Blaumeisen anlocken: Futter, Nistkasten und Pflanzen im Garten

Blaumeisen anlocken: geschälte Sonnenblumenkerne, Fettfutter und Erdnüsse anbieten, einen Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch aufhängen und Laubbäume pflanzen.

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Eine Blaumeise mit blauer Kappe und gelber Brust hängt kopfüber an einem blühenden Weidenzweig (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Blaumeise auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich eine Blaumeise?
  3. Wo leben Blaumeisen?
  4. Was fressen Blaumeisen?
  5. Welche Futterstellen eignen sich für Blaumeisen?
  6. Wasser für Blaumeisen
  7. Heimische Pflanzen für Blaumeisen
  8. Nistkasten für Blaumeisen
  9. Blaumeisen im Jahreslauf
  10. Probleme und Lösungen
  11. Häufige Fehler
  12. Kurz zusammengefasst
  13. Quellen
  14. Häufige Fragen

Blaumeisen anlocken ist leicht: Geschälte Sonnenblumenkerne, Fettfutter und fein gehackte Erdnüsse in einer sauberen Futtersäule oder einem Knödelhalter reichen, damit sie im Herbst und Winter oft schon nach wenigen Tagen erscheinen. Damit Blaumeisen auch brüten, hängen Sie einen Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch auf und sorgen für heimische Laubbäume, an denen im Frühling viele kleine Raupen wachsen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Blaumeisen sicher erkennen, welches Futter und welche Futterstellen sie bevorzugen, welche Pflanzen die Jungenaufzucht sichern, wie der Nistkasten beschaffen sein sollte und welche Probleme im Garten auftreten können. Er beruht auf gut belegtem ornithologischem Wissen und den Empfehlungen von NABU, LBV und Vogelwarte.

Blaumeise auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 11,5 bis 12 cm lang, Spannweite rund 17 bis 20 cm
Gewichtmeist etwa 9 bis 12 g
Verbreitung in Deutschlandflächendeckend in Laub- und Mischwäldern, Parks und Gärten; sehr häufiger Brutvogel
Jahreszeitüberwiegend Standvogel; im Winter streifen Trupps umher, dazu Zuzug aus dem Norden und Osten
Nahrungim Frühling und Sommer Insekten, Raupen, Blattläuse, Spinnen; im Winter auch Samen und Fett
FutterstelleFuttersäule, Fettfutterhalter, Erdnussspender, Fensterfutterhaus
NistenHöhlenbrüter, Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch
Gelegemeist 7 bis 13 Eier, meist 1 Brut im Jahr

Wie erkenne ich eine Blaumeise?

Die Blaumeise ist deutlich kleiner als die Kohlmeise und wirkt rundlich und quirlig. Kennzeichen sind die leuchtend blaue Kappe, die von einem weißen Band eingefasst wird, das weiße Gesicht mit schmalem, dunkelblauem Augenstreif, der dunkle Ring um Hals und Kinn, der gelbgrüne Rücken, die blauen Flügel mit einer schmalen, weißen Binde und die gelbe Unterseite mit einem kleinen, dunklen Bauchfleck. Blaumeisen hängen oft kopfüber an dünnen Zweigen, Knospen oder Futterknödeln und sind die geschicktesten Turner unter den Gartenvögeln.

Männchen, Weibchen und Jungvögel

Männchen und Weibchen sehen für unser Auge fast gleich aus. Das Männchen hat meist eine etwas kräftiger blaue Kappe. Blaumeisen sehen, anders als wir, auch ultraviolettes Licht, und im UV-Bereich reflektiert die Kappe der Männchen deutlich stärker. Für die Weibchen ist der Unterschied also viel größer, als er uns erscheint.

Jungvögel im Frühsommer erkennen Sie an den gelblichen Wangen, der grünlich grauen Kappe und den blassen Farben. Sie verlassen das Nest alle innerhalb kurzer Zeit und ziehen dann als lauter, bettelnder Familienverband durch die Bäume.

