Kleiber anlocken: Futter, Nistkasten und alte Bäume im Garten

Kleiber anlocken: Sonnenblumenkerne, Nüsse und Fettfutter am Stamm anbieten, alte Bäume erhalten und einen Nistkasten mit 32 mm Flugloch früh aufhängen.

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Ein Kleiber mit blaugrauem Rücken und schwarzem Augenstreif klettert kopfüber einen moosigen Baumstamm hinab (KI-Illustration)
KI-generierte Illustration, kein Foto
In diesem Artikel
  1. Der Kleiber auf einen Blick
  2. Wie erkenne ich einen Kleiber?
  3. Wo lebt der Kleiber?
  4. Was fressen Kleiber?
  5. Welche Futterstelle eignet sich für Kleiber?
  6. Wasser für Kleiber
  7. Bäume und Pflanzen für Kleiber
  8. Nistkasten für Kleiber
  9. Der Kleiber im Jahreslauf
  10. Probleme und Lösungen
  11. Häufige Fehler
  12. Kurz zusammengefasst
  13. Quellen
  14. Häufige Fragen

Wer Kleiber anlocken möchte, braucht alte Bäume und Futter, das an oder nahe am Stamm hängt. Schwarze Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse, Haselnüsse und Fettfutter wirken meist zuverlässig, vor allem ab Oktober. Wer zusätzlich einen Nistkasten mit etwa 32 mm Flugloch in 2 bis 6 m Höhe an einen Baum hängt, hat gute Chancen, dass ein Kleiberpaar im Frühjahr sogar brütet.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie den Kleiber sicher erkennen, welches Futter und welche Futterstelle er bevorzugt, welche Bäume und Sträucher ihm helfen, wie ein passender Nistkasten aussieht und welche Fehler ihn fernhalten. Er stützt sich auf gut belegte ornithologische Grundlagen und die Empfehlungen von Organisationen wie NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.

Der Kleiber auf einen Blick

MerkmalDetails
Größeetwa 12 bis 14,5 cm lang, Spannweite rund 22 bis 27 cm
Gewichtmeist etwa 17 bis 28 g
Verbreitung in Deutschlandfast flächendeckend, überall wo alte Laub- und Mischwälder, Parks, Friedhöfe oder Gärten mit großen Bäumen stehen
Jahreszeitganzjährig; ausgeprägter Standvogel, bleibt im Revier
Nahrungim Sommer Insekten und Spinnen, im Herbst und Winter Samen und Nüsse, etwa Bucheckern und Haselnüsse
FutterstelleFuttersäule, Futterhaus, Fettfutter, Nüsse am Stamm
NistenBaumhöhlen und Nistkästen, Flugloch wird mit Lehm verklebt, meist 1 Brut im Jahr
Gelegemeist 6 bis 8 Eier, weiß mit rotbraunen Flecken

Wie erkenne ich einen Kleiber?

Der Kleiber ist ein kompakter, kurzschwänziger Vogel mit großem Kopf und kräftigem, spitzem Schnabel. Die Oberseite ist blaugrau, von der Schnabelbasis bis in den Nacken zieht ein markanter schwarzer Augenstreif. Kehle und Wangen sind weiß, die Unterseite orange bis rahmfarben. Kaum ein anderer Gartenvogel sieht ihm ähnlich.

Das sicherste Merkmal ist sein Verhalten. Der Kleiber klettert ruckartig an Stämmen und dicken Ästen auf und ab, auch kopfüber nach unten. Spechte und Baumläufer klettern dagegen fast immer nach oben und stützen sich dabei auf ihren Schwanz. Der Kleiber braucht diese Stütze nicht, er hält sich allein mit seinen kräftigen Zehen.

Männchen, Weibchen und Jungvogel

Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich. Beim Männchen sind die Flanken und die Unterschwanzdecken meist kräftiger kastanienbraun, beim Weibchen etwas blasser und eher orangebeige. Im Garten und bei schlechtem Licht ist der Unterschied oft kaum zu sehen, bei einem Paar nebeneinander aber durchaus erkennbar.

Jungvögel ähneln den Altvögeln, wirken aber matter, etwas weniger kontrastreich und haben einen kürzeren Schnabel. Nach dem Ausfliegen im Frühsommer ziehen sie noch eine Weile mit den Eltern umher und sind dann oft in kleinen Familientrupps zu hören.

