Bergfinken anlocken: Futter, Futterstelle und Wintertipps

Bergfinken anlocken: Der Wintergast aus dem Norden frisst geschälte Sonnenblumenkerne und Bucheckern am Boden. So füttern Sie ihn von Oktober bis März richtig.

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Ein männlicher Bergfink im Winterkleid mit orangefarbener Brust und Schulter sitzt im Schnee neben einer Futterschale mit Sonnenblumenkernen (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Bergfink auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich einen Bergfink?
  3. Woher kommen Bergfinken und wann sind sie da?
  4. Was fressen Bergfinken?
  5. Welche Futterstellen eignen sich für Bergfinken?
  6. Wasser für Bergfinken
  7. Heimische Pflanzen für Bergfinken
  8. Nisten: Brauchen Bergfinken einen Nistkasten?
  9. Bergfinken im Jahreslauf
  10. Bergfinken beobachten und melden
  11. Probleme und Lösungen
  12. Häufige Fehler
  13. Kurz zusammengefasst
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Bergfinken anlocken Sie mit geschälten Sonnenblumenkernen, Sonnenblumenbruch und feinen Körnern auf einer flachen Futterschale oder einer sauberen Bodenfutterstelle, mit Bäumen und Hecken in 2 bis 3 m Entfernung. Das klappt nur im Winterhalbjahr: Die Wintergäste unter den Finken brüten im hohen Norden und kommen von Oktober bis März nach Deutschland, oft gemeinsam mit Buchfinken. Ob und wie viele Bergfinken kommen, hängt allerdings stark von der Buchenmast ab: In manchen Wintern erscheinen große Trupps, in anderen bleiben sie ganz aus.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Bergfinken sicher vom Buchfink unterscheiden, warum ihr Auftreten so schwankt, welches Futter und welche Futterstelle passen und wie Sie Probleme wie Krankheiten, Katzen und Ratten an der Winterfutterstelle vermeiden. Grundlage sind gut belegte ornithologische Fakten sowie Informationen von NABU, LBV, der Schweizerischen Vogelwarte und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten.

Bergfink auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 14 bis 16 cm lang, etwa so groß wie ein Buchfink
Gewichtmeist etwa 20 bis 30 g, im Winter oft schwerer als im Sommer
Verbreitung in Deutschlandim ganzen Land als Wintergast, Häufigkeit schwankt stark
Jahreszeitmeist Oktober bis März, einzelne Vögel bis in den April
Nahrungim Winter Bucheckern und Samen, im Sommer vor allem Insekten
Futterstelleam Boden, auf Futterschalen und im Futterhaus
Nistenbrütet in Nordeuropa, in Deutschland praktisch nicht
Typische BegleiterBuchfinken, Grünfinken, Goldammern, Sperlinge

Wie erkenne ich einen Bergfink?

Der Bergfink hat die Figur eines Buchfinken, wirkt aber etwas kompakter und hat einen etwas kürzeren Schwanz mit leicht gekerbter Spitze. Sein auffälligstes Merkmal ist die Farbe: Brust und Schultern leuchten orange, der Bauch ist weiß, und an den Flanken sitzen dunkle Flecken. Das sicherste Kennzeichen zeigt er im Abflug: einen länglichen, weißen Bürzel, der zwischen den dunklen Flügeln aufblitzt.

Männchen, Weibchen und Jungvögel

  • Männchen im Winter: Kopf und Rücken gefleckt braun und schwarz, Brust und Schultern kräftig orange, Schnabel gelblich mit dunkler Spitze. So sehen Sie ihn in Deutschland am häufigsten.
  • Männchen im Brutkleid: Kopf und Rücken tiefschwarz glänzend, der Schnabel wird schwarz. Die schwarzen Federn entstehen nicht durch eine neue Mauser, sondern weil sich die hellbraunen Federspitzen über den Winter abnutzen. Im März und April sehen Sie deshalb oft Männchen mit schon fast schwarzem Kopf.
  • Weibchen: blasser, mit grau-braunem Kopf, zwei dunklen Seitenstreifen am Hinterkopf und hellgrauen Halsseiten. Die Brust ist hell orange bis ocker, die Schultern sind blasser als beim Männchen. Der weiße Bürzel ist genauso vorhanden.
  • Jungvögel im ersten Winter: ähneln den Weibchen oder sehen aus wie matte Männchen. Für die Beobachtung am Futterplatz reicht es, die Art zu erkennen.

