Obst für Vögel: Was Sie anbieten sollten und wann

Obst für Vögel: Äpfel und eingeweichte Rosinen für Amseln und Drosseln im Winter, Beeren im Sommer, die richtige Zubereitung und was Sie nie füttern sollten.

Eine Amsel pickt an einem halbierten Apfel, der im Winter auf dem Rasen liegt (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: Obst nach Jahreszeit und Vogelart
  2. Welche Vögel fressen Obst?
  3. Welches Obst sollten Sie anbieten, und wie?
  4. Wann ist die beste Zeit für Obst?
  5. Wie richten Sie eine Obstfutterstelle ein?
  6. Fallobst sammeln und für den Winter lagern
  7. Obst oder Weichfutter?
  8. Warum ist Pflanzen besser als Füttern?
  9. Welches Obst sollten Sie Vögeln nicht geben?
  10. Können Vögel von Obst betrunken werden?
  11. Wie halten Sie Obstfutterstellen sauber und sicher?
  12. Häufige Fehler beim Füttern mit Obst
  13. Mythen und Fakten
  14. Kurz und knapp
  15. Quellen
  16. Häufige Fragen

Obst ist ein wertvolles Vogelfutter, aber nur für die richtigen Vögel zur richtigen Zeit. Bieten Sie im Spätherbst und Winter halbierte oder gewürfelte Äpfel und Birnen sowie eingeweichte Rosinen für Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Stare an, im Sommer frische Beeren und entsteinte Kirschen, und im Winter bei Schnee bei Bedarf auch Fallobst vom Lagerplatz. Entfernen Sie Kerne und Steine, meiden Sie Avocado und ersetzen Sie Obst bei Wärme täglich, bei kühlem Wetter alle 2 bis 3 Tage, und sofort, wenn es schimmelig oder von Wespen belagert ist.

Die meisten Körnerfresser wie Finken und Sperlinge ignorieren Obst weitgehend. Das ist in Ordnung. Mit Obst erreichen Sie eine ganz andere Gruppe von Gästen, nämlich die Weichfutterfresser.

Kurz beantwortet: Obst nach Jahreszeit und Vogelart

JahreszeitWelches ObstWelche Vögel am ehesten kommen
FrühlingEingeweichte Rosinen, Apfelstücke, Beeren aus der TiefkühltruheAmsel, Singdrossel, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke
SommerBeeren, entsteinte Kirschen, MeloneAmsel, Star, Rotkehlchen, Grasmücken
Spätsommer bis HerbstWeintrauben, Äpfel, Birnen, Holunder am StrauchDrosseln, Stare, Mönchsgrasmücke vor dem Zug
WinterHalbierte oder gewürfelte Äpfel und Birnen, eingeweichte Rosinen, weiche CranberrysAmsel, Wacholderdrossel, Rotdrossel, Misteldrossel, Rotkehlchen, Star, Seidenschwanz, überwinternde Mönchsgrasmücken

Welche Vögel fressen Obst?

Spezialisten und saisonale Obstfresser

Manche Vögel sind einen Teil des Jahres stark auf Früchte angewiesen. Seidenschwänze, die in Nordeuropa und Sibirien brüten, ernähren sich im Winter fast nur von Beeren und schlucken sie meist ganz. In manchen Wintern fallen sie in großen Trupps in Mitteleuropa ein, wenn die Beerenernte im Norden schlecht war, und plündern dann Ebereschen, Misteln und Zierapfelbäume. Wacholderdrosseln und Rotdrosseln kommen jeden Winter in wechselnder Zahl und fressen Fallobst und Beeren.

Insektenfresser, die Obst ergänzen

Viele Vögel fressen in der Brutzeit vor allem Insekten und Würmer und ergänzen Früchte davor und danach. Amseln, Singdrosseln, Rotkehlchen, Stare und Grasmücken fressen im Spätsommer und Herbst reife Früchte, wenn Fettreserven für Zug und Winter zählen. Die Mönchsgrasmücke ist ein gutes Beispiel: Vor dem Zug frisst sie viel Holunder, und ein wachsender Teil der Population überwintert inzwischen in Westeuropa, auch in Deutschland, wo sie im Garten Äpfel und Fettfutter annimmt. Amseln stellen sich bei gefrorenem Boden fast ganz auf Früchte und Weichfutter um.

