Sperber am Futterhaus: Was Sie tun können
Sperber am Futterhaus? Die einfachste Lösung: Futterstellen für ein bis zwei Wochen abbauen, dichte Deckung schaffen und dem geschützten Greifvogel nie schaden.

In diesem Artikel
- Kurz beantwortet: Was tun, wenn ein Sperber am Futterhaus jagt?
- Welche Greifvögel jagen am Futterhaus?
- Warum jagen Greifvögel am Futterhaus?
- Schritt 1: Futterstellen für ein bis zwei Wochen abbauen
- Schritt 2: Kleinvögeln dichte Fluchtdeckung geben
- Schritt 3: Boden- und Schalenfütterung überdenken
- Schritt 4: Fenster in der Nähe entschärfen
- Schritt 5: Den Rest des Futterplatzes gesund halten
- Was nicht hilft und was verboten ist
- Wann sind Greifvögel am häufigsten am Futterhaus?
- Woran erkennen Sie, dass ein Sperber einen Vogel geschlagen hat?
- Sollten Sie überhaupt etwas tun?
- Häufige Fehler
- Was tun mit einem verletzten Greifvogel oder Singvogel?
- Ein Futterplatz, der Sperberbesuche entschärft
- Quellen
- Häufige Fragen
Wenn ein Sperber an Ihrem Futterhaus jagt, ist die wirksamste Lösung auch die einfachste: Bauen Sie Ihre Futterstellen für 1 bis 2 Wochen ab. Das empfiehlt das Cornell Lab of Ornithology. Die Kleinvögel verteilen sich, der Greifvogel verliert seinen bequemen Jagdplatz und zieht weiter, und Ihre Singvögel kommen zurück, sobald die Futterhäuser wieder hängen. Danach richten Sie den Futterplatz so ein, dass Kleinvögel mit einem kurzen Sprint dichte Deckung erreichen.
Was Sie nie tun sollten: den Greifvogel verletzen, fangen oder schikanieren. Alle heimischen Greifvögel sind streng geschützt, und ein Sperber, der einen Singvogel schlägt, ist ganz normale Natur, kein Zeichen, dass mit Ihrem Garten etwas nicht stimmt.
Kurz beantwortet: Was tun, wenn ein Sperber am Futterhaus jagt?
| Situation | Was Sie tun | Warum es wirkt |
|---|---|---|
| Sperber war ein- oder zweimal da | Nichts. Freuen Sie sich über die Beobachtung | Gelegentliche Besuche sind normal und kurz |
| Sperber kommt täglich oder sitzt in der Nähe an | Futterstellen 1 bis 2 Wochen abbauen | Vögel verteilen sich, der Sperber jagt woanders |
| Vögel haben kein Versteck | Dichte Sträucher oder einen Reisighaufen in kurzer Flugdistanz schaffen | Die Beute hat einen Fluchtort |
| Futterhaus steht mitten auf dem Rasen | Näher an Deckung rücken, aber nicht hinein | Offener Rasen macht Vögel beim Anflug angreifbar |
| Fliehende Vögel prallen gegen Fenster | Scheiben mit dicht gesetzten Markierungen versehen | Panische Vögel fliegen in spiegelndes Glas |
| Bodenfütterung lockt Tauben und Sperlinge | Boden- und Schalenfütterung reduzieren oder pausieren | Bodenfresser sind die leichtesten Ziele |
| Greifvogel ist verletzt oder festgeklemmt | Wildvogelstation anrufen | Der Umgang mit Greifvögeln erfordert Erfahrung |
Welche Greifvögel jagen am Futterhaus?
Fast alle Greifvogelbesuche am Futterhaus in Mitteleuropa gehen auf zwei Arten der Gattung Accipiter zurück: den Sperber und den Habicht. Beide sind für die Verfolgungsjagd durch Deckung gebaut. Sie haben kurze, runde Flügel und einen langen Schwanz, mit dem sie auf engem Raum scharf wenden können. Ihre nordamerikanischen Verwandten, Rundschwanzsperber und Eckschwanzsperber, beschreibt das Cornell Lab als einige der geschicktesten Flieger der Vogelwelt, die in hohem Tempo durch dichtes Geäst jagen. Für unsere Arten gilt dasselbe.