Gesang und Rufe

  • Gesang: ein helles “zi-zi-sirrrr”, zwei oder drei hohe Töne, gefolgt von einem schnellen Triller.
  • Rufe: ein schimpfendes, schnarrendes “zerretetet” bei Störungen, dazu dünne, hohe Kontaktrufe im Trupp.

Verwechslungsarten

  • Kohlmeise: größer, mit schwarzem Kopf und breitem, schwarzem Bauchstreifen.
  • Tannenmeise: schwarzer Kopf mit weißem Nackenfleck, keine gelbe Brust, kein Blau.
  • Junge Kohlmeise: ebenfalls mit gelblichen Wangen, aber mit dunkler Kappe und schwarzem Brustlatz.
  • Lasurmeise: eine seltene, sehr helle Meise aus Osteuropa und Asien mit weißer Unterseite und viel Weiß in den Flügeln. In Deutschland gibt es nur sehr seltene Nachweise, manchmal auch von Mischlingen mit Blaumeisen.

Wo leben Blaumeisen?

Die Blaumeise brütet vor allem in Laub- und Mischwäldern mit Eichen, in Auwäldern, Parks, Obstgärten, Friedhöfen und Gärten. Sie gehört in Deutschland zu den häufigsten Brutvögeln und ist bei den NABU-Zählungen “Stunde der Wintervögel” und “Stunde der Gartenvögel” regelmäßig unter den am häufigsten gemeldeten Arten.

Die meisten Blaumeisen bleiben das ganze Jahr in der Nähe ihres Brutgebiets. Im Herbst und Winter ziehen sie aber in Trupps umher, oft gemeinsam mit Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Tannenmeisen, Kleibern und Goldhähnchen. In manchen Jahren wandern zusätzlich viele Blaumeisen aus Nord- und Osteuropa nach Mitteleuropa ein. Beringungen zeigen, dass die Blaumeise am Futterplatz im Januar nicht unbedingt dieselbe ist wie am Nistkasten im Mai. An einem gut besuchten Futterplatz kommen im Laufe eines Tages oft viel mehr verschiedene Blaumeisen vorbei, als gleichzeitig zu sehen sind.

Was fressen Blaumeisen?

Blaumeisen sind in erster Linie Insektenfresser. Mit ihrem kurzen, spitzen Schnabel suchen sie an Zweigspitzen, Knospen, Blättern und in Rindenritzen nach kleinen Raupen, Blattläusen, Schildläusen, Insekteneiern, Puppen und Spinnen. Dabei turnen sie an Stellen, die für die schwerere Kohlmeise zu dünn sind.

Im Herbst und Winter kommen Samen, Fett und Nüsse dazu. Blaumeisen fressen auch Pollen und Nektar, etwa an Weidenkätzchen im zeitigen Frühjahr. Beobachtet wurde auch, dass Blaumeisen Dichtungen und Kitt aus Fenstern zupfen oder Rinde aufreißen, um an versteckte Insekten zu kommen.

Das beste Futter für Blaumeisen

FutterWie gut?Hinweise
Sonnenblumenkerne geschältsehr gutpasst zum kleinen Schnabel, keine Schalenreste
Fettfutter, Meisenknödelsehr gutim Halter, ohne Plastiknetz
Erdnüsse, ungesalzen, fein gehacktsehr gutim Gitterspender oder als Bruch
Schwarze Sonnenblumenkerne mit Schalegutwerden gern genommen, das Öffnen dauert länger
Haferflocken mit Fettgutals Fettfuttermischung besonders beliebt
Mehlwürmergutals Ergänzung im zeitigen Frühling
Streufutter mit Weizen und Maiskaumwird von Blaumeisen weitgehend ignoriert

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Welche Futterstellen eignen sich für Blaumeisen?

Blaumeisen sind klein, leicht und akrobatisch. Sie kommen mit fast jeder Futterstelle zurecht, bevorzugen aber hängende Modelle, an denen sie sich festklammern können.

