Schwarze Sonnenblumenkerne: Das eine Vogelfutter für den Anfang

Schwarze Sonnenblumenkerne sind das beste Vogelfutter für den Start: dünne Schale, viel Öl, von fast allen Körnerfressern gefressen. So nutzen Sie sie richtig.

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Eine Blaumeise hält einen kleinen schwarzen Sonnenblumenkern im Schnabel und sitzt an einer Futtersäule (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz beantwortet: Warum zuerst schwarze Sonnenblumenkerne?
  2. Was sind schwarze Sonnenblumenkerne?
  3. Welche Vögel fressen schwarze Sonnenblumenkerne?
  4. Schwarze oder gestreifte Sonnenblumenkerne?
  5. Schwarze Sonnenblumenkerne oder geschälte Kerne?
  6. Welche Futterstelle passt zu schwarzen Sonnenblumenkernen?
  7. So beginnen Sie mit schwarzen Sonnenblumenkernen
  8. Nachteile schwarzer Sonnenblumenkerne und was hilft
  9. Wie viele Sonnenblumenkerne brauchen Sie?
  10. Kann ich Sonnenblumenkerne aus dem Supermarkt füttern?
  11. Sind schwarze Sonnenblumenkerne besser als eine Mischung?
  12. Kann man schwarze Sonnenblumenkerne das ganze Jahr füttern?
  13. Kann man Sonnenblumen für Vögel selbst anbauen?
  14. Häufige Fehler mit schwarzen Sonnenblumenkernen
  15. Schwarze Sonnenblumenkerne im Jahreslauf
  16. So haben wir ausgewählt
  17. Quellen
  18. Ausrüstung in diesem Ratgeber
  19. Häufige Fragen

Schwarze Sonnenblumenkerne sind das eine Vogelfutter, mit dem Sie anfangen sollten. Ihre dünne Schale kann fast jeder körnerfressende Vogel knacken, ihr Ölgehalt von etwa 38 bis 50 Prozent liefert die Energie, die Vögel bei Kälte brauchen, und sie locken mehr Arten an als jedes andere einzelne Futter. Das Cornell Lab of Ornithology nennt sie das am häufigsten angebotene Futter an Futterstellen in Nordamerika und das Futter mit der größten Artenvielfalt, und in Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten sie ebenfalls als Grundfutter schlechthin.

Zwei echte Nachteile gibt es: Eichhörnchen lieben sie, und die Schalen machen Dreck. Beides lässt sich in den Griff bekommen, und keines von beiden ändert das Urteil.

Kurz beantwortet: Warum zuerst schwarze Sonnenblumenkerne?

  • Die meisten Vögel fressen sie. Meisen, Kleiber, Grünfinken, Buchfinken, Gimpel, Kernbeißer, Sperlinge, Eichelhäher und viele mehr.
  • Dünne Schale. Auch Vögel mit kleinem Schnabel kommen an den Kern. Das ist der entscheidende Unterschied zu gestreiften Kernen.
  • Viel Energie. Ölsonnenblumen enthalten nach Angaben des Agricultural Marketing Resource Center in den USA etwa 38 bis 50 Prozent Öl.
  • Passen in fast jede Futterstelle. Futtersäule, Futterhaus, Futtertisch, Fensterfutterhaus und Boden.
  • Nachteile: Eichhörnchen, Schalenreste und einige weniger gern gesehene Gäste wie Haussperlinge und Tauben in großer Zahl.

Was sind schwarze Sonnenblumenkerne?

Schwarze Sonnenblumenkerne sind die Samen von Ölsonnenblumen, also derselben Kulturpflanze, aus der Sonnenblumenöl gepresst wird. Sie unterscheiden sich von den gestreiften Sonnenblumenkernen, die als Knabberkerne verkauft werden. Die Kerne sind klein, gleichmäßig und ganz schwarz, mit einer dünnen, papierartigen Schale um einen fleischigen Kern.

In Europa werden Ölsonnenblumen in großem Stil angebaut, vor allem in Südost- und Osteuropa, aber auch in Frankreich und in kleinerem Umfang in Deutschland. Die Ölsorten enthalten deutlich mehr Fett als die Knabbersorten.