Rufe und Gesang

Im Winter hören Sie vom Bergfink vor allem einen nasalen, etwas gequetschten Ruf, oft als “kwäk” oder “jäk” beschrieben, und im Trupp ein leises Zwitschern. Der Gesang, den Männchen im Brutgebiet vortragen, ist ein gedehntes, schnarrendes “dschrüüü”, das an einen Grünfink erinnert. Diesen Gesang hören Sie in Deutschland selten, am ehesten an milden Tagen im Frühling, bevor die Vögel nach Norden aufbrechen. Wer Vogelstimmen systematisch lernen will, beginnt am besten mit unserem Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten.

Verwechslungsarten

  • Buchfink: der wichtigste Doppelgänger, oft im gleichen Trupp. Olivgrüner statt weißer Bürzel, zwei klare weiße Flügelbinden, weiße Schwanzkanten, keine orange Schulter. Das Weibchen ist graubraun, ohne Orange.
  • Gimpel, Weibchen: ebenfalls weißer Bürzel, aber schwarze Kappe, graubraune Brust und ein dicker, kurzer schwarzer Schnabel.
  • Rotkehlchen: orange Brust, aber schlanker Insektenfresserschnabel, kein weißer Bürzel und kein geflecktes Gefieder. Das Orange reicht beim Rotkehlchen bis ins Gesicht.
  • Haussperling, Weibchen: graubraun ohne Orange, ohne weißen Bürzel.

Woher kommen Bergfinken und wann sind sie da?

Bergfinken brüten in lichten Birkenwäldern und Nadelwäldern Skandinaviens, Finnlands und Russlands, weit bis nach Sibirien. Im Herbst ziehen die meisten nach Süden und Südwesten, und Mitteleuropa gehört zu den wichtigsten Überwinterungsgebieten. In Deutschland treffen die ersten Trupps meist im Oktober ein, der Höhepunkt liegt zwischen November und Februar, im März beginnt der Heimzug. Einzelne Vögel bleiben bis in den April.

Die Buchenmast bestimmt das Winterbild

Kein anderer Gartenvogel zeigt so deutlich, wie stark ein Wintergast von einer einzigen Nahrungsquelle abhängt. Buchen tragen nicht jedes Jahr gleich viele Bucheckern. In sogenannten Mastjahren hängen die Bäume voll, in anderen Jahren tragen sie kaum. Bergfinken suchen gezielt die Gebiete mit viel Buchenmast auf. Dort sammeln sie sich zu großen Schwärmen, die tagsüber den Waldboden absuchen und abends gemeinsam in dichten Nadelbaumbeständen schlafen. Aus der Schweiz und aus Süddeutschland sind Schlafplätze bekannt, an denen sich in Invasionswintern riesige Zahlen versammelt haben, die Schweizerische Vogelwarte hat solche Ereignisse mehrfach beschrieben.

Für Ihren Garten bedeutet das: Tragen die Buchen in Ihrer Region viele Bucheckern, bleiben Bergfinken oft im Wald und kommen erst dann in Gärten, wenn Schnee den Waldboden bedeckt oder die Bucheckern aufgebraucht sind. In Jahren ohne Buchenmast verteilen sie sich stärker auf Stoppelfelder, Waldränder und Futterstellen. Ein leerer Winter liegt also nicht an Ihrem Garten.

Schnee als Auslöser

Viele Gartenbesitzer sehen Bergfinken zum ersten Mal bei geschlossener Schneedecke. Dann ist der Waldboden unerreichbar, und die Trupps weichen in Siedlungen aus. Eine gut bestückte Bodenfutterstelle, die Sie freihalten, kann in solchen Tagen Dutzende Finken anziehen. Deshalb lohnt es sich, gerade bei Schneefall regelmäßig nachzufüllen und die Futterfläche freizufegen.

Was fressen Bergfinken?

