Kranke Vögel am Futterhaus: Anzeichen und was Sie tun sollten

Kranker Vogel am Futterhaus? Futterstellen etwa zwei Wochen abbauen, gründlich reinigen, Boden und Tränke säubern, Wildvogelhilfe anrufen und Häufungen melden.

Ein aufgeplusterter Finkenvogel mit geschwollenem, verkrustetem Auge sitzt reglos auf der Sitzstange einer Futtersäule (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: Was tun bei einem kranken Vogel?
  2. Anzeichen für einen kranken Vogel am Futterhaus
  3. Häufige Vogelkrankheiten an Futterstellen
  4. Schritt für Schritt: Was tun bei einem kranken Vogel?
  5. Welche Futterstellen verbreiten Krankheiten am stärksten?
  6. Wann kann ich wieder füttern?
  7. So beugen Sie Krankheiten an der Futterstelle vor
  8. So schützen Sie sich und Ihre Haustiere
  9. Häufige Fehler
  10. Quellen
  11. Häufige Fragen

Wenn Sie einen kranken Vogel an Ihrem Futterhaus sehen, bauen Sie die Futterstellen, die er nutzt, für etwa zwei Wochen ab, reinigen Sie sie gründlich und desinfizieren Sie sie mit höchstens 1 Teil Bleichmittel auf 9 Teile Wasser, harken Sie Futterreste und Kot darunter weg und schrubben Sie die Vogeltränke. Versuchen Sie nicht, den Vogel selbst zu behandeln. Wenden Sie sich an eine Wildvogelstation, wenn ein Vogel Hilfe braucht, und melden Sie gehäufte Todesfälle dem Veterinäramt.

Diese Schritte entsprechen den Empfehlungen von Project FeederWatch, dem Cornell Lab of Ornithology und europäischen Vogelschutzverbänden. Die Logik ist einfach: Futterstellen bringen Vögel enger zusammen, als sie sich sonst versammeln würden, und wenn ein kranker Vogel neben gesunden frisst, wird das Futterhaus zum Umschlagplatz für Krankheitserreger. Nimmt man das Futter eine Weile weg, verteilen sich die Vögel, und die Ansteckungskette reißt ab.

Kurz beantwortet: Was tun bei einem kranken Vogel?

  1. Bauen Sie die Futterstellen ab, die der kranke Vogel nutzt, für etwa zwei Wochen. Wirken mehrere Vögel krank, bauen Sie alle ab.
  2. Reinigen und desinfizieren Sie jede Futterstelle. Verschmutzungen abschrubben, mit sehr heißem Wasser oder einer verdünnten Chlorbleichlösung behandeln (höchstens 1 Teil Bleichmittel auf 9 Teile Wasser), gut ausspülen und vollständig trocknen lassen.
  3. Säubern Sie den Boden. Harken Sie Körner, Schalen und Kot unter den Futterstellen auf und entsorgen Sie sie im Restmüll.
  4. Leeren und schrubben Sie Vogeltränken, dann mit frischem Wasser füllen oder ebenfalls pausieren.
  5. Behandeln Sie den Vogel nicht selbst. Holen Sie Rat bei einer Wildvogelstation oder einem vogelkundigen Tierarzt.
  6. Melden Sie tote Vögel dem Veterinäramt, wenn Sie mehrere finden oder einen Ausbruch vermuten.
  7. Hängen Sie Futterstellen sauber wieder auf und reinigen Sie sie danach alle ein bis zwei Wochen.

Anzeichen für einen kranken Vogel am Futterhaus

Gesunde Vögel sind aufmerksam, scheu und fliegen schnell auf. Ein kranker Vogel verhält sich oft anders.

AnzeichenMögliche Ursache
Aufgeplustertes Gefieder, sitzt lange reglosAllgemeine Erkrankung, etwa Salmonellose
Bleibt sitzen, wenn andere auffliegen, lässt sich leicht nähernSchwäche oder eingeschränktes Sehen
Feuchtes, verklebtes Gefieder am Schnabel, Würgen, SchluckbeschwerdenMögliche Trichomonadose
Warzenartige Wucherungen an Kopf, Augen, Beinen oder FüßenVogelpocken
Gerötete, geschwollene, tränende oder verkrustete AugenBindehautentzündung, etwa durch Mykoplasmen
Schwere Atmung, Atmen mit offenem Schnabel, SchwanzwippenMögliche Atemwegsinfektion wie Aspergillose
Abgemagert, apathisch, schläfrigSalmonellose oder andere Infektion
Zittern, Kopfschiefhaltung, GleichgewichtsstörungenMögliche neurologische Erkrankung, Veterinäramt informieren
Mehrere tote Vögel in kurzer ZeitMöglicher Ausbruch, dem Veterinäramt melden

Die Anzeichen überschneiden sich, und eine sichere Diagnose ist mit bloßem Auge nicht möglich. Die gute Nachricht: Die Reaktion im Garten ist bei fast allen gleich. Futterstellen abbauen, gründlich reinigen und für einzelne Vögel fachkundige Hilfe holen.