Für Vögel ist genau dieses Öl der Punkt. Fett liefert pro Gramm mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate, und kleine Singvögel verbrauchen in langen Winternächten ihre Reserven. Eine Blaumeise wiegt nur rund 11 g und muss tagsüber genug Fett anlegen, um die Nacht zu überstehen. Das Cornell Lab beschreibt den hohen Fettgehalt schwarzer Sonnenblumenkerne als äußerst wertvoll für die meisten Wintervögel.

Was steckt in einem typischen Sack?

Reine schwarze Sonnenblumenkerne sind ein Futter aus nur einer Zutat. Die Nährwertangaben schwanken je nach Hersteller und Erntejahr. Ein großer US-Hersteller gibt zum Beispiel mindestens 15 Prozent Rohprotein, mindestens 38,5 Prozent Rohfett und höchstens 28 Prozent Rohfaser an. Ein großer Teil dieser Faser ist die Schale, die die Vögel wegwerfen.

Welche Vögel fressen schwarze Sonnenblumenkerne?

Praktisch alle körnerfressenden Gartenvögel können die dünne Schale öffnen. So sieht das an einer typischen Futterstelle in Mitteleuropa aus.

VogelWie er schwarze Sonnenblumenkerne nutztBeste Futterstelle
Kohlmeise und BlaumeiseHolen einen Kern, fliegen weg und hämmern ihn zwischen den Füßen aufFuttersäule, Futterhaus, Fensterfutterhaus
Tannenmeise, SumpfmeiseNehmen einzelne Kerne mit und verstecken viele davonFuttersäule, Futterhaus
KleiberKlemmt Kerne in Rindenspalten und hackt sie aufFuttersäule, Futterhaus
Grünfink, Buchfink, BergfinkKnacken die Kerne direkt am FutterplatzFutterhaus, Futtertisch, Futtersäule
GimpelFrisst ruhig und ausdauernd am FutterplatzFutterhaus, Futtertisch
KernbeißerKnackt mit seinem mächtigen Schnabel jede SchaleFutterhaus, Futtertisch
EichelhäherNimmt mehrere Kerne auf einmal und versteckt sieFuttertisch, Futterhaus
BuntspechtGelegentlicher GastFutterhaus, Futtersäule mit Schale
Haussperling, FeldsperlingFressen Kerne und Bruchstücke am Futterplatz und am BodenFutterhaus, Boden
Amsel, Heckenbraunelle, RotkehlchenNehmen herabgefallene geschälte Kerne und Bruch vom BodenBoden, niedriger Futtertisch

Amseln und Rotkehlchen sind Weichfutterfresser und knacken ganze Kerne kaum. Für sie ist geschältes Futter am Boden oder auf einem niedrigen Futtertisch sinnvoller.

Schwarze oder gestreifte Sonnenblumenkerne?

Beide stammen von Sonnenblumen, aber sie ernähren unterschiedliche Vögel.

MerkmalSchwarze SonnenblumenkerneGestreifte Sonnenblumenkerne
GrößeKleinGrößer
SchaleDünn, leicht zu knackenDick, schwer zu knacken
ÖlgehaltHöherNiedriger
Vögel, die sie öffnen könnenFast alle KörnerfresserVor allem Vögel mit kräftigem Schnabel wie Kernbeißer, Grünfink und Eichelhäher
HaussperlingeFressen sie ohne MüheTun sich schwerer
Bester EinsatzStandardfutterGärten, in denen Haussperlinge überhandnehmen

Für die meisten Gärten gewinnen schwarze Kerne, weil mehr Vögel sie nutzen können. Gestreifte Kerne sind eher ein Problemlöser als ein Einstieg.

Schwarze Sonnenblumenkerne oder geschälte Kerne?

Geschälte Sonnenblumenkerne sind derselbe Samen ohne Schale, verkauft als ganze „Sonnenblumenherzen“ oder als „Sonnenblumenbruch“.

