Kann man vom Vogelfutterhaus krank werden? Risiken und Hygiene

Kann man vom Vogelfutterhaus krank werden? Ja, aber selten. Salmonellen sind das Hauptrisiko, simple Hygiene verhindert es. Keime, Kot und Vogelgrippe erklärt.

Hände in Gummihandschuhen schrubben im Freien einen leeren Röhrenfutterspender mit einer Bürste über einem Eimer (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: Welche Risiken gibt es?
  2. Wie können Futterhäuser Menschen krank machen?
  3. Salmonellen: das Hauptrisiko am Futterhaus
  4. Welche anderen Krankheiten kann man sich an Futterstellen holen?
  5. Kann man sich am Futterhaus mit Vogelgrippe anstecken?
  6. Können Vogeltränken und Nistkästen krank machen?
  7. Wie verbreiten sich Krankheiten zwischen Vögeln an Futterstellen?
  8. Was tun, wenn man nach dem Umgang mit einem Futterhaus krank wird?
  9. Wer ist besonders gefährdet?
  10. Wie füttert man Vögel sicher?
  11. Was tun, wenn Sie kranke Vögel an der Futterstelle sehen?
  12. Häufige Fehler
  13. Mythen und Fakten
  14. Kurze Fakten
  15. Quellen
  16. Häufige Fragen

Ja, man kann vom Vogelfutterhaus krank werden, aber das kommt selten vor, und einfache Hygiene verhindert fast das gesamte Risiko. Die Hauptsorge sind Salmonellen, Bakterien, die Wildvögel mit dem Kot auf Futterhäuser, Schalen und den Boden abgeben können. Menschen stecken sich meist an, wenn sie ein verunreinigtes Futterhaus anfassen und dann ohne Händewaschen an Mund oder Lebensmittel greifen. Besonders gefährdet sind Kinder unter 5 Jahren und Erwachsene über 65.

Für gesunde Erwachsene, die Handschuhe tragen oder sich nach dem Befüllen die Hände waschen, ist das Risiko sehr klein. Ernster nehmen sollten Sie es, wenn kleine Kinder, ältere Menschen, Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem im Haushalt leben. Und es ist auch für die Vögel wichtig, denn dieselben Keime übertragen Krankheiten zwischen ihnen.

Kurz beantwortet: Welche Risiken gibt es?

  • Hauptrisiko: Salmonellen aus Vogelkot an Futterhäusern, Vogeltränken und verschüttetem Futter.
  • Seltenere Risiken: Psittakose (von bestimmten Vögeln, vor allem Ziervögeln und Tauben) und Pilzinfektionen durch lange angesammelte Kotmengen.
  • Vogelgrippe: Nach Einschätzung der Behörden ein sehr geringes Risiko an Singvogel-Futterstellen.
  • Besonders gefährdet: Kinder unter 5 Jahren, Erwachsene über 65, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Vorbeugung: Handschuhe, Reinigung im Freien, regelmäßiges Säubern der Futterhäuser und Händewaschen mit Seife und Wasser.

Wie können Futterhäuser Menschen krank machen?

Futterstellen versammeln viele Vögel an einem Ort, oft Tag für Tag. Die Vögel sitzen, fressen und koten auf engem Raum. Das ist gut zum Beobachten und schlecht für die Hygiene. Alles, was mit dem Kot ausgeschieden wird, kann sich auf Sitzstangen, Futteröffnungen, Schalen und dem Boden darunter ansammeln.

Menschen kommen auf einige vorhersehbare Wege damit in Kontakt:

  1. Von der Hand in den Mund. Futterhaus befüllen oder reinigen und danach essen, rauchen oder ins Gesicht fassen, ohne vorher die Hände zu waschen.
  2. Verschleppung ins Haus. Futterhäuser in der Küchenspüle reinigen oder auf Arbeitsflächen abstellen.
  3. Kinder und Haustiere. Kinder spielen unter der Futterstelle, oder Hunde und Katzen fressen verschüttetes Futter und Kot und lecken danach Hände und Gesichter ab.
  4. Staub. Beim Fegen oder Wegblasen von getrocknetem Kot können Partikel aufgewirbelt werden, was bei manchen Pilz- und Bakterieninfektionen eine Rolle spielt.

Salmonellen: das Hauptrisiko am Futterhaus

Salmonellen leben im Darm vieler Tiere, auch mancher Wildvögel. Bestimmte Stämme kursieren unter Singvögeln und können an Futterstellen Ausbrüche verursachen, besonders im Spätwinter, wenn sich Vögel dicht an Futterplätzen drängen.

