Vögel im Winter füttern: was Wildvögel bei Kälte wirklich brauchen

Vögel im Winter füttern: Sonnenblumenkerne, Fettfutter, Erdnüsse und Nigersaat, Haferflocken und Äpfel für Amseln, dazu eisfreies Wasser. So klappt es richtig.

Kleine Singvögel fressen an einem verschneiten Futterplatz Körner und Fettfutter (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz gefasst: das beste Winterfutter für Vögel
  2. Warum brauchen Vögel im Winter anderes Futter?
  3. Welches Futter liefert im Winter die meiste Energie?
  4. Was fressen Bodenvögel im Winter?
  5. Was ist mit Vögeln, die keine Körner fressen?
  6. Winterfutter in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  7. Wie viel und wie oft sollte man füttern?
  8. Wasser nicht vergessen
  9. Häufige Fehler bei der Winterfütterung
  10. Was sollte man Vögeln im Winter nicht füttern?
  11. Mythen und Fakten zur Winterfütterung
  12. Kurze Fakten
  13. Ein einfacher Plan für die Winterfütterung
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Im Winter füttern Sie Vögel am besten mit Futter, das viel Fett liefert und leicht zu fressen ist: schwarze Sonnenblumenkerne, die grob zu 40 Prozent aus Fett bestehen, Fettfutter, ungesalzene Erdnüsse und geschälte Sonnenblumenkerne decken die meisten Arten ab. Dazu kommen Haferflocken und Weichfutter am Boden für Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle, Nigersaat für Stieglitz und Erlenzeisig und Äpfel für Drosseln, die Körner kaum beachten. Stellen Sie außerdem eisfreies Wasser bereit, denn Durst kann bei Dauerfrost ein ebenso großes Problem sein wie Hunger.

Der Grund ist einfache Physik. Kleine Vögel verlieren schnell Wärme, die Tage sind kurz und die Nächte lang. Das beste Winterfutter liefert die meiste Energie für den geringsten Aufwand, und zwar bevor es dunkel wird.

Kurz gefasst: das beste Winterfutter für Vögel

FutterWertTypische GästeFutterstelle
Schwarze SonnenblumenkerneFett und Eiweiß, dünne SchaleKohl- und Blaumeise, Kleiber, Grünfink, Buchfink, GimpelFuttersilo, Futterhaus, Schale
Fettfutter, Meisenknödel ohne NetzFast reine EnergieMeisen, Buntspecht, Kleiber, Schwanzmeise, RotkehlchenKnödelhalter, Fettblockhalter
Erdnüsse, ungesalzenFett und EiweißMeisen, Kleiber, Buntspecht, EichelhäherErdnussspender aus Metallgitter
Geschälte SonnenblumenkerneFett ohne SchalenFast alle Körnerfresser, auch schwache SchnäbelFuttersilo, Schale
NigersaatÖlreiche kleine SaatStieglitz, Erlenzeisig, BirkenzeisigNigerspender mit kleinen Öffnungen
Haferflocken, WeichfutterEnergie, leicht zu schluckenAmsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, ZaunkönigBodenschale, flache Plattform
Äpfel, eingeweichte RosinenZucker und WasserAmsel, Wacholderdrossel, Rotdrossel, StarBoden oder Schale
Mehlwürmer, getrocknete InsektenEiweiß und FettRotkehlchen, Zaunkönig, AmselSchälchen
WasserTrinken und BadenFast alle ArtenBeheizte oder eisfreie Tränke

Wer neu anfängt, kommt mit einem Futtersilo voller schwarzer Sonnenblumenkerne und einem Halter für Fettfutter schon sehr weit. Unser Beitrag über schwarze Sonnenblumenkerne erklärt, warum sie das beste Einzelfutter für den Einstieg sind.

Warum brauchen Vögel im Winter anderes Futter?

Was ein Vogel fressen kann, ändert sich im Winter nicht. Aber sein Energiehaushalt gerät stark unter Druck. Drei Belastungen kommen gleichzeitig zusammen.

Kalte Nächte zehren die Fettreserven auf

Ein kleiner Singvogel hat eine hohe Körpertemperatur, oft um 40 bis 42 °C, und im Verhältnis zu seinem Gewicht eine große Oberfläche. In einer kalten Nacht muss er fast ununterbrochen mit den Muskeln zittern, um warm zu bleiben. Untersuchungen an nordamerikanischen Meisen legen nahe, dass sie im Winter tagsüber grob 10 Prozent ihres Körpergewichts als Fett zulegen und den größten Teil davon in der folgenden Nacht verbrauchen. Viele kleine Vögel senken nachts zusätzlich kontrolliert ihre Körpertemperatur, eine Art Energiesparmodus. Das hilft, aber am Morgen müssen sie trotzdem schnell nachtanken. Mehr zur Körperfunktion lesen Sie in unserem Beitrag, wie Vögel im Winter warm bleiben.

