Stare und Tauben vom Futterhaus fernhalten: Was wirklich hilft
Stare vom Futterhaus fernhalten, Tauben gleich mit: Saflor, Nigersaat oder Erdnüsse in der Schale, Futtersäulen mit Schutzkorb und kein Futter mehr am Boden.

In diesem Artikel
- Kurz beantwortet: Was hält Stare und Tauben fern?
- Warum Stare und Tauben Futterstellen übernehmen
- Wie unterscheiden sich Star, Amsel und Dohle?
- Schritt 1: Das Futter ändern
- Schritt 2: Die Futterstelle ändern
- Schritt 3: Schalen- und Bodenfütterung beenden
- Schritt 4: Eine kurze Fütterungspause einlegen
- Schritt 5: Nistkästen richtig wählen
- Darf man Stare und Tauben vertreiben?
- Was nicht funktioniert
- Wann mit Schwärmen zu rechnen ist
- Eine starenfeste Futterstation von Anfang bis Ende
- Häufige Fehler
- Quellen
- Häufige Fragen
Stare vom Futterhaus fernhalten, dazu Tauben und andere große Vögel: Am schnellsten gelingt das, wenn Sie ändern, was Sie füttern und wie Sie es anbieten. Setzen Sie auf Saflor, Nigersaat und Erdnüsse in der Schale, nutzen Sie Futtersäulen mit Schutzkorb oder kurzen Sitzstangen und gewichtsgesteuerte Futterhäuser, bieten Sie Fettfutter nur in Haltern an, die von unten angeflogen werden, und streuen Sie kein Futter mehr auf Schalen und Boden. Hat sich ein Schwarm eingewöhnt, hilft zusätzlich eine Futterpause von 1 bis 2 Wochen.
Einen einzelnen Trick, der einen Schwarm stoppt, gibt es nicht. Stare, Tauben und Rabenvögel sind klug, forsch und hungrig, und sie geben erst auf, wenn sich eine Futterstelle nicht mehr lohnt. Die folgenden Schritte machen Ihre Futterstelle für sie unattraktiv, während Meisen, Finken, Kleiber und Spechte weiter versorgt werden.
Wichtig vorweg: Der Star ist bei uns ein heimischer, geschützter Vogel, dessen Bestände zurückgegangen sind. Viele Gartenbesitzer hängen ihm sogar gezielt einen Nistkasten auf. Es geht in diesem Ratgeber nicht darum, Stare zu bekämpfen, sondern darum, dass ein Schwarm nicht in zehn Minuten das Futter einer ganzen Woche leert.
Kurz beantwortet: Was hält Stare und Tauben fern?
| Maßnahme | Wirkung auf Stare | Wirkung auf Tauben und Rabenvögel | Vögel, die Sie behalten |
|---|---|---|---|
| Saflor statt Mischfutter | Mäßig | Gering bei Tauben, mäßig bei Rabenvögeln | Meisen, Kleiber, Grünfink |
| Nigersaat in einer Finkensäule | Stark | Stark | Stieglitz, Erlenzeisig, Birkenzeisig |
| Ganze Erdnüsse in der Schale | Stark (weiche Schnäbel) | Gering bei Krähen und Eichelhäher | Meisen, Kleiber, Spechte |
| Futtersäule mit Schutzkorb | Stark | Stark | Meisen, Finken, Kleiber, Sperlinge |
| Gewichtsgesteuertes Futterhaus | Stark, wenn richtig eingestellt | Stark, wenn richtig eingestellt | Die meisten kleinen Singvögel |
| Fettfutterhalter, nur von unten zugänglich | Stark | Stark | Spechte, Kleiber, Meisen |
| Keine Schalen- und Bodenfütterung | Stark | Stark | Sie verlieren einige Amseln, Rotkehlchen und Heckenbraunellen |
| Kurze Sitzstangen an Futtersäulen | Mäßig | Mäßig | Kleine Singvögel, die sich festklammern |
Warum Stare und Tauben Futterstellen übernehmen
Stare
Der Star ist ein kompakter, kurzschwänziger Vogel mit langem, spitzem Schnabel. Im Winter ist sein Gefieder dicht mit weißen Punkten übersät, im Frühjahr glänzt es schwarz mit grünem und violettem Schimmer, und der Schnabel wird gelb. Stare sind in ganz Europa heimisch. In Nordamerika dagegen wurden sie im 19. Jahrhundert ausgesetzt und gelten dort als eingeschleppte Art, weshalb viele amerikanische Ratgeber sehr viel härter mit ihnen umgehen.
