Kolibri-Nektar selber machen: Rezept 1:4, ohne rote Farbe

Kolibri-Nektar selber machen: 1 Teil weißer Haushaltszucker auf 4 Teile Wasser, ohne rote Lebensmittelfarbe und ohne Honig. Mengen, Lagerung, Wechselrhythmus.

Ein männlicher Rubinkehlkolibri schwebt an einer roten Tellertränke, die mit klarem Zuckerwasser gefüllt ist (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz und knapp: das Rezept für Kolibri-Nektar 1:4
  2. Kolibri-Nektar selber machen: Schritt für Schritt
  3. Warum 1 zu 4? Was das Mischverhältnis bewirkt
  4. Warum keine rote Farbe in den Kolibri-Nektar?
  5. Welcher Zucker ist richtig, und was sollten Sie meiden?
  6. Wie oft sollte man Kolibri-Nektar wechseln?
  7. Wie reinigt man eine Kolibritränke?
  8. Ameisen und Bienen an der Nektartränke
  9. Wann Kolibritränken aufhängen und wann abnehmen?
  10. Gibt es Kolibris in Deutschland? Das Taubenschwänzchen
  11. Häufige Fehler beim Kolibri-Nektar
  12. Warum trinken die Kolibris meinen Nektar nicht?
  13. Mehr als die Tränke: Blüten und Insekten
  14. Wie dieser Ratgeber entstanden ist
  15. Quellen
  16. Häufige Fragen

Kolibri-Nektar selber machen geht am besten mit dem einfachsten Rezept: 1 Teil raffinierter weißer Haushaltszucker auf 4 Teile Wasser. Keine rote Lebensmittelfarbe, kein Honig, kein brauner oder Rohrohrzucker, kein Süßstoff. Audubon, das Cornell Lab of Ornithology, der Smithsonian’s National Zoo und die Penn State Extension nennen alle dasselbe Verhältnis von 1 zu 4 und sind sich einig, dass Farbstoff überflüssig ist.

Woran es in der Praxis meistens scheitert, ist nicht das Rezept, sondern die Frische. Zuckerwasser verdirbt bei warmem Wetter schnell. Die eigentliche Kunst besteht darin, es rechtzeitig zu wechseln und die Tränke sauber zu halten.

Ein wichtiger Hinweis vorab für Leserinnen und Leser in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wild lebende Kolibris gibt es nur auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die in Nord-, Mittel- oder Südamerika leben, dort reisen oder ein Ferienhaus haben, und an alle, die sich einfach für diese Vögel interessieren. Mehr dazu, und zum “Kolibri” im deutschen Garten, weiter unten.

Kurz und knapp: das Rezept für Kolibri-Nektar 1:4

  • Verhältnis: 1 Teil raffinierter weißer Zucker auf 4 Teile Wasser, nach Volumen gemessen.
  • Kleine Menge: 50 ml Zucker und 200 ml Wasser.
  • Große Menge: 250 ml Zucker und 1 Liter Wasser.
  • Mischen: rühren, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Heißes Wasser beschleunigt das.
  • Abkühlen: auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor Sie die Tränke füllen.
  • Weglassen: rote Farbe, Honig, Maissirup, braunen, rohen oder unraffinierten Bio-Zucker und Süßstoffe.
  • Wechseln: bei mildem Wetter alle 2 bis 3 Tage, bei großer Hitze täglich.
  • Rest aufbewahren: im Kühlschrank bis zu einer Woche.

Kolibri-Nektar selber machen: Schritt für Schritt

Was Sie brauchen

  • Einfachen weißen Kristallzucker (Rohr- oder Rübenzucker, beides ist raffinierte Saccharose)
  • Wasser in Trinkwasserqualität
  • Einen Messbecher
  • Einen sauberen Topf oder eine hitzefeste Kanne
  • Einen sauberen Löffel
  • Ein Schraubglas, falls Sie einen Vorrat anlegen

