Tannenmeise anlocken: Futter, Nistkasten und Nadelbäume
Tannenmeisen anlocken: geschälte Sonnenblumenkerne und Fettfutter nahe an Nadelbäumen anbieten, Fichten und Kiefern stehen lassen, Nistkasten mit 26 bis 28 mm.
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In diesem Artikel
- Tannenmeise auf einen Blick
- Wie erkenne ich eine Tannenmeise?
- Wo leben Tannenmeisen?
- Was fressen Tannenmeisen?
- Welche Futterstellen eignen sich für Tannenmeisen?
- Wasser für Tannenmeisen
- Heimische Pflanzen für Tannenmeisen
- Nistplatz und Nistkasten für Tannenmeisen
- Tannenmeisen im Jahreslauf
- Probleme und Lösungen
- Häufige Fehler
- Kurz zusammengefasst
- Quellen
- Häufige Fragen
Eine Tannenmeise anlocken können Sie am besten, wenn Sie zwei Dinge kombinieren: Nadelbäume in der Nähe und eine Futterstelle mit kleinen, geschälten Kernen. Geschälte Sonnenblumenkerne, fein gehackte Erdnüsse und Fettfutter nahe an Fichten, Kiefern oder Eiben werden im Herbst und Winter oft innerhalb weniger Tage entdeckt. Für Bruten braucht die Tannenmeise einen Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch oder natürliche Höhlen, gern auch tief am Boden.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Tannenmeisen sicher von Kohl- und Sumpfmeisen unterscheiden, warum sie ständig Futter verstecken, welche Futterstellen und Pflanzen passen, wie ein Nistplatz aussieht und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Er folgt gut belegtem ornithologischem Wissen und den Empfehlungen von NABU, LBV und Vogelwarte.
Tannenmeise auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | etwa 10 bis 11,5 cm lang, Spannweite rund 17 bis 21 cm |
| Gewicht | meist etwa 8 bis 10 g |
| Verbreitung in Deutschland | weit verbreitet, am häufigsten in Nadel- und Mischwäldern der Mittelgebirge und Alpen; in Gärten mit Nadelbäumen |
| Jahreszeit | Standvogel; in manchen Wintern starker Zuzug aus Nord- und Osteuropa |
| Nahrung | Insekten und Spinnen, Samen von Fichte, Kiefer und anderen Nadelbäumen |
| Futterstelle | Futtersäule, Fettfutterhalter, Erdnussspender, Fensterfutterhaus |
| Nisten | Höhlenbrüter, oft tief am Boden; Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch |
| Gelege | meist 7 bis 10 Eier, oft 2 Bruten im Jahr |
Wie erkenne ich eine Tannenmeise?
Die Tannenmeise ist eine der kleinsten heimischen Meisen. Sie wirkt großköpfig und kurzschwänzig. Kopf und Kehle sind glänzend schwarz, die Wangen weiß. Das wichtigste Merkmal ist der weiße Nackenfleck, der am schwarzen Hinterkopf wie ein weißer Strich aussieht. Der Rücken ist olivgrau, die Unterseite hell beige bis gräulich, und auf den Flügeln fallen zwei deutliche weiße Binden aus hellen Punkten auf. Wenn die Tannenmeise erregt ist, stellt sie die Kopffedern leicht auf, sodass ein kleiner Schopf entsteht.
Männchen, Weibchen und Jungvögel
Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Jungvögel im Frühsommer haben gelbliche Wangen und einen gelblichen Nackenfleck, der schwarze Kopf ist matter. Nach der Jugendmauser im Spätsommer sehen sie den Altvögeln ähnlich.
Gesang und Rufe
- Gesang: ein schnelles, helles, rhythmisch wiederholtes “wize-wize-wize” oder “sitje-sitje-sitje”, höher und dünner als bei der Kohlmeise. Tannenmeisen singen schon an sonnigen Tagen im Spätwinter.
- Rufe: feine, hohe “si” und “tsi”-Laute im Trupp, dazu ein klagendes “tüih”.
