Feldsperling anlocken: Futter, Nistkasten und Pflanzen

Feldsperling anlocken: Körnerfutter auf der Futterschale, Nistkästen mit 32 mm Einflugloch, Obstbäume, Hecken und Wildkräuter. So erkennen und fördern Sie ihn.

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Ein Feldsperling mit kastanienbraunem Scheitel, weißen Wangen und schwarzem Wangenfleck sitzt auf dem Dach eines hölzernen Nistkastens an einem Apfelbaum (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Feldsperling auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich einen Feldsperling?
  3. Wo leben Feldsperlinge?
  4. Was fressen Feldsperlinge?
  5. Welche Futterstellen eignen sich für Feldsperlinge?
  6. Wasser für Feldsperlinge
  7. Heimische Pflanzen für Feldsperlinge
  8. Nistkästen: So brütet der Feldsperling
  9. Feldsperlinge im Jahreslauf
  10. Feldsperlinge beobachten und melden
  11. Probleme und Lösungen
  12. Häufige Fehler
  13. Kurz zusammengefasst
  14. Quellen
  15. Häufige Fragen

Den Feldsperling anlocken Sie mit Körnerfutter auf einer Futterschale oder im Futterhaus, mit Nistkästen mit etwa 32 mm Einflugloch und mit Obstbäumen, Hecken und Wildkräutern, die Samen und Insekten liefern. Wo diese Kombination stimmt, siedeln sich Feldsperlinge oft in kleinen Gruppen an und bleiben das ganze Jahr. Der ländliche Verwandte des Haussperlings lebt an Dorfrändern, in Obstwiesen, Kleingärten und Parks mit alten Bäumen und kommt vor allem in Gärten, die an Felder und Wiesen grenzen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie den Feldsperling sicher vom Haussperling unterscheiden, warum er in der Agrarlandschaft seltener geworden ist, welches Futter und welche Nistkästen passen und wie Sie typische Probleme vermeiden. Grundlage sind gut belegte ornithologische Fakten und die Informationen von NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.

Feldsperling auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 12,5 bis 14 cm lang, etwas kleiner als der Haussperling
Gewichtmeist etwa 20 bis 25 g
Verbreitung in Deutschlandim ganzen Land, vor allem in offener Kulturlandschaft und an Ortsrändern
Jahreszeitüberwiegend Standvogel, im Winter in Trupps unterwegs
NahrungSamen, Körner, Knospen; Jungvögel vor allem Insekten
FutterstelleFutterschale, Futterhaus, Boden, Futtersäulen mit Sitzstangen
NistenHöhlenbrüter in Baumhöhlen, Mauerlöchern und Nistkästen
Gelegemeist 5 bis 6 Eier, oft 2 bis 3 Bruten im Jahr

Wie erkenne ich einen Feldsperling?

Der Feldsperling ist ein kleiner, kompakter Sperling mit rundem Kopf und kurzem, kräftigem Schnabel. Er wirkt etwas zierlicher und lebhafter als der Haussperling. Sein sicherstes Merkmal ist der schwarze Fleck auf der weißen Wange, den kein anderer heimischer Sperling hat.

Männchen, Weibchen und Jungvögel

  • Altvögel: Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Scheitel und Nacken sind ganz kastanienbraun, die Wangen weiß mit einem schwarzen Fleck, die Kehle trägt einen kleinen schwarzen Latz. Ein schmales, weißes Halsband ist im Nacken fast geschlossen. Der Rücken ist braun mit schwarzen Streifen, auf dem Flügel sitzen zwei schmale weiße Binden. Die Unterseite ist hell graubraun.
  • Jungvögel: matter gefärbt, der Scheitel wirkt bräunlicher, Wangenfleck und Kehlfleck sind grau und verwaschen. Frisch ausgeflogene Jungvögel haben gelbe Schnabelwinkel.

Dass beide Geschlechter gleich aussehen, ist ein gutes Zusatzmerkmal: Sehen Sie eine Gruppe von Sperlingen, die alle das gleiche Kopfmuster tragen und bei denen kein schlicht braunes Weibchen dabei ist, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Feldsperlinge.

