Stare anlocken: Starenkasten, Futter und Rasen im Garten
Stare anlocken: Starenkasten mit etwa 45 mm Flugloch früh aufhängen, kurzen Rasen und Wiese bieten, Beerensträucher pflanzen und Fettfutter maßvoll anbieten.
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In diesem Artikel
Stare anlocken gelingt, wenn der Garten zwei Dinge bietet: eine Bruthöhle und kurzen, insektenreichen Boden. Ein geräumiger Starenkasten mit etwa 45 mm Flugloch, im Herbst oder spätestens im Februar in 3 m Höhe aufgehängt, ist der wirksamste Einzelschritt. Dazu kommen Rasen- und Wiesenflächen ohne Gift, auf denen die Vögel Larven aus dem Boden ziehen, und Beerensträucher für den Spätsommer. Füttern ist möglich, aber Stare kommen dann meist in Trupps.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie Stare im Jahreslauf erkennen, was sie fressen, welche Nisthilfe sie brauchen, welche Pflanzen helfen und wie Sie Konflikte an der Futterstelle und im Obstgarten entschärfen. Er stützt sich auf gut belegte ornithologische Grundlagen und die Empfehlungen von NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.
Der Star auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | etwa 19 bis 22 cm lang, Spannweite rund 37 bis 42 cm |
| Gewicht | meist etwa 60 bis 90 g |
| Verbreitung in Deutschland | flächendeckend, besonders in Dörfern, Städten, Parks und Weidelandschaften |
| Jahreszeit | Kurzstreckenzieher; Rückkehr ab Februar, Abzug im Herbst, zunehmend Überwinterer |
| Nahrung | Bodeninsekten und Larven, Regenwürmer, im Spätsommer und Herbst viel Obst und Beeren |
| Futterstelle | Boden, Futtertisch, Fettfutterhalter, Futterschale |
| Nisten | Höhlenbrüter: Baumhöhlen, Gebäudenischen, Nistkästen |
| Gelege | meist 4 bis 6 hellblaue Eier; meist 1 Brut, gelegentlich 2 |
Wie erkenne ich einen Star?
Der Star ist etwas kleiner als eine Amsel, wirkt aber kompakter: kurzer Schwanz, spitzer, langer Schnabel, dreieckige Flügel im Flug. Er läuft zügig und etwas watschelnd über den Rasen, statt zu hüpfen wie die Amsel. Im Flug sieht der Star aus wie ein kleiner Stern mit spitzen Flügeln, was ihn auch in großer Höhe verrät.
Das Gefieder im Jahreslauf
Der Star verändert sein Aussehen im Lauf des Jahres stark, und das verwirrt viele Gartenbesitzer:
- Frühling und Sommer: schwarz mit starkem grünem und violettem Metallglanz, nur wenige helle Tupfen, Schnabel leuchtend gelb.
- Herbst und Winter: nach der Mauser im Spätsommer dicht mit weißen und hellbraunen Tupfen übersät, Schnabel dunkel. Die hellen Federspitzen nutzen sich im Winter ab, und so wird der Vogel bis zum Frühjahr wieder glänzend schwarz, ohne erneut zu mausern.
Männchen, Weibchen und Jungvogel
Männchen und Weibchen sind sich sehr ähnlich. In der Brutzeit hilft ein Blick auf den Schnabelgrund: Beim Männchen ist er bläulich-grau, beim Weibchen eher rosa. Weibchen haben zudem oft einen hellen Ring in der Iris und wirken etwas stärker getupft. Jungvögel im Frühsommer sind ganz anders gefärbt: einfarbig graubraun, mit heller Kehle und dunklem Schnabel. Im Juni sieht man sie oft in lauten Trupps auf Wiesen. Viele halten sie für eine eigene Art.
Gesang und Rufe
- Gesang: ein langes Geschwätz aus Pfiffen, Schnalzern, Knarr- und Klicklauten, oft mit flatternden Flügeln auf dem Dachfirst oder der Antenne vorgetragen.