Die Tage sind kurz

In Mitteleuropa bleiben einem Vogel im Dezember nur rund acht Stunden Licht zur Nahrungssuche, und ein Teil davon geht für die Beobachtung von Sperber und Katze drauf. Es bleibt also wenig Zeit, um genug zu finden. Kalorienreiches Futter, das sich schnell fressen lässt, wird dadurch wichtiger.

Natürliche Nahrung wird knapp

Insekten ruhen oder sind versteckt, viele Beeren sind bis zum Spätwinter gefressen, und Schnee oder Eis kann Samen am Boden bedecken. Oft ist nicht der Frühwinter die härteste Zeit, sondern der Spätwinter, weil die natürlichen Vorräte dann seit Monaten abgeerntet werden.

Beim Winterfutter geht es deshalb um Energiedichte. Fett liefert pro Gramm mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Genau deshalb stehen ölhaltige Saaten, Nüsse und Fettfutter auf jeder Empfehlungsliste ganz oben.

Welches Futter liefert im Winter die meiste Energie?

Schwarze Sonnenblumenkerne

Sie sind das Arbeitspferd jeder Futterstelle. Der Kern ist klein und die Schale dünn, sodass auch kleine Schnäbel sie knacken können, und er ist sehr fettreich. Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Kleiber, Grünfink, Buchfink, Gimpel und Kernbeißer nehmen sie gern. Gestreifte Sonnenblumenkerne haben eine dickere Schale und passen eher zu größeren Vögeln, doch die schwarzen Kerne erreichen mehr Arten.

Geschälte Sonnenblumenkerne

Das sind Sonnenblumenkerne ohne Schale. Die Vögel verbrauchen keine Energie zum Öffnen, nichts wird verschwendet, und unter der Futterstelle bleibt kein Schalenberg liegen. Sie sind pro Sack teurer und verderben bei Nässe schneller, deshalb sollten Sie nur so viel anbieten, wie in ein bis zwei Tagen gefressen wird. Bei strengem Frost sind sie besonders wertvoll, weil jede Sekunde Arbeit beim Fressen zählt.

Fettfutter und Meisenknödel

Fettfutter besteht meist aus Rindertalg oder Pflanzenfett, gemischt mit Körnern, Erdnüssen, Haferflocken oder getrockneten Insekten. Es ist nahezu reine Energie. Kohl-, Blau- und Tannenmeise, Schwanzmeise, Kleiber, Buntspecht und sogar Rotkehlchen nutzen es. In Deutschland sind Meisenknödel, Fettblöcke und mit Fett gefüllte Kokosschalen die üblichen Formen.

Der Winter ist die ideale Zeit für Fettfutter, weil die Kälte es fest hält. Unsere Auswahl zu Fettfutter und Meisenknödeln hilft beim Kauf, und wer selbst mischen möchte, findet die Anleitung unter Fettfutter selber machen.

Ein wichtiger Hinweis: Viele Meisenknödel werden noch in Plastiknetzen verkauft. Nehmen Sie die Knödel aus dem Netz und hängen Sie sie in einen passenden Halter aus Metall. Vögel, besonders Spechte, können sich mit Zunge oder Zehen im Netz verfangen. Der NABU und britische Vogelschutzverbände wie die RSPB raten deshalb von Netzen ab. Viele Hersteller bieten inzwischen Knödel ohne Netz an.

Erdnüsse

Unbehandelte, ungesalzene Erdnüsse sind reich an Fett und Eiweiß. Bieten Sie geschälte Erdnüsse in einem Spender aus Metallgitter mit kleinen Maschen an, damit die Vögel nur kleine Stücke herauspicken, oder gehackt in einer Schale. Im Frühjahr und Sommer können ganze Erdnüsse für Nestlinge gefährlich werden, wenn Eltern sie zum Nest tragen. Gitterspender oder gehackte Nüsse sind deshalb das ganze Jahr über die sicherere Gewohnheit. Erdnüsse müssen trocken und schimmelfrei sein, denn feuchte Erdnüsse können Aflatoxine enthalten, giftige Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze.

Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Kleiber, Buntspecht und Eichelhäher sind regelmäßige Erdnussgäste.

Nigersaat

Nigersaat stammt von einer afrikanischen Pflanze, Guizotia abyssinica. Die winzigen schwarzen Samen sind sehr ölhaltig und brauchen einen eigenen Spender mit kleinen Öffnungen. Stieglitz, Erlenzeisig und Birkenzeisig lieben sie. Nigersaat trocknet bei langer Lagerung aus und verliert an Reiz, kaufen Sie also lieber kleinere Mengen.

Was fressen Bodenvögel im Winter?

Viele Wintervögel fressen lieber am Boden oder auf einer flachen Fläche. Dazu gehören Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Buchfink, Bergfink, Singdrossel, Haussperling und Ringeltaube.

Haferflocken und Weichfutter

Für die sogenannten Weichfutterfresser wie Amsel, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig sind Haferflocken ein bewährtes Winterfutter. Gut funktionieren Haferflocken, die mit etwas Pflanzenöl oder zerlassenem Rindertalg vermischt sind, weil sie so mehr Energie liefern. Im Handel gibt es fertiges Weichfutter mit Insekten, Beeren und Haferflocken. Legen Sie es in eine flache Schale in Deckungsnähe.

Kleine Körner und Hirse

Weiße Hirse und kleinkörnige Bodenfuttermischungen nehmen Sperlinge, Buchfinken, Bergfinken, Goldammern und Tauben. Streuen Sie sie in eine Schale oder auf eine freigeräumte Stelle. Für Meisen und Finken an Futtersilos ist Hirse weniger interessant, sie ergänzt die Sonnenblumenkerne also, ersetzt sie aber nicht.

Maisschrot

Maisschrot fressen Tauben, Fasane, Sperlinge und Häher. Er lockt aber auch Ratten, Mäuse, Krähen und große Taubentrupps an. Bieten Sie daher nur kleine Mengen an. Bei Nässe verdirbt er schnell, lassen Sie also nie einen matschigen Haufen im Schnee liegen.

Nach dem Schneefall

Schnee kann Bodenfutter innerhalb von Minuten zudecken. Fegen oder schaufeln Sie eine kleine Fläche frei oder nutzen Sie eine niedrige, überdachte Futterplattform, damit Bodenvögel weiter fressen können. Eine Schale unter einem Strauch oder neben einem Reisighaufen gibt ihnen beim Fressen Schutz vor dem Sperber.

Was ist mit Vögeln, die keine Körner fressen?

Einige der beliebtesten Wintergäste rühren Sonnenblumenkerne nie an. Sie brauchen anderes Futter.

Obstfresser

Drosseln, Stare, Seidenschwänze und Mönchsgrasmücken fressen im Winter viel Obst. Fallobst, das bei Frost auf dem Rasen liegt, lockt Amseln und in kalten Wochen auch Wacholderdrosseln und Rotdrosseln an, Wintergäste aus Skandinavien und Russland. In Invasionsjahren tauchen sogar Seidenschwänze aus dem hohen Norden in Städten auf.

Gut geeignet sind halbierte Äpfel und Birnen, eingeweichte Rosinen oder Sultaninen und aufgeweichte getrocknete Beeren. Legen Sie das Obst auf den Boden oder in eine niedrige Schale. Langfristig am besten sind heimische Sträucher mit Früchten, die bis in den Winter hängen. Unser Beitrag über Beerensträucher, die Vögel den ganzen Winter ernähren, nennt passende Arten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Insektenfresser

Rotkehlchen, Zaunkönig und Heckenbraunelle fressen auch im Winter bevorzugt Kleintiere. Getrocknete oder lebende Mehlwürmer, Fettfutter mit Insekten und weiche Fettmischungen helfen ihnen. Gerade der winzige Zaunkönig leidet unter langen, strengen Frostperioden, und ein Schälchen Weichfutter in dichter Deckung kann ihm die Suche erleichtern.

Samenstände und natürliche Nahrung

Ein Garten, in dem Sonnenblumen, Karden, Wilde Möhre, Nachtkerzen und Gräser über den Winter stehen bleiben, versorgt Stieglitze, Zeisige und Sperlinge kostenlos. Laub unter Hecken schützt überwinternde Insekten, in denen Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige stochern.

Winterfutter in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Der Winter ist im deutschsprachigen Raum sehr unterschiedlich, und entsprechend auch der passende Speiseplan.