Was bei Vögeln passiert

Finken sind besonders betroffen. In Mitteleuropa und Großbritannien werden Salmonellose-Ausbrüche an Futterstellen vor allem bei Grünfinken, Erlenzeisigen, Buchfinken und Haussperlingen beschrieben. In Nordamerika gehören Fichtenzeisige, Goldzeisige und Hausgimpel zu den am häufigsten gemeldeten Arten. Kranke Vögel wirken oft aufgeplustert und teilnahmslos, sitzen lange auf dem Futterhaus oder am Boden und lassen Menschen sehr nahe herankommen. Unser Ratgeber zu kranken Vögeln am Futterhaus erklärt, wie Sie sie erkennen.

Was beim Menschen passiert

Eine Salmonelleninfektion verursacht beim Menschen meist Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe. Die Beschwerden beginnen etwa einen halben Tag bis wenige Tage nach der Ansteckung und dauern mehrere Tage. Die meisten Menschen erholen sich ohne Behandlung, schwere Verläufe können aber eine Krankenhausbehandlung erfordern, besonders bei gefährdeten Gruppen.

Ist das tatsächlich schon vorgekommen?

Ja. 2021 breitete sich in Teilen der USA ein großer Salmonellenausbruch unter Fichtenzeisigen und anderen Finken aus. Gesundheitsbehörden brachten einen bei kranken Vögeln gefundenen Stamm mit einer Gruppe menschlicher Erkrankungen in mehreren Bundesstaaten in Verbindung. Manche der Betroffenen hatten Futterhäuser oder kranke Vögel angefasst, andere hatten Haustiere mit Kontakt zu Wildvögeln. Wildtierbehörden in mehreren Bundesstaaten baten die Bevölkerung, Futterhäuser eine Zeit lang abzunehmen, damit der Ausbruch abklingt.

Solche Fälle sind selten, zeigen aber, dass der Zusammenhang real ist. Die meisten Menschen, die Vögel füttern, werden nie krank. Diejenigen, die erkranken, haben meist einen einfachen Schritt wie das Händewaschen ausgelassen.

Welche anderen Krankheiten kann man sich an Futterstellen holen?

Psittakose

Psittakose, auch Papageienkrankheit oder Ornithose genannt, ist eine bakterielle Infektion durch Chlamydia psittaci. Sie geht am häufigsten von Ziervögeln wie Papageien, Wellensittichen und Nymphensittichen sowie von Tauben aus. Die Ansteckung erfolgt meist durch das Einatmen von Staub aus getrocknetem Kot oder Federstaub. Fälle, die auf Singvogel-Futterstellen zurückgehen, sind selten. Die Beschwerden ähneln einer Grippe oder Lungenentzündung, daher sollte jeder, der nach engem Kontakt mit Vögeln erkrankt, das beim Arzt erwähnen. Straßentauben, Ringeltauben und Türkentauben sind vielerorts regelmäßige Gäste an Futterstellen, ein weiterer Grund, den Futterplatz sauber zu halten und keinen Staub aufzuwirbeln.

Histoplasmose und Kryptokokkose

Das sind Pilzinfektionen. Der Erreger der Histoplasmose wächst in Böden, die reich an Vogel- oder Fledermauskot sind, vor allem in Teilen der mittleren und östlichen USA sowie in Mittel- und Südamerika. In Mitteleuropa spielt er praktisch keine Rolle. Der Erreger der Kryptokokkose wird mit Taubenkot in Verbindung gebracht und kommt weltweit vor.

Diese Risiken hängen vor allem mit großen Schlafplätzen, alten Scheunen, Dachböden und stark genutzten Taubenplätzen zusammen, nicht mit einem gewöhnlichen Futterhaus im Garten. Sammelt sich Kot jedoch über Jahre an einer Stelle, gelten dieselben Grundsätze: Stelle vor dem Reinigen anfeuchten, keinen Staub aufkehren und eine Maske in Betracht ziehen.

E. coli und Campylobacter

Wildvögel können weitere Darmbakterien tragen, darunter Campylobacter und manche Stämme von E. coli. Diese werden häufiger mit Geflügel, Möwen und durch große Schwärme verunreinigtem Wasser in Verbindung gebracht als mit Singvogel-Futterstellen, doch dieselben Hygienegewohnheiten schützen auch davor.

