Meisenknödel und Fettfutter selber machen
Meisenknödel selber machen: Rindertalg auslassen, mit Haferflocken, Körnern und Nüssen mischen und in Formen fest werden lassen. Drei sichere Rezepte, No-Gos.

In diesem Artikel
- Kurz beantwortet: die Grundmethode
- Was ist Fettfutter, und warum brauchen Vögel es?
- Welches Fett eignet sich für selbst gemachte Meisenknödel?
- Wie lässt man Rindertalg aus?
- Drei bewährte Rezepte für Meisenknödel und Fettblöcke
- Was darf ins selbst gemachte Fettfutter?
- Wie formt man Meisenknödel und Fettblöcke?
- Wie bietet man selbst gemachtes Fettfutter an?
- Wer kommt an die Fettfutterstelle?
- Wann sollte man selbst gemachtes Fettfutter anbieten?
- Wie lagert man selbst gemachtes Fettfutter?
- Ist selbst gemachtes Fettfutter besser als gekauftes?
- Häufige Fehler
- Kurz und knapp
- Quellen
- Häufige Fragen
Um Meisenknödel und Fettfutter selber zu machen, lassen Sie reinen Rindertalg oder Kokosfett bei niedriger Hitze schmelzen, sieben feste Bestandteile ab und rühren dann trockene Zutaten wie Haferflocken, Maisgrieß, Mehl, Erdnussbutter und Körner unter. Füllen Sie die Masse in eckige Formen, Muffinbleche oder Tontöpfe, lassen Sie sie im Kühlschrank fest werden und bieten Sie sie in einem Fettfutterhalter an. Ein verlässliches Grundverhältnis ist etwa 1 Teil Fett auf 2 Teile trockene Zutaten nach Volumen, das ergibt einen festen Block, der draußen zusammenhält.
Selbst gemachtes Fettfutter ist günstig, lässt sich leicht anpassen und ist bei Meisen, Kleibern, Spechten, Rotkehlchen und Zaunkönigen sehr beliebt. Entscheidend sind das richtige Fett, der Verzicht auf Salz und Zucker und der Zeitpunkt: Das Wetter muss kühl genug sein, damit das Futter fest bleibt.
Kurz beantwortet: die Grundmethode
- Fett auslassen. Gewürfelten Rindertalg bei niedriger Hitze schmelzen oder Kokosfett erwärmen. Durch ein feines Sieb oder ein Tuch abgießen.
- Trockene Zutaten untermischen. Haferflocken, Maisgrieß, Mehl, Erdnussbutter und Körner einrühren, bis die Masse dick ist wie Plätzchenteig.
- Formen. In eckige Dosen, Muffinbleche, Silikonformen oder Tontöpfe drücken, passend zu Ihrem Fettfutterhalter.
- Kühlen. Im Kühlschrank oder Gefrierfach fest werden lassen.
- Anbieten und lagern. Einen Block im Halter aufhängen, den Rest einwickeln und einfrieren.
Was ist Fettfutter, und warum brauchen Vögel es?
Im Englischen heißt Fettfutter „suet“, und im engeren Sinn ist damit das harte, weiße Fett rund um die Nieren von Rind und Schaf gemeint. Im Deutschen sprechen wir von Talg oder Nierenfett. Bei der Vogelfütterung steht Fettfutter für jeden Block oder Knödel auf Fettbasis, meist gemischt mit Körnern, Getreide, Nüssen, Früchten oder Insekten. Der Meisenknödel ist die bekannteste Form.
Fett ist die energiereichste Nahrung, die ein Vogel fressen kann. Pro Gramm liefert es mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Das zählt im Winter, wenn kleine Vögel an kurzen Tagen genug fressen müssen, um lange, kalte Nächte zu überstehen. Eine Blaumeise verbraucht über Nacht einen großen Teil ihrer Fettreserven allein fürs Warmhalten und muss sie am nächsten Tag wieder auffüllen. Unser Beitrag wie Vögel im Winter warm bleiben erklärt, wie sie diese Reserven verbrennen.
Fettfutter spricht auch Insektenfresser an, die Körner ignorieren. Spechte, Kleiber, Zaunkönige und Rotkehlchen fressen von Natur aus Insektenlarven, die reich an Fett und Eiweiß sind. Wenn Insekten knapp sind, ist Fettfutter ein guter Ersatz.