  1. Futtersäule mit kleinen Sitzstangen oder Öffnungen: hygienisch und ideal für geschälte Sonnenblumenkerne.
  2. Fettfutterhalter oder Knödelspirale: Blaumeisen hängen kopfüber daran und picken kleine Stücke heraus.
  3. Erdnussspender aus feinem Metallgitter: fördert das Picken kleiner Stücke, ganze Nüsse bleiben drin.
  4. Fensterfutterhaus: Blaumeisen gewöhnen sich rasch daran. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Fensterfutterhäusern.
  5. Klassisches Futterhaus: wird genutzt, verschmutzt aber schnell. Modelle mit Futtersilo sind hygienischer.

Hängen Sie Futterstellen in etwa 1,5 bis 2 m Höhe auf, mit einem Baum oder Strauch in 2 bis 3 m Abstand. Blaumeisen holen sich oft nur einen Kern und fliegen damit auf einen Zweig. Fehlt dieser Zweig, bleibt die Futterstelle wenig besucht. Weitere Hinweise zu Höhe und Abstand gibt unser Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.

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Hat die Blaumeise am Futterplatz eine Chance?

Blaumeisen sind klein, aber keineswegs scheu. Am Futterplatz weichen sie Kohlmeisen und Sperlingen aus, kommen aber schnell zurück. Mehrere Futterstellen mit etwas Abstand zueinander verteilen den Andrang. Futtersäulen mit kleinen Öffnungen oder Gitterspender, an denen größere Vögel schlecht Halt finden, verschaffen der Blaumeise einen Vorteil.

Wie schnell findet die Blaumeise eine neue Futterstelle?

Im Herbst und Winter entdecken Blaumeisen eine neue Futterstelle meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen, oft gemeinsam mit Kohlmeisen, denen sie in gemischten Trupps folgen. In Gärten mit alten Bäumen und Hecken geht es schneller als in Neubaugebieten. Im Sommer, wenn überall Insekten zu finden sind, lassen sich Blaumeisen dagegen von einer neuen Futterstelle wenig beeindrucken. Beginnen Sie deshalb im Oktober oder November, füllen Sie zuverlässig nach und haben Sie Geduld. Eine Futterstelle, die immer gefüllt ist, wird schnell zu einem festen Punkt auf der täglichen Runde der Meisentrupps.

Sollte man Blaumeisen im Sommer füttern?

Eine Ganzjahresfütterung ist in Deutschland erlaubt, und viele Fachleute halten sie für unbedenklich, wenn die Hygiene stimmt. Einige Naturschützer raten dagegen, die Fütterung im Sommer zurückzufahren, weil Futterstellen, an denen viele Vögel zusammenkommen, Krankheiten begünstigen können. Wenn Sie im Sommer füttern, gilt: kleine Mengen, geschälte Sonnenblumenkerne statt ganzer Erdnüsse, kein weiches Fettfutter in der Sonne und sehr häufige Reinigung. Wichtiger als jedes Futter bleiben im Sommer die Insekten im Garten, denn damit ziehen Blaumeisen ihre Jungen auf. Mehr Hintergründe liefert unser Artikel Sollte man Vögel im Sommer füttern?

Blaumeisen in kalten Winternächten

Ein Vogel von rund 11 g verliert in einer Frostnacht einen erheblichen Teil seiner Fettreserven. Blaumeisen übernachten deshalb in Baumhöhlen, Mauerritzen, dichtem Efeu oder Nistkästen, wo sie vor Wind geschützt sind. Sie plustern ihr Gefieder auf und senken nachts ihre Körpertemperatur etwas ab, um Energie zu sparen. Am Morgen ist der Hunger groß, und die Futterstelle ist in den ersten Stunden nach Sonnenaufgang am stärksten besucht. Füllen Sie die Futterstelle deshalb möglichst abends oder früh am Morgen auf, damit sie beim ersten Licht bereitsteht.