- Imitationen: Stare ahmen Rufe anderer Vögel und Alltagsgeräusche nach, etwa Mäusebussard, Pirol, Amsel oder Telefonklingeln.
- Rufe: ein raues “schräh” als Alarm, weiche Pfiffe im Flug und ein lautes Betteln der Jungen.
Wie Vögel ihre Gesänge lernen, erklärt unser Artikel Wie lernen Vögel singen?.

Verwechslungsarten
- Amsel: das Männchen ist ebenfalls schwarz mit gelbem Schnabel, aber ohne Glanz und Tupfen, mit längerem Schwanz und orangem Augenring. Amseln hüpfen, Stare laufen.
- Rosenstar: ein seltener Gast aus Südosteuropa, mit rosa Körper und schwarzem Kopf. Junge Rosenstare sind blasser als junge Stare, mit gelblichem Schnabel.
- Einfarbstar: kommt in Südwesteuropa vor, nicht in Deutschland; wirkt fast ungetupft.
Wo lebt der Star?
Der Star ist ein Vogel der offenen, abwechslungsreichen Landschaft. Er braucht Bruthöhlen in der Nähe von kurzrasigen Flächen, auf denen er Nahrung findet: Viehweiden, Mähwiesen, Streuobstwiesen, Parks, Friedhöfe und Gärten. In Dörfern und Städten brütet er gern unter Dachziegeln, in Mauerlöchern und in Nistkästen.
Trotz seiner großen Herbstschwärme ist der Star in Deutschland ein Sorgenkind. Die Brutbestände sind über Jahrzehnte deutlich zurückgegangen, und er wird auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als gefährdet geführt. Als wichtigste Ursachen gelten der Verlust von Weiden und artenreichem Grünland, der Rückgang von Bodeninsekten und fehlende Höhlen durch Baumfällungen und Gebäudesanierungen. 2018 war der Star in Deutschland Vogel des Jahres, um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen. Ein Garten mit Nistkasten und insektenreichem Boden hilft deshalb tatsächlich.
Zug und Schwärme
Stare sind Kurzstreckenzieher. Viele Brutvögel aus Deutschland verbringen den Winter in West- und Südwesteuropa oder im westlichen Mittelmeerraum. In milden Regionen und in Städten überwintern aber zunehmend Stare. Die Rückkehr beginnt oft schon im Februar, und singende Stare auf den Dächern gehören zu den ersten Frühlingszeichen.
Ab dem Spätsommer sammeln sich Stare zu Schwärmen, die abends in Schilfgebieten oder Baumgruppen übernachten. Die wogenden Flugformationen vor dem Einfallen sind eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele Europas. Was dahintersteckt, lesen Sie in unserem Artikel Was ist ein Vogelschwarm-Ballett?.
Verhalten im Garten
Stare sind gesellige, neugierige und oft laute Gartenbesucher. Auf dem Rasen laufen sie in lockeren Gruppen, stochern im Boden und behalten dabei den Himmel im Auge. Nähert sich ein Sperber, fliegt der ganze Trupp gleichzeitig auf. In der Brutzeit verteidigt ein Paar nur die unmittelbare Umgebung seiner Höhle, nicht das ganze Umfeld. Deshalb können mehrere Paare nah beieinander brüten, etwa an einem großen Baum oder unter einem langen Dachüberstand. Zur Nahrungssuche fliegen die Eltern oft einige hundert Meter weit auf Wiesen und Weiden, der Garten muss also nicht alles allein liefern.
Auffällig ist auch das Sonnenbaden und das sogenannte Einemsen: Stare setzen sich gelegentlich mit gespreizten Flügeln auf Ameisenhaufen oder reiben Ameisen durch das Gefieder. Warum Vögel das tun, erklärt unser Artikel Was ist Einemsen?.
