Hausrotschwanz anlocken: Nistplatz, Futter und Insekten
Hausrotschwanz anlocken: eine Halbhöhle an Haus oder Schuppen, insektenreicher Garten, Mehlwürmer auf flacher Schale und offene Mauerritzen statt Körnerfutter.
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In diesem Artikel
- Der Hausrotschwanz auf einen Blick
- Wie erkenne ich einen Hausrotschwanz?
- Wo lebt der Hausrotschwanz?
- Was fressen Hausrotschwänze?
- Welche Futterstelle eignet sich für Hausrotschwänze?
- Wasser für Hausrotschwänze
- Pflanzen und Garten für Hausrotschwänze
- Nistkasten für Hausrotschwänze
- Der Hausrotschwanz im Jahreslauf
- Probleme und Lösungen
- Häufige Fehler
- Kurz zusammengefasst
- Quellen
- Häufige Fragen
Wer einen Hausrotschwanz anlocken will, muss ihm zwei Dinge bieten: eine geschützte Nische zum Brüten und genug Insekten. Wer eine Halbhöhle in etwa 2 bis 4 m Höhe unter einem Dachvorsprung anbringt, Mauerritzen und Schuppen offen lässt und den Garten ohne Insektizide pflegt, hat gute Chancen auf ein Brutpaar. Körnerfutter lockt diesen Vogel dagegen kaum an. Er ist ein Insektenfresser, der vor allem Lebensraum statt Futterhaus braucht.
Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie den Hausrotschwanz sicher erkennen, was er frisst, wie Sie Wasser und Pflanzen sinnvoll einsetzen, wie ein passender Nistkasten aussieht und welche Fehler ihn fernhalten. Er stützt sich auf gut belegte ornithologische Grundlagen und die Hinweise von Organisationen wie NABU, LBV und der Schweizerischen Vogelwarte.
Der Hausrotschwanz auf einen Blick
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Größe | etwa 13 bis 14,5 cm lang |
| Gewicht | meist etwa 14 bis 20 g |
| Verbreitung in Deutschland | fast flächendeckend in Dörfern, Städten, Gewerbegebieten und an Einzelgebäuden, auch in den Alpen bis in große Höhen |
| Jahreszeit | vor allem Sommervogel von März bis Oktober, einzelne Vögel überwintern in milden Lagen |
| Nahrung | Insekten, Spinnen und andere Wirbellose, im Spätsommer auch Beeren |
| Futterstelle | kaum am Futterhaus; eingeweichte Mehlwürmer oder Insektenfutter auf einer flachen Schale |
| Nisten | Halbhöhlen und Nischen an Gebäuden, Balken, Mauerlöchern und Felsen, oft 2 Bruten im Jahr |
| Gelege | meist 4 bis 6 Eier, meist weiß |
Wie erkenne ich einen Hausrotschwanz?
Der Hausrotschwanz ist ein schlanker, etwa spatzengroßer Vogel mit aufrechter Haltung und dünnem, dunklem Schnabel. Sein auffälligstes Merkmal teilt er mit dem Gartenrotschwanz: den rostroten Schwanz, den er ständig zittern lässt, besonders nach dem Landen. Dazu kommt ein typisches Knicksen mit dem ganzen Körper. Wer einen dunklen Vogel auf einem Dachfirst sieht, der knickst und den roten Schwanz vibrieren lässt, hat fast immer einen Hausrotschwanz vor sich.
Männchen, Weibchen und Jungvogel
Das ausgefärbte Männchen ist dunkel schiefergrau mit rußschwarzem Gesicht, schwarzer Kehle und schwarzer Brust. Auf dem Flügel liegt ein weißes Feld, das im Flug und im Sitzen gut zu sehen ist. Der Bauch ist grau bis weißlich, Bürzel und Schwanz sind leuchtend rostrot, nur die mittleren Schwanzfedern sind dunkel.
Das Weibchen ist einheitlich graubraun bis rauchgrau, ohne kräftige Zeichnung und ohne weißes Flügelfeld. Der rostrote Schwanz ist aber genauso vorhanden. Gerade dieses schlichte Gefieder führt oft zu Verwechslungen mit anderen braunen Kleinvögeln, doch der zitternde rote Schwanz löst das schnell auf.
