Wann lernen Jungvögel fliegen? Vom Nestling zum Flieger
Wann lernen Jungvögel fliegen? Die meisten Singvögel verlassen mit 2 bis 3 Wochen das Nest und fliegen Tage später gut. Greifvögel brauchen viel länger.

In diesem Artikel
- Kurz notiert: Wann Jungvögel fliegen
- Lernen Jungvögel fliegen, oder ist es Instinkt?
- Wann fliegen häufige Gartenvögel aus?
- Warum verlassen manche Jungvögel das Nest, bevor sie fliegen können?
- Wie lernen verschiedene Vögel fliegen?
- Was sagt die Wissenschaft über die Entwicklung des Fliegens?
- Stoßen Eltern ihre Jungen aus dem Nest?
- Wie lange dauert es, bis ein Jungvogel so gut fliegt wie ein Altvogel?
- Welche Gefahren drohen Jungvögeln, während sie fliegen lernen?
- Mythen und Fakten über Jungvögel und das Fliegen
- Was tun, wenn Sie einen Jungvogel finden, der nicht fliegen kann?
- Wie können Gartenbesitzer Ästlingen helfen?
- Häufige Fehler
- Das Fazit
- Quellen
- Häufige Fragen
Wann lernen Jungvögel fliegen? Die meisten Gartensingvögel verlassen das Nest mit etwa zwei bis drei Wochen, bevor sie richtig fliegen können, und werden innerhalb einiger Tage bis zwei Wochen zu tüchtigen Fliegern. Die grundlegenden Flugbewegungen sind weitgehend angeboren, doch Steuerung, Landung und Ausdauer werden durch Übung besser. Große Vögel brauchen viel länger: Greifvögel und Eulen fliegen meist mit 5 bis 10 Wochen, Seeadler mit etwa 10 bis 12 Wochen, und die größten Albatrosse brauchen fast ein Jahr.
Im Folgenden lesen Sie, wie sich das Fliegen entwickelt, wie unterschiedlich der Zeitplan in der Vogelwelt ist und was es bedeutet, wenn Sie einen jungen Vogel finden, der noch nicht ganz fliegen kann.
Kurz notiert: Wann Jungvögel fliegen
- Kleine Singvögel (Meisen, Amsel, Rotkehlchen, Sperlinge): verlassen das Nest mit etwa 12 bis 21 Tagen und schaffen innerhalb weniger Tage kurze Flüge.
- Schwalben und Mauersegler: bleiben länger im Nest und fliegen oft kräftig, sobald sie es verlassen.
- Enten und Gänse: verlassen das Nest einen Tag nach dem Schlupf, können aber je nach Art etwa 7 bis 10 Wochen oder länger nicht fliegen.
- Greifvögel und Eulen: klettern oft als Ästlinge durch die Äste, bevor sie richtig fliegen; die ersten Flüge folgen mit etwa 5 bis 10 Wochen.
- Adler: Junge Seeadler fliegen meist mit etwa 10 bis 12 Wochen zum ersten Mal.
- Albatrosse: Die größten Arten fliegen erst nach 5 bis 9 Monaten im Nest aus.
Lernen Jungvögel fliegen, oder ist es Instinkt?
Vor allem Instinkt, verfeinert durch Übung. Der Flügelschlag, das Zusammenspiel von Flügeln und Schwanz und die grundlegenden Flugreflexe sind im sich entwickelnden Nervensystem angelegt. Ornithologen haben schon lange beobachtet, dass Jungvögel, die nicht üben konnten, etwa weil sie in engen Käfigen aufwuchsen, trotzdem recht gut fliegen, sobald Federn und Muskeln ausgereift sind. Die Details dieser älteren Versuche unterscheiden sich, betrachten Sie sie also eher als stützenden Beleg denn als endgültige Antwort. Der heutige Konsens lautet aber: Fliegen wird nicht von Grund auf gelehrt.
Übung bringt das Können. Die ersten Flüge sind oft unbeholfen: kurz, niedrig, mit holprigen Landungen. Über Tage und Wochen lernen Jungvögel, Entfernungen einzuschätzen, zu bremsen, zu wenden und auf dünnen Zweigen zu landen. Arten, die in der Luft jagen, etwa Schwalben, Falken und Mauersegler, brauchen die meiste Verfeinerung.