Bergfinken ändern ihre Ernährung im Jahresverlauf deutlich:

  • Sommer im Brutgebiet: vor allem Insekten, Raupen und Spinnen, mit denen auch die Jungen gefüttert werden. Die Birkenwälder im Norden bieten dafür in manchen Jahren große Mengen an Spannerraupen.
  • Herbst und Winter: Bucheckern an erster Stelle, dazu Samen von Wildkräutern, Getreidekörner auf Stoppelfeldern, Samen von Birken, Fichten und anderen Bäumen.

Wie der Buchfink sucht der Bergfink seine Nahrung überwiegend am Boden. Er wendet dabei mit dem Schnabel Laub um und pickt Samen auf. Nur gelegentlich klettert er an Samenstände oder Futtersäulen.

Das beste Futter für Bergfinken

FutterWie gut?Hinweise
Sonnenblumenkerne geschält, Sonnenblumenbruchsehr gutohne Schalen, wenig Abfall, ideal für den Finkenschnabel
Schwarze Sonnenblumenkernegutwerden geknackt, geschälte Kerne sind beliebter
Hanf, Hirse, feine Körnermischungensehr gutam Boden oder auf der Futterschale
Haferflockenguttrocken anbieten
Bucheckernsehr gutnatürliches Hauptfutter, wenn Sie Buchen im Garten haben
Nigersaat (Ramtillkraut)mäßigwird eher aufgesammelt als am Spender gefressen
Ganze Erdnüsse, FettknödelkaumBergfinken picken höchstens Krümel

Mehr zu Sonnenblumenkernen lesen Sie in unserem Ratgeber Schwarze Sonnenblumenkerne. Mischungen ohne Schalen, die weniger Dreck unter der Futterstelle hinterlassen, stellt der Artikel Vogelfutter ohne Schalen vor. Allgemeine Tipps zur kalten Jahreszeit finden Sie unter Vögel im Winter richtig füttern.

Wie viel Futter für einen Bergfinkentrupp?

Bergfinken kommen selten allein. Ein Trupp kann über Nacht auf mehrere Dutzend Vögel anwachsen und eine Futterschale in kurzer Zeit leeren. Bieten Sie lieber mehrmals am Tag kleine Portionen an als einmal eine große Menge. So bleibt das Futter trocken, und nichts bleibt über Nacht liegen, das Ratten anlockt. Wird der Andrang sehr groß, verteilen Sie das Futter auf zwei oder drei Stellen, damit sich die Vögel weniger drängen. Das senkt auch das Risiko, dass Krankheiten weitergegeben werden.

Welche Futterstellen eignen sich für Bergfinken?

  1. Futterschale oder Bodenplattform: die beste Wahl. Eine flache Schale mit Gitterboden in Bodennähe oder bis etwa 1 m Höhe hält das Futter trocken und bietet viel Platz für einen Trupp. Verschiedene Bauformen zeigt unser Ratgeber Futterplattformen und Futterschalen.
  2. Klassisches Futterhaus mit Futtersilo: wird gern angenommen, weil die Vögel darin sitzen können, ohne im Futter zu stehen. Bei großen Trupps ist der Platz allerdings schnell knapp.
  3. Auffangschale unter der Futtersäule: eine Schale unter einer Säule mit Sonnenblumenkernen fängt herabfallendes Futter auf. Bergfinken nutzen sie wie eine Bodenfutterstelle.
  4. Freigefegte Fläche bei Schnee: Fegen Sie eine kleine Fläche frei und streuen Sie dort Sonnenblumenbruch. Das funktioniert gut, ist aber weniger hygienisch. Nur kleine Mengen streuen und die Stelle regelmäßig wechseln.

Stellen Sie die Futterstelle so auf, dass sich in 2 bis 3 m Entfernung Bäume oder eine Hecke befinden, in die der Trupp bei Gefahr fliehen kann. Direkt neben der Futterstelle sollte keine dichte Deckung sein, in der sich Katzen verstecken. Mehr dazu im Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.

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Die Verfügbarkeit einzelner Modelle unterscheidet sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Achten Sie vor allem auf einen wasserdurchlässigen Boden und eine Fläche, die sich leicht reinigen lässt.

