Gimpel anlocken: Futter, Futterstelle und Pflanzen für den Dompfaff

Gimpel anlocken: Sonnenblumenkerne auf Futterhaus oder Futterschale, dichte Hecken, Eberesche, Liguster und Wildkräuter. So kommt der Dompfaff in Ihren Garten.

Ein männlicher Gimpel mit schwarzer Kappe, grauem Rücken und leuchtend rosaroter Brust sitzt im Winter auf einem Zweig mit roten Vogelbeeren (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Gimpel auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich einen Gimpel?
  3. Wo leben Gimpel?
  4. Was fressen Gimpel?
  5. Welche Futterstellen eignen sich für Gimpel?
  6. Wasser für Gimpel
  7. Heimische Pflanzen für Gimpel
  8. Nisten: Wie und wo brütet der Gimpel?
  9. Gimpel im Jahreslauf
  10. Gimpel beobachten und melden
  11. Probleme und Lösungen
  12. Häufige Fehler
  13. Kurz zusammengefasst
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Gimpel anlocken gelingt, wenn drei Dinge zusammenpassen: dichte Hecken oder Nadelgehölze als Rückzug, Sämereien und Beeren in der Nähe und im Winter eine ruhige Futterstelle mit Sonnenblumenkernen, 2 bis 3 m von dichter Deckung entfernt. Der Gimpel, auch Dompfaff genannt, frisst lieber im Futterhaus oder auf einer erhöhten Futterschale als an einer schwankenden Futtersäule und ist scheuer als Meisen. Wer Eberesche, Liguster und Wildkräuter wachsen lässt und von November bis März zuverlässig füttert, hat gute Chancen auf regelmäßigen Besuch.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Gimpel sicher erkennen, Männchen, Weibchen und Jungvögel unterscheiden, welches Futter und welche Futterstelle passen, welche heimischen Pflanzen dem Gimpel das ganze Jahr Nahrung bieten und wie Sie typische Fehler vermeiden. Grundlage sind gut belegte ornithologische Fakten und die Empfehlungen von NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.

Gimpel auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 15 bis 17 cm lang, etwas größer als ein Haussperling
Gewichtmeist etwa 21 bis 30 g
Verbreitung in Deutschlandim ganzen Land, in Wäldern mit Unterholz, Parks, Friedhöfen und großen Gärten
Jahreszeitüberwiegend Standvogel; im Winter kommen Vögel aus Nord- und Osteuropa dazu
NahrungKnospen, Samen von Kräutern und Bäumen, Beeren; im Sommer auch Insekten für die Jungen
FutterstelleFutterhaus, erhöhte Futterschale, stabile Futtersäule mit Sitzstangen
NistenFreibrüter, lockeres Zweignest in dichten Sträuchern und Nadelgehölzen
Gelegemeist 4 bis 5 Eier, oft 2 Bruten im Jahr

Wie erkenne ich einen Gimpel?

Der Gimpel ist ein rundlicher, kompakter Fink mit dickem Hals und einem kurzen, sehr kräftigen, schwarzen Schnabel. Er wirkt ruhiger und langsamer als die meisten anderen Finken. Männchen und Weibchen teilen einige sichere Merkmale: die glänzend schwarze Kappe, die bis zum Schnabelansatz reicht, den schwarzen Kinnfleck, schwarze Flügel mit einer breiten, hellgrauen bis weißlichen Binde, einen schwarzen Schwanz und einen leuchtend weißen Bürzel, der im Abflug sofort auffällt.

Männchen, Weibchen und Jungvögel

  • Männchen: Wangen, Brust und Bauch leuchtend rosarot bis karminrot, Rücken blaugrau, Unterschwanz weiß. Kaum ein anderer heimischer Vogel zeigt dieses Rot in dieser Fläche.
  • Weibchen: gleiche Zeichnung, aber Brust und Bauch graubraun bis rötlich grau, Rücken bräunlich grau. Die schwarze Kappe ist genauso deutlich wie beim Männchen.
  • Jungvögel: im Sommer bräunlich, ohne schwarze Kappe und ohne schwarzen Kinnfleck. Der Kopf wirkt einfarbig braun. Schwarze Flügel, helle Flügelbinde und weißer Bürzel sind aber schon vorhanden. Nach der Mauser im Spätsommer und Herbst bekommen sie die Kappe der Altvögel.