Stimme

Die Rufe klingen ähnlich wie beim Haussperling, aber etwas höher und härter. Typisch ist ein kurzes “tet” oder “tschett”, das im Flug oft doppelt gerufen wird, und ein metallisches “tek-tek”. Der Gesang ist eine lockere Reihe von Tschilp-Lauten. Eine Einführung ins Vogelstimmenlernen bietet unser Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten.

Verwechslungsarten

  • Haussperling, Männchen: grauer statt kastanienbrauner Scheitel, graue Wangen ohne schwarzen Fleck, größerer schwarzer Latz.
  • Haussperling, Weibchen: schlicht graubraun mit hellem Überaugenstreif, ohne Kastanienbraun und ohne Wangenfleck.
  • Heckenbraunelle: braun gestreift, aber mit dünnem Insektenfresserschnabel und blaugrauem Kopf.
  • Rohrammer, Männchen im Winter: brauner Kopf mit hellem Bartstreif, längerer Schwanz mit weißen Kanten.

Wo leben Feldsperlinge?

Feldsperlinge leben in der halboffenen Kulturlandschaft: in Streuobstwiesen, an Feldgehölzen und Hecken, an Waldrändern, in Dörfern mit Bauerngärten, in Kleingartenanlagen und in Parks mit alten, höhlenreichen Bäumen. Anders als der Haussperling ist er weniger eng an Gebäude gebunden und meidet dicht bebaute Innenstädte weitgehend. In Gärten am Ortsrand, die an Felder, Wiesen oder Obstwiesen grenzen, ist er am ehesten zu Hause.

Die meisten Feldsperlinge in Deutschland sind Standvögel. Im Herbst und Winter schließen sie sich zu Trupps zusammen, oft gemeinsam mit Goldammern, Buchfinken und Haussperlingen, und suchen abgeerntete Felder, Brachen und Futterstellen auf. Manche Vögel wandern dabei über kürzere Strecken.

Warum ist der Feldsperling seltener geworden?

Der Feldsperling ist in Deutschland noch verbreitet, doch sein Bestand ist seit Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands steht er auf der Vorwarnliste. Als wichtige Ursachen gelten:

  • Fehlende Bruthöhlen: alte Obstbäume, Kopfweiden und höhlenreiche Bäume verschwinden, Scheunen und Ställe werden abgedichtet.
  • Weniger Winternahrung: moderne Erntetechnik lässt kaum Körner liegen, Stoppelfelder werden schnell umgebrochen, Wildkräuter werden bekämpft.
  • Weniger Insekten: die Jungen brauchen in den ersten Tagen vor allem Insekten, deren Zahl in der Agrarlandschaft vielerorts abgenommen hat.
  • Verlust von Hecken und Brachen: Rückzugsorte und Nahrungsflächen fehlen.

Gärten am Ortsrand können einen Teil davon ausgleichen, besonders mit Nistkästen und Winterfutter.

Was fressen Feldsperlinge?

Feldsperlinge sind überwiegend Körnerfresser, wechseln aber mit der Jahreszeit:

  • Erwachsene Vögel: Samen von Wildkräutern wie Vogelmiere, Knöterich, Gänsefuß, Melde und Hirtentäschel, Samen von Gräsern, Getreidekörner, dazu Knospen. Im Sommer ergänzen Insekten den Speiseplan.
  • Nestlinge: vor allem Insekten und Spinnen, zum Beispiel Blattläuse, Raupen, Rüsselkäfer und andere kleine Käfer. Später kommen Samen hinzu.

Feldsperlinge suchen ihre Nahrung am Boden, in Kräutern und in Bäumen und Sträuchern, fast immer in Gruppen.