Vorteile geschälter Kerne:

  • Keine Schalen unter der Futterstelle, deshalb sind sie Grundlage von Vogelfutter ohne Schalenreste.
  • Auch kleine Vögel wie Stieglitze, Erlenzeisige und Blaumeisen fressen sie schnell, und Weichfutterfresser wie Rotkehlchen können sie ebenfalls nutzen.
  • Kein totes Gewicht: Sie zahlen nur für den Kern.

Nachteile:

  • Pro Kilo teurer.
  • Sie verderben schnell. Ohne den Schutz der Schale werden Sonnenblumenherzen und Bruch rasch ranzig oder schimmelig und können gefährliche Keime tragen. Bieten Sie also nicht mehr an, als in ein bis zwei Tagen gefressen wird.
  • Sie locken Stare leichter an als Kerne mit Schale.

Ein guter Kompromiss: schwarze Kerne mit Schale in den Hauptfutterstellen und eine kleine Menge Sonnenblumenherzen in einer Futterstelle über Terrasse oder Balkon, wo Schalen stören würden.

Welche Futterstelle passt zu schwarzen Sonnenblumenkernen?

Schwarze Sonnenblumenkerne passen in fast jede Futterstelle für Körner. Die Wahl hängt davon ab, welche Vögel Sie bevorzugen und wie Sie mit Eichhörnchen umgehen.

Futtersäulen

Futtersäulen mit kleinen Sitzstangen bevorzugen Meisen, Finken und Kleiber. Größere Vögel wie Tauben sitzen schlecht darauf. Wählen Sie eine Säule mit Öffnungen für Sonnenblumenkerne, nicht die feinen Schlitze für Nyjersaat. Eine Auffangschale darunter lässt auch Gimpel und Kernbeißer mitfressen, lädt aber größere Vögel ein. Futtersäulen gelten als besonders hygienisch, weil die Vögel nicht im Futter sitzen.

Futterhäuser

Klassische Futterhäuser mit Futtersilo fassen viel und bieten eine breite Kante für Gimpel, Kernbeißer und Eichelhäher. Achten Sie auf ein gutes Dach und einen Ablauf, damit das Futter trocken bleibt. Offene Futterhäuschen, in die man lose Körner schüttet, sollten Sie täglich nur mit einer kleinen Menge befüllen und oft reinigen, weil die Vögel darin sitzen und koten.

Futtertische und Futterschalen

Offene Futtertische empfangen die größte Artenvielfalt, auch Bodenfresser. Sie sammeln aber Regen und Kot, deshalb sind Tische mit Gitterboden und häufiges Reinigen wichtig. Mehr dazu in unseren Empfehlungen für Futtertische und Futterschalen.

Fensterfutterhäuser

Kleine Fensterfutterhäuser mit schwarzen Sonnenblumenkernen holen Meisen bis auf wenige Zentimeter an die Scheibe. Futterstellen in weniger als etwa 1 m Abstand zum Fenster sind für Vögel zudem sicherer als solche etwas weiter entfernt, weil ein abfliegender Vogel dort noch keine gefährliche Geschwindigkeit erreicht.

Einen Vergleich aller Bauformen finden Sie in unserem Überblick über die besten Vogelfutterhäuser für den Garten.

So beginnen Sie mit schwarzen Sonnenblumenkernen

  1. Mit einer Sorte starten. Füllen Sie eine Futterstelle mit reinen schwarzen Sonnenblumenkernen statt mit einer billigen Mischung. Mischungen mit Füllstoffen bringen Vögel dazu, unerwünschte Körner auf den Boden zu werfen.
  2. Die Futterstelle nahe an Deckung aufstellen. Vögel wollen Sträucher oder Bäume in kurzer Flugdistanz, aber etwa 2 bis 3 m Abstand zu dichtem Gebüsch, in dem Katzen lauern können. Unser Ratgeber wo man ein Vogelfutterhaus aufstellt erklärt die Details.
  3. Anfangs nur teilweise füllen. Bis die Vögel die Futterstelle finden, bleiben kleinere Mengen frischer.
  4. Geduld haben. Eine neue Futterstelle wird manchmal erst nach Tagen oder Wochen entdeckt. Passiert danach nichts, prüfen Sie Standort, Deckung und Frische, bevor Sie das Futter wechseln.
  5. Sauber halten. Reinigen Sie Futterstellen etwa alle ein bis zwei Wochen, bei nassem Wetter oder starkem Betrieb öfter. Heißes Wasser und eine Bürste reichen meist.
  6. Später erweitern. Wenn die Vögel kommen, ergänzen Sie Fettfutter, Nyjersaat für Stieglitze oder Haferflocken für Amseln, um weitere Arten anzulocken.

