Amseln anlocken: Futter, Hecken und Nistplätze im Garten
Amseln anlocken: Äpfel, Rosinen und Haferflocken am Boden anbieten, dichte Hecken und Beerensträucher pflanzen, Laub liegen lassen und Nistplätze schützen.
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In diesem Artikel
Amseln anlocken gelingt in fast jedem Garten, der ihnen Regenwürmer im Rasen, Deckung in dichten Sträuchern und im Winter etwas Obst bietet. Halbierte Äpfel, eingeweichte Rosinen und Haferflocken am Boden oder auf einer flachen Schale in 30 bis 100 cm Höhe wirken oft schon am ersten Frosttag. Wer dazu Laub unter den Sträuchern liegen lässt, Beerensträucher pflanzt und Hecken erst im Herbst schneidet, hat gute Aussichten, dass Amseln nicht nur fressen, sondern auch brüten.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Amseln sicher erkennen, was sie fressen, welche Futterstellen und Pflanzen ihnen helfen, wo sie brüten und welche Probleme im Garten auftreten können. Er stützt sich auf gut belegte ornithologische Grundlagen und die Empfehlungen von Organisationen wie NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.
Die Amsel auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | etwa 24 bis 29 cm lang, Spannweite rund 34 bis 38 cm |
| Gewicht | meist etwa 80 bis 125 g |
| Verbreitung in Deutschland | flächendeckend, einer der häufigsten Brutvögel, von Innenstädten bis in die Bergwälder |
| Jahreszeit | ganzjährig; bei uns überwiegend Standvogel, im Winter kommen Amseln aus Nord- und Osteuropa hinzu |
| Nahrung | Regenwürmer, Insekten, Larven, Schnecken; im Sommer und Herbst viele Beeren und Obst |
| Futterstelle | Boden, flache Futterschale, niedriger Futtertisch, Bodenfutterhaus |
| Nisten | Napfnest in Hecken, Sträuchern, Kletterpflanzen und an Gebäuden, 2 bis 3 Bruten im Jahr |
| Gelege | meist 3 bis 5 blaugrüne, braun gesprenkelte Eier |
Wie erkenne ich eine Amsel?
Die Amsel ist eine mittelgroße Drossel mit langem Schwanz und aufrechter Haltung. Am Boden läuft oder hüpft sie in kurzen Schüben, bleibt stehen, legt den Kopf schief und lauscht, bevor sie einen Regenwurm aus dem Boden zieht. Nach der Landung hebt sie oft den Schwanz und lässt ihn langsam sinken.
Männchen, Weibchen und Jungvogel
- Männchen: komplett schwarz, glänzend, mit leuchtend orangegelbem Schnabel und schmalem gelbem Augenring. Junge Männchen im ersten Winter haben bräunliche Flügelfedern und einen dunkleren Schnabel, der sich erst im Frühling gelb färbt.
- Weibchen: dunkelbraun, Kehle heller und fein gestrichelt, Brust oft etwas rötlich braun und undeutlich gefleckt. Schnabel bräunlich, manchmal gelblich.
- Jungvogel: braun mit rostbraunen Flecken und hellen Tropfen auf Oberseite und Brust. Junge Amseln sehen im Frühsommer fast wie Drosseln einer anderen Art aus.
Gelegentlich tauchen Amseln mit weißen Flecken auf, manchmal sogar fast ganz weiße Tiere. Das ist meist Leuzismus, ein Mangel an Farbstoff in einzelnen Federn. Solche Amseln sind trotzdem gewöhnliche Amseln.
Gesang und Rufe
- Gesang: ein ruhiger, flötender, melodischer Gesang mit vielen Variationen, oft vom Dachfirst oder einer Baumspitze in der Dämmerung. Viele halten ihn für einen der schönsten Vogelgesänge Mitteleuropas.