  • Norddeutsches Tiefland und Küste: Die Winter sind oft mild und nass, echter Dauerfrost ist seltener. Hier ist trockene, saubere Lagerung und eine überdachte Futterstelle wichtiger als ein riesiger Vorrat. Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Rotkehlchen, Grünfink und Haussperling sind die Stammgäste.
  • Mittelgebirge, Alpenvorland und Alpen: Schnee und strenger Frost halten oft wochenlang. Fettfutter, geschälte Sonnenblumenkerne und eisfreies Wasser zählen hier am meisten. Gimpel, Kernbeißer, Tannenmeise und Haubenmeise kommen in nadelwaldnahen Gärten häufiger vor.
  • Städte: Stadtgärten und Balkone sind oft wärmer. Hier lohnen sich ein kleiner Futterspender, eine Tränke und Rücksicht auf Glasflächen. Stadttauben und Ratten sind eher ein Problem, daher gilt: kleine Mengen und kein Bodenfutter auf offenen Flächen.
  • Kältewellen mit Wintergästen: In manchen Jahren erscheinen Bergfinken in großen Trupps, vor allem nach guten Buchenmastjahren im Norden, und Seidenschwänze wandern in Beerensträucher der Städte ein. Dann lohnt es sich, öfter nachzufüllen.

Das Prinzip bleibt überall gleich: Passen Sie das Futter an die Vögel an, die tatsächlich kommen, und legen Sie den Schwerpunkt auf Energie, wenn die Nächte am kältesten sind.

Wie viel und wie oft sollte man füttern?

Zu den richtigen Zeiten füttern

Vögel fressen am intensivsten im ersten Morgenlicht, um die Verluste der Nacht auszugleichen, und noch einmal in den ein bis zwei Stunden vor der Dämmerung, um Reserven für die nächste Nacht aufzubauen. Sorgen Sie dafür, dass die Futterstellen morgens voll sind, und füllen Sie an kalten Tagen am Nachmittag nach.

Verlässlich bleiben

Studien zur Nutzung von Futterstellen deuten darauf hin, dass die meisten Vögel nur einen Teil ihrer Tagesnahrung dort holen und weiterhin natürlich suchen. Sie sind also nicht einfach hilflos ohne Sie. Bei strenger Kälte, hohem Schnee oder Eisregen kann eine verlässliche Futterstelle aber eine echte Hilfe sein. Wenn Sie verreisen, bitten Sie jemanden aus der Nachbarschaft, bei Frost nachzufüllen. Wenn Sie aufhören möchten, fahren Sie die Fütterung im Frühjahr schrittweise zurück und nicht mitten im Winter.

Nur so viel anbieten, wie gefressen wird

Besser täglich nachfüllen als eine Wochenration Regen und Schnee auszusetzen. Nasses Futter verklumpt und schimmelt, und Reste locken Ratten und Mäuse an. Als Faustregel gilt: ungefähr so viel hinausstellen, wie in ein bis zwei Tagen verschwindet.

Hygiene ernst nehmen

An Winterfutterstellen drängen sich viele Vögel auf engem Raum, und Krankheiten können sich schnell ausbreiten. Beim Grünfink hat die durch Trichomonaden verursachte Krankheit in Teilen Europas deutliche Bestandsrückgänge ausgelöst. Futtersilos, bei denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es nicht mit Kot verschmutzen, gelten deshalb als hygienischer als offene Futterhäuschen. Reinigen Sie jede Futterstelle regelmäßig mit heißem Wasser und lassen Sie sie gut trocknen. Wenn Sie kranke, aufgeplusterte und apathische Vögel sehen, stellen Sie die Fütterung für einige Wochen ein.

Wasser nicht vergessen

Wasser ist vielleicht die am meisten unterschätzte Hilfe im Winter. Vögel müssen trinken, und das Baden hält die Federn sauber und geordnet, nur dann isolieren sie richtig. Schnee zu fressen kostet einen kleinen Vogel wertvolle Körperwärme.

Eine beheizte Vogeltränke oder ein Enteiser in einer normalen Tränke hält das Wasser bei Frost offen. Ohne Heizung füllen Sie morgens lauwarmes Wasser in eine flache Schale. Geben Sie niemals Frostschutzmittel, Salz oder Glycerin ins Wasser. Unser Ratgeber zur eisfreien Vogeltränke im Winter zeigt die Möglichkeiten.