Nicht jeder merkwürdig aussehende Vogel ist krank

Manches, was beunruhigend aussieht, ist normal:

  • Kahle oder fleckige Köpfe bei Amseln, Eichelhähern und Staren im Spätsommer und Herbst hängen oft mit der Mauser oder mit Federmilben zusammen. Der Vogel wirkt sonst gesund und aktiv. Wenn er aufmerksam ist und normal frisst, müssen Sie keine Futterstellen abbauen.
  • Aufgeplustertes Gefieder an einem kalten Morgen ist ganz normale Isolation. Gesunde Vögel plustern sich bei Kälte auf, bleiben aber wachsam und fliegen auf, wenn sie erschrecken.
  • Jungvögel wirken im Frühsommer oft zerzaust und ungeschickt. Mehr dazu in unserem Ratgeber Jungvogel gefunden: Was tun?

Die Kombination, auf die es ankommt, ist aufgeplustertes Gefieder plus Teilnahmslosigkeit, besonders wenn der Vogel nicht flieht, während andere es tun.

Häufige Vogelkrankheiten an Futterstellen

Trichomonadose

Die Trichomonadose wird von einem einzelligen Parasiten, Trichomonas gallinae, verursacht. Er lebt im oberen Verdauungstrakt von Tauben und kann viele andere Arten krank machen. Er verursacht Beläge und Wucherungen in Rachen und Speiseröhre, die das Schlucken erschweren und schließlich zum Verhungern führen können. Übertragen wird er über verunreinigtes Futter und Wasser, beim Füttern der Jungen und wenn Greifvögel infizierte Vögel fressen.

In Deutschland ist die Trichomonadose vor allem als Ursache für das Grünfinkensterben bekannt. Seit etwa 2009 hat sie bei Grünfinken in Großbritannien und Mitteleuropa zu deutlichen Bestandsrückgängen geführt, und auch Buchfinken sind betroffen. Die Krankheit tritt besonders im Spätsommer und Frühherbst auf. Ein Grünfink oder eine Taube mit feuchtem, verklebtem Gesicht, ausgewürgten Körnern oder wiederholten vergeblichen Schluckversuchen ist verdächtig. Weil Wasser den Erreger übertragen kann, sollten Vogeltränken bei einem Ausbruch geleert und gereinigt werden. Viele Fachleute empfehlen bei Grünfinkensterben, im Sommer ganz auf die Fütterung zu verzichten.

Salmonellose

Salmonellose wird von Salmonella-Bakterien verursacht und verbreitet sich laut Project FeederWatch über Kot, der Futter und Wasser verunreinigt. Kranke Vögel wirken abgemagert oder aufgeplustert, haben manchmal geschwollene Augenlider und sind teilnahmslos. In Europa trifft sie vor allem Haussperlinge, Grünfinken, Gimpel und Erlenzeisige, gerade im Winter, wenn sich diese Arten in großer Zahl an Futterstellen sammeln.

Futterplattformen und Bodenfütterung, bei denen Vögel im Futter stehen, begünstigen solche über Kot übertragenen Krankheiten besonders. Project FeederWatch schlägt vor, bei diesen Krankheiten auf Futterschalen zu verzichten.

Salmonellen können auch Menschen und Haustiere infizieren. Tragen Sie deshalb Handschuhe und waschen Sie nach dem Reinigen die Hände.

Usutu-Virus: das Amselsterben

Das Usutu-Virus stammt ursprünglich aus Afrika und wird von Stechmücken übertragen. In Deutschland wurde es erstmals 2011 in größerem Umfang nachgewiesen und verursacht seither in warmen Sommern immer wieder ein auffälliges Amselsterben. Kranke Amseln wirken apathisch, sitzen aufgeplustert am Boden, taumeln und fliehen nicht mehr. Die Krankheit hat ihren Höhepunkt im Spätsommer.