So gehen Sie vor

  1. Wasser abmessen. Für eine kleine Tränke reichen 200 bis 250 ml. Für mehrere Tränken nehmen Sie 1 Liter.
  2. Wasser nach Wunsch erhitzen. In heißem Wasser löst sich Zucker schneller. Audubon gießt kochendes Wasser über den Zucker, die Penn State Extension kocht das Wasser zuerst auf und gießt es dann über den Zucker. Das Cornell Lab weist darauf hin, dass Abkochen nicht nötig ist, wenn Sie alle ein bis zwei Tage kleine Mengen anrühren.
  3. Zucker im Verhältnis 1 zu 4 zugeben. Auf 200 ml Wasser kommen 50 ml Zucker. Messen Sie beides mit demselben Messbecher ab, dann stimmt das Verhältnis automatisch.
  4. Rühren, bis die Lösung klar ist. Am Boden dürfen keine Kristalle mehr liegen.
  5. Vollständig abkühlen lassen. Warmer Nektar verdirbt schneller, und heißer Nektar kann Tränken aus Kunststoff beschädigen.
  6. Nur so viel einfüllen, wie getrunken wird. Das Cornell Lab empfiehlt Tränken in einer Größe, die Ihre Kolibris innerhalb von ein bis zwei Tagen leeren. Eine halb gefüllte Tränke, die Sie oft wechseln, ist besser als eine volle, die sauer wird.
  7. Den Rest kühl stellen, in einem sauberen, verschlossenen Gefäß, und innerhalb einer Woche aufbrauchen.

Mengen für Kolibri-Nektar

ZuckerWasserErgibt etwaGeeignet für
50 ml200 mlgut 200 mlEine kleine Tränke, früh oder spät in der Saison
125 ml500 mlknapp 600 mlEin bis zwei Tränken
250 ml1 Litergut 1,1 LiterMehrere Tränken oder eine lebhafte Sommerwoche (Rest kühlen)
500 ml2 Literetwa 2,3 LiterHochsaison mit vielen Vögeln

Weil gelöster Zucker weniger Raum einnimmt als trockener, ist die fertige Menge etwas kleiner als die Summe beider Zahlen. Am Verhältnis ändert das nichts. Wer lieber wiegt: 250 ml Kristallzucker wiegen ungefähr 200 g.

Warum 1 zu 4? Was das Mischverhältnis bewirkt

Ein Kolibri läuft mit Zucker. Audubon schreibt, dass Kolibris täglich etwa die Hälfte ihres Körpergewichts an Insekten und Nektar fressen und alle 10 bis 15 Minuten Nahrung aufnehmen. Die Mischung 1 zu 4 liefert eine gleichmäßige, leicht verdauliche Energiequelle, deren Süße vielen Blüten nahekommt, die sie besuchen.

Eine dünnere Mischung macht die Tränke weniger lohnend, sodass die Vögel ihre knappe Zeit lieber anderswo verbringen. Eine deutlich stärkere Mischung ist aber auch nicht besser. Die Penn State Extension warnt sowohl vor schwachen Lösungen, die weniger attraktiv sind, als auch vor starken Lösungen, die schädlich sein können. Die einzige Ausnahme beim Cornell Lab: Bei kaltem, regnerischem Wetter, wenn die Vögel mehr Energie brauchen, dürfen Sie maßvoll auf 1 Teil Zucker zu 3 Teilen Wasser erhöhen. Sobald das Wetter besser wird, kehren Sie zu 1 zu 4 zurück.

Warum keine rote Farbe in den Kolibri-Nektar?

Kolibris werden von der Farbe Rot angezogen, deshalb wurde rot gefärbter Nektar populär. Doch die Anziehung übernimmt bereits das Rot an der Tränke selbst. Fast jede handelsübliche Kolibritränke hat rote Trinköffnungen, einen roten Boden oder einen roten Deckel.

Alle großen Vogelschutzorganisationen raten, auf Farbstoff zu verzichten:

  • Das Cornell Lab of Ornithology schreibt, dass rote Lebensmittelfarbe im Zuckerwasser unnötig ist und Kolibris schaden kann.
  • Audubon bezeichnet rote Lebensmittelfarbe als nicht notwendig und möglicherweise schädlich.
  • Project FeederWatch rät, keine rote Lebensmittelfarbe zuzusetzen, weil sie Vögeln schade.
  • Der Smithsonian’s National Zoo schreibt, dass roter Farbstoff nicht nötig ist, um Kolibris anzulocken, und schädlich sein könnte.