Gelegentliche Obstfresser

Spechte, Eichelhäher, Stare, Meisen und manche Finken probieren Obst, vor allem im Winter. Blaumeisen picken gern an Äpfeln, und der Buntspecht nimmt gelegentlich Apfelstücke. Der Pirol frisst im Sommer reife Kirschen und Beeren, kommt aber selten nah an Häuser.

Und anderswo?

  • Großbritannien: Amseln, Singdrosseln, Stare und Rotkehlchen fressen Obst im Garten, und in harten Wintern kommen Wacholder- und Rotdrosseln aus Skandinavien zum Fallobst. Viele Mönchsgrasmücken überwintern dort inzwischen im Garten.
  • Südeuropa und Türkei: Amseln, Stare und im Süden Bülbüls fressen Feigen, Maulbeeren, Weintrauben und Äpfel.
  • Nordamerika: Dort ist das Füttern mit Orangenhälften und Traubengelee für Trupiale und Katzenvögel eine lange Tradition. Diese Arten kommen in Europa nicht vor.
  • Brasilien: Obstfütterung ist dort ein Volkssport. Bananen, Papayas und Orangen auf einem Brett locken zahlreiche Tangaren und andere Obstfresser an.

Welches Obst sollten Sie anbieten, und wie?

Äpfel und Birnen

In Hälften, Viertel oder Stücke schneiden. Kerngehäuse vorher entfernen. Apfelkerne enthalten Amygdalin, das beim Zerkauen und Verdauen Blausäure freisetzen kann. Ein paar Kerne schaden einem Vogel kaum, aber es gibt keinen Grund, sie mitzuliefern. Weiche, angestoßene Äpfel und Fallobst sind in Ordnung, solange sie nicht schimmeln. Halbierte Äpfel auf dem Rasen oder auf einem niedrigen Futtertisch sind im Winter eine der besten Methoden, Amseln und Drosseln anzulocken. Wer im Herbst Fallobst aus dem eigenen Garten kühl und luftig einlagert, hat bis in den Februar hinein Vorrat.

Beeren

Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Holunder und Maulbeeren werden von sehr vielen Vögeln gefressen. Bieten Sie frische oder aufgetaute tiefgekühlte Beeren auf einem Futtertisch an. Noch besser: Pflanzen Sie Beerensträucher, die Vögel ohne tägliche Pflege ernähren. Unser Ratgeber zu Beerensträuchern, die Vögel den ganzen Winter ernähren stellt geeignete Arten vor.

Weintrauben, Rosinen und Korinthen

Große Trauben für kleine Vögel halbieren. Rosinen, Sultaninen oder Korinthen etwa eine Stunde in Wasser einweichen, damit sie aufquellen und leichter zu fressen sind. Weintrauben und Rosinen sind für Hunde giftig, legen Sie sie also dorthin, wo Haustiere nicht hinkommen, aber für Wildvögel ist keine Schädlichkeit bekannt. Eingeweichte Rosinen gehören zu den beliebtesten Winterfuttern für Amseln und Rotkehlchen.

Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen und Pfirsiche

Steine vorher entfernen. Auch die Kerne von Steinobst enthalten Stoffe, die Blausäure freisetzen können, und sie können zudem im Hals stecken bleiben. Das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Bananen

Schälen oder die ganze Banane der Länge nach aufschneiden und in der Schale lassen. In Mitteleuropa nehmen Amseln, Stare und Mönchsgrasmücken Bananen gelegentlich an, der Andrang ist aber deutlich kleiner als in den Tropen. Bananen werden schnell braun, bieten Sie also kleine Mengen an.

Orangen und Zitrusfrüchte

Halbierte Orangen, auf einen Nagel gesteckt, sind in Nordamerika und Brasilien klassische Futter. Bei uns werden sie seltener genutzt, Mönchsgrasmücken, Amseln und Blaumeisen picken aber hin und wieder daran. Ein Versuch schadet nicht, erwarten Sie aber weniger Besuch als bei Äpfeln.

Melone

In Stücke oder Scheiben schneiden und auf einem Tisch oder Spieß anbieten. Große Kerne entfernen und Melone schnell ersetzen, weil sie rasch gärt und Insekten anzieht. Sie eignet sich vor allem im Hochsommer.