Mitmachen und beobachten
Wer Stare im eigenen Garten zählt, hilft der Forschung. Der NABU ruft jedes Jahr zur “Stunde der Gartenvögel” im Mai und zur “Stunde der Wintervögel” im Januar auf. Dabei notieren Sie eine Stunde lang die höchste Zahl gleichzeitig gesehener Vögel jeder Art. Solche Daten zeigen, wie sich Gartenvogelbestände über die Jahre entwickeln. Beobachtungen lassen sich außerdem auf Portalen wie ornitho.de eintragen, das vom DDA mitgetragen wird, oder weltweit über eBird. Gerade beim Star sind Meldungen von Bruten in Nistkästen und von Wintertrupps aufschlussreich, weil sich sein Zugverhalten mit milderen Wintern verändert.

Was frisst der Star?
Der Star ist ein Allesfresser mit einer Besonderheit: Er beherrscht das sogenannte Zirkeln. Dabei steckt er den geschlossenen Schnabel in den Boden und öffnet ihn dort mit kräftigen Muskeln, um Gras und Erde auseinanderzudrücken. So erreicht er Larven, die knapp unter der Grasnarbe leben. Die Augen können dabei nach vorn in die geöffnete Spalte blicken.
Nahrung im Jahreslauf
- Frühling und Sommer: vor allem Schnakenlarven, Käferlarven, Regenwürmer, Raupen, Spinnen und andere Bodentiere. Die Jungen werden fast nur mit Tierischem gefüttert.
- Spätsommer und Herbst: viel Obst und Beeren, etwa Kirschen, Holunder, Vogelbeeren, Weintrauben, Brombeeren und Fallobst.
- Winter: Bodentiere, Beeren, Fallobst und am Futterplatz Fett, Haferflocken und Mehlwürmer.
Das beste Futter für Stare
| Futter | Wie gut? | Hinweise |
|---|---|---|
| Fettfutter, Meisenknödel ohne Netz | sehr gut | Stare fressen es schnell; Mengen begrenzen |
| Mehlwürmer, getrocknet oder lebend | sehr gut | besonders in der Brutzeit wertvoll, sparsam geben |
| Haferflocken mit Pflanzenfett | gut | im Winter auf Futtertisch oder Boden |
| Äpfel, Birnen, eingeweichte Rosinen | gut | halbiert auf den Boden legen |
| Gehackte Erdnüsse, ungesalzen | gut | nur fein zerkleinert oder im Spender |
| Sonnenblumenkerne geschält | mittel | wird genommen, aber nicht bevorzugt |
| Brot, Speisereste | ungeeignet | verdirbt schnell, kaum Nährwert |
Wenn Sie Fettfutter anbieten, wählen Sie Blöcke oder Knödel ohne Kunststoffnetz, damit sich keine Vögel darin verfangen. Mehr zu Fettfutter lesen Sie in unserem Artikel Fettfutter selber machen.
Wie viel füttern?
Stare kommen gern in Gruppen und leeren eine Futterstelle schnell. Das ist kein Problem, solange Sie Mengen begrenzen und die Hygiene im Blick behalten. Bieten Sie lieber mehrmals kleine Portionen an als einmal eine große. Wenn Stare kleinere Vögel verdrängen, helfen getrennte Futterstellen: Fettfutter für Stare auf dem Tisch, Kerne für Meisen und Finken in Futtersäulen mit kurzen Sitzstangen oder in Käfig-Futterhäusern, die nur kleine Vögel durchlassen. Konkrete Maßnahmen beschreibt unser Ratgeber Stare vom Futterhaus fernhalten.
Nistkasten für Stare
Der wichtigste Beitrag, den ein Garten für den Star leisten kann, ist eine sichere Bruthöhle. Naturhöhlen in alten Bäumen und Nischen an Gebäuden werden seltener, und Stare nehmen passende Nistkästen gut an.