Andere Greifvögel tauchen gelegentlich auf. Der Merlin, ein kleiner, schneller Falke, jagt im Winter manchmal im offenen Land und am Ortsrand Kleinvögel, ist aber selten. Mäusebussard und Turmfalke, die Sie auf Zaunpfählen und über Feldern sehen, jagen vor allem Mäuse und verfolgen Singvögel am Futterhaus kaum, selbst wenn einer in der Nähe sitzt.
Sperber
Der Sperber ist der Greifvogel, dem die meisten Menschen am Futterhaus begegnen. Er ist klein, das Männchen kaum größer als eine Misteldrossel, das Weibchen deutlich größer, fast so groß wie ein Habicht-Männchen. Männchen haben eine schiefergraue Oberseite und eine rostrot gebänderte Unterseite, Weibchen sind oben graubraun und unten grau gebändert. Beide haben lange, gelbe Beine und einen langen, quergebänderten Schwanz. Das Männchen jagt vor allem Sperlinge, Meisen und Finken, das größere Weibchen auch Amseln, Drosseln und Stare. Sperber brüten meist in Nadelwäldern und Feldgehölzen, im Herbst und Winter streifen sie aber durch Siedlungen und Gärten mit vielen Kleinvögeln.

Habicht
Der Habicht ist deutlich größer, etwa bussardgroß, und in vielen Städten heimisch geworden. Berlin und Hamburg sind für ihre Stadthabichte bekannt. Er jagt vor allem Tauben, Elstern, Krähen und Drosseln. Ein Garten, in dem Ringel- und Türkentauben am Boden fressen, ist für ihn ein naheliegendes Ziel. Habichte greifen ihre Beute mit den Füßen, und im offenen Flug zeigen beide Arten oft einen typischen Rhythmus aus einigen Flügelschlägen und kurzem Gleiten.
Sperber oder Habicht: So unterscheiden Sie sie
Selbst erfahrene Vogelbeobachter tun sich mit diesem Paar schwer, vor allem beim Vergleich von Sperber-Weibchen und Habicht-Männchen. Einige Hinweise helfen:
- Größe und Gewicht. Der Habicht wirkt massig und kräftig, der Sperber schlank und zierlich. Weil sich die Größen der Geschlechter überschneiden, ist die Größe allein unzuverlässig.
- Schwanz. Der Habicht zeigt eher einen abgerundeten Schwanz, der Sperber einen gerade abgeschnittenen oder leicht gekerbten.
- Kopf und Überaugenstreif. Der Habicht wirkt großköpfig, mit deutlichem weißem Überaugenstreif und strengem Blick, der Sperber kleinköpfig.
- Beine. Der Sperber hat auffallend dünne, lange Beine, der Habicht kräftige.
- Verhalten. Beide jagen aus dem Hinterhalt. Das verrät Ihnen, dass es ein Accipiter ist, aber nicht, welcher.
Für den Garten ist der Unterschied kaum wichtig, denn bei beiden helfen dieselben Maßnahmen. Wenn Sie die Bestimmung trotzdem lernen möchten, zeigt unser Ratgeber Vögel bestimmen, welche Hinweise zu Gestalt und Verhalten bei Greifvögeln am meisten zählen.
Warum jagen Greifvögel am Futterhaus?
Futterstellen konzentrieren Kleinvögel zu vorhersehbaren Zeiten an einem Ort. Für einen vogeljagenden Greifvogel ist das wie ein Restaurant mit Öffnungszeiten am Eingang. Das Cornell Lab fasst es knapp zusammen: Greifvögel, die Vögel fressen, nehmen den Begriff Vogelfutterhaus wörtlich.