Ist bewiesen, dass rote Farbe Kolibris schadet?

Die ehrliche Antwort lautet: nicht direkt. Die Kolibriforscherin Sheri L. Williamson, Autorin eines Peterson-Bestimmungsbuchs über Kolibris, hat darauf hingewiesen, dass niemand die Farbstoffe an Kolibris selbst getestet hat. Wild lebende Kolibris sind in den USA durch den Migratory Bird Treaty Act geschützt, lassen sich schwer in Gefangenschaft halten, und eine aussagekräftige Studie bräuchte viele Vögel. Was es gibt, ist umfangreiche Forschung zu den Farbstoffen selbst, etwa zu Allurarot AC (in den USA FD&C Red No. 40, in der EU als E 129 gekennzeichnet), an anderen Tieren und in anderen Zusammenhängen.

Das Argument gegen Farbe ist also eine Abwägung von Risiko und Nutzen. Ein Kolibri trinkt im Verhältnis zu seiner Körpergröße sehr viel Nektar, viele Male am Tag, über Monate hinweg. Farbstoff bedeutet eine zusätzliche chemische Belastung in diesem Umfang und bringt keinen Vorteil, weil die Tränke die Farbe schon liefert. Ohne jeden Nutzen gibt es keinen Grund, das Risiko einzugehen.

Was, wenn meine Tränke gar nichts Rotes hat?

Färben Sie die Tränke, nicht das Futter. Die Penn State Extension schlägt roten Nagellack rund um die Trinköffnungen vor. Ein rotes Band, ein roter Untersetzer oder ein Platz in der Nähe roter oder orangefarbener Blüten funktioniert ebenfalls. Haben Kolibris eine Tränke einmal gefunden, merken sie sich den Ort, und die Farbe spielt dann eine viel kleinere Rolle.

Welcher Zucker ist richtig, und was sollten Sie meiden?

Nehmen Sie einfachen raffinierten weißen Kristallzucker. Er ist die günstigste Sorte und zugleich die richtige.

ZutatVerwenden?Warum
Raffinierter weißer HaushaltszuckerJaReine Saccharose, darauf beruht das Rezept
Rote LebensmittelfarbeNeinUnnötig; Cornell, Audubon, FeederWatch und der Smithsonian raten ab
HonigNeinFördert verdünnt gefährliches Pilzwachstum
Maissirup und GlukosesirupNeinVom Smithsonian’s National Zoo ausdrücklich ausgeschlossen
Rohrohrzucker, brauner oder unraffinierter ZuckerNeinDer Smithsonian rät von rohem und unverarbeitetem Zucker ab
PuderzuckerNeinEnthält oft Stärke als Trennmittel
Süßstoffe und kalorienfreie ZuckerersatzstoffeNeinKeine verwertbare Energie für einen Vogel, der ständig Kalorien braucht
Fruchtsaft, Sportgetränke, LimonadeNeinZusatzstoffe und Säuren ohne Nutzen, verderben zudem schnell

Ist Bio-Zucker für Kolibris in Ordnung?

Nur wenn es vollständig raffinierter weißer Zucker ist. Viele Bio-Zucker sind weniger raffiniert und haben eine bräunliche Farbe. Da der Smithsonian’s National Zoo ausdrücklich vor rohem und unverarbeitetem Zucker warnt, gilt die einfachste Regel: Wenn es kein einfacher weißer Haushaltszucker ist, nehmen Sie ihn nicht.

Und das Leitungswasser?

Wenn Ihr Leitungswasser als Trinkwasser sicher ist, eignet es sich auch für Nektar. Würden Sie es selbst nicht trinken, etwa auf Reisen in Regionen mit unsicherer Wasserversorgung, nehmen Sie gefiltertes Wasser oder Wasser aus der Flasche. Destilliertes Wasser brauchen Sie nicht.

