Buntspecht anlocken: Futter, Bäume und Totholz im Garten
Buntspecht anlocken: Fettfutter, Erdnüsse und Walnüsse am Stamm anbieten, alte Bäume und Totholz erhalten und Nistkästen anderer Vögel vor ihm schützen.
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In diesem Artikel
- Der Buntspecht auf einen Blick
- Wie erkenne ich einen Buntspecht?
- Wo lebt der Buntspecht?
- Was fressen Buntspechte?
- Welche Futterstelle eignet sich für Buntspechte?
- Wasser für Buntspechte
- Bäume und Totholz für Buntspechte
- Bruthöhle und Nistkasten
- Nistkästen vor dem Buntspecht schützen
- Der Buntspecht im Jahreslauf
- Probleme und Lösungen
- Häufige Fehler
- Kurz zusammengefasst
- Quellen
- Häufige Fragen
Einen Buntspecht anlocken Sie am schnellsten mit Fettfutter, Erdnüssen oder Walnüssen direkt am Stamm eines großen Baums. Ein Fettfutterhalter oder ein Nussspender dort, in etwa 1,5 bis 3 m Höhe, lockt ihn oft schon in den ersten Wochen an, vor allem von Oktober bis März. Wer dazu alte Obstbäume, abgestorbene Äste und stehendes Totholz erhält, bietet dem Buntspecht auch Nahrung und Bruthöhlen für den Rest des Jahres.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie den Buntspecht sicher erkennen und von ähnlichen Spechten unterscheiden, welches Futter und welche Futterstellen er nutzt, welche Bäume ihm helfen, wie Sie Nistkästen anderer Vögel vor ihm schützen und welche Fehler ihn fernhalten. Er stützt sich auf gut belegte ornithologische Grundlagen und die Empfehlungen von Organisationen wie NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.
Der Buntspecht auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | etwa 22 bis 26 cm lang, Spannweite rund 38 bis 44 cm |
| Gewicht | meist etwa 70 bis 100 g |
| Verbreitung in Deutschland | flächendeckend, der häufigste Specht; in Wäldern jeder Art, Parks, Friedhöfen und Gärten mit Bäumen |
| Jahreszeit | ganzjährig; Standvogel, in manchen Wintern kommen Buntspechte aus Nordosteuropa hinzu |
| Nahrung | Insektenlarven aus Holz, Nadelbaumsamen, Nüsse, Baumsaft, gelegentlich Eier und Nestlinge |
| Futterstelle | Fettfutterhalter, Nussspender, Futtersäule, Futterhaus am Stamm |
| Nisten | selbst gezimmerte Baumhöhle, meist jedes Jahr neu, 1 Brut im Jahr |
| Gelege | meist 4 bis 7 weiße Eier |
Wie erkenne ich einen Buntspecht?
Der Buntspecht ist etwa so groß wie eine Amsel und kontrastreich schwarz-weiß gezeichnet. Rücken und Flügel sind schwarz, auf den Schultern sitzen zwei große, ovale weiße Flecken, die Flügel sind weiß gebändert. Die Wangen sind weiß, eingerahmt von einem schwarzen Bartstreif, der sich mit dem schwarzen Nacken verbindet. Die Unterseite ist schmutzig weiß bis beige und ungestreift. Auffällig ist das leuchtende Rot unter dem Schwanz, das beim Klettern am Stamm gut zu sehen ist.
Im Flug zeigt der Buntspecht den typischen Spechtflug: tiefe Wellen, weil er nach einigen Flügelschlägen die Flügel anlegt und kurz absackt. Am Stamm klettert er ruckartig nach oben und stützt sich dabei auf seine steifen Schwanzfedern.
Männchen, Weibchen und Jungvogel
- Männchen: kleiner, roter Fleck am Hinterkopf.
- Weibchen: kein Rot am Kopf, Hinterkopf schwarz.
- Jungvogel: ganze Kopfplatte rot, die roten Unterschwanzdecken sind blasser, eher rosa. Die rote Kappe verschwindet mit der Mauser im Spätsommer und Herbst.