Was muss reifen, bevor ein Vogel fliegen kann?
Drei Dinge müssen zusammenkommen:
- Schwungfedern. Die Hand- und Armschwingen der Flügel und die Schwanzfedern wachsen als Blutkiele heran, umhüllt von einer wachsartigen Hornscheide, und entfalten sich dann. Ästlinge verlassen das Nest oft mit kurzen Schwänzen, die erst danach fertig wachsen.
- Flugmuskeln. Die großen Brustmuskeln, die den Abschlag antreiben, und der kleinere Muskel, der den Flügel hebt, wachsen in den letzten Tagen der Nestlingszeit rasant.
- Nervensystem und Gleichgewicht. Sehen, Innenohr und Koordination müssen so weit sein, dass der Vogel sich in der Luft kontrollieren kann.
Warum schlagen Nestlinge im Nest mit den Flügeln?
Ältere Nestlinge strecken sich oft und schlagen kräftig mit den Flügeln, im Nest oder auf dem Nestrand. Dieses „Flügeltraining“ baut Kraft und Koordination vor dem ersten Flug auf. Junge Greifvögel und Eulen tun das ausgiebig und hüpfen manchmal im Wind auf der Nestplattform umher, junge Störche auf ihren Horsten ebenso, was man an vielen Storchennestern sehr schön beobachten kann.

Wann fliegen häufige Gartenvögel aus?
Die Nestlingszeit ist selbst bei nah verwandten Vögeln verschieden. Die Werte unten sind typische Spannen aus der ornithologischen Standardliteratur, einzelne Bruten weichen je nach Wetter und Nahrung ab.
| Vogel | Ungefähres Alter beim Verlassen des Nestes | Flugvermögen beim Verlassen |
|---|---|---|
| Amsel | etwa 12 bis 15 Tage | Schwach; wird über mehrere Tage besser |
| Rotkehlchen | etwa 12 bis 15 Tage | Kurze, schwache Flüge |
| Haussperling | etwa 14 bis 17 Tage | Kurze Flüge |
| Zaunkönig | etwa 15 bis 18 Tage | Kurze Flüge |
| Kohlmeise | etwa 16 bis 22 Tage | Kurze Flüge, rasch besser |
| Rauchschwalbe | etwa 18 bis 23 Tage | Fliegt oft gut |
| Türkentaube | etwa 15 bis 19 Tage | Kurze Flüge |
| Mauersegler | etwa 5 bis 8 Wochen | Fliegt sofort voll und landet oft monatelang nicht |
| Seeadler | etwa 10 bis 12 Wochen | Erste Flüge am Ende dieser Zeit |
Den ganzen Nestkalender nach Arten finden Sie in unserem Ratgeber, wie lange Jungvögel im Nest bleiben.
Warum verlassen manche Jungvögel das Nest, bevor sie fliegen können?
Früh auszuziehen ist eine Überlebensstrategie. Ein offenes Napfnest voller lauter, wachsender Küken ist für Nesträuber leicht zu finden, und ein einziger Besuch von Elster, Eichhörnchen, Marder oder Katze kann eine ganze Brut auslöschen. Sobald sich die Jungen in der umliegenden Vegetation verteilen, findet ein Räuber kaum noch alle.
Darum verlassen so viele Singvögel, darunter Amsel, Rotkehlchen, Sperlinge und Drosseln, das Nest als Ästlinge: voll befiedert, aber mit kurzem Schwanz und begrenztem Flugvermögen. Einige Tage lang hüpfen, klettern und flattern sie durch Sträucher und über den Boden, während ihre Eltern sie weiter füttern. Das sieht wackelig aus, und das ist es auch, aber es ist normal.
Vögel, die in geschützten Höhlen brüten, wie Meisen und Kleiber, oder in schwer erreichbaren Lehmnestern wie Schwalben, können es sich oft leisten, etwas länger im Nest zu bleiben, und fliegen beim Verlassen besser. Mauersegler, die in Mauerspalten, unter Dachziegeln und in Nistkästen an Gebäuden brüten, bleiben, bis sie nahezu fertig sind, und fliegen dann kraftvoll davon, oft direkt in Richtung Afrika.
