Buchfinken anlocken: Futter, Futterstelle und Pflanzen

Buchfinken anlocken: geschälte Sonnenblumenkerne und feine Samen am Boden oder auf einer Futterschale anbieten, Laubbäume und Hecken pflanzen, Laub belassen.

Wenn Sie über Links auf dieser Seite kaufen, erhalten wir eventuell eine Provision, für Sie ohne Mehrkosten. Unsere Empfehlungen beeinflusst das nie. So finanzieren wir uns

Ein männlicher Buchfink mit blaugrauem Scheitel, rosabrauner Brust und weißen Flügelbinden sitzt auf einem Zweig über einer Futterschale (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Buchfink auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich einen Buchfink?
  3. Wo leben Buchfinken?
  4. Was fressen Buchfinken?
  5. Welche Futterstellen eignen sich für Buchfinken?
  6. Wasser für Buchfinken
  7. Heimische Pflanzen für Buchfinken
  8. Nisten: Wie und wo brütet der Buchfink?
  9. Buchfinken im Jahreslauf
  10. Buchfinken beobachten und melden
  11. Probleme und Lösungen
  12. Häufige Fehler
  13. Kurz zusammengefasst
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Buchfinken anlocken gelingt in fast jedem deutschen Garten, wenn Sie wissen, dass sie anders an die Futterstelle kommen als Meisen. Sie picken am liebsten am Boden oder auf einer flachen Futterschale, fressen geschälte Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenbruch, Hirse und Haferflocken und brauchen in 2 bis 3 m Entfernung Bäume oder Hecken zum Rückzug. Wer Futter unter der Futtersäule aufsammeln lässt, eine Bodenfutterstelle einrichtet und Laubgehölze pflanzt, hat Buchfinken meist das ganze Jahr im Garten.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Buchfinken sicher erkennen, Männchen und Weibchen unterscheiden, welches Futter und welche Futterstellen passen, welche heimischen Pflanzen die Jungenaufzucht sichern und wie Sie typische Probleme wie Beinwucherungen oder Krankheiten an der Futterstelle vermeiden. Grundlage sind gut belegte ornithologische Fakten und die Empfehlungen von NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.

Buchfink auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 14,5 bis 16 cm lang, etwa so groß wie ein Haussperling
Gewichtmeist etwa 18 bis 29 g
Verbreitung in Deutschlandüberall, von Wäldern bis in Städte; einer der häufigsten Brutvögel
JahreszeitTeilzieher; viele bleiben, im Winter kommen Vögel aus dem Norden und Osten dazu
Nahrungim Sommer Insekten und Raupen, im Winter Samen, Körner und Bucheckern
Futterstelleam Boden, Futterschale, Futterhaus; seltener an Futtersäulen
NistenFreibrüter, kunstvolles Napfnest in Astgabeln, kein Nistkasten
Gelegemeist 4 bis 5 Eier, 1 bis 2 Bruten im Jahr

Wie erkenne ich einen Buchfink?

Der Buchfink ist ein schlanker Fink mit kräftigem, kegelförmigem Schnabel. Sein sicherstes Kennzeichen, bei Männchen wie Weibchen, sind die zwei weißen Flügelbinden: eine breite weiße Schulterbinde und eine schmalere Binde darunter. Dazu kommen weiße Außenkanten am Schwanz, die im Flug gut sichtbar sind, und ein olivgrüner Bürzel.

Männchen, Weibchen und Jungvögel

  • Männchen im Brutkleid: blaugrauer Scheitel und Nacken, rosabraune bis rostrote Wangen, Kehle und Brust, kastanienbrauner Rücken. Der Schnabel ist im Frühling bläulich grau.
  • Männchen im Winter: ähnlich, aber die Farben wirken durch hellbraune Federspitzen gedämpfter. Über den Winter nutzen sich diese Spitzen ab, und bis zum Frühling kommt das kräftige Brutkleid hervor, ohne zusätzliche Mauser.
  • Weibchen: graubraun bis olivbraun, unten heller grau, ohne Rosa und ohne Blaugrau am Kopf. Das weiße Flügelmuster ist genauso vorhanden wie beim Männchen.
  • Jungvögel: ähneln dem Weibchen, wirken im Sommer aber etwas blasser und haben einen weniger deutlich gezeichneten Kopf.