Wasser für Blaumeisen

Blaumeisen trinken und baden regelmäßig. Eine flache Vogeltränke mit höchstens 5 cm Wassertiefe an der tiefsten Stelle und einem flachen Rand ist ideal. Ein Stein in der Mitte dient als Landeplatz. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und reinigen Sie die Schale häufig mit heißem Wasser und einer Bürste, besonders wenn in Ihrer Region kranke Meisen gemeldet werden.

Heimische Pflanzen für Blaumeisen

Die Brutzeit der Blaumeise ist eng an das Frühjahrsangebot kleiner Raupen gebunden, vor allem an Eichen. Ein Garten mit heimischen Laubgehölzen ist deshalb die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Bruten.

Bäume und Sträucher

  • Stieleiche und Traubeneiche: besonders reich an Raupen im Mai. Selbst eine Eiche in der Nachbarschaft ist für Blaumeisen wertvoll.
  • Weiden, zum Beispiel Salweide: Die Kätzchen im zeitigen Frühjahr liefern Pollen, Nektar und viele Insekten, genau dann, wenn es sonst wenig gibt.
  • Hängebirke, Hainbuche, Feldahorn: viele Insekten, gute Deckung.
  • Alte Obstbäume: viele Insekten in der Rinde, oft natürliche Höhlen.
  • Weißdorn, Schlehe, Hasel, Holunder, Hundsrose: dichte Deckung, Insekten und Früchte.
  • Sonnenblumen, Wilde Karde, Distel: Samenstände im Herbst.

Garten ohne Gift

Blaumeisen fressen große Mengen an Blattläusen und Raupen. Wer Insektizide spritzt, nimmt ihnen die Nahrung und riskiert, dass Gifte über die Beute in die Vögel gelangen. Tolerieren Sie Blattläuse an Rosen und Obstbäumen: Sie sind Futter für Meisen, Marienkäfer und Florfliegen.

Hecken schneiden: auf den Zeitpunkt achten

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet starke Rückschnitte von Hecken und Gebüschen zwischen dem 1. März und dem 30. September. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, doch besetzte Nester dürfen nicht gestört werden. Größere Schnittarbeiten erledigen Sie am besten im Spätherbst oder Winter.

Nistkasten für Blaumeisen

Blaumeisen brüten in Baumhöhlen, Astlöchern, Mauerritzen und Nistkästen. Weil natürliche Höhlen in jungen Gärten selten sind, nehmen sie Nistkästen sehr gern an.

Die wichtigsten Maße

MerkmalEmpfehlung
Fluglochrund, 26 bis 28 mm Durchmesser
Innenmaß Bodenetwa 12 x 12 cm
Abstand Flugloch zum Bodenmindestens etwa 17 cm
Aufhänghöheetwa 2 bis 3 m
AusrichtungFlugloch nach Osten oder Südosten
Materialunbehandeltes Holz oder Holzbeton

Ein Flugloch von 26 bis 28 mm hält Kohlmeisen und Sperlinge weitgehend fern, sodass die Blaumeise nicht verdrängt wird. Eine Übersicht über alle gängigen Maße finden Sie in unserer Tabelle Fluglochgrößen nach Vogelart.

Aufhängen und Pflege

  • Zeitpunkt: Herbst oder Winter. Blaumeisen nutzen Kästen im Winter als Schlafplatz und suchen schon ab Februar nach Bruthöhlen.
  • Abstand zu anderen Kästen: Ein Blaumeisenkasten darf in der Nähe eines Kohlmeisenkastens hängen, weil beide Arten verschiedene Lochgrößen brauchen. Mehrere Blaumeisenkästen sollten deutlich auseinander hängen.
  • Katzen- und Marderschutz: frei hängend, nicht über einer Mauer oder einem Dach. Ein Vorbau am Flugloch oder ein Kasten aus Holzbeton erschwert es Mardern und Spechten, an die Brut zu kommen.
  • Reinigung: einmal im Jahr nach der Brutzeit, meist Ende September oder Oktober. Altes Nest entfernen, ausbürsten, keine Reinigungs- oder Insektenmittel.