Die roten Kappen der Jungvögel sorgen jeden Sommer für Verwirrung, denn sie erinnern an den Mittelspecht. Achten Sie auf den geschlossenen schwarzen Bartstreif und die ungestreiften Flanken: Beides spricht für einen jungen Buntspecht.
Rufe und Trommeln
- Ruf: ein scharfes, metallisches “kick” oder “gix”, oft einzeln und in unregelmäßigen Abständen. Das ist der Laut, den Sie im Garten am häufigsten hören.
- Trommeln: sehr schnelle, kurze Wirbel von meist unter einer Sekunde, die zum Ende hin leiser werden. Buntspechte trommeln vor allem von Januar bis April auf trockene Äste, gern auch auf Metall, weil es weiter trägt.
- Nestlinge: Junge Buntspechte betteln in der Bruthöhle so laut und anhaltend, dass man die Höhle im Mai und Juni oft schon von weitem findet.
Warum Spechte überhaupt ins Holz hacken und wie sie das aushalten, erklären unsere Artikel Warum hacken Spechte ins Holz? und Warum bekommen Spechte keine Kopfschmerzen?.

Verwechslungsarten
- Mittelspecht: etwas kleiner, ganze Kopfplatte rot bei beiden Geschlechtern, Bartstreif erreicht den Nacken nicht, Flanken fein gestreift, Unterschwanz rosa statt rot. Lebt vor allem in alten Eichenwäldern und Streuobstwiesen.
- Kleinspecht: kaum größer als ein Sperling, keine weißen Schulterflecken, sondern ein weiß quer gebänderter Rücken, kein Rot unter dem Schwanz.
- Blutspecht: sehr ähnlich, aber ohne schwarze Verbindung vom Bartstreif zum Nacken. Er kommt im Osten Österreichs vor, in Deutschland dagegen nur ausnahmsweise.
- Weißrückenspecht: größer, mit weißem Unterrücken und gestreiften Flanken. Selten, vor allem in naturnahen Bergwäldern der Alpen und einiger Mittelgebirge.
Wo lebt der Buntspecht?
Der Buntspecht ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz der häufigste und anpassungsfähigste Specht. Er lebt in Laub-, Misch- und Nadelwäldern ebenso wie in Parks, auf Friedhöfen, in Alleen, Obstgärten und Siedlungen, solange es dort genug Bäume gibt. Selbst in Großstädten brütet er in Parks und alten Gärten.
Buntspechte sind überwiegend Standvögel. Paare leben in einem festen Revier, außerhalb der Brutzeit oft getrennt voneinander. In manchen Wintern kommen allerdings zusätzlich Buntspechte aus Nord- und Osteuropa nach Mitteleuropa, besonders wenn dort die Zapfenernte von Kiefern und Fichten schlecht ausgefallen ist. Dann tauchen auch in Gärten ohne eigenes Spechtrevier plötzlich Buntspechte am Futterplatz auf.
Was fressen Buntspechte?
Der Buntspecht ist ein Allesfresser mit wechselndem Speiseplan. Im Sommerhalbjahr sucht er Insekten und vor allem Larven von Käfern und Holzwespen, die er aus Holz und Rinde hackt. Er fängt aber auch Raupen und Blattläuse im Laub. Mit seiner langen Zunge, die an der Spitze mit Widerhaken besetzt ist, zieht er Larven aus ihren Gängen.
Im Winter lebt der Buntspecht zu einem großen Teil von Samen aus Kiefern- und Fichtenzapfen. Dazu klemmt er einen Zapfen in eine Astgabel oder einen Spalt und hackt die Samen heraus. Solche Stellen heißen Spechtschmieden. Unter ihnen sammeln sich oft Dutzende zerrupfte Zapfen. Auch Haselnüsse, Walnüsse und Bucheckern bearbeitet er so.
Im Frühling ringelt der Buntspecht Bäume: Er hackt waagerechte Reihen kleiner Löcher in die Rinde und leckt den austretenden Saft. Und in der Brutzeit ist er ein Nesträuber. Er hackt Höhlen und Nistkästen anderer Vögel auf und holt Eier und Nestlinge heraus. Das klingt grausam, gehört aber zu seiner natürlichen Lebensweise.