Häufige Fehler bei der Winterfütterung

  1. Auf Brot und Essensreste setzen. Brot macht satt, liefert aber nicht das Fett und Eiweiß, das Vögel brauchen.
  2. Billige Mischungen voller Füllstoffe kaufen. Weizen, Milo und rote Hirse bleiben bei vielen Gartenvögeln liegen und verrotten am Boden.
  3. Nasses Futter im Spender lassen. Verklumptes, schimmeliges Futter kann Pilze enthalten, die mit Aspergillose in Verbindung gebracht werden. Leeren und trocknen Sie jeden Spender, in den Wasser gelaufen ist.
  4. Futterstellen verschmutzen lassen. Enge an Winterfutterstellen begünstigt Krankheiten. Reinigen Sie sie etwa alle zwei Wochen, bei starkem Betrieb häufiger.
  5. Gesalzenes oder gewürztes Futter anbieten. Gesalzene Erdnüsse, Knabbergebäck und gezuckerte Frühstücksflocken gehören nicht an die Futterstelle.
  6. Meisenknödel im Plastiknetz hängen lassen. Netz entfernen und einen Halter aus Metall verwenden.
  7. Futterstellen völlig ungeschützt aufstellen. Im offenen Gelände verbrauchen Vögel mehr Energie und sind Greifvögeln stärker ausgesetzt. Stellen Sie Futterstellen etwa 2 bis 3 m von Deckung wie Sträuchern oder Nadelgehölzen entfernt auf, aber nicht so nah, dass Katzen aus dem Versteck angreifen können.
  8. Das Wasser vergessen. Eine zugefrorene Tränke hilft niemandem.

Was sollte man Vögeln im Winter nicht füttern?

Manche Lebensmittel schaden zu jeder Jahreszeit, auch im Winter.

  • Gesalzenes, etwa gesalzene Nüsse, Chips und Salzgebäck.
  • Schimmeliges oder Verdorbenes, darunter altes Brot, abgelagertes Futter und faules Obst.
  • Bratenfett aus der Pfanne. Geschmolzenes Fett mit Fleischsaft und Salz bleibt weich und schmierig, kann das Gefieder verkleben und verdirbt schnell. Fester Rindertalg oder reines, ungesalzenes Fett sind etwas anderes.
  • Milch. Vögel sind nicht darauf eingestellt, Milchzucker zu verdauen.
  • Schokolade, Avocado und Koffein, die für Vögel giftig sind.
  • Gewürzte Speisereste, etwa Reis oder Nudeln mit Salz und Soße.

Ausführlicher erklärt es unser Beitrag, was Vögel nicht fressen dürfen.

Mythen und Fakten zur Winterfütterung

Mythos: Vögel sterben, wenn man mit dem Füttern aufhört. Die meisten Vögel nutzen Futterstellen als Ergänzung. Das eigentliche Risiko liegt in kurzen, harten Wetterphasen, und genau dann sollte Futter verfügbar sein.

Mythos: Winterfütterung hält Zugvögel vom Wegziehen ab. Der Zug wird vor allem durch die Tageslänge und innere Rhythmen ausgelöst, nicht durch das Futterangebot. Ein Futterhaus hält einen gesunden Zugvogel nicht zurück. Mönchsgrasmücken, die inzwischen häufiger in Mitteleuropa überwintern, tun das nicht wegen einzelner Futterstellen, sondern aufgrund veränderter Zugwege.

Mythos: Vogelfüße frieren an Metallstangen fest. Die Haut an Vogelfüßen ist mit Schuppen bedeckt und kaum feucht. Es gibt keine guten Belege dafür, dass gesunde Vögel an Metall festfrieren.

Mythos: Fettfutter gibt es nur im Winter. Fettfutter ist im Winter am praktischsten, hitzebeständige Fettblöcke lassen sich aber auch im Sommer anbieten.

Mythos: Füttern schadet der Natur grundsätzlich. Unter Fachleuten wird darüber diskutiert, wie viel Fütterung sinnvoll ist. Weitgehend einig ist man sich, dass saubere Futterstellen mit geeignetem Futter Gartenvögeln nicht schaden und Menschen einen Zugang zur Vogelwelt geben. Wirksamer Vogelschutz bleibt aber ein naturnaher Garten mit heimischen Pflanzen.