Brutbiologie in Kürze

  • Nestbau: ab März oder April, das Weibchen baut aus Moos und polstert mit Haaren und Federn.
  • Gelege: meist 7 bis 13 Eier, weiß mit feinen rötlichen Flecken.
  • Brutdauer: etwa zwei Wochen, nur das Weibchen brütet, das Männchen füttert es.
  • Nestlingszeit: etwa 18 bis 21 Tage.
  • Bruten: meist eine im Jahr, zeitlich auf den Raupengipfel abgestimmt.

Eine Blaumeisenbrut braucht zur Hauptfütterungszeit sehr viele Raupen am Tag. Weil diese Raupenspitze nur wenige Wochen dauert, ist das richtige Timing entscheidend. Kälteeinbrüche oder Dauerregen im Mai können deshalb dazu führen, dass nicht alle Jungen überleben.

Blaumeisen im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarGemischte Meisentrupps am FutterplatzFutter und eisfreies Wasser
FebruarGesang, Paare prüfen HöhlenNistkästen spätestens jetzt aufhängen
MärzWeidenkätzchen, Nestbau beginntSalweide stehen lassen
AprilEiablageRuhe am Nistkasten
MaiNestlinge, Raupenjagd in Eichenkeine Insektizide
JuniJunge fliegen ausWasser täglich frisch
JuliFamilientrupps, MauserFutterstellen reinigen
AugustJungvögel mit gelben WangenSamenstände stehen lassen
SeptemberTrupps mit anderen MeisenNistkasten reinigen
OktoberZuzug aus dem Norden möglichFutterstelle in Betrieb nehmen
NovemberSchlafplätze in Nistkästenzusätzliche Kästen aufhängen
Dezemberintensive Nutzung des Futterplatzesenergiereiches Futter

Probleme und Lösungen

Kranke Blaumeisen

Wenn Blaumeisen aufgeplustert, apathisch und mit verklebten Augen am Futterplatz sitzen, kann eine Infektion dahinterstecken. 2020 wurde bei zahlreichen toten Blaumeisen in Deutschland das Bakterium Suttonella ornithocola nachgewiesen. Der NABU hat damals Meldungen gesammelt und empfohlen, bei kranken Vögeln die Fütterung und Tränken vorübergehend einzustellen. Reinigen Sie alle Futterstellen gründlich und hängen Sie sie erst nach einigen Wochen wieder auf. Unser Ratgeber Kranke Vögel am Futterhaus erklärt, woran Sie Krankheiten erkennen.

Glasscheiben

Blaumeisen fliegen oft in kurzen, schnellen Bögen zwischen Bäumen und Futterstellen. Große Glasflächen in dieser Flugbahn werden zur Gefahr. Hängen Sie Futterstellen entweder sehr nah an das Fenster, unter etwa einem Meter, oder deutlich weiter entfernt. Mehr dazu in Vogelschlag an Fenstern verhindern.

Konkurrenz und Räuber

Sperber jagen am Futterplatz, Elstern und Eichhörnchen plündern manchmal Nester, Marder und Buntspechte können Nistkästen aufbrechen. Kästen aus Holzbeton und ein Fluglochschutz verringern das Risiko deutlich.

Blaumeise zupft an Knospen

Im zeitigen Frühjahr sehen Gartenbesitzer manchmal, wie Blaumeisen Knospen an Obstbäumen oder Ziersträuchern bearbeiten. Meist suchen sie dabei nach Insekten und Larven, die in oder an den Knospen sitzen. Der Schaden für den Baum ist in aller Regel gering, zumal dieselben Blaumeisen im Mai große Mengen an Raupen und Blattläusen von denselben Bäumen sammeln. Schutzmaßnahmen sind deshalb kaum nötig.

