefüllt werden.
Überspringen, wenn: Ihr Spender bereits einen Graben hat.
Hängende Futterschale für Obst und Weichfutter: beste Wahl für Obstfresser in Europa
Eine flache, hängende Schale mit Dach und Abflusslöchern nimmt Apfelstücke, eingeweichte Rosinen und Weichfutter auf. In Mitteleuropa nutzen sie vor allem Amseln, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücken und Stare.
Für wen sie passt: Gärten, in denen im Herbst und Winter Obstfresser unterwegs sind.
Stärken: Hält Obst sauber und trocken, verringert Futterreste am Boden.
Schwächen: Muss oft gereinigt werden, weil Obst schnell gärt.
Überspringen, wenn: Sie damit den Pirol anlocken wollen, der Futterstellen fast nie nutzt.
Vergleichstabelle
| Futterspender | Futter | Nektar | Gelee | Obst | Ameisengraben | Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kombi-Futterspender | Nektar, Gelee, Obst | Ja | Kleine Schalen | 1 Hälfte | Eingebaut | Nordamerika |
| Flacher Nektarspender | Vor allem Nektar | Groß | Teils | Teils | Oft eingebaut | Nordamerika |
| Gelee-Spender mit Glas | Gelee | Nein | Großer Vorrat | Nein | Meist nicht | Nordamerika |
| Obstspieß | Obst | Nein | Nein | Ja | Nein | Amerika und Europa |
| Ameisengraben | Zubehör | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | Ja | Überall |
| Futterschale für Obst | Obst, Weichfutter | Nein | Nein | Ja | Nein | Europa |
Welcher Futterspender passt zu welcher Region in Nordamerika?
Kaufen Sie für die Trupiale, die Sie tatsächlich sehen, denn die Arten nehmen an Futterstellen Unterschiedliches an. Diese Tabelle beruht auf Verbreitungs- und Nahrungsangaben des Cornell Lab. Die englischen Artnamen stehen dabei, weil die deutschen kaum geläufig sind.
| Region | Wahrscheinliche Arten | Was sie am liebsten nehmen | Erster Spender |
|---|---|---|---|
| Osten und Mittlerer Westen bis Südkanada | Baltimore, Orchard | Orangenhälften, Gelee, etwas Nektar | Kombi-Spender, bei Bedarf Gelee-Glas |
| Great Plains | Baltimore, Orchard, einige Bullock’s und Hybriden | Gelee, Obst und Nektar | Kombi-Spender |
| Innerer Westen und Pazifischer Nordwesten | Bullock’s | Nektar, Obst, etwas Gelee | Kombi- oder großer Nektarspender |
| Südkalifornien und Wüsten Arizonas | Hooded, einige Bullock’s | Nektar, oft an Kolibri-Spendern | Großer Nektarspender plus Obst |
| Hochlagen im Südwesten | Scott’s | Nektar und Obst | Nektarspender mit stabilen Sitzplätzen |
| Südtexas | Altamira, Audubon’s, dazu Durchzügler | Obst und Nektar | Kombi-Spender |
Mehr zu Bestimmung und Brut steht in unserem Ratgeber zum Baltimoretrupial.
Wann sollte man einen Futterspender für Trupiale aufhängen?
Hängen Sie ihn ein bis zwei Wochen vor der üblichen Ankunft auf. Hungrige Zugvögel, die schnell Futter finden, bleiben eher in der Nähe.
| Region | Erste Trupiale meist | Spender aufhängen bis |
|---|---|---|
| Golfküste und Südtexas | Ende März bis Anfang April | Mitte bis Ende März |
| Mittelatlantik, Ohio-Tal, zentrale Plains | Mitte bis Ende April | Anfang bis Mitte April |
| Nordosten, Große Seen, oberer Mittlerer Westen | Ende April bis Mitte Mai | Mitte bis Ende April |
| Südkalifornien und Arizona (Hooded) | März | Ende Februar bis Anfang März |
| Innerer Westen und Nordwesten (Bullock’s) | Ende April bis Mai | Mitte April |
Journey North sammelt jedes Frühjahr Erstbeobachtungen von Baltimoretrupialen, und eBird zeigt aktuelle Sichtungen nach Region. Unser Ratgeber eBird nutzen erklärt, wie Sie sich benachrichtigen lassen. Das funktioniert auch in Europa, etwa um die Rückkehr des Pirols in Ihrer Gegend zu verfolgen.
Im Juni gehen die Besuche meist zurück, weil brütende Trupiale vor allem Insekten und Raupen fressen. Lassen Sie etwas Futter draußen, denn Altvögel bringen ihre Jungen oft zu Gelee und Obst zurück.

Wie lockt man den Pirol in Europa an?
Nicht mit einem Futterspender, sondern mit Lebensraum. Der Pirol braucht hohe, alte Laubbäume, in deren Kronen er Insekten sucht und sein Hängenest baut. Typische Brutplätze sind Auwälder, Pappelreihen, Feldgehölze, alte Parks und Obstwiesen, vor allem im Tiefland und in Flusstälern. In Hochlagen und in den Alpen ist er selten.