Wie lernen verschiedene Vögel fliegen?
Singvögel: erst ausfliegen, dann bald fliegen
Die meisten Singvogel-Ästlinge schaffen innerhalb von ein bis zwei Tagen nach dem Verlassen kurze, flatternde Flüge, und nach ein bis zwei Wochen fliegen sie gut. Die Eltern führen sie oft in dichtere Deckung und füttern sie noch ein bis drei Wochen weiter, manchmal länger. Bei der Amsel übernimmt häufig das Männchen die Versorgung der Ästlinge, während das Weibchen bereits die nächste Brut beginnt.
Greifvögel und Eulen: die Ästlingsphase
Junge Greifvögel und Eulen durchlaufen oft eine Ästlingsphase: Sie klettern aus dem Nest auf nahe Äste und hüpfen zwischen ihnen umher, bevor sie richtig fliegen. Junge Waldkäuze verlassen die Bruthöhle, lange bevor sie fliegen können, sitzen als flauschige Ästlinge in Bäumen und Sträuchern und werden dort gefüttert. Ihre Bettelrufe sind im Frühsommer nachts oft zu hören. Selbst nach den ersten Flügen sind junge Greifvögel wochenlang auf das Futter der Eltern angewiesen, während sie jagen lernen, und beim Jagen spielt Lernen wirklich eine große Rolle.

Enten, Gänse und Watvögel: erst laufen und schwimmen
Nestflüchter schlüpfen im Dunenkleid und verlassen das Nest nach wenigen Stunden bis einem Tag. Junge Schellenten und Gänsesäger springen am Tag nach dem Schlupf aus Baumhöhlen, manchmal aus beträchtlicher Höhe, und landen unverletzt am Boden oder im Wasser, weil sie so leicht sind. Kiebitzküken laufen schon wenige Stunden nach dem Schlupf umher. All diese Küken laufen und schwimmen wochenlang, bevor ihre Schwungfedern wachsen. Viele Enten und Gänse brauchen je nach Art etwa 7 bis 10 Wochen oder länger, bis sie fliegen.
Seevögel: der Sprung vor dem Flug
Trottellummen brüten auf schmalen Felsbändern. Mit etwa drei Wochen, lange bevor sie richtig fliegen können, verlassen die Küken den Sims und segeln und flattern hinunter aufs Meer, wo sich der Vater zu ihnen gesellt. In Deutschland lässt sich dieser „Lummensprung“ jedes Jahr im Frühsommer auf Helgoland beobachten, wo die Küken vom Vogelfelsen hinabspringen. Der Vater versorgt das Küken dann wochenlang auf See, während seine Schwungfedern wachsen. Junge Papageitaucher verlassen ihre Bruthöhlen dagegen meist nachts, wenn sie fast flugfähig sind, und ziehen allein aufs Meer hinaus.
Albatrosse stehen am anderen Ende der Skala. Küken des Laysanalbatros fliegen typischerweise etwa fünf Monate nach dem Schlupf aus, und der riesige Wanderalbatros kann rund neun Monate brauchen. Junge Albatrosse stehen vor dem ersten Flug tage- oder wochenlang mit dem Gesicht in den Wind und schlagen mit den Flügeln, und danach verbringen sie oft Jahre auf See, bevor sie an Land zurückkehren.
Großfußhühner: fliegen fast ab dem Schlupf
Die Großfußhühner Australiens, Neuguineas und benachbarter Inseln, etwa das Buschhuhn und das Thermometerhuhn, vergraben ihre Eier in Hügeln aus verrottendem Pflanzenmaterial oder warmer Erde und lassen sie dort. Die Küken graben sich selbst heraus und sind vollständig selbstständig, ohne jede elterliche Fürsorge. Sie schlüpfen gut befiedert und können Berichten zufolge nach etwa einem Tag fliegen, was sie zu den selbstständigsten Vögeln der Erde macht.
Was sagt die Wissenschaft über die Entwicklung des Fliegens?