West-Nil-Virus und Usutu-Virus

Weder das West-Nil-Virus noch das Usutu-Virus, das seit 2011 in Deutschland immer wieder Amseln sterben lässt, kann man sich direkt bei Vögeln am Futterhaus holen. Beide werden durch Stechmücken übertragen. Vögel sind Teil des natürlichen Kreislaufs dieser Viren, das Risiko für Menschen geht aber von Mücken aus. Das West-Nil-Virus wird seit 2018 auch in Teilen Deutschlands nachgewiesen. Wenn Sie das Wasser der Vogeltränke alle paar Tage wechseln, können darin keine Mücken brüten.

Kann man sich am Futterhaus mit Vogelgrippe anstecken?

Die hochpathogene Aviäre Influenza, meist Vogelgrippe oder Geflügelpest genannt, hat sich in den letzten Jahren stark unter Wildvögeln und Geflügel ausgebreitet, in Europa ebenso wie in Nordamerika. Sie hat auch Säugetiere infiziert und eine kleine Zahl von Menschen, die engen Kontakt mit infiziertem Geflügel oder in den USA mit Milchkühen hatten.

Gesundheits- und Veterinärbehörden schätzen das Risiko durch Singvogel-Futterstellen im Garten im Allgemeinen als sehr gering ein. Das Virus betrifft vor allem Wasservögel, Möwen, Seevögel, Geflügel und Greifvögel, typische Futterhausgäste wie Meisen, Finken, Sperlinge und Rotkehlchen sind selten infiziert. Meist wird nicht empfohlen, Futterhäuser wegen der Vogelgrippe abzunehmen, es sei denn, Sie halten selbst Geflügel oder die Behörden vor Ort geben besondere Hinweise.

Wenn Sie Hühner oder Enten halten, platzieren Sie Wildvogel-Futterstellen weit entfernt und verhindern Sie, dass Wildvögel an Geflügelfutter und Wasser gelangen. Bei Ausbrüchen kann das zuständige Veterinäramt eine Stallpflicht anordnen. Aktuelle Empfehlungen finden Sie auf unserer Seite zu Vogelgrippe und Futterstellen im Garten. Die Lage kann sich bei Ausbrüchen schnell ändern, prüfen Sie daher auch die Hinweise des Friedrich-Loeffler-Instituts und Ihrer Kreisverwaltung.

Können Vogeltränken und Nistkästen krank machen?

Futterhäuser sind nicht die einzigen Orte, an denen sich Keime sammeln. Jede Stelle, die viele Vögel teilen oder an der sich Kot und altes Material anhäufen, verdient dieselbe Sorgfalt.

Vogeltränken

Vögel trinken und baden im selben flachen Wasser und koten oft, während sie darin stehen. Bei warmem Wetter kann eine Tränke innerhalb weniger Tage Kot, Federn, Algen und Bakterien enthalten. Wechseln Sie das Wasser alle zwei bis drei Tage, schrubben Sie das Becken mit einer harten Bürste, sobald sich ein Belag bildet, und tragen Sie Handschuhe, wenn Sie in schmutziges Wasser greifen. Stellen Sie Tränken nicht neben Terrassentische oder Spielbereiche von Kindern.

Fettfutter und Meisenknödel

Fettfutter kann bei warmem Wetter ranzig werden, und Reste von Knödeln sammeln Kot und Feuchtigkeit. Das betrifft vor allem die Vögel, nicht Sie, aber auch hier gilt: nach dem Anfassen Hände waschen, alte Reste entsorgen und Knödel ohne Kunststoffnetz verwenden, in denen sich Vögel mit den Füßen verfangen können.

Nistkästen

Alte Nester können Kot, Parasiten wie Milben und Flöhe und manchmal Mäusenester enthalten. Wenn Sie einen Nistkasten nach der Brutzeit reinigen, tragen Sie Handschuhe, ziehen Sie bei trockenem, staubigem Material eine Staubmaske in Betracht und schütteln Sie das Material nicht in Gesichtsnähe aus. Unser Ratgeber, wann und wie man einen Nistkasten reinigt, erklärt den richtigen Zeitpunkt und die Regeln, die besetzte Nester schützen.

Wie verbreiten sich Krankheiten zwischen Vögeln an Futterstellen?

Der Schutz für Sie und der Schutz der Vögel gehen Hand in Hand. Mehrere Krankheiten verbreiten sich hauptsächlich oder teilweise an Futterstellen, und manche haben Vogelbestände stark getroffen.

