Was Vögel nicht fressen dürfen: diese Lebensmittel schaden Wildvögeln

Was Vögel nicht fressen dürfen: Brot, Salziges, Milch, Bratenfett, Avocado, Schokolade und alles Schimmelige. Was Sie stattdessen anbieten sollten, und warum.

Eine Futterplattform mit sauberem Körnerfutter, daneben auf einem Gartentisch Brotreste und Salzgebäck, die beiseitegestellt sind (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Kurz gefasst: Das sollten Wildvögel nie bekommen
  2. Warum falsches Futter ein Problem ist
  3. Brot, Kekse und Backwaren
  4. Salziges, Gewürztes und Knabberzeug
  5. Milch und Milchprodukte
  6. Bratenfett, Speckfett und Fleischsaft
  7. Meisenknödel im Plastiknetz
  8. Welche Lebensmittel sind für Vögel giftig?
  9. Billige Füllstoffe und andere Verschwendung
  10. Kokosraspel, gekochter Haferbrei und andere Punkte der Vermeiden-Liste
  11. Essensreste, Tierfutter und Fleisch
  12. Mythen: Lebensmittel, die eigentlich in Ordnung sind
  13. Auf einen Blick: Was Vögel nicht fressen dürfen
  14. Was Sie stattdessen füttern sollten
  15. Gewohnheiten an der Futterstelle, die Vögeln schaden
  16. So ist dieser Ratgeber entstanden
  17. Quellen
  18. Häufige Fragen

Was Vögel nicht fressen dürfen, lässt sich in vier Gruppen einteilen: nährstoffarme Lebensmittel wie Brot und Knabberzeug, alles Gesalzene und Gewürzte, eine kurze Liste wirklich giftiger Lebensmittel wie Avocado (laut Merck starben Wellensittiche nach 8,7 Gramm Avocadobrei) und Schokolade, und alles, was schimmelig, feucht oder verdorben ist. Dazu kommen ein paar Gewohnheiten an der Futterstelle, die schaden, allen voran Meisenknödel im Plastiknetz und schmutzige Futterhäuser.

Die gute Nachricht: Das richtige Futter ist einfach. Schwarze Sonnenblumenkerne, geschälte Sonnenblumenkerne, Nigersaat, Fettfutter ohne Netz, ungesalzene Erdnüsse, Haferflocken für Amseln, frisches Obst und sauberes Wasser decken fast alles ab.

Kurz gefasst: Das sollten Wildvögel nie bekommen

  • Brot und Backwaren: machen satt, liefern kaum Nährwert, schimmeliges Brot kann krank machen.
  • Kekse, Chips, Popcorn, gezuckerte Frühstücksflocken und Knabberzeug: wenig Wert, oft salzig.
  • Gesalzene oder gewürzte Nüsse und Kerne: Project FeederWatch rät ausdrücklich von gesalzenen Erdnüssen und Nüssen mit Überzug oder Aroma ab.
  • Milch: Die RSPB führt sie unter den Lebensmitteln, die man nicht hinausstellen sollte.
  • Bratenfett, Speckfett und Fleischsaft: verkleben das Gefieder und zerstören die Wasserabweisung.
  • Avocado: laut dem Merck Veterinary Manual für viele Vögel giftig.
  • Schokolade, Koffein und Alkohol: für viele Tiere giftig, ohne jeden Nutzen für Vögel.
  • Alles Schimmelige, Feuchte oder Ranzige: manche Schimmelpilze bilden Gifte, die Vögeln schaden.
  • Getrocknete Kokosraspel und gekochter Haferbrei: stehen ebenfalls auf der Vermeiden-Liste der RSPB.
  • Meisenknödel im Plastiknetz: Vögel können sich mit Zehen und Zunge darin verfangen.

Warum falsches Futter ein Problem ist

Eine Futterstelle ist ein kleines Ökosystem. Vögel kommen immer wieder, oft viele Male am Tag, und was Sie anbieten, wird zu einem nennenswerten Teil ihrer Nahrung. Falsches Futter schadet auf drei Wegen:

  1. Schlechte Ernährung. Lebensmittel wie Brot füllen den Kropf, ohne das Fett und Eiweiß zu liefern, das ein Vogel braucht, besonders bei Kälte oder während der Jungenaufzucht.
  2. Direkte Giftigkeit. Einige Lebensmittel, etwa Avocado und Schimmelpilzgifte in verdorbenem Getreide, vergiften Vögel.
  3. Körperliche Schäden. Schmierige Fette verkleben das Gefieder. Verdorbenes Futter und schmutzige Futterstellen verbreiten Krankheiten unter Vögeln, die sich eng beieinander aufhalten.