Häufige Fehler

  • Nur große Körner anbieten. Blaumeisen brauchen kleine, energiereiche Happen.
  • Meisenknödel im Plastiknetz. Vögel verfangen sich darin.
  • Flugloch zu groß. Bei 32 mm übernimmt oft die Kohlmeise den Kasten.
  • Nistkasten in der Mittagssonne. Kästen nach Süden oder Westen heizen sich auf.
  • Futterstellen nie reinigen. Gerade bei Meisen können sich Krankheiten am Futterplatz verbreiten.
  • Blattläuse bekämpfen. Sie sind Blaumeisenfutter.
  • Weiden und Eichen entfernen. Sie sind die wichtigsten Futterbäume im Frühling.

Kurz zusammengefasst

Blaumeisen kommen schnell, wenn Sie geschälte Sonnenblumenkerne, Fettfutter ohne Netz und fein gehackte Erdnüsse an einer sauberen, hängenden Futterstelle nahe an Zweigen anbieten. Für Bruten brauchen sie einen Nistkasten mit 26 bis 28 mm Flugloch und heimische Laubgehölze wie Eichen und Weiden, an denen im Frühling Raupen wachsen. Achten Sie auf Hygiene, denn gerade Blaumeisen profitieren von sauberen Futterstellen und Tränken.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was fressen Blaumeisen am Futterplatz?

Blaumeisen mögen kleine, energiereiche Happen: geschälte Sonnenblumenkerne, Fettfutter, Meisenknödel ohne Netz, fein gehackte ungesalzene Erdnüsse und Haferflocken mit Fett. Ganze Sonnenblumenkerne mit Schale fressen sie auch, brauchen aber länger zum Öffnen. In der Brutzeit ernähren sie sich und ihre Jungen fast nur von Insekten, vor allem von kleinen Raupen an Laubbäumen.

Welche Fluglochgröße brauchen Blaumeisen?

Für Blaumeisen hat sich ein rundes Flugloch mit 26 bis 28 mm Durchmesser bewährt. Durch ein Loch dieser Größe passen Blaumeisen, Tannenmeisen und Sumpfmeisen, die größere Kohlmeise und Haussperlinge aber nur schwer oder gar nicht. So hat die Blaumeise einen Kasten für sich. Hängen Sie ihn in etwa 2 bis 3 m Höhe mit dem Flugloch nach Osten oder Südosten auf.

Wie viele Eier legt eine Blaumeise?

Blaumeisen legen für einen Singvogel ihrer Größe sehr große Gelege, meist etwa 7 bis 13 Eier. Das Weibchen legt in der Regel ein Ei pro Tag und beginnt mit dem Brüten erst, wenn das Gelege fast vollständig ist. So schlüpfen die Jungen fast gleichzeitig. Meist gibt es nur eine Brut im Jahr, die zeitlich auf das Raupenangebot im Frühling abgestimmt ist.

Woran erkennt man junge Blaumeisen?

Junge Blaumeisen haben kurz nach dem Ausfliegen gelbliche statt weiße Wangen, eine grünlich graue statt blaue Kappe und insgesamt mattere Farben. Der Schwanz ist oft noch kurz. Sie sitzen im Frühsommer häufig in Gruppen in Bäumen und betteln laut. Nach der Jugendmauser im Spätsommer sehen sie den Altvögeln schon sehr ähnlich.

Warum sind 2020 so viele Blaumeisen gestorben?

Im Frühjahr 2020 gingen beim NABU aus ganz Deutschland Tausende Meldungen über kranke und tote Blaumeisen ein. Als Ursache wurde eine Infektion mit dem Bakterium Suttonella ornithocola nachgewiesen, das Lungenentzündungen auslöst. Solche Ausbrüche traten seither regional wieder auf. Wenn Sie kranke Meisen sehen, reinigen Sie Futterstellen und Tränken gründlich und stellen Sie die Fütterung vorübergehend ein.