Das beste Futter für Buntspechte
| Futter | Wie gut? | Hinweise |
|---|---|---|
| Fettfutter, Fettblöcke, Meisenknödel ohne Netz | sehr gut | im Halter am Stamm, im Winter die wichtigste Lockspeise |
| Ungesalzene Erdnüsse | sehr gut | im Gitterspender, damit keine ganzen Nüsse verschluckt werden |
| Walnüsse, Haselnüsse | sehr gut | halbiert oder in Stücken, auch zum Einklemmen in Rinde |
| Schwarze Sonnenblumenkerne | gut | werden gern genommen, oft an Futtersäulen |
| Mehlwürmer und Insektenfett | gut | vor allem im Frühling und in der Brutzeit |
| Äpfel und Birnen | mäßig | werden im Winter gelegentlich angepickt |
| Weizen, Mais, billige Streumischungen | kaum | für Spechte uninteressant |
Fettfutter ist der sicherste Weg zum Buntspecht. Unser Überblick zu Fettfutter für Vögel zeigt, worauf Sie bei der Zusammensetzung achten sollten, zum Beispiel auf ungesalzenes Fett ohne billige Füllstoffe.
Fettblöcke gibt es in vielen Varianten, etwa mit Insekten oder Nüssen: Preis bei Amazon prüfen

Was Buntspechte nicht bekommen sollten
Kein Speck, keine gesalzenen Nüsse, keine Wurst und keine gewürzten Essensreste. Meisenknödel in Plastiknetzen sollten Sie ohne Netz in einen Halter legen: Spechte und andere Vögel können sich mit Krallen und Zunge darin verfangen. Mehr dazu in unserem Artikel Was Vögel nicht fressen dürfen.
Welche Futterstelle eignet sich für Buntspechte?
Buntspechte fressen am liebsten in senkrechter Haltung, so wie sie auch am Stamm klettern. Futterstellen, an denen sie sich festkrallen und mit dem Schwanz abstützen können, nehmen sie deshalb am besten an.
- Ein Fettfutterhalter am Stamm. Ein Drahtkorb für Fettblöcke, direkt an einem Baumstamm oder einem dicken Pfahl befestigt, ist die ideale Spechtfutterstelle. Modelle mit verlängerter Rückwand als Schwanzstütze kommen der Körperhaltung entgegen.
- Ein Gitterspender für Erdnüsse, ebenfalls am oder nahe am Stamm in etwa 1,5 bis 3 m Höhe.
- Fettfutter in der Rinde. Streichen Sie weiches Fettfutter in die Risse grober Rinde oder in Bohrlöcher eines senkrecht aufgehängten Holzstamms. Das entspricht dem natürlichen Suchverhalten.
- Eine Nussschale am Stamm, auf die Sie Walnusshälften legen.
Hängt die Futterstelle frei an einem dünnen Ast, kommt der Buntspecht meist trotzdem, braucht aber länger, um Vertrauen zu fassen. Spechte sind scheuer als Meisen. Stellen Sie die Futterstelle deshalb nicht direkt vor die Terrassentür, sondern dort, wo Sie sie aus einigen Metern Entfernung ruhig beobachten können. Hinweise zu Abständen und Höhen gibt unser Ratgeber Wo Sie ein Vogelfutterhaus aufstellen. Welche Fettfutterhalter es gibt, zeigt unser Überblick zu Haltern für Fettfutter.
Ein Spechtholz selbst bauen
Eine einfache und wirkungsvolle Futterstelle können Sie selbst herstellen. Nehmen Sie ein Stück Rundholz, etwa 30 bis 50 cm lang und 8 bis 12 cm dick, am besten mit Rinde. Bohren Sie mit einem Holzbohrer mehrere Löcher von etwa 2 bis 3 cm Durchmesser und 2 bis 3 cm Tiefe hinein, verteilt über den ganzen Umfang. Oben schrauben Sie eine Öse ein, damit Sie das Holz senkrecht an einen Ast hängen können.