Gimpel leben oft paarweise, auch im Winter. Sehen Sie ein rotes Männchen, lohnt sich ein zweiter Blick in dieselbe Hecke: Das Weibchen ist meist nicht weit.

Rufe und Gesang

Der typische Ruf ist ein weiches, etwas wehmütiges “djü” oder “büh”, das man leicht überhört. Paare halten mit diesem Ruf Kontakt, während sie im dichten Geäst fressen. Wenn Sie den Ruf einmal kennen, entdecken Sie Gimpel viel häufiger. Die Wintergäste aus Nordosteuropa, oft Trompetergimpel genannt, rufen dagegen nasal und trompetenartig. Sie sind etwas größer, im Aussehen aber im Garten kaum von heimischen Gimpeln zu unterscheiden. Der Gesang des Gimpels ist leise, knirschend und pfeifend und wird selten bemerkt. Wer Vogelstimmen üben möchte, findet einen Einstieg in unserem Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten.

Verwechslungsarten

  • Buchfink, Männchen: rosabraune Brust, aber blaugrauer Scheitel statt schwarzer Kappe und zwei weiße Flügelbinden. Der Schnabel ist schlanker.
  • Rotkehlchen: orangerot nur an Stirn, Kehle und Brust, kein schwarzer Kopf, dünner Schnabel.
  • Karmingimpel: seltener Brutvogel vor allem im Nordosten, Männchen mit rotem Kopf und roter Brust, aber ohne schwarze Kappe. Im Winter ist er nicht bei uns.
  • Kernbeißer: ebenfalls dicker Schnabel, aber viel massiger, mit braunem Kopf und breitem weißen Flügelfeld.
  • Bergfink: orange statt rosarote Brust, gefleckter Kopf, ebenfalls weißer Bürzel. Im Winter oft in Trupps mit Buchfinken.

Wo leben Gimpel?

Der Gimpel brütet in ganz Deutschland, von der Küste bis in die Alpen. Er bevorzugt Mischwälder und Nadelwälder mit dichtem Unterholz, Waldränder, Feldgehölze, Parks und Friedhöfe mit altem Baumbestand und vielen Sträuchern. In Siedlungen findet man ihn vor allem dort, wo größere Gärten an Grünflächen, Wälder oder Friedhöfe grenzen. Reine Rasen- und Steingärten meidet er.

Im Sommer ist der Gimpel still und lebt versteckt, deshalb glauben viele Menschen, er sei nur ein Wintervogel. Tatsächlich ist er in Deutschland überwiegend Standvogel. Im Herbst streifen Gimpel umher, und aus Skandinavien und Russland kommen Wintergäste dazu. Von November bis März ist die Chance, ihn an der Futterstelle zu sehen, deshalb am größten. Bei der “Stunde der Wintervögel” von NABU und LBV im Januar wird er regelmäßig gemeldet.

Was fressen Gimpel?

Der Gimpel ist stärker auf pflanzliche Nahrung spezialisiert als viele andere Finken. Sein kurzer, runder Schnabel ist ideal, um Knospen abzuknipsen, Samen zu schälen und Beeren aufzubrechen. Er frisst dabei meist das Samenkorn der Beere und lässt das Fruchtfleisch fallen.

  • Winter: Samen von Eberesche, Esche, Birke, Ahorn und Liguster, Beeren und Hagebutten, Samen von Wildkräutern wie Brennnessel, Knöterich, Beifuß, Löwenzahn und Kletten.
  • Spätwinter und Frühling: Knospen von Laubbäumen und Sträuchern, darunter Obstbäume, Weißdorn und Schlehe, später auch Blüten.
  • Sommer und Herbst: unreife und reife Samen von Kräutern und Gräsern. Für die Jungen sammeln die Eltern Samen und kleine Wirbellose.

Eine Besonderheit: Gimpel haben in der Brutzeit Taschen im Mundboden, in denen sie Futter für die Jungen transportieren. So können sie mit einem Flug größere Mengen Nahrung zum Nest bringen.