Eine Besonderheit: Viele einjährige Männchen sehen noch dem Weibchen ähnlich, wirken grau und haben kein oder nur ein schwaches weißes Flügelfeld. Sie singen trotzdem und brüten auch schon. Wer also einen “weibchenfarbenen” Hausrotschwanz singen hört, sieht sehr wahrscheinlich ein junges Männchen.
Jungvögel direkt nach dem Ausfliegen sind graubraun und fein geschuppt oder gefleckt, mit kurzem Schwanz, der aber schon rötlich ist. Sie sitzen oft an Mauern, auf Dächern oder am Boden und werden noch einige Zeit von den Eltern gefüttert. Solche Jungvögel sind in aller Regel nicht verlassen. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber, was bei einem gefundenen Jungvogel zu tun ist.

Gesang und Rufe
- Gesang: kurze Strophen aus einem hellen Pfeifen, einer Pause und einem gepressten, kratzenden Teil, der an zerknülltes Papier oder rieselnden Kies erinnert. Der Gesang beginnt oft lange vor Sonnenaufgang.
- Ruf: ein kurzes “fist” oder “hüid”, bei Erregung gefolgt von einem schnalzenden “teck teck”.
- Singwarten: Dachfirst, Schornstein, Antenne, Kran oder Mauerkrone. Der Vogel sitzt dabei meist hoch und frei.
Wer Vogelstimmen im Garten sicherer erkennen will, findet in unserer Anleitung Vogelstimmen lernen mit 10 Arten einen guten Einstieg.
Verwechslungsarten
- Gartenrotschwanz: Das Männchen hat eine orangerote Brust, eine weiße Stirn, eine schwarze Kehle und einen hellgrauen Rücken. Der Gartenrotschwanz lebt eher in Gärten mit alten Obstbäumen, Parks und lichten Wäldern und brütet in Baumhöhlen. Die Weibchen sind wärmer braun, mit hellerer, orange getönter Unterseite.
- Rotkehlchen: Auch das Rotkehlchen knickst, aber es hat eine orange Brust und einen braunen, nicht roten Schwanz.
- Heckenbraunelle und Spatzenweibchen: Beide sind braun und gestreift, ihnen fehlt aber der rote Schwanz völlig.
Wo lebt der Hausrotschwanz?
Ursprünglich ist der Hausrotschwanz ein Felsenbrüter der Gebirge. In den Alpen brütet er bis weit oberhalb der Baumgrenze in Felswänden und Geröllhalden. Menschliche Gebäude ersetzen für ihn diese Felsen: Mauern, Dächer, Scheunen, Brücken, Fabrikhallen und Bahnhöfe bieten genau die Nischen und Vorsprünge, die er zum Brüten braucht.
Deshalb lebt er heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz nahezu überall dort, wo Gebäude stehen: in Dorfkernen, Neubaugebieten, Innenstädten, Gewerbegebieten, auf Bauernhöfen und an Berghütten. Er braucht keine großen Bäume und kommt auch mit wenig Grün zurecht, solange es in der Umgebung offene Flächen mit Insekten gibt, etwa Rasenkanten, Kiesflächen, Brachen oder Gemüsebeete.
Die meisten Hausrotschwänze ziehen im Herbst in den Mittelmeerraum und nach Nordafrika und kehren ab etwa Mitte März zurück. Einzelne Vögel überwintern in milden Regionen, zum Beispiel am Oberrhein oder in wärmeren Städten. Wer im Januar einen Hausrotschwanz sieht, hat also keine Fehlbeobachtung gemacht, sondern einen der wenigen Überwinterer.
Was fressen Hausrotschwänze?
Der Hausrotschwanz ist in erster Linie Insektenfresser. Er jagt von einer erhöhten Warte aus, fliegt kurz zum Boden hinunter, schnappt ein Insekt und kehrt auf seinen Sitzplatz zurück. Manchmal fängt er Fliegen auch in der Luft oder sammelt Beute von Mauern und Dachrinnen ab.
Zu seiner Nahrung gehören:
- Fliegen, Mücken und andere kleine Zweiflügler
- kleine Käfer, Wanzen und Zikaden
- Raupen, Blattläuse und Ameisen
- Spinnen, Asseln und andere Wirbellose
- im Spätsommer und Herbst Beeren, etwa Holunder
Die Jungen werden fast ausschließlich mit Insekten gefüttert. Ein insektenreicher Garten ist deshalb der wichtigste Beitrag, den Sie für diesen Vogel leisten können.