- Alte Bäume erhalten. Große Eichen, Pappeln, Erlen, Weiden und alte Obstbäume sind wichtiger als jede Nisthilfe. Nistkästen nutzt der Pirol nicht.
- Insekten fördern. Verzichten Sie auf Insektengift. Raupen, auch behaarte, Käfer und große Insekten sind seine Hauptnahrung.
- Früchte anbieten. Im Hochsommer frisst er reife Kirschen, Beeren und anderes weiches Obst direkt am Baum. Ein alter Kirschbaum ist für ihn attraktiver als eine Obstschale.
- Wasser bereitstellen. Eine Vogeltränke in der Nähe hoher Bäume hilft vielen Arten, gelegentlich auch dem Pirol.
- Geduldig lauschen. Ab Mai verrät ihn sein Flötenruf. Zu sehen ist er meist nur kurz, wenn er zwischen Baumkronen wechselt.
Informationen zu Vorkommen und Schutz bieten NABU, LBV, der Dachverband Deutscher Avifaunisten und die Schweizerische Vogelwarte Sempach.
Warum sind Futterspender für Trupiale orange?
Trupiale fühlen sich von Orange angezogen, ähnlich wie Kolibris auf Rot reagieren. Die Farbe hilft zusammen mit aufgeschnittenem Obst einem vorbeiziehenden Vogel, den Spender aus der Baumkrone zu entdecken. Nektar müssen Sie nicht orange färben. Klares Zuckerwasser ist sicherer, die Farbe des Spenders erledigt den Rest.
Was kommt in den Futterspender, und wie viel?
Bieten Sie klares Zuckerwasser, frische Orangenhälften und eine kleine Menge Traubengelee an. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und steigern Sie nur so schnell, wie die Vögel fressen.
Nektar: Mischen Sie weißen Haushaltszucker und Wasser ohne Farbstoff. Das Verhältnis 1 zu 4, das für Kolibris üblich ist, passt auch für Trupiale, manche Gastgeber mischen etwas schwächer. Nie Honig, braunen Zucker oder Süßstoffe verwenden. Unser Nektar-Rezept im Verhältnis 1:4 erklärt Mischen und Lagern.
Orangen: Schneiden Sie reife Orangen in Hälften und ersetzen Sie sie, wenn sie austrocknen, bei Wärme meist alle ein bis zwei Tage. Trupiale nehmen auch anderes reifes, dunkles Obst. Mehr dazu in unserem Ratgeber Obst für Vögel: was und wann.
Gelee: Verwenden Sie normales Traubengelee, nie zuckerfreie Sorten mit Süßstoffen. Geben Sie ein bis zwei Esslöffel auf einmal und steigern Sie nur, wenn es verschwindet. Gelee ist konzentrierter Zucker, und das Cornell Lab rät zu kleinen Mengen.
Wie groß sollte der Futterspender sein?
Wählen Sie die Größe, die Ihre Vögel in zwei bis drei Tagen leeren, denn Nektar und Gelee verderben.
| Trupiale gleichzeitig | Nektar | Gelee | Unser Vorschlag |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 | 250 bis 350 ml | 1 bis 2 Esslöffel am Tag | Kombi-Spender oder Obstspieß |
| 3 bis 5 | 350 bis 600 ml | Gelee-Glas oder mehrere Schalen | Kombi-Spender plus Gelee-Glas |
| 6 oder mehr, oder nektarliebende Arten im Westen | Etwa 1 l, oder zwei Spender | Gelee-Glas | Großer flacher Nektarspender |
Zwei mittlere Spender außer Sichtweite voneinander sind meist besser als ein großer.
Wo sollte der Futterspender hängen?
Hängen Sie ihn frei sichtbar auf, damit Trupiale in hohen Bäumen das Orange sehen, nahe an Deckung, aber nicht darin versteckt. Der Rand einer Rasenfläche nahe großer Ahorne, Eichen oder Pappeln ist ideal.
- Nachmittagsschatten verlangsamt das Verderben und verhindert Tropfen.
- In Hausnähe lässt er sich leichter füllen und reinigen.
- Plündern Eichhörnchen oder Waschbären das Gelee, hilft eine Stange mit Abwehrkegel, siehe unsere Auswahl an Futterhaus-Ständern und Abwehrkegeln.
Unser Ratgeber zum richtigen Standort für das Vogelfutterhaus erklärt Höhe, Deckung und Fenstersicherheit.

Wie hält man Ameisen und Bienen fern?
Nutzen Sie einen wassergefüllten Ameisengraben, Trinköffnungen mit Bienenschutz und wischen Sie Tropfen und verschüttetes Gelee ab. Nie Öl, Fett oder Insektenspray an die Aufhängung geben. Wenn Wespen den Spender übernehmen, hängen Sie ihn für ein bis zwei Tage einige Meter weiter.
Wie reinigt man den Futterspender?