So sollte ein Starenkasten aussehen
- Flugloch: etwa 45 mm Durchmesser, rund oder oval. Deutlich größere Löcher lassen Elstern und Eichelhäher leichter an die Brut.
- Innenraum: geräumig, mit einer Grundfläche von grob 15 x 15 cm oder mehr und genügend Tiefe unter dem Flugloch.
- Material: unbehandeltes Holz oder Holzbeton, mit Lüftung und Entwässerung.
- Keine Sitzstange: Stare brauchen sie nicht, Nesträubern hilft sie.
- Reinigung: eine zu öffnende Front oder ein abnehmbares Dach, damit Sie das alte Nest im Herbst entfernen können.
Wo und wann aufhängen?
Hängen Sie den Kasten in mindestens 3 m Höhe an einen Baumstamm oder eine Hauswand, mit freiem Anflug und ohne direkt darunter liegende Äste, über die Katzen klettern können. Das Flugloch sollte nicht zur Wetterseite zeigen, in Mitteleuropa meist nicht nach Westen. Stare brüten gern gesellig. Mehrere Kästen im Abstand von einigen Metern an einem großen Baum oder Gebäude sind möglich.
Weil Stare früh zurückkehren und schnell Reviere besetzen, sollte der Kasten spätestens im Februar hängen, besser schon im Herbst. Weitere Hinweise gibt unser Artikel Wann Nistkästen aufhängen. Eine Übersicht über passende Fluglochgrößen für verschiedene Arten finden Sie im Artikel Fluglochgrößen nach Vogelart.
Starenkästen aus Holz oder Holzbeton gibt es in vielen Ausführungen; achten Sie auf die Fluglochweite und eine Reinigungsöffnung: Preis bei Amazon prüfen

Brutbiologie in Kürze
- Brutbeginn: meist ab April.
- Nestbau: Das Männchen beginnt oft mit Halmen und bringt frische, aromatische Kräuter wie Schafgarbe mit; das Weibchen vollendet das Nest.
- Gelege: meist 4 bis 6 hellblaue Eier.
- Brutdauer: etwa 12 bis 14 Tage, beide Eltern brüten.
- Nestlingszeit: etwa 3 Wochen; die Jungen betteln laut und sind aus dem Kasten gut zu hören.
- Bruten: meist eine, in manchen Jahren eine zweite.
Nach dem Ausfliegen ziehen die Familien schnell auf Wiesen und Weiden, wo sich Jungvögel zu größeren Trupps zusammenschließen. Wann Sie den Kasten danach reinigen, erklärt unser Artikel Nistkasten reinigen: wann und wie.
Garten, Rasen und Pflanzen für Stare
Kurzer Rasen und Wiese
Stare suchen Nahrung auf kurzem Gras, weil sie dort den Boden erreichen und Feinde früh sehen. Ein Garten mit einer gemähten Rasenfläche und daneben einem Stück Blumenwiese ist ideal: Auf dem Rasen fressen die Stare, in der Wiese leben die Insekten, die sich dort vermehren. Verzichten Sie auf Insektizide gegen Engerlinge und Schnakenlarven; genau diese Larven sind wertvolles Starenfutter.
Heimische Obst- und Beerengehölze
- Schwarzer Holunder: reife Dolden im Spätsommer sind bei Staren sehr beliebt.
- Eberesche (Vogelbeere): Beeren ab August.
- Vogelkirsche: Früchte im Frühsommer, für Stare wie für Amseln und Drosseln.
- Faulbaum, Roter Hartriegel, Weißdorn: heimische Sträucher mit Früchten im Herbst.
- Efeu: Beeren im Spätwinter, wenn anderes Futter knapp ist.
- Alte Obstbäume und Streuobst: liefern Fallobst und oft auch natürliche Höhlen.