Trockenobst

Ungesüßte getrocknete Cranberrys, Kirschen, Heidelbeeren sowie gehackte Datteln oder Feigen können vor dem Anbieten in Wasser eingeweicht werden. Meiden Sie nach Möglichkeit gezuckertes, geschwefeltes oder aromatisiertes Trockenobst und bieten Sie niemals kandierte Früchte an.

Wann ist die beste Zeit für Obst?

Herbst

Drosseln, Stare, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken fressen jetzt viele Früchte, um Fett für Zug und Winter anzulegen. Die Natur bietet in dieser Zeit reichlich Beeren, deshalb schwanken die Besuche an Obstfutterstellen. Fallobst im Garten liegen zu lassen oder an einer Stelle zu sammeln, ist jetzt die einfachste Hilfe.

Winter

Obst wird wichtig für Amseln, Singdrosseln, Wacholderdrosseln, Rotdrosseln, Misteldrosseln, Rotkehlchen, Stare und Seidenschwänze. Frost und Schnee lassen diesen Vögeln wenige Möglichkeiten, weil Würmer und Insekten unerreichbar sind. Äpfel und eingeweichte Rosinen am Boden sind das klassische Winterangebot, ergänzt um Haferflocken in Fett. Das ganze Wintermenü finden Sie in unserem Ratgeber was man Vögeln im Winter füttert.

Frühling

Wenn Zugvögel zurückkehren und die Brutzeit beginnt, nehmen Amseln und Rotkehlchen weiter gern eingeweichte Rosinen und Apfelstücke. Früchte sind in der Natur jetzt knapp. Kleine Mengen helfen über kalte Phasen im März und April.

Brutzeit und Sommer

Sobald die Vögel Junge füttern, stellen die meisten auf Insekten und Regenwürmer um, und die Besuche am Obst gehen zurück. Bieten Sie weiter kleine Mengen an, wenn Vögel kommen, aber drängen Sie ihnen kein zuckerreiches Futter auf. Mehlwürmer helfen insektenfressenden Eltern. Tipps finden Sie in unserem Ratgeber zu Mehlwürmern. Im Hochsommer sind Kirschen, Johannisbeeren und Himbeeren im Garten für Amseln und Stare ohnehin das Hauptereignis.

Wie richten Sie eine Obstfutterstelle ein?

Spezielle Ausrüstung brauchen Sie nicht. Einige einfache Lösungen decken die meisten Fälle ab.

Spieße und Nägel

Ein kurzer Edelstahlnagel oder Spieß an einem Pfosten, Zaun oder Ast hält eine Apfelhälfte oder eine Melonenscheibe fest. Die Vögel sitzen auf dem Zaun und fressen an der Schnittfläche. Blaumeisen und Mönchsgrasmücken nutzen solche Stellen gern.

Futtertische und Schalen

Ein flacher Tisch mit Ablauflöchern eignet sich für gewürfelte Äpfel, eingeweichte Rosinen, Beeren und Trauben. Er passt zu Amseln, Drosseln und Rotkehlchen, die eine flache Fläche bevorzugen. Stellen Sie einen niedrigen Tisch nahe an Sträucher, damit scheue Vögel Deckung haben, aber nicht direkt neben dichten Bodenbewuchs, in dem Katzen lauern können.

Kleine Schalen

Kleine Beeren und eingeweichte Rosinen halten sich am besten in einer flachen Schale, die sich täglich leicht reinigen lässt.

Am Boden

Im Winter ist es oft am wirksamsten, Apfelhälften und eingeweichte Rosinen einfach auf dem Rasen zu verteilen, denn Amseln und Drosseln suchen von Natur aus am Boden. Wechseln Sie die Stelle alle paar Tage, damit sich keine Reste ansammeln. Bei starkem Frost und Schnee ist das für die Drosseln oft die wichtigste Hilfe im ganzen Garten.