- Warnruf: ein aufgeregtes, lautes Zetern “tix tix tix” oder ein schnelles, schepperndes “tschuk tschuk”, wenn eine Katze in der Nähe ist. Die Amsel alarmiert damit den ganzen Garten.
- Abendruf: ein metallisches “pink pink” in der Dämmerung, wenn Amseln zu ihren Schlafplätzen fliegen.
- Luftwarnung: ein dünnes, hohes “sieh” bei Greifvögeln.
Die Amsel ist ideal, um Vogelstimmen zu lernen, weil sie so häufig und so nah singt. Einen Einstieg bietet unser Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten.

Verwechslungsarten
- Star: ebenfalls dunkel, aber kürzer, mit kurzem Schwanz, im Winter hell gepunktet, im Sommer grün und violett schillernd. Stare laufen, statt zu hüpfen, und kommen oft in Trupps.
- Ringdrossel: ähnlich groß, das Männchen mit einem breiten weißen Halbmond auf der Brust. Brütet in Bergwäldern der Alpen und Mittelgebirge, im Flachland nur auf dem Durchzug.
- Singdrossel: kleiner, oben warmbraun, unten hell mit dunklen Tropfenflecken. Junge Amseln werden manchmal für Singdrosseln gehalten, haben aber rostige Flecken auch auf der Oberseite.
- Rabenkrähe und Dohle: deutlich größer, mit schwarzem oder grauem Schnabel.
Wo lebt die Amsel?
Ursprünglich war die Amsel ein scheuer Waldvogel. Seit dem 19. Jahrhundert hat sie in Mitteleuropa die Städte erobert und ist heute einer der häufigsten Vögel in Gärten, Parks und auf Friedhöfen. Stadtamseln sind oft zutraulicher, brüten früher im Jahr und bleiben im Winter eher in ihrem Revier als ihre Artgenossen im Wald.
Die meisten Amseln in Deutschland sind Standvögel oder ziehen nur kurze Strecken. Ein Teil, vor allem Waldamseln und Vögel aus dem Nordosten, zieht im Herbst nach Südwesteuropa. Gleichzeitig kommen Amseln aus Skandinavien und Osteuropa zu uns. Deshalb sehen Sie im Winter manchmal mehr Amseln im Garten als im Sommer, und manche davon verhalten sich scheuer als die bekannten Revierbesitzer.
Bei den Mitmachaktionen des NABU, der “Stunde der Gartenvögel” im Mai und der “Stunde der Wintervögel” im Januar, gehört die Amsel regelmäßig zu den am häufigsten gemeldeten Arten.
Was fressen Amseln?
Amseln sind Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost im Frühling und Sommer und auf Früchten im Herbst und Winter.
- Regenwürmer: die wichtigste Nahrung, besonders nach Regen und auf feuchtem Rasen. Die Amsel findet sie mit Augen und wahrscheinlich auch mit dem Gehör.
- Insekten und Larven: Käfer, Raupen, Schnakenlarven und andere Bodentiere, die sie unter Laub hervorscharrt.
- Schnecken: kleine Nacktschnecken und junge Schnecken.
- Beeren und Obst: ab dem Sommer Kirschen, Johannisbeeren, Holunder, Vogelbeeren, später Weißdorn, Efeu, Liguster, Äpfel und Birnen.
Typisch ist das laute Laubwenden: Amseln werfen mit dem Schnabel Blätter zur Seite, um an die Tiere darunter zu kommen. Wer im Herbst das Laub unter den Sträuchern liegen lässt, deckt der Amsel damit den Tisch für den Winter.