Die Löcher füllen Sie mit weichem Fettfutter, etwa aus ungesalzenem Rindertalg oder Kokosfett, verknetet mit Haferflocken, gehackten Nüssen und Sonnenblumenkernen. Der Buntspecht klammert sich an das Holz, stützt sich mit dem Schwanz ab und pickt das Fett aus den Löchern, genau so, wie er in der Natur Larven aus Bohrgängen holt. Auch Kleiber und Meisen nutzen das Spechtholz. Reinigen Sie es regelmäßig mit heißem Wasser und füllen Sie im Winter lieber öfter kleine Mengen nach, damit das Fett frisch bleibt.
Wasser für Buntspechte
Buntspechte trinken regelmäßig und baden an heißen Tagen. Eine flache Vogeltränke mit 3 bis 6 cm Wassertiefe, in der Nähe eines Baumes, wird auch von ihnen angenommen. Ein Ast oder ein Stück Holz, das schräg in die Tränke ragt, erleichtert den Anflug. Wechseln Sie das Wasser im Sommer täglich und halten Sie die Tränke im Winter an Frosttagen eisfrei, indem Sie morgens lauwarmes Wasser nachfüllen.
Bäume und Totholz für Buntspechte
Der Buntspecht lebt vom Holz. Alte Bäume mit morschen Stellen, abgestorbene Äste und stehendes Totholz sind für ihn Speisekammer, Trommelplatz und Brutplatz zugleich. Ein Garten, in dem jedes tote Holz sofort entfernt wird, bleibt für Spechte uninteressant.

Heimische Bäume
- Stieleiche und Traubeneiche: Eichen beherbergen besonders viele Insektenarten, alte Eichen haben morsche Äste und viele Höhlen.
- Waldkiefer und Gemeine Fichte: Ihre Zapfen sind im Winter eine der wichtigsten Nahrungsquellen. Eine alte Kiefer im Garten ist ideal für eine Spechtschmiede.
- Birke und Zitterpappel: weiches Holz, in das Buntspechte gern ihre Bruthöhlen zimmern.
- Rotbuche und Hainbuche: Bucheckern und Samen im Herbst, dazu reiches Insektenleben.
- Gewöhnliche Hasel und Walnuss: Nüsse, die der Buntspecht in Rindenspalten einklemmt.
- Alte Obstbäume: Apfel-, Birn- und Kirschbäume bekommen im Alter morsche Stellen und werden gern bearbeitet. Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum.
Totholz im Garten
Wo es sicher ist, lassen Sie abgestorbene Äste in der Krone oder einen toten Stamm als Hochstubben stehen. Schon ein Stamm von 2 bis 4 m Höhe kann von Käferlarven besiedelt und später vom Buntspecht bearbeitet werden. Auch ein liegender Stamm oder ein Stapel dicker Äste in einer ruhigen Ecke fördert holzbewohnende Insekten. Achten Sie dabei auf die Verkehrssicherheit: Bäume, die auf Wege, Häuser oder Straßen fallen könnten, sollten fachkundig beurteilt werden.
Bruthöhle und Nistkasten
Buntspechte zimmern ihre Bruthöhle selbst. Beide Partner arbeiten daran, meist über ein bis zwei Wochen, bevorzugt in Stämmen oder dicken Ästen mit weichem oder von Pilzen zersetztem Holz. Meist entsteht jedes Jahr eine neue Höhle. Die alten Spechthöhlen sind für viele andere Tiere enorm wichtig: Stare, Kleiber, Meisen, Fledermäuse und Siebenschläfer ziehen später ein. Der Buntspecht ist damit ein Baumeister für eine ganze Gemeinschaft von Höhlenbewohnern.
Spechtnisthilfen
Normale Nistkästen nimmt der Buntspecht nur ausnahmsweise an. Im Handel gibt es spezielle Spechtnisthilfen, die mit weichem Holz oder Holzspänen gefüllt sind, sodass der Vogel sie selbst aushöhlen kann. Ob sie angenommen werden, hängt stark von der Umgebung ab. Mehr Erfolg verspricht es, geeignete Bäume und Totholz zu erhalten.
Brutbiologie in Kürze
- Balz und Höhlenbau: Trommeln ab Januar, Höhlenbau meist im April.