Das beste Futter für Feldsperlinge

FutterWie gut?Hinweise
Körnermischungen mit Hirse, Weizen, Hafersehr gutauf Futterschale, im Futterhaus oder am Boden
Sonnenblumenkerne geschält oder Bruchsehr gutwenig Abfall, auch für Finken
Haferflockenguttrocken anbieten
Hanf und Rübsengutin feinen Wildvogelmischungen enthalten
Fettfutter mit Körnernmäßigwird genutzt, ist aber nicht die erste Wahl
Getrocknete Insektengutbesonders in der Brutzeit, in kleinen Mengen
Brot und Essensresteungeeignetquillt, verdirbt, lockt Ratten an

Hinweise zum wichtigsten Einzelfutter gibt der Ratgeber Schwarze Sonnenblumenkerne. Welche Mischungen viele Arten zugleich ansprechen, zeigt Bestes Vogelfutter für viele Vogelarten. Was nicht auf den Futterplatz gehört, lesen Sie unter Was Vögel nicht fressen dürfen.

Welche Futterstellen eignen sich für Feldsperlinge?

Feldsperlinge nutzen fast alle Arten von Futterstellen, bevorzugen aber solche, an denen eine Gruppe gemeinsam fressen kann:

  1. Futterschale oder Futterplattform: in Bodennähe oder erhöht, mit Gitterboden, damit das Futter trocken bleibt. Beispiele zeigt der Ratgeber Futterplattformen und Futterschalen.
  2. Futterhaus mit Futtersilo: wird gern angenommen und hält das Futter sauber.
  3. Futtersäule mit Sitzstangen: Feldsperlinge klammern sich geschickter an Futtersäulen als viele Finken und nutzen sie regelmäßig.
  4. Bodenfutterstelle im Winter: kleine Mengen auf einer freigefegten Fläche, besonders bei Schnee.

Entscheidend ist die Nähe zu Deckung. Stellen Sie die Futterstelle so auf, dass in 2 bis 3 m Entfernung eine Hecke oder ein dichter Strauch steht. Weitere Regeln zu Abstand und Höhe finden Sie im Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen. Allgemeine Tipps zur kalten Jahreszeit bietet Vögel im Winter richtig füttern.

Feldsperlinge und Haussperlinge am gleichen Futterplatz

In vielen Dorfgärten fressen beide Sperlingsarten an derselben Futterstelle. Das ist eine gute Gelegenheit, die Unterschiede in Ruhe zu studieren. Haussperlinge sind meist in der Überzahl und etwas dominanter, Feldsperlinge wirken daneben kleiner, flinker und scheuer. Oft warten sie in der Hecke, bis die Haussperlinge fertig sind, oder weichen auf eine zweite Futterstelle aus. Wenn Sie beide Arten fördern möchten, bieten Sie deshalb Futter an mindestens zwei Stellen an, zum Beispiel eine Futterschale in Heckennähe und eine Futtersäule mit Sitzstangen an einem Obstbaum.

Die ersten Besucher: Geduld zahlt sich aus

Feldsperlinge bewegen sich im Winter in Trupps durch die Landschaft und prüfen dabei neue Nahrungsquellen. Eine neue Futterstelle wird oft erst entdeckt, wenn andere Arten wie Meisen, Buchfinken oder Haussperlinge sie bereits nutzen. Füllen Sie in dieser Zeit zuverlässig nach, auch wenn zunächst kaum Vögel kommen. Hat ein Trupp die Futterstelle einmal angenommen, kehrt er meist täglich zu ähnlichen Uhrzeiten zurück, häufig am Vormittag und am späten Nachmittag. Bleiben Besucher länger aus, finden Sie mögliche Gründe im Ratgeber Warum Vögel nicht ans neue Futterhaus kommen.

Winterquartiere in Nistkästen

Ein oft unterschätzter Vorteil von Nistkästen ist ihr Wert im Winter. Feldsperlinge übernachten in kalten Monaten gern in Höhlen und Kästen, manchmal zu zweit oder zu mehreren. Ein geschützter Schlafplatz spart in frostigen Nächten Energie. Hängen Sie Kästen deshalb nicht erst im Frühjahr auf, und lassen Sie gereinigte Kästen nach der Herbstreinigung einfach hängen, damit die Vögel sie über den Winter als Schlafplatz nutzen können. Manche Feldsperlinge tragen schon im Winter Halme und Federn ein und polstern ihren Schlafplatz aus.