Stare ziehen in großen, lauten Trupps umher, fallen über Rasenflächen und Futterstellen her und können einen Fettfutterhalter in wenigen Minuten leeren. Besonders gern fressen sie Fettfutter, Meisenknödel, Haferflocken, Rosinen, Obst und weiches Futter. Im Frühsommer bringen die Altvögel ihre bräunlichen Jungvögel mit, und dann ist an Fettfutterstellen oft stundenlang Betrieb.
Trotz der großen Schwärme im Spätsommer ist der Star kein Allerweltsvogel mehr. Durch den Verlust von Weiden, Wiesen und alten Bäumen mit Bruthöhlen sind seine Bestände in Deutschland zurückgegangen, und der NABU wählte ihn 2018 zum Vogel des Jahres, um darauf aufmerksam zu machen. Das ist der Hintergrund für alles Weitere: Ziel ist eine faire Verteilung des Futters, kein Kleinkrieg gegen einen heimischen Vogel.

Tauben
An Futterstellen tauchen vor allem Ringeltauben, Türkentauben und in Städten Stadttauben auf. Tauben fressen am liebsten am Boden oder auf flachen Schalen, verschlucken Körner in großen Mengen und bleiben, solange etwas liegt. Eine einzige Ringeltaube kann eine Futterschale in kurzer Zeit leeren.
Dohlen, Krähen und Elstern
Rabenvögel wie Dohle, Rabenkrähe und Elster sind intelligent und lernen schnell, wo es regelmäßig Futter gibt. Sie nehmen gern Fettfutter, Brot, Küchenreste und alles, was offen liegt. Auch sie sind heimisch und geschützt. Mit denselben Mitteln wie bei Staren halten Sie sie von den Futterstellen der Kleinvögel fern.
Was diese Vögel gemeinsam haben
- Großer Körper. Schwerere Vögel lösen gewichtsgesteuerte Futterhäuser aus und passen nicht durch Schutzkörbe, deren Maschen für kleine Vögel bemessen sind.
- Boden und Schalen. Sie fressen am liebsten im Stehen auf einer ebenen Fläche, weshalb Futterschalen und verstreute Körner sie anziehen.
- Schwarmverhalten. Sie kommen in Gruppen, deshalb ist eine Futterstelle, die für einen Vogel reicht, schnell überlastet.
- Futtervorlieben. Stare haben weichere Schnäbel als Körnerspezialisten, weshalb ihnen laut Cornell Lab Erdnüsse in der Schale schwerfallen. Harte, dickschalige Saaten wie Saflor sind für Stare wenig attraktiv.
Wie unterscheiden sich Star, Amsel und Dohle?
Zu wissen, welcher Vogel da ist, hilft bei der Wahl der richtigen Maßnahme, denn die Arten reagieren auf unterschiedliche Änderungen.
- Star. Gedrungen, mit kurzem, geradem Schwanz und im Flug dreieckigen Flügeln. Der Schnabel ist lang und spitz, im Frühjahr gelb, im Winter dunkel. Im Winterkleid dicht weiß gepunktet. Am Boden läuft er zügig und stochert im Rasen. Stare sind die Vögel, die am meisten vom Fettfutter angezogen werden.
- Amsel. Das Männchen ist ebenfalls schwarz, hat aber einen deutlich längeren Schwanz, einen gelben Schnabel mit gelbem Augenring und hüpft statt zu laufen. Amseln kommen einzeln oder paarweise, nicht in Schwärmen, und sind an der Futterstelle willkommen.
- Dohle. Deutlich größer als ein Star, grauer Nacken und auffällig helle Augen. Dohlen treten oft in Gruppen auf und nehmen gern Fettfutter und Brot.
- Ringeltaube. Groß, grau, mit weißem Halsfleck und weißen Flügelbinden im Flug. Frisst am Boden und auf Schalen.
Sind es vor allem Stare, konzentrieren Sie sich auf Fettfutterhalter und weiches Futter. Sind es vor allem Tauben, konzentrieren Sie sich auf das Ende der Boden- und Schalenfütterung. Unser Ratgeber Vögel bestimmen anhand von 5 Merkmalen erklärt, mit welchen Hinweisen zu Gestalt und Verhalten Sie ähnliche Arten schnell auseinanderhalten.