Eine der spannendsten Erkenntnisse stammt vom Biologen Ken Dial, der mit Chukarhühnern forschte und 2003 in Science veröffentlichte. Dial zeigte, dass junge Chukarhühner mit ihren halb entwickelten Flügeln schlagen, während sie steile Hänge und Baumstämme hinauflaufen. Er nannte das flügelunterstütztes Steigungslaufen (wing-assisted incline running). Die Flügel drücken das Küken wie ein Heckspoiler an einem Rennwagen an die Oberfläche und helfen ihm, sich in Sicherheit zu bringen, lange bevor es richtig fliegen kann.
Das ist aus zwei Gründen wichtig. Es zeigt, dass halb entwickelte Flügel einem Jungvogel nützen, und es wurde als Modell dafür vorgeschlagen, wie sich das Fliegen bei den Vorfahren der Vögel entwickelt haben könnte. Die zweite Idee ist unter Fachleuten umstritten, die erste ist gut belegt: Jungvögel nutzen ihre Flügel auf vielerlei Weise, bevor sie flugfähig sind.
Stoßen Eltern ihre Jungen aus dem Nest?
Nicht wörtlich, auch wenn das Bild vom Adler, der sein Küken von der Felskante schubst, weit verbreitet ist. Die Eltern verändern eher die Anreize. Gegen Ende der Nestlingszeit füttern manche Eltern seltener oder rufen mit Futter von nahen Ästen, was die Küken zum Aufbruch ermuntert. Sind die Ästlinge draußen, führen die Eltern sie oft vom Nest weg in dichtere Deckung.
Bei vielen Arten ziehen die Küken selbst los, sobald sie einen bestimmten Entwicklungsstand erreicht haben, manchmal alle innerhalb weniger Stunden, manchmal verteilt über ein, zwei Tage. Eine Störung, etwa ein Räuber oder ein neugieriger Mensch, der ins Nest schaut, kann die Küken zu früh aus dem Nest treiben. Auch deshalb sollten Sie Nester in den letzten Tagen vor dem Ausfliegen nicht mehr kontrollieren.

Wie lange dauert es, bis ein Jungvogel so gut fliegt wie ein Altvogel?
Das Nest verlassen und gut fliegen sind zwei verschiedene Meilensteine. Ein junger Singvogel schafft am ersten Tag draußen vielleicht einen kurzen, flatternden Hüpfer auf einen niedrigen Zweig, braucht aber länger für ausdauernden Flug, schnelle Wendungen und präzise Landungen. Bei vielen kleinen Singvögeln beträgt der Abstand etwa ein bis drei Wochen, ungefähr die Zeit, in der die Eltern sie noch füttern.
In dieser Zeit verbessert sich einiges:
- Federlänge. Schwanz- und Flügelfedern wachsen nach dem Ausfliegen weiter. Ein längerer Schwanz steuert und bremst besser, weshalb Ästlinge oft stummelschwänzig wirken und ungeschickt landen.
- Muskelkraft. Die Flugmuskeln werden durch den Gebrauch weiter kräftiger.
- Urteilsvermögen. Jungvögel lernen, wie weit sie fliegen können, welche Zweige sie tragen und wie man bei Wind landet. Beobachten Sie eine Familie junger Stare oder Schwalben, und Sie sehen viele verpatzte Landungen.
Arten, die im Flug fressen, brauchen noch länger. Junge Schwalben werden anfangs von den Eltern in der Luft gefüttert, und junge Falken üben wochenlang, Gegenstände zu verfolgen und zu greifen. Bei Greifvögeln ist erfolgreiches Jagen der eigentliche Engpass, und viele junge Greifvögel sterben im ersten Jahr, während sie diese Fähigkeit noch verfeinern.
Welche Gefahren drohen Jungvögeln, während sie fliegen lernen?
Die ersten Tage nach dem Verlassen des Nestes gehören zu den gefährlichsten im Leben eines Vogels. Ästlinge sind langsam, laut und oft am oder nahe dem Boden. Die Hauptgefahren:
- Fressfeinde, darunter Katzen, Sperber, Elstern, Eichelhäher, Krähen, Marder und Eichhörnchen. Freilaufende Hauskatzen sind eine wichtige Todesursache für Ästlinge in Wohngärten.