Wie oft sollte man Kolibri-Nektar wechseln?

Hier scheitern die meisten Tränken. Zuckerwasser ist ein idealer Nährboden für Hefen, Bakterien und Schimmel, und Wärme beschleunigt deren Wachstum.

Die Regel des Cornell Lab lautet: Nektar nie länger als zwei bis drei Tage draußen lassen und bei großer Hitze täglich wechseln. Der Smithsonian’s National Zoo empfiehlt, Tränken wenn möglich jeden zweiten Tag zu leeren und zu reinigen, bei heißem Wetter mindestens zweimal pro Woche und in kühlen Frühlings- und Herbstwochen mindestens einmal pro Woche. Zusammengenommen sieht eine sichere Praxis so aus:

BedingungenNektar wechseln
Kühle Frühlings- oder HerbsttageAlle 2 bis 3 Tage, mindestens wöchentlich
Warme SommertageAlle 2 Tage
Sehr heiße Tage oder Tränke in der SonneTäglich

Woran erkennen Sie verdorbenen Nektar?

Schütten Sie ihn weg und reinigen Sie die Tränke, wenn Sie eines dieser Anzeichen sehen:

  • Trüber oder milchiger Nektar
  • Fäden oder schleimige Schlieren
  • Schwarze Punkte oder pelziger Belag an den Öffnungen oder im Behälter
  • Saurer oder vergorener Geruch
  • Bläschen oder Schaum, die nicht vom Einfüllen stammen

So bleibt der Nektar länger frisch

  • Hängen Sie die Tränke in den Schatten. Das Cornell Lab weist darauf hin, dass direkte Sonne Zuckerwasser sehr schnell verderben lässt.
  • Nehmen Sie eine kleinere Tränke oder füllen Sie sie nur teilweise.
  • Verteilen Sie mehrere kleine Tränken statt einer großen. Kolibris verteidigen Reviere, und mit verteilten Tränken können mehr Vögel trinken.

Wie reinigt man eine Kolibritränke?

Frischen Nektar auf alten zu gießen, macht alles zunichte. Leeren Sie die Tränke bei jedem Wechsel und reinigen Sie sie vor dem Befüllen.

  1. Alten Nektar ausgießen. Niemals nur nachfüllen.
  2. Tränke zerlegen. Wählen Sie Modelle, die sich vollständig auseinandernehmen lassen; das Cornell Lab rät, dass jede Ritze gut zu schrubben sein sollte.
  3. Mit heißem Wasser schrubben, mit einer Flaschenbürste und einer kleinen Bürste für die Trinköffnungen.
  4. Schimmel behandeln. Bei sichtbarem Schimmel in verdünnter Essig- oder verdünnter Chlorlösung einweichen und dann schrubben. Mischen Sie Essig und Chlorreiniger niemals miteinander.
  5. Gründlich spülen, bis keine Reste von Spülmittel, Essig oder Chlor mehr bleiben.
  6. Trocknen lassen und neu befüllen, mit frischem, abgekühltem Nektar.

Unsere ausführliche Anleitung, wie und wie oft man Vogelfutterhäuser reinigt, behandelt Reinigungsmittel und Rhythmen für alle Arten von Futterstellen. Wenn Sie eine Tränke kaufen möchten, stellt unsere Übersicht der besten Kolibritränken Modelle vor, die sich leicht reinigen lassen und nicht tropfen.

Ameisen und Bienen an der Nektartränke

Zuckerwasser lockt nicht nur Vögel an, sondern auch Insekten.