Wasser für Feldsperlinge

Feldsperlinge trinken und baden regelmäßig, meist in Gruppen. Eine flache Vogeltränke mit 3 bis 8 cm Wassertiefe und rauem Boden genügt. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und reinigen Sie die Schale regelmäßig, damit sich keine Krankheitserreger ansammeln. Wie Haussperlinge nehmen auch Feldsperlinge gern Staubbäder in trockener, lockerer Erde. Eine kleine, sonnige Sandstelle im Beet wird deshalb oft angenommen. Tipps zur Aufstellung gibt der Ratgeber Wo Sie eine Vogeltränke aufstellen.

Heimische Pflanzen für Feldsperlinge

Ein Garten für Feldsperlinge ähnelt einer kleinen Streuobstwiese mit Hecke: alte Bäume, dichte Sträucher und eine Fläche, auf der Wildkräuter blühen und Samen tragen dürfen.

Bäume und Sträucher

  • Obstbäume, vor allem alte Hochstämme: bieten Höhlen, Insekten und Sitzwarten. Apfel, Birne, Kirsche und Zwetschge sind ideal.
  • Kopfweiden: bilden mit dem Alter viele Höhlen, die Feldsperlinge gern nutzen.
  • Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Holunder, Hasel: dichte Hecken als Deckung und Schlafplatz, mit vielen Insekten an Blüten und Blättern.
  • Hainbuche und Feldahorn: als geschnittene oder frei wachsende Hecke.

Einen Überblick über Gehölze, die auch im Winter Nahrung liefern, bietet der Ratgeber Beerensträucher für Vögel im Winter.

Wildkräuter und Samenstände

Lassen Sie eine Ecke oder einen Streifen am Rand des Gartens verwildern. Vogelmiere, Knöterich, Gänsefuß, Melde, Hirtentäschel, Löwenzahn und Wildgräser liefern Samen, blühende Wildpflanzen ziehen die Insekten an, mit denen die Jungen gefüttert werden. Schneiden Sie Stauden und Gräser erst im Frühling zurück. Welche Arten sich besonders lohnen, zeigt Samenstände für Finken im Winter stehen lassen.

Nistkästen: So brütet der Feldsperling

Der Feldsperling ist ein Höhlenbrüter. In der Natur nutzt er Baumhöhlen, alte Spechthöhlen, Mauerlöcher und Nischen in Scheunen, gelegentlich auch Hohlräume im Unterbau großer Nester von Störchen oder Greifvögeln. Nistkästen nimmt er sehr bereitwillig an. In Obstwiesen mit vielen Kästen brüten Feldsperlinge oft in lockeren Kolonien.

Der richtige Nistkasten

  • Einflugloch: rund, etwa 32 mm Durchmesser. Das ist die gleiche Größe, die auch Kohlmeisen nutzen. Weitere Maße finden Sie in unserer Übersicht Nistkasten-Lochgrößen nach Vogelart.
  • Innenraum: ein Boden von etwa 12 x 12 cm oder größer, damit das Nest mit fünf bis sechs Jungen Platz hat.
  • Höhe und Ort: etwa 2 bis 5 m hoch an Bäumen, Scheunen oder Hauswänden, mit freiem Anflug, nicht in praller Mittagssonne und nicht in Wetterrichtung.
  • Mehrere Kästen: zwei oder drei Kästen im Abstand von einigen Metern kommen dem geselligen Brutverhalten entgegen und lassen zugleich Meisen Platz.

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Welche Modelle erhältlich sind, unterscheidet sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Achten Sie auf ein Einflugloch von 32 mm, eine Front zum Öffnen und unbehandeltes Material.

Zeitpunkt und Pflege

Hängen Sie Nistkästen am besten im Herbst oder Winter auf. Feldsperlinge nutzen Kästen im Winter gern als Schlafplatz und besetzen sie im Frühjahr früh. Details erklärt der Ratgeber Wann Sie Nistkästen aufhängen. Reinigen Sie die Kästen einmal im Jahr im Spätherbst, wie in Nistkasten reinigen: wann und wie beschrieben. Tipps zur Befestigung gibt Nistkasten aufhängen: Pfahl, Baum oder Wand.