Nachteile schwarzer Sonnenblumenkerne und was hilft

Eichhörnchen

Eichhörnchen fressen schwarze Sonnenblumenkerne genauso gern wie Kleiber. Die Lösung ist mechanisch: ein richtig platzierter Schutzkegel am Pfahl oder eine Futterstelle, die unter Gewicht schließt. Siehe unsere Erklärung zu Größe und Platzierung von Schutzkegeln. Wenn Eichhörnchen trotzdem gewinnen, stellen manche Gartenbesitzer eine Futterstelle auf Saflor um, den viele Eichhörnchen weniger mögen. Viele Menschen im deutschsprachigen Raum freuen sich allerdings über das heimische Eichhörnchen. Eine eigene Futterstelle mit Haselnüssen und Walnüssen, etwas abseits der Vogelfutterstelle, lenkt es oft zuverlässig ab.

Schalenreste

Schalen sammeln sich unter der Futterstelle. Bleiben sie eine Saison liegen, können sie Rasen ersticken und bei Nässe schimmeln. Was hilft:

  • Schalen regelmäßig zusammenharken oder aufsaugen.
  • Futterstellen über Rindenmulch, Kies oder Pflaster aufhängen, das sich fegen lässt.
  • Eine Auffangschale unter die Futterstelle hängen.
  • Einige oder alle Futterstellen auf geschälte Kerne umstellen.

Haussperlinge, Stare und Tauben

Auch diese Vögel fressen schwarze Sonnenblumenkerne. Haussperlinge sind in vielen Regionen Deutschlands übrigens rückläufig und stehen auf der Vorwarnliste, sie sind also keineswegs nur Störenfriede. Wenn aber Tauben oder große Starenschwärme alles leeren, helfen gestreifte Kerne, Futtersäulen mit kurzen Sitzstangen oder Futterstellen in einem Schutzgitter, durch das nur kleine Vögel passen. Offene Futtertische für einige Wochen abzubauen, hilft ebenfalls.

Verderb

Weil sie ölhaltig sind, werden schwarze Sonnenblumenkerne bei warmer Lagerung alt oder ranzig, und nass geworden schimmeln sie. Lagern Sie sie kühl und trocken und kaufen Sie eine Menge, die Sie in überschaubarer Zeit verbrauchen. Unser Ratgeber so bleibt Vogelfutter frisch behandelt Behälter und Haltbarkeit.

Wie viele Sonnenblumenkerne brauchen Sie?

Eine feste Menge gibt es nicht. Sie hängt davon ab, wie viele Vögel kommen, von der Jahreszeit und davon, wie viele Futterstellen Sie betreiben. Eine brauchbare Faustregel: Kaufen Sie die Sackgröße, die Sie aufbrauchen, solange das Futter noch frisch riecht. Im Winter, wenn Vögel stärker auf Futterstellen angewiesen sind, leert ein belebter Garten die Vorräte schnell. Im Sommer, wenn Insekten reichlich vorhanden sind, sinkt der Verbrauch oft deutlich.

Beobachten Sie die Futterstelle einige Wochen lang und notieren Sie, wie lange eine Füllung reicht. Wählen Sie dann die passende Packungsgröße. Kleine Beutel kosten pro Kilo mehr, bleiben aber frischer. Große Säcke lohnen sich nur, wenn Sie sie gut lagern und stetig verbrauchen.

Kann ich Sonnenblumenkerne aus dem Supermarkt füttern?