Das beste Futter für Amseln
| Futter | Wie gut? | Hinweise |
|---|---|---|
| Äpfel und Birnen | sehr gut | halbiert auf den Boden legen, auch leicht angeschlagenes Obst |
| Rosinen, eingeweicht | sehr gut | in Wasser quellen lassen, ungeschwefelt |
| Haferflocken | gut | am besten mit etwas ungesalzenem Fett vermengt |
| Weichfutter, Insektenmischungen | sehr gut | spezielle Mischungen für Weichfutterfresser |
| Mehlwürmer | sehr gut | getrocknet eingeweicht oder lebend, sparsam |
| Fettfutter in Bröckchen | gut | am Boden oder auf der Schale, nicht nur im Netz |
| Beeren aus dem Garten | sehr gut | lieber Sträucher pflanzen als Beeren kaufen |
| Sonnenblumenkerne, Körner | kaum | ganze Kerne sind für den Drosselschnabel ungeeignet |
Obst ist das einfachste Amselfutter. Welche Sorten sich eignen und was zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber Obst für Vögel: was und wann. Für die Futterschale eignen sich auch getrocknete Insekten, mehr dazu in getrocknete Mehlwürmer.
Weichfutter für Drosseln, Rotkehlchen und andere Insektenfresser gibt es als fertige Mischung: Preis bei Amazon prüfen

Was Amseln nicht bekommen sollten
Brot, gesalzene Speisereste, Wurst, Speck, Käse und gewürzte Essensreste gehören nicht auf den Futterplatz. Brot füllt den Magen, bietet aber kaum Nährstoffe und schimmelt schnell. Auch Milch vertragen Vögel schlecht. Salz und Gewürze belasten den Stoffwechsel kleiner Vögel zusätzlich.
Welche Futterstelle eignet sich für Amseln?
Amseln fressen am Boden. An hängenden Futtersäulen und Meisenknödeln können sie sich kaum festhalten. Die passende Futterstelle ist deshalb flach und bodennah:
- Direkt auf dem Boden, zum Beispiel halbierte Äpfel im Rasen. Das ist die natürlichste Form, aber das Futter verschmutzt schneller.
- Eine flache Futterschale oder ein niedriger Futtertisch in 30 bis 100 cm Höhe mit Abflusslöchern.
- Ein Bodenfutterhaus mit Dach, unter dem Futter trocken bleibt.
- Mehrere Futterstellen, denn Amseln sind untereinander streitlustig. Ein Männchen vertreibt oft alle anderen Amseln von seiner Futterstelle.
Stellen Sie die Futterstelle so auf, dass die Amsel rundum Sicht hat, aber Deckung in wenigen Metern Entfernung erreicht. Direkt neben dichtem Gebüsch lauern gern Katzen. Genauere Hinweise gibt unser Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.
Wie viel und wie lange füttern?
Bieten Sie am Boden nur so viel an, wie in etwa einem Tag gefressen wird. Ein bis zwei halbierte Äpfel und eine Handvoll eingeweichter Rosinen oder Haferflocken reichen für einen kleinen Garten meist aus. Bleibt am Abend etwas übrig, geben Sie am nächsten Tag weniger. Reste, die über Nacht am Boden liegen, locken Ratten und Mäuse an und verderben bei feuchtem Wetter schnell.
Die wichtigste Zeit ist der Winter, besonders bei Frost und geschlossener Schneedecke, wenn Amseln keine Regenwürmer mehr erreichen. Viele Naturschutzverbände halten eine Fütterung auch in den übrigen Monaten für vertretbar, solange Futter und Futterstelle sauber sind. In der Brutzeit sind Weichfutter und Mehlwürmer sinnvoller als Obst, weil die Jungen viel Eiweiß brauchen. Wichtig ist Beständigkeit: Amseln gewöhnen sich an feste Futterzeiten und kommen dann oft schon in der Morgendämmerung, noch bevor die Meisen erscheinen.
Wasser für Amseln
Amseln trinken viel und baden ausgiebig, im Sommer oft mehrmals am Tag. Eine große, flache Vogeltränke mit 5 bis 8 cm Wassertiefe an der tiefsten Stelle und flach auslaufendem Rand ist ideal. Die Amsel steigt gern hinein, taucht Brust und Kopf ein und schlägt mit den Flügeln, bis das Wasser spritzt.