Brutbiologie in Kürze

  • Brutbeginn: meist ab April.
  • Nest: ein unordentlicher, oft überdachter Ballen aus Halmen, innen mit vielen Federn gepolstert.
  • Gelege: meist 5 bis 6 Eier, weißlich mit dichten braunen Flecken.
  • Brutdauer: etwa 12 bis 14 Tage, beide Eltern brüten.
  • Nestlingszeit: etwa zwei bis drei Wochen, beide Eltern füttern.
  • Bruten: häufig 2, in manchen Jahren 3 pro Saison.

Feldsperlinge im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarTrupps an Futterstellen, oft mit GoldammernKörnerfutter, Wasser eisfrei halten
FebruarPaare besuchen NistkästenNistkästen spätestens jetzt aufhängen
MärzNistplätze werden verteidigtFedern und Halme als Nistmaterial liegen lassen
AprilNestbau und erste Gelegekeine Insektizide, Wildkräuter blühen lassen
MaiNestlinge, Eltern suchen InsektenObstbäume und Hecken nicht schneiden
JuniJunge fliegen aus, ZweitbrutTränke täglich frisch
Julimögliche dritte BrutStaubbadstelle offen halten
AugustFamilien schließen sich zusammenFutterstellen gründlich reinigen
SeptemberTrupps auf Wiesen und StoppelfeldernSamenstände stehen lassen
OktoberKästen werden zum Schlafplatzalte Nester entfernen
NovemberWintertrupps in Hecken und GärtenFutterstelle nahe Deckung einrichten
Dezemberregelmäßige Besuche am Futterplatzkleine Portionen, Hygiene beachten

Feldsperlinge beobachten und melden

Weil Feldsperling und Haussperling oft verwechselt werden, sind sorgfältige Gartenmeldungen besonders wertvoll. Achten Sie bei jeder Sperlingsgruppe auf den schwarzen Wangenfleck. Bei der “Stunde der Wintervögel” im Januar und der “Stunde der Gartenvögel” im Mai zählen Sie eine Stunde lang die höchste gleichzeitig gesehene Zahl und melden sie an NABU oder LBV. Brutnachweise in Nistkästen und ganzjährige Beobachtungen können Sie auf ornitho.de, dem Portal des DDA, oder über eBird eintragen. Ein Fernglas erleichtert die Bestimmung vom Fenster aus, geeignete Modelle zeigt Fernglas für die Vogelbeobachtung am Fenster.

Probleme und Lösungen

Konkurrenz um Nistkästen

Kohlmeisen und Feldsperlinge nutzen Kästen mit dem gleichen Einflugloch. Hängen Sie deshalb mehrere Kästen auf. Für Blaumeisen können Sie zusätzlich Kästen mit 26 bis 28 mm Einflugloch anbieten, in die Sperlinge nicht hineinpassen. Bauen Feldsperlinge ein Nest auf ein begonnenes Meisennest, ist das natürliche Konkurrenz. Greifen Sie nicht ein, sobald Eier im Kasten liegen, denn das Stören von Bruten ist nach dem Naturschutzrecht verboten.

Krankheiten an Futterstellen

Gesellige Arten übertragen Krankheiten leicht. Aufgeplusterte, apathische Vögel sind ein Warnsignal. Stellen Sie dann Futter und Wasser für einige Wochen ein und reinigen Sie alles gründlich. Mehr dazu in Kranke Vögel am Futterhaus und Vogelfutterhaus reinigen.

Katzen, Marder und Ratten

Hängen Sie Nistkästen so auf, dass Katzen und Marder sie nicht erreichen, und nicht direkt über Ästen, von denen aus Räuber an das Einflugloch gelangen. Tipps enthält Vögel vor Katzen schützen. Bei Bodenfütterung locken Reste Ratten an, deshalb nur so viel anbieten, wie am Tag gefressen wird.