Im dichten Nadelwald hören Sie Tannenmeisen meist, bevor Sie sie sehen, denn sie halten sich gern hoch in den Wipfeln auf.
Verwechslungsarten
- Kohlmeise: viel größer, mit leuchtend gelber Brust und breitem schwarzem Bauchstreifen, ohne weißen Nackenfleck.
- Sumpfmeise und Weidenmeise: ähnlich klein und mit schwarzer Kappe, aber ohne weißen Nackenfleck, ohne weiße Flügelbinden und mit kleinem schwarzem Kinnfleck statt eines großen Latzes. Die Wangen gehen in einen hellbraunen Rücken über.
- Haubenmeise: ebenfalls in Nadelwäldern, aber mit auffälliger schwarz-weiß gemusterter Federhaube und brauner Oberseite.
- Junge Kohlmeise: gelbliche Wangen wie die junge Tannenmeise, aber größer, mit gelblicher Unterseite und ohne Nackenfleck.
Wo leben Tannenmeisen?
Die Tannenmeise ist eng an Nadelbäume gebunden. Am häufigsten ist sie in Fichten-, Tannen- und Kiefernwäldern sowie in Mischwäldern der Mittelgebirge und der Alpen. In Parks, auf Friedhöfen und in Gärten kommt sie vor allem dort vor, wo Fichten, Kiefern, Lärchen, Douglasien oder Eiben wachsen. In reinen Laubholzgegenden ohne Nadelbäume ist sie seltener.
Tannenmeisen sind überwiegend Standvögel. In manchen Jahren kommt es aber zu großen Wanderbewegungen: Wenn in Nord- und Osteuropa nach einem guten Brutjahr wenig Nadelbaumsamen vorhanden sind, ziehen viele Tannenmeisen nach Westen und Süden. Dann tauchen sie im Winter auch in Gärten auf, in denen sonst kaum eine Tannenmeise zu sehen ist. In anderen Jahren bleiben sie fast ganz in den Wäldern.
Im Winter schließen sich Tannenmeisen gemischten Trupps an, zusammen mit Haubenmeisen, Goldhähnchen, Kleibern, Waldbaumläufern und anderen Meisen. Als leichteste Art im Trupp nutzen sie gern die äußersten Zweigspitzen der Nadelbäume.

Was fressen Tannenmeisen?
Im Frühling und Sommer ernähren sich Tannenmeisen vor allem von Insekten und Spinnen, die sie zwischen Nadeln, an Zweigspitzen und in Rindenritzen finden: Blattläuse, kleine Raupen, Käferlarven, Spinnen und Insekteneier. Die Jungen werden überwiegend mit Insekten gefüttert.
Im Herbst und Winter wechseln sie stark auf Sämereien, vor allem auf die Samen von Fichten und Kiefern. Mit ihrem feinen, spitzen Schnabel holen sie die Samen aus sich öffnenden Zapfen. Dazu kommen Samen von Birken und anderen Pflanzen.
Vorratshaltung: die Meise mit dem Gedächtnis
Tannenmeisen gehören zu den eifrigsten Vorratssammlern unter den heimischen Vögeln. Im Herbst und an Futterstellen tragen sie Samen einzeln fort und verstecken sie an vielen verschiedenen Stellen: zwischen Nadeln, unter Flechten, in Rindenritzen, im Moos oder im Boden. Einen großen Teil dieser Verstecke finden sie später wieder. Das hilft ihnen, Tage mit Schnee, Frost oder schlechtem Wetter zu überstehen, an denen die Nahrungssuche kaum möglich ist.
Für Sie am Futterplatz bedeutet das: Eine einzige Tannenmeise kann eine Futtersäule in kurzer Zeit spürbar leeren, obwohl sie selbst nur einen Bruchteil frisst. Die Kerne landen verstreut in Ihrem Garten und in dem der Nachbarn. Das ist normal und für die Vögel sinnvoll.