Rufe und Gesang

  • Ruf: ein lautes, klares “twit” oder “tuit”, oft mehrfach wiederholt. Wer einmal darauf achtet, hört den Kleiber in jedem alten Park.
  • Gesang: laute, pfeifende Reihen wie “wiwiwiwi” oder “püh püh püh”, die im Spätwinter und Frühling weit tragen. Der Kleiber beginnt damit oft schon im Januar.
  • Erregungsruf: ein scharfes, schnelles Trillern, wenn eine Katze, ein Greifvogel oder ein Konkurrent in der Nähe ist.

Der Kleiber ist ein guter Kandidat, um Vogelstimmen zu lernen, weil er laut, häufig und vom Frühwinter an ruft. Unser Ratgeber Vogelstimmen lernen mit 10 Arten zeigt, wie Sie am besten beginnen.

Verwechslungsarten

  • Gartenbaumläufer und Waldbaumläufer: ebenfalls kleine Stammkletterer, aber braun gestreift mit weißer Unterseite und dünnem, gebogenem Schnabel. Sie klettern spiralförmig nach oben und fliegen dann an den Fuß des nächsten Baumes.
  • Blaumeise: ähnlich groß und manchmal ebenfalls am Stamm, aber mit blauer Kappe, gelber Unterseite und kurzem, winzigem Schnabel.
  • Kleinspecht: kaum größer als ein Sperling, aber schwarz-weiß quer gebändert, klettert aufwärts und stützt sich auf den Schwanz.
  • Felsenkleiber: ein naher Verwandter, der in Südosteuropa an Felsen lebt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kommt er nicht vor.

Wo lebt der Kleiber?

Der Kleiber ist ein Vogel alter Bäume. Er braucht Stämme mit grober Rinde, in der Insekten leben und in deren Spalten er Nüsse einklemmen kann, und er braucht Höhlen zum Brüten. Am häufigsten ist er in Laub- und Mischwäldern mit Eichen und Buchen. Aber auch Parks, Friedhöfe, Alleen, Obstwiesen und Gärten mit großen Bäumen besiedelt er, oft mitten in der Stadt. In baumarmen Agrarlandschaften und in reinen Neubaugebieten fehlt er dagegen meist.

Kleiber sind ausgeprägte Standvögel. Ein Paar besetzt ein festes Revier und verteidigt es das ganze Jahr, oft über mehrere Jahre. Jungvögel müssen sich im Spätsommer ein eigenes Gebiet suchen und wandern dabei meist nur wenige Kilometer. Deshalb reagiert ein Gebiet langsam auf neue Angebote: Wenn in Ihrer Straße keine alten Bäume stehen, kann es dauern, bis ein Kleiber den Garten entdeckt. Steht dagegen im Nachbargarten eine alte Eiche, ist der Kleiber oft schon in der Nähe.

Im Winter schließt sich der Kleiber gern gemischten Meisentrupps an, die gemeinsam durch Gärten und Parks ziehen. Kommen diese Trupps regelmäßig an Ihrem Futterplatz vorbei, ist der Kleiber häufig dabei.

Was fressen Kleiber?

Die Nahrung des Kleibers wechselt mit den Jahreszeiten. Im Frühling und Sommer sucht er an Stämmen, Ästen und unter Rindenschuppen nach Insekten, Larven, Käfern, Raupen und Spinnen. Damit füttert er auch seine Jungen. Ab dem Spätsommer werden Samen und Nüsse wichtiger: Bucheckern, Haselnüsse, Eicheln, Samen von Nadelbäumen und die Früchte verschiedener Sträucher.

Typisch für den Kleiber ist, wie er mit harten Samen umgeht. Er klemmt einen Kern oder eine Nuss in einen Rindenspalt und hämmert mit dem Schnabel darauf ein, bis die Schale bricht. Daher stammt auch sein englischer Name “nuthatch”. Außerdem legt er Vorräte an: Er versteckt einzelne Kerne in Rindenritzen, unter Moos oder in Mauerfugen und deckt sie manchmal mit einem Stückchen Rinde oder Flechte ab. Warum Vögel das tun, erklärt unser Artikel Warum Vögel Futter verstecken.