Es hilft, das in Relation zu sehen. Laut dem Artporträt des Cornell Lab zum Eckschwanzsperber deutet Forschung darauf hin, dass Futterstellen das Risiko eines einzelnen Singvogels, geschlagen zu werden, nicht wesentlich erhöhen, weil die Greifvögel den weitaus größten Teil ihrer Beute anderswo fangen. Ein Sperber an Ihrem Futterhaus ist Teil des örtlichen Nahrungsnetzes, dem sich Ihr Futterplatz angeschlossen hat. Für die Vogelbestände ist er keine Krise, Studien zeigen, dass Beutegreifer wie der Sperber die Bestände ihrer Beutearten langfristig nicht bestimmen.
Trotzdem haben Sie in der Hand, wie leicht der Futterplatz die Jagd macht. Ein Futterhaus mitten auf dem Rasen, ohne Fluchtdeckung, neben spiegelnden Fenstern und mit Tauben, die darunter auf nacktem Boden picken, begünstigt den Greifvogel. Die folgenden Schritte verschieben das Gleichgewicht zugunsten der Singvögel.
Schritt 1: Futterstellen für ein bis zwei Wochen abbauen
Das ist die Kernmaßnahme, und sie wirkt, weil sowohl Greifvögel als auch Singvögel Nahrungsquellen gezielt nutzen.
- Bauen Sie jede Futterstelle im Garten ab, auch Futterschalen und Körner, die Sie auf den Boden streuen. Schon ein einziges hängendes Futterhaus hält die Vögel zusammen.
- Rechen Sie heruntergefallene Körner und Schalen unter dem Futterplatz zusammen, damit Bodenfresser nicht weiter kommen.
- Lassen Sie Wasser stehen, wenn Sie möchten. Eine Vogeltränke sammelt Vögel nicht so stark wie Futter. Lauert der Sperber aber an der Tränke, pausieren Sie auch sie.
- Warten Sie ein bis zwei Wochen. Diesen Zeitraum empfiehlt das Cornell Lab. Die Kleinvögel verteilen sich auf natürliche Nahrungsquellen, und der Greifvogel verlegt sich auf andere Jagdgebiete.
- Hängen Sie die Futterhäuser wieder auf, am besten an einem besseren Platz. Nutzen Sie die Pause, um sie näher an Deckung zu rücken, wie unten beschrieben.
Singvögel verfolgen das Futterangebot genau und finden wieder aufgehängte Futterhäuser meist innerhalb weniger Tage. Der Greifvogel kann irgendwann erneut nachsehen, vor allem im Winter. Beginnen die Besuche wieder, wiederholen Sie die Pause.
Das Abbauen der Futterstellen schadet den Vögeln nicht. Das Cornell Lab und Project FeederWatch weisen darauf hin, dass Wildvögel den Großteil ihrer Nahrung aus natürlichen Quellen beziehen und an ein schwankendes Angebot gewöhnt sind. Mehr dazu, wie Vögel Futterstellen finden und wiederfinden, lesen Sie unter warum keine Vögel ans neue Futterhaus kommen.

Schritt 2: Kleinvögeln dichte Fluchtdeckung geben
Singvögel überleben Angriffe, indem sie schnell dichte Deckung erreichen. Ein Sperber kann zwar durch Geäst jagen, aber dichte, verzweigte Sträucher und Nadelgehölze bremsen ihn und geben der Beute eine echte Chance.
Was gute Fluchtdeckung ausmacht
- Dichte immergrüne Gehölze wie Eibe, Wacholder, Stechpalme oder Fichte bieten das ganze Jahr Deckung und sind im Winter besonders wertvoll, wenn Greifvogelbesuche ihren Höhepunkt erreichen.
- Dichte heimische Sträucher mit vielen Zweigen, etwa Weißdorn, Hartriegel, Liguster, Holunder oder Hundsrose, bieten Deckung und später Beeren oder Insekten.