Das beste Futter für Tannenmeisen
| Futter | Wie gut? | Hinweise |
|---|---|---|
| Sonnenblumenkerne geschält | sehr gut | ideal für den feinen Schnabel |
| Fettfutter, Meisenknödel | sehr gut | im Halter, ohne Plastiknetz |
| Erdnüsse, ungesalzen, fein gehackt | sehr gut | im feinen Gitterspender |
| Schwarze Sonnenblumenkerne mit Schale | gut | werden genommen, oft versteckt |
| Kleine Sämereien, Haferflocken | gut | in Fettfuttermischungen besonders beliebt |
| Mehlwürmer | gut | als Ergänzung im zeitigen Frühling |
| Streufutter mit Weizen, Mais | kaum | für Tannenmeisen ungeeignet |
Wer Fettfutter selbst herstellen möchte, findet Rezepte in unserem Artikel Meisenknödel selber machen. Warum geschältes Futter nicht nur für den kleinen Schnabel praktisch ist, sondern auch den Platz unter der Futterstelle sauber hält, erklärt unser Ratgeber zu Vogelfutter ohne Schalen.
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Welche Futterstellen eignen sich für Tannenmeisen?
Tannenmeisen sind klein und leicht und verdrängen am Futterplatz niemanden. Sie huschen zwischen Kohl- und Blaumeisen hindurch, schnappen sich einen Kern und verschwinden sofort wieder. Deshalb sollten Sie auf zwei Dinge achten:
- Deckung ganz nah: Tannenmeisen fühlen sich in Nadelbäumen am sichersten. Eine Futterstelle 1 bis 3 m neben einer Fichte, Kiefer oder Eibe wird viel stärker genutzt als eine frei stehende.
- Mehrere kleine Futterstellen: Eine Futtersäule mit kleinen Öffnungen, ein Gitterspender und ein Fettfutterhalter an verschiedenen Stellen verteilen den Andrang, sodass die kleine Tannenmeise zwischen den größeren Meisen zum Zug kommt.
Gut geeignet sind Futtersäulen, Erdnussspender aus feinem Metallgitter, Fettfutterhalter und Fensterfutterhäuser. Klassische Futterhäuser werden ebenfalls genutzt, verschmutzen aber schnell. Tipps zu Höhe, Abstand und Fensterschutz finden Sie in unserem Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.
Tannenmeisen aus der Hand füttern
Tannenmeisen gelten in Wäldern mit viel Besucherverkehr, etwa an Aussichtspunkten in den Alpen oder im Schwarzwald, als besonders zutraulich. Manche nehmen dort Kerne von der flachen Hand. Im Garten gelingt das nur mit großer Geduld: immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort, ruhig stehen, geschälte Sonnenblumenkerne auf der flachen Hand. Zwingen Sie nichts, und füttern Sie in Schutzgebieten nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist.

Wie schnell findet die Tannenmeise eine neue Futterstelle?
Das hängt stark von der Umgebung ab. Stehen in Ihrem Garten oder in der Nachbarschaft Nadelbäume, in denen Tannenmeisen ohnehin unterwegs sind, entdecken sie eine neue Futtersäule im Herbst oft innerhalb weniger Tage. Meist folgen sie dabei Kohl- und Blaumeisen, die neue Futterquellen schneller finden. In Gärten ohne Nadelbäume, weit entfernt vom nächsten Wald, kann es Wochen dauern, und in manchen Wintern kommt überhaupt keine Tannenmeise. Das liegt dann nicht an Ihrer Futterstelle, sondern am Lebensraum und am Zuggeschehen. Wenn Sie in einem Winter mit starkem Einflug aus dem Norden plötzlich viele Tannenmeisen sehen, lohnt es sich, im Folgejahr einen Nadelbaum oder eine Eibenhecke zu pflanzen, damit einige dauerhaft bleiben.