Eine einfache Einsteiger-Ausstattung

  1. Wählen Sie einen Platz, den Sie vom Fenster aus sehen und der in kurzer Flugdistanz zu Bäumen oder Sträuchern liegt.
  2. Befestigen Sie einen Spieß oder Nagel an einem Pfosten für Apfelhälften.
  3. Stellen Sie einen kleinen Tisch mit Ablauf für Obststücke und eingeweichte Rosinen auf.
  4. Legen Sie im Winter zusätzlich Äpfel direkt auf den Rasen.
  5. Prüfen Sie täglich. Entfernen Sie alles, was braun, schleimig, schimmelig oder von Wespen bedeckt ist.
  6. Sorgen Sie für Wasser in der Nähe. Viele Obstfresser, besonders Amseln und Drosseln, baden oft.

Fallobst sammeln und für den Winter lagern

Wer einen Apfel- oder Birnbaum im Garten hat, besitzt den besten Wintervorrat für Drosseln bereits. Statt Fallobst im Herbst in die Biotonne zu geben, lohnt es sich, einen Teil davon aufzuheben. So gehen Sie vor:

  1. Sortieren. Nur unbeschädigte oder leicht angestoßene Früchte ohne Fäulnisstellen einlagern. Angefaulte Äpfel gleich an einer Ecke des Gartens liegen lassen, wo Amseln und Wespen sie im Herbst verwerten.
  2. Kühl und luftig lagern. Eine flache Kiste in einem kühlen Keller, einer Garage oder einem Gartenhaus reicht. Die Früchte sollten sich möglichst nicht berühren.
  3. Frostfrei halten. Durchgefrorene Äpfel werden nach dem Auftauen matschig. Das stört Amseln wenig, sie verderben dann aber schneller.
  4. Regelmäßig kontrollieren. Einmal pro Woche durchsehen und schimmelige Früchte aussortieren, damit sie die anderen nicht anstecken.
  5. Portionsweise auslegen. Bei Frost und Schnee jeden Tag einige halbierte Äpfel auf den Rasen legen, verteilt auf mehrere Stellen, damit sich die oft streitlustigen Amseln nicht gegenseitig vertreiben.

Auch ungespritzte Äpfel vom Wochenmarkt, die für den Verkauf zu klein oder zu fleckig sind, eignen sich gut. Fragen Sie beim Obsthof nach, viele geben solche Ware günstig ab.

Obst oder Weichfutter?

Obst und fertiges Weichfutter ergänzen sich. Weichfutter für Wildvögel besteht meist aus Haferflocken, Insekten, Beeren und Fett und ist im Handel als Amsel- oder Drosselfutter erhältlich. Es liefert mehr Eiweiß und Fett als reines Obst. Obst liefert dafür Wasser, Zucker und Vitamine und ist für viele Drosseln der natürlichere Reiz. Eine gute Winterfutterstelle für Weichfutterfresser kombiniert beides: halbierte Äpfel am Boden und eine Schale mit Haferflocken, Rosinen und etwas Fettfutter daneben.

Warum ist Pflanzen besser als Füttern?

Obst zu füttern ist eine schöne Möglichkeit, Vögel aus der Nähe zu sehen, aber ein Garten voller heimischer Fruchtpflanzen leistet mehr. Heimische Sträucher und Bäume ernähren Vögel über Monate ohne tägliche Arbeit, und viele reifen in einer Abfolge, die zum Bedarf der Vögel passt. Frühe Früchte wie die Felsenbirne ernähren brütende Vögel im Frühsommer. Holunder, Roter Hartriegel und Faulbaum versorgen im Spätsommer die Zugvögel. Früchte, die bis in den Winter hängen, etwa von Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Liguster, Gewöhnlichem Schneeball und Efeu, bringen Drosseln und Seidenschwänze durch die kalten Monate. Der Efeu ist besonders wertvoll, weil er erst im Spätwinter reift, wenn fast alles andere abgeerntet ist.

Obstfressende Vögel erweisen dem Garten einen Gegendienst. Indem sie Früchte schlucken und die Samen ausscheiden, verbreiten sie Pflanzen in der Landschaft. Viele heimische Sträucher sind auf Vögel als Verbreiter angewiesen. In europäischen Hecken verbreiten Drosseln Weißdorn, Eberesche und Stechpalme, und die Misteldrossel trägt ihren Namen, weil sie Misteln verbreitet.

Schon zwei oder drei fruchttragende Sträucher können in einem kleinen Garten einen spürbaren Unterschied machen. Wählen Sie heimische Arten, denn sie passen zu den heimischen Vögeln und ernähren mehr Insekten, die brütende Vögel brauchen. NABU und LBV bieten dazu regionale Pflanzlisten an.