Bergfinken unter Buchfinken entdecken

Oft sind Bergfinken schon da, ohne dass man sie bemerkt, weil sie in einem Buchfinkentrupp mitfressen. Schauen Sie jeden Finkentrupp am Boden genau an. Achten Sie auf orange Schultern, auf Vögel ohne weiße Flügelbinden und beim Auffliegen auf weiße Bürzel. Ein Fernglas hilft sehr, gerade bei Beobachtungen vom Fenster aus. Welche Modelle sich dafür eignen, zeigt unser Ratgeber Fernglas für die Vogelbeobachtung am Fenster.

Wasser für Bergfinken

Auch im Winter brauchen Vögel Wasser zum Trinken und zur Gefiederpflege, und bei Frost ist offenes Wasser knapp. Eine flache Vogeltränke mit 3 bis 8 cm Wassertiefe, rauem Boden und freiem Blick in alle Richtungen ist ideal. Wechseln Sie das Wasser täglich, weil sich an viel besuchten Stellen Krankheitserreger anreichern. Bei Frost hilft es, morgens lauwarmes Wasser nachzufüllen oder eine beheizbare Tränke zu nutzen, Frostschutzmittel oder Salz gehören nie ins Wasser. Tipps finden Sie in den Ratgebern Vogeltränke im Winter eisfrei halten und Wo Sie eine Vogeltränke aufstellen.

Heimische Pflanzen für Bergfinken

Für einen Wintergast zählt vor allem, was der Garten zwischen Oktober und März an Samen bietet. Mit den richtigen Gehölzen und Stauden schaffen Sie eine natürliche Nahrungsquelle, die Futterstellen ergänzt.

Bäume und Hecken

  • Rotbuche: der wichtigste Baum für Bergfinken. Schon eine ältere Buche oder eine hohe Buchenhecke, die Früchte trägt, kann in Mastjahren Finken anziehen. Hecken, die jedes Jahr streng geschnitten werden, tragen allerdings kaum Bucheckern.
  • Hainbuche: liefert kleine Nüsschen und ist als dichte Hecke eine gute Deckung.
  • Hängebirke und Moorbirke: die Samen fallen den Winter über und werden von Finken und Zeisigen gefressen. Bergfinken kennen Birken aus ihrer Brutheimat.
  • Fichte, Kiefer und Lärche: Samen und dichte Schlafplätze im Winter.
  • Erle und Ahorn: Samen im Herbst und Winter.

Wildkräuter und Samenstände

Bergfinken fressen die Samen vieler Wildkräuter und Gräser, etwa von Vogelmiere, Knöterich, Gänsefuß und Melde. Lassen Sie Stauden, Gräser und Wildkräuter über den Winter stehen und schneiden Sie erst im Frühling zurück. Welche Pflanzen sich besonders lohnen, zeigt der Ratgeber Samenstände für Finken im Winter stehen lassen.

Laub unter den Bäumen lassen

Bergfinken suchen Bucheckern und Samen im Falllaub. Wer Laub unter Bäumen und Hecken liegen lässt, schafft genau die Fläche, auf der Bergfinken natürlich nach Nahrung suchen, und hilft zugleich vielen überwinternden Insekten. Warum das wichtig ist, lesen Sie in Laub liegen lassen.

Nisten: Brauchen Bergfinken einen Nistkasten?

Nein. Bergfinken brüten in Deutschland praktisch nicht, und auch im Norden sind sie Freibrüter. Das Weibchen baut ein napfförmiges Nest aus Moos, Flechten, Halmen und Birkenrinde, meist in Birken oder Nadelbäumen. Das Gelege umfasst meist 5 bis 7 Eier. Weil der Bergfink bei uns ein Wintergast ist, konzentriert sich alles, was Sie für ihn tun können, auf das Winterhalbjahr: Futter, Wasser, Deckung und Ruhe.

Wer trotzdem Nistkästen im Garten aufhängen möchte, hilft damit anderen Arten, zum Beispiel Meisen, Feldsperlingen oder Kleibern. Die passenden Lochgrößen finden Sie in unserer Übersicht Nistkasten-Lochgrößen nach Vogelart.