Das beste Futter für Gimpel

FutterWie gut?Hinweise
Schwarze Sonnenblumenkernesehr gutder wichtigste Samen an der Futterstelle
Sonnenblumenkerne geschält, Sonnenblumenbruchsehr gutkein Schalenabfall unter dem Futterhaus
Hanfgutwird gern genommen, sparsam anbieten
Hirse, feine Körnermischungenmäßigeher Ergänzung
Beeren, getrocknet oder frischmäßigbesser als Strauch im Garten
Fettfutter, Meisenknödelkaumeher für Meisen und Spechte
Erdnüssekaumzu groß, eher für Meisen und Kleiber

Mehr zum wichtigsten Einzelsamen lesen Sie im Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen. Welche Futtermischungen für Gimpel, Kernbeißer und Grünfinken besonders gut funktionieren, zeigt unser Artikel Vogelfutter für Gimpel, Kernbeißer und Grünfinken.

Hanf und Sonnenblumen: warum gerade diese Samen?

Gimpel brauchen im Winter energiereiche Nahrung, um kalte Nächte zu überstehen. Sonnenblumenkerne und Hanf enthalten viel Fett und lassen sich mit dem kräftigen Schnabel leicht schälen. Billige Mischungen mit viel Weizen, Mais oder getrockneten Erbsen sind dagegen wenig hilfreich. Die Vögel picken die passenden Samen heraus, der Rest bleibt liegen, schimmelt und lockt Ratten an. Kaufen Sie lieber ein einfaches Futter mit hohem Sonnenblumenanteil.

Welche Futterstellen eignen sich für Gimpel?

Gimpel sind vorsichtige Vögel. Sie mögen es ruhig und brauchen Deckung in der Nähe. An überfüllten Futterstellen mit vielen streitenden Sperlingen und Meisen halten sie sich oft zurück.

  1. Futterhaus mit Futtersilo: Gimpel sitzen gern auf dem Rand und fressen in Ruhe. Das Silo hält das Futter trocken und sauber, und die Vögel stehen nicht im Futter.
  2. Erhöhte Futterschale: eine flache Schale mit Gitterboden auf einem Pfahl in etwa 1,2 bis 1,8 m Höhe wird gut angenommen. Unser Ratgeber zu Futterplattformen und Futterschalen zeigt verschiedene Bauformen.
  3. Stabile Futtersäule mit großen Sitzstangen: funktioniert, wenn die Säule nicht stark schwankt und die Sitzstangen kräftig genug sind. Eine Auffangschale darunter bietet zusätzlich Platz zum Fressen.
  4. Futter am Boden: Gimpel fressen selten am Boden. Streufutter ist für sie weniger geeignet als für Buchfinken oder Heckenbraunellen.

Welche Futterhäuser sich für Vögel mit kräftigem Schnabel eignen, beschreibt unser Artikel Futterhäuser für Gimpel, Kernbeißer und Grünfinken.

Der richtige Standort

Stellen Sie die Futterstelle in 2 bis 3 m Entfernung zu einer dichten Hecke, einem Nadelbaum oder einem großen Strauch auf. Dort warten Gimpel, bevor sie anfliegen, und dorthin fliehen sie bei Gefahr. Direkt am Futterhaus sollte keine dichte Deckung sein, in der sich Katzen verstecken können. Eine Futterstelle in Fensternähe ist für die Beobachtung schön, sollte aber entweder sehr nah an der Scheibe (unter etwa 1 m) oder deutlich weiter weg stehen, um Anflüge an die Scheibe zu vermeiden. Details erklärt der Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.

Geduld: wie lange dauert es?

Gimpel entdecken eine neue Futterstelle oft später als Meisen und Sperlinge. In Gärten nahe am Wald oder an einem Friedhof kann es innerhalb weniger Tage gehen, in Neubaugebieten auch Wochen. Beginnen Sie im Oktober oder November, füllen Sie regelmäßig nach und lassen Sie die Futterstelle nicht leer laufen. Paare, die eine verlässliche Futterstelle gefunden haben, kommen oft täglich zu ähnlichen Zeiten, besonders am Morgen und am späten Nachmittag.