Gesang und Rufe

Der Gesang des Buchfinken gehört zu den bekanntesten Vogelstimmen in Deutschland. Er beginnt mit einer Reihe heller Töne, beschleunigt, fällt ab und endet mit einem kurzen Schnörkel. Eine bekannte Merkhilfe lautet “bin, bin, bin ich nicht ein schöner Feldmarschall”. Buchfinken singen ab Februar, und jedes Männchen beherrscht meist mehrere Strophentypen. Es gibt regionale Unterschiede im Gesang, die Forschende als Dialekte beschreiben.

Häufige Rufe sind ein helles “pink” oder “fink”, von dem sich der Name ableitet, und der sogenannte Regenruf, ein gleichförmiges “rüb” oder “trrüf”, der je nach Region unterschiedlich klingt. Mit Regen hat er nichts zu tun, auch wenn der Volksmund das sagt. Einen Einstieg ins Vogelstimmenlernen gibt unser Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten.

Verwechslungsarten

  • Bergfink: im Winter oft mit Buchfinken im gleichen Trupp. Orange Brust und Schultern, weißer Bürzel, im Winter gefleckter Kopf. Der weiße Bürzel im Flug ist das beste Merkmal.
  • Haussperling, Weibchen: graubraun mit gestreiftem Rücken, aber ohne die klaren weißen Flügelbinden und ohne weiße Schwanzkanten.
  • Gimpel, Weibchen: graubraune Brust, aber schwarze Kappe, schwarzer Schwanz und weißer Bürzel.
  • Grünfink, Weibchen: grünlicher, mit gelben Flügel- und Schwanzkanten statt weißer Binden.

Wo leben Buchfinken?

Der Buchfink ist in ganz Deutschland verbreitet und gehört zu den häufigsten Brutvögeln des Landes. Er lebt überall, wo es Bäume gibt: in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, in Parks, auf Friedhöfen, in Alleen, Obstwiesen und Gärten, auch mitten in der Stadt. Bei den Zählaktionen von NABU und LBV, der “Stunde der Wintervögel” im Januar und der “Stunde der Gartenvögel” im Mai, gehört er regelmäßig zu den häufig gemeldeten Arten.

Der Buchfink ist ein Teilzieher. Viele heimische Vögel bleiben das ganze Jahr, andere ziehen nach Südwesteuropa. Gleichzeitig kommen im Winter Buchfinken aus Skandinavien und Osteuropa nach Mitteleuropa. Der wissenschaftliche Name “coelebs” bedeutet “Junggeselle”. Carl von Linné gab ihn, weil in Schweden im Winter vor allem Männchen zurückbleiben, während die Weibchen häufiger nach Süden ziehen. Auch in Deutschland sieht man in Wintertrupps oft mehr Männchen als Weibchen.

Was fressen Buchfinken?

Die Nahrung des Buchfinken wechselt mit der Jahreszeit:

  • Frühling und Sommer: viele Insekten, Raupen, Spinnen und Blattläuse, die er in Bäumen und am Boden sammelt. Die Jungen werden fast ausschließlich mit Insekten gefüttert, vor allem mit Raupen aus Laubbäumen.
  • Herbst und Winter: Samen von Wildkräutern und Bäumen, Bucheckern, Getreidekörner auf Feldern. In guten Buchenmastjahren sammeln sich große Trupps unter Buchen, zusammen mit Bergfinken.

Buchfinken suchen den größten Teil ihrer Nahrung am Boden. Sie laufen dabei mit kurzen Schritten und nickendem Kopf und picken Samen zwischen Laub und Gras auf.