Wasser
Stare baden ausgiebig und oft in Gruppen. Eine größere, flache Vogeltränke mit 5 bis 8 cm Tiefe und rauem Boden eignet sich gut. Weil mehrere Vögel gleichzeitig baden, verschmutzt das Wasser schnell. Wechseln Sie es häufig und reinigen Sie die Schale regelmäßig, wie in unserem Artikel Vogeltränke reinigen beschrieben.
Der Star im Jahreslauf
| Monat | Was im Garten passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Januar | Einzelne Überwinterer in Trupps | Fettfutter und Äpfel, eisfreies Wasser |
| Februar | Erste Rückkehrer singen auf Dächern | Nistkasten spätestens jetzt aufhängen |
| März | Revierbesetzung am Kasten | Rasenflächen nicht vertikutieren, keine Gifte |
| April | Nestbau und Eiablage | Ruhe am Kasten, Katzen fernhalten |
| Mai | Nestlinge werden gefüttert | Mehlwürmer als Ergänzung möglich |
| Juni | Jungvögel fliegen aus, graubraune Trupps | Wasser täglich erneuern |
| Juli | Trupps auf Wiesen, Kirschen reifen | Obst bei Bedarf mit Netzen sichern, die Vögeln nicht schaden |
| August | Mauser, erste Tupfenkleider | Holunder und Eberesche tragen Früchte |
| September | Schwärme sammeln sich | Nistkasten reinigen |
| Oktober | Durchzug und abendliche Schwarmflüge | Fallobst liegen lassen |
| November | Viele Stare sind abgezogen | Futterstelle für Überwinterer einrichten |
| Dezember | Überwinterer in Städten | Fettfutter maßvoll, Hygiene beachten |
Probleme und Lösungen
Stare im Obst und am Weinstock
Im Sommer fressen Starenschwärme Kirschen, Weintrauben und Beeren. Im Hausgarten helfen engmaschige, gespannte Obstnetze, die über das Gehölz gezogen und am Boden geschlossen werden, damit sich keine Vögel darin verfangen. Lose hängende, grobe Netze sind gefährlich für Vögel und Igel. Lassen Sie, wenn möglich, einen Teil der Ernte am Baum.
Stare dominieren das Futterhaus
Siehe oben: Mengen begrenzen, Futterstellen trennen und Futter für kleine Vögel in Spendern anbieten, die Stare kaum nutzen können. Stare ganz auszusperren ist nicht nötig, zumal die Art gefährdet ist.

Stare unter den Dachziegeln
Stare brüten häufig unter Dachziegeln oder in Mauerlöchern. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind besetzte Brutstätten wild lebender Vögel geschützt, und regelmäßig genutzte Niststätten dürfen auch außerhalb der Brutzeit nicht ohne Weiteres beseitigt werden. Bei Sanierungen lohnt es sich, frühzeitig die Naturschutzbehörde oder den NABU vor Ort zu fragen und Ersatzkästen anzubringen.
Hygiene an Futterplatz und Tränke
Wo viele Vögel gleichzeitig fressen und baden, verbreiten sich Krankheitserreger leichter. Stare selbst sind robust, doch an gemeinsam genutzten Futterstellen können Erreger auf Finken, Meisen und Tauben übergehen. Bieten Sie Futter so an, dass es nicht im eigenen Kot liegt, also lieber in Spendern oder auf Tischen mit Abflusslöchern als in dicken Haufen am Boden. Entfernen Sie Reste täglich, reinigen Sie Futtertische und Tränken regelmäßig mit heißem Wasser und lassen Sie sie trocknen. Wenn Sie kranke Vögel mit aufgeplustertem Gefieder oder verklebten Augen sehen, stellen Sie das Füttern für einige Wochen ein. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Kranke Vögel am Futterhaus.
Katzen und Nesträuber
Hängen Sie Kästen hoch genug und nicht direkt über Mauern oder Dächern auf, von denen Katzen hinüberspringen können. Manschetten am Baumstamm erschweren das Klettern. Weitere Tipps gibt unser Ratgeber Vögel vor Katzen schützen.