Dazu kommt ein viertes, indirektes Problem: Falsches Futter lockt die falschen Tiere an. Küchenreste ziehen Ratten, Mäuse, Marder, Waschbären und große Trupps von Tauben oder Krähen an, die Singvögel verdrängen.

Brot, Kekse und Backwaren

Brot ist das Lebensmittel, das Menschen am häufigsten für Vögel hinauslegen, und das, von dem Vogelschützer am häufigsten abraten.

Brot ist nicht giftig. Das Problem ist, was es ersetzt. Vögel, die sich mit Brot füllen, haben weniger Platz für Nahrung, die ihnen wirklich nützt. Altes Brot schimmelt schnell, besonders im feuchten Winter, und schimmeliges Brot kann krank machen. Kekse, Kuchen, Zwieback, Popcorn und Frühstücksflocken haben dieselben Schwächen, oft dazu Zucker und Salz.

Bei Wasservögeln ist die Sorge größer. Amerikanische Vogelschutzverbände beschreiben den sogenannten Engelsflügel, eine Fehlstellung, bei der die Handschwingen junger Enten und Gänse nach außen abstehen, sodass sie nicht fliegen können. Eine brotlastige Ernährung wird als eine der Ursachen genannt, weil die Federn schneller wachsen, als das Skelett sie tragen kann. Brot, das in Teiche geworfen wird, gammelt außerdem, fördert Algen und verschlechtert die Wasserqualität. In vielen deutschen Städten ist das Füttern von Wasservögeln und Tauben in Parks und an Gewässern deshalb per Satzung verboten.

Stattdessen: Körnerfutter an der Futterstelle. Am Teich ist es am besten, Enten und Schwäne selbst nach Nahrung suchen zu lassen. Unser Artikel Ist Brot schlecht für Vögel? behandelt Brot und Wasservögel ausführlicher.

Wenn Sie Enten trotzdem füttern möchten

Wo es nicht verboten ist und Sie Kindern das Erlebnis nicht nehmen möchten, gibt es bessere Alternativen zu Brot. Bieten Sie nur kleine Mengen an und werfen Sie das Futter ans Ufer oder in flaches Wasser statt in die Mitte des Teichs, damit nichts ungefressen absinkt.

  • Haferflocken: trocken und ungekocht, in kleinen Portionen.
  • Aufgetaute Tiefkühlerbsen oder Mais: ohne Salz und ohne Butter.
  • Zerkleinerter Salat oder Gemüseblätter: frisch, nicht welk.
  • Wasservogelfutter aus dem Handel: schwimmende Pellets, die für Enten und Gänse hergestellt werden.

Füttern Sie nie mehr, als in wenigen Minuten gefressen wird, und nicht jeden Tag am selben Ort. Große Ansammlungen von Enten, Gänsen und Tauben an einer Futterstelle begünstigen Krankheiten, verschmutzen das Wasser und machen die Tiere aufdringlich. Wo Schilder ein Fütterungsverbot anzeigen, gilt es, auch für gut gemeintes Futter.

Salziges, Gewürztes und Knabberzeug

Chips, Salzstangen, gesalzene Cracker, aromatisiertes Popcorn und gewürzte Nüsse haben dasselbe Problem: Salz und Zusätze, die ein Vogel nicht braucht und nicht in größeren Mengen verträgt. Vögel sind klein, schon wenig Salz ist für sie viel.

Project FeederWatch ist bei Erdnüssen eindeutig: keine gesalzenen Erdnüsse und keine mit Überzug oder Aroma gerösteten. Die RSPB führt salzige Lebensmittel unter den Dingen, die man nicht hinausstellen sollte. Dasselbe gilt für Sonnenblumenkerne aus dem Snackregal, die oft gesalzen oder geröstet sind.

Stattdessen: reine, ungesalzene, rohe oder trocken geröstete Erdnüsse aus dem Vogelfutterhandel und schwarze Sonnenblumenkerne.