Nur wenn sie naturbelassen sind. Knabberkerne sind meist gestreifte Sorten und oft gesalzen, geröstet oder gewürzt. Salz, Würzmischungen und zugesetzte Öle brauchen Vögel nicht, und gesalzene Nüsse oder Kerne gehören grundsätzlich nicht ins Vogelfutter. Knabberkerne sind außerdem groß und dickschalig, kleine Vögel tun sich damit schwer.

Rohe, ungesalzene, geschälte Sonnenblumenkerne aus dem Backregal sind in kleinen Mengen in Ordnung, aber es ist derselbe Samen wie die Sonnenblumenherzen im Vogelfutterregal, meist zu einem höheren Preis. Für die regelmäßige Fütterung kaufen Sie schwarze Sonnenblumenkerne, die als Vogelfutter verkauft werden.

Sind schwarze Sonnenblumenkerne besser als eine Mischung?

Für die meisten Gärten ja. Ein Sack reiner schwarzer Sonnenblumenkerne enthält nichts, was die Vögel wegwerfen. Viele günstige Mischungen setzen stark auf Weizen, Maisbruch oder Milo, die die meisten Gartenvögel liegen lassen. Dieses verschmähte Futter landet am Boden, wo es schimmelt, Keime vermehrt und Ratten anlockt.

Gute Mischungen gibt es, und sie nennen meist schwarze Sonnenblumenkerne oder Sonnenblumenbruch als erste Zutat. Wenn Sie Abwechslung wollen, ist dieser Weg praktisch: reine schwarze Sonnenblumenkerne in einer Futterstelle, dazu ein zweites Futter, etwa Haferflocken und Rosinen auf einem niedrigen Tisch für Amseln und Rotkehlchen, Saflor für Kernbeißer und Gimpel oder Nyjersaat in einem Distelfutterspender für Stieglitze. So sehen Sie, was jedes Futter bringt, und können nachsteuern.

Kann man schwarze Sonnenblumenkerne das ganze Jahr füttern?

Ja. Schwarze Sonnenblumenkerne sind zu jeder Jahreszeit unbedenklich, und viele Gartenbesitzer bieten sie ganzjährig an. In Deutschland wird die Ganzjahresfütterung unter Fachleuten allerdings unterschiedlich bewertet: Manche Ornithologen befürworten sie ausdrücklich, der NABU sieht sie gelassener und betont, dass ein naturnaher Garten wichtiger ist. Was sich im Jahreslauf ändert, ist vor allem, wie stark die Vögel auf das Futter angewiesen sind.

Im Winter sind Vögel stark auf Futterstellen angewiesen, weil Insekten knapp und die Nächte lang sind. Das Öl hilft kleinen Vögeln, die Fettreserven aufzubauen, die sie über Nacht verbrennen. Im Frühjahr und Sommer stellen erwachsene Singvögel auf Insekten um, die das Eiweiß liefern, das Nestlinge brauchen, und der Betrieb an der Futterstelle geht zurück. Das ist normal. Futterstellen ergänzen natürliche Nahrung, sie ersetzen sie nicht.

Zwei Anpassungen für die warme Jahreszeit helfen:

  • Weniger auf einmal anbieten, damit das Futter nicht lange in feuchter Luft liegt und schimmelt.
  • Öfter reinigen. Wärme und Feuchtigkeit beschleunigen Schimmel im Futter und an der Futterstelle.

Kann man Sonnenblumen für Vögel selbst anbauen?

Ja. Sonnenblumen wachsen wie andere einjährige Sommerblumen: volle Sonne, durchlässiger Boden und Aussaat nach den letzten Frösten, in Mitteleuropa meist ab Mitte Mai nach den Eisheiligen. Vor allem Stieglitze picken im Spätsommer die Kerne direkt aus den reifenden Köpfen.