Welches Obst sollten Sie Vögeln nicht geben?

  • Avocado. Avocado enthält Persin und gilt weithin als giftig für Vögel, besonders für Papageien. Lassen Sie sie weg.
  • Kerne und Steine von Äpfeln, Kirschen, Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen. Sie enthalten Stoffe, die Blausäure freisetzen können. Entfernen Sie sie.
  • Verschimmeltes oder gärendes Obst. Schimmel kann Giftstoffe bilden, gärendes Obst enthält Alkohol.
  • Obst in Sirup, kandierte Früchte oder Obstkuchen. Zu viel Zucker und Zusätze.
  • Rhabarber. Die Blätter sind giftig, und die Stiele sind kein sinnvolles Vogelfutter.
  • Gespritztes Obst ungewaschen. Waschen Sie gekauftes Obst, bevor Sie es anbieten.

Unsere umfassendere Liste was man Vögeln nicht füttern sollte nennt weitere riskante Lebensmittel.

Können Vögel von Obst betrunken werden?

Das kommt vor, meist aber nicht an Futterstellen. Seidenschwänze und manche Drosseln fressen große Mengen Beeren, und im Spätwinter oder nach Frost-Tau-Wechseln können Beeren am Strauch gären und Alkohol enthalten. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Seidenschwänze berauscht wirkten, unsicher flogen und gegen Fenster prallten oder von Ästen fielen. Man vermutet, dass Seidenschwänze im Verhältnis zu ihrer Größe eine große Leber haben, die kleine Mengen Alkohol abbauen hilft, eine große Mahlzeit vergorener Früchte kann sie aber trotzdem überfordern.

An der Futterstelle ist die praktische Lehre einfach: Ersetzen Sie Obst, bevor es gärt, besonders bei milden Temperaturen.

Wie halten Sie Obstfutterstellen sauber und sicher?

Obst verdirbt schneller als Körner, Obstfütterung braucht also tägliche Aufmerksamkeit.

  1. Kleine Mengen anbieten. Legen Sie nur aus, was an einem Tag gefressen wird.
  2. Obst bei Wärme täglich ersetzen, bei kühlem Wetter alle zwei bis drei Tage.
  3. Schalen alle paar Tage mit heißem Wasser reinigen, gut ausspülen und trocknen lassen.
  4. Auf Insekten achten. Wespen, Hornissen, Bienen und Fruchtfliegen werden von Obst angelockt. Die Futterstelle um einige Meter zu versetzen oder das Obst kurz zu entfernen, hilft, wenn Wespen überhandnehmen.
  5. Obst nicht direkt vor Fenstern anbieten oder Fenster gegen Anflug sichern, denn Obstfresser wie Stare und Seidenschwänze fliegen oft schnell in Trupps.
  6. Weintrauben und Rosinen außer Reichweite von Hunden anbieten.
  7. Heruntergefallenes Obst zusammenharken, damit es am Boden nicht fault und Ratten anlockt.

Häufige Fehler beim Füttern mit Obst

  1. Zu viel auf einmal auslegen. Große Haufen faulen, bevor die Vögel sie fressen.
  2. Nach wenigen Tagen aufgeben. Obstfresser brauchen manchmal Zeit, eine neue Futterquelle zu finden. Beständigkeit im Winter hilft.
  3. Obst für die falschen Vögel anbieten. Stieglitze und Sperlinge rühren es kaum an. Passen Sie das Obst den Arten an, die Sie haben oder wollen.
  4. Obst nur hoch oben anbieten. Viele Obstfresser wie Amseln, Drosseln und Rotkehlchen fressen lieber am oder nahe am Boden.
  5. Kerne und Steine nicht entfernen. Nehmen Sie sich die paar Sekunden, um sie herauszuschneiden.
  6. Den Garten im Herbst leer räumen. Fallobst und Beeren am Strauch sind oft wertvoller als jede Futterstelle.

Mythen und Fakten

Mythos: Vögel vertragen keine Zitrusfrüchte. Viele Vögel, etwa Mönchsgrasmücken und in Amerika Trupiale, fressen Orangen ohne Probleme.