Schritt 1: Das Futter ändern
Das Futter ist Ihr stärkster Hebel, weil es den Ertrag jedes einzelnen Besuchs verändert.
Futter, das Stare und Tauben lieben (davon weniger)
- Weizen, Mais und Hirse, typische Füllstoffe in billigen Mischungen.
- Brot, Zwieback und Küchenreste, die ohnehin für keinen Vogel gutes Futter sind. Siehe unseren Ratgeber Was Vögel nicht fressen dürfen.
- Fettfutter in offenen Haltern und Meisenknödel, die Stare schnell leeren.
- Haferflocken und Rosinen, die Stare, Amseln und Dohlen gleichermaßen anlocken.
- Mischfutter auf Schalen oder dem Boden.
- Geschälte Sonnenblumenkerne, die jeder Vogel mühelos fressen kann.
Futter, mit dem sie sich schwertun (davon mehr)
- Saflor. Das Cornell Lab weist darauf hin, dass die dicke, harte Schale des Saflors für die großen amerikanischen Schwarmvögel, Stärlinge und Grackeln, schwer zu öffnen ist, und viele Vogelfreunde beobachten, dass auch Stare ihn wenig begehren. Tauben fressen ihn allerdings. Meisen, Kleiber und Grünfinken nehmen ihn gern. Unser Ratgeber zu Saflor erklärt, welche Vögel ihn nehmen und wie Sie umstellen.
- Gestreifte Sonnenblumenkerne. Ebenfalls dickschalig und laut Cornell Lab für Stärlinge schwerer zu knacken als schwarze Sonnenblumenkerne.
- Nigersaat. An Futtersäulen können Stare kaum damit umgehen, und sie bevorzugen Sonnenblumenkerne. Stieglitze und Erlenzeisige lieben sie.
- Erdnüsse in der Schale. Mit ihren weicheren Schnäbeln bekommen Stare ganze Erdnüsse nur schwer auf. Meisen und Kleiber kommen gut damit zurecht, Eichelhäher allerdings auch, und die tragen sie gern in großen Mengen fort.

Die Frage nach den schwarzen Sonnenblumenkernen
Schwarze Sonnenblumenkerne sind das beste Allroundfutter für Vielfalt, weshalb wir sie in unserem Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen als Einstiegsfutter empfehlen. Große Vögel fressen sie aber ebenfalls, vor allem wenn sie auf einer Schale liegen. Wenn ein Schwarm gerade besonders aufdringlich ist, bringt es oft mehr als jede andere Änderung, eine Futterstelle für ein paar Wochen komplett auf Saflor umzustellen. Danach können Sie wieder zurückwechseln.
Schritt 2: Die Futterstelle ändern
Futtersäulen mit Schutzkorb
Bei einer Futtersäule mit Schutzkorb umschließt ein Drahtgitter die Säule oder das Futterhaus. Kleine Vögel wie Meisen, Finken, Sperlinge und Kleiber schlüpfen durch die Maschen, Stare, Tauben und Dohlen nicht. Das Cornell Lab empfiehlt solche Körbe als eine Möglichkeit, große Vögel auszuschließen.
Zwei Dinge sollten Sie prüfen:
- Maschenweite. Sie muss kleine Vögel durchlassen und Stare aufhalten. Achten Sie auf Herstellerangaben dazu, welche Vögel durch die Maschen passen.
- Abstand zwischen Korb und Futter. Ein großer Vogel, der sich außen am Korb festklammert, darf die Futteröffnungen mit dem Schnabel nicht erreichen.
Körbe halten auch Eichhörnchen und Tauben ab. Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, hängt davon ab, wen Sie füttern möchten. Unsere Übersicht der eichhörnchensicheren Vogelfutterhäuser enthält Modelle mit Korb und mit Gewichtssteuerung, von denen viele auch große Vögel ausbremsen.
Gewichtsgesteuerte Futterhäuser
Diese Futterhäuser schließen die Futteröffnungen, sobald etwas Schweres auf der Sitzstange landet. Das Cornell Lab und Project FeederWatch nennen beide Futterhäuser, die sich unter dem Gewicht eines großen Vogels schließen. Bei manchen Modellen lässt sich das Auslösegewicht einstellen, sodass sie für Stare und Tauben schließen, Kleiber und Grünfinken aber fressen lassen.
Was Sie wissen sollten:
- Mehrere kleine Vögel, die gleichzeitig landen, können bei manchen Modellen zusammen so viel wiegen wie ein großer Vogel.