Tannenmeisen in kalten Winternächten
Mit rund 9 g gehört die Tannenmeise zu den leichtesten Vögeln Mitteleuropas. Kleine Vögel verlieren im Verhältnis zu ihrer Größe besonders viel Wärme, und eine lange Frostnacht zehrt einen großen Teil ihrer Fettreserven auf. Tannenmeisen übernachten deshalb geschützt in dichten Nadelzweigen, in Baumhöhlen, Mauerritzen oder Nistkästen. Sie plustern ihr Gefieder auf und senken in der Nacht ihre Körpertemperatur etwas ab, um Energie zu sparen. Morgens müssen sie schnell wieder fressen. Füllen Sie die Futterstelle deshalb am besten abends oder sehr früh am Morgen auf, damit beim ersten Licht Futter bereitsteht. Genau in diesen Stunden zahlen sich auch die versteckten Vorräte aus, die die Tannenmeise im Herbst angelegt hat.
Wasser für Tannenmeisen
Tannenmeisen trinken und baden regelmäßig, auch im Winter. Eine flache Vogeltränke mit höchstens 5 cm Wassertiefe und einem Stein als Landeplatz reicht. Stellen Sie sie in die Nähe von Deckung, aber so, dass sich keine Katze unbemerkt nähern kann. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und bieten Sie an Frosttagen morgens frisches Wasser an.
Heimische Pflanzen für Tannenmeisen
Kein Futterhaus ersetzt für Tannenmeisen einen Nadelbaum. Wenn Sie Platz haben, ist ein heimischer Nadelbaum die wirkungsvollste Maßnahme überhaupt.
Nadelbäume
- Gemeine Fichte: Samen in den Zapfen, dichte Zweige als Schutz und viele Insekten zwischen den Nadeln. In kleinen Gärten wird sie allerdings sehr groß.
- Waldkiefer: lichter, gut für sonnige, trockene Standorte, Samen in den Zapfen.
- Weißtanne: die namensgebende Tanne, heimisch in Mittelgebirgen und Alpen, schattenverträglich.
- Europäische Lärche: wirft im Herbst die Nadeln ab, trägt aber viele kleine Zapfen und Insekten.
- Eibe: gut schnittverträglich und damit auch für kleine Gärten und Hecken geeignet. Die roten Samenmäntel werden von Vögeln gefressen. Nadeln und Samen sind für Menschen und viele Haustiere stark giftig.
- Wacholder: klein, dicht, heimisch und für trockene Standorte.
Laubgehölze als Ergänzung
- Hängebirke und Moorbirke: Birkensamen werden im Winter gern gefressen, dazu viele Insekten.
- Erle: Samen in kleinen Zapfen, beliebt bei Zeisigen und Meisen.
- Weißdorn, Hasel, Holunder, Eberesche: Deckung, Insekten und Früchte.
Flechten, Moos und Totholz
Tannenmeisen suchen Insekten an bemoosten Ästen, unter Flechten und in rissiger Rinde. Lassen Sie Flechten an alten Bäumen und Zäunen, statt sie abzubürsten. Totholz in sicherer Lage und ein Reisighaufen bieten Insekten und Verstecke. Eine Anleitung finden Sie in unserem Artikel über den Reisighaufen für Vögel.

Nistplatz und Nistkasten für Tannenmeisen
Tannenmeisen sind Höhlenbrüter, aber anders als Kohl- und Blaumeisen brüten sie oft erstaunlich tief: in Baumstümpfen, zwischen Wurzeln, in Mauerlöchern, Felsspalten und sogar in Erdlöchern, zum Beispiel in alten Mäusegängen. Das hängt damit zusammen, dass sie in dichten Nadelwäldern mit wenigen Baumhöhlen der stärkeren Konkurrenz durch andere Meisen ausweichen.
Die wichtigsten Maße
| Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
| Flugloch | rund, 26 bis 28 mm Durchmesser |
| Innenmaß Boden | etwa 12 x 12 cm |
| Aufhänghöhe | etwa 2 bis 3 m, gern in oder nahe an Nadelbäumen |
| Ausrichtung | Flugloch nach Osten oder Südosten |
| Material | unbehandeltes Holz oder Holzbeton |
Das kleine Flugloch hält die größere Kohlmeise fern. Blaumeisen können den Kasten ebenfalls nutzen, denn sie brauchen die gleiche Lochgröße. Wenn Sie beide Arten fördern möchten, hängen Sie mehrere Kästen in einigem Abstand auf. Eine Übersicht bietet unsere Tabelle Fluglochgrößen nach Vogelart.