  • Ameisen: Verwenden Sie eine Tränke mit eingebautem Ameisengraben oder hängen Sie einen separaten Wassergraben darüber. Das Cornell Lab beschreibt Tellertränken mit einem kleinen Graben in der Mitte, den Sie mit einfachem Leitungswasser füllen. Schmieren Sie niemals Öl, Fett oder Insektizid an die Aufhängung; das kann an den Vögeln landen.
  • Bienen und Wespen: Bei Tellertränken liegt der Nektarspiegel deutlich unter der Öffnung, außerhalb der Reichweite der kürzeren Insektenrüssel. Das Cornell Lab bezeichnet Tellertränken als weitgehend sicher vor Bienen und Wespen. Manche Tränken haben Bienengitter, das Cornell Lab merkt aber an, dass gelbe Gitter Bienen sogar anlocken können.
  • Undichte Stellen locken Insekten an. Eine tropfende Tränke verteilt Zucker außen, wo Insekten ihn erreichen. Aufrechte Flaschentränken können auslaufen, wenn sich die Luft darin erwärmt, deshalb sind Tellermodelle in heißen Regionen oft die einfachere Wahl.

Wann Kolibritränken aufhängen und wann abnehmen?

Der Zeitpunkt hängt davon ab, wo Sie leben und welche Arten dort vorkommen. Die folgenden Beispiele beziehen sich auf die USA und Kanada.

  • Östlich der Great Plains sind die meisten Gartenkolibris Rubinkehlkolibris, die im Frühjahr ankommen und im Herbst wegziehen. Hängen Sie die Tränke kurz vor dem üblichen Ankunftstermin in Ihrer Gegend auf. Unser Ratgeber, wie man Rubinkehlkolibris anlockt, beschreibt ihren Jahresrhythmus.
  • An der Pazifikküste und in Teilen des Südwestens bleibt der Annakolibri vielerorts das ganze Jahr, dort können Tränken ganzjährig hängen. Siehe wie man Annakolibris anlockt.
  • Verbreitungskarten und aktuelle Beobachtungen in eBird zeigen, wann Kolibris an Ihrem Wohnort typischerweise ankommen und wegziehen. Unser Leitfaden zu eBird erklärt, wie Sie das nachsehen. eBird funktioniert weltweit, also auch in Mittel- und Südamerika.

Hält eine hängende Tränke Kolibris vom Zug ab?

Nein. Der Zug der Kolibris wird vor allem von inneren Signalen und der sich ändernden Tageslänge gesteuert, nicht davon, ob eine Tränke verfügbar ist. Eine Tränke im Herbst hilft späten Durchzüglern und Nachzüglern, auf dem Weg nach Süden aufzutanken. Verbreitet ist, eine saubere Tränke noch ein bis zwei Wochen nach dem letzten gesichteten Kolibri hängen zu lassen.

Winterfütterung, wo Kolibris bleiben

Wo Annakolibris überwintern, kann Nektar in kalten Nächten gefrieren. Holen Sie die Tränke über Nacht herein und hängen Sie sie beim ersten Tageslicht wieder auf, oder wechseln Sie zwischen zwei Tränken, sodass immer eine aufgetaute bereitsteht. Bleiben Sie beim Verhältnis 1 zu 4 oder der maßvollen Variante 1 zu 3; rühren Sie keinen Sirup an, um das Gefrieren zu verhindern.

Gibt es Kolibris in Deutschland? Das Taubenschwänzchen

Wild lebende Kolibris kommen ausschließlich in Nord-, Mittel- und Südamerika vor. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine, und es lohnt sich deshalb nicht, hier eine Kolibritränke aufzuhängen. Sie würde vor allem Wespen, Ameisen und Schimmel anziehen.

Trotzdem melden jeden Sommer viele Menschen einen “Kolibri” im Garten oder auf dem Balkon. Fast immer handelt es sich um das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), einen tagaktiven Falter aus der Familie der Schwärmer. Es schwebt mit schwirrenden Flügeln vor Blüten, saugt Nektar mit einem langen Rüssel und fliegt blitzschnell von Blüte zu Blüte, was die Verwechslung leicht macht. Achten Sie auf Fühler, einen Rüssel statt eines Schnabels und einen gedrungenen, graubraunen Körper mit orangefarbenen Hinterflügeln.

Das Taubenschwänzchen braucht kein Zuckerwasser. Wer es fördern möchte, pflanzt nektarreiche Blüten, die über den Sommer blühen, und verzichtet auf Insektizide. Informationen zu Schmetterlingen und insektenfreundlichen Gärten bietet der NABU.