Stellen Sie die Tränke mit freier Sicht auf, aber mit Sträuchern in einigen Metern Entfernung. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und reinigen Sie die Schale regelmäßig, denn an Tränken können sich Krankheitserreger verbreiten. Im Winter hilft lauwarmes Wasser am Morgen, wenn die Tränke gefroren ist.
Pflanzen für Amseln
Ein Amselgarten braucht drei Dinge: offenen, lebendigen Boden, dichte Deckung und Beeren. Heimische Gehölze bieten all das.
Sträucher, Hecken und Kletterpflanzen
- Eingriffeliger Weißdorn: dicht und dornig, idealer Nistplatz, rote Beeren bis in den Winter.
- Schwarzer Holunder: schnellwachsend, Beeren im Spätsommer, viele Insekten.
- Eberesche (Vogelbeere): Beeren ab August, bei Drosseln sehr beliebt.
- Liguster: dichte Hecke mit schwarzen Beeren im Winter; der heimische Gewöhnliche Liguster ist dem Zierliguster vorzuziehen.
- Hundsrose und Heckenrosen: Hagebutten für den Winter, dornige Deckung.
- Roter Hartriegel, Schlehe, Kornelkirsche: heimische Heckensträucher mit Früchten.
- Efeu: Nistplatz in dichten Ranken, Beeren im Spätwinter, wenn sonst kaum etwas übrig ist.
- Obstbäume und Beerensträucher: Kirschen, Johannisbeeren und Äpfel werden gern geteilt, manchmal mehr, als dem Gärtner lieb ist.
Welche Sträucher besonders lange Beeren tragen, zeigt unser Artikel über Beerensträucher für Vögel im Winter.

Rasen, Beete und Laub
Ein Rasen, der nicht jede Woche kurz gemäht und nicht gedüngt wird, enthält mehr Regenwürmer und Insekten. Lassen Sie im Herbst Laub unter Sträuchern und Hecken liegen, legen Sie einen Komposthaufen an und verzichten Sie auf Schneckenkorn und Insektizide. Diese Mittel nehmen der Amsel die Nahrung und können über vergiftete Beute auch die Vögel selbst gefährden.
Wo brüten Amseln?
Amseln bauen ein stabiles, napfförmiges Nest aus Halmen, Wurzeln und Moos, innen mit Lehm oder feuchter Erde ausgestrichen und mit feinen Halmen ausgepolstert. Das Weibchen baut es meist allein. Typische Neststandorte sind:
- dichte Hecken und Sträucher, oft in 1 bis 3 m Höhe
- Efeu und andere Kletterpflanzen an Mauern und Bäumen
- Nischen an Gebäuden, Balkonen, Carports und Holzstapeln
- gelegentlich Blumenkästen, Regale in Schuppen oder alte Fahrradkörbe
Nisthilfen für Amseln
Amseln nutzen keine Höhlenkästen mit Flugloch. Sie nehmen aber manchmal offene Nisthilfen an, etwa ein Nistbrett oder eine große Halbhöhle, gut versteckt in Efeu oder dichten Kletterpflanzen, in etwa 1,5 bis 3 m Höhe. Wichtiger als jede Nisthilfe ist eine dichte, dornige Hecke, die Katzen und Elstern den Zugang erschwert.
Brutbiologie in Kürze
- Brutbeginn: in Städten oft schon im März, im Wald etwas später.
- Bruten: meist 2 bis 3 im Jahr, gelegentlich mehr.
- Gelege: meist 3 bis 5 Eier, blaugrün mit braunen Flecken.
- Brutdauer: etwa 12 bis 14 Tage, nur das Weibchen brütet.
- Nestlingszeit: etwa zwei Wochen; beide Eltern füttern, vor allem mit Regenwürmern und Insekten.
- Nach dem Ausfliegen: Die Jungen können noch kaum fliegen und sitzen einige Tage am Boden oder in Büschen, während die Eltern sie weiter füttern.