- Reisighaufen aus Schnittgut, locker aufgeschichtet, geben Sperlingen, Heckenbraunellen und Zaunkönigen sofort ein Versteck.
- Dornige Pflanzen wie Schlehe und Berberitze bieten zusätzlichen Schutz, denn Greifvögel meiden es, in Dornen zu stoßen.
Wie weit sollte das Futterhaus von Deckung entfernt sein?
Project FeederWatch hält etwa 3 m Abstand zu Bäumen oder dichten Sträuchern für einen guten Kompromiss. In dieser Entfernung haben Vögel einen kurzen Fluchtweg, Eichhörnchen können schwerer hinüberspringen, und Katzen haben weniger Raum, direkt neben dem Futterhaus zu lauern. Ein Futterhaus tief in einem Strauch kann nach hinten losgehen, weil es Katzen und Sperbern einen verdeckten Anflug bietet.
Unser ausführlicher Ratgeber zum richtigen Standort für das Vogelfutterhaus erklärt Abstände, Höhen und Deckung genauer.
Warum offener Rasen riskant ist
Ein Futterhaus mitten auf dem Rasen zwingt Vögel, auf dem Hin- und Rückweg offene Fläche zu überqueren. Genau dort schlägt ein Sperber aus einer Ansitzwarte am Gartenrand zu. Das Futterhaus näher an Deckung zu rücken, ist oft die wirksamste dauerhafte Änderung.
Schritt 3: Boden- und Schalenfütterung überdenken
Tauben, Sperlinge, Buchfinken, Amseln und Heckenbraunellen fressen am Boden oder auf niedrigen Futterschalen. Genau diese Vögel erwischen Greifvögel am leichtesten, weil sie im Freien sitzen und langsamer starten.
So verringern Sie das Risiko:
- Pausieren Sie das Ausstreuen am Boden, solange ein Sperber in der Nachbarschaft aktiv ist.
- Stellen Sie Futterschalen neben Deckung statt ins Freie.
- Bieten Sie das meiste Futter in hängenden Futtersäulen oder Futterhäusern an, damit die Vögel nicht auf offener Fläche fressen.
- Räumen Sie heruntergefallene Körner auf, damit Vögel nicht lange auf dem kahlen Rasen unter dem Futterhaus sitzen.
Tauben verdienen besondere Erwähnung. Ringel- und Türkentauben reagieren langsam, fressen in Gruppen am Boden und stehen bei Habicht und Sperber-Weibchen weit oben auf dem Speiseplan. Werden bei Ihnen vor allem Tauben geschlagen, ist die Bodenfütterung wahrscheinlich der Grund.
Schritt 4: Fenster in der Nähe entschärfen
Wenn ein Sperber anfliegt, stiebt der ganze Schwarm davon. Panische Vögel fliegen auf das zu, was wie freier Himmel oder Gebüsch aussieht, und ein Fenster, das den Garten spiegelt, ist genau das. Viele bemerken einen Sperber überhaupt erst, weil es an der Scheibe dumpf knallt.
Das Cornell Lab hält die alten Faustregeln zum sicheren Abstand zwischen Futterhaus und Fenster inzwischen für überholt. Die aktuelle Empfehlung ist einfacher: Wenn Fenster in der Nähe eines Futterhauses liegen, machen Sie diese Fenster für Vögel sichtbar. Das heißt, die Außenseite der Scheibe mit Mustern zu markieren, deren Abstände höchstens etwa 5 cm betragen, außen Fliegengitter anzubringen oder ein Netz zu spannen. Einzelne Greifvogel-Aufkleber reichen nicht, darauf weist auch die Schweizerische Vogelwarte Sempach hin. Unser Ratgeber Vogelschlag an Fenstern verhindern erklärt die Möglichkeiten Schritt für Schritt.