Häufige Fehler beim Kolibri-Nektar

  1. Rote Farbe zugeben. Sie bringt Risiko ohne Nutzen. Die roten Teile der Tränke erledigen die Arbeit.
  2. Honig oder “gesündere” Zuckersorten verwenden. Honig nährt Pilze, und roher oder brauner Zucker steht auf der Ausschlussliste des Smithsonian.
  3. Die Mischung zu stark machen. Eine stärkere Mischung ist keine Belohnung. Bleiben Sie bei 1 zu 4 und gehen Sie nur bei kaltem, nassem Wetter auf 1 zu 3.
  4. Nachfüllen statt austauschen. Frischer Nektar auf altem verdirbt sofort.
  5. Nektar zu lange hängen lassen. Bei mildem Wetter höchstens zwei bis drei Tage, bei Hitze täglich wechseln.
  6. Die Tränke in die pralle Sonne hängen. Sonne erwärmt den Nektar und lässt ihn schnell verderben.
  7. Eine große Tränke für wenige Vögel füllen. Das meiste verdirbt, bevor es getrunken wird.
  8. Die Bürste auslassen. Schimmel versteckt sich in Öffnungen und Nähten, also jede Öffnung schrubben.
  9. Öl oder Insektizid gegen Ameisen einsetzen. Nehmen Sie stattdessen einen Wassergraben.
  10. In Europa eine Kolibritränke aufhängen. Hier gibt es keine Kolibris, die sie nutzen könnten.

Warum trinken die Kolibris meinen Nektar nicht?

Sinkt der Füllstand kaum, liegt es selten am Rezept. Gehen Sie diese Punkte der Reihe nach durch.

  1. Ist der Nektar frisch? Vögel, die verdorbenen Nektar probiert haben, bleiben möglicherweise weg. Ausgießen, reinigen, neu befüllen.
  2. Stimmt die Konzentration? Dünne Mischungen sind weniger lohnend. Messen Sie den Zucker ab, statt ihn nach Gefühl einzufüllen.
  3. Ist die Tränke sichtbar? Hängen Sie sie frei auf, wo ein vorbeifliegender Vogel das Rot entdeckt, am besten nahe an Blüten, die er schon besucht. Hat er die Tränke gefunden, können Sie sie schrittweise an einen Platz mit besserer Sicht versetzen.
  4. Bewacht ein einzelner Vogel die Tränke? Ein dominanter Kolibri kann alle anderen vertreiben. Hängen Sie eine zweite Tränke außer Sichtweite der ersten auf.
  5. Passt der Zeitpunkt? Früh im Frühjahr und nach Brutbeginn nutzen die Vögel oft vor allem Blüten und Insekten. Im Spätsommer, wenn Jungvögel und Durchzügler kommen, nehmen die Besuche häufig wieder zu.
  6. Blockieren Insekten die Öffnungen? Bienen oder Ameisen an der Tränke schrecken Kolibris ab. Beheben Sie Undichtigkeiten, ergänzen Sie einen Wassergraben und erwägen Sie ein Tellermodell.
  7. Hängt die Tränke zu ungeschützt? Kolibris mögen eine nahe Sitzwarte in Deckung, von der aus sie ruhen und ihre Tränke im Blick behalten.

Auch Geduld gehört dazu. Eine neue Tränke wird manchmal erst nach Tagen oder Wochen entdeckt, besonders dort, wo es reichlich natürlichen Nektar gibt.

Mehr als die Tränke: Blüten und Insekten

Nektartränken sind nur eine Ergänzung. Kolibris fressen außerdem große Mengen kleiner Insekten und Spinnen, die Eiweiß liefern, vor allem für heranwachsende Küken. Audubon empfiehlt, nektarreiche Pflanzen zu setzen, um die Vögel auf natürliche Weise zu unterstützen. Heimische Röhrenblüten wie das Trompeten-Geißblatt, Indianernessel, die Kardinals-Lobelie und heimische Salbeiarten werden in Nordamerika häufig empfohlen. Wählen Sie möglichst Arten, die in Ihrer Region heimisch sind, und verzichten Sie auf Pestizide, damit Insekten auf dem Speiseplan bleiben.