Das beste Futter für Kleiber

FutterWie gut?Hinweise
Schwarze Sonnenblumenkernesehr gutdünne Schale, hoher Fettgehalt, der Kleiber trägt sie einzeln weg
Ungesalzene Erdnüssesehr gutim Gitterspender, damit keine ganzen Nüsse verschluckt werden
Haselnüsse, Walnussstückesehr gutganz oder grob gehackt, gern auf einer Schale am Stamm
Fettfutter, Meisenknödel ohne Netzgutim Winter wertvoll, am besten in einem Halter
Geschälte Sonnenblumenkernegutsauberer, aber schneller verdorben
Mehlwürmergut im FrühlingEiweiß in der Brutzeit, sparsam anbieten
Hanf, Buchweizen, Hafermäßigwird genommen, aber nicht bevorzugt
Weizen, Mais, billige Streumischungenkaumviel Ballast, zieht eher Tauben und Spatzen an

Mit schwarzen Sonnenblumenkernen allein können Sie im Winter schon viel erreichen. Unser Ratgeber zu schwarzen Sonnenblumenkernen erklärt, warum sie so vielen Arten schmecken. Fettfutter lässt sich übrigens leicht selbst herstellen, aus ungesalzenem Rindertalg oder Kokosfett und Kernen.

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Was Kleiber nicht bekommen sollten

Gesalzene oder gewürzte Nüsse, Speckfett, Brot und Speisereste gehören nicht auf den Futterplatz. Achten Sie außerdem auf Schimmel: Erdnüsse, die feucht geworden sind, können Aflatoxine enthalten, die für Vögel gefährlich sind. Kaufen Sie deshalb Erdnüsse, die ausdrücklich für Wildvögel bestimmt sind, und lagern Sie sie trocken. Mehr dazu in unserem Artikel Was Vögel nicht fressen dürfen.

Welche Futterstelle eignet sich für Kleiber?

Kleiber sind geschickt und nutzen fast jede Futterstelle, die ihnen einen festen Halt bietet. Sie hängen an Futtersäulen, klammern sich an Gitterspender und landen auf Futterhäusern. Am wohlsten fühlen sie sich aber, wenn die Futterstelle nah an einem Baumstamm hängt, denn so können sie mit jedem Kern sofort in die Deckung der Rinde fliegen.

  1. Eine Futtersäule oder ein Gitterspender für Nüsse an einem Ast oder direkt am Stamm, in etwa 1,5 bis 2,5 m Höhe.
  2. Ein Fettfutterhalter für Meisenknödel oder Fettblöcke, ebenfalls nahe am Stamm.
  3. Eine kleine Futterschale am Baumstamm, auf die Sie Haselnüsse oder Sonnenblumenkerne legen. Kleiber nehmen sie gern, weil sie wie ein Ast am Stamm wirkt.
  4. Ein Futterhaus mit Silo, das die Kerne trocken hält und nur wenig auf einmal freigibt.

Ein weiterer Trick ist, Fettfutter direkt in grobe Rinde oder in Löcher eines senkrecht aufgehängten Holzstücks zu streichen. So finden Kleiber, Spechte und Meisen die Nahrung dort, wo sie auch in der Natur suchen. Wo und in welcher Höhe Futterstellen am besten hängen, erklärt unser Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen.

Geduld am Futterplatz

Kleiber gelten als wenig scheu. Oft landen sie als Erste an einer neuen Futterstelle, verscheuchen Meisen und tragen in kurzer Zeit eine erstaunliche Menge Kerne davon. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Futterspender schnell leer ist: Ein großer Teil landet als Vorrat in den Bäumen der Umgebung. Das ist normales Verhalten und kein Zeichen, dass Sie zu viel oder zu wenig anbieten.

Wasser für Kleiber

Kleiber trinken regelmäßig und baden gelegentlich, besonders in warmen Sommerwochen. Eine flache Vogeltränke mit 2 bis 5 cm Wassertiefe und rauem Rand reicht völlig. Stellen Sie sie so, dass rundherum freie Sicht herrscht, aber Bäume oder Sträucher in einigen Metern Entfernung als Rückzugsort bleiben. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und reinigen Sie die Schale regelmäßig mit heißem Wasser und einer Bürste.