- Bruten: eine Brut im Jahr.
- Gelege: meist 4 bis 7 weiße Eier, ohne Nestmaterial auf den Holzspänen am Höhlenboden.
- Brutdauer: sehr kurz, etwa 10 bis 12 Tage; beide Partner brüten.
- Nestlingszeit: etwa drei Wochen; die Jungen betteln laut aus der Höhle.
- Nach dem Ausfliegen: Die Eltern teilen die Jungen oft untereinander auf und füttern sie noch einige Tage bis Wochen.
Ein junger Buntspecht, der im Juni unbeholfen an einem Stamm klebt, braucht meist keine Hilfe. Die Eltern sind in der Nähe. Nur verletzte Vögel oder solche in akuter Gefahr sollten Sie einer Wildvogelhilfe übergeben.
Nistkästen vor dem Buntspecht schützen
Wer Buntspechte im Garten hat, muss seine Meisenkästen schützen. Buntspechte hören das Betteln der Nestlinge und hacken das Flugloch auf oder schlagen seitlich ein Loch in dünnwandige Holzkästen.
- Holzbeton statt Holz: Nistkästen aus Holzbeton können Spechte nicht aufhacken.
- Metallschutz am Flugloch: eine Blechplatte mit passendem Loch rund um das Flugloch verhindert das Aufweiten.
- Dicke Wände: Holzkästen mit mindestens 2 cm Wandstärke sind robuster.
- Vorgesetztes Brett oder Fluglochverlängerung: macht es schwerer, von außen an die Nestlinge zu kommen.
Welche Fluglochgrößen für welche Arten passen, zeigt unsere Übersicht Fluglochgrößen nach Vogelarten.

Der Buntspecht im Jahreslauf
| Monat | Was im Garten passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Januar | Erstes Trommeln an milden Tagen | Fettfutter und Nüsse am Stamm anbieten |
| Februar | Trommeln und Balzflüge | Nistkästen anderer Vögel mit Metallschutz sichern |
| März | Reviere werden abgesteckt, Baumsaft wird geringelt | Totholz stehen lassen |
| April | Höhlenbau, Eiablage | Ruhe an alten Bäumen, keine Fällungen |
| Mai | Laute Nestlinge, Nesträubereien möglich | Meisenkästen im Blick behalten |
| Juni | Junge fliegen aus, rote Kappen | Wasser täglich frisch |
| Juli | Mauser, Buntspechte sind stiller | Bäume nicht schneiden |
| August | Jungvögel verlieren die rote Kappe | Haselsträucher tragen Nüsse |
| September | Übergang zu Samen und Nüssen | Futterstelle vorbereiten |
| Oktober | Spechtschmieden an Kiefern und Fichten | Fettfutterhalter aufhängen, Nistkästen reinigen |
| November | Zuzügler aus Nordosteuropa möglich | Fettfutter regelmäßig nachfüllen |
| Dezember | Fester Futterplatz | Futter und eisfreies Wasser anbieten |
Probleme und Lösungen
Der Buntspecht hackt an der Hauswand
Manchmal hämmern Buntspechte an Fassaden, besonders an Wärmedämmverbundsystemen. Oft trommeln sie dort, weil es gut klingt, oder sie vermuten Insekten in der Dämmung. Glatte Folien oder Netze über der Stelle, vorübergehend angebracht, helfen häufig. Bewegliche, glänzende Gegenstände können abschrecken. Schäden sollten Sie früh reparieren, damit der Specht die Stelle nicht weiter bearbeitet. Buntspechte stehen unter Schutz; sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.
Der Buntspecht vertreibt kleine Vögel
Am Fettfutterhalter ist der Buntspecht der Chef. Meisen weichen, solange er frisst. Mehrere Futterstellen in einigen Metern Abstand sorgen dafür, dass alle Arten zum Zug kommen.
Hygiene
Fettfutter wird bei Wärme ranzig. Bieten Sie es vor allem in der kalten Jahreszeit an und entfernen Sie alte, verschimmelte oder zerlaufene Reste. Halter und Spender reinigen Sie regelmäßig mit heißem Wasser. Details stehen in unserem Ratgeber Vogelfutterhaus reinigen.