Milch und Milchprodukte

Milch steht auf der Liste der RSPB. Vögel sind keine Säugetiere, trinken in der Natur keine Milch, und Milchprodukte bieten ihnen nichts, was sie nicht aus richtigem Vogelfutter bekämen. Milch wird in einer Schale draußen zudem schnell sauer.

Kleine Mengen milden, geriebenen Hartkäses tauchen in britischen Fütterungstipps gelegentlich auf, meist für Rotkehlchen und Amseln. Nötig ist das nicht: Körnerfutter, Fettfutter, Haferflocken und Mehlwürmer decken denselben Bedarf.

Stattdessen: frisches Wasser in einer sauberen Vogeltränke. Wasser hilft Vögeln zu jeder Jahreszeit, besonders bei Frost und Trockenheit.

Bratenfett, Speckfett und Fleischsaft

Hier liegen viele im Winter daneben, denn Fett für Vögel ist im Grundsatz eine gute Idee. Das Problem ist die Art des Fetts.

Die RSPB erklärt, dass sich Fett aus der Bratpfanne beim Kochen mit Fleischsaft zu einer weichen, schmierigen Masse verbindet, die am Gefieder klebt und es wasserdurchlässig macht. Vögel brauchen ein gepflegtes Gefieder zur Wärmeisolierung und um Regen und Schnee abzuweisen. Ein Vogel mit verklebtem Gefieder verliert schnell Wärme.

Küchenfett hat weitere Nachteile: Speck und viele Braten sind stark gesalzen, Bratenfett wird bei milder Witterung schnell ranzig, und der Geruch lockt Marder, Waschbären, Füchse und Hunde aus der Nachbarschaft an.

Stattdessen: fertiges Fettfutter oder ausgelassener Rindertalg, eigens für Vögel hergestellt. Project FeederWatch warnt, dass unverarbeitetes Fett bei Hitze ranzig werden kann, deshalb im Sommer hitzestabile Produkte wählen. Unser Vergleich zu Fettfutter für Vögel stellt die Möglichkeiten vor.

Meisenknödel im Plastiknetz

Dieses Thema ist im deutschsprachigen Raum besonders wichtig, weil Meisenknödel hier so verbreitet sind. Noch immer werden viele Knödel in grünen Plastiknetzen verkauft. Der NABU und andere Vogelschutzverbände raten seit Jahren davon ab: Vögel können sich mit Zehen, Beinen oder der Zunge in den Maschen verfangen, sich verletzen oder im schlimmsten Fall nicht mehr befreien. Spechte mit ihrer langen Zunge sind besonders gefährdet. Leere Netze werden außerdem oft vom Wind verweht und landen als Plastikmüll in Hecken und Gewässern.

Stattdessen: Meisenknödel ohne Netz kaufen oder das Netz vor dem Aufhängen entfernen und die Knödel in einen Knödelhalter aus Metall, eine Futterspirale oder eine Knödelsäule legen.

Welche Lebensmittel sind für Vögel giftig?

Die meisten ungeeigneten Lebensmittel sind einfach nährstoffarm. Einige sind wirklich giftig.

Avocado

Das Merck Veterinary Manual führt Avocado als giftig für Vögel. Der Inhaltsstoff Persin kann den Herzmuskel schädigen. Anzeichen bei betroffenen Vögeln sind Mattigkeit, Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwellungen unter der Haut an Hals und Brust und Tod. Frucht, Blätter, Stängel und Kern gelten alle als bedenklich, die Blätter als besonders giftig. Käfigvögel wie Wellensittiche und Kanarienvögel scheinen am empfindlichsten zu sein; Merck nennt einen Fall, in dem Wellensittiche nach dem Verzehr von 8,7 Gramm Avocadobrei innerhalb von 48 Stunden starben. Legen Sie niemals Avocado, Guacamole oder Avocadoschalen dorthin, wo Vögel sie erreichen.

Schokolade, Koffein und Alkohol

Schokolade enthält Theobromin und Koffein, die für viele Tiere giftig sind, und Vogeltierärzte warnen Halter von Ziervögeln, Schokolade, Kaffee und Alkohol von ihren Tieren fernzuhalten. Es gibt keinen Grund, Wildvögeln so etwas anzubieten, und selbst kleine Mengen sind für einen Vogel, der nur wenige Dutzend Gramm wiegt, eine ernste Dosis.