Mit Futterstellen hat das Usutu-Virus wenig zu tun, weil es über Mücken und nicht über Futter übertragen wird. Der NABU sammelt aber Meldungen kranker und toter Amseln und arbeitet dafür mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg zusammen, das eingesandte Vögel untersucht. Wenn Sie im August oder September auffällig viele kranke Amseln sehen, lohnt sich ein Blick auf die Meldeseiten des NABU. Eine saubere Vogeltränke, deren Wasser Sie alle ein bis zwei Tage wechseln, verhindert zudem, dass sich darin Mückenlarven entwickeln.

Meisensterben durch Bakterien

Im Frühjahr 2020 meldeten Tausende Menschen in Deutschland kranke und tote Blaumeisen. Als Ursache wurde das Bakterium Suttonella ornithocola nachgewiesen, das eine Lungenentzündung auslöst. Betroffene Meisen wirken aufgeplustert, schläfrig und atmen schwer. Auch hier gilt: Futterstellen und Tränken reinigen, bei gehäuften Fällen die Fütterung pausieren und auffällige Fälle über die Meldeaktionen des NABU melden.

Vogelpocken

Vogelpocken sind eine Viruserkrankung mit zwei Formen, so Project FeederWatch. Die auffälligere Form verursacht warzenartige Wucherungen an unbefiederten Stellen, etwa um die Augen, am Schnabelgrund, an den Beinen und Füßen. Die andere Form verursacht Beläge in Mund und Rachen. In Europa sieht man Vogelpocken unter anderem bei Kohlmeisen, Sperlingen und Tauben. Die Krankheit verbreitet sich durch direkten Kontakt zwischen Vögeln und über verunreinigte Oberflächen wie Futterhäuser und Sitzstangen.

Bindehautentzündung durch Mykoplasmen

In Nordamerika ist die Mykoplasmen-Bindehautentzündung, verursacht durch das Bakterium Mycoplasma gallisepticum, als Augenkrankheit des Hausgimpels bekannt. Rote, geschwollene, tränende oder verkrustete Augen sind typisch, schwere Fälle können zur Blindheit führen. Das Cornell Lab hat die Krankheit von 1994 bis 2008 in einer großen Mitmachstudie verfolgt. In Europa wird sie bei Wildvögeln bisher deutlich seltener beschrieben. Sehen Sie trotzdem einen Finken oder eine Meise mit verklebten Augen, reagieren Sie wie bei jeder anderen Krankheit: Futterstellen abbauen und desinfizieren, besonders Futtersäulen, deren Öffnungen die Vögel mit dem Gesicht berühren.

Aspergillose

Aspergillose ist eine Pilzinfektion der Atemwege, die mit schimmeligem Futter und feuchten Futterresten in Verbindung gebracht wird. Betroffene Vögel atmen schwer. Vorbeugen ist einfach: Futter trocken halten, alles entsorgen, was muffig riecht, verklumpt oder schimmelig ist, und den Boden von Futtersäulen reinigen, wo sich nasses Futter sammelt. Unser Ratgeber zum richtigen Lagern von Vogelfutter erklärt, wie Sie Futter trocken halten.

Vogelgrippe (Aviäre Influenza)

Die Symptome der Vogelgrippe hängen vom Virusstamm ab. Hochpathogene Stämme wurden in Europa vor allem bei Wasservögeln, Möwen, Greifvögeln und Aasfressern nachgewiesen, deutlich seltener bei typischen Singvögeln am Futterhaus. Die Lage in Deutschland verfolgt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das bundesweite Referenzlabor für Tierseuchen.

Praktische Schritte:

  • Melden Sie ungewöhnliche Todesfälle, vor allem mehrerer Vögel gleichzeitig, dem Veterinäramt.
  • Fassen Sie kranke oder tote Vögel nie mit bloßen Händen an.
  • Wenn Sie Hühner oder anderes Geflügel halten, beachten Sie die aktuellen Vorgaben Ihres Veterinäramts, etwa zur Aufstallpflicht und zum Kontakt mit Wildvögeln.

West-Nil-Virus

Auch das West-Nil-Virus wird von Stechmücken übertragen und ist in Deutschland seit 2018 nachgewiesen, vor allem im Osten des Landes. Rabenvögel und Greifvögel sind besonders anfällig. Eine saubere Vogeltränke, deren Wasser Sie alle paar Tage wechseln, verhindert, dass sie zur Brutstätte für Mücken wird.

Schritt für Schritt: Was tun bei einem kranken Vogel?