Gerade die bodensitzenden jungen Amseln werden oft für verlassen gehalten. Sie sind aber fast immer gesunde Ästlinge. Unser Ratgeber Jungvogel gefunden: was tun? erklärt, wann Hilfe wirklich nötig ist.
Hecken nur außerhalb der Brutzeit schneiden
Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet starke Rückschnitte von Hecken und Gebüschen zwischen dem 1. März und dem 30. September. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, besetzte Nester dürfen aber nie gestört werden. Da Amseln oft schon im März brüten, schneiden Sie Hecken am besten im Spätherbst oder Winter.
Die Amsel im Jahreslauf
| Monat | Was im Garten passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Januar | Wintergäste aus dem Norden, Revierstreit | Äpfel und Weichfutter am Boden, eisfreies Wasser |
| Februar | Erster Gesang in der Dämmerung | Hecken nur noch schonend schneiden |
| März | Nestbau, in Städten erste Gelege | Laub unter Sträuchern liegen lassen |
| April | Erste Bruten, viele Regenwürmer | Keine Heckenschnitte, Katzen im Blick |
| Mai | Ästlinge am Boden, zweite Bruten | Ästlinge in Ruhe lassen, Mehlwürmer als Zusatz |
| Juni | Gesang in voller Stärke | Tränke täglich frisch |
| Juli | Letzte Bruten, Beginn der Mauser | Kirschen und Beeren teilen, Wasser anbieten |
| August | Mauser, Amseln sind still; mögliches Usutu-Auftreten | Tränke sauber halten, kranke Vögel melden |
| September | Beeren reifen | Fallobst liegen lassen |
| Oktober | Durchzug und Zuzug aus Nord- und Osteuropa | Futterschale vorbereiten, Laub liegen lassen |
| November | Amseln wühlen im Laub | Obst und Weichfutter anbieten |
| Dezember | Futterplatz wird täglich besucht | Futter und Wasser zuverlässig anbieten |

Probleme und Lösungen
Katzen
Amseln fressen und brüten niedrig und sind deshalb besonders durch Katzen gefährdet, vor allem die Ästlinge im Frühsommer. Stellen Sie Futterstellen nicht direkt neben dichtes Gebüsch, sichern Sie Nistplätze mit dornigen Zweigen und halten Sie eigene Katzen in den Morgenstunden während der Brutzeit möglichst im Haus. Mehr in Vögel vor Katzen schützen.
Kranke oder tote Amseln
Im Spätsommer fallen in manchen Jahren viele kranke Amseln auf: apathisch, zerzaust, am Kopf oft kahl, ohne Fluchtreflex. Eine mögliche Ursache ist das Usutu-Virus, das seit 2011 in Deutschland vorkommt und von Stechmücken übertragen wird. Der NABU ruft dazu auf, kranke und tote Amseln zu melden. Kahle Köpfe können allerdings auch mit der Mauser oder Parasiten zusammenhängen, deshalb ist eine sichere Diagnose nur im Labor möglich. Fassen Sie tote Vögel nur mit Handschuhen oder einer umgestülpten Tüte an und halten Sie Tränken besonders sauber. Hinweise zu Krankheiten am Futterplatz gibt unser Ratgeber Kranke Vögel am Futterhaus.
Amsel greift das Fenster an
Im Frühling attackieren Amseln manchmal ihr Spiegelbild in Fenstern oder Autospiegeln, weil sie einen Rivalen vermuten. Unterbrechen Sie das Spiegelbild von außen, etwa mit Folie, einem Tuch oder einer Abdeckung für den Autospiegel.
Amseln plündern Beeren und Erdbeeren
Wer Kirschen, Johannisbeeren oder Erdbeeren anbaut, teilt sie mit Amseln. Engmaschige, straff gespannte Netze schützen einzelne Sträucher. Lose, weitmaschige Netze sind gefährlich, weil sich Vögel darin verfangen. Oft hilft es auch, einen Strauch bewusst für die Vögel stehen zu lassen.