Kann man Hausrotschwänze füttern?
Am klassischen Futterhaus mit Körnern taucht der Hausrotschwanz praktisch nie auf. Sein dünner Schnabel ist nicht zum Knacken von Samen gebaut. Möglich ist eine Zufütterung mit tierischer Kost:
- Eingeweichte getrocknete Mehlwürmer: 10 bis 15 Minuten in lauwarmem Wasser quellen lassen, damit sie weicher und leichter verdaulich sind.
- Lebende Mehlwürmer: werden oft besser angenommen als getrocknete, sollten aber in einer glattwandigen Schale liegen, aus der sie nicht herauskriechen.
- Insektenmischungen und Weichfutter: Mischungen mit getrockneten Insekten, Beeren und Haferflocken, wie sie für Rotkehlchen und Amseln angeboten werden.
Eine flache Schale auf einer Mauer, einem Fensterbrett oder einem niedrigen Pfahl in der Nähe der Singwarte funktioniert besser als ein hängender Spender. Mehr zur Auswahl finden Sie im Ratgeber zu getrockneten Mehlwürmern.
Wichtig ist die Erwartung: Eine Zufütterung ist für den Hausrotschwanz ein Extra, vor allem bei Kälteeinbrüchen im März und April, wenn kaum Insekten fliegen. Sie ersetzt keinen insektenreichen Garten.

Was Hausrotschwänze nicht bekommen sollten
Brot, gesalzene Speisereste, Wurst, Käse und Milchprodukte sind ungeeignet. Auch gewürzte oder schimmelige Reste gehören nicht auf die Futterschale. Eine Übersicht gibt unser Beitrag zu Lebensmitteln, die Vögel nicht fressen dürfen.
Welche Futterstelle eignet sich für Hausrotschwänze?
Wenn Sie zufüttern, beachten Sie die Lebensweise dieses Vogels:
- Flach und offen: eine flache Schale oder ein kleines Futterbrett, keine Röhre und kein Spender mit Sitzstangen.
- In Warten-Nähe: Hausrotschwänze jagen von Dach, Zaun oder Mauer. Eine Schale in 2 bis 5 m Entfernung davon wird schneller entdeckt.
- Übersicht: Der Platz sollte frei einsehbar sein, damit der Vogel Katzen früh bemerkt. Dichte Büsche direkt daneben sind hier eher ein Nachteil.
- Kleine Mengen: Legen Sie nur so viel aus, wie am Tag gefressen wird. Mehlwürmer und Weichfutter verderben schneller als Körner.
Allgemeine Tipps zur Platzierung finden Sie in unserem Beitrag, wo ein Vogelfutterhaus am besten steht.
Wasser für Hausrotschwänze
Hausrotschwänze trinken und baden regelmäßig, besonders an heißen Sommertagen, wenn Pfützen und Regenrinnen austrocknen. Eine flache Vogeltränke hilft ihnen spürbar:
- Wassertiefe am Rand 1 bis 2 cm, in der Mitte höchstens etwa 5 cm.
- Ein rauer Boden oder ein flacher Stein gibt Halt.
- Aufstellen an einer offenen Stelle mit freier Sicht, etwa auf einer Mauer oder einem Terrassenrand.
- Wasser im Sommer täglich wechseln und die Schale regelmäßig ausbürsten.
Eine Tränke lockt nebenbei Insekten an, die wiederum Nahrung für den Hausrotschwanz sind.
Pflanzen und Garten für Hausrotschwänze
Der Hausrotschwanz braucht keinen Wald, aber einen Garten mit vielen Insekten. Die wirksamsten Schritte sind einfach:
Heimische Pflanzen, die Insekten fördern
- Schwarzer Holunder: lockt im Frühsommer mit Blüten Insekten an und liefert im Spätsommer Beeren, die auch Hausrotschwänze fressen.
- Weißdorn und Schlehe: blühen früh und ziehen viele Insekten an.
- Wilde Karde, Natternkopf und Wilde Möhre: heimische Wildstauden, die Wildbienen, Schwebfliegen und Käfer ernähren.
- Efeu an Mauern: bietet Insekten Nahrung bis in den Herbst und bildet zugleich Nischen.