Aufhängen und Pflege
- Zeitpunkt: Herbst oder Winter, damit die Vögel den Kasten als Schlafplatz kennenlernen.
- Ort: in der Nähe von Nadelbäumen, ruhig, nicht direkt über einer Mauer oder einem Dach, von dem aus Katzen das Flugloch erreichen.
- Marderschutz: Da Tannenmeisen oft tief brüten, sind ihre Nester für Mäuse, Marder und Katzen leichter erreichbar. Kästen aus Holzbeton sind robuster.
- Reinigung: einmal im Jahr nach der Brutzeit, meist Ende September oder Oktober, ohne Reinigungsmittel.
Brutbiologie in Kürze
- Nestbau: ab März oder April, aus Moos, gepolstert mit Tierhaaren und Federn.
- Gelege: meist 7 bis 10 Eier, weiß mit rötlichen Flecken.
- Brutdauer: etwa zwei Wochen, das Weibchen brütet.
- Nestlingszeit: etwa drei Wochen.
- Bruten: häufig zwei im Jahr, anders als bei der Blaumeise.
Tannenmeisen im Jahreslauf
| Monat | Was im Garten passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Januar | Tannenmeisen in gemischten Trupps, Vorräte werden geplündert | Futter und eisfreies Wasser |
| Februar | erster Gesang an sonnigen Tagen | Nistkästen aufhängen |
| März | Revierbildung, Nestsuche | Nadelbäume nicht fällen |
| April | Nestbau und Eiablage | Ruhe am Nistplatz |
| Mai | Nestlinge | keine Insektizide |
| Juni | erste Junge fliegen aus, Zweitbrut | Wasser täglich frisch |
| Juli | Familientrupps in Nadelbäumen | Futterstellen reinigen |
| August | Mauser, Jungvögel mit gelblichen Wangen | Zapfen und Samenstände hängen lassen |
| September | Vorratshaltung beginnt | Nistkasten reinigen |
| Oktober | in manchen Jahren Zuzug aus dem Norden | Futterstelle in Betrieb nehmen |
| November | eifriges Verstecken von Kernen | geschälte Kerne nachfüllen |
| Dezember | Trupps mit Goldhähnchen und Haubenmeisen | energiereiches Futter |
Probleme und Lösungen
Die Tannenmeise leert die Futtersäule
Das liegt an der Vorratshaltung, nicht an Verschwendung. Wenn Ihnen der Verbrauch zu hoch ist, bieten Sie kleinere Mengen an, füllen dafür aber regelmäßig nach. Ganz verhindern lässt sich das Verstecken nicht, und es muss auch nicht sein. Manche Kerne, die nie wieder abgeholt werden, keimen im Frühling in Blumentöpfen und Beeten. Auch das ist ein harmloses Zeichen dafür, dass die Tannenmeise fleißig war.
Sperber und Katzen
Sperber jagen gern an Futterstellen mit vielen kleinen Vögeln. Futterstellen nahe an dichten Nadelbäumen geben Tannenmeisen die Chance zu fliehen. Gegen Katzen hilft offener Boden rund um die Futterstelle. Mehr dazu in Vögel vor Katzen schützen.
Kranke Vögel
Aufgeplusterte, apathische Meisen am Futterplatz sind ein Warnzeichen. Nehmen Sie dann Futterstellen und Tränken vorübergehend ab und reinigen Sie sie gründlich. Die Grundregeln erklärt unser Ratgeber Vogelfutterhaus reinigen.
Häufige Fehler
- Nadelbäume fällen. Eine alte Fichte oder Eibe ist für Tannenmeisen wertvoller als jede Futtersäule.