  • Salmonellose. Verbreitung über Kot, der Futter und Wasser verunreinigt. Ausbrüche erreichen oft im Spätwinter ihren Höhepunkt, wenn sich Vögel an Futterstellen sammeln.
  • Trichomonadose. Ausgelöst durch einen Einzeller, der über Speichel, verunreinigtes Futter und Wasser übertragen wird. Sie ließ nach ihrem Auftreten bei Finken Mitte der 2000er-Jahre die Bestände von Grünfink und Buchfink in Großbritannien einbrechen und trat ab 2009 auch in Deutschland gehäuft bei Grünfinken auf, vor allem im Sommer. Tauben sind weltweit betroffen. Für Menschen gilt sie nicht als Risiko.
  • Mykoplasmen-Bindehautentzündung. Eine bakterielle Infektion, die in Nordamerika vor allem Hausgimpel mit geschwollenen, verkrusteten Augen trifft. Sie verbreitet sich, wenn infizierte Vögel Futteröffnungen berühren. Menschen steckt sie nicht an.
  • Vogelpocken. Ein Virus, das warzenartige Wucherungen an Füßen, Beinen und Kopf verursacht, bei uns zum Beispiel bei Kohlmeisen beobachtet. Es verbreitet sich über direkten Kontakt, verunreinigte Flächen und stechende Insekten. Für Menschen ist es kein Risiko.

Das Muster ist bei allen gleich: Gedränge und verschmutzte Flächen fördern die Ausbreitung. Deshalb empfehlen Naturschutzverbände wie der NABU, die britische RSPB und das Cornell Lab of Ornithology regelmäßige Reinigung, mehrere verteilte Futterstellen und das Abnehmen der Futterhäuser bei Ausbrüchen.

Was tun, wenn man nach dem Umgang mit einem Futterhaus krank wird?

Die meisten leichten Magen-Darm-Erkrankungen haben nichts mit Vögeln zu tun. Bekommen Sie aber innerhalb weniger Tage nach dem Reinigen von Futterhäusern oder dem Anfassen eines kranken Vogels Durchfall, Fieber und Bauchkrämpfe, oder grippeähnliche Beschwerden nach engem Kontakt mit Tauben oder Ziervögeln, erwähnen Sie den Vogelkontakt beim Arzt. Das kann beeinflussen, welche Untersuchungen veranlasst werden. Trinken Sie ausreichend und suchen Sie zügig ärztliche Hilfe, wenn die Beschwerden stark sind, wenn Blut im Stuhl ist oder wenn die erkrankte Person sehr jung, älter, schwanger oder immungeschwächt ist.

Wer ist besonders gefährdet?

Die meisten gesunden Erwachsenen tragen nur ein geringes Risiko. Besonders vorsichtig sein sollten:

  • Kinder unter 5 Jahren, die oft die Hände in den Mund stecken und deren Immunsystem sich noch entwickelt.
  • Erwachsene über 65, bei denen Salmonelleninfektionen häufiger schwer verlaufen.
  • Schwangere.
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa während einer Krebsbehandlung, mit HIV, unter immunsupprimierenden Medikamenten oder mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Lebt jemand aus diesen Gruppen in Ihrem Haushalt, sollte besser eine andere Person die Futterhäuser reinigen, oder Sie achten besonders streng auf Handschuhe und Händewaschen.

Wie füttert man Vögel sicher?

Gute Hygiene schützt Sie und die Vögel. Dieselben Gewohnheiten, die Ihr Risiko senken, bremsen auch die Ausbreitung von Salmonellose, Trichomonadose und Vogelpocken zwischen den Vögeln.