- Wetter. Kalter Regen kann Jungvögel auskühlen, die noch nicht voll isoliert sind oder keinen Unterschlupf finden.
- Kollisionen. Unerfahrene Flieger schätzen Glas, Fahrzeuge und Drähte falsch ein.
- Hunger, wenn die Eltern umkommen oder Futter knapp ist.
Die Eltern verringern diese Risiken, indem sie die Brut verteilen, Warnrufe ausstoßen, die Ästlinge in Deckung schicken, und manchmal Fressfeinde oder Menschen im Sturzflug angreifen, wenn diese zu nahe kommen. Wenn eine Amsel Sie im Frühsommer lautstark beschimpft, sitzt vermutlich ein Ästling in der Nähe.
Mythen und Fakten über Jungvögel und das Fliegen
| Mythos | Fakt |
|---|---|
| Ein Jungvogel am Boden ist aus dem Nest gefallen und braucht Hilfe | Die meisten sind Ästlinge, die das Nest absichtlich verlassen haben und weiter von den Eltern versorgt werden |
| Eltern bringen Küken das Fliegen Schritt für Schritt bei | Die Flugbewegungen sind weitgehend angeboren; Übung verfeinert das Können |
| Alle Jungvögel fliegen, sobald sie das Nest verlassen | Viele Singvögel fliegen beim Ausfliegen schwach; Enten und Seevögel fliegen wochenlang nicht |
| Setzt man einen Ästling ins Nest zurück, bleibt er dort | Ästlinge hüpfen meist gleich wieder hinaus; das ist normal |
| Eltern verstoßen Junge, die ein Mensch berührt hat | Die meisten Vögel riechen kaum und lassen ihre Jungen deshalb nicht im Stich |
Zum letzten Punkt lesen Sie unseren Beitrag, ob Vogeleltern angefasste Jungvögel verstoßen.
Was tun, wenn Sie einen Jungvogel finden, der nicht fliegen kann?
Klären Sie zuerst, ob es ein Ästling oder ein Nestling ist.
- Ästling: voll befiedert, vielleicht mit kurzem Schwanz, hüpft und hält sich fest. Lassen Sie ihn, wo er ist. Seine Eltern sind fast sicher in der Nähe. Ist er in akuter Gefahr, etwa auf einer Straße, setzen Sie ihn ein kurzes Stück entfernt in Deckung.
- Nestling: spärliche Federn, Blutkiele oder Dunen, kann weder hüpfen noch sich gut festhalten. Setzen Sie ihn zurück ins Nest, wenn Sie es finden.
- Verletzt, unterkühlt, von einer Katze erwischt oder wirklich verwaist: Wenden Sie sich an eine Wildvogelstation oder eine vogelkundige Tierarztpraxis. Örtliche NABU- oder LBV-Gruppen helfen bei der Suche.
Lassen Sie Katzen ein paar Tage drinnen, wenn Ästlinge unterwegs sind, denn die Ästlingsphase ist eine der riskantesten Zeiten im Leben eines Singvogels. Unser Ratgeber zu Katzen und Vögeln nennt praktische Schritte, und Jungvogel gefunden, was tun? geht jeden Fall im Detail durch.

Wie können Gartenbesitzer Ästlingen helfen?
- Haustiere drinnen lassen, während der Hauptausfliegezeit, die in Mitteleuropa etwa von April bis in den Juli reicht, bei späten Bruten bis in den August.
- Sträucher und dichte Deckung stehen lassen, in der sich Ästlinge verstecken können. Ein Garten mit mehreren Vegetationsschichten bietet sicherere Übungsplätze. Siehe unseren Ratgeber zum vogelfreundlichen kleinen Garten.
- Vogelschlag verhindern. Unerfahrene Flieger prallen eher gegen Glas. Unser Ratgeber, wie Sie Vogelschlag an Fenstern verhindern, nennt wirksame Maßnahmen.
- Starken Rückschnitt und Mähen verschieben, wo Ästlinge unterwegs sind. In Deutschland verbietet das Bundesnaturschutzgesetz ohnehin radikale Rückschnitte von Hecken und Gebüschen zwischen dem 1. März und dem 30. September, schonende Form- und Pflegeschnitte bleiben erlaubt.