Welches Fett eignet sich für selbst gemachte Meisenknödel?
Das Fett entscheidet, ob Ihre Knödel fest, frisch und für Vögel sicher bleiben.
| Fett | Geeignet? | Hinweise |
|---|---|---|
| Roher Rindertalg (Nierenfett) | Ja, die beste Wahl | Nach dem Auslassen hart und fest. Beim Metzger nachfragen. |
| Kokosfett | Ja | Im Supermarkt erhältlich, leicht zu verarbeiten. Wird ab etwa 25 °C weich, im Winter unproblematisch. |
| Schweineschmalz | Ja | Leicht zu bekommen. Weicher als Rindertalg, daher mehr trockene Zutaten verwenden. |
| Rindertalg bereits ausgelassen | Ja | Bequem. Prüfen, dass er rein ist, ohne Salz oder Gewürze. |
| Speckfett | Nein | Oft salzig, kann Pökelsalze enthalten, bleibt weich. |
| Bratenfett aus der Pfanne | Nein | Mit Fleischsaft und Salz vermischt, bleibt schmierig, verdirbt schnell. |
| Margarine und Streichfette | Nein | Zu weich, kann im Gefieder verschmieren. |
| Speiseöl | Nein | Bei Raumtemperatur flüssig, verschmiert im Gefieder. |

Warum weiche Fette ein Problem sind
Weiche oder flüssige Fette können sich im Gefieder festsetzen. Federn isolieren und halten Wasser nur ab, wenn ihre feine Struktur sauber und richtig geordnet ist. Verklebte Federn verlieren diese Funktion, was bei nasskaltem Wetter gefährlich werden kann. Die britische RSPB und andere Vogelschutzorganisationen warnen aus diesem Grund ausdrücklich davor, Bratenfett aus der Pfanne auszulegen.
Warum Salz wichtig ist
Kleine Vögel reagieren empfindlich auf Salz und können größere Mengen nicht gut verarbeiten. Gesalzene Fette, gesalzene Nüsse und salzige Knabbereien haben in der Mischung nichts verloren. Unser Ratgeber was man Vögeln nicht füttern sollte nennt weitere Lebensmittel, die tabu sind.
Wie lässt man Rindertalg aus?
Beim Auslassen schmilzt das Fett und trennt sich von Bindegewebe, Fleischresten und Wasser. Ausgelassener Talg wird härter, hält länger und wird weniger schnell ranzig als rohes Fett. Kokosfett und Schmalz sind bereits rein und müssen nur geschmolzen werden.
Schritt für Schritt
- Talg zerkleinern. Rohen Rindertalg in kleine Würfel von etwa 1 cm schneiden oder den Metzger bitten, ihn durch den Wolf zu drehen. Kleine Stücke schmelzen schneller und gleichmäßiger.
- Bei niedriger Hitze schmelzen. Das Fett in einem schweren Topf oder Schongarer auf kleiner Stufe schmelzen und gelegentlich umrühren. Je nach Menge dauert das etwa 30 Minuten bis zwei Stunden. Das Fett darf nicht rauchen.
- Abseihen. Das flüssige Fett durch ein feines Sieb mit einem Mulltuch in eine hitzefeste Schüssel gießen. Die festen Reste, die Grieben, entsorgen.
- Abkühlen lassen. Das Fett abkühlen lassen, bis es fest und weiß wird.
- Für festere Blöcke zweimal auslassen. Viele schmelzen und seihen das Fett ein zweites Mal ab. Das entfernt weitere Verunreinigungen und ergibt einen härteren Block, der bei mildem Wetter besser hält.
Sicherheitshinweise
- Niedrige Hitze verwenden. Heißes Fett kann schwere Verbrennungen verursachen und sich bei Überhitzung entzünden. Brennendes Fett niemals mit Wasser löschen, sondern mit einem Deckel abdecken.
- Schmelzendes Fett nie unbeaufsichtigt auf dem Herd lassen.
- Kinder und Haustiere während der Arbeit vom Herd fernhalten.
- Das Fett etwas abkühlen lassen, bevor Sie Erdnussbutter oder Körner untermischen, damit nichts anbrennt.
- Fett nie in den Ausguss gießen. Reste fest werden lassen und in den Restmüll geben.