- Kräuter wie Thymian, Oregano und Schnittlauch: blühen lange und locken viele Insekten.
Eine gute Anleitung für kleine Flächen finden Sie in unserem Beitrag zum vogelfreundlichen kleinen Garten.
Offene Flächen und Steine
Hausrotschwänze jagen gern auf niedrigen, lückigen Flächen, wo sie Insekten am Boden sehen. Kiesflächen, Trockenmauern, Natursteinhaufen, Rasenkanten und nicht zu dicht bepflanzte Beete sind für sie ideal. Ein kurz gehaltener Rasenstreifen neben einer Wildblumenwiese bietet beides: Nahrung für Insekten und einen freien Jagdplatz.
Wichtig ist der Verzicht auf Insektizide und Schneckenkorn. Jedes Spritzmittel gegen Blattläuse oder Käfer nimmt dem Hausrotschwanz Nahrung, die er vor allem während der Jungenaufzucht dringend braucht.
Nistkasten für Hausrotschwänze
Hier liegt der größte Hebel. Der Hausrotschwanz ist ein Nischenbrüter und nutzt keine Kästen mit kleinem rundem Flugloch, wie sie für Meisen üblich sind. Er braucht eine halboffene Nische, deren Öffnung breit ist und viel Licht einlässt.
Der passende Nistkasten
- Bauart: Halbhöhle oder Nischenbrüterkasten, also ein Kasten mit halb offener Front oder einem breiten, liegenden Einflugschlitz.
- Material: unbehandeltes Holz oder Holzbeton. Holzbeton ist langlebig und schützt etwas besser vor Mardern und Spechten.
- Höhe: etwa 2 bis 4 m, gut erreichbar zur Reinigung, aber außerhalb der Sprungweite von Katzen.
- Ort: geschützt unter einem Dachvorsprung, an Hauswand, Schuppen, Carport oder Gartenhaus, nicht an freistehenden Bäumen.
- Ausrichtung: Öffnung am besten nach Osten oder Südosten, weg von Wetterseite und praller Mittagssonne.
- Schutz: Wählen Sie Stellen, an die keine Kletterhilfe wie Regenfass, Mülltonne oder Rankgitter heranführt, damit Katzen und Marder nicht an die Brut kommen.
Einige Hersteller bieten Halbhöhlen speziell für Hausrotschwanz, Grauschnäpper und Bachstelze an. Preis bei Amazon prüfen
Eine Übersicht über Fluglochgrößen und Kastentypen für andere Arten finden Sie in unserer Tabelle zu Fluglochgrößen nach Vogelart.

Natürliche Nischen erhalten
Oft reicht es schon, vorhandene Nischen nicht zu verschließen. Hausrotschwänze brüten auf Balken in offenen Schuppen und Garagen, in Mauerlöchern, hinter Holzverkleidungen, in Rollladenkästen mit Spalt, auf Fenstersimsen unter Vordächern und in alten Lampen. Wenn Sie ein Gebäude sanieren, prüfen Sie vor Beginn, ob dort Vögel brüten, und planen Sie Ersatznischen ein. Brutstätten europäischer Vogelarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Ein besetztes Nest darf nicht entfernt oder zerstört werden.
Brutbiologie in Kürze
| Phase | Typischer Verlauf |
|---|---|
| Revierbesetzung | ab Mitte oder Ende März |
| Nestbau | ab April; lockeres Nest aus Halmen, Moos und Wurzeln, innen mit Haaren und Federn |
| Eiablage | erste Brut meist ab Mitte April bis Mai |
| Brutdauer | etwa 12 bis 14 Tage, brütet das Weibchen |
| Nestlingszeit | etwa 12 bis 17 Tage |
| Zweitbrut | häufig im Juni und Juli, gelegentlich eine dritte Brut |
Beide Eltern füttern die Jungen. Nach dem Ausfliegen werden sie noch etwa zwei Wochen versorgt, oft übernimmt das Männchen diese Aufgabe, während das Weibchen schon mit der nächsten Brut beginnt.