Schritt 5: Den Rest des Futterplatzes gesund halten
Ein Sperber erwischt eher schwache oder kranke Vögel. Das ist Teil seiner Rolle und nichts, wogegen Sie ankämpfen sollten. Schmutzige Futterstellen fördern aber die Ausbreitung von Krankheiten wie Salmonellose und Trichomonadose, und kranke Vögel sind leichtere Beute.
Nutzen Sie die Pause, um die Futterhäuser gründlich zu schrubben und zu desinfizieren. Das Cornell Lab empfiehlt, sie in einer Lösung aus höchstens 1 Teil Bleichmittel auf 9 Teile Wasser einzuweichen, danach gründlich zu spülen und vollständig trocknen zu lassen. Unsere Anleitung Vogelfutterhaus reinigen beschreibt die ganze Routine. Wenn Sie aufgeplusterte, matte Vögel bemerken, lesen Sie unseren Ratgeber kranke Vögel am Futterhaus.
Was nicht hilft und was verboten ist
Greifvogel-Attrappen und Plastikeulen
Plastikeulen, Greifvogel-Silhouetten und Vogelscheuchen werden viel verkauft, doch es gibt kaum Belege, dass sie echte Greifvögel fernhalten. Vögel lernen schnell, dass sich eine Attrappe nie bewegt. Schlimmer noch: Eine Feindgestalt neben dem Futterhaus kann genau die Kleinvögel nervös machen, die Sie sehen möchten, während der Sperber sie ignoriert.
Glitzerband, Lärm und Verjagen
Reflektierendes Band, Windspiele oder hinauszulaufen, um den Sperber zu verscheuchen, bringt ihn vielleicht kurz zum Auffliegen, aber er kehrt zu einer verlässlichen Nahrungsquelle zurück. Ständiges Verjagen vertreibt zudem die Singvögel.
Den Greifvogel verletzen oder fangen
Alle heimischen Greifvögel und Eulen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der EU-Vogelschutzrichtlinie streng geschützt. In Deutschland fallen Greifvögel zudem unter das Jagdrecht und haben eine ganzjährige Schonzeit. Sie zu töten, zu fangen, zu besitzen oder ihre Ruhestätten zu stören, ist verboten, auch das Fangen und Umsiedeln. Die illegale Verfolgung von Greifvögeln wird als Straftat verfolgt. In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Schutzregeln.
Jedes Futterhaus mit einem Käfig umgeben
Futterhäuser mit äußerem Drahtkorb halten große Vögel und Eichhörnchen vom Futter fern. Sie erschweren es einem Sperber vielleicht, einen Vogel direkt am Futterhaus zu greifen, doch Sperber fangen ihre Beute meist im Flug oder am Boden in der Nähe. Ein Käfig allein löst ein Greifvogelproblem selten. Gegen Stare und Tauben kann er dagegen helfen, dazu mehr unter Stare vom Futterhaus fernhalten.
Wann sind Greifvögel am häufigsten am Futterhaus?
Greifvogelbesuche verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr.
| Jahreszeit | Was Sie erwartet |
|---|---|
| Herbst (September bis November) | Durchziehende Sperber aus Nord- und Osteuropa verstärken den heimischen Bestand, junge Sperber suchen neue Reviere |
| Winter (Dezember bis Februar) | Vielerorts Höhepunkt der Besuche, natürliche Nahrung ist knapp und Futterstellen konzentrieren Vögel |
| Frühling (März bis Mai) | Besuche nehmen ab, Durchzügler ziehen nach Norden, heimische Paare besetzen ihre Brutreviere |
| Sommer (Juni bis August) | Sperber oder Habichte, die in der Nähe brüten, jagen regelmäßig, um ihre Jungen zu versorgen |
Habichte und zunehmend auch Sperber brüten heute in Parks und Siedlungen, sodass manche Gärten das ganze Jahr Besuch bekommen. Dann zählen dauerhafte Änderungen an Deckung und Standort mehr als vorübergehende Pausen.
Woran erkennen Sie, dass ein Sperber einen Vogel geschlagen hat?