- Futterstelle mitten auf dem Rasen. Tannenmeisen wollen die Deckung von Nadelbäumen ganz in der Nähe.
- Nur große Körner und Streufutter. Tannenmeisen brauchen kleine, geschälte Stücke.
- Meisenknödel im Plastiknetz. Vögel verfangen sich darin.
- Flugloch zu groß. Bei 32 mm übernimmt oft die Kohlmeise den Kasten.
- Flechten und Moos entfernen. Sie sind Jagdrevier für Insektensucher.
- Ungeduld. In Wintern ohne Zuzug aus dem Norden bleiben Tannenmeisen oft im Wald, auch wenn der Garten perfekt ist.
Kurz zusammengefasst
Tannenmeisen kommen dorthin, wo Nadelbäume stehen und kleine, geschälte Kerne in erreichbarer Nähe hängen. Bieten Sie geschälte Sonnenblumenkerne, fein gehackte Erdnüsse und Fettfutter ohne Netz in einer Futtersäule oder einem Gitterspender 1 bis 3 m neben einer Fichte, Kiefer oder Eibe an. Hängen Sie einen Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch auf, lassen Sie Flechten und Moos an alten Bäumen und akzeptieren Sie, dass die kleine Meise einen Teil der Kerne für schlechtere Tage versteckt.
Quellen
Häufige Fragen
Was fressen Tannenmeisen am Futterplatz?
Tannenmeisen nehmen am Futterplatz vor allem geschälte Sonnenblumenkerne, kleine Sämereien, fein gehackte ungesalzene Erdnüsse und Fettfutter. Wegen ihres dünnen Schnabels bevorzugen sie kleine, geschälte Stücke. Typisch ist, dass sie einen Kern nach dem anderen holen und ihn verstecken. In der Natur fressen sie Insekten, Spinnen und die Samen von Fichten, Kiefern und anderen Nadelbäumen.
Warum holt die Tannenmeise ständig Futter und fliegt weg?
Tannenmeisen legen intensiv Vorräte an. Sie tragen Samen einzeln fort und verstecken sie zwischen Nadeln, unter Flechten, in Rindenritzen oder im Moos. Später im Winter holen sie viele dieser Verstecke wieder. Deshalb scheint es, als würde eine einzige Tannenmeise eine Futtersäule in kurzer Zeit leeren. Tatsächlich legt sie Reserven für Tage mit Schnee und Frost an.
Wie unterscheidet man Tannenmeise und Kohlmeise?
Die Tannenmeise ist viel kleiner und hat keine gelbe Unterseite, sondern eine hell beige bis gräuliche Brust. Das sicherste Merkmal ist der weiße Fleck im schwarzen Nacken, den die Kohlmeise nicht hat. Außerdem zeigt die Tannenmeise zwei deutliche weiße Flügelbinden und einen kleinen schwarzen Kehllatz statt eines durchgehenden Bauchstreifens.
Nutzen Tannenmeisen Nistkästen?
Ja. Tannenmeisen brüten in Baumhöhlen, Mauerlöchern, zwischen Wurzeln und sogar in Erdlöchern, nehmen aber auch Nistkästen an. Geeignet ist ein Kasten mit rundem Flugloch von 26 bis 28 mm Durchmesser. Er hängt am besten in oder nahe an Nadelbäumen in etwa 2 bis 3 m Höhe. Ein kleines Flugloch schützt die Tannenmeise vor der Konkurrenz durch Kohlmeisen.
Warum sehe ich in manchen Wintern viel mehr Tannenmeisen?
Tannenmeisen aus Nord- und Osteuropa wandern in manchen Jahren in großer Zahl nach Mitteleuropa ein, vor allem wenn dort Fichten und Kiefern wenig Samen tragen und gleichzeitig viele Jungvögel aufgewachsen sind. Solche Einflüge heißen Invasionen. In diesen Wintern sind Tannenmeisen auch an Futterstellen häufig, an denen sie sonst kaum auftauchen.