Einige praktische Hinweise:

  • Die Köpfe am Stängel lassen, wenn die Vögel selbst ernten sollen. Rechnen Sie damit, dass sie die Köpfe über mehrere Wochen leeren.
  • Oder reife Köpfe abschneiden, sobald die Rückseite gelbbraun wird, sie luftig und mäusesicher trocknen und im Winter auf einen Futtertisch legen.
  • Eichhörnchen und Mäuse ernten ebenfalls mit, ein Beet im Garten ist also ein Bonus und kein Ersatz für gekauftes Futter.
  • Verstreutes Vogelfutter keimt oft von selbst unter der Futterstelle, deshalb tauchen im Frühjahr wilde Sonnenblumen auf. Für ein geplantes Beet liefert Gartensaatgut eine benannte Sorte mit bekannter Höhe und Kopfgröße.

Lassen Sie im Herbst ruhig auch andere Samenstände stehen, etwa von Disteln, Karden und Wegwarte. Sie bieten Finken bis in den Winter hinein Nahrung und Deckung.

Häufige Fehler mit schwarzen Sonnenblumenkernen

  1. Eine billige Mischung statt reiner Sonnenblumenkerne kaufen. Füllstoffe wie Weizen und Milo werden von den meisten Vögeln verschmäht, und verschmähtes Futter wird zum Nährboden für Bakterien und Pilze.
  2. Futter nass liegen lassen. Verklumptes, schimmeliges Futter in der Futterstelle wegwerfen und die Futterstelle reinigen.
  3. Den Schalenberg ignorieren. Er wächst schneller, als man denkt.
  4. Erwarten, dass Vögel sofort kommen. Das Entdecken braucht Zeit.
  5. Sonnenblumenkerne in Eichhörnchen-Reichweite anbieten. Dann füttern Sie Eichhörnchen, nicht Vögel.
  6. Geschälte Kerne in großen Mengen anbieten. Herzen verderben schnell, also nur den Bedarf von ein bis zwei Tagen einfüllen.

Schwarze Sonnenblumenkerne im Jahreslauf

  • Winter: Jetzt zählt der hohe Fettgehalt am meisten. Halten Sie die Futterstellen gefüllt, besonders vor Kälteeinbrüchen und Schnee. Bieten Sie auch Wasser an, Vögel brauchen es selbst bei Frost.
  • Frühling: Durchziehende Bergfinken und Erlenzeisige legen manchmal noch Pausen an Sonnenblumen-Futterstellen ein.
  • Sommer: Altvögel bringen flügge Junge an die Futterstelle. Bei Wärme und Feuchtigkeit öfter reinigen.
  • Herbst: Meisen, Kleiber und Eichelhäher legen Vorräte an, die Futterstellen leeren sich schneller.

So haben wir ausgewählt

Wir haben keine eigenen Fütterungsversuche durchgeführt. Dieser Ratgeber stützt sich auf die Hinweise zur Vogelfütterung von Project FeederWatch und dem Cornell Lab of Ornithology, auf Empfehlungen europäischer Naturschutzverbände wie NABU und Schweizerische Vogelwarte, auf Anbaudaten des Agricultural Marketing Resource Center, auf Nährwertangaben von Herstellern und auf Muster in verifizierten Kundenbewertungen. Die bekannten US-Marken für Sonnenblumenkerne sind in Europa kaum erhältlich, und das Angebot unterscheidet sich von Land zu Land. Deshalb nennen wir hier Produkttypen statt einzelner Marken: reine schwarze Sonnenblumenkerne ohne Füllstoffe, in Packungsgrößen für unterschiedlich starke Fütterung.

Schwarze Sonnenblumenkerne im Großsack

Reine schwarze Sonnenblumenkerne in Säcken von etwa 10 bis 25 kg. Sie passen zu Gärten mit mehreren Futterstellen oder viel Betrieb im Winter, wo ein großer Sack verbraucht ist, solange er frisch ist. Achten Sie auf den Hinweis „ambrosiakontrolliert“ und auf eine saubere, staubarme Ware.

Nicht kaufen, wenn Sie wenig füttern oder keinen kühlen, trockenen und mäusesicheren Lagerplatz haben.

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Schwarze Sonnenblumenkerne in kleinen Beuteln

Dieselbe Sorte in Beuteln von etwa 1 bis 5 kg. Kleine Packungen sind sinnvoll für eine einzelne Futterstelle, einen Balkon oder den Einstieg.