Bergfinken im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarTrupps am Futterplatz, oft mit BuchfinkenFutter am Boden und in Schalen, Wasser eisfrei
FebruarHöhepunkt vieler Wintervorkommenbei Schnee Flächen freifegen und nachfüllen
MärzHeimzug beginnt, Männchen färben sich dunkelFutter weiter anbieten, Mengen anpassen
Aprilletzte Vögel ziehen nach NordenFutterstelle gründlich reinigen
MaiBrutzeit in Skandinavien und RusslandGarten naturnah gestalten, Laubbäume pflanzen
JuniJungenaufzucht im Nordenkeine Bergfinken in Deutschland
JuliMauser im BrutgebietSamenstauden wachsen lassen
AugustFamilien streifen im Norden umherSamenstände nicht abschneiden
Septembererste Bewegungen nach SüdenBuchen auf Bucheckern prüfen
OktoberAnkunft der ersten TruppsBodenfutterstelle einrichten
NovemberTrupps in Buchenwäldern und auf FeldernLaub unter Bäumen liegen lassen
DezemberGartenbesuche vor allem bei Schneekleine Portionen, Stelle wechseln

Bergfinken beobachten und melden

Weil Bergfinken so unregelmäßig auftreten, sind Gartenbeobachtungen für Fachleute besonders wertvoll. Bei der “Stunde der Wintervögel” von NABU und LBV im Januar zählen Sie eine Stunde lang die höchste gleichzeitig gesehene Zahl jeder Art und melden sie. In Invasionswintern springt der Bergfink in diesen Auswertungen deutlich nach oben, in anderen Jahren taucht er kaum auf. Ganzjährig können Sie Beobachtungen auf ornitho.de, dem Meldeportal des DDA, oder über eBird eintragen. Notieren Sie die Truppgröße und ob es Schnee gab. Aus vielen Meldungen lässt sich ablesen, wie Buchenmast, Wetter und Zugbewegungen zusammenhängen.

Probleme und Lösungen

Krankheiten an vollen Futterstellen

Wo sich viele Finken drängen, können sich Krankheiten ausbreiten. Die bekannteste ist die Trichomonose, eine Infektion mit einem Einzeller, die über Futter und Wasser übertragen wird. Am häufigsten trifft sie Grünfinken, aber auch andere Finken können erkranken. Typisch sind aufgeplusterte, apathische Vögel, die kaum fliehen, verklebtes Gefieder am Schnabel und Mühe beim Schlucken. Sehen Sie solche Vögel, stellen Sie Futter und Wasser für einige Wochen ein und reinigen Sie alles gründlich. Auch Salmonellen treten an Winterfutterstellen gelegentlich auf. Mehr dazu in unseren Ratgebern Kranke Vögel am Futterhaus und Vogelfutterhaus reinigen.

Sperber am Futterplatz

Große Finkentrupps ziehen Sperber an. Das ist ein natürlicher Teil des Winters. Etwas Deckung in 2 bis 3 m Abstand hilft den Finken bei der Flucht. Füttern Sie nicht direkt vor großen Glasflächen, weil panisch auffliegende Vögel sonst gegen die Scheiben prallen können.

Katzen

Am Boden fressende Trupps sind für Katzen leichte Beute, besonders wenn die Vögel auf Schnee gut sichtbar sind und hungrig weniger aufpassen. Stellen Sie Bodenfutterstellen auf offene Flächen mit Rundumsicht und nicht direkt neben Büsche. Tipps finden Sie in unserem Artikel Vögel vor Katzen schützen.

Ratten und Tauben

Streufutter am Boden lockt Ratten und Tauben an, besonders wenn abends Reste liegen bleiben. Bieten Sie nur so viel an, wie bis zum Nachmittag gefressen wird, und nutzen Sie eine Futterschale mit Gitterboden statt offener Haufen. Weitere Tipps enthält der Ratgeber Ratten von Vogelfutterstellen fernhalten.