1. Die richtigen Futterstellen abbauen

Project FeederWatch empfiehlt, die Futterstellen, die ein kranker Vogel nutzt, für ein paar Wochen zu entfernen. Das Cornell Lab ergänzt, dass Sie bei mehreren kranken Vögeln alle Futterstellen mindestens eine Woche abbauen sollten, damit sich die Vögel verteilen. In der Praxis decken zwei Wochen beide Empfehlungen ab.

Das Abbauen schadet den gesunden Vögeln nicht. Wildvögel holen sich den Großteil ihrer Nahrung aus der Natur und weichen problemlos aus, wenn eine Futterstelle verschwindet.

2. Alles reinigen und desinfizieren

Nehmen Sie die Futterhäuser auseinander und reinigen Sie sie entweder in der Spülmaschine bei hoher Temperatur, von Hand mit Spülmittel und kochendem Wasser oder mit einer verdünnten Chlorbleichlösung aus höchstens 1 Teil Bleichmittel auf 9 Teile Wasser.

  1. Tragen Sie Gummi- oder Einweghandschuhe.
  2. Leeren Sie altes Futter in einen Beutel für den Restmüll, nicht auf den Kompost.
  3. Schrubben Sie Kot und festgebackenes Futter mit einer Bürste ab.
  4. Weichen Sie die Teile in der Lösung ein oder nutzen Sie die Spülmaschine, wenn das Futterhaus dafür geeignet ist.
  5. Spülen Sie gründlich mit klarem Wasser nach.
  6. Lassen Sie alles vollständig trocknen, bevor Sie neu befüllen.

Unser ausführlicher Ratgeber zum Reinigen von Futterhäusern behandelt jeden Futterhaustyp im Detail.

3. Boden und Tränke säubern

Schalen und Kot unter den Futterstellen beherbergen Krankheitserreger. Harken Sie sie auf und entsorgen Sie sie im Beutel. Schrubben Sie Vogeltränken, spülen Sie sie aus und füllen Sie sie neu, oder lassen Sie sie während der Pause leer. Wenn kranke Tauben oder Finken aus Ihrer Tränke getrunken haben, ist ihre Reinigung genauso wichtig wie die der Futterhäuser.

4. Einem einzelnen kranken Vogel sicher helfen

Sitzt ein kranker Vogel reglos da und lässt sich leicht nähern, rufen Sie zuerst eine Wildvogelstation, eine Wildtierauffangstation oder einen vogelkundigen Tierarzt an, bevor Sie ihn einfangen. Nicht jede Einrichtung kann ansteckende Vögel isolieren, und mit einem Anruf vorab erfahren Sie, was zu tun ist. Adressen finden Sie über die Landesverbände des NABU und des LBV, über Tierärzte in Ihrer Nähe oder mit einer Suche nach „Wildvogelstation“ und Ihrem Ort.

Wenn man Sie bittet, den Vogel zu bringen:

  1. Bereiten Sie zuerst einen Karton vor, mit einem Tuch ausgelegt und mit Luftlöchern.
  2. Tragen Sie Einweghandschuhe.
  3. Fangen Sie den Vogel behutsam und setzen Sie ihn in den Karton.
  4. Halten Sie ihn dunkel, ruhig und warm, fern von Haustieren und Kindern.
  5. Geben Sie weder Futter noch Wasser noch Medikamente.
  6. Waschen Sie sich danach gründlich die Hände.

5. Tote Vögel melden, wenn eine Krankheit vermutet wird

Finden Sie mehrere tote Vögel oder vermuten Sie eine Seuche wie die Vogelgrippe, wenden Sie sich an das Veterinäramt Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt. Tote Amseln und auffällige Meisensterben können Sie zusätzlich über die Meldeaktionen des NABU melden. Sammeln Sie einen Vogel nur ein, wenn die Behörde Sie darum bittet. Falls ja:

  • Tragen Sie Einweghandschuhe.
  • Verpacken Sie den Vogel doppelt in Plastikbeutel.
  • Notieren Sie Namen und Kontaktdaten, Datum, Fundort, Art und Umstände.
  • Frieren Sie ihn ein, wenn Sie ihn nicht sofort abgeben können und die Behörde es so wünscht.

Finden Sie einen einzelnen toten Vogel unter einem Fenster, ist ein Anprall wahrscheinlicher als eine Krankheit. Mehr dazu in unserem Ratgeber Vogelschlag an Fenstern verhindern.