Drei bewährte Rezepte für Meisenknödel und Fettblöcke
Diese Rezepte verwenden gängige Küchenzutaten. Verstehen Sie die Mengen als Ausgangspunkt. Die richtige Konsistenz ist dick und krümelig wie fester Plätzchenteig, nicht flüssig.
Rezept 1: Klassischer Körner-Meisenknödel
Gut für Kohl-, Blau- und Tannenmeisen, Kleiber und Spechte.
- 500 ml ausgelassener Rindertalg oder Kokosfett
- 500 ml zarte Haferflocken
- 250 ml Maisgrieß
- 250 ml schwarze Sonnenblumenkerne oder Sonnenblumenherzen
- 125 ml gehackte, ungesalzene Erdnüsse
Zubereitung: Das Fett schmelzen, vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen. Haferflocken und Maisgrieß einrühren, dann Körner und Erdnüsse. In Formen drücken oder zu Knödeln formen und kühlen, bis alles fest ist.
Sonnenblumenherzen, also bereits geschälte Kerne, verringern den Schmutz unter der Futterstelle. Schwarze Sonnenblumenkerne gehören dank dünner Schale und hohem Ölgehalt zu den beliebtesten Körnern an Futterstellen.
Rezept 2: Hitzebeständigerer Fetteig
Eine festere, krümelige Mischung, die bei mildem Wetter besser hält und bei Vögeln beliebt ist, die normalerweise kein hartes Fett fressen, etwa Zaunkönigen, Rotkehlchen und Heckenbraunellen.
- 250 ml ausgelassener Rindertalg oder Schmalz
- 250 ml stückige Erdnussbutter, möglichst ohne Salz und Zucker
- 500 ml zarte Haferflocken
- 500 ml Maisgrieß
- 250 ml Vollkorn- oder Weizenmehl
Zubereitung: Fett und Erdnussbutter bei niedriger Hitze zusammen schmelzen und glatt rühren. Vom Herd nehmen. Haferflocken, Maisgrieß und Mehl in einer großen Schüssel mischen, die Fettmischung darübergießen und verrühren. Der Teig sollte dick und krümelig sein. Fest in Formen drücken oder zu Kugeln rollen und kühlen.
Der hohe Anteil an Mehl und Maisgrieß macht dieses Rezept hitzebeständiger. Völlig hitzefest ist es nicht, aber es wird deutlich weniger weich als reines Fett. Ältere Rezepte enthalten oft etwas Zucker, den Sie weglassen können, da Vögel ihn nicht brauchen. Mehr zur Auswahl einer unbedenklichen Erdnussbutter lesen Sie in unserem Ratgeber Erdnussbutter für Vögel.

Rezept 3: Fettfutter mit Insekten und Beeren
Gedacht für Insektenfresser wie Rotkehlchen, Amseln, Zaunkönige, Heckenbraunellen und Spechte.
- 500 ml ausgelassener Rindertalg oder Kokosfett
- 250 ml zarte Haferflocken
- 250 ml Maisgrieß
- 125 ml getrocknete Mehlwürmer, gehackt
- 125 ml gehacktes Trockenobst, etwa Cranberrys, Kirschen, Heidelbeeren oder Apfelstücke
Zubereitung: Das Fett schmelzen und etwas abkühlen lassen. Haferflocken und Maisgrieß einrühren, dann Mehlwürmer und Obst. In Formen drücken und kühlen.
Weichen Sie Trockenobst vorher 10 bis 15 Minuten in warmem Wasser ein und tupfen Sie es trocken, damit es weicher wird. Wenn Sie Hunde haben, denken Sie daran, dass Rosinen und Weintrauben für sie giftig sind. Verzichten Sie darauf, wenn Hunde an heruntergefallene Reste kommen.
Was darf ins selbst gemachte Fettfutter?
Gute Zutaten, in Maßen:
- Getreide: zarte oder kernige Haferflocken, Maisgrieß, Vollkornmehl, Weizenkleie.
- Körner: schwarze Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenherzen, Hirse, Hanfsaat, Nyjersaat (vor allem für Stieglitze, eine kleine Menge reicht).
- Nüsse: gehackte, ungesalzene Erdnüsse, Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln.
- Insekten: getrocknete Mehlwürmer, getrocknete Larven der Schwarzen Soldatenfliege.