Kleiber brauchen Wasser noch für etwas anderes: feuchten Lehm. Um das Flugloch zu verkleben, sammeln sie im Frühjahr Erde an Pfützen, Teichrändern und feuchten Stellen im Beet. Eine kleine, offene Lehmpfütze in einer ruhigen Ecke kann in trockenen Frühjahren helfen. Lehm in einem Blumentopfuntersetzer, feucht gehalten, erfüllt denselben Zweck.

Bäume und Pflanzen für Kleiber

Das wichtigste für Kleiber lässt sich nicht kaufen: alte Bäume. Eine große Eiche, Linde, Buche oder ein alter Obstbaum mit rissiger Rinde bietet Insekten, Verstecke für Vorräte und oft auch Höhlen. Wenn Sie einen solchen Baum im Garten haben, erhalten Sie ihn, solange er sicher steht. Morsche Äste in der Krone sind für Kleiber wertvoll, sofern sie niemanden gefährden.

Heimische Bäume und Sträucher

  • Stieleiche und Traubeneiche: Eichen beherbergen besonders viele Insektenarten und liefern Eicheln. Ihre grobe Rinde ist ideal zum Klettern und für Vorräte.
  • Rotbuche: Bucheckern gehören zu den wichtigsten Winternahrungsquellen des Kleibers, besonders in Mastjahren.
  • Gewöhnliche Hasel: Haselnüsse im Spätsommer, dazu Deckung und Insekten. Ein Haselstrauch passt auch in kleinere Gärten.
  • Winterlinde und Sommerlinde: große Parkbäume mit reichem Insektenleben.
  • Hainbuche: heimische Heckenpflanze mit Samen, die Kleiber und Finken im Winter nutzen.
  • Alte Obstbäume: Apfel- und Birnbäume entwickeln mit dem Alter rissige Rinde und Höhlen. Streuobstwiesen sind ein typischer Lebensraum des Kleibers.
  • Walnuss: nicht heimisch im engeren Sinn, aber seit langem in Mitteleuropa gepflanzt. Kleiber nutzen Walnussstücke gern.

Totholz stehen lassen

Stehendes Totholz ist für Kleiber ein Gewinn. In abgestorbenen Ästen und Stämmen leben Käferlarven, und dort entstehen Höhlen, die Spechte anlegen und später Kleiber übernehmen. Wo Sicherheit es erlaubt, lassen Sie einen abgestorbenen Stamm als Hochstubben von 2 bis 4 m Höhe stehen. Auch ein liegender Stamm oder ein Stapel alter Äste im Garten fördert Insekten. Laub unter den Bäumen liegen zu lassen hilft ebenfalls, weil darin viele Insekten überwintern.

Nistkasten für Kleiber

Kleiber brüten in Höhlen. In der Natur übernehmen sie meist alte Spechthöhlen oder natürliche Astlöcher. Da solche Höhlen in Gärten selten sind, nehmen Kleiber Nistkästen gern an.

Der passende Nistkasten

  • Flugloch: etwa 32 mm, wie für Kohlmeisen. Der Kleiber verklebt größere Öffnungen selbst mit Lehm, sodass auch ein etwas größeres Loch funktioniert. Eine Übersicht nach Arten finden Sie in unserer Tabelle der Fluglochgrößen.
  • Innenmaß: eher geräumig, damit das große Gelege Platz hat. Kästen aus Holzbeton halten lange und sind gut gegen Spechte und Marder geschützt.
  • Höhe: etwa 2 bis 6 m, am Stamm eines Baumes oder an einer Hauswand im Halbschatten.
  • Ausrichtung: Flugloch nicht zur Wetterseite, in Mitteleuropa meist nach Osten oder Südosten.
  • Ruhe: abseits von Terrasse, Schaukel und Futterplatz, damit Brutvögel und Futtergäste sich nicht stören.

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Hängen Sie den Kasten im Herbst oder spätestens im Februar auf, denn Kleiber suchen schon früh im Jahr nach Brutplätzen. Ein Kasten, der den Winter über hängt, dient zudem als Schlafplatz in kalten Nächten.