Häufige Fehler
- Totholz komplett entfernen. Ohne morsches Holz fehlen Nahrung und Brutplätze.
- Futter frei auf dem Rasen anbieten. Spechte fressen am Stamm, nicht am Boden.
- Meisenknödel im Netz aufhängen. Krallen und Zunge können sich darin verfangen.
- Ungeschützte Meisenkästen aufhängen. Dünnwandige Holzkästen ohne Fluglochschutz laden zur Nesträuberei ein.
- Alte Bäume im Frühling fällen. Außer der Gefahr für besetzte Höhlen verbietet das Naturschutzrecht Fällungen und starke Rückschnitte zwischen dem 1. März und dem 30. September, von Ausnahmen abgesehen.
- Gesalzene Nüsse oder Speck füttern. Salz und Gewürze schaden Vögeln.
- Zu früh aufgeben. Spechte sind vorsichtig, eine neue Futterstelle entdecken sie manchmal erst nach Wochen.
Kurz zusammengefasst
Der Buntspecht kommt dorthin, wo er Holz, Samen und Fett findet. Hängen Sie einen Fettfutterhalter oder einen Nussspender direkt an einen Baumstamm, bieten Sie Walnüsse und ungesalzene Erdnüsse an, erhalten Sie alte Bäume, Kiefern und stehendes Totholz und schützen Sie Meisenkästen mit Holzbeton oder Metallblenden. Dann hören Sie im Spätwinter seine Trommelwirbel und sehen im Juni vielleicht die rotkappigen Jungen am Stamm.
Quellen
Häufige Fragen
Was fressen Buntspechte im Garten am liebsten?
Am Futterplatz nehmen Buntspechte vor allem Fettfutter, ungesalzene Erdnüsse, Walnüsse, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne. In der Natur fressen sie Insektenlarven aus Holz und Rinde, im Winter viele Samen aus Kiefern- und Fichtenzapfen, im Frühling auch Baumsaft. In der Brutzeit plündern sie gelegentlich Nester anderer Höhlenbrüter, um ihre Jungen mit Eiweiß zu versorgen.
Woran erkenne ich ein Buntspecht-Männchen?
Das Männchen hat einen kleinen roten Fleck am Hinterkopf, dem Weibchen fehlt jede rote Farbe am Kopf. Beide haben leuchtend rote Unterschwanzdecken und große weiße Schulterflecken. Junge Buntspechte tragen dagegen eine komplett rote Kopfplatte, weshalb sie im Sommer oft mit dem Mittelspecht verwechselt werden. Diese rote Kappe verlieren sie mit der Mauser im Herbst.
Warum trommelt der Buntspecht im Frühling?
Das Trommeln ersetzt beim Buntspecht den Gesang. Männchen und Weibchen hämmern in schneller Folge auf trockene, gut klingende Äste, manchmal auch auf Dachrinnen, Antennen oder Metallschilder. So markieren sie ihr Revier und locken einen Partner an. Die Trommelwirbel dauern meist weniger als eine Sekunde und sind vor allem von Januar bis April zu hören.
Nutzt der Buntspecht einen Nistkasten?
Sehr selten. Buntspechte zimmern ihre Bruthöhle fast immer selbst, meist jedes Jahr neu, in morschem oder weichem Holz. Spezielle Spechtnisthilfen mit Holzfüllung, die der Vogel selbst aushöhlen kann, werden im Handel angeboten, sind aber keine Garantie. Viel wirksamer ist es, alte Bäume, abgestorbene Äste und stehendes Totholz im Garten zu erhalten.
Warum hackt der Buntspecht an meinem Nistkasten?
Buntspechte erweitern gelegentlich das Flugloch von Meisenkästen oder hacken seitlich ein Loch hinein, um an Eier oder Nestlinge zu kommen. Das ist natürliches Verhalten, für die Brut darin aber fatal. Abhilfe schaffen Nistkästen aus Holzbeton und ein Metallschutz rund um das Flugloch. Holzkästen lassen sich zusätzlich mit einem vorgesetzten Brett oder einer Fluglochverlängerung sichern.