Schimmeliges Getreide, Nüsse und Obst

Schimmel ist die versteckte Gefahr beim Vogelfüttern. Project FeederWatch warnt, dass manche Schimmelpilze Gifte bilden, die Vögeln schaden, und rät, schimmeliges Obst und schimmelige Erdnusskerne sofort zu entsorgen. Das Cornell Lab of Ornithology nennt Mais als das Vogelfutter, das am ehesten mit Aflatoxinen belastet ist, die schon in kleinen Mengen hochgiftig sind. Erdnüsse tragen bei schlechter Lagerung dasselbe Risiko.

So senken Sie das Risiko:

  • Niemals Körner, Nüsse oder Mais anbieten, die verklumpt, muffig, verfärbt oder sichtbar verschimmelt sind.
  • Vogelfutter nicht in Plastiktüten oder an feuchten Orten lagern. Mais nie nass werden lassen.
  • Bei feuchtem Wetter nur so viel anbieten, wie an einem Tag gefressen wird.
  • Futterstellen reinigen, damit nasses Futter nicht unten in der Säule verklumpt.

Unser Ratgeber zum richtigen Lagern von Vogelfutter erklärt Behälter und Haltbarkeit.

Gebeiztes Saatgut

Das Cornell Lab warnt ausdrücklich vor Mais, der mit einem rot gefärbten Fungizid gebeizt ist. Dieselbe Vorsicht gilt für jedes Saatgut, das zur Aussaat verkauft wird, etwa Rasensamen, Gemüsesaatgut oder Getreidesaatgut aus der Landwirtschaft. Es ist oft mit Pilz- oder Insektenschutzmitteln behandelt und für den Boden bestimmt, nicht für Vögel.

Billige Füllstoffe und andere Verschwendung

Manches Futter ist nicht schädlich, nur verschwendet, und diese Verschwendung verursacht eigene Probleme.

Das Cornell Lab nennt Goldhirse, rote Hirse und Leinsamen als Füllstoffe in vielen billigen Mischungen, die die meisten Vögel verschmähen. Vögel werfen sie aus den Futterstellen, und die liegen gebliebenen Samen werden am Boden zur Brutstätte für Bakterien und Pilze. Weizen und ganze Maiskörner locken vor allem Tauben an. In Mitteleuropa können verunreinigte Billigmischungen außerdem Samen der allergieauslösenden Beifuß-Ambrosie enthalten, weshalb die EU dafür Höchstgehalte in Futtermitteln festgelegt hat.

Stattdessen: Einzelfutter oder Mischungen kaufen, bei denen Sonnenblumenkerne oder geschälte Sonnenblumenkerne an erster Stelle stehen. Einzelfutter ist meist das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kokosraspel, gekochter Haferbrei und andere Punkte der Vermeiden-Liste

Die RSPB führt außerdem getrocknete Kokosraspel und gekochten Haferbrei unter den Lebensmitteln, die man Vögeln nicht anbieten sollte. Beides taucht in Rezepten für selbstgemachtes Vogelfutter häufig auf, deshalb lohnt es sich, Rezepte vorher zu prüfen. Gekochter Haferbrei wird klebrig wie Leim. Wer Getreide in selbstgemachtes Fettfutter geben möchte, nimmt trockene, ungekochte Haferflocken oder Maismehl in kleinen Mengen. Trockene Haferflocken, eventuell mit etwas Speiseöl angefeuchtet, sind bei Amseln und Rotkehlchen im Winter ohnehin beliebt.

Essensreste, Tierfutter und Fleisch

Fleischreste, Hunde- und Katzenfutter und gemischte Essensreste sind für Singvögel nicht ideal und locken Tiere an, die Sie vermutlich nicht im Garten haben möchten: Ratten, Marder, Waschbären, Füchse, Krähen in großer Zahl und Katzen aus der Nachbarschaft. Fleisch verdirbt schnell und kann gefährliche Bakterien bilden.

Wer Eiweiß anbieten möchte, nimmt getrocknete oder lebende Mehlwürmer, die Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönige und viele andere Insektenfresser gern annehmen. Siehe die besten getrockneten Mehlwürmer.

Mythen: Lebensmittel, die eigentlich in Ordnung sind

Manche Lebensmittel haben einen schlechten Ruf, den sie nicht verdienen.