Häufige Fehler
- Nur hängende Futterspender aufhängen. Amseln fressen am Boden oder auf flachen Schalen.
- Körnermischungen anbieten. Ganze Körner sind für Amseln kaum nutzbar, Obst und Weichfutter sind besser.
- Brot und Essensreste füttern. Sie schaden mehr, als sie nützen.
- Hecken im Frühling schneiden. Amseln brüten oft schon im März.
- Laub komplett abräumen. Unter Laub findet die Amsel im Winter ihre Nahrung.
- Schneckenkorn und Insektizide einsetzen. Sie töten die Nahrung und gefährden die Vögel.
- Ästlinge einsammeln. Junge Amseln am Boden werden fast immer noch von den Eltern versorgt.
Kurz zusammengefasst
Amseln kommen dorthin, wo sie Würmer im Boden, Beeren in den Sträuchern und sichere Nistplätze in dichten Hecken finden. Bieten Sie im Winter halbierte Äpfel, eingeweichte Rosinen und Weichfutter am Boden an, lassen Sie Laub liegen, pflanzen Sie heimische Beerensträucher und schneiden Sie Hecken erst im Herbst. Dann werden Sie mit einem der schönsten Vogelgesänge des Jahres belohnt, oft schon in der Februardämmerung.
Quellen
Häufige Fragen
Was fressen Amseln am liebsten?
Amseln fressen vor allem Regenwürmer, Insekten, Larven und Schnecken, die sie im Rasen und unter Laub suchen. Im Sommer und Herbst kommen Beeren und Obst dazu. Am Futterplatz nehmen sie gern halbierte Äpfel, eingeweichte Rosinen, Haferflocken, Weichfutter, Mehlwürmer und Fettfutter in Bröckchen. Harte Körner fressen sie nur wenig, weil ihr Schnabel dafür nicht gemacht ist.
Wie unterscheide ich Amsel-Männchen und Amsel-Weibchen?
Das Männchen ist tiefschwarz mit leuchtend orangegelbem Schnabel und gelbem Augenring. Das Weibchen ist dunkelbraun, die Kehle etwas heller und leicht gestrichelt, die Brust manchmal undeutlich gefleckt, der Schnabel bräunlich bis gelblich. Junge Männchen im ersten Winter sind schon schwarz, haben aber bräunliche Flügel und einen dunkleren Schnabel.
Wie oft brüten Amseln im Jahr?
Amseln brüten meist zwei- bis dreimal im Jahr, gelegentlich auch öfter. Die Brutzeit beginnt oft schon im März und reicht bis in den Juli. Das Nest ist ein fester Napf aus Halmen, Moos und Lehm in Hecken, Sträuchern, Kletterpflanzen oder an Gebäuden. Ein Gelege hat meist 3 bis 5 blaugrüne, braun gesprenkelte Eier.
Warum singt die Amsel abends so lange?
Die Amsel singt vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung von erhöhten Warten wie Dachfirsten, Antennen und Baumspitzen. Mit dem Gesang markiert das Männchen sein Revier und wirbt um das Weibchen. Die Hauptgesangszeit reicht etwa von Februar bis Juli. In beleuchteten Städten beginnen Amseln oft schon lange vor Sonnenaufgang zu singen.
Was ist das Usutu-Virus bei Amseln?
Das Usutu-Virus ist ein von Stechmücken übertragenes Virus, das in Deutschland seit 2011 immer wieder zu einem auffälligen Amselsterben führt, vor allem im Spätsommer. Erkrankte Amseln wirken apathisch, zerzaust und fliehen nicht mehr. Der NABU sammelt Meldungen kranker und toter Amseln. Tote Vögel sollten Sie nur mit Handschuhen oder einer Tüte anfassen.