6. Futterstellen wieder aufhängen und beobachten

Nach etwa zwei Wochen hängen Sie saubere Futterstellen mit frischem, trockenem Futter wieder auf. Achten Sie auf erneute Krankheitszeichen. Tauchen wieder kranke Vögel auf, wiederholen Sie Pause und Reinigung und steigen Sie von Futterschalen auf Futtersäulen oder Futterhäuser mit Silo um.

Welche Futterstellen verbreiten Krankheiten am stärksten?

Jede Futterstelle kann Krankheiten verbreiten, wenn sie schmutzig ist, aber die Bauweise macht einen Unterschied.

  • Futterschalen und Plattformen. Vögel stehen im Futter und koten hinein. Bei Krankheiten wie der Salmonellose sollten Sie sie abbauen. Wenn Sie eine behalten, wählen Sie ein Modell mit Gitter- oder Ablaufboden und reinigen Sie es oft.
  • Bodenfütterung. Verstreute Körner vermischen sich mit Kot und feuchter Erde und lassen sich nicht desinfizieren. Stellen Sie sie bei einem Ausbruch ganz ein.
  • Futtersäulen. Öffnungen und Sitzstangen sind gemeinsam genutzte Flächen, die Vögel mit Gesicht und Augen berühren. Nasses Futter kann sich zudem am Boden der Säule festsetzen und schimmeln.
  • Klassische Vogelhäuschen. Ohne Silo liegt das Futter offen im Kot, deshalb gelten Futtersilos, aus denen immer nur wenig Futter nachrutscht, als hygienischer. Reinigen Sie die Auffangfläche regelmäßig.
  • Fettfutterhalter. Fettfutter kann bei Wärme ranzig werden. Tauschen Sie es aus, wenn es muffig riecht oder weich und verfärbt aussieht, und schrubben Sie den Halter.
  • Vogeltränken. Gemeinsames Wasser kann Parasiten wie den Erreger der Trichomonadose übertragen, und stehendes Wasser fördert Mücken.

Die besten Futterstellen für die Vogelgesundheit sind solche, die sich leicht zerlegen und schrubben lassen. Achten Sie beim Neukauf auf Säulen, die sich komplett öffnen lassen, abnehmbare Böden und keine versteckten Fugen, in denen sich nasses Futter halten kann.

Wann kann ich wieder füttern?

Nach etwa zwei Wochen Pause und Reinigung können Sie die Futterstellen wieder aufhängen, wenn Sie im Garten keine kranken Vögel mehr sehen. Beginnen Sie mit ein oder zwei sauberen Futterstellen statt mit allen, hängen Sie sie mit Abstand zueinander auf und füllen Sie frisches, trockenes Futter ein. Kontrollieren Sie ein bis zwei Wochen lang täglich. Sehen Sie erneut einen Vogel mit verklebtem Schnabel, Wucherungen oder Teilnahmslosigkeit, bauen Sie die Futterstellen wieder ab und reinigen Sie erneut. Wiederholte Ausbrüche an derselben Stelle sind ein Signal, häufiger zu reinigen, weniger über Schalen und Boden zu füttern und die Futterstellen weiter auseinander zu hängen.

So beugen Sie Krankheiten an der Futterstelle vor

Vorbeugen ist einfacher, als einen Ausbruch zu bewältigen.

GewohnheitWarum sie hilft
Körner- und Fettfutterstellen alle ein bis zwei Wochen reinigenEmpfohlenes Intervall, bei Nässe oder starkem Betrieb öfter
Schalen und Kot unter den Futterstellen entfernenBeseitigt eine Hauptquelle für Salmonellen und Schimmel
Futter trocken und frisch haltenVerhindert Schimmel, der mit Aspergillose in Verbindung steht
Futterstellen verteilenVerringert das Gedränge an einer einzelnen Stelle
Schalen- und Bodenfütterung begrenzenVögel stehen im Futter, was über Kot übertragene Krankheiten fördert
Wasser in der Tränke täglich oder alle zwei Tage wechselnVerhindert Mückenbrut und Parasiten im Wasser
Leicht zerlegbare Futterstellen nutzenWas sich nicht reinigen lässt, wird auch nicht gereinigt

Gedränge spielt eine große Rolle. Eine einzige überlastete Futterstelle, an der sich Dutzende Finken um die Öffnungen drängen, verbreitet Krankheiten stärker als mehrere Futterstellen, die über den Garten verteilt sind. Tipps zur Platzierung finden Sie in Wo das Vogelfutterhaus hinhängen?