- Manche Stare lernen, im Rüttelflug oder an die Säule geklammert zu fressen. Das ist für sie mühsamer, kommt aber vor.
- Die Einstellungen unterscheiden sich je nach Modell. Lesen Sie die Anleitung, bevor Sie annehmen, dass das Gerät auf Vögel und nicht auf Eichhörnchen eingestellt ist.
Futtersäulen mit kurzen Sitzstangen
Project FeederWatch empfiehlt Futtersäulen mit kurzen Sitzstangen, um große Vögel fernzuhalten. Stare und Tauben brauchen einen festen Stand. Meisen und Zeisige klammern sich problemlos an einen kurzen Stummel. Manche Vogelfreunde kürzen lange Sitzstangen oder entfernen jede zweite. Achten Sie dabei darauf, dass die Säule stabil bleibt und die verbliebenen Stangen noch zu den Öffnungen passen.
Fettfutterhalter, die nur von unten zugänglich sind
Das ist die wirksamste einzelne Änderung beim Fettfutter. Project FeederWatch empfiehlt starensichere Fettfutterhalter, an die Vögel nur von unten herankommen. Spechte, Kleiber und Meisen hängen mühelos kopfüber. Stare schaffen das nur ungeschickt und für kurze Zeit.
Manche dieser Halter haben ein Dach oder eine verlängerte Stützfläche für den Spechtschwanz. Mehr zu den Bauformen finden Sie in unserer Übersicht der besten Halter für Fettfutter und Meisenknödel.
Schritt 3: Schalen- und Bodenfütterung beenden
Die Empfehlung von Project FeederWatch zu großen Vögeln ist eindeutig: Verzichten Sie auf Futterplattformen und Bodenfütterung. Diese Futterstellen sind ideal für Stare und Tauben, die im Stehen fressen.
So gehen Sie vor:
- Bauen Sie Futterschalen und Plattformen ab, solange ein Schwarm aktiv ist. Ist er hartnäckig, räumen Sie sie für die ganze Saison weg.
- Streuen Sie keine Körner mehr auf den Boden.
- Beseitigen Sie verstreutes Futter unter hängenden Futterstellen. Schalen und heruntergefallene Körner halten Schwärme am Boden.
- Überlegen Sie eine Auffangschale unter hängenden Futterstellen, aber nur, wenn große Vögel sich nicht daraufsetzen können.
- Nutzen Sie eine Mischung ohne Schalen und ohne Weizen- oder Maisfüllstoffe, die kaum Reste hinterlässt, in denen ein Schwarm stöbern könnte.
Damit verlieren Sie einige beliebte Bodenfresser wie Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle. Wenn Sie diese weiter füttern möchten, ist eine Bodenfutterstelle unter einem niedrigen Drahtkorb mit kleinen Maschen ein Kompromiss, der allerdings mehr Pflege braucht. Rotkehlchen und Amseln können Sie außerdem mit ein paar Mehlwürmern oder einem Apfel direkt unter dichten Sträuchern versorgen, wo Tauben kaum hinkommen.

Schritt 4: Eine kurze Fütterungspause einlegen
Hat sich ein großer Schwarm an einen täglichen Ablauf gewöhnt, bricht eine Pause die Gewohnheit. Bauen Sie die Futterstellen für ein bis zwei Wochen ab. Die Schwärme weichen auf andere Nahrung aus, und Ihre kleinen Stammgäste kehren meist schnell zurück, wenn die Futterstellen wieder hängen. Es ist dasselbe Prinzip, das das Cornell Lab bei Sperbern am Futterhaus empfiehlt, und es geht oft schneller, als einen Schwarm auszusitzen.
Eine Pause wirkt am besten, wenn Sie sie nutzen, um gleichzeitig Futter und Futterstellen umzustellen. Hängen Sie danach alles unverändert wieder auf, kommt der Schwarm zurück.
Schritt 5: Nistkästen richtig wählen
Stare brüten in Höhlen und nehmen Nistkästen mit passendem Einflugloch gern an. Das ist gut so, denn Bruthöhlen sind für den Star ein Engpass. Die Größe des Fluglochs entscheidet, welche Art einzieht.
- Für Meisen: Ein Einflugloch von 26 bis 28 mm für Blaumeisen oder etwa 32 mm für Kohlmeisen ist für Stare zu klein.