Kurze Fakten

  • Fett liefert etwa 9 Kilokalorien pro Gramm, mehr als doppelt so viel wie Kohlenhydrate oder Eiweiß.
  • Schwarze Sonnenblumenkerne bestehen grob zu 40 Prozent aus Fett.
  • Kleine Singvögel können in einer einzigen kalten Nacht den Großteil des Fetts verbrauchen, das sie tagsüber angesetzt haben.
  • Der Spätwinter ist für Vögel oft knapper als der Frühwinter.
  • Bei Dauerfrost ist Wasser so wichtig wie Futter.
  • Wintergäste wie Wacholderdrossel, Rotdrossel, Bergfink und Seidenschwanz erscheinen oft nur bei Kälte oder in Invasionsjahren.
  • Bei der Stunde der Wintervögel von NABU und LBV zählen jedes Jahr im Januar viele Menschen die Vögel in ihrem Garten, eine gute Gelegenheit, die eigenen Gäste kennenzulernen.

Ein einfacher Plan für die Winterfütterung

  1. Hängen Sie ein Futtersilo mit schwarzen oder geschälten Sonnenblumenkernen auf.
  2. Befestigen Sie einen Halter für Fettfutter oder Meisenknödel ohne Netz in Stammnähe, dort finden ihn Kleiber und Buntspecht.
  3. Ergänzen Sie einen Nigerspender, wenn Stieglitze oder Erlenzeisige in der Nähe sind.
  4. Stellen Sie eine flache Bodenschale mit Haferflocken, Weichfutter und etwas Hirse in Deckungsnähe für Amsel, Rotkehlchen und Heckenbraunelle auf.
  5. Legen Sie bei strengem Frost halbierte Äpfel oder eingeweichte Rosinen für Drosseln auf den Boden.
  6. Halten Sie jeden Tag Wasser offen.
  7. Reinigen Sie die Futterstellen alle ein bis zwei Wochen und entfernen Sie alte Schalen und Kot.

Einen breiteren Überblick über die kalte Jahreszeit, mit Schutz und Schlafplätzen, gibt unser Ratgeber zur Winterfütterung. Achten Sie beim Vergleich von Fertigmischungen darauf, dass sie aus den oben genannten Zutaten bestehen und nicht aus billigen Füllstoffen.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Welches Futter ist im Winter das beste für Vögel?

Wenn Sie nur ein Futter anbieten möchten, nehmen Sie schwarze Sonnenblumenkerne. Die Schale ist dünn und leicht zu knacken, der Kern ist sehr fettreich, grob gerechnet rund 40 Prozent Fett. Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Grünfink, Buchfink, Gimpel und Haussperling fressen ihn, und damit erreicht ein einziger Futterspender mehr Wintervogelarten als jede andere Einzelsaat.

Darf man Vögeln im Winter Brot geben?

Brot ist in kleinen Mengen nicht giftig, aber es sättigt, ohne das Fett und Eiweiß zu liefern, das Vögel für kalte Nächte brauchen. Ein Vogel, der sich mit Brot füllt, hat weniger Platz für gutes Futter. Feuchtes Brot schimmelt außerdem schnell. Bieten Sie besser Körner, Fettfutter, Erdnüsse, Haferflocken oder Obst an und lassen Sie Essensreste weg.

Ab wann sollte man Vögel im Winter füttern?

Viele Vogelfreunde beginnen im Spätherbst, etwa mit den ersten stärkeren Frösten, damit Standvögel und Wintergäste die Futterstelle vor dem härtesten Wetter kennen. Der NABU empfiehlt die Fütterung vor allem bei Frost und Schnee, andere Fachleute befürworten sauberes Füttern auch ganzjährig. Wichtig ist, dass bei Kälte zuverlässig Futter da ist.

Brauchen Vögel im Winter Wasser?

Ja. Vögel trinken täglich und baden, um ihr Gefieder in Ordnung zu halten, auch bei Frost. Schnee zu fressen kostet sie Körperwärme. Eine flache Tränke, die mit einer Heizung eisfrei bleibt oder morgens mit lauwarmem Wasser aufgefüllt wird, lockt oft so viele Vögel an wie ein Futterhaus, darunter Arten, die nie Körner fressen.

Verhungern Vögel, wenn ich im Winter aufhöre zu füttern?

Untersuchungen deuten darauf hin, dass die meisten Vögel nur einen Teil ihrer Tagesnahrung an Futterstellen holen und weiter natürliche Nahrung suchen. Sie sind also nicht vollständig abhängig. Das größte Risiko besteht bei plötzlicher strenger Kälte, Schnee oder Eisregen. Wenn Sie aufhören möchten, fahren Sie die Fütterung langsam zurück und nicht mitten in einer Kältewelle.