Ungekochter Reis

Die Vorstellung, dass roher Reis im Vogel aufquillt und ihn platzen lässt, ist ein Mythos. Viele Wildvögel fressen Getreide, auch Reis auf Feldern, ohne Schaden. Reis ist kein besonders gutes Futterhausfutter, aber er ist nicht gefährlich.

Erdnussbutter

Es gibt keine guten Belege dafür, dass reine Erdnussbutter Vögel ersticken lässt. Viele Vogelfreunde streichen sie auf Rinde oder mischen sie in Fettfutter. Nehmen Sie ein Produkt ohne Salz und Zucker und niemals eines mit Xylit. Mit Haferflocken oder Maismehl vermischt klebt sie weniger und reicht länger.

Obst

Viele Vögel fressen Obst. Amseln, Wacholderdrosseln, Rotdrosseln, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücken und Stare nehmen Äpfel, Birnen und eingeweichte Rosinen, besonders bei Frost und Schnee. Bieten Sie frisches Obst in kleinen Mengen an und entfernen Sie es, bevor es schimmelt, wie Project FeederWatch rät. Angefaultes Fallobst aus dem eigenen Garten ist dagegen in Ordnung, solange es nicht schimmelt.

Eierschalen

Zerkleinerte Eierschalen können brütenden Weibchen Kalzium liefern. Project FeederWatch empfiehlt, sie vorher zu sterilisieren, etwa zehn Minuten abkochen oder rund 20 Minuten bei etwa 120 °C im Backofen trocknen.

Auf einen Blick: Was Vögel nicht fressen dürfen

LebensmittelGeeignet?Warum
Brot, Kekse, BackwarenNeinKaum Nährwert; schimmeliges Brot macht krank; Engelsflügel bei Wasservögeln
Chips, Salzstangen, aromatisiertes PopcornNeinSalz und Zusätze, kaum Nährwert
Gesalzene oder gewürzte NüsseNeinFeederWatch rät von gesalzenen oder aromatisierten Erdnüssen ab
MilchNeinAuf der Liste der RSPB
Speckfett, BratenfettNeinVerklebt Gefieder, laut RSPB
AvocadoNeinPersin ist laut Merck Veterinary Manual giftig für Vögel
Schokolade, Kaffee, AlkoholNeinFür viele Tiere giftig, kein Nutzen
Schimmelige Körner, Nüsse, ObstNeinSchimmelgifte; Mais und Erdnüsse können Aflatoxine enthalten
Gebeiztes SaatgutNeinMit Pilz- oder Insektenschutzmitteln behandelt
Meisenknödel im NetzNeinVerletzungsgefahr für Zehen und Zunge
Kokosraspel, gekochter HaferbreiNeinAuf der Vermeiden-Liste der RSPB
Billigmischungen mit FüllstoffenNicht empfohlenVögel werfen sie hinaus, liegen gebliebene Samen verrotten
Ungekochter ReisJaDie Geschichte vom platzenden Vogel ist ein Mythos
Reine ErdnussbutterJa, in MaßenOhne Salz, Zucker oder Xylit
Frisches ObstJaVor dem Schimmeln entfernen
Sterilisierte EierschalenJaKalzium für brütende Vögel

Was Sie stattdessen füttern sollten

Eine einfache Ausstattung deckt fast alle Gartenvögel ab:

  1. Schwarze Sonnenblumenkerne in Futtersäule oder Futtersilo. Sie ziehen die meisten Arten an. Siehe unseren Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen.
  2. Fettfutter ohne Netz im Winter für Meisen, Kleiber und Buntspecht.
  3. Nigersaat in einer speziellen Säule für Stieglitz und Erlenzeisig.
  4. Haferflocken, Obst und Rosinen am Boden oder in einer Schale für Amsel, Rotkehlchen und Drosseln.
  5. Hirse auf einer niedrigen Plattform für Sperlinge und Heckenbraunelle, in Maßen.
  6. Frisches Wasser das ganze Jahr.

Gewohnheiten an der Futterstelle, die Vögeln schaden

Das Futter ist nur die halbe Geschichte. Wie Sie es anbieten, zählt ebenso.