Das beste Futter für Buchfinken

FutterWie gut?Hinweise
Sonnenblumenkerne geschält, Sonnenblumenbruchsehr gutkleine Stücke sind ideal für den Finkenschnabel
Schwarze Sonnenblumenkernegutwerden geknackt, aber geschälte Kerne sind beliebter
Hirse, Hanf, feine Körnermischungensehr gutam Boden oder auf einer Futterschale
Haferflockenguttrocken, nicht eingeweicht
Nigersaat (Ramtillkraut)mäßignutzen Buchfinken gelegentlich, vor allem aufgesammelt
Fettfutter mit Körnernmäßigeher Pickreste am Boden
Ganze Erdnüssekaumzu groß, eher für Meisen

Mehr über den wichtigsten Einzelsamen lesen Sie in unserem Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen. Welche Mischungen wenig Abfall hinterlassen, zeigt der Artikel Vogelfutter ohne Schalen.

Warum Buchfinken unter der Futtersäule sitzen

Wer eine Futtersäule mit Sonnenblumenkernen aufhängt, sieht Buchfinken oft darunter, nicht daran. Sie sammeln die Kerne und Bruchstücke auf, die Meisen und Grünfinken fallen lassen. Buchfinken können sich zwar an Futtersäulen halten, sind aber weniger geschickt als Meisen oder Stieglitze und fühlen sich am Boden sicherer. Wenn Sie Buchfinken gezielt füttern wollen, richten Sie deshalb eine eigene Bodenfutterstelle oder eine Futterschale ein.

Welche Futterstellen eignen sich für Buchfinken?

  1. Futterschale oder Bodenplattform: die beste Wahl. Eine flache Schale mit Gitterboden in Bodennähe oder bis etwa 1 m Höhe hält das Futter trocken. Unser Ratgeber zu Futterplattformen und Futterschalen stellt verschiedene Bauformen vor.
  2. Klassisches Futterhaus: wird gern angenommen, weil Buchfinken darin sitzen und fressen können. Wählen Sie ein Modell mit Futtersilo, damit die Vögel nicht im Futter stehen.
  3. Futtersäule mit Sitzstangen und Auffangschale: eine Schale unter der Säule fängt heruntergefallenes Futter auf und wird von Buchfinken gern genutzt.
  4. Streufutter direkt auf dem Boden: funktioniert, ist aber am wenigsten hygienisch. Streuen Sie nur kleine Mengen und wechseln Sie die Stelle regelmäßig.

Stellen Sie die Futterstelle so auf, dass sich in 2 bis 3 m Entfernung eine Hecke oder ein Baum befindet, in den die Buchfinken bei Gefahr fliehen können. Direkt neben der Futterstelle sollte aber keine dichte Deckung sein, in der sich Katzen verstecken. Details erklärt der Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.

Eine Futterschale aus Metall mit Gitterboden, die auf Füßen am Boden steht, eignet sich gut für Buchfinken und andere Bodenfresser: Preis bei Amazon prüfen

Wie schnell findet der Buchfink eine neue Futterstelle?

Buchfinken orientieren sich stark an anderen Vögeln. Sobald Meisen, Sperlinge oder Amseln an einer Futterstelle fressen, folgen Buchfinken meist innerhalb weniger Tage. In Gärten mit altem Baumbestand geht das oft schneller als in Neubaugebieten. Beginnen Sie im Oktober oder November, wenn die ersten Wintertrupps umherstreifen, und füllen Sie zuverlässig nach. Eine Futterstelle, die nur gelegentlich bestückt ist, wird von Trupps schnell wieder aufgegeben. Wenn gar keine Vögel kommen, hilft unser Ratgeber Warum Vögel nicht ans neue Futterhaus kommen.

Buchfinken und Bergfinken im Winter

In manchen Wintern mischen sich unter die Buchfinken viele Bergfinken aus Skandinavien. Das hängt eng mit der Buchenmast zusammen: Tragen die Buchen in Mitteleuropa viele Bucheckern, sammeln sich Berg- und Buchfinken in großen Schwärmen in Buchenwäldern, manchmal zu sehr großen Schlafgemeinschaften. In Jahren ohne Buchenmast verteilen sich die Vögel stärker und kommen häufiger an Futterstellen in Gärten. Bergfinken fressen dort dasselbe wie Buchfinken, also geschälte Sonnenblumenkerne und feine Körner am Boden. Achten Sie im Winter deshalb bei jedem Finkentrupp auf orange Schultern und einen weißen Bürzel.