Hygieneroutine Schritt für Schritt

  1. Tragen Sie Handschuhe beim Befüllen und Reinigen von Futterhäusern und Tränken. Einweghandschuhe oder eigene Gummihandschuhe eignen sich beide.
  2. Reinigen Sie Futterhäuser regelmäßig. Alle zwei Wochen ist ein vernünftiger Grundrhythmus, häufiger bei nassem Wetter, bei Ausbrüchen oder bei starkem Andrang.
  3. Reinigen Sie im Freien. Verwenden Sie einen Eimer, eine eigene Bürste und heißes Seifenwasser. Halten Sie Futterhausbürsten von Küchenutensilien fern.
  4. Desinfizieren Sie bei Bedarf. Heißes Wasser und gründliches Schrubben entfernen den größten Teil der Keime. Viele Organisationen in Großbritannien und Nordamerika empfehlen zusätzlich, gereinigte Futterhäuser etwa 10 Minuten in eine verdünnte Bleichlösung aus etwa 1 Teil Haushaltsbleiche und 9 Teilen Wasser zu legen und danach gründlich abzuspülen. Das ist vor allem bei Krankheitsausbrüchen sinnvoll.
  5. Lassen Sie alles vollständig trocknen, bevor Sie neu befüllen. Feuchtes Futter schimmelt schnell.
  6. Harken Sie den Boden. Entfernen Sie regelmäßig verschüttetes Futter, Schalen und Kot unter den Futterstellen.
  7. Waschen Sie danach die Hände mit Seife und Wasser, auch wenn Sie Handschuhe getragen haben.

Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man Vogelfutterhäuser reinigt, geht auf Röhrenspender, Futterhäuser, Futterschalen und Futtersäulen im Detail ein, und unser Ratgeber zum Reinigen einer Vogeltränke behandelt Wasserstellen.

Weitere gute Gewohnheiten

  • Verteilen Sie die Futterstellen. Mehrere über den Garten verteilte Futterplätze verringern das Gedränge und damit die Übertragung zwischen Vögeln.
  • Nutzen Sie Futterspender, die das Futter trocken halten. Futtersilos sind hygienischer als offene Futterhäuschen, in denen Vögel im Futter herumlaufen.
  • Kaufen Sie frisches Futter und lagern Sie es gut. Unsere Ratgeber zum Lagern von Vogelfutter und dazu, ob Vogelfutter schlecht wird, erklären, wie Sie schimmeliges Futter vermeiden, das Vögel krank machen kann.
  • Wählen Sie den Standort mit Bedacht. Hängen Sie Futterstellen nicht über Terrassen, Spielbereiche, Gemüsebeete oder Gartentische. Unser Ratgeber, wo man ein Vogelfutterhaus aufstellt, erklärt die Platzwahl.
  • Halten Sie Nagetiere fern. Verschüttetes Futter lockt Ratten und Mäuse an, die eigene Krankheiten übertragen. Verschüttetes Futter jeden Abend aufzusammeln hilft.

Was tun, wenn Sie kranke Vögel an der Futterstelle sehen?

Wenn Sie mehrere aufgeplusterte, teilnahmslose Vögel bemerken, Vögel mit geschwollenen oder verkrusteten Augen oder tote Vögel in der Nähe der Futterstelle:

  1. Nehmen Sie Futterhäuser und Tränken ab, mindestens für ein bis zwei Wochen. Das verteilt die Vögel und bremst die Übertragung.
  2. Reinigen und desinfizieren Sie alles, bevor Sie es wieder aufhängen.
  3. Harken und entfernen Sie Futter und Kot vom Boden.
  4. Fassen Sie kranke oder tote Vögel nicht mit bloßen Händen an. Nutzen Sie Handschuhe oder eine umgestülpte Plastiktüte und waschen Sie sich danach die Hände.
  5. Melden Sie auffällige Todesfälle. In Deutschland sammelt der NABU Meldungen zu kranken und toten Vögeln, etwa zu Grünfinken und Amseln, und bei gehäuften Todesfällen von Wasservögeln oder Greifvögeln ist das örtliche Veterinäramt zuständig. In Großbritannien nimmt das Projekt Garden Wildlife Health Meldungen entgegen.

Häufige Fehler

  • Futterhäuser in der Küchenspüle reinigen oder auf Flächen, auf denen Essen zubereitet wird.
  • Das Händewaschen auslassen, weil das Futterhaus „sauber aussah“.
  • Kinder unter der Futterstelle spielen lassen, wo sich Futter und Kot sammeln.
  • Monatelang nachfüllen, ohne zu reinigen, sodass sich im Inneren altes Futter und Kot anhäufen.
  • Nur mit Wasser reinigen statt mit heißem Seifenwasser und gründlichem Schrubben.
  • Das Wasser der Tränke eine Woche oder länger stehen lassen, sodass Bakterien und Mückenlarven wachsen.

Mythen und Fakten

Mythos: „Vögel füttern ist ein Gesundheitsrisiko“

Fakt: Das Risiko für Menschen ist klein und gut beherrschbar. Millionen Haushalte füttern Vögel ohne Probleme. Der Gewinn an Wohlbefinden und die Freude sind echt. Hygiene hält das Risiko niedrig.