  • Schmutzige Futterstellen. Project FeederWatch empfiehlt, Körnerfutterstellen alle ein bis zwei Wochen zu reinigen, bei Nässe oder starkem Besuch öfter. Der NABU empfiehlt Futtersilos, in denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen. Unser Ratgeber, wie Sie ein Futterhaus reinigen, erklärt die Methode.
  • Nasses Futter unten in der Futterstelle. Verklumptes oder nasses Futter sofort entfernen.
  • Haufen aus Schalen und verstreutem Futter. Regelmäßig zusammenrechen, damit nichts fault.
  • Frostschutzmittel oder Salz in der Tränke. Beides ist giftig. Eine beheizte Tränke oder täglich lauwarmes Wasser ist die sichere Lösung.
  • Weiterfüttern bei Krankheitsausbrüchen. In Mitteleuropa sind vor allem Trichomonaden bekannt, die seit einigen Jahren Grünfinken stark zusetzen. Wenn Sie aufgeplusterte, matte Vögel mit verklebtem Schnabel sehen, nehmen Sie die Futterstellen ab, reinigen Sie sie und warten Sie vor dem erneuten Aufhängen. Unser Ratgeber zu kranken Vögeln an der Futterstelle erklärt die Anzeichen.

So ist dieser Ratgeber entstanden

Wir haben keine eigenen Fütterungsstudien durchgeführt. Dieser Ratgeber beruht auf veröffentlichten Empfehlungen des Cornell Lab of Ornithology und von Project FeederWatch, der RSPB, des NABU, amerikanischer Audubon-Gruppen und des Merck Veterinary Manual. Wo eine Behauptung weit verbreitet, aber durch diese Quellen nicht gedeckt ist, etwa die Geschichte vom rohen Reis, sagen wir das.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Welche menschlichen Lebensmittel sind schlecht für Vögel?

Verzichten Sie auf Brot, Kekse, Chips, Popcorn und gezuckerte Frühstücksflocken, die kaum Nährwert haben, auf gesalzene oder gewürzte Nüsse und Snacks, Milch, Brat- und Speckfett, das Gefieder verkleben kann, Avocado, die für viele Vögel giftig ist, Schokolade und alles Schimmelige. Vogelschutzverbände wie NABU und RSPB nennen diese Lebensmittel als ungeeignet.

Ist Brot schlecht für Vögel?

Brot ist nicht giftig, macht Vögel aber satt, ohne ihnen das Fett und Eiweiß zu liefern, das sie brauchen. Altes, schimmeliges Brot kann krank machen, und im Wasser gammelndes Brot belastet Teiche. Bei Enten und Gänsen wird eine brotlastige Ernährung mit Flügelfehlstellungen bei Jungvögeln in Verbindung gebracht, dem sogenannten Engelsflügel.

Dürfen Vögel ungekochten Reis fressen?

Ja. Die Geschichte, dass roher Reis im Magen aufquillt und Vögel platzen lässt, ist ein Mythos. Viele Wildvögel fressen Getreide, auch Reis auf Feldern, und ihr Verdauungssystem kommt damit zurecht. Reis ist kein besonders gutes Futter, weil er wenig Fett enthält und vor allem Tauben und Sperlinge anlockt, aber er ist nicht gefährlich.

Darf man Speckfett oder Bratenfett an Vögel verfüttern?

Nein. Die RSPB warnt, dass sich Bratenfett beim Kochen mit Fleischsaft zu einer weichen, schmierigen Masse verbindet, die am Gefieder kleben bleibt und es wasserdurchlässig macht. Speckfett ist zudem salzig und wird bei milder Witterung schnell ranzig. Bieten Sie stattdessen fertiges Fettfutter oder ausgelassenen Rindertalg ohne Salz an.

Ist Erdnussbutter für Vögel geeignet?

Reine Erdnussbutter gilt in Maßen als unbedenklich. Wählen Sie ein Produkt ohne Salz, Zucker und ohne den Süßstoff Xylit, und mischen Sie es mit Haferflocken oder Maismehl, damit es weniger klebt. Wie Erdnüsse sollte sie frisch sein, denn schlecht gelagerte Erdnüsse können Aflatoxine enthalten.

Sollte ich das Füttern einstellen, wenn Vögel krank aussehen?

Ja. Nehmen Sie die Futterstellen für eine Weile ab und reinigen Sie sie gründlich. Kranke Vögel können Erreger wie Salmonellen oder Trichomonaden an gesunde Vögel weitergeben, die sich an Futterstellen drängen. Reinigen, gut trocknen und zwei bis drei Wochen warten, bevor Sie wieder füttern. Bei mehreren toten Vögeln das Veterinäramt informieren.