Wasser für Buchfinken

Buchfinken trinken regelmäßig und baden gern, besonders an warmen Tagen. Eine flache Vogeltränke mit 3 bis 8 cm Wassertiefe, rauem Boden und freiem Blick in alle Richtungen ist ideal. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und reinigen Sie die Tränke mehrmals pro Woche, denn Finken können über verschmutztes Wasser Krankheiten übertragen. Tipps zur Aufstellung gibt der Ratgeber Wo Sie eine Vogeltränke aufstellen.

Heimische Pflanzen für Buchfinken

Der Name verrät es: Die Rotbuche spielt für den Buchfinken eine besondere Rolle. Bucheckern sind im Herbst und Winter eine wichtige Nahrung, und Buchenwälder gehören zu seinen typischen Lebensräumen. Doch auch andere heimische Gehölze sind wertvoll.

Bäume und Sträucher

  • Rotbuche und Hainbuche: als Baum oder Hecke. Liefern Samen und im Frühling viele Insekten. Eine Hainbuchenhecke bietet zudem gute Nistplätze.
  • Stieleiche und Traubeneiche: besonders reich an Raupen, der wichtigsten Nestlingsnahrung.
  • Hängebirke, Erlen, Ahorn: Samen im Winter, Insekten im Sommer.
  • Obstbäume: Astgabeln für das Nest, Moos und Flechten als Nistmaterial.
  • Weißdorn, Hasel, Schlehe, Holunder: dichte Sträucher als Deckung und Nistplatz.

Wildkräuter und Stauden

Buchfinken fressen die Samen vieler Wildkräuter, etwa von Vogelmiere, Knöterich, Gänsefuß, Löwenzahn und Gräsern. Lassen Sie eine Ecke des Gartens verwildern und schneiden Sie Stauden und Samenstände erst im Frühling zurück. Mehr dazu in unserem Ratgeber Samenstände für Finken im Winter stehen lassen.

Laub liegen lassen

Weil Buchfinken am Boden nach Samen und Insekten suchen, ist eine Laubschicht unter Hecken und Bäumen wertvoll. Darunter überwintern Insekten, und im Laub liegen herabgefallene Samen. Lesen Sie dazu unseren Artikel Laub liegen lassen.

Nisten: Wie und wo brütet der Buchfink?

Buchfinken sind Freibrüter. Das Weibchen baut ein kunstvolles, dickwandiges Napfnest aus Moos, feinen Halmen, Wurzeln und Spinnweben. Außen tarnt sie es mit Flechten und Rindenstückchen, sodass es mit der Astgabel fast verschmilzt. Innen polstert sie es mit Haaren und Federn. Das Nest steht meist in einer Astgabel von Laub- oder Nadelbäumen oder in hohen Sträuchern, oft in 2 bis 10 m Höhe.

Nistkästen nehmen Buchfinken praktisch nie an. Sie helfen der Art mehr mit:

  • dichten Gehölzen und Bäumen mit vielen Astgabeln, zum Beispiel Obstbäumen, Hainbuchenhecken und Nadelbäumen,
  • Moos und Flechten, die Sie an Mauern, Bäumen und im Rasen nicht entfernen,
  • Ruhe in der Brutzeit: kein starker Heckenschnitt von März bis September, wie es das Bundesnaturschutzgesetz grundsätzlich vorschreibt.

Brutbiologie in Kürze

  • Nestbau: ab April, das Weibchen baut allein.
  • Gelege: meist 4 bis 5 Eier, bläulich bis bräunlich mit dunklen Flecken.
  • Brutdauer: etwa 12 bis 13 Tage, nur das Weibchen brütet.
  • Nestlingszeit: etwa zwei Wochen, beide Eltern füttern mit Insekten.
  • Zweitbrut: in manchen Jahren und Regionen.