Wasser für Gimpel

Gimpel trinken regelmäßig, weil ihre Nahrung aus Samen und Knospen trocken ist. Eine flache Vogeltränke mit 3 bis 8 cm Wassertiefe, rauem Boden und freiem Blick in alle Richtungen ist ideal. Stellen Sie sie in die Nähe von Sträuchern, aber nicht direkt daneben. Im Winter helfen tägliches Nachfüllen mit lauwarmem Wasser oder eine flache Schale, die Sie abends hereinholen. Im Sommer sollten Sie das Wasser täglich wechseln und die Tränke mehrmals pro Woche reinigen. Tipps zur Aufstellung gibt der Ratgeber Wo Sie eine Vogeltränke aufstellen.

Heimische Pflanzen für Gimpel

Mit der richtigen Bepflanzung bieten Sie Gimpeln das ganze Jahr Nahrung und Deckung, unabhängig von der Futterstelle. Heimische Gehölze tragen die Samen und Beeren, auf die der Gimpel spezialisiert ist, und bieten gleichzeitig die dichte Struktur, die er zum Brüten braucht.

Bäume und Sträucher

  • Eberesche (Vogelbeere): die klassische Gimpelpflanze. Gimpel fressen die Samen aus den Beeren, oft bis weit in den Winter hinein.
  • Gewöhnlicher Liguster: schwarze Beeren, die lange am Strauch hängen, dazu dichte Zweige für Nester. Als Hecke ideal.
  • Weißdorn und Schlehe: Knospen im Frühling, dichte, dornige Deckung für das Nest.
  • Gewöhnlicher Schneeball, Faulbaum, Roter Hartriegel: Beeren und Samen im Herbst.
  • Heimische Wildrosen wie Hundsrose: Hagebutten mit Samen, die Gimpel im Winter öffnen.
  • Birke, Esche, Ahorn und Erle: Samen im Winter.
  • Fichte, Eibe und andere Nadelgehölze: ganzjährige Deckung und beliebte Neststandorte.

Weitere Arten und Kombinationen finden Sie im Ratgeber Beerensträucher für Vögel im Winter.

Wildkräuter und Stauden

Viele Gimpel fressen im Spätsommer und Herbst an Samenständen von Wildkräutern. Besonders wertvoll sind Brennnessel, Löwenzahn, Knöterich, Beifuß, Kletten, Nachtkerze und Wegwarte. Lassen Sie eine Ecke des Gartens verwildern und schneiden Sie Stauden erst im Frühling zurück. So finden Gimpel auch im Winter Samen, lange bevor die Futterstelle leer ist. Mehr dazu erklärt unser Artikel Samenstände für Finken im Winter stehen lassen.

Nisten: Wie und wo brütet der Gimpel?

Gimpel sind Freibrüter. Das Nest ist eine flache, recht lockere Plattform aus dünnen, oft trockenen Zweigen, innen sorgfältig mit feinen Wurzeln, Halmen und Haaren ausgepolstert. Es steht meist in dichten Sträuchern, jungen Fichten, Eiben, Wacholder oder Hecken, häufig in 1 bis 3 m Höhe. Das Weibchen baut, das Männchen begleitet es und hilft teilweise mit.

Nistkästen nehmen Gimpel nicht an. Mehr helfen Sie der Art mit:

  • dichten heimischen Hecken und Sträuchern, am besten gemischt mit Nadelgehölzen,
  • Ruhe in der Brutzeit: kein starker Heckenschnitt zwischen März und September, wie es das Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich vorsieht,
  • Verzicht auf Insektizide und Unkrautvernichter, damit Wildkräuter samen und die Jungen Nahrung bekommen.

Brutbiologie in Kürze

  • Brutzeit: meist von April bis August.
  • Gelege: meist 4 bis 5 hellblaue Eier mit dunklen Flecken.
  • Brutdauer: etwa 12 bis 14 Tage, nur das Weibchen brütet, das Männchen füttert es.
  • Nestlingszeit: etwa zwei Wochen, beide Eltern füttern.
  • Zweitbrut: häufig, in manchen Jahren auch mehr.