Der Hausrotschwanz im Jahreslauf
| Monat | Was passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Januar | fast alle Vögel im Süden, einzelne Überwinterer | Nistkästen reinigen und prüfen |
| Februar | noch im Winterquartier | neue Halbhöhlen aufhängen |
| März | Männchen kehren zurück, erster Gesang | Wasser bereitstellen, bei Kälte eingeweichte Mehlwürmer anbieten |
| April | Weibchen treffen ein, Nestbau | Nischen und Schuppen offen lassen, Katzen im Blick behalten |
| Mai | erste Brut, Fütterung der Jungen | keine Insektizide, Heckenschnitt vermeiden |
| Juni | Jungvögel fliegen aus, Zweitbrut beginnt | Jungvögel am Boden in Ruhe lassen |
| Juli | Zweitbrut, sehr aktive Fütterung | Tränke täglich frisch füllen |
| August | Mauser, Familien streifen umher | Wildstauden stehen lassen |
| September | Beeren werden wichtiger, Zug beginnt | Holunderbeeren am Strauch lassen |
| Oktober | Hauptzug in den Süden | Futterschalen reinigen |
| November | letzte Nachzügler | Kästen nach der Saison säubern |
| Dezember | Winterquartier, wenige Überwinterer | Pflanzungen für das nächste Jahr planen |
Probleme und Lösungen
Der Vogel brütet an einer ungünstigen Stelle
Manchmal wählt ein Hausrotschwanz eine Lampe über der Haustür oder einen Balken über dem Autostellplatz. Das Nest darf während der Brutzeit nicht entfernt werden. Meist lässt sich die Situation entschärfen: Lampe nicht einschalten, Tür seltener benutzen, eine Pappe unter das Nest gegen Kot legen. Nach der Brutsaison können Sie dem Paar eine Halbhöhle in der Nähe anbieten und die ungünstige Stelle vorsichtig verschließen, bevor im März die Rückkehrer eintreffen.
Katzen und Marder
Nischenbrüter sind für Katzen leichter zu erreichen als Höhlenbrüter mit engem Flugloch. Hängen Sie Halbhöhlen deshalb hoch und frei, ohne Kletterhilfen in der Nähe. Frisch ausgeflogene Jungvögel sitzen oft am Boden und sind in dieser Zeit besonders gefährdet. Hinweise gibt unser Ratgeber zum Thema Katzen und Vögel im Garten.
Das Männchen kämpft mit Fenstern oder Autospiegeln
Hausrotschwänze verteidigen ihr Revier heftig. Sieht ein Männchen sein Spiegelbild in einer Scheibe oder einem Autospiegel, greift es den vermeintlichen Rivalen manchmal wiederholt an. Ein Tuch über dem Spiegel oder eine vorübergehende Abdeckung der Scheibe von außen beendet das meist schnell.
Kaum Insekten im Garten
Ein sehr aufgeräumter Garten mit Rasen, Kirschlorbeer und Schotter bietet wenig Nahrung. Mehr heimische Blütenpflanzen, etwas Totholz, eine Trockenmauer und der Verzicht auf Spritzmittel verbessern das Angebot oft schon in einer Saison.

Ein Hausrotschwanz im Winter
Taucht im Dezember oder Januar ein Hausrotschwanz im Garten auf, handelt es sich meist um einen der wenigen Überwinterer. Solche Vögel suchen oft warme Stellen auf, etwa sonnige Hauswände, Komposthaufen, Ställe oder Gewächshäuser, in denen noch Insekten und Spinnen zu finden sind. Hier kann eine Zufütterung tatsächlich helfen: eingeweichte Mehlwürmer, Insektenweichfutter und fein gehackte Rosinen auf einer flachen, überdachten Schale. Frisches, nicht gefrorenes Wasser ist in Frostperioden mindestens genauso wichtig. Am einfachsten ist es, die Schale morgens mit lauwarmem Wasser neu zu füllen und abends zu leeren. Sorgen um einen solchen Wintergast sind meist unbegründet: Überwinterer sind in der Regel gesunde Vögel, die den Zug schlicht verkürzt haben.
Der Kasten bleibt leer
Eine neue Halbhöhle wird nicht immer im ersten Jahr bezogen. Häufige Gründe sind eine zu offene, zugige Lage, Sonne auf der Öffnung am Nachmittag, zu viel Betrieb direkt davor oder eine Stelle, an der Katzen sitzen. Versetzen Sie den Kasten nach der Saison an eine ruhigere, geschützte Stelle unter einem Dachvorsprung. Oft nutzen Hausrotschwänze auch zuerst eine natürliche Nische und wechseln erst später in den Kasten.