Häufige Fehler
- Den Kasten zu spät aufhängen. Im April sind die meisten Stare längst verpaart.
- Ein zu kleines Flugloch wählen. Meisenkästen mit 26 bis 32 mm Loch sind für Stare zu eng.
- Sitzstangen anbringen. Sie helfen nur Nesträubern.
- Rasen gegen Larven behandeln. Damit vernichten Sie das wichtigste Starenfutter.
- Große Mengen Fett auf einmal anbieten. Das lockt große Trupps an und verschlechtert die Hygiene.
- Grobe, lose Obstnetze verwenden. Vögel können sich darin verheddern.
- Brutplätze an Gebäuden ersatzlos verschließen. Das ist nicht nur schlecht für den Star, sondern kann auch rechtlich problematisch sein.
Kurz zusammengefasst
Stare brauchen im Garten vor allem eine Bruthöhle und einen Boden voller Leben. Hängen Sie früh einen geräumigen Starenkasten mit etwa 45 mm Flugloch in mindestens 3 m Höhe auf, halten Sie Rasen und Wiese frei von Gift, pflanzen Sie Holunder, Eberesche und Vogelkirsche und füttern Sie maßvoll. Dann hören Sie im Frühjahr den schwatzenden Gesang vom Dachfirst und sehen im Sommer die graubraunen Jungvögel über den Rasen laufen.
Quellen
Häufige Fragen
Welche Fluglochgröße braucht ein Starenkasten?
Für Stare wird meist ein ovales oder rundes Flugloch von etwa 45 mm Durchmesser empfohlen, teils auch etwas größer. Der Kasten sollte innen geräumig sein, mit einer Grundfläche von grob 15 x 15 cm oder mehr, damit vier bis sechs Junge Platz haben. Hängen Sie ihn in mindestens 3 m Höhe an einen Baum oder eine Hauswand, mit freiem Anflug.
Was fressen Stare im Garten?
Im Frühjahr und Sommer fressen Stare vor allem Bodentiere: Schnakenlarven, Käferlarven, Regenwürmer, Raupen und Spinnen, die sie mit dem Schnabel aus dem Rasen ziehen. Ab dem Spätsommer kommen viel Obst und Beeren dazu, etwa Kirschen, Holunder, Vogelbeeren und Weintrauben. Am Futterplatz nehmen sie Fettfutter, Mehlwürmer, Haferflocken und Äpfel.
Sind Stare im Winter in Deutschland?
Teilweise. Viele Stare aus Deutschland ziehen im Herbst nach West- und Südwesteuropa oder Nordafrika. In milden Regionen, besonders im Westen und in Städten, überwintern aber zunehmend Stare, oft in Trupps. Die Rückkehrer erscheinen je nach Witterung schon ab Februar und gehören zu den frühesten Frühlingsboten.
Warum ist der Star gefährdet, obwohl man ihn oft sieht?
Stare sind im Herbst in großen Schwärmen auffällig, doch die Brutbestände in Deutschland sind über Jahrzehnte deutlich zurückgegangen. Als Hauptgründe gelten der Verlust von Weiden und extensivem Grünland, weniger Bodeninsekten und fehlende Bruthöhlen in alten Bäumen und Gebäuden. Der Star steht auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als gefährdet.
Kann ein Star wirklich andere Geräusche nachahmen?
Ja. Stare sind hervorragende Imitatoren. In ihren Gesang bauen sie Rufe anderer Vögel wie Pirol, Mäusebussard, Kiebitz oder Amsel ein, dazu oft Alltagsgeräusche wie Handyklingeln, Pfiffe oder Alarmanlagen. Der Gesang besteht aus Pfeifen, Schnalzen, Knarren und Klicklauten und wird häufig mit flatternden Flügeln vorgetragen.