Reinigen Sie Nektarteile alle paar Tage, bei Hitze öfter, und ersetzen Sie Gelee und Obst, bevor sie verderben.
- Alten Nektar ausgießen, altes Gelee auskratzen. Nie altes Futter nachfüllen.
- Den Spender vollständig zerlegen, auch Bienenschutz und Geleeschalen.
- Mit heißem Wasser und kleiner Bürste schrubben. Eine schwache Essiglösung löst klebriges Gelee.
- Gut spülen, trocknen lassen, dann füllen und den Ameisengraben auffüllen.
Mehr steht in unserem Ratgeber Vogelfutterhaus reinigen: wie oft.
Kann man einen Kolibri-Futterspender für Trupiale nutzen?
Manchmal, ideal ist es nicht. Viele Kolibri-Spender haben zu kleine Öffnungen für einen Trupialschnabel und zu schwache Sitzplätze. Hooded-Trupiale im Südwesten trinken aber regelmäßig an Kolibri-Spendern. Wer beide Gruppen hat, hängt die Spender einige Meter auseinander. Unsere Übersicht der besten Kolibri-Futterspender behandelt die Kolibri-Seite. Wichtig für Leser in Europa: Wilde Kolibris leben nur in Amerika. Was hier im Sommer wie ein Kolibri vor Blüten schwirrt, ist fast immer ein Taubenschwänzchen, ein tagaktiver Nachtfalter.
Lohnt sich ein teurer Futterspender?
Meist nicht. Trupiale reagieren auf Farbe, frisches Futter und den richtigen Zeitpunkt, nicht auf den Preis. Mehr Geld bringt Fassungsvermögen oder Glas. Achten Sie vor allem darauf, dass sich der Spender vollständig zerlegen lässt und einen Ameisengraben hat.
Fazit
In Nordamerika beginnen Sie mit einem Kombi-Futterspender, frei sichtbar aufgehängt, bevor die Trupiale eintreffen, und beobachten, welches Futter Ihre Vögel wählen. Ergänzen Sie ein Gelee-Glas oder einen großen Nektarspender, wenn nötig. In Europa hilft dem Pirol kein Futterspender, sondern alte Laubbäume, Insekten und reife Kirschen. Ein Obstspieß oder eine Obstschale erfreut dafür Amseln, Stare und Mönchsgrasmücken.
Quellen
- Cornell Lab of Ornithology, All About Birds: Baltimore Oriole
- Cornell Lab of Ornithology, All About Birds: Bullock’s Oriole
- Cornell Lab of Ornithology, All About Birds: Hooded Oriole
- Journey North: Orioles
- Wikipedia: Pirol
- NABU: Naturschutzbund Deutschland
- Dachverband Deutscher Avifaunisten
- Schweizerische Vogelwarte Sempach
Häufige Fragen
Kommt der Pirol an Futterspender?
Nur sehr selten. Der Pirol lebt hoch in den Kronen großer Laubbäume, frisst vor allem Insekten und Raupen und im Sommer reife Früchte. Futterhäuser, Gelee oder Zuckerwasser gehören nicht zu seinem Verhalten. Am besten helfen ihm alte Laubbäume, Auwälder, Pappelreihen, Obstbäume mit reifen Kirschen und ein Garten ohne Insektengift.
Ist der Pirol mit dem Baltimoretrupial verwandt?
Nein. Beide heißen im Englischen oriole und sind gelb-orange und schwarz gefärbt, doch der Pirol gehört zu den Pirolen der Alten Welt, die Trupiale zu einer rein amerikanischen Vogelfamilie. Die Ähnlichkeit ist zufällig. Trupiale kommen in Nordamerika häufig an Futterspender, der Pirol in Europa fast nie.
Was kommt in einen Futterspender für Trupiale?
Bieten Sie drei Dinge an: klares Zuckerwasser aus weißem Haushaltszucker und Wasser ohne Farbstoff, frische Orangenhälften und eine kleine Menge Traubengelee. Das Cornell Lab nennt alle drei für den Baltimoretrupial. Verwenden Sie echtes Gelee ohne Süßstoffe und geben Sie nur so viel, wie die Vögel in ein bis zwei Tagen fressen.
Wann sollte man einen Futterspender für Trupiale aufhängen?
Etwa ein bis zwei Wochen, bevor Trupiale in Ihrer Gegend eintreffen. Im Osten der USA ist das meist Mitte bis Ende April, weiter nördlich später und im Südwesten früher. Journey North und eBird zeigen, wann die ersten Vögel Ihre Breite erreichen. Zugvögel, die bei der Ankunft Futter finden, bleiben eher in der Nähe.
Wie hält man Ameisen und Bienen vom Futterspender fern?
Verwenden Sie einen eingebauten Ameisengraben oder hängen Sie einen separaten Graben über den Spender und füllen Sie ihn mit klarem Wasser. Nehmen Sie kein Öl, Fett oder Insektenspray, das an das Gefieder gelangen kann. Gegen Bienen helfen Bienenschutzgitter, dichte Behälter und das Abwischen von verschüttetem Gelee und Nektar.