- Obst: gehackte getrocknete Cranberrys, Kirschen, Heidelbeeren, Äpfel, Korinthen.
- Sonstiges: ungesalzene stückige Erdnussbutter, zerstoßene Eierschalen (vorher im Ofen erhitzt, im Frühjahr als Kalkquelle).
Tabu sind:
- Salz und salzige Lebensmittel, einschließlich gesalzener Nüsse, Chips und Cracker.
- Schokolade, die für viele Tiere giftige Stoffe enthält.
- Verschimmeltes Brot, Getreide oder Nüsse. Schimmelpilze können Giftstoffe bilden, die Vögeln schaden. Brot ist auch frisch ein schlechtes Vogelfutter, weil es satt macht, aber kaum Nährstoffe liefert.
- Rohe getrocknete Hülsenfrüchte und alles Verdorbene oder Ranzige.
- Honig und Sirup, die klebrig machen und leicht verderben.
Wie formt man Meisenknödel und Fettblöcke?
Die Form hängt davon ab, wie Sie das Futter anbieten wollen.
Eckige Blöcke für Fettfutterhalter
Die meisten Gitterhalter sind für gekaufte Blöcke von etwa 11 cm Kantenlänge und rund 4 cm Dicke gebaut. Verwenden Sie eine eckige Frischhaltedose, eine kleine Auflaufform oder eine Silikonform ähnlicher Größe. Mit Backpapier auslegen, damit sich der Block leicht löst. Messen Sie vorher das Innenmaß Ihres Halters.
Muffinblech-Portionen
Muffinbleche ergeben praktische Portionen für den Futtertisch oder lassen sich einzeln in Backpapier wickeln und einfrieren.
Meisenknödel
Eine feste Masse zu Kugeln von etwa 5 bis 6 cm Durchmesser rollen. Meisenknödel sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Klassiker der Wintervogelfütterung. Bieten Sie sie in einem Knödelhalter oder einer Knödelspirale an, niemals in den Plastiknetzen, in denen sie oft verkauft werden. Vogelschutzverbände warnen, dass sich Vögel mit Füßen, Zunge und Schnabel in den Netzen verfangen können. Die Netze landen außerdem oft als Plastikmüll in der Natur.
Futterglocke im Tontopf
Ein kleiner Tontopf, durch dessen Loch ein Stock oder ein dicker Ast gesteckt wird, lässt sich mit Fettfutter füllen und kopfüber aufhängen. Der Stock ragt unten heraus und dient als Sitzstange. Das ist eine bewährte Bastelidee mit Kindern und hält das Futter vor Regen geschützt.
Futterstamm und Kiefernzapfen
Bohren Sie in ein kurzes, hängendes Holzstück Löcher von etwa 2,5 bis 4 cm und füllen Sie sie mit dem hitzebeständigeren Fetteig. Spechte und Kleiber klammern sich an die Rinde und fressen wie an einem Baum. Kiefernzapfen, die in Fetteig und Körnern gewälzt werden, sind ein einfaches Projekt für Kinder.

Kokosnussschalen
Halbe Kokosnussschalen, gefüllt mit Fett und Körnern, sind in ganz Europa beliebt. Hängen Sie sie mit der Öffnung nach unten auf, damit Regen abläuft.
Wie bietet man selbst gemachtes Fettfutter an?
- Einen Fettfutterhalter oder Futterstamm verwenden. Halter halten den Block zusammen und lassen Kletterkünstler natürlich fressen. Unser Ratgeber zu Fettblöcken und Fettfutter-Mischungen vergleicht die Varianten.
- Im Schatten aufhängen. Direkte Sonne macht Fettfutter schnell weich, auch bei kühlem Wetter.
- Nahe an Deckung, aber außer Reichweite von Katzen aufhängen. Etwa 3 bis 4 m Abstand zu Sträuchern bieten Schutz und senken das Risiko eines Überraschungsangriffs.
- Bei Starenproblemen einen Halter wählen, an dem Vögel kopfüber hängen müssen. Spechte, Kleiber und Meisen kommen damit gut zurecht, Stare deutlich schlechter.
- Klein anfangen. Jeweils nur einen Block aufhängen, damit er gefressen wird, solange er frisch ist.