Viele Schläge geschehen unbeobachtet. Typische Zeichen:
- Ein Kreis oder Haufen Federn auf dem Rasen oder unter einem Strauch, oft ohne Körper. Greifvögel rupfen ihre Beute, die Federn sind glatt ausgezogen. Bei Katzen und Mardern wirken Federkiele dagegen oft abgebissen.
- Ein plötzlich leerer Garten, in dem die Vögel stumm in den Sträuchern sitzen und minutenlang nicht zurückkommen.
- Warnrufe von Meisen, Amseln und Rotkehlchen, oft hohe, dünne Rufe, wenn ein Greifvogel über den Garten streicht.
- Hassende Elstern, Eichelhäher oder Krähen, die einen ansitzenden Vogel am Gartenrand bedrängen.
Federn allein beweisen keinen Greifvogel. Freilaufende Katzen töten ebenfalls sehr viele Vögel, ein eigenes Problem, das wir in einem separaten Ratgeber behandeln. Katzen im Haus zu behalten, schützt Vögel weit mehr als jede Maßnahme gegen Sperber.

Sollten Sie überhaupt etwas tun?
Das ist eine echte Entscheidung, und beide Antworten sind vernünftig.
Viele Menschen freuen sich über einen Sperber genauso wie über jeden Singvogel. Er ist ein heimischer Beutegreifer, der tut, wofür er sich entwickelt hat, und ein Futterplatz, der gelegentlich auch einen Sperber ernährt, gehört zu einem gesunden Ökosystem. Kommt der Sperber nur ab und zu, ist Nichtstun völlig in Ordnung.
Handeln Sie, wenn:
- der Sperber täglich in Sichtweite des Futterhauses ansitzt und der Garten lange still bleibt,
- Sie immer wieder Federn unter dem Futterhaus finden,
- Vögel auf der Flucht gegen Ihre Fenster prallen.
In diesen Fällen ist die Pause von ein bis zwei Wochen plus bessere Deckung die angemessene Antwort.
Häufige Fehler
- Während der Pause ein Futterhaus hängen lassen. Schon eines hält die Vögel zusammen und den Sperber auf der Jagd.
- Nur ein oder zwei Tage pausieren. Das Cornell Lab empfiehlt ein bis zwei Wochen. Eine kurze Pause bricht die Gewohnheit des Greifvogels selten.
- Futterhäuser tief in Sträucher hängen. Das verbirgt anschleichende Katzen und anfliegende Sperber. Nah an der Deckung, nicht darin, ist das Ziel.
- Auf Attrappen setzen. Sie bewegen sich nicht, deshalb lernen Vögel, sie zu ignorieren.
- Die Fenster vergessen. Ein Angriff kann mehrere Anprallopfer fordern, wenn die Scheiben nahe am Futterhaus unbehandelt sind.
- Einen verletzten Greifvogel selbst anfassen. Greifvögel haben scharfe Krallen und kräftige Füße. Rufen Sie eine Wildvogelstation.
Was tun mit einem verletzten Greifvogel oder Singvogel?
Ist ein Greifvogel verletzt, etwa nach einem Anprall an einer Scheibe während der Jagd, versuchen Sie nicht, ihn hochzuheben. Füße und Krallen können schwere Verletzungen verursachen. Halten Sie Haustiere und Kinder fern und wenden Sie sich an eine Greifvogel- oder Wildvogelstation, die Polizei oder die untere Naturschutzbehörde, die Ihnen weiterhelfen.
Überlebt ein Singvogel einen Angriff verletzt, setzen Sie ihn in einen ausgepolsterten Karton, halten Sie ihn dunkel, ruhig und warm und rufen Sie sofort eine Wildvogelstation an. Geben Sie kein Futter und kein Wasser. Vögel, die ein Beutegreifer gepackt hat, können rasch Infektionen entwickeln, deshalb zählt fachkundige Hilfe auch bei scheinbar kleinen Wunden.