Nicht kaufen, wenn Sie ohnehin alle paar Wochen einen großen Sack leeren.

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Einen breiteren Überblick über Futtersorten finden Sie in unserem Ratgeber zum besten Vogelfutter für möglichst viele Arten.

Quellen

Ausrüstung in diesem Ratgeber

01 Bester Großsack

Schwarze Sonnenblumenkerne im Großsack

Reine schwarze Sonnenblumenkerne ohne Füllstoffe im großen Sack, passend für eine stark besuchte Futterstelle über den ganzen Winter.

Ideal für
Gärten mit mehreren Futterstellen oder viel Betrieb im Winter.
Nicht kaufen, wenn
Sie wenig füttern und keinen kühlen, trockenen und mäusesicheren Lagerplatz für einen großen Sack haben.
Inhalt
100 % schwarze Sonnenblumenkerne
Typische Sackgrößen
10 bis 25 kg
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02 Beste kleine Packung

Schwarze Sonnenblumenkerne in kleinen Beuteln

Dieselbe Sorte in kleineren Beuteln, damit Sie nur kaufen, was Sie frisch verbrauchen.

Ideal für
Neue Futterstellen, Balkone und kleine Gärten, in denen ein kleiner Beutel frisch bleibt.
Nicht kaufen, wenn
Sie ohnehin alle paar Wochen einen großen Sack leeren. Große Säcke kosten pro Kilo meist weniger.
Inhalt
Schwarze Sonnenblumenkerne
Typische Packungsgrößen
1 bis 5 kg
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Häufige Fragen

Welche Vögel fressen schwarze Sonnenblumenkerne?

Fast alle Körnerfresser an der Futterstelle. In Mitteleuropa sind das vor allem Kohl-, Blau- und Tannenmeisen, Kleiber, Grünfinken, Buchfinken, Bergfinken, Gimpel, Kernbeißer, Haus- und Feldsperlinge sowie gelegentlich Buntspechte und Eichelhäher. Die dünne Schale können auch kleine Vögel öffnen, deshalb lockt diese Sorte die größte Artenvielfalt an.

Was ist der Unterschied zwischen schwarzen und gestreiften Sonnenblumenkernen?

Schwarze Sonnenblumenkerne sind kleiner, haben eine dünnere Schale und enthalten mehr Öl. Gestreifte Kerne sind größer und haben eine dicke, gestreifte Schale. Die dicke Schale erschwert Haussperlingen das Öffnen, deshalb können gestreifte Kerne helfen, wo Sperlinge dominieren. Dafür kommen aber auch weniger kleine Vögel damit zurecht.

Fressen Eichhörnchen schwarze Sonnenblumenkerne?

Ja, sehr gern. Schützen Sie Futterstellen mit einem richtig platzierten Schutzkegel oder einem Futterspender, der unter dem Gewicht eines Eichhörnchens schließt. Wenn Eichhörnchen trotzdem überwiegen, kann es helfen, eine Futterstelle auf Saflor umzustellen, den viele Eichhörnchen weniger mögen. Viele Gartenbesitzer füttern Eichhörnchen aber auch bewusst mit.

Machen schwarze Sonnenblumenkerne Dreck?

Ja. Vögel knacken die Kerne und lassen die Schalen fallen, die sich unter der Futterstelle sammeln und Rasen ersticken können. Abhilfe schaffen geschälte Sonnenblumenkerne oder Sonnenblumenbruch, die keine Schalen hinterlassen. Bieten Sie davon aber nur so viel an, wie in ein bis zwei Tagen gefressen wird, denn geschälte Kerne verderben schnell.

Wie lagere ich schwarze Sonnenblumenkerne richtig?

In einem dicht schließenden Behälter aus Metall oder festem Kunststoff an einem kühlen, trockenen Ort wie Garage, Keller oder Gartenhaus. Feuchtigkeit führt zu Schimmel, Wärme lässt die ölhaltigen Kerne schneller ranzig werden. Kaufen Sie eine Menge, die Sie in einigen Wochen bis zwei Monaten verbrauchen, und entsorgen Sie Futter, das muffig riecht oder verklumpt ist.