Häufige Fehler

  • Nur hängende Futtersäulen anbieten. Bergfinken fressen fast immer am Boden oder auf Futterschalen.
  • Große Mengen Streufutter auf einmal. Es wird nass, verdirbt und lockt Ratten an.
  • Futterstellen nie reinigen. Große Trupps erhöhen das Krankheitsrisiko deutlich.
  • Buchenhecken jedes Jahr streng schneiden. Dann tragen sie kaum Bucheckern.
  • Alles Laub entfernen. Damit fehlt die Fläche, auf der Bergfinken natürlich Samen suchen.
  • Billige Mischungen mit viel Weizen und Mais. Finken picken die feinen Samen heraus, der Rest bleibt liegen.
  • Enttäuscht aufgeben, wenn keine Bergfinken kommen. Ihr Auftreten schwankt von Winter zu Winter, und im nächsten Jahr kann alles anders aussehen.

Kurz zusammengefasst

Bergfinken sind Wintergäste aus Nordeuropa, die in Deutschland von Oktober bis März auftauchen, in manchen Jahren in großen Trupps, in anderen kaum. Sie locken sie mit geschälten Sonnenblumenkernen, Sonnenblumenbruch, Hanf und feinen Körnern auf einer Futterschale oder einer sauberen Bodenfutterstelle an, am besten mit Bäumen und Hecken in der Nähe. Buchen, Birken, Samenstände und liegendes Laub ergänzen das Angebot auf natürliche Weise. Einen Nistkasten brauchen Bergfinken nicht, aber saubere Futterstellen und frisches Wasser, damit die Trupps gesund durch den Winter kommen.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Wann kommen Bergfinken nach Deutschland?

Bergfinken brüten in Skandinavien und Russland und sind in Deutschland vor allem Wintergäste. Die ersten Trupps erscheinen meist im Oktober, der Wegzug in die Brutgebiete beginnt im März und ist im April weitgehend abgeschlossen. Wie viele kommen, schwankt stark von Jahr zu Jahr und hängt vor allem davon ab, wie viele Bucheckern die Buchen in Mitteleuropa und im Norden tragen.

Was fressen Bergfinken am Futterhaus?

Am liebsten geschälte Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenbruch, Hanf, Hirse und feine Körnermischungen, die sie am Boden oder auf einer flachen Futterschale aufpicken. In der Natur sind Bucheckern im Winter ihre wichtigste Nahrung. Schwarze Sonnenblumenkerne knacken sie ebenfalls. Hängende Futtersäulen nutzen Bergfinken seltener, sie sammeln aber gern auf, was Meisen und Grünfinken fallen lassen.

Wie unterscheidet man Bergfink und Buchfink?

Der Bergfink hat eine orange Brust und orange Schultern, einen weißen Bürzel und keine weißen Schwanzkanten. Der Buchfink hat einen olivgrünen Bürzel, zwei weiße Flügelbinden und weiße Außenkanten am Schwanz. Im Flug ist der weiße Bürzel des Bergfinken das beste Merkmal. Auch der nasale Ruf, ein gequetschtes 'kwäk', unterscheidet ihn vom hellen 'pink' des Buchfinken.

Warum kommen in manchen Wintern viele Bergfinken und in anderen keine?

Bergfinken folgen der Buchenmast. Tragen die Buchen in einem Gebiet viele Bucheckern, sammeln sich dort große Schwärme, manchmal mit Schlafplätzen von sehr vielen Vögeln. In Jahren mit wenig Bucheckern im Norden ziehen mehr Bergfinken nach Mitteleuropa, und in Jahren ohne Buchenmast bei uns verteilen sie sich stärker auf Felder und Gärten. Ein Garten kann deshalb in einem Winter voller Bergfinken sein und im nächsten leer bleiben.

Brüten Bergfinken in Deutschland?

Praktisch nicht. Bergfinken brüten in lichten Birken- und Nadelwäldern Skandinaviens, Finnlands und Russlands. Bruten in Deutschland sind große Ausnahmen. Deshalb brauchen Sie für Bergfinken keinen Nistkasten. Wichtig sind im Garten Winterfutter, sauberes Wasser, Buchen oder andere samentragende Bäume und eine ruhige, übersichtliche Futterstelle mit Deckung in der Nähe.