Wer kommt an die Fettfutterstelle?
| Region | Typische Gäste an Fettfutter |
|---|---|
| Deutschland, Österreich, Schweiz | Kohlmeise, Blaumeise, Tannenmeise, Sumpfmeise, Schwanzmeise, Kleiber, Buntspecht, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Haussperling, Star, Zaunkönig |
| Großbritannien und übriges Europa | Weitgehend dieselben Arten, dazu überwinternde Mönchsgrasmücken |
| Türkei | Kohlmeise, Blaumeise, Kleiber, Blutspecht und Buntspecht, Sperlinge |
| Nordamerika | Spechte, Kleiber, Meisen, Zaunkönige, Häher, Waldsänger und Stare |
In Gärten nahe an Laubwald kommen gelegentlich Mittelspechte, und in Nadelwaldnähe sind Haubenmeisen möglich. Rotkehlchen und Zaunkönige fressen lieber Bröckchen am Boden oder auf einem niedrigen Tisch als am hängenden Knödel.
Wann sollte man selbst gemachtes Fettfutter anbieten?
Fettfutter gehört in die kühle Jahreszeit. Als grobe Faustregel bieten viele Vogelfreunde reines Fett an, solange die Tageshöchstwerte unter etwa 10 °C bleiben, und wechseln bei wärmerem Wetter zum hitzebeständigeren Fetteig oder hören ganz auf.
Bei Wärme wird Fettfutter weich, tropft und wird ranzig. Geschmolzenes Fett kann das Gefieder überziehen. Es verdirbt außerdem schneller und lockt Ameisen, Fliegen, Ratten und andere ungebetene Gäste an. Wer im Sommer trotzdem Fettfutter anbietet, nimmt das hitzebeständigere Rezept, hängt die Futterstelle in den Schatten und ersetzt die Blöcke häufig. Unser Beitrag sollte man Vögel im Sommer füttern wägt die Vor- und Nachteile ab.
Im Winter gehört Fettfutter zu den wertvollsten Angeboten überhaupt. Wie es sich mit Körnern und Wasser ergänzt, zeigt unser Ratgeber was man Vögeln im Winter füttert.
Wie lagert man selbst gemachtes Fettfutter?
- Vorräte einfrieren. Jeden Block oder Knödel in Backpapier wickeln und in einem Gefrierbeutel aufbewahren. Eingefroren hält Fettfutter mehrere Monate.
- Kurzfristig im Kühlschrank. Blöcke, die Sie in den nächsten Wochen verwenden, dürfen im Kühlschrank lagern.
- Beschriften und datieren. Die ältesten Blöcke zuerst verbrauchen.
- Vor dem Aufhängen prüfen. Fettfutter wegwerfen, das säuerlich oder seltsam riecht, schimmelt oder weich und ölig geworden ist.
Ist selbst gemachtes Fettfutter besser als gekauftes?
Keines ist automatisch besser. Beide haben Vor- und Nachteile.
- Kontrolle über die Zutaten. Selbst gemacht bestimmen Sie genau, was hineinkommt, lassen Zucker und Füllstoffe weg und passen die Mischung an Ihre Vögel an, etwa mehr Insekten für Rotkehlchen oder mehr Erdnüsse für Spechte.
- Gleichmäßigkeit. Gekaufte Blöcke sind meist gleichmäßig fest gepresst, und viele sind so rezeptiert, dass sie bei Wärme weniger weich werden. Selbst gemachte Blöcke schwanken von Charge zu Charge.
- Frische. Selbst gemachtes Fettfutter enthält keine Konservierungsstoffe, sollte also eingefroren und zügig verbraucht werden. Das ist ein Vorteil, wenn Sie es schnell verbrauchen, und ein Nachteil, wenn Blöcke wochenlang draußen hängen.
- Zeit und Aufwand. Das Auslassen dauert ein bis zwei Stunden und hinterlässt einen fettigen Topf. Viele machen ein- oder zweimal pro Winter eine große Menge und frieren sie ein.
- Keine Plastiknetze. Selbst gemachte Knödel kommen von vornherein ohne Netz aus.
Den Vögeln scheint es gleich zu sein, solange das Fett frisch, fest und salzfrei ist.
Häufige Fehler
- Speckfett oder Bratenfett verwenden. Zu salzig und zu weich.