Gimpel im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarPaare und kleine Trupps an Futterstellen, Wintergäste aus dem NordenSonnenblumenkerne im Futterhaus, Wasser eisfrei
FebruarSamen werden knapp, erste Knospen werden gefressenFutter zuverlässig nachfüllen
MärzPaare ziehen sich in Reviere zurück, Wintergäste ziehen abFutter langsam reduzieren, Hecken nicht mehr schneiden
AprilNestbau in dichten SträuchernRuhe im Garten, keine Insektizide
MaiEier und NestlingeWildkräuter stehen lassen
Junierste Jungvögel ohne schwarze KappeWasser täglich frisch
JuliZweitbruten, Familien streifen umherFutterstellen gründlich reinigen
AugustMauser, Vögel sehr unauffälligSamenstände stehen lassen
SeptemberJungvögel bekommen die KappeEbereschen und Liguster nicht abernten
OktoberUmherstreifen, erste Besucher in GärtenFutterstelle aufbauen
NovemberAnkunft von WintergästenFutterhaus mit Sonnenblumenkernen befüllen
Dezemberregelmäßige Besuche am FutterplatzHygiene, kleine Portionen

Gimpel beobachten und melden

Weil Gimpel leise und versteckt leben, sind Ihre Beobachtungen wertvoll. Bei der “Stunde der Wintervögel” im Januar und der “Stunde der Gartenvögel” im Mai zählen Sie eine Stunde lang die höchste Zahl, die Sie gleichzeitig sehen, und melden sie an NABU oder LBV. Ganzjährig können Sie Sichtungen auf ornitho.de, dem Portal des DDA, oder über eBird eintragen. Notieren Sie dabei, ob Sie Männchen, Weibchen oder Jungvögel sehen, und achten Sie im Winter auf den nasalen Ruf der Trompetergimpel. Solche Angaben helfen Fachleuten, Wanderbewegungen und Bestandstrends zu verstehen.

Probleme und Lösungen

Gimpel an den Obstbäumen

Gimpel fressen im Spätwinter Knospen, auch an Kirsche, Apfel, Birne und Pflaume. Im Hausgarten fällt das meist kaum ins Gewicht, weil Obstbäume viel mehr Knospen bilden, als später Früchte reifen können. Wer die Knospen schonen möchte, sorgt dafür, dass im Garten genug andere Nahrung vorhanden ist: Samenstände, Beeren und eine Futterstelle bis in den März. Der Gimpel ist, wie alle europäischen Vogelarten, nach der EU-Vogelschutzrichtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Vergrämen durch Fallen oder Netze ist tabu.

Krankheiten an der Futterstelle

Finken können an Trichomonose erkranken, einer Infektion mit einem Einzeller, die über verschmutztes Futter und Wasser übertragen wird. Besonders betroffen ist der Grünfink, aber auch andere Finken können erkranken. Aufgeplusterte, apathische Vögel mit verklebtem Gefieder am Schnabel sind ein Warnzeichen. Stellen Sie dann Futter und Wasser für einige Wochen ein und reinigen Sie alles gründlich. Hinweise zum Vorgehen finden Sie in unseren Ratgebern Kranke Vögel am Futterhaus und Vogelfutterhaus reinigen.

Katzen und Sperber

Gimpel fressen selten am Boden und sind deshalb etwas weniger durch Katzen gefährdet als Buchfinken. Beim Trinken und an niedrigen Futterstellen sind sie aber verletzlich. Halten Sie Futterstellen offen und frei von dichter Bodendeckung. Sperber jagen gezielt an Futterplätzen. Das ist natürlich, doch eine dichte Hecke in der Nähe gibt den Gimpeln eine Fluchtmöglichkeit.

Keine Gimpel trotz Futter

Wenn keine Gimpel kommen, fehlt meist die Deckung oder die Umgebung passt nicht. Ein Garten ohne Hecken und Nadelgehölze in einem Viertel ohne Parks wird selten besucht. Pflanzen Sie Liguster, Weißdorn oder eine Eibe, verzichten Sie auf schwankende Futtersäulen und bieten Sie Sonnenblumenkerne im Futterhaus an. In schneereichen, kalten Wintern kommen Gimpel oft auch in Gärten, die sie sonst meiden.