Wenn der Kleiber den Kasten verklebt

Nicht erschrecken, wenn der Nistkasten plötzlich mit Lehm verschmiert ist. Der Kleiber verklebt nicht nur das Flugloch, sondern oft auch Spalten am Deckel oder an den Seitenwänden. Entfernen Sie den Lehm während der Brutzeit auf keinen Fall. Nach der Brutzeit, im Spätherbst, reinigen Sie den Kasten und kratzen dabei auch alte Lehmreste ab. Bei manchen Kästen mit Frontklappe klebt der Kleiber die Klappe so fest, dass sie sich erst mit etwas Kraft öffnen lässt.

Brutbiologie in Kürze

  • Brutbeginn: meist im April, je nach Witterung.
  • Bruten: in der Regel eine Brut im Jahr.
  • Nest: eine Unterlage aus dünnen Rindenschuppen, oft von Kiefern, lose aufgehäuft, dazu wenige trockene Blätter.
  • Gelege: meist 6 bis 8 Eier, weiß mit rotbraunen Flecken.
  • Brutdauer: etwa zwei Wochen, nur das Weibchen brütet.
  • Nestlingszeit: etwa drei bis dreieinhalb Wochen; beide Eltern füttern.
  • Nach dem Ausfliegen: Die Familie bleibt noch einige Zeit zusammen, bevor die Jungen ein eigenes Revier suchen.

Findet sich im Frühsommer ein junger Kleiber am Boden, ist er meist ein gesunder Ästling. Die Eltern füttern ihn weiter, deshalb lassen Sie ihn am besten, wo er ist, und halten Katzen fern.

Der Kleiber im Jahreslauf

MonatWas im Garten passiertWas Sie tun können
JanuarKleiber rufen und singen schon an milden TagenNüsse und Sonnenblumenkerne anbieten, Nistkasten prüfen
FebruarRevierstreit, Paare erkunden HöhlenLetzte Gelegenheit, neue Nistkästen aufzuhängen
MärzEinflug wird mit Lehm verklebtFeuchte Erdstelle anbieten, Kasten nicht öffnen
AprilNestbau aus Rindenschuppen, EiablageRuhe am Brutbaum
MaiNestlinge, Eltern tragen InsektenMehlwürmer als Zusatz, Katzen im Blick behalten
JuniJunge fliegen aus, FamilientruppsWasser täglich frisch
JuliMauser, Kleiber sind stillerGarten ruhig halten, Bäume nicht schneiden
AugustJungvögel suchen eigene ReviereHaselsträucher tragen Nüsse
SeptemberVorräte werden angelegtFutterstelle vorbereiten
OktoberKleiber tragen Samen und Nüsse wegFutterstelle in Betrieb nehmen, Nistkästen reinigen
NovemberFester Futterplatz, MeisentruppsFutter regelmäßig nachfüllen
DezemberKleiber verteidigen das RevierFutter und eisfreies Wasser anbieten

Probleme und Lösungen

Der Kleiber leert den Futterspender in Minuten

Kleiber horten Vorräte. Wenn Sie das stört, bieten Sie Nüsse in einem Gitterspender an, aus dem der Vogel nur kleine Stücke herauspicken kann. Dann muss er länger arbeiten, und mehr Futter bleibt für andere Arten. Ansonsten gilt: Die versteckten Kerne sind nicht verloren, sondern werden im Winter gefressen.

Konkurrenz am Nistkasten

Um geeignete Höhlen streiten sich Kleiber, Kohlmeisen, Feldsperlinge und Stare. Mehrere Nistkästen in einigem Abstand entschärfen das. Hängen Sie Kästen mit verschiedenen Fluglochgrößen auf, damit jede Art einen passenden findet. Buntspechte können Nistkästen aufhacken, um an Junge zu kommen; Kästen aus Holzbeton oder ein Metallschutz um das Flugloch helfen dagegen.

Katzen und Greifvögel

Kleiber fressen seltener am Boden als Rotkehlchen oder Amseln und sind deshalb weniger durch Katzen gefährdet. Ausfliegende Junge sitzen aber einige Tage im Geäst und am Boden. Ein Manschettenschutz am Stamm unter dem Nistkasten hält kletternde Katzen ab. Weitere Möglichkeiten zeigt unser Ratgeber Vögel vor Katzen schützen.

Hygiene

Futtersäulen und Schalen sollten Sie regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und alte, feuchte Reste entfernen. Wie oft das nötig ist, steht in unserem Ratgeber Vogelfutterhaus reinigen.