Für einen Ansatz, der den ganzen Garten einbezieht, lesen Sie unseren Ratgeber Vogelbeobachtung im Garten: So wird Ihr Garten zum Vogelmagneten.

Wie dieser Ratgeber entstanden ist

Wir haben selbst keine Fütterungsversuche durchgeführt. Dieser Ratgeber beruht auf den veröffentlichten Empfehlungen des Cornell Lab of Ornithology, der National Audubon Society, des Smithsonian’s National Zoo and Conservation Biology Institute, von Project FeederWatch und der Penn State Extension sowie auf veröffentlichten Texten von Kolibriforschern zur Frage der roten Farbstoffe. Wo sich diese Quellen leicht unterscheiden, etwa beim Wechselrhythmus, nennen wir die Spanne und orientieren uns an der vorsichtigeren Empfehlung. Die Mengenangaben haben wir aus den amerikanischen Tassenmaßen in metrische Einheiten umgerechnet, das Verhältnis bleibt dabei unverändert.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Wie ist das richtige Mischverhältnis von Zucker und Wasser für Kolibri-Nektar?

Nehmen Sie 1 Teil raffinierten weißen Zucker auf 4 Teile Wasser, nach Volumen gemessen, zum Beispiel 50 ml Zucker auf 200 ml Wasser oder 250 ml Zucker auf 1 Liter Wasser. Audubon, der Smithsonian's National Zoo, das Cornell Lab of Ornithology und die Penn State Extension nennen alle dieses Verhältnis. Bei kaltem, nassem Wetter ist laut Cornell Lab auch 1 zu 3 vertretbar.

Muss man das Wasser für Kolibri-Nektar abkochen?

Für kleine Mengen nicht. Das Cornell Lab schreibt, dass Abkochen unnötig ist, wenn Sie alle ein bis zwei Tage kleine Portionen anrühren. Heißes Wasser löst den Zucker schneller und lohnt sich, wenn Sie eine größere Menge für den Kühlschrank vorbereiten. Lassen Sie den Nektar immer vollständig abkühlen, bevor Sie die Tränke befüllen.

Ist rote Lebensmittelfarbe schädlich für Kolibris?

Sie ist unnötig und möglicherweise schädlich. Das Cornell Lab, Audubon, Project FeederWatch und der Smithsonian's National Zoo raten davon ab. Direkt an Kolibris wurden die Farbstoffe nie untersucht, ein Schaden ist also nicht bewiesen. Die roten Teile der Tränke locken die Vögel aber bereits an, die Farbe bringt also Risiko ohne Nutzen.

Wie lange hält selbst gemachter Kolibri-Nektar?

In der Tränke sollten Sie ihn laut Cornell Lab bei mildem Wetter alle zwei bis drei Tage und bei großer Hitze täglich wechseln. Unbenutzter Nektar hält sich nach Angaben des Smithsonian's National Zoo bis zu einer Woche im Kühlschrank. Entsorgen Sie Nektar, der trüb oder schleimig ist oder schwarze Punkte zeigt.

Kann man Honig, braunen Zucker oder Süßstoff statt weißem Zucker verwenden?

Nein. Verdünnter Honig fördert gefährliches Pilzwachstum, und der Smithsonian's National Zoo rät ausdrücklich von Maissirup sowie von rohem, unraffiniertem Zucker ab. Süßstoffe liefern keine verwertbare Energie, die ein Kolibri ständig braucht. Einfacher, raffinierter weißer Haushaltszucker, also die günstigste Sorte, ist die richtige Wahl.

Gibt es in Deutschland Kolibris, die man mit Nektar füttern kann?

Nein. Wild lebende Kolibris kommen nur in Nord-, Mittel- und Südamerika vor. Der vermeintliche Kolibri, der im Sommer in deutschen Gärten vor Blüten schwebt, ist fast immer das Taubenschwänzchen, ein tagaktiver Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer. Er braucht keine Zuckerwassertränke, sondern nektarreiche Blüten. Stellen Sie in Europa keine Kolibritränken auf.