Häufige Fehler
- Ein Meisenkasten mit rundem Flugloch: Hausrotschwänze nutzen ihn nicht. Sie brauchen eine Halbhöhle.
- Den Kasten an einen freistehenden Baum hängen: Der Vogel bevorzugt Gebäude und Nischen unter Vordächern.
- Nur Körnerfutter anbieten: Sonnenblumenkerne und Meisenknödel locken Meisen und Finken, aber keinen Hausrotschwanz.
- Schuppen und Garagen im Frühjahr fest verschließen: Damit verschwindet oft der beste Brutplatz.
- Gebäude in der Brutzeit sanieren: Arbeiten an Fassade und Dach zwischen April und August gefährden Bruten. Planen Sie sie außerhalb dieser Zeit.
- Insektizide und Schneckenkorn: Sie vernichten genau die Nahrung, von der die Jungen leben.
- Mehlwürmer in großen Mengen auslegen: Sie verderben, locken Ratten an und machen den Futterplatz unhygienisch.
Kurz zusammengefasst
Der Hausrotschwanz ist ein Vogel der Gebäude und der Insekten. Eine Halbhöhle unter einem Vordach, offene Nischen an Schuppen und Mauern, ein insektenreicher Garten ohne Spritzmittel und eine flache Tränke sind die Grundlage. Eingeweichte Mehlwürmer auf einer flachen Schale helfen bei Kälteeinbrüchen im Frühjahr. Wer diese Punkte beachtet, hört den kratzenden Gesang des Hausrotschwanzes bald jeden Morgen vom eigenen Dach.
Quellen
Häufige Fragen
Was fressen Hausrotschwänze im Garten?
Hausrotschwänze fressen vor allem Insekten und Spinnen: Fliegen, Mücken, kleine Käfer, Raupen, Blattläuse und Ameisen. Sie jagen von einer Warte aus, etwa von Dachrinne, Zaun oder Mauer, und fangen Beute am Boden oder in der Luft. Im Spätsommer und Herbst kommen Beeren wie Holunder dazu. Körnerfutter nehmen sie praktisch nicht, eingeweichte Mehlwürmer auf einer flachen Schale dagegen gelegentlich.
Welchen Nistkasten braucht ein Hausrotschwanz?
Der Hausrotschwanz ist ein Nischenbrüter und nutzt keine Kästen mit kleinem runden Flugloch. Geeignet ist eine Halbhöhle, also ein Kasten mit breiter, halb offener Front, oder ein Nischenbrüterkasten. Er hängt am besten geschützt unter einem Dachvorsprung, an Hauswand, Schuppen oder Carport, in etwa 2 bis 4 m Höhe und für Katzen und Marder schwer erreichbar.
Wann kommt der Hausrotschwanz aus dem Süden zurück?
Die meisten Hausrotschwänze kehren in Deutschland ab etwa Mitte März zurück, die Männchen meist etwas vor den Weibchen. Viele überwintern im Mittelmeerraum und in Nordafrika und ziehen im Oktober und November wieder ab. In milden Gegenden, etwa am Oberrhein, bleiben einzelne Vögel auch den Winter über. Er gehört damit zu den früh zurückkehrenden Kurzstreckenziehern.
Wie unterscheide ich Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz?
Beide haben einen rostroten Schwanz, der ständig zittert. Das Männchen des Hausrotschwanzes ist rußschwarz bis dunkelgrau mit weißem Flügelfeld. Das Gartenrotschwanz-Männchen hat eine orangerote Brust, eine weiße Stirn, eine schwarze Kehle und einen hellgrauen Rücken. Die Weibchen sind schwieriger: das Hausrotschwanz-Weibchen ist einheitlich graubraun, das Gartenrotschwanz-Weibchen wärmer braun mit hellerer, orange getönter Unterseite.
Warum singt der Hausrotschwanz schon vor Sonnenaufgang?
Der Hausrotschwanz gehört zu den frühesten Sängern im Siedlungsraum und beginnt oft schon deutlich vor der Morgendämmerung, manchmal auch bei Straßenbeleuchtung. Das Männchen markiert so sein Revier und wirbt um ein Weibchen. Typisch ist der gepresste, kratzende Mittelteil des Gesangs, der an zerknülltes Papier oder rieselnden Kies erinnert. Er singt gern von Dachfirst, Antenne oder Schornstein.