So schützen Sie sich und Ihre Haustiere

Die meisten Vogelkrankheiten sind bei einfacher Hygiene für Menschen kaum ein Risiko, einige Vorsichtsmaßnahmen sind aber sinnvoll:

  • Tragen Sie Handschuhe beim Reinigen von Futterstellen, Tränken und dem Boden darunter.
  • Waschen Sie sich danach gründlich mit Wasser und Seife die Hände.
  • Reinigen Sie Futterhäuser draußen oder in einem Ausgussbecken, nicht dort, wo Sie Essen zubereiten.
  • Halten Sie Kinder und Haustiere von kranken oder toten Vögeln fern.
  • Behalten Sie Katzen im Blick. Kranke Vögel sind leichte Beute, und Katzen können sich an ihnen anstecken.

Häufige Fehler

  1. Futterstellen hängen lassen, „weil die Vögel doch Futter brauchen“. Während eines Ausbruchs verbreiten Futterstellen Krankheiten schneller, als sie helfen.
  2. Medikamente ins Wasser oder Futter mischen. Das lässt sich nicht richtig dosieren und kann gesunden Vögeln schaden. Überlassen Sie die Behandlung Fachleuten.
  3. Futterhäuser reinigen, den Boden aber nicht. Körner und Kot darunter verbreiten weiter Erreger.
  4. Die Vogeltränke vergessen. Wasser überträgt Trichomonadose und andere Erreger.
  5. Einen kranken Vogel ohne vorherigen Anruf ins Haus holen. Holen Sie sich Rat, bevor Sie einen Vogel einfangen.
  6. Tote Vögel mit bloßen Händen anfassen. Immer Handschuhe tragen und Häufungen melden.
  7. Zu früh wieder füttern. Geben Sie den Vögeln etwa zwei Wochen, um sich zu verteilen.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen kranken Vogel am Futterhaus?

Kranke Vögel sitzen oft aufgeplustert und teilnahmslos da, bleiben sitzen, wenn andere Vögel auffliegen, und lassen Menschen nah herankommen. Typische Zeichen sind verklebtes, feuchtes Gefieder am Schnabel und Schluckbeschwerden (Trichomonadose), warzenartige Wucherungen an Kopf oder Füßen (Vogelpocken) und gerötete, geschwollene Augen. Jedes dieser Zeichen ist ein Grund, die Futterstellen abzubauen.

Wie lange sollte ich die Futterstellen abbauen, wenn ich einen kranken Vogel sehe?

Project FeederWatch empfiehlt, die Futterstellen, die ein kranker Vogel nutzt, für ein paar Wochen zu entfernen, und das Cornell Lab rät, bei mehreren kranken Vögeln alle Futterstellen mindestens eine Woche abzubauen. Zwei Wochen decken beide Empfehlungen ab. Reinigen und desinfizieren Sie alles, bevor Sie wieder füttern, und achten Sie danach auf erneute Anzeichen.

Kann ich mich bei Vögeln am Futterhaus anstecken?

Einige Vogelkrankheiten können auf Menschen übergehen, vor allem Salmonellen, die über Kot verbreitet werden. Mit einfacher Hygiene ist das Risiko gering. Tragen Sie beim Reinigen von Futterstellen und Tränken Handschuhe, waschen Sie danach gründlich die Hände, reinigen Sie Futterhäuser draußen statt in der Küchenspüle und halten Sie Kinder und Haustiere von kranken oder toten Vögeln fern.

Sollte ich einen kranken Wildvogel selbst behandeln?

Nein. Medikamente ins Trinkwasser oder Futter zu mischen, lässt sich nicht richtig dosieren und kann gesunden Vögeln schaden. Wildvogelstationen und vogelkundige Tierärzte können kranke Vögel untersuchen und behandeln. Rufen Sie vorher an, bevor Sie einen Vogel einfangen, denn nicht jede Station kann ansteckende Vögel isolieren, und man sagt Ihnen dort, was zu tun ist.

Wo melde ich tote Vögel?

Finden Sie mehrere tote Vögel oder vermuten Sie Vogelgrippe, informieren Sie das Veterinäramt Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt. Tote Amseln im Spätsommer und auffällige Meisensterben nimmt der NABU in Online-Meldeaktionen auf. Fassen Sie tote Vögel nie mit bloßen Händen an und sammeln Sie sie nur ein, wenn die Behörde Sie ausdrücklich darum bittet.