- Für Stare: Ein Starenkasten hat ein Flugloch von etwa 45 mm. Wenn Sie Staren helfen möchten, hängen Sie ihn gezielt auf, am besten etwas abseits der Futterstelle.
- Keine Sitzstangen unter dem Flugloch. Höhlenbrüter brauchen sie nicht, sie helfen nur Nesträubern.
- Kästen regelmäßig reinigen, am besten im Herbst nach der Brutzeit.
Stare übernehmen also nicht die Meisenkästen, solange die Fluglöcher richtig bemessen sind. Ein eigener Starenkasten ist eher ein Gewinn für den Garten als ein Problem.
Darf man Stare und Tauben vertreiben?
Die Antwort ist klar, und sie unterscheidet sich von den oft zitierten amerikanischen Regeln.
Stare sind in Europa heimisch und wie alle europäischen Vogelarten durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. In Deutschland verbietet das Bundesnaturschutzgesetz, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Nester zu zerstören. Österreich und die Schweiz haben vergleichbare Schutzbestimmungen.
Ringeltauben, Türkentauben, Dohlen, Rabenkrähen und Elstern sind ebenfalls heimisch und geschützt, auch wenn für einige Arten in manchen Bundesländern jagdrechtliche Sonderregeln gelten, die im Garten keine Rolle spielen. Stadttauben stammen von Haustauben ab und werden rechtlich anders behandelt, fallen aber unter das Tierschutzgesetz. Viele Städte haben zudem ein Fütterungsverbot für Stadttauben erlassen, was ein weiterer Grund ist, keine Körner auf den Boden zu streuen.
Für die Futterstelle im Garten ist die richtige Methode bei all diesen Vögeln das Ausschließen, nicht das Vertreiben mit Gewalt. Änderungen an Futter und Futterstelle lösen das Problem ohne Fallen, Gift oder Genehmigungen.
Was nicht funktioniert
Scharfes Chili im Futter oder Fettfutter
Vögel reagieren im Allgemeinen nicht auf Capsaicin, den Stoff, der Chili scharf macht. Chili-Produkte schrecken Stare und Tauben deshalb nicht ab. Solches Futter wird vor allem gegen Eichhörnchen verkauft, die als Säugetiere die Schärfe spüren.
Lärm, Glitzerbänder und Attrappen
Reflektierende Bänder, Windräder und Greifvogel-Attrappen lösen vielleicht eine kurze Reaktion aus, aber Schwarmvögel gewöhnen sich schnell daran, wenn das Futter gut ist. Das Cornell Lab erwähnt zwar schwebende, glänzende Folienballons als Abschreckung für Stare an Brutplätzen, wo die unberechenbare Bewegung sie vertreiben kann. Das ist aber ein Mittel für Gebäude und Brutplätze, keine Lösung für die Futterstelle.

Gift, Leimfallen und klebrige Mittel
Verwenden Sie niemals Gift, Leim oder klebrige Vergrämungsmittel an oder in der Nähe von Futterstellen. Sie töten oder verletzen heimische Vögel und andere Tiere und sind verboten.
Wann mit Schwärmen zu rechnen ist
| Jahreszeit | Was meist passiert |
|---|---|
| Februar bis März | Stare kehren aus dem Winterquartier zurück und besetzen Bruthöhlen |
| Mai bis Juni | Altstare bringen ihre Jungvögel an Futterstellen, Familientrupps plündern Fettfutter |
| Juli bis Oktober | Große Schwärme aus Jung- und Altvögeln streifen umher, gemeinsame Schlafplätze bilden sich |
| November bis Januar | Viele Stare sind nach Südwesten abgezogen, in milden Regionen überwintern zunehmend welche, Dohlen, Krähen und Tauben bleiben ganzjährig |
Die meisten Staren-Probleme am Futterhaus sind also zeitlich begrenzt. Tauben und Rabenvögel sind dagegen das ganze Jahr da und das beständigere Thema. Taucht ein Starenschwarm für ein paar Wochen im Frühsommer auf, reicht oft eine vorübergehende Umstellung des Futters.
Eine starenfeste Futterstation von Anfang bis Ende
So sieht eine praxistaugliche Anordnung aus, die die meisten Stare und Tauben ausbremst und trotzdem viele Singvögel versorgt:
- Eine Futtersäule mit Schutzkorb oder ein Futtersilo mit Korb, gefüllt mit schwarzen Sonnenblumenkernen oder einer Mischung aus Sonnenblumenkernen und Saflor.