Mythos: Weintrauben sind für Vögel giftig, weil sie für Hunde giftig sind. Es gibt keine guten Belege, dass Wildvögel durch Weintrauben Schaden nehmen. Stare und Drosseln fressen in Weinbergen große Mengen.

Mythos: Obstfütterung macht Vögel abhängig. Obst ist ein kleiner Teil dessen, was die meisten Vögel fressen, und sie suchen weiter selbstständig nach Nahrung.

Fakt: Pflanzen ist besser als Kaufen. Eine Mischung heimischer Fruchtsträucher und Bäume ernährt Vögel über viele Monate, fördert Insekten und spart Geld.

Kurz und knapp

  • Amseln, Drosseln, Rotkehlchen, Stare, Mönchsgrasmücken und Seidenschwänze gehören in Mitteleuropa zu den häufigsten Obstfressern.
  • Wacholderdrosseln und Rotdrosseln aus dem Norden fressen im Winter gern Fallobst.
  • Halbierte Äpfel am Boden sind das wirksamste Winterfutter für Drosseln.
  • Entfernen Sie Apfelkerne und Steine von Steinobst, bevor Sie Obst anbieten.
  • Avocado sollte Vögeln niemals angeboten werden.
  • Gärende Beeren können Seidenschwänze im Spätwinter berauschen.

Quellen

  • Naturschutzbund Deutschland: nabu.de
  • Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern: lbv.de
  • Schweizerische Vogelwarte Sempach: vogelwarte.ch
  • Royal Society for the Protection of Birds: rspb.org.uk
  • Cornell Lab of Ornithology, All About Birds: Cedar Waxwing
Meistgelesen

Häufige Fragen

Welches Obst dürfen Vögel fressen?

Die meisten gängigen Obstsorten sind für Wildvögel in Maßen unbedenklich: Äpfel und Birnen ohne Kerngehäuse, Beeren, Weintrauben, Kirschen ohne Stein, Pflaumen ohne Stein, Melone, Bananen und eingeweichte Rosinen oder Sultaninen. Bieten Sie frisches, reifes oder leicht weiches Obst an, das nicht schimmelt. Meiden Sie Avocado, die für Vögel giftig ist, und entfernen Sie Apfelkerne und Steine von Steinobst.

Wann sollte ich Äpfel für Amseln und Drosseln auslegen?

Vor allem im Spätherbst und Winter, wenn Frost und Schnee den Boden verschließen und Regenwürmer und Insekten schwer erreichbar sind. Dann sind halbierte Äpfel auf dem Rasen für Amseln, Singdrosseln, Wacholderdrosseln und Rotdrosseln besonders wertvoll. Beginnen Sie spätestens mit den ersten Frösten und halten Sie das Angebot bei Schnee regelmäßig aufrecht.

Dürfen Vögel Weintrauben und Rosinen fressen?

Ja. Weintrauben und Rosinen sind für Hunde giftig, aber es gibt keine guten Belege, dass sie Wildvögeln schaden, und viele Vögel fressen Trauben in Weinbergen und Gärten. Halbieren Sie große Trauben für kleine Vögel. Weichen Sie Rosinen, Sultaninen oder Korinthen vor dem Anbieten etwa eine Stunde in Wasser ein, dann sind sie weicher, leichter zu fressen und liefern zusätzlich Flüssigkeit.

Welche Vögel fressen im Garten Obst?

In Mitteleuropa vor allem Amseln, Singdrosseln, Misteldrosseln, Stare, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken. Im Winter kommen Wacholderdrosseln und Rotdrosseln aus Skandinavien und Osteuropa dazu, und in manchen Jahren fallen Seidenschwänze in großen Trupps ein. Körnerfresser wie Finken und Sperlinge beachten Obst dagegen kaum.

Warum wirken Seidenschwänze nach dem Beerenfressen manchmal betrunken?

Beeren, die am Strauch überreif werden und teilweise gären, können Alkohol enthalten. Seidenschwänze fressen Früchte in großen Mengen, und es gibt dokumentierte Fälle, in denen sie berauscht wirkten, unsicher flogen und gegen Fenster prallten oder starben. Das passiert vor allem im Spätwinter und nach Frost-Tau-Wechseln. Frisches Obst anzubieten und Beerensträucher zu pflanzen, erhöht dieses Risiko nicht.