Buchfinken im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarWintertrupps, oft mit BergfinkenFutter am Boden und in Schalen, Wasser eisfrei
Februarerster Gesang an milden TagenFutter weiter anbieten
MärzReviergesang, Wintergäste ziehen abMoos und Flechten nicht entfernen
AprilNestbau in Astgabelnkein Heckenschnitt, Ruhe im Garten
MaiNestlinge, Eltern suchen Raupenkeine Insektizide
JuniJungvögel fliegen aus, mögliche ZweitbrutWasser täglich frisch
JuliFamilien streifen umherFutterstellen gründlich reinigen
AugustMauser, weniger GesangFutter sparsam oder Pause
Septembererste Trupps bilden sichSamenstände stehen lassen
OktoberDurchzug, Ankunft von WintergästenBodenfutterstelle einrichten
NovemberTrupps unter Buchen und an FutterstellenLaub unter Hecken liegen lassen
Dezemberregelmäßige Besuche am Futterplatzkleine Portionen, Stelle wechseln

Buchfinken beobachten und melden

Weil der Buchfink so häufig ist, eignet er sich gut, um Veränderungen in der Vogelwelt zu verfolgen. Bei der “Stunde der Wintervögel” im Januar und der “Stunde der Gartenvögel” im Mai zählen Sie eine Stunde lang die höchste gleichzeitig gesehene Zahl jeder Art und melden sie an NABU oder LBV. Ganzjährig können Sie Beobachtungen auf ornitho.de, dem Portal des DDA, oder über eBird eintragen. Notieren Sie dabei auch, ob Sie Männchen oder Weibchen sehen und ob Vögel Wucherungen an den Beinen zeigen. Aus vielen einzelnen Gartenbeobachtungen entsteht so ein Bild, das Fachleuten hilft, Bestandstrends und Krankheitsausbrüche früh zu erkennen.

Probleme und Lösungen

Wucherungen an den Beinen

Bei Buchfinken sieht man häufiger als bei anderen Gartenvögeln krustige, warzenartige Wucherungen an Beinen und Zehen. Sie werden meist durch ein Papillomavirus oder durch Milben verursacht. Viele betroffene Vögel leben lange damit, in schweren Fällen behindern die Wucherungen beim Sitzen. Die Übertragung wird mit engem Kontakt an Futterstellen in Verbindung gebracht. Reinigen Sie deshalb Sitzstangen und Futterschalen regelmäßig und streuen Sie Futter nicht wochenlang an dieselbe Stelle.

Trichomonose und andere Krankheiten

Finken können an Trichomonose erkranken, einer Infektion mit einem Einzeller, die über Futter und Wasser übertragen wird. Betroffen ist vor allem der Grünfink, aber auch Buchfinken können erkranken. Typische Zeichen sind aufgeplusterte, apathische Vögel, verklebtes Gefieder am Schnabel und Schwierigkeiten beim Schlucken. Sehen Sie solche Vögel, stellen Sie Futter und Wasser für einige Wochen ein und reinigen Sie alles gründlich. Mehr dazu in unseren Ratgebern Kranke Vögel am Futterhaus und Vogelfutterhaus reinigen.

Katzen und Sperber

Am Boden fressende Buchfinken sind für Katzen besonders gefährdet. Stellen Sie Bodenfutterstellen auf offene Flächen mit Rundumsicht. Tipps finden Sie in unserem Artikel Vögel vor Katzen schützen. Sperber jagen gezielt an Futterstellen. Das ist natürlich, aber etwas Deckung in der Nähe hilft den Finken bei der Flucht.

Ratten und Tauben

Streufutter am Boden lockt Ratten und Tauben an. Bieten Sie nur so viel an, wie an einem Tag gefressen wird, und nutzen Sie lieber eine erhöhte Futterschale als offenes Streufutter.