- Eine Futtersäule mit kurzen Sitzstangen, gefüllt mit reinem Saflor.
- Eine Finkensäule mit Nigersaat.
- Ein Fettfutterhalter, der nur von unten zugänglich ist, für Spechte, Kleiber und Meisen.
- Ein Erdnussspender mit ganzen Erdnüssen in der Schale oder, für Meisen und Kleiber, ein Drahtgitterspender mit Erdnusskernen.
- Keine Schalen- und Bodenfütterung, bis die Schwärme weitergezogen sind.
- Sauberer Boden unter allen Futterstellen, wöchentlich geharkt.
Halten Sie die Futterstellen auch sauber. Große Schwärme hinterlassen viel Kot, was das Krankheitsrisiko erhöht. Unser Ratgeber zum Reinigen von Futterhäusern erklärt die Routine.
Häufige Fehler
- Billiges Mischfutter voller Weizen, Mais und Hirse. Genau das wollen Stare und Tauben. Die kleinen Vögel picken die Sonnenblumenkerne heraus und werfen den Rest auf den Boden, wo der Schwarm ihn frisst.
- Die Futterschale „für die Amseln“ stehen lassen. Eine offene Schale ist eine Einladung an jeden großen Vogel der Nachbarschaft.
- Offene Fettfutterhalter im Frühsommer. Starenfamilien leeren einen Fettblock sehr schnell. Wechseln Sie zu einem Halter, der nur von unten zugänglich ist.
- Verstreutes Futter liegen lassen. Selbst mit perfekten Futterstellen halten heruntergefallene Körner Schwärme darunter fest.
- Sofortige Ergebnisse erwarten. Schwärme brauchen Tage, bis sie eine Futterquelle aufgeben. Geben Sie Änderungen mindestens ein bis zwei Wochen.
- Falsche Fluglöcher. Ein Meisenkasten mit zu großem Einflugloch lädt Stare ein.
Quellen
Häufige Fragen
Welches Vogelfutter mögen Stare nicht?
Das Cornell Lab nennt Saflor und gestreifte Sonnenblumenkerne als schwer zu knacken für große Schwarmvögel, weil ihre Schalen dick und hart sind. Stare haben vergleichsweise weiche Schnäbel, deshalb sind ganze Erdnüsse in der Schale für sie mühsam. Auch Nigersaat in einer Futtersäule passt schlecht zu Staren. Sie bevorzugen leichtes Futter wie Fettfutter, Haferflocken, Rosinen, Weizen und Küchenreste.
Sind Stare geschützt?
Ja. Der Star ist in Europa heimisch und wie alle europäischen Vogelarten durch die EU-Vogelschutzrichtlinie und in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Seine Bestände sind zurückgegangen, und der NABU kürte ihn 2018 zum Vogel des Jahres. Am Futterhaus geht es deshalb nur darum, seinen Anteil am Futter zu begrenzen, nicht darum, ihm zu schaden.
Was ist ein starensicherer Fettfutterhalter?
Ein Fettfutterhalter, an den Vögel nur von unten herankommen, oft als Überkopf-Halter bezeichnet. Project FeederWatch empfiehlt diese Bauform. Spechte, Kleiber und Meisen hängen mühelos kopfüber und fressen so, während Stare sich in dieser Haltung schwertun und deutlich weniger Fettfutter erbeuten.
Verschwinden die Stare irgendwann von allein?
Oft ja. Viele Stare in Deutschland ziehen im Herbst nach Westeuropa und in den Mittelmeerraum und kehren ab Februar zurück. Am Futterhaus fallen vor allem Familientrupps im Frühsommer und Schwärme im Spätsommer auf, die nach einigen Wochen weiterziehen. In milden Regionen überwintern aber zunehmend Stare. Wer die Futterstelle in solchen Phasen unattraktiv macht, verkürzt den Besuch.
Halten gewichtsgesteuerte Futterhäuser Stare und Tauben ab?
Viele können das. Gewichtsgesteuerte Futterhäuser schließen ihre Öffnungen, wenn ein schweres Tier auf der Sitzstange landet, und bei manchen Modellen lässt sich das Auslösegewicht einstellen. Project FeederWatch nennt solche Futterhäuser als eine Möglichkeit, große Vögel auszuschließen. Wie gut es klappt, hängt von der Einstellung ab und davon, ob mehrere kleine Vögel gleichzeitig landen.