Mythos: „Desinfektionsgel reicht“

Fakt: Alkoholhaltiges Desinfektionsmittel hilft, wenn keine Seife verfügbar ist, doch Seife und fließendes Wasser entfernen Schmutz und organisches Material besser, und genau das haben Sie nach dem Umgang mit Futterhäusern an den Händen.

Mythos: „Vögel bringen die Vogelgrippe an jedes Futterhaus“

Fakt: Die Singvögel an den meisten Futterstellen sind selten mit hochpathogener Aviärer Influenza infiziert. Wasservögel, Geflügel und aasfressende Vögel tragen den größten Teil des Risikos.

Mythos: „Wenn die Vögel gesund aussehen, ist das Futterhaus sauber“

Fakt: Vögel können Salmonellen tragen und ausscheiden, ohne krank zu wirken. Regelmäßiges Reinigen nach Plan ist wichtiger, als auf sichtbare Anzeichen zu warten.

Kurze Fakten

  • Ja, man kann vom Vogelfutterhaus krank werden, aber es ist selten.
  • Salmonellen aus Vogelkot sind das Hauptrisiko.
  • Psittakose und Pilzinfektionen sind selten und hängen vor allem mit Tauben, Ziervögeln und großen Kotansammlungen zusammen.
  • Das Risiko einer Vogelgrippe-Ansteckung an Singvogel-Futterstellen gilt als sehr gering.
  • Reinigen Sie Futterhäuser alle zwei Wochen im Freien mit heißem Seifenwasser.
  • Waschen Sie sich danach immer die Hände mit Seife und Wasser.
  • Nehmen Sie Futterhäuser ein bis zwei Wochen ab, wenn Sie kranke Vögel sehen.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Kann man sich am Vogelfutterhaus mit Salmonellen anstecken?

Ja, auch wenn es selten vorkommt. Wildlebende Singvögel können Salmonellen tragen und mit dem Kot ausscheiden, der auf Futterhäusern, Schalen und dem Boden darunter landet. Menschen stecken sich an, wenn sie verunreinigte Flächen berühren und danach an Mund oder Lebensmittel fassen. Handschuhe, Reinigung im Freien und anschließendes Händewaschen verhindern fast das gesamte Risiko.

Sollte ich mir nach dem Befüllen des Futterhauses die Hände waschen?

Ja. Waschen Sie die Hände mit Seife und Wasser, nachdem Sie ein Futterhaus, eine Vogeltränke oder eine Futterschale befüllt, gereinigt oder angefasst haben, auch wenn alles sauber aussieht. Kot kann unsichtbar sein. Besonders wichtig ist das vor dem Essen, vor dem Kochen, vor dem Kontakt mit kleinen Kindern und für Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächtem Immunsystem.

Kann man sich am Futterhaus mit Vogelgrippe anstecken?

Das Risiko gilt als sehr gering. Die hochpathogene Aviäre Influenza betrifft vor allem Wasservögel, Geflügel, Möwen und Greifvögel, Singvögel an Futterstellen sind selten infiziert. Behörden raten trotzdem zu einfacher Hygiene. Wer selbst Hühner oder Enten hält, sollte sie von Wildvogel-Futterstellen fernhalten und bei Ausbrüchen die Vorgaben der Veterinärbehörden beachten.

Darf man ein Futterhaus in der Küchenspüle reinigen?

Besser nicht. Wer ein Futterhaus dort reinigt, wo Essen zubereitet wird, riskiert, Bakterien aus Vogelkot auf Geschirr und Arbeitsflächen zu verteilen. Reinigen Sie Futterhäuser im Freien mit eigener Bürste und eigenem Eimer oder in einem Waschbecken im Keller oder in der Waschküche, und säubern Sie die Stelle danach. Tragen Sie Handschuhe und waschen Sie sich anschließend die Hände.

Kann Vogelkot unter dem Futterhaus krank machen?

Frischer Kot kann Bakterien wie Salmonellen enthalten. Große, über Jahre angesammelte Kotmengen im Boden können zudem Pilze begünstigen, etwa den Erreger der Histoplasmose, der allerdings vor allem in Teilen Amerikas vorkommt und eher mit Schlafplätzen und alten Gebäuden als mit Futterhäusern zusammenhängt. Harken Sie verschüttetes Futter und Kot regelmäßig weg und wirbeln Sie keinen Staub auf.