- Nester in den letzten Tagen nicht kontrollieren, um ein verfrühtes Ausfliegen zu vermeiden.
Häufige Fehler
- Einen gesunden Ästling ins Haus tragen. Das trennt ihn von den Eltern, die ihn am besten großziehen.
- Einem Vogel das Fliegen beibringen wollen, indem man ihn in die Luft wirft. Das kann ihn verletzen.
- Einen stillen Ästling für verlassen halten. Die Eltern kommen zwischen langen Futtersuchen oft nur kurz vorbei.
- Ihn füttern. Falsches Futter oder Wasser kann einem Jungvogel schaden; überlassen Sie das Füttern den Fachleuten.
Das Fazit
Die meisten Gartensingvögel verlassen das Nest mit etwa zwei bis drei Wochen und lernen in den folgenden Tagen bis Wochen gut zu fliegen. Die Fähigkeit zu fliegen ist weitgehend angeboren, doch das Können wächst mit der Übung, und die Eltern füttern die Ästlinge weiter, während sie lernen. Die Zeitspanne reicht von Stunden bei Großfußhühnern bis zu vielen Monaten bei Albatrossen. Wenn Sie einen flauschigen, kurzschwänzigen Vogel unter Ihren Sträuchern hüpfen sehen, ist die beste Hilfe meist, Abstand zu halten und die Katze drinnen zu lassen.
Quellen
Häufige Fragen
Wie alt sind Jungvögel, wenn sie fliegen lernen?
Die meisten kleinen Gartensingvögel verlassen das Nest mit etwa 12 bis 21 Tagen, je nach Art, und schaffen innerhalb eines Tages oder weniger Tage danach kurze Flüge. Das volle Flugkönnen braucht länger. Größere Vögel brauchen mehr Zeit: Viele Greifvögel fliegen mit etwa 5 bis 7 Wochen, Seeadler mit etwa 10 bis 12 Wochen und manche Albatrosse erst nach 5 bis 9 Monaten.
Bringen Vogeleltern ihren Jungen das Fliegen bei?
Nicht so, wie Menschen eine Fähigkeit lehren. Die grundlegenden Flugbewegungen sind weitgehend angeboren und entwickeln sich, während Muskeln und Federn reifen. Die Eltern beeinflussen den Ablauf trotzdem: Sie füttern seltener, rufen von nahen Ästen und führen die Ästlinge in sichere Deckung. Übung verfeinert dann Steuerung, Landung und Manövrieren.
Warum sitzt ein Jungvogel am Boden, der nicht fliegen kann?
Meist ist es ein Ästling, ein junger Vogel, der das Nest verlassen hat, bevor er gut fliegen kann. Das ist bei vielen Singvögeln normal. Ästlinge verbringen einige Tage am oder nahe dem Boden, hüpfen und flattern, während die Eltern sie in der Nähe füttern. Ist er befiedert, munter und unverletzt, lassen Sie ihn in Ruhe und halten Sie Haustiere drinnen.
Kann ein Jungvogel an dem Tag fliegen, an dem er das Nest verlässt?
Manche ja, viele nicht. Singvögel wie Amsel und Rotkehlchen verlassen das Nest meist mit kurzem Schwanz und schwachem Flug und werden in den folgenden Tagen besser. Arten, die länger im Nest bleiben, etwa Schwalben und Mauersegler, fliegen oft vom ersten Moment an gut. Nestflüchter wie Enten verlassen das Nest einen Tag nach dem Schlupf, können aber wochenlang nicht fliegen.
Wie lange bleiben Ästlinge bei ihren Eltern?
Das ist sehr unterschiedlich. Viele kleine Singvögel werden nach dem Ausfliegen noch ein bis drei Wochen gefüttert, manchmal länger. Manche Arten bleiben monatelang in Familienverbänden, und junge Greifvögel sind viele Wochen lang auf die Eltern angewiesen, während sie jagen lernen. Bei Arten mit Bruthelfern wie dem Floridabuschhäher in Nordamerika bleiben Junge ein Jahr oder länger in der Familie.