Häufige Fehler

  • Nur eine schwankende Futtersäule aufhängen. Gimpel sitzen lieber auf stabilen Flächen.
  • Billiges Futter mit viel Weizen und Mais. Gimpel lassen es liegen, es verdirbt und lockt Ratten an.
  • Beeren und Samenstände im Herbst abschneiden. Damit nehmen Sie Gimpeln ihre natürliche Winternahrung.
  • Hecken zur Brutzeit schneiden. Dabei gehen Nester verloren, und der Schnitt verstößt im Regelfall gegen das Naturschutzrecht.
  • Nistkästen für Gimpel aufhängen. Die Art brütet frei in dichten Sträuchern.
  • Futterstellen nie reinigen. Finken sind anfällig für Krankheiten, die über verschmutztes Futter und Wasser übertragen werden.
  • Zu früh aufgeben. Gimpel finden neue Futterstellen oft erst nach Wochen.

Kurz zusammengefasst

Gimpel sind scheue, aber treue Gartengäste. Bieten Sie im Winter schwarze oder geschälte Sonnenblumenkerne und etwas Hanf in einem Futterhaus oder auf einer erhöhten Futterschale an, mit einer dichten Hecke in der Nähe. Pflanzen Sie Eberesche, Liguster, Weißdorn und Nadelgehölze, lassen Sie Wildkräuter und Samenstände stehen und schneiden Sie Hecken nur außerhalb der Brutzeit. Mit guter Hygiene und etwas Geduld sehen Sie das rosarote Männchen und sein graubraunes Weibchen bald regelmäßig.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was fressen Gimpel am liebsten am Futterhaus?

Am Futterhaus fressen Gimpel vor allem schwarze und geschälte Sonnenblumenkerne, außerdem Hanf und gelegentlich Hirse oder Sonnenblumenbruch. Sie sitzen lieber auf einer stabilen Fläche als an einer schwankenden Futtersäule, deshalb sind ein klassisches Futterhaus mit Futtersilo oder eine erhöhte Futterschale ideal. In der Natur fressen sie Knospen, Samen von Wildkräutern und Bäumen sowie Beeren, zum Beispiel von Eberesche und Liguster.

Woran erkennt man ein Gimpelweibchen?

Das Gimpelweibchen hat die gleiche schwarze Kappe, den schwarzen Kinnfleck, den kurzen schwarzen Schnabel, den weißen Bürzel und die schwarzen Flügel mit heller Binde wie das Männchen. Die Brust ist aber nicht rosarot, sondern graubraun bis rötlich grau, und der Rücken ist bräunlich grau. Jungvögel im Sommer sehen ähnlich aus, haben aber noch keine schwarze Kappe, sondern einen einfarbig braunen Kopf.

Sind Gimpel das ganze Jahr in Deutschland?

Ja. Gimpel sind in Deutschland überwiegend Standvögel und das ganze Jahr zu sehen, im Sommer allerdings unauffällig in Wäldern, Parks und großen Gärten. Im Winter kommen zusätzlich Gimpel aus Nord- und Osteuropa zu uns, darunter die sogenannten Trompetergimpel mit einem auffällig nasalen Ruf. Deshalb sieht man die Art zwischen November und März besonders oft an Futterstellen.

Brüten Gimpel in Nistkästen?

Nein. Gimpel sind Freibrüter. Sie bauen ein lockeres Nest aus dünnen Zweigen, das innen mit feinen Wurzeln und Haaren ausgepolstert ist, meist in dichten Sträuchern, jungen Nadelbäumen oder Hecken in 1 bis 3 m Höhe. Nistkästen nutzen sie nicht. Helfen können Sie mit dichten, heimischen Hecken, Nadelgehölzen und dem Verzicht auf Heckenschnitt in der Brutzeit.

Schaden Gimpel Obstbäumen?

Gimpel fressen im späten Winter und Frühling Knospen, auch von Obstbäumen. In Hausgärten ist der Schaden in der Regel gering, weil ein Baum deutlich mehr Knospen bildet, als später Früchte tragen können. In Erwerbsobstanlagen wurde der Gimpel früher als Schädling gesehen. Heute ist er in Deutschland besonders geschützt, und eine gute Versorgung mit Wildkrautsamen und Beeren lenkt ihn oft von den Knospen ab.