Häufige Fehler

  • Nur einen einzigen Nistkasten aufhängen. Feldsperlinge brüten gern in Gruppen, und Meisen konkurrieren um denselben Kasten.
  • Alte Obstbäume fällen. Mit ihnen verschwinden Höhlen und Insekten.
  • Den Garten komplett aufräumen. Ohne Wildkräuter fehlen Samen und Insekten für die Jungen.
  • Brot füttern. Es liefert kaum Nährstoffe und verdirbt schnell.
  • Hecken im Frühling schneiden. Das zerstört Deckung und kann gegen das Naturschutzrecht verstoßen.
  • Futterstellen fern jeder Deckung. Sperlinge meiden ungeschützte Plätze.
  • Nistkästen nie reinigen. Alte Nester sammeln Parasiten.

Kurz zusammengefasst

Feldsperlinge kommen in Gärten, die Obstbäume, dichte Hecken, Wildkräuter und Nistkästen bieten, besonders am Ortsrand. Bieten Sie Körnermischungen und geschälte Sonnenblumenkerne auf einer Futterschale oder im Futterhaus nahe einer Hecke an, hängen Sie mehrere Nistkästen mit 32 mm Einflugloch auf und lassen Sie Samenstände und Insekten im Garten leben. Mit sauberen Futterstellen und frischem Wasser helfen Sie einer Art, die in der Agrarlandschaft seltener geworden ist und in Gärten eine wichtige Zuflucht finden kann.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Wie unterscheidet man Feldsperling und Haussperling?

Der Feldsperling hat einen ganz kastanienbraunen Scheitel, weiße Wangen mit einem deutlichen schwarzen Wangenfleck und nur einen kleinen schwarzen Kehlfleck. Beim Haussperling ist der Scheitel des Männchens grau, die Wangen sind grau ohne schwarzen Fleck. Außerdem sehen beim Feldsperling Männchen und Weibchen gleich aus, beim Haussperling unterscheiden sie sich deutlich. Der Feldsperling wirkt zudem etwas kleiner und schlanker.

Welcher Nistkasten eignet sich für Feldsperlinge?

Feldsperlinge brüten gern in Nistkästen mit einem runden Einflugloch von etwa 32 mm Durchmesser, wie sie auch Kohlmeisen nutzen. Hängen Sie den Kasten in etwa 2 bis 5 m Höhe an Bäume, Scheunen oder Hauswände, möglichst in der Nähe von Hecken und offenen Flächen. Weil Feldsperlinge gern in lockeren Gruppen brüten, lohnen sich mehrere Kästen in einigen Metern Abstand.

Was fressen Feldsperlinge?

Erwachsene Feldsperlinge fressen überwiegend Samen von Wildkräutern, Gräsern und Getreide, dazu Knospen und im Sommer Insekten. Die Jungen werden vor allem mit Insekten und Spinnen gefüttert, etwa mit Blattläusen, Raupen und kleinen Käfern. Am Futterplatz nehmen Feldsperlinge Körnermischungen mit Hirse und Weizen, geschälte Sonnenblumenkerne und Haferflocken, gern auf Futterschalen und in Futterhäusern.

Ist der Feldsperling gefährdet?

Der Feldsperling ist in Deutschland noch weit verbreitet, sein Bestand ist aber seit Jahrzehnten vor allem in der Agrarlandschaft zurückgegangen. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands steht er auf der Vorwarnliste. Als Ursachen gelten fehlende Bruthöhlen in alten Bäumen, der Verlust von Brachen, Hecken und Wildkräutern sowie weniger Insekten und liegengebliebene Körner auf abgeernteten Feldern.

Leben Feldsperlinge in der Stadt?

Weniger als Haussperlinge. Feldsperlinge bevorzugen Dorfränder, Obstwiesen, Kleingärten, Parks mit alten Bäumen und Feldgehölze in der offenen Landschaft. In Gärten am Ortsrand, besonders in der Nähe von Feldern und Wiesen, sind sie häufiger. In dicht bebauten Innenstädten fehlen sie meist, in größeren Parks und Kleingartenanlagen am Stadtrand kommen sie aber vor.