- Die trockenen Zutaten weglassen. Reines geschmolzenes Schmalz bleibt weich und schmierig. Trockene Zutaten binden den Block.
- Fettfutter bei Hitze anbieten, ohne hitzebeständigeres Rezept.
- Plastiknetze verwenden, in denen sich Füße und Zungen verfangen können.
- Zu viel auf einmal anbieten, sodass es ranzig wird, bevor die Vögel fertig sind.
- Den Halter nicht reinigen. Fettfutterhalter regelmäßig mit heißem Wasser und einer Bürste von altem Fett und Schimmel befreien.
- Bei hoher Hitze auslassen. Das Fett verbrennt, und es besteht Brandgefahr.
Kurz und knapp
- Rindertalg, das harte Nierenfett, ist die beste Grundlage. Kokosfett ist eine gute, leicht erhältliche Alternative für den Winter.
- Schmalz funktioniert auch, braucht aber mehr trockene Zutaten, um fest zu bleiben.
- Ein Verhältnis von etwa 1 Teil Fett zu 2 Teilen trockenen Zutaten nach Volumen ergibt einen festen Block.
- Speckfett, Bratenfett, Margarine, Speiseöl und Salz meiden.
- Fettfutter vor allem bei kühlem Wetter anbieten, bei mildem Wetter den hitzebeständigeren Fetteig verwenden.
- Meisenknödel nie im Plastiknetz aufhängen.
- Überzählige Blöcke einzeln eingewickelt mehrere Monate einfrieren.
Quellen
- Naturschutzbund Deutschland (NABU): https://www.nabu.de
- Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV): https://www.lbv.de
- Schweizerische Vogelwarte Sempach: https://www.vogelwarte.ch
- Project FeederWatch, Cornell Lab of Ornithology und Birds Canada: https://feederwatch.org
- RSPB (Royal Society for the Protection of Birds): https://www.rspb.org.uk
Häufige Fragen
Welches Fett eignet sich für Meisenknödel?
Ausgelassener Rindertalg, also das harte Nierenfett vom Rind, ist die klassische Wahl, weil er fest wird und nicht so schnell schmilzt. Auch Kokosfett ist in Deutschland sehr verbreitet und leicht zu bekommen, wird bei Wärme aber weich. Schweineschmalz funktioniert ebenfalls, braucht aber mehr trockene Zutaten. Meiden Sie Speckfett, Bratenfett, Margarine und Speiseöl.
Darf man Speckfett oder Bratenfett für Vögel verwenden?
Die meisten Fachleute raten davon ab. Speck- und Bratenfett ist oft stark gesalzen und kann Pökelsalze und Gewürze enthalten. Außerdem bleibt es weich, verschmiert leicht im Gefieder und beeinträchtigt dessen Isolation und Wasserabweisung. Verwenden Sie stattdessen reinen Rindertalg, Kokosfett oder Schmalz ohne Zusätze.
Wie lange halten selbst gemachte Meisenknödel?
Eingewickelt und eingefroren halten selbst gemachte Knödel und Fettblöcke mehrere Monate. Im Kühlschrank rechnen Sie mit einigen Wochen. Draußen hält ein Block je nach Temperatur und Andrang einige Tage bis etwa zwei Wochen. Ersetzen Sie Fettfutter, das säuerlich riecht, schimmelt oder weich und ölig geworden ist.
Kann man selbst gemachtes Fettfutter im Sommer anbieten?
Am besten bieten Sie Fettfutter vor allem in der kalten Jahreszeit an. Weiches, schmelzendes Fett kann das Gefieder verkleben und wird bei Wärme schnell ranzig. Wer im Sommer Fettfutter anbieten möchte, nimmt ein hitzebeständigeres Rezept mit viel Mehl und Maisgrieß, hängt die Futterstelle in den Schatten und tauscht die Blöcke häufig. Viele stellen im Sommer auf Körner und Wasser um.
Welche Vögel fressen selbst gemachte Meisenknödel?
In Mitteleuropa vor allem Kohl-, Blau-, Tannen-, Sumpf- und Schwanzmeisen, dazu Kleiber, Buntspechte, Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Haussperlinge und Stare. Zaunkönige und Amseln nehmen Fettfutter am Boden oder in Bröckchen. Wer Erdnüsse, Insekten oder Beeren untermischt, erweitert den Kreis der Gäste.