Häufige Fehler

  • Nur hängende Futtersäulen. Buchfinken fressen lieber am Boden und auf Futterschalen.
  • Große Mengen Streufutter. Es verdirbt, verschmutzt und lockt Ratten an.
  • Futterstellen nie reinigen. Finken sind anfällig für Krankheiten, die über verschmutztes Futter und Wasser übertragen werden.
  • Nistkästen für Buchfinken aufhängen. Die Art brütet frei in Astgabeln, nicht in Kästen.
  • Hecken im Frühling schneiden. Damit zerstören Sie Nester und verstoßen im Regelfall gegen das Naturschutzrecht.
  • Laub und Moos komplett entfernen. Damit fehlen Nahrung und Nistmaterial.
  • Billige Mischungen mit viel Weizen und Mais. Buchfinken picken die feinen Samen heraus, der Rest bleibt liegen.

Kurz zusammengefasst

Buchfinken sind häufige Gartenvögel, die Sie mit wenig Aufwand anlocken: Bieten Sie geschälte Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenbruch, Hirse und Haferflocken auf einer Futterschale oder einer sauberen Bodenfutterstelle an, mit Bäumen und Hecken in der Nähe. Für die Brut brauchen sie Laubgehölze mit vielen Raupen, dichte Astgabeln und Moos als Nistmaterial, keinen Nistkasten. Mit guter Hygiene an Futter und Wasser bleiben die Buchfinken gesund und besuchen Ihren Garten das ganze Jahr.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was fressen Buchfinken am liebsten?

Im Winter vor allem kleine Samen und Körner, die sie am Boden aufpicken: geschälte Sonnenblumenkerne, Sonnenblumenbruch, Hirse, Hanf, Haferflocken und Bucheckern. In der Brutzeit fressen Buchfinken viele Insekten, und ihre Jungen werden fast nur mit Raupen und anderen Insekten gefüttert. Am Futterplatz bevorzugen sie Futter am Boden oder auf einer flachen Futterschale gegenüber hängenden Futtersäulen.

Wie unterscheidet man Buchfinkmännchen und Buchfinkweibchen?

Das Männchen hat im Brutkleid einen blaugrauen Scheitel und Nacken, rosabraune Wangen und Brust und einen kastanienbraunen Rücken. Das Weibchen ist schlicht graubraun und olivfarben, ohne Rosa und Blaugrau. Beide Geschlechter zeigen aber das gleiche Flügelmuster: zwei deutliche weiße Flügelbinden und weiße Schwanzkanten. Daran erkennen Sie auch ein Weibchen sicher als Buchfink.

Brüten Buchfinken in Nistkästen?

Nein. Buchfinken sind Freibrüter und bauen ein kunstvolles, napfförmiges Nest aus Moos, Flechten, Halmen und Spinnweben in einer Astgabel von Bäumen oder Sträuchern, meist in 2 bis 10 m Höhe. Nistkästen nutzen sie praktisch nie. Helfen können Sie mit Laub- und Nadelbäumen, dichten Hecken, einem Verzicht auf Heckenschnitt in der Brutzeit und einem naturnahen Garten mit Moos und Flechten.

Sind Buchfinken im Winter in Deutschland?

Ja. Viele Buchfinken bleiben das ganze Jahr in Deutschland, vor allem Männchen. Ein Teil zieht nach Südwesteuropa, dafür kommen im Winter Buchfinken aus Skandinavien und Osteuropa zu uns. Im Winter schließen sie sich zu Trupps zusammen, oft mit Bergfinken, Goldammern und Sperlingen. An Futterstellen sind sie von Oktober bis März regelmäßige Gäste.

Warum hat der Buchfink Wucherungen an den Beinen?

Krustige, warzenartige Wucherungen an Beinen und Zehen von Buchfinken werden meist durch ein Papillomavirus oder durch Milben verursacht. Die Vögel können damit oft lange leben, schwere Fälle behindern aber beim Sitzen. Reinigen Sie Futterstellen und Sitzstangen regelmäßig, streuen Sie Futter nicht immer an dieselbe Stelle und wenden Sie sich bei stark betroffenen Vögeln an eine Wildvogelstation.