Häufige Fehler

  • Alte Bäume fällen oder stark kappen. Ohne alte Bäume fehlen Nahrung, Vorratsverstecke und Bruthöhlen.
  • Den Nistkasten zu spät aufhängen. Kleiber besetzen Höhlen früh im Jahr, ein Kasten im Mai kommt oft zu spät.
  • Lehm am Flugloch entfernen. Das verklebte Flugloch schützt die Brut und darf während der Brutzeit nicht angetastet werden.
  • Gesalzene Nüsse oder billige Streumischungen füttern. Salz schadet, und Weizen oder Mais interessieren den Kleiber kaum.
  • Futter weit weg von Bäumen aufstellen. Kleiber fühlen sich am Stamm sicher, eine Futtersäule mitten auf dem Rasen nutzen sie seltener.
  • Totholz und rissige Rinde komplett entfernen. Beides ist Speisekammer und Vorratslager zugleich.
  • Insektizide im Garten einsetzen. Sie nehmen dem Kleiber die wichtigste Nahrung für seine Jungen.

Kurz zusammengefasst

Kleiber brauchen alte Bäume, Nüsse und Kerne nahe am Stamm und eine Höhle zum Brüten. Bieten Sie schwarze Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse und Fettfutter nahe an einem Baum an, erhalten Sie alte Eichen, Buchen und Obstbäume und hängen Sie früh im Jahr einen Nistkasten mit etwa 32 mm Flugloch auf. Dann können Sie beobachten, wie der Kleiber kopfüber den Stamm hinabläuft, Vorräte versteckt und im Frühjahr sein Flugloch mit Lehm verklebt.

Quellen

Meistgelesen

Häufige Fragen

Was fressen Kleiber am liebsten am Futterhaus?

Kleiber mögen fett- und eiweißreiche Kost: schwarze Sonnenblumenkerne, ungesalzene Erdnüsse, Haselnüsse, Walnussstücke und Fettfutter. Sie nehmen meist einen einzelnen Kern, fliegen damit zu einem Baum, klemmen ihn in einen Rindenspalt und hämmern ihn auf oder verstecken ihn als Vorrat. Im Sommer fressen sie überwiegend Insekten und Spinnen, die sie an Stämmen und Ästen absuchen.

Welche Fluglochgröße braucht ein Kleiber-Nistkasten?

Für Kleiber wird meist ein Flugloch von etwa 32 mm empfohlen, also die Größe, die auch Kohlmeisen und Feldsperlinge nutzen. Kleiber sind dabei nicht wählerisch, denn sie verkleben zu große Öffnungen selbst mit Lehm, bis nur noch ihr Körper hindurchpasst. Wichtiger als das exakte Maß sind ein ruhiger Platz, eine Höhe von etwa 2 bis 6 m und frühes Aufhängen im Herbst oder Winter.

Warum klettert der Kleiber kopfüber den Baum hinunter?

Der Kleiber ist in Mitteleuropa der einzige Vogel, der regelmäßig kopfvoran am Stamm abwärts klettert. Er stützt sich dabei nicht wie Spechte auf den Schwanz, sondern hält sich mit kräftigen Zehen und spreizt die Beine. So sieht er Insekten und Verstecke in Rindenritzen aus einem anderen Blickwinkel als Spechte und Baumläufer, die nach oben klettern.

Ist der Kleiber im Winter in Deutschland?

Ja. Kleiber sind ausgeprägte Standvögel und bleiben das ganze Jahr in ihrem Revier. Ein Paar hält oft über Jahre zusammen und verteidigt sein Gebiet auch im Winter. Deshalb zählen Kleiber zu den treuesten Gästen am Futterplatz: Wer einmal einen Kleiber im Garten hat, sieht ihn meist täglich, solange alte Bäume und Futter in der Nähe sind.

Warum verklebt der Kleiber das Flugloch mit Lehm?

Der Kleiber verkleinert das Einflugloch seiner Bruthöhle mit feuchtem Lehm, Erde und Speichel, bis es genau zu seiner Körpergröße passt. Größere Konkurrenten wie Stare und viele Nesträuber kommen dann nicht mehr hinein. Diesem Verhalten verdankt er seinen deutschen Namen: Kleiber kommt von kleben. Manchmal verklebt er auch Ritzen im Inneren eines Nistkastens oder den Deckelspalt.