Ein Futterplatz, der Sperberbesuche entschärft
Wenn Sie die Jagd am Futterhaus dauerhaft verringern möchten, orientieren Sie sich an dieser Anordnung:
- Futterhäuser etwa 3 m von dichten immergrünen Gehölzen oder Sträuchern entfernt, nicht mitten auf dem Rasen und nicht in einem Busch versteckt.
- Das meiste Futter in hängenden Futtersäulen oder Futterhäusern, nur wenig am Boden.
- Ein Reisighaufen oder dichte heimische Sträucher an mindestens einer Seite des Futterplatzes.
- Fenster nahe den Futterstellen markiert, mit dicht gesetzten Markierungen außen oder mit Gittern.
- Saubere Futterhäuser alle ein bis zwei Wochen, der Boden darunter gerecht.
- Haustiere im Haus, vor allem Katzen.
Mit dieser Anordnung kann ein Sperber trotzdem vorbeikommen und hat manchmal Erfolg. Aber die Kleinvögel haben eine faire Chance, und Sie sehen weniger wiederholte Angriffe. Einen breiteren Blick auf einen vogelfreundlichen Garten wirft unser Einstieg in die Vogelbeobachtung im Garten.
Quellen
Häufige Fragen
Warum hält sich ein Sperber an meinem Futterhaus auf?
Futterstellen sammeln kleine Vögel an einem vorhersehbaren Ort, und vogeljagende Greifvögel wie Sperber und Habicht lernen, sie regelmäßig zu kontrollieren. Das Cornell Lab formuliert es für die nordamerikanischen Verwandten treffend: Diese Greifvögel nehmen den Begriff Vogelfutterhaus wörtlich. Der Sperber interessiert sich nicht für die Körner, sondern für die Sperlinge, Meisen und Finken, die sie anlocken.
Wie lange sollte ich die Futterhäuser abbauen, um einen Sperber loszuwerden?
Das Cornell Lab empfiehlt ein bis zwei Wochen. Ohne das konzentrierte Futterangebot verteilen sich die Kleinvögel in der Nachbarschaft, und der Greifvogel verlegt seine Jagd meist woandershin. Wenn Sie die Futterstellen wieder aufhängen, kehren die Singvögel in der Regel innerhalb weniger Tage zurück, oft bevor der Sperber es tut.
Darf ich einen Sperber verscheuchen oder fangen?
Alle heimischen Greifvögel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der EU-Vogelschutzrichtlinie streng geschützt und unterliegen in Deutschland zusätzlich dem Jagdrecht mit ganzjähriger Schonzeit. Sie zu töten, zu fangen, zu verletzen oder gezielt zu vergrämen, ist verboten. Behutsame Änderungen im Garten, etwa Futterstellen vorübergehend abzubauen oder Deckung zu schaffen, sind die richtigen Mittel.
Halten Greifvogel-Attrappen oder Plastikeulen Sperber fern?
Es gibt kaum Belege dafür, dass Plastikeulen oder Greifvogel-Silhouetten echte Greifvögel länger fernhalten. Vögel lernen schnell, dass sich eine Attrappe nie bewegt. Eine Attrappe am Futterhaus macht eher die Kleinvögel nervös, als dass sie den jagenden Sperber beeindruckt. Das Abbauen der Futterstellen und mehr Deckung sind deutlich zuverlässiger.
Machen Futterhäuser Singvögel zur leichteren Beute?
Forschung, die das Cornell Lab zusammenfasst, deutet darauf hin, dass Futterstellen das Risiko eines einzelnen Vogels, von einem Eckschwanzsperber geschlagen zu werden, nicht wesentlich erhöhen, weil diese Greifvögel den Großteil ihrer Beute abseits von Futterstellen fangen. Für unseren Sperber gilt vermutlich Ähnliches. Futterstellen konzentrieren Vögel aber, deshalb gibt ein Standort nahe guter